Allianz zur Stärkung Digitaler Infrastrukturen – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Mon, 23 Mar 2026 17:34:27 +0000 de hourly 1 Rechenzentrumsstrategie: Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen mahnt Konkretisierung bei Strompreisen und Energieeffizienz an https://www.datensicherheit.de/rechenzentrumsstrategie-allianz-staerkung-digital-infrastrukturen-forderung-konkretisierung-strompreise-energieeffizienz Tue, 24 Mar 2026 23:05:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=53430 Trotz der ambitionierten Ausbauziele der „Nationalen Rechenzentrumsstrategie“ fehlen konkrete Maßnahmen bei Strompreisen, Energieeffizienz und Investitionsbedingungen – mithin entscheidende Faktoren im internationalen Wettbewerb

[datensicherheit.de, 25.03.2026] Die Allianz zur Stärkung Digitaler Infrastrukturen – unter dem Dach vom eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. gegründet – warnt in einer aktuellen Mitteilung, dass die „Nationale Rechenzentrumsstrategie“ zentrale Standortprobleme weiter ungelöst lässt. Trotz der ambitionierten Ausbauziele fehlten konkrete Maßnahmen bei Strompreisen, Energieeffizienz und Investitionsbedingungen – indes entscheidende Faktoren im internationalen Wettbewerb um Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Aus Sicht der Branche bleibe insbesondere die geplante Reform des Energieeffizienzgesetzes hinter den Erwartungen zurück, während zugleich mit dem „Blauen Engel“ ein in der Praxis kaum etablierter Standard als mögliche Grundlage für EU-Vorgaben genannt werde.

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Abbildung: eco

Dr. Béla Waldhauser zur „Nationalen Rechenzentrumsstrategie“: Rechenzentren sind zentrale Infrastruktur für den digitalen Wandel

Zentrale Elemente der im Bundeskabinett verabschiedeten „Nationalen Rechenzentrumsstrategie“ ausdrücklich begrüßt

Die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ begrüßt durchaus zentrale Elemente der am 18. März 2026 im Bundeskabinett verabschiedeten „Nationalen Rechenzentrumsstrategie“. So sei Insbesondere die Zielsetzung, die Rechenzentrumskapazitäten bis 2030 zu verdoppeln und KI-Kapazitäten zu vervierfachen, aus Sicht der Branche ein „wichtiges Signal für Wettbewerbsfähigkeit und Digitale Souveränität“.

  • „Die Strategie setzt ein klares Signal: Rechenzentren sind zentrale Infrastruktur für den digitalen Wandel. Jetzt muss die Politik liefern, mit konkreten und verlässlichen Rahmenbedingungen, betont Dr. Béla Waldhauser, Sprecher der „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“.

Positiv bewertet die Allianz demnach vor allem die geplante Beschleunigung von Netzanschlüssen sowie die stärkere stärkere Verzahnung der RZ-Standortentwicklung mit dem Ausbau der Energieinfrastruktur. Auch dass Konnektivität und der Ausbau der Telekommunikationsnetze ausdrücklich als Standortfaktor adressiert würden, sei ein wichtiger Schritt, denn Rechenzentren müssten als Teil eines gesamten „Ökosystems“ digitaler Infrastrukturen gedacht werden.

Beim Strompreis entscheidet sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Rechenzentrums

Waldhauser stellt aber auch klar: „Ohne schnelle Anschlüsse an das Stromnetz und leistungsfähige Netze gibt es keinen Ausbau. Projekte müssen nach dem Prinzip ‚first ready, first serve‘ priorisiert werden, sonst verlieren wir weiter Zeit im Wettbewerb!“

  • Gleichzeitig blieben zentrale Standortfragen aus Sicht der Branche offen. Dazu zählten insbesondere wettbewerbsfähige Strompreise sowie verlässliche Investitionsbedingungen. Die Strategie benenne zwar die richtigen Herausforderungen, bleibe bei konkreten Lösungen jedoch vage. „Beim Strompreis entscheidet sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Hier reichen Ankündigungen nicht, es braucht schnell konkrete Maßnahmen, unterstreicht Waldhauser.

Kritisch sehe die Allianz zudem, dass Ankündigungen zur geplanten Novelle des Energieeffizienzgesetzes unkonkret blieben. Die Ankündigung „pragmatischerer“ PUE-Vorgaben (Power Usage Effectiveness) sei grundsätzlich sinnvoll, im Strategietext jedoch weniger konkret als noch im Januar-Entwurf. Damals sei konkret angekündigt worden, dass die Vorgaben zukünftig auf „Design-PUE“ abstellen würden – anstelle auf „Betriebs-PUE“. Wie diese Anforderungen nun künftig ausgestaltet werden sollen, bleibe offen.

„Blauer Engel“ als freiwilliger Standard im deutschen Rechenzentrumsmarkt kaum etabliert

Auch beim Thema Abwärme fehle es weiterhin an konkreten Ankündigungen, wie die EnEfG-Regelungen praxisnäher werden sollten. Trotz richtiger Ansätze blieben die Rahmenbedingungen für eine wirtschaftliche Nutzung unklar. „Bei Energieeffizienz und Abwärme fehlt es aktuell an Klarheit. Ohne praxistaugliche Vorgaben entsteht Unsicherheit und die bremst Investitionen“, so Waldhauser.

  • Kritisch bewertet die Allianz zudem die Orientierung am „Blauen Engel“ als möglichen Maßstab für EU-Mindestanforderungen. Als freiwilliger Standard habe er sich im deutschen RZ-Markt aufgrund starrer Bewertungskriterien nicht in der Breite etablieren können – als regulatorische Blaupause für EU-Mindestanforderungen sei dieser daher ungeeignet. „Der ,Blaue Engel’ ist kein Industriestandard. Er ist außerhalb Deutschlands weder als Umweltzeichen akzeptiert noch bekannt. Ihn als Maßstab für Mindestanforderungen heranzuziehen, würde den Ausbau eher hemmen als fördern“, erläutert Waldhauser.

Positiv sei hingegen, dass die Strategie die Rolle der Kommunen stärker in den Blick nehme. Für Flächenverfügbarkeit, Genehmigungen und Akzeptanz seien sie ein entscheidender Faktor. Insbesondere das Vorhaben, Standortkommunen stärker am Gewerbesteueraufkommen zu beteiligen, sei in dem Kontext ein sinnvoller Hebel.

Tempo und Verlässlichkeit in der Umsetzung eingefordert

Die Allianz sieht in der „Nationalen Rechenzentrumsstrategie“ nach eigenen Angaben ein „wichtiges politisches Signal mit vielen richtigen Ansätzen“. Entscheidend werde nun sein, diese zügig zu konkretisieren und in investitionsfreundliche Rahmenbedingungen zu übersetzen.

  • „Die Richtung stimmt. Jetzt kommt es auf Tempo und Verlässlichkeit in der Umsetzung an!“, bilanziert Waldhauser.

Die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ ist ein Zusammenschluss führender Unternehmen der Branche. Diese 2018 unter dem Dach vom eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. gegründete Initiative möchte durch den Dialog mit Politik und Öffentlichkeit auf die Bedeutung digitaler Infrastrukturen für den Wirtschaftsstandort Deutschland aufmerksam machen.

Weitere Informationen zum Thema:

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Über uns: eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. / Wir gestalten das Internet.

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Dr. Béla Waldhauser

Blauer Engel Das Umweltzeichen
Gut für mich. Gut für die Umwelt.

Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung
Nationale Rechenzentrumsstrategie: Eine umfassende Digitalisierung und ausreichende Rechenzentrumskapazitäten sind wichtige Faktoren für eine zukunfts- und wettbewerbsfähige Wirtschaft und eine moderne öffentliche Verwaltung

Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, 18.03.2026
Bundesregierung beschließt Rechenzentrumsstrategie / Wildberger: „Jedes neue Rechenzentrum stärkt unsere digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit“

VKU VERBAND KOMMUNALER UNTERNEHMEN E.V., 20.03.2026
Bundesregierung legt Nationale Rechenzentrumsstrategie vor: Die Bundesregierung hat eine Nationale Rechenzentrumsstrategie beschlossen. Bis 2030 sollen die Rechenkapazitäten verdoppelt und die Kapazitäten für Künstliche Intelligenz vervierfacht werden.

DIHK Deutsche Industrie- und Handelskammer, 17.12.2025
Stellungnahme: DIHK zur nationalen Rechenzentrumsstrategie 2030 / Deutschland braucht leistungsstarke, sichere und energieeffiziente Rechenzentren, um die digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu sichern. Die DIHK zeigt zentrale Chancen, Herausforderungen und notwendige Rahmenbedingungen auf.

datensicherheit.de, 23.03.2026
Nationale Rechenzentrumsstrategie: Bitkom fordert noch deutlich verbesserte Rahmenbedingungen / Der Bitkom anerkennt vorliegende Rechenzentrumsstrategie als „wichtiges Signal“, vermisst bisher aber den „großen Wurf“

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Perspektiven für die nationale RZ-Strategie: eco lädt zum Diskussionsabend ein https://www.datensicherheit.de/perspektiven-nationale-rz-strategie-eco-einladung-diskussionsabend https://www.datensicherheit.de/perspektiven-nationale-rz-strategie-eco-einladung-diskussionsabend#respond Sun, 23 Nov 2025 00:06:03 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=51077 Die unter dem Dach des eco gegründete „Allianz zur Stärkung Digitaler Infrastrukturen“ veranstaltet am 4. Dezember 2025 in Berlin eine hochkarätige Diskussionsrunde

[datensicherheit.de, 23.11.2025] Der eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. bringt sich aktiv in die aktuelle Debatte um den Rechenzentrumsstandort Deutschland ein und erörtert mit Experten eine zentrale Frage: „Wie sieht eine zukunftsfähige Standortpolitik aus, und welche Rolle spielen dabei AI-Gigafactories?“ Die unter dem Dach des eco gegründete „Allianz zur Stärkung Digitaler Infrastrukturen“ lädt zum 4. Dezember 2025 ein, um diese und weitere relevante Fragestellungen im Rahmen einer hochkarätigen Diskussionsrunde zu behandeln.

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Abbildung: eco

Die „Allianz zur Stärkung Digitaler Infrastrukturen“ strebt an, gemeinsam die Weichen für eine nachhaltige und zukunftsorientierte digitale Infrastruktur zu stellen

KI-Standort Europa: Etablierung sogenannter AI-Gigafactories zur strategischen Stärkung

In der aktuellen Debatte um den Rechenzentrumsstandort Deutschland stellte sich eben eine zentrale Frage: „Wie sieht eine zukunftsfähige Standortpolitik aus, und welche Rolle spielen dabei AI-Gigafactories?“

  • Mit dem Vorhaben zur Etablierung sogenannter AI-Gigafactories verfolge die EU das Ziel, den KI-Standort Europa strategisch zu stärken.

Gleichzeitig bemühe sich das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) – in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) – mit der „Nationalen Rechenzentrumsstrategie“ um eine ganzheitliche Herangehensweise an die Standortpolitik für digitale Infrastruktur.

eco fordert eine resiliente, leistungsfähige und zukunftsorientierte Infrastruktur

Klar ist laut eco: „Deutschland muss als Standort für Rechenzentren attraktiv bleiben!“ Dafür müssten jetzt die richtigen Weichen gestellt werden.

  • Der Fokus auf ein KI-Basisinfrastruktur sei zentral, dürfe jedoch nicht den Blick verstellen für die Anforderungen an eine resiliente, leistungsfähige und zukunftsorientierte Infrastruktur, welche auch die Digitalisierung jenseits von Künstlicher Intelligenz (KI) trage.

