Aktuelles, Branche, Produkte - geschrieben von am Mittwoch, Oktober 26, 2016 20:21 - noch keine Kommentare

Kritik zu Googles 18. Jahrestag: Von der Suchmaschine zum Überwachungsimperium

eBlocker empfiehlt zum „Tag des Internets“ technische Lösung gegen umfassende Ausforschung

[datensicherheit.de, 26.10.2016] In inzwischen 18 Jahren seit der Gründung ist Google von einem damaligen Garagenprojekt zu einem profitablen Weltkonzern mit 75 Milliarden Jahresumsatz herangewachsen. In dessen Visier: die Daten seiner Nutzer. Allein die Google-Suchmaschine bearbeitet aktuell mehr als fünf Milliarden Suchanfragen am Tag, und aus jeder einzelnen Anfrage generiert das Unternehmen Daten, das es für eigene Zwecke nutzt. Ob „Google Chrome“, „Google Analytics“, „Youtube“ oder „Doubleclick“ – der Nutzer zahlt mit seinen Daten, insbesondere seit der Einführung „einheitlicher Bestimmungen für den Datenschutz“ im Jahr 2012.

Strategie: Vermeintliche Gratisangebote erfordern Bezahlung mit Daten

Der 29. Oktober gilt als Jahrestag des Internets, denn es war dieses Datum im Jahr 1969, als zwei Großrechner an US-amerikanischen Universitäten die erste Internetbotschaft miteinander austauschten.
29 Jahre später setzte Google einen Meilenstein mit der Erfindung einer Suchmaschine. Für Nutzer, die zu dieser Zeit ihre ersten Schritte ins Internet wagten, war Google somit der Wegweiser.
Alles wirkte noch ganz harmlos: Bunte Buchstaben-Kombination, simple Bedienung, sympathisches Unternehmen, gegründet von zwei „Geeks“. Jetzt, 18 Jahre später, ist aus dem Garagenprojekt ein extrem profitabler Weltkonzern mit 75 Milliarden Jahresumsatz und 16 Milliarden US-Dollar Gewinn entstanden.
Im Visier hat dieser die Daten seiner Nutzer. Allein die Suchmaschine bearbeitet aktuell mehr als fünf Milliarden Suchanfragen am Tag. Aus jeder einzelnen Anfrage generiert das Unternehmen Daten, das es für eigene Zwecke nutzt.
Obwohl Google sich den Slogan „Don’t be evil“ – also: Sei nicht böse – auf die Fahnen schreibt, sei inzwischen das Gegenteil der Fall, meinen Kritiker. Das Unternehmen habe durch sein Wissen inzwischen nahezu grenzenlose Macht und teile diese mit Rüstungskonzernen und US-Behörden.

Strategie mit Weitblick: Durchdringung der Lebensbereiche der Nutzer

Google macht seit jeher Geld durch Werbung, nicht durch Geräte- oder andere Verkäufe. Alle wichtigen Dienste waren schon immer kostenlos.
Das habe allerdings wenig damit zu tun hat, dass Google der Menschheit einen Gefallen tun möchte, vielmehr dringe Google so zunehmend in alle Lebensbereiche seiner Nutzer vor, so die Kritik. Der Preis sei die totale Überwachung und der Verlust der eigenen Privatsphäre.

Das Ende der Anonymität

Die Google-Strategie setze dafür auf verschiedene Bausteine. Die Google-Suchmaschine (1998) sei nur der erste Schritt gewesen. Ihre Funktionsweise habe eine Blaupause für allen anderen folgenden Dienste dargestellt: Sie funktioniere hervorragend, sammele aber kontinuierlich Daten. Erst einmal halbwegs anonym. Mit weiteren Angeboten wie „Google Mail“ (2004), „Google Kalender“ und „Text & Tabellen“ (beides 2006) habe Google die Nutzer dann aber animiert, sich persönlich vorzustellen, denn Pflicht sei ein Google-Konto – und wer ein solches eröffnet, willige ein, dass Google ab sofort personenbezogene Persönlichkeitsprofile erfassen dürfe.
Das Handy-Betriebssystem „Android“ (2007) sei dann der nächste logische Schritt auf dem Weg zur digitalen Totalüberwachung gewesen. Es koste die Hersteller nichts und funktioniere gut – zumindest dann, wenn man sich fest an Google bindet. Anders ausgedrückt: Am Eingang zur „Google-Welt“ solle am besten jeder seine Visitenkarte abgeben – mit der Anonymität sei es dann vorbei. Selbst wer widersteht, könne Google kaum entkommen, denn in diesem Fall gerate man auf rund 80 Prozent aller Webseiten ins Visier von „Google Analytics“ (2005), einem Dienst, der das Nutzerverhalten protokolliere und genauste Persönlichkeitsprofile erstelle.

