Aktuelles - geschrieben von cp am Mittwoch, Dezember 9, 2009 19:22 - ein Kommentar

Wissenschaftler beklagen Mangel an guten Daten über Medikament gegen Schweinegrippe

20 wissenschaftliche Studien über Tamiflu systematisch ausgewertet

Das Medikament Tamiflu spiele eine zentrale Rolle in der weltweiten Bekämpfung der Schweinegrippe. In Deutschland würde es zusammen mit ähnlichen Grippemitteln entsprechend dem Nationalen Pandemieplan für 30 Prozent der Bevölkerung bereitgehalten. Viele hätten es sich bei Ausbruch der “Schweinegrippe” sogar selbst vom Arzt verordnen lassen und es für den Fall der Fälle in den heimischen Kühlschrank gelegt. “Tamiflu” gelte als Versicherung gegen einen schweren Krankheitsverlauf. Beim Hersteller, dem Schweizer Pharmakonzern Roche, klingelten die Kassen - dank der Pandemie erwarte “Roche” allein 2009, mit “Tamiflu” einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro zu erzielen. Jetzt aber würden Experten der internationalen Cochrane Collaboration schwere Zweifel an der Wirksamkeit des Medikaments erheben, berichtete SPIEGEL ONLINE am 09.12.2009:
Es gebe keinen klaren wissenschaftlichen Beweis dafür, dass “Tamiflu” Grippe-Komplikationen wie etwa eine Lungenentzündung verhindern könne, hätten die Forscher um Tom Jefferson von der “Cochrane Collaboration” im renommierten British Medical Journal (BMJ) geschrieben.
Die Wissenschaftler hätten 20 wissenschaftliche Studien über “Tamiflu” systematisch ausgewertet - und beklagten den “Mangel an guten Daten” über das Medikament. So hätten die Forscher acht wichtige nicht oder nur teilweise veröffentlichte Studien nicht in ihre aktuelle Auswertung einfließen lassen, weil sie die Ergebnisse nicht unabhängig hätten überprüfen können.
Sie hätten jedoch versucht, die Ergebnisse dieser Studien zu rekonstruieren. Weil das aufgrund fehlender nachprüfbarer Daten nicht gelungen sei, hätten sie diese nicht mehr in ihre Bewertung mit einfließen lassen. In den übrigen Studien hätten die Wissenschaftler keinen Beleg mehr dafür finden können, dass “Tamiflu” Komplikationen wie etwa eine Lungenentzündung verhindern könne.
Der Pharmakonzern “Roche” habe auf der Website des BMJ erklärt, man glaube fest an die Zuverlässigkeit der Daten; Regierungen und Zulassungsbehörden hätten vollen Zugang zu allen Studienergebnissen über “Tamiflu” gehabt. “Roche” habe inzwischen eine detaillierte Antwort auf die BMJ-Studie veröffentlicht. Ein Großteil der “Tamiflu”-Daten solle zudem auf einer passwortgeschützten Internetseite zugänglich gemacht werden.

Quelle: SPIEGEL ONLINE, 09.12.2009
Originalartikel unter: Grippe-Medikament / Forscher bezweifeln Wirksamkeit von Tamiflu

Weitere Informationen zum Thema:

BMJ, 08.12.2009
Research / Neuraminidase inhibitors for preventing and treating influenza in healthy adults: systematic review and meta-analysis

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ein Kommentar

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Kurt Kaiser
Dez 12, 2009 12:52

Tamiflu hieß früher Caniflu und war oder ist ein Mittel gegen Zwingerhusten bei Hunden.
Man hat die Gelegenheit genutzt ohne zwingendes Zulassungsverfahren ein Mittel zur verfügung zu stellen,daß angeblich gegen die Vogelgrippe wirken sollte.
Tatsache ist,daß Caniflu/Tamiflu in die Symptome geimpft werden kann,die üblicherweise waren :
Vergrößerter Herzbeutel und dadurch Wasser in der Lunge.Eine zusätzliche Entwässerung war trotzdem notwendig.
Diese Information ist bereits einigen Medien und Bundesländern per e-mail mitgeteilt worden.Die Reaktion darauf war NULL.
Nun scheint sich zu beweisen,daß es notwendig ist,die tatsächlichen Ergebnisse nicht Öffentlich zu machen.
Ignoranz der Öffentlichkeit und der Medien ist unser schlimmster Feind geworden.

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