Im Mittelpunkt stünden konkrete Hemmnisse wie die Verfügbarkeit von Flächen und der Zugang zu Strom, welche zeitnah adressiert werden müssten. Einerseits, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland kurz- und mittelfristig zu sichern, andererseits, um langfristige Entwicklungsperspektiven und Innovationsströme zu ermöglichen.

Allianz-Talk „Standortpolitik mit Weitblick oder ,all in for AI Gigafactories’? – Perspektiven für die nationale RZ-Strategie“

Donnerstag, 4. Dezember 2025, 17.30 – 20.30 Uhr
Quadriga Forum
Werderscher Markt 15 in 10115 Berlin (Mitte)
Teilnahme kostenlos, Online-Anmeldung erforderlich.

AGENDA (ohne Gewähr)

  • 17.30 Uhr Registrierung
  • 18.00 Uhr Begrüßung
    – Alexander Rabe, eco-Geschäftsführer
  • Einführung in das Thema aus Sicht der Allianz
    – Günter Eggers, Director Public at NTT Global Data Centers EMEA – angefragt
  • Impuls: „AI Gigafactories in der RZ-Strategie“
    – Dr. Alexandra-Gwyn Paetz, Abteilungsleiterin „Technologische Souveränität und Innovation“ im BMFTR – angefragt
  • Podiumsdiskussion: „Wie sieht die Zukunft des Rechenzentrumsstandort aus?“
    – Henri Schmidt, MdB (CDU) – zugesagt
    – Johannes Schätzl, MdB (SPD) – zugesagt
    – Rebecca Lenhard, MdB (Bündnis90 / Die Grünen) – angefragt
    – Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung – angefragt
    – Michael Schultz, BMDS – angefragt
    – Günter Eggers, NTT – angefragt
  • Schlusswort: „Ausblick auf die RZ-Strategie des Bundes“
    – Robert Heinrich, Unterabteilungsleiter DWII im BMDS – zugesagt
  • Networking (bis ca. 20.30 Uhr)

Weitere Informationen zum Thema und Anmeldung:

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Über uns: eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. / Wir gestalten das Internet.

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
AllianzTalk – Standortpolitik mit Weitblick oder „all in for AI Gigafactories“? – Perspektiven für die nationale RZ-Strategie / Datum 04.12.2025 17:30 – 20:30 Uhr

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Kostenfreie Teilnahme AllianzTalk

datensicherheit.de, 16.11.2025
Zuspitzung der Energiekrise für Rechenzentren gefährdet Digitalstandort Deutschland / „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ fordert wettbewerbsfähige Strompreise und zuverlässige Netzanschlüsse für Rechenzentrenbranche

datensicherheit.de, 11.11.2025
Rechenzentren: KI treibt deren Verbreitung auch in Deutschland / Deutschland muss sicherstellen, über ausreichend leistungsfähige Rechenzentren für Künstliche Intelligenz zu verfügen – nur dann kann die Digitale Souveränität gestärkt und gegenüber internationalen Technologieführern aufgeholt werden

datensicherheit.de, 22.07.2025
Bitkom fordert mehr Rechenzentren: Deutschland droht sonst Anschluss zu verlieren / Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität – der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor

datensicherheit.de, 09.07.2025
Blaupause für Deutschland: Hessens Rechenzentren-Strategie als Vorbild / Die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ unter der Dach des eco begrüßt die am 3. Juli 2025 angekündigte Rechenzentren-Strategie für das Land Hessen

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5-Punkte-Plan des eco für zukunftsorientierte Rechenzentrumsstrategie des Bundes https://www.datensicherheit.de/5-punkte-plan-eco-zukunftsorientierung-rechenzentrumsstrategie-bund https://www.datensicherheit.de/5-punkte-plan-eco-zukunftsorientierung-rechenzentrumsstrategie-bund#respond Fri, 22 Aug 2025 23:17:34 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=49776 Der eco fordert unter anderem wettbewerbsfähige Strompreise, schnellere Genehmigungen und ein Ende des „One-Size-Fits-All“-Ansatzes

[datensicherheit.de, 23.08.2025] Der eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. betont in einer aktuellen Stellungnahme die Bedeutung leistungsfähiger Rechenzentren als notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung und präsentierte hierzu am 22. August 2025 einen „5-Punkte-Plan für eine zukunftsorientierte Rechenzentrumsstrategie des Bundes“. Gefordert werden vom eco unter anderem wettbewerbsfähige Strompreise, schnellere Genehmigungen und ein Ende des „One-Size-Fits-All“-Ansatzes in der Bundesregierung.

