ETA – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Wed, 22 Jul 2026 19:09:04 +0000 de hourly 1 Electronic Travel Authorisation for UK: ETA als Köder für dubiose Drittanbieter und Cyberkriminelle https://www.datensicherheit.de/electronic-travel-authorisation-uk-eta-drittanbieter-cyberkriminelle Wed, 22 Jul 2026 22:47:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55757 Zwei bis drei Millionen Deutsche reisen jedes Jahr nach Großbritannien – und seit dem 2. April 2025 benötigt jeder von ihnen nun eine offizielle elektronische Reisegenehmigung (ETA)

[datensicherheit.de, 23.07.2026] ESET warnt in einer aktuellen Stellungnahme, dass nach Eingabe von Suchbegriffen wie etwa „ETA für England“ oder „ETA beantragen“ in Suchmaschinen, Antragsteller in den Top-Suchergebnissen häufig nicht bei der offiziellen Website der britischen Regierung, sondern bei dubiosen Drittanbietern landen könnten. Solche professionell wirkenden, SEO-optimierte Webseiten gehen demnach einher mit gezielt geschalteten Werbeanzeigen, um eben genau dort zu erscheinen, wo Reisende zuerst suchen. Zwei bis drei Millionen Deutsche reisten jedes Jahr nach Großbritannien – und seit 2. April 2025 benötigt jeder von ihnen nun eine offizielle elektronische Reisegenehmigung (Electronic Travel Authorisation / ETA). Statt der offiziellen 20 britischen Pfund landeten am Ende oft rund 200 Euro auf der Rechnung. Manche Anbieter fragten nicht einmal die für die ETA nötigen Daten ab, etwa den NFC-Scan des Passes. Die drohende Folge: Reisende könnten ohne gültige Einreisegenehmigung dastehen – teils mitten im Urlaub. Hinzu komme ein handfestes Datenschutzrisiko, falls sensible Ausweisdaten bei unseriösen Drittanbietern landen.

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Abbildung: Screenshot der Website „https://www.gov.uk/eta“

Offizielle ETA-Webseite der britischen Regierung

Dubiose Anbieter vermeintlicher ETA-Assistenz erstellen professionell wirkende suchmaschinenoptimierte Webseiten

Jeder Deutsche, der das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland besuchen möchte, benötigt eine elektronische Reisegenehmigung (ETA). Cyberbetrüger haben offensichtlich diese Bescheinigung als Köder für sich entdeckt. Mit angeblichen Ausfüllhilfen und aggressiver Werbung versuchen sie laut ESET, unwissende Reisende in die Falle zu locken. Ihre Angebote landeten bei entsprechenden Suchanfragen in den Top-Suchmaschinenergebnissen.

  • „Die Kosten für eine ETA liegen bei genau 20 Pfund Sterling, also ungefähr 23 Euro, so ESET-IT-Sicherheitsexperte Thorsten Urbanski. „Dubