Aktuelles, Branche - geschrieben von am Sonntag, Oktober 23, 2016 21:16 - noch keine Kommentare

Adult Friend Finder: Zugriff auf 73 Millionen Kundendaten weltweit erlangt

Erotik-Webportal bereits 2015 von Hackern angegriffen

[datensicherheit.de, 23.10.2016] Wie in den letzten Tagen bekannt wurde, soll das Erotik-Webportal „Adult Friend Finder“ nach 2015 erneut gehackt worden sein. Diesmal hätten Hacker Zugriff auf 73 Millionen Kundendaten weltweit erlangt – gerade bei einem solchen Webportal eine immens hohe Zahl äußerst sensibler Daten. Zwar scheine die Sicherheitslücke mittlerweile wieder geschlossen worden zu sein, aber das Grundproblem unsicherer Passwörter bestehe weiter, denn aus Bequemlichkeit nutzten viele Anwender zu einfache Passwörter – und diese dann auch noch bei mehreren Diensten, warnt Dr. Amir Alsbih, COO von KeyIdentity.

Sicherheit von Passwörtern nimmt mit Komplexität zu

Die Sicherheit von Passwörtern nehme mit ihrer Komplexität zu. OWASP (Open Web Application Security Project) als De-facto-Standard für die Sicherheit von Web-Anwendungen schreibe beispielsweise vor, dass Passwörter drei von vier Komplexitätsregeln (Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, Ziffern, Sonderzeichen) entsprechen müssten, dabei mindestens zehn Zeichen lang sein sollten sowie nicht mehr als zwei identische Zeichen aufeinanderfolgend haben dürften, erläutert Alsbih.
„Die Komplexität eines Passworts reduziert dabei die Wahrscheinlichkeit, dass ein Dritter meine digitale Identität durch einen Brute-Force Angriff übernimmt. Brute-Force Angriffe probieren dazu in der Regel die am häufig benutzten Passwörter aus und können mit zehn Versuchen pro Account ein Prozent aller Kunden-Accounts eines Anbieters übernehmen.“
In der Realität entsprächen aber nur etwa ein Prozent aller Passwörter den genannten Komplexitätsanforderungen. Alsbih: „Aber selbst wenn sie es tun, so ist und bleibt der Mensch doch ein Gewohnheitstier, der dazu neigt die gleichen Muster zu wählen und ein Passwort überwiegend nach dem Schema: ein Großbuchstabe – diverse Kleinbuchstaben – zwei bis vier Ziffern aufzubauen und am Ende dann noch mit einem Ausrufezeichen zu versehen – und das für die meisten der genutzten Accounts.“

Höhere Sicherheit durch Multi-Faktor-Authentifizierung

Doch selbst, wenn ein Passwort stark ist und der Anbieter das Passwort in einem sicheren Format speichert, so könne jeder sein Passwort auch durch einen Phishing-Angriff oder durch Malware verlieren, die das Passwort direkt auf dem eigenen Rechner mitschneidet. Gegen beide „Angriffe“ helfe das beste Passwort nichts.
Die einzige Chance, sein Account ausreichend zu sichern, seien sogenannte „One-Time-Push-Tokens“, sagt Dr. Alsbih. So könne einem Nutzer nach einer erfolgreichen Authentifizierung eine Meldung auf das Handy gesendet werden, die er mit einem Klick bestätigen müsse, um Zugriff auf sein Account zu erhalten –„klickt er nicht, wird der Zugang verwehrt, selbst wenn er die Zugangsdaten kennt“, so Dr. Alsbih. So werde die Sicherheit durch einen weiteren Faktor erhöht, also eine Multi-Faktor-Authentifizierung.
Ob man eine Zwei-Faktor-Authentifizierung für jedes seiner Accounts nutzt, sei eine persönliche Risikoentscheidung. „Aber wir sollten endlich beginnen zu akzeptieren, dass Passwörter alleine nicht funktionieren“, unterstreicht Dr.
Alsbih.

Dr. Amir Alsbih, KeyIdentity

Foto: KeyIdentity

Dr. Amir Alsbih empfiehlt „One-Time-Push-Tokens“



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