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Abbildung: eco

Dr. Béla Waldhauser: Wer schon die normalen Rechenzentren nicht glaubwürdig unterstützt, der muss mit „Gigafactories“ erst gar nicht anfangen!

eco moniert: Deutschlands Anteil an weltweiten IT-Kapazitäten hat deutlich abgenommen

Die Rolle von Rechenzentren für den Wirtschaftsstandort Deutschland werde nicht zuletzt durch die wachsende Nachfrage nach Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI) immer wichtiger. „Bereits im Jahr 2023 ergab sich durch Rechenzentrumsnutzung eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von rund 250 Milliarden Euro für die deutsche Volkswirtschaft.“

  • Für Forschungs- und Anwendungsszenarien im KI-Bereich sei ein funktionierendes „Ökosystem digitaler Infrastrukturen“, bestehend aus Rechenzentren, „Colocation“- und „Cloud“-Anbietern sowie Internetaustauschknoten, unerlässlich.

Deutschlands Anteil an den weltweiten IT-Kapazitäten habe in den letzten zehn Jahren deutlich abgenommen: „Zwischen 2015 und 2024 ist der Anteil der in den Rechenzentren in Deutschland installierten Server am Weltmarkt von 3,5 Prozent auf knapp 2,5 Prozent gesunken.“

eco fordert u.a. positive Rahmenbedingungen für Ansiedlung von Rechenzentren

„Die Regierung muss deshalb jetzt auch durch konkrete Deregulierungen und Entlastungen zeigen, dass sie es ernst meint mit der Stärkung des Standorts – denn wer schon die normalen Rechenzentren nicht glaubwürdig unterstützt, der muss mit ,Gigafactories’ erst gar nicht anfangen!“, kommentiert Dr. Béla Waldhauser, Sprecher der unter dem Dach des eco-Verbands gegründeten „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“.

  • Es sei notwendig, positive Rahmenbedingungen für die Ansiedlung von Rechenzentren zu schaffen. Die Bundesregierung habe daher eine „Rechenzentrumsstrategie“ angekündigt.

„Eine stabile Investitionsgrundlage erfordert eine Rechenzentrumsstrategie, die klare und attraktive Bedingungen, insbesondere in Bezug auf Energieversorgung, Infrastruktur und einheitliche regulatorische Vorgaben sowie Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsprozessen, garantiert.“

eco: Bundesregierung sollte bestehende Geschäfts- und Betriebsmodelle der Rechenzentrumsbranche berücksichtigten

Gleichzeitig müsse in einer solchen Rechenzentrumsstrategie eine klare Trennung zu den Anforderungen von „Cloud“-Services erfolgen, welche zwar auf der Recheninfrastruktur basierten, sich jedoch vor allem auf Datenhoheit, Interoperabilität und Marktzugang konzentrierten.

  • Konkret fordert nun der eco, „dass die Bundesregierung die bestehenden verschiedenen Geschäfts- und Betriebsmodelle in der Rechenzentrumsbranche berücksichtigt“. Waldhauser betont: „,One Size fits all’ funktioniert hier tatsächlich nicht!“

Er führt weiter aus: „Geschäftsmodellabhängig können Standortfaktoren, Sicherheitsanforderungen sowie Beeinflussbarkeit der IT-Komponenten signifikant variieren. Die Berücksichtigung unterschiedlicher Betriebseigenschaften bei der Entwicklung einer übergreifenden Rechenzentrumsstrategie ist daher von entscheidender Bedeutung.“

Laut eco Überarbeitung des Regulierungsrahmens in Bezug auf Energieeffizienz und Abwärmenutzung erforderlich

Zentral ist aus Sicht des Verbands auch eine Überarbeitung des bestehenden Regulierungsrahmens in Bezug auf Energieeffizienz und Abwärmenutzung. Dieser sollte sich an den bestehenden EU-Standards orientieren und gemeinsam mit der Branche zeitnah evaluiert werden.

