Aktuelles, Experten, Produkte - geschrieben von am Donnerstag, Mai 5, 2016 23:35 - noch keine Kommentare

Sammelband erschienen: Zukunft der informationellen Selbstbestimmung

Stiftung Datenschutz startet Schriftenreihe „DatenDebatten“

[datensicherheit.de, 05.05.2016] Die Stiftung Datenschutz, eine Bundesstiftung mit Sitz in Leipzig, hat einen Sammelband mit prominenten Autoren vorgestellt, in dem die Zukunft des Datenschutzes debattiert wird.

Auftakt der Schriftenreihe „DatenDebatten“

Nachgegangen wird u.a. den Fragen „Wie werden wir morgen mit unseren Daten umgehen? Was wird uns Privatheit im 21. Jahrhundert bedeuten?“. Erschienen ist das Werk mit dem Titel „Zukunft der informationellen Selbstbestimmung“ im Erich Schmidt Verlag. Mit diesem wissenschaftlichen Buch soll zugleich eine neue Schriftenreihe „DatenDebatten“ gestartet werden.

Ausblicke in die Zukunft des Datenschutzes

14 Autoren und Datenschutz-Experten wie z.B. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Peter Schaar beschreiben die Zukunft eines Gegenstandes, der bereits in der heutigen Debatte politisch wie juristisch schwer zu umfassen ist. Denn was für manche eine bloß juristische Frage ist, hat aus Sicht anderer vor allem eine gesellschaftliche Dimension. Es geht um Bürgerrechte ebenso wie um revolutionäre neue Technologien und einträgliche Geschäftsmodelle.
Zum besseren Verständnis der gegenwärtigen Debatte bedient sich der Sammelband eines Ausblicks in die Zukunft. Die Wissenschaftler, Politiker oder Netzaktivisten unternehmen eine Zeitreise unter der Fragestellung „Hat der Datenschutz eine Perspektive und wie könnte diese aussehen?“ – in unterschiedlichen Sichtweisen sollen die Beiträge einen tiefgehenden Dialog darüber eröffnen, was künftig mit unseren persönlichen Daten passieren wird. Ebenso gingen sie auf die scheinbar paradoxe Situation ein, dass ein Großteil der Gesellschaft sich ein höheres Maß an Schutz wünsche, dieser sein Kommunikationsverhalten aber dennoch eher lockert als es an die veränderten Möglichkeiten, digitale Bewegungsmuster zu erstellen, anzupassen.

Stetig wandelndes Verhältnis aus Kontrolle und Kommunikation

Die Autorin Sabine Trepte beispielsweise beleuchtet das sich stetig wandelnde Verhältnis aus Kontrolle und Kommunikation. Ihre These ist, dass sich im Digitalen Zeitalter Kommunikation und Kontrolle mehr und mehr ausschließen werden. Dabei entwirft sie ein eher pessimistisches Szenario: „Informationen über die eigene Person werden an andere Menschen weitergegeben wie Geschenke. Was diese anderen Menschen mit den Informationen tun, wie sie Informationen interpretieren, editieren und weitergeben, ist unkontrollierbar und unregierbar.“

Thema Datenschutz interdisziplinär angehen

Ziel des Sammelbands sei es nicht, praktische Lösungen aufzuzeigen, sondern zunächst vorliegende Probleme zu würdigen und diese Analysen in die Zukunft zu projizieren. Man habe sich im ersten Band der „DatenDebatten“-Reihe bewusst von der reinen Tagespolitik entfernt. Man möchte „die großen Linien betrachten und dabei das Thema Datenschutz interdisziplinär angehen“, erläutert Frederick Richter, Vorstand der Stiftung Datenschutz und Herausgeber des Buches.
Weitere Themen des Bands seien die Rolle des Nationalstaates sowie der EU in der digitalen Welt, der Einfluss von Technik und die Bedeutung von persönlicher Freiheit im Internet. Die kurzen, thesengetriebenen Beiträge richteten einen pointierten Blick auf die Themenstellungen und regten zur Diskussion an.

„Wir finden: Daten brauchen Debatten. Mit den Projektionen in die Zukunft wollen wir zum Gespräch in der Gesellschaft anregen und die Diskussion befördern. Gerade weil unsere Autoren so unterschiedlich sind, glauben wir, dass der vorliegende Band eine große Zielgruppe ansprechen wird“, so Richter.

Dabei versteht sich die Stiftung Datenschutz als eine treibende Kraft. Die nach eigenen Angaben neutrale Organisation mit Sitz in Leipzig etabliert sich zunehmend als unabhängiger „Think Tank“ und sieht sich als Plattform der Diskussion zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Der nächste Titel der Reihe „DatenDebatten“ werde sich mit dem Themenfeld „eHealth & Big Data“ auseinandersetzen und soll Ende 2016 erscheinen.

„Zukunft der informationellen Selbstbestimmung“
(DatenDebatten, Band 1), Hrsg. Stiftung Datenschutz
Erich Schmidt Verlag, 173 Seiten, 38 Euro



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