Aktuelles, Branche - geschrieben von am Mittwoch, Juni 28, 2017 23:38 - noch keine Kommentare

Weltweite Ransomware-Attacke: Petya alarmiert Unternehmen

Vectra Networks nennt grundlegende Herausforderungen infolge derartiger Angriffe

[datensicherheit.de, 28.06.2017] Am 27. Juni 2017 wurden binnen weniger Stunden erfolgreiche Cyber-Attacken mit der Erpressersoftware „Petya“ von zahlreichen Unternehmen in mehreren Ländern gemeldet. Obwohl „Petya“ offenbar auf einem Ansatz basiert, den unlängst Cyber-Kriminelle bei der Kampagne „WannaCry“ gesetzt haben, verpassten es offensichtlich sehr viele Organisationen, die notwendigen Vorkehrungen zu treffen. Gérard Bauer, „VP EMEA“ bei Vectra Networks, nimmt Stellung zur aktuellen Ransomware-Attacke und weist auf die Problematik konventioneller Sicherheitslösungen sowie ungepatchter Systeme hin.

Besonders heimtückischer Angriff

Bauer: „Jeder Sicherheitsanbieter, der behauptet er könne ein Unternehmen garantiert vor solch einer Art von Attacke vollständige schützen, ist nicht ehrlich. Der Punkt ist: Der Angreifer muss nur ein einziges Mal an einer Stelle erfolgreich ins Netzwerk eindringen, und schon ist es geschehen. Die angreifbare Oberfläche ist in vielen Organisationen zu groß um perfekt geschützt zu werden. Bei der aktuellen Ransomware, die sich wie ein Wurm verhält und verbreitet, nutzen die Angreifer einen Pyramiden—Ansatz. Sie verschlüsseln die Boot-Sektion der Rechner, und eben nicht nur die Dateien. Dies macht den Angriff besonders heimtückisch.“
Sobald die Betroffenen merken, dass ihr System infiziert ist, sei davon auszugehen, dass bereits mehrerer Dutzend Systeme im gleichen Netzwerk auch schon infiziert sind. So entstehe eine „Hase und Igel“-Spiel in Lichtgeschwindigkeit.

Herausforderung für die IT-Sicherheitsbranche

Der US-Geheimdienst NSA habe dieses Werkzeug extra dafür entwickelt, um die konventionelle Sicherheitssysteme zu umgehen, die in vielen Organisationen noch immer eingesetzt werden. Diese Attacke sei somit auch eine Herausforderung für die IT-Sicherheitsbranche, um gegen solche Angriffe in Zukunft gerüstet zu sein um auch ungepatchte Systeme zu schützen.
Ähnliche Malware – wie „WannaCry“ und „Conficker“ – bei vorhergehenden Angriffen habe sich wie ein Wurm verbreitet und sei von Sicherheits-Systemen auf Basis Künstlicher Intelligenz frühzeitig in den ersten Phasen der Attacken erkannt und gestoppt worden.
„Wir gingen davon aus, dass die große Aufmerksamkeit für ,WannaCry‘ dafür gesorgt hat, dass sich Unternehmen und andere Organisationen besser schützen, ihre ,Windows‘-Systeme patchen und die bekannte Sicherheitslücke somit schließen. Dies scheint aber nicht der Fall zu sein, wenn wir uns anschauen, wie schnell und weit sich die aktuelle Ransomware-Attacke verbreitet“, so Bauer. Unternehmen, die aus technischen Gründen Mühe haben, ihre alten ,Windows‘-Systeme zu patchen, sollten sich dringend nach alternativen Lösungen umsehen. Das Aufkommen von Künstlicher Intelligenz in der IT-Sicherheit könnte ein Weg sein.



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