  • Drittens müsse die Bunderegierung eine integrierte Infrastrukturplanung vorantreiben, um Rechenzentren sinnvoll in Strom- und Wärmenetze einzubinden. Eine enge Verzahnung mit der kommunalen Wärmeplanung sei hier ebenfalls von immenser Bedeutung.

Viertens fordert der eco „eine Beschleunigung von Genehmigungsverfahren inklusive der Flächennutzungsplanung und der Umweltgenehmigung von Rechenzentren“.

eco erwartet, dass „Rechenzentrumsstrategie“ des Bundes im Dialog mit der Branche entwickelt wird

Zentral ist aus Sicht des Verbands außerdem die Versorgung von Rechenzentren mit bezahlbarem und grundlastfähigem Strom. Die Strompreise in Deutschland müssten wettbewerbsfähig im internationalen Vergleich gestaltet sein. „Das heißt, es müssen zum einen beihilferechtliche Vorgaben überarbeitet werden, um Entlastungen zu ermöglichen.“ Zum anderen müsse auch der Zugang zu Stromnetzanschlusskapazität gewährleistet sein.

  • „Rechenzentren sind das Fundament für digitale Leistungsfähigkeit als auch Digitaler Souveränität sowie für einen wettbewerbsfähigen und resilienten Wirtschaftsstandort Deutschland“, so Waldhauser.

Eine „Rechenzentrumsstrategie“ des Bundes sollte daher im Dialog mit der Branche sowie eng verzahnt mit Ländern und Kommunen entwickelt werden, bestehende Hürden und Wettbewerbsnachteile konsequent abbauen und die Rechenzentrumsbranche am Standort Deutschland nachhaltig stärken.

Weitere Informationen zum Thema:

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. / Wir gestalten das Internet

VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT E.V. eco, 22.08.2025
eco Kernforderungen an eine Rechenzentrumsstrategie des Bundes

EINE INITIATIVE DES eco
DIGITALE INFRASTRUKTUREN WIR SIND DAS INTERNET / Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen

EINE INITIATIVE DES eco
DIGITALE INFRASTRUKTUREN WIR SIND DAS INTERNET / Mitglieder & Organisation

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Spillover-Effekte von Rechenzentren: Rückgrat der KI-Revolution in Deutschland / Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag der unter dem Dach des eco gegründeten Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen

iea INTERNATIONAL ENERGY AGENCY
Energy and AI / World Energy Outlook Special Report

datensicherheit.de, 22.07.2025
Bitkom fordert mehr Rechenzentren: Deutschland droht sonst Anschluss zu verlieren / Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität – der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor

datensicherheit.de, 09.07.2025
Blaupause für Deutschland: Hessens Rechenzentren-Strategie als Vorbild / Die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ unter der Dach des eco begrüßt die am 3. Juli 2025 angekündigte Rechenzentren-Strategie für das Land Hessen

datensicherheit.de, 17.07.2024
Wachstumsinitiative der Bundesregierung: Ambitionierte Pläne zum Ausbau von KI-Rechenzentren / eco begrüßt Pläne der Bundesregierung, umfassende Maßnahmen zur Stärkung digitaler Infrastrukturen und Technologien zu verabschieden

datensicherheit.de, 14.08.2023
Drohender Totalausfall: Sicherheitslücken in Rechenzentren könnten Energieversorgung lahmlegen / Trellix Advanced Research Center veröffentlicht Bericht zur Bedrohung moderner Rechenzentren

datensicherheit.de, 26.04.2019
Bitkom: Standortnachteile bremsen deutsche Rechenzentren aus / Strom macht oft mehr als 50 Prozent der Betriebskosten aus / Große Abwärmemengen bleiben wegen fehlender Einspeisung ungenutzt / Policy Paper zu Rechenzentren veröffentlicht

datensicherheit.de, 23.01.2019
Entfernung georedundanter Rechenzentren von fünf auf 200 Kilometer angehoben / Johan van den Boogaart kommentiert Neufassung der BSI-Empfehlung

