Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von am Mittwoch, April 13, 2016 22:16 - noch keine Kommentare

Passwort-Flut verleitet Computernutzer zu Leichtsinn

bitkom gibt Tipps für das richtige Passwort-Management

[datensicherheit.de, 13.04.2016] Ob Computer, Smartphone, Geldautomat oder jede Menge Online-Dienste – für zahlreiche IKT-Geräte und Services im Internet müssen sich Nutzer Kennwörter und Zugangsnummern merken. Das macht offensichtlich vielen Menschen zu schaffen, so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands bitkom.

Vor allem Ältere brauchen Hilfe

So fühle sich gut ein Drittel (36 Prozent) aller Bundesbürger mit der großen Menge an Passwörtern überfordert. Vor allem ältere Menschen ab 65 Jahre seien mit einem Anteil von 48 Prozent häufiger von der Passwort-Flut genervt als der Durchschnitt.
Für die Organisation vieler sicherer Passwörter kämen zwei Lösungen in Frage – entweder eine Software oder die „gute alte Eselsbrücke“, erläutert bitkom-Sicherheitsexperte Marc Fliehe. Kein Ausweg sei das Ausweichen auf simple Passwörter, die für kriminelle Hacker leicht herauszufinden seien. Laut Umfrage bevorzugten allerdings 40 Prozent der Befragten „einfache Passwörter, die man sich leicht merken“ könne. Je länger und komplexer ein Kennwort sei, desto sicherer sei es, betont Fliehe.

Technische Alternativen in der Diskussion

Viele der Befragten sähen die Lösung in technischen Alternativen zum Passwort. Fast ein Drittel (31 Prozent) stimme der Aussage zu, dass Passwörter durch andere, besser handhabbare Sicherheitsmaßnahmen ersetzt werden sollten. Dazu gehörten zum Beispiel biometrische Merkmale wie der inzwischen bei einer Reihe von Smartphone- und Notebook-Modellen für das Entsperren der Geräte verwendete Fingerabdruck.

Informationsdefizit ermittelt

Die Angaben in der aktuellen bitkom-Stellungnahme basieren nach dessen eigenen Angaben auf einer repräsentativen Umfrage, die Bitkom Research durchgeführt habe: 1.266 Bundesbürger ab 14 Jahren seien befragt worden.
Laut dieser bitkom-Umfrage zeigt sich beim Thema Passwort-Schutz zudem ein Informationsdefizit bei vielen Menschen. Gut ein Viertel der Bundesbürger (27 Prozent) fehle es an Informationen über den richtigen Umgang mit Passwörtern.
Beachteten Nutzer indes einige Hinweise, könnten sie Passwörter besser behalten oder eine technische Lösung für das Management ihrer Kennwörter wählen.

bitkom-Tipps zum Passwort-Management:

  1. „Ein Dienst, ein Passwort“: Für jeden Dienst sollte ein eigenes Passwort genutzt werden. Eine Alternative sei es, ein „Grundpasswort“ zu nutzen und dieses für jeden Dienst anzupassen.
  2. „Wörterbücher meiden“: Am sichersten seien Passwörter bestehend aus einer zufällig zusammengewürfelten Reihenfolge von Groß- und Kleinbuchstaben sowie Zahlen und Sonderzeichen.
  3. „Mehr Zeichen bedeuten weniger Risiko“: Nicht nur die Zusammensetzung des Passworts sei wichtig, sondern auch dessen Länge. Ein sicheres Passwort bestehe aus mindestens acht Zeichen.
  4. „Per Eselsbrücke ans Ziel“: Um Passwörter aus einer unzusammenhängenden Anzahl von Buchstaben und Zahlen zu erstellen, könnten die Anfangsbuchstaben aus ausgedachten Sätzen genommen werden, etwa: „Mein Verein gewann das entscheidende Spiel mit 3 zu 2!” Daraus lasse sich das sichere und gut zu merkende Passwort „MVgdeSm3z2!“ erstellen.
  5. „Passwort-Manager als Alternative“: Passwort-Manager erstellten auf dem Computer auf Wunsch zufallsgenerierte Kennwörter und speicherten sie in einer mit einem Master-Passwort gesicherten, verschlüsselten Datenbank ab. Anschließend werde nur noch das Master-Passwort benötigt. Für Smartphones und Tablet-Computer würden häufig passende Apps angeboten – so könnten die sicheren Passwörter auch auf den Mobilgeräten genutzt werden. In diesem Fall sei es aber umso wichtiger, dass das Master-Passwort sicher sei und nicht einfach erraten werden könne.


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