Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von am Freitag, September 21, 2018 17:52 - noch keine Kommentare

Digitale Talente – Die drei größten Herausforderungen für Unternehmen

Über die Integration digital affiner Mitarbeiter in das Kerngeschäft

[datensicherheit.de, 21.09.2018] Unternehmen müssten drei große Schwierigkeiten meistern, um digital affine Mitarbeiter im Team zu integrieren, so Linus Dahlander, Associate Professor of Strategy an der ESMT Berlin. Unternehmen sind zunehmend erfolgreich bei der Gewinnung, Ausbildung und Bindung neuer Talente, aber viele von ihnen integrieren diese Personen nicht in das Kerngeschäft.

Dahlander untersuchte zusammen mit seinem Kollegen Martin Wallin, Head of Entrepreneurship and Innovation an der Chalmers University of Technology, wie zwölf Industrieunternehmen in Deutschland und Skandinavien versuchen, die digitalen Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter zu verbessern. Sie identifizierten drei Hauptherausforderungen:

  1. Integrieren der separaten digitalen Einheit in den traditionellen Teil des Unternehmens
    Linus Dahlander sagt: „Viele Unternehmen schaffen neue separate Einheiten, um ihre Expertise im Bereich Digitales zu verbessern. StoraEnso, ein 1288 gegründete Zellstoff- und Papierunternehmen, das als das älteste bestehende Unternehmen der Welt gilt, verfügt beispielsweise über ein digitales „Accelerator“-Programm. Diese Einheiten befinden sich aber oft außerhalb der Unternehmen in den Innenstädten und haben eine andere Unternehmenskultur und Managementtechnik als ihre Muttergesellschaften.“
    „Eine ernsthafte Herausforderung besteht darin, neue Talente in das Kerngeschäft zu integrieren, wenn diese Mitarbeiter in einiger Entfernung vom Unternehmen arbeiten. Beispielsweise sehen sie möglicherweise nicht, wie der von ihnen programmierte Code mit dem Kernprogramm und der Strategie des Unternehmens interagiert. Denn es gibt oft niemanden, der für die Integration der digitalen Talente in die Muttergesellschaft verantwortlich ist. Dann liegt die Aufgabe bei Führungskräften, die aber eigentlich keine Zeit dafür haben“
    , so Dahlander.
  2. Nutzen neuer digitaler Fähigkeiten in der gesamten Belegschaft
    Linus Dahlander erklärt: „Unternehmen beeilen sich oft, interne Mitarbeiter in neuartigen digitalen und datenwissenschaftlichen Tools auszubilden. Ein traditionelles schwedisches Stahlunternehmen, mit dem wir zusammenarbeiteten, führte bei einer jüngeren Generation von Walzwerksbetreibern ein Training ein, um eine stärker digitale Denkweise zu fördern. Dies führte zu einer verbesserten Produktionseffizienz, weniger Qualitätsschwankungen und einer schnelleren Einarbeitung neuer Mitarbeiter. Doch trotz dieser Ergebnisse gab es keinen Rahmen, in dem sich dieses Training in der gesamten Organisation entfalten konnte, was bedeutet, dass diese digitale Initiative nur lokal erfolgreich war – ein häufiger Fehler, vor dem sich die Unternehmen schützen müssen.“
  3. Bottom-up-Initiativen wie Vorschlagsboxen oder Brainstorming-Sitzungen bis zum Ende bringen
    Dahlander schildert: „Einige Unternehmen wollen interne digitale Talente durch Bottom-up-Initiativen identifizieren, aber in den meisten Fällen engagieren sich die Mitarbeiter nicht. Oft fehlt das Bewusstsein, wie wichtig digitale Kompetenzen sind, wie das Unternehmen diese gewinnen will und welche Vorteile für die Mitarbeiter entstehen. Diese Punkte müssen von Führungskräften klar benannt werden. Ohne diese Kommunikation werden nur wenige Mitarbeiter motiviert sein, sich zu engagieren. Die digitale Transformation ist eine tief verwurzelte unternehmerische Herausforderung, die mehr umfasst als nur die Einführung neuer Technologien. Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen über die Gewinnung, Ausbildung und Bindung von digitalen Talenten hinausgehen und diese Personen in die Kerngeschäftsprozesse integrieren.“

Weitere Informationen zum Thema:

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