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https://www.datensicherheit.de/5-punkte-plan-eco-zukunftsorientierung-rechenzentrumsstrategie-bund/feed 0
Internet-Breitbandausbau: In Südkorea deutlich weiter als in Deutschland https://www.datensicherheit.de/internet-breitbandausbau-suedkorea-deutschland https://www.datensicherheit.de/internet-breitbandausbau-suedkorea-deutschland#respond Tue, 26 Jun 2018 19:45:49 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=27709 Rekordanteil an Zuschauern über IPTV in der WM-Begegnung gegen Südkorea erwartet

[datensicherheit.de, 26.06.2018] Wenn am Mittwoch (27.06.2018) um 16 Uhr die deutsche Nationalelf gegen Südkorea antritt, dann erwarten Internet-Experten den bislang höchsten Prozentsatz an Online-Zuschauern in Deutschland. „Viele Menschen werden am Arbeitsplatz oder unterwegs mit mobilen Geräten zuschauen – in beiden Fällen ist das Internet das Übertragungsmedium“, sagt Dr. Béla Waldhauser, Sprecher der Allianz zur Stärkung Digitaler Infrastrukturen in Deutschland, initiiert vom eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.

Dr. Bela Waldhauser

Bild: eco

Dr. Béla Waldhauser, Sprecher der Allianz zur Stärkung Digitaler Infrastrukturen

Südkorea liegt beim Glasfaserausbau in Führung

„Die Fußball-Weltmeisterschaft zeigt eindrücklich, wie stark die Anforderungen an die digitalen Infrastrukturen in Deutschland wachsen. Um dem auch zukünftig gerecht zu werden, braucht es jetzt die richtigen politischen Weichenstellungen und Investitionen in das Gesamt-Ökosystem digitaler Infrastrukturen“, ergänzt Waldhauser. Bereits vor dem Anstoß in Sotschi liegt Südkorea gegenüber Deutschland in Sachen Breitbandausbau in Führung: Über 80 Prozent aller Häuser (FTTH) oder Gebäude (FTTB) in Südkorea sind direkt ans Glasfasernetz angeschlossen, damit gehört Südkorea in diesem Bereich weltweit zu den Spitzenreitern. *

Deutschland braucht den Breitbandausbau

„Solche Glasfaseranschlüsse fristen in Deutschland ein Nischendasein mit einem Marktanteil im niedrigen einstelligen Bereich“, gibt Waldhauser zu bedenken. Das ist bedenklich, da der flächendeckende Glasfaserausbau auch beim künftigen Ausbau des mobilen Internets mit 5G-Technologie eine Grundvoraussetzung ist. „Deutschland droht hier mittelfristig in’s Hintertreffen zu geraten. Wir dürfen uns nicht auf den Erfolgen früherer Zeiten ausruhen“, sagt Waldhauser. Der europäische Rechnungshof hat Deutschland erst jüngst schlechte Aussichten attestiert, da zu lange auf Brückentechnologien wie etwa Vectoring gesetzt wurde.

 

Über die Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen in Deutschland

Um auf die Bedeutung digitaler Infrastrukturen in Deutschland aufmerksam zu machen und in einen konstruktiven Dialog mit der Politik einzutreten, haben sich unter dem Dach von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. jetzt führende Unternehmen aus verschiedenen Branchen digitaler Infrastrukturen wie etwa Rechenzentrumsbetreiber, Co-Location-Anbieter, Internet Service Provider, Carrier, Cloudanbieter, Softwarehersteller und Vertreter aus der Anwendungsindustrie zu einer Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen zusammengeschlossen.

* Quelle: http://www.ftthcouncil.eu/documents/FTTH%20GR%2020180212_FINAL.2.pdf

 

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