Megaprofile durch Verknüpfung von Diensten seit 2012 möglich

Der größte Coup sei Google dann aber 2012 gelungen: Das Unternehmen habe einheitliche Bestimmungen für den Datenschutz bei allen Google-Diensten eingeführt. Zuvor habe es für jedes Angebot eigene Regeln gegeben.
Offiziell sollte die Neuregelung die Dienste für den Nutzer übersichtlicher und einfacher verständlich machen. Der wahre Grund sei, dass der Konzern ab sofort die Daten aller Nutzer aus allen Angeboten und über sämtliche Endgeräte zusammenführen und miteinander habe verknüpfen knüpfen.
Aus den einzelnen Teilchen seien so Megaprofile entstanden – umfassende Persönlichkeitsbilder eines jeden einzelnen Nutzers. Diese enthielten intime Details wie politische Gesinnung, Krankheiten, sexuelle Vorlieben und vieles mehr.

Durchdringung aller Lebensbereiche

Wie gut das „funktioniert“, beweise beispielsweise der 2012 auf mobilen Geräten eingeführte Dienst „Google Now“. Diese App liefere automatisch Informationen, wenn Google meint, dass sie der Nutzer braucht – beispielsweise Staus auf dem Weg zur Arbeit, die Ergebnisse des Lieblingsvereins oder Erinnerungen an einen Flug.
Andersherum: Diese App überwache, wo sich der Nutzer aufhält, wonach er sucht und welche Nachrichten er schreibt – und noch viel mehr. Google speichere diese Daten.
Der nächste Schritt zur Rundumüberwachung sei der kürzlich vorgestellte „Google Assistant“. Dieser funktioniere ähnlich wie „Now“, reagiere aber noch besser auf Fragen und Sprachbefehle – und er solle in Form eines harmlosen Lautsprechers („Google Home“) direkt im Wohnzimmer stehen. Dabei überwache das Gerät per Mikrofon permanent seine Umgebung.
Neuester Coup: Seit dem Sommer 2016 erlaube sich Google durch Änderungen der Nutzungsbedingungen, personenbezogene Daten aus seinen Services über das Banner-Werbesystem „Doubleclick“ zu verwenden. So könne Google bereits bei Einblendung von Bannern identifizierbare Nutzerporträts erstellen, auch ohne dass der Nutzer überhaupt klickt. Das ermögliche Google, wie auf der Webseite versprochen, „das volle Potenzial digitalen Marketings auszuschöpfen“ – aber eben auf Kosten der Nutzer.

Lückenlose, personenbezogene Totalüberwachung als Ziel

Allein in Deutschland habe die Google-Suchmaschine einen Marktanteil von fast 95 Prozent, vier von fünf Smartphones liefen mit „Android“ und „Google Chrome“ (2008) sei weltweit mit Abstand der Browser Nummer 1.
Dazu kämen Milliarden Nutzer von Diensten wie „Google Maps“ (2005), der Internet-Festplatte „Drive“ (2012) und dem Videodienst „YouTube“ (2006) – um nur einige zu nennen.
Je mehr Menschen die Dienste des Internetgiganten nutzten, desto mehr Informationen sammele dieses Unternehmen. Was es mit den Daten anstellt, wisse nur Google selbst – oder die Regierungsstellen, die bei dem Dienst regelmäßig Anträge zur Herausgabe von Nutzerdaten stellten. Demgegenüber verweigere der Konzern seit Jahren unabhängigen Datenschützern Einblick in seine Datenbanken.

Kontrolle über den eigenen Datenverkehr mit dem Internet!

Wer sich ungern von Google ausschnüffeln lassen möchte, kann sich laut eBlocker „effektiv und umfassend schützen“:

  1. Keine Google-Dienste mehr nutzen, die eine Anmeldung verlangen.
  2. „eBlocker“ einsetzen – an den Router angeschlossen sei die kleine Box in wenigen Minuten einsatzbereit und kontrolliere den gesamten Internet-Datenverkehr.

So könne sie bei allen angeforderten aufgerufenen Seiten sämtliche Datenerfassungsdienste, Tracker und datensammelnde Werbung effektiv herausfiltern. Dieser Schutz wirke auf allen internettauglichen Geräten, egal ob PC, Smartphone, Tablet oder Spielekonsole – ohne jegliche Software-Installation.
Nach zweijähriger Vorbereitung im „Stealth Mode“ sei 2015 die eBlocker GmbH mit Sitz in Hamburg an den Start gegangen. Das gleichnamige Produkt „eBlocker“ soll „die nutzerfreundliche Lösung für die Kontrolle über die eigenen Daten auf allen Endgeräten“ sein. Das multi-user-fähige Gerät stelle die verlorengegangene Privatsphäre im Internet wieder her, lasse den Nutzer vollkommen anonym surfen und blockiere Daten sammelnde Online-Werbung. Dank einfachem Anschluss an das Heimnetzwerk, automatischer Konfigurierung und Software-Updates sei der „eBlocker“ auch für technisch unerfahrene Nutzer unkompliziert einsetzbar. So
schütze er „im Handumdrehen“ private Daten und Surfprofile über alle Endgeräte hinweg: Computer, Tablet, Smart-TV sowie jegliche im Heimnetzwerk angeschlossene Geräte seien effektiv vor Datenspionage geschützt.

eBlocker: Im Netz des Datengiganten Google

Abbildung: eBlocker

„Im Netz des Datengiganten Google“ (1998-2016)



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