Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von cp am Freitag, Dezember 16, 2011 20:35 - ein Kommentar
Milliardengewinne durch Datenschutzverstöße: Wettbewerbsnachteil für die Aufrichtigen
„Xamit Datenschutzbarometer 2011“ warnt vor rechtlicher Schieflage in Deutschland
[datensicherheit.de, 16.12.2011] Das „Xamit Datenschutzbarometer 2011“ zeige, dass datenschutzkonform handelnde Unternehmen einen Wettbewerbsnachteil von mehr als 7,5 Milliarden Euro gegenüber solchen hätten, die gegen deutsches Datenschutzrecht verstoßen. Die jährlich erscheinende Studie weise erneut einen Anstieg der Datenschutzverstöße im Internet nach:
Im Durchschnitt hätten die Datenschutzexperten der Xamit Bewertungsgesellschaft mbH in Düsseldorf 82 Verstöße gegen deutsches Recht oder weitere Fälle von Beanstandungen pro 100 deutsche Webpräsenzen festgestellt. Das sei eine Steigerung von zwölf Prozent gegenüber 2010. Untersucht worden seien u.a. die datenschutzkonforme Nutzung von Webstatistiken, die Einbindung von Werbung durch Dritte ohne Hinweis auf die daraus gewonnenen Nutzerdaten und die Verwendung des „Like-Buttons“ von facebook.
Der seit Jahren zu beobachtende Trend hin zu immer mehr Datenschutzverstößen sei weiter ungebrochen, sagt Dr. Niels Lepperhoff, Geschäftsführer der Xamit Bewertungsgesellschaft mbH. Zugenommen habe u.a. die Verwendung von facebooks datenschutzrechtlich bedenklichen „Like-Buttons“ von 0,6 Prozent im Jahr 2010 auf 6,6 Prozent 2011. Der Einsatz nicht datenschutzkonformer Webstatistiken sei um insgesamt zwölf Prozent gestiegen. Geschuldet sei dieser Anstieg hauptsächlich dem Webstatistikdienst von „Google Analytics“. Dieser werde auf nunmehr 22 Prozent der deutschen Webseiten in der nicht anonymisierenden Form eingesetzt und sei so nach deutschem Recht nicht datenschutzkonform.
Solange sich Datenschutzverstöße für Unternehmen finanziell lohnen, werde eine Umkehr hin zu mehr Datenschutz nach den Erfahrungen der letzten Jahre wohl nur durch harte Sanktionen erreicht werden, so Dr. Lepperhoff. Es liege nun in den Händen der Datenschutz-Aufsichtsbehörden, ihre gewonnene Unabhängigkeit zu nutzen, um die Grundrechte aller zu schützen und für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen.
Milliardengewinne für Unternehmen durch Datenschutzverstöße
Seit 2009 dokumentiert das „Xamit Datenschutzbarometer“ die Stellenausstattung der deutschen Datenschutzaufsicht. Dieses Jahr stehen den Aufsichtsbehörden demnach für den nicht-öffentlichen Bereich für die Kontrolle, Beratung und weitere Tätigkeiten bundesweit durchschnittlich 3,6 Vollzeitstellen pro 100.000 Unternehmen zur Verfügung – etwas mehr als 2010. Angesichts der steigenden Fallzahlen sei die Stellenausstattung der Datenschutz-Aufsichtsbehörden laut Dr. Lepperhoff immer noch nicht ausreichend. Hinzu komme, dass den Behörden teilweise sogar die Befugnis fehle, Datenschutzverstöße mit Bußgeldern zu ahnden. Da müssten sich die Politiker fragen lassen, wie ernst sie es mit dem Datenschutz der ihnen anvertrauten Bürger nehmen.
Das vollständige „Xamit Datenschutzbarometer 2011“ steht ab sofort zum kostenlosen Download bereit.
Weitere Informationen zum Thema:
Xamit Datenschutzbarometer 2011:
Milliardengewinne durch Datenschutzverstöße
Aktuelles, Experten - Juni 9, 2026 12:04 - noch keine Kommentare
Drohnen-Mitnahme bei Flugreisen: Akkus falsch einzupacken kann zu Hunderten Euro Verlust führen
weitere Beiträge in Experten
- „Bestes Netz für Deutschland“ – Memorandum of Understanding für Netzausbau unterzeichnet
- Informatik-Monitor Junior 2026: Informatorische Bildung an Grundschulen auf Basis lückenhafter Lehrpläne
- Silicon Saxony begrüßt EU Chips Act 2.0 – fordert indes industrielle Substanz in Berlin, München und Dresden
- Social Media in geordneten Bahnen: Aktualisierter LfDI-Handlungsrahmen für öffentliche Stellen
- BfDI bekräftigt Forderung nach Bundestransparenzgesetz
Aktuelles, Branche, Produkte - Juni 6, 2026 0:33 - noch keine Kommentare
Malwarebytes Scam Number Check: Kostenlose Rückwärtssuche für Telefonnummern zum Verbraucherschutz
weitere Beiträge in Branche
- Niederlage oder Sieg: Backups im Kontext der Cyberrisiken rund um die Fußball-WM 2026
- Cybersicherheit quasi Torhüter der Netzwerke: WM 2026 als Herausforderung und Inspiration
- Händewaschen als Best Practice: Lernkultur zwischen Krankenhaushygiene und Identity Security
- Digitale Souveränität: Speicherort der Daten notwendiges, aber nicht mehr hinreichendes Kriterium
- SANS Institute publiziert Umfrage: CTI von CISOs überwiegend unterschätzt
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen




Kommentieren