Aktuelles, Branche, Veranstaltungen - geschrieben von am Donnerstag, Juli 5, 2018 9:36 - noch keine Kommentare

Rückblick: SANS European ICS Summit 2018 in München

Industrielle Steuerungsanlagen für Cyberangriffe attraktiv und anfällig

[datensicherheit.de, 05.07.2018] Aus Sicht der Cybersicherheit befinden wir uns am Ende der „guten alten Zeit“ für die Sicherheit der Industrial Control Systems (ICS), erklärten Tim Conway, SANS-Trainer und technischer Direktor des ICS und SCADA-Programms des SANS Institutes und Professor Thomas Brandstetter, SANS-Trainer und Mitgründer von Limes Security, auf dem SANS European ICS Summit am 19. Juni in München. Die bekannten Fälle von CrashOverride, WannaCry und TRISIS zeigen, dass industrielle Steuerungsanlagen bereits heute für Cyberangriffe attraktiv und anfällig sind und der Trend wird sich durch die Zunahme der digitalen Vernetzung in der Industrie 4.0, smarte Sensoren und die damit verbundenen Entwicklungen weiter fortsetzen.

Partnerschaften für Sicherheit

Die starke Beteiligung durch technische und nichttechnische Safty- und Securityexperten, Strategen, CIOs und CISOs zeigte, dass Cybersicherheit ein Thema ist, das die Branche intensiv und zunehmend beschäftigt. Die Konferenz des SANS Institutes wurde vor wenigen Jahren ins Leben gerufen, um diesen Austausch der Beteiligten und Verantwortlichen zu fördern, Best Practices auszutauschen und gemeinsam Lösungswege zu finden. Doug Wylie, Director SANS Industrials & Infrastructure, erklärt im Interview mit datensicherheit.de, die Sicherheit von Industrieanlagen sei ein Feld auf dem die Industrieunternehmen nicht in Konkurrenz, sondern in Partnerschaft denken müsse. Die Zustimmung zu dieser neuen Sichtweise konnte man den Teilnehmern deutlich anmerken – Cybersicherheit muss über alle Abteilungen und Industrieunternehmen hinweg gedacht werden.

Breites Themenspektrum

Referenten aus den verschiedenen Bereichen – vom ICS Security Manager, CTOs, Professoren und Vertreter des BSI – zeigten in den Vorträgen eine breite Vielfalt von Grundlagen- bis Spezialwissen: So standen die richtigen Strategien zum Aufbau eines ICS Cyber Security Programms gleichberechtigt neben der Entwicklung von Security Awareness für die Mitarbeiter und dem Schutz kritischer Infrastrukturen sowie Best Practices beim Schutz vor Insiderbedrohungen. Moderiert von Kai Thomsen, Chair ICS Europe Summit bei SANS und Lead DFIR Analyst bei Audi, gab es eine kurzweilige Abwechslung zwischen Vorträgen und anschließenden Fragerunden, in denen die Teilnehmer eigene Erfahrungen und Expertise in die Diskussionr einzubringen konnten.

Kai Thomsen, SANS

Bild: SANS Institut

Kai Thomsen, Chair ICS Europe Summit bei SANS und Lead DFIR Analyst bei Audi

Der fachliche Austausch unter den Referenten und Teilnehmern wurden lebhaft in den Networking-Pausen und beim Social Abend weitergeführt und vertieft. Der ICS Summit soll im Sinne der Veranstalters auch nachwirken und wertvolle Erkenntnisse für die Cybersicherheit in ICS-Umgebungen vermittelt.

Die wichtigsten Erkentnisse für die Sicherheitsverantwortlichen im Überblick

  • IT und OT dürfen Safety und Security nicht unter sich aufteilen, sondern müssen zusammenarbeiten um einen ganzheitlichen Sicherheitsansatz zu gewährleisten. Dafür ist eine gemeinsame Sprache dringend erforderlich.
  • ICS-Security lässt sich nicht einfach aus den Sicherheitsmechanismen der IT ableiten. Die Industrieunternehmen müssen aktiv darauf hinarbeiten, neue Playbooks, Incident Response-Strategien sowie -Prozesse aufzusetzen, die der neuen Umgebung Rechnung tragen.
  • Jeder einzelne Mitarbeiter in der Industrie trägt ein Stück Verantwortung für die Sicherheit. Die Cybersicherheitsteams müssen das dafür notwendige Bewusstsein (Security Awareness) intensiv vermitteln.

Aus Sicht der Cybersicherheit stehen wir erst am Anfang der Digitalisierung in der Industrie und es ist wichtig, möglichst früh in den Austausch einzusteigen und zusammenarbeiten. Deshalb ist es begrüßenswert, dass Konferenzen wie diese von hoch qualifizierten Anbietern initiiert werden. Sie stoßen einen Denkprozess an, fördern den Austausch und sensibilisieren für die Suche nach Lösungen.



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