Aktuelles, Branche - geschrieben von am Freitag, Juni 29, 2018 22:43 - noch keine Kommentare

Schwachstelle bei Ticketmaster muss ernstgenommen werden

James Lyne wirft Fragen rund um Hashing und Verschlüsselung der Kundendaten auf

[datensicherheit.de, 29.06.2018] Ebenfalls zum „Ticketmaster-Vorfall“ hat James Lyne, Trainer für Cyber-Sicherheit beim SANS Institute, Stellung genommen – die Schwachstelle bei Ticketmaster sollte ernstgenommen werden! Der weltweit tätige Online-Händler für Konzertdaten hatte am 27. Juni 2018 an seine internationalen Kunden eine Warnung herausgegeben, dass aus der weltweiten Kundendatenbank durch Malware in einem Drittprodukt Kunden-, Konto- und Kreditkartendaten gestohlen wurden.

James Lyne, SANS Instituteab

Foto: SANS Institute

James Lyne: Benutzer sollten den Vorfall ernstnehmen!

Ticketmaster informierte potenziell Betroffene

„Die Nachricht, dass etwa fünf Prozent der weltweiten Kundendatenbank von Ticketmaster durch bösartige Software auf einem Drittprodukt gefährdet wurden, wirft eine wichtige Frage auf“, so James Lyne.
Abhängig von der Antwort könnte dies möglicherweise schwerwiegender sein als einige der anderen Schadensvorfälle der jüngsten Zeit. Diese Frage scheine bisher weder durch die Benachrichtigung potenziell betroffener Kunden noch durch die auf einer eigenen Website eingerichtete FAQ-Seite beantwortet worden zu sein, führt Lyne aus.
Positiv zu vermerken sei, dass das Unternehmen den im Rahmen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) vorgeschriebenen Meldeprozess eingehalten hat: Möglicherweise betroffene Kunden wurden rasch informiert. Auch werde mit den zuständigen Stellen zusammengearbeitet, um dem Problem auf den Grund zu gehen.

Heiße Frage: Wurden Daten im Klartext entwendet?

Lyne: „Die große Frage ist jedoch, ob Benutzerdaten, insbesondere Zahlungsdaten, wie beispielsweise Kreditkarteninformationen, im Klartext verloren gegangen sind oder ob sie verschlüsselt oder gehasht und somit geschützt waren.“
Wenn zum Beispiel die Anwendung eines Drittanbieters in das Frontend des Ticketmaster-Prozesses eingebettet war und Daten aus dem Webbrowser sammelte, sei es sehr wahrscheinlich, dass die Benutzerdaten im Klartext verloren gegangen sind, bevor sie die Datenbank erreichten, „wo sie, wenn Ticketmaster die ,Best Practice‘ befolgt hätte, verschlüsselt und somit geschützt werden sollten“.
Wurde die Drittanbieter-App in die Backend-Prozesse eingebunden, seien solche Fragen rund um das Hashing und die Verschlüsselung relevant. Wenn die Daten schwach gehasht wurden, könnte es für die Cyber-Kriminellen sehr einfach sein, diese wiederherzustellen.

Betroffenes Kreditkartenkonto auf betrügerische Nutzung überwachen!

„Ticketmaster muss den Nutzern mehr Klarheit darüber verschaffen, ob Daten verschlüsselt oder gehasht wurden, damit sie die richtigen Entscheidungen treffen können. In der Zwischenzeit, da Ticketmaster die Benutzer darauf hinweist, sollten sie ihr Passwort sofort ändern und das betroffene Kreditkartenkonto auf eine betrügerische Nutzung überwachen“, empfiehlt Lyne.
Wenn Benutzer das gleiche Passwort irgendwo anders verwendet haben – was sie natürlich nicht tun sollten – sollten sie es auch dort ändern. Benutzer könnten sogar erwägen, ihre Bank zu bitten, ihre Kreditkarte zu sperren und eine neue auszustellen.
„Was auch immer passiert, die Benutzer sollten den Vorfall ernstnehmen“, schließt Lyne.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 29.06.2018
Wenn über Drittanbieter-Tools die eigene Datensicherheit ausgehebelt wird

datensicherheit.de, 28.06.2018
Ticketmaster: Schwerer IT-Sicherheitsvorfall bei Ticketvertriebs-Portal / Cyber-Kriminelle nehmen gerne schwächstes Glied der Kette ins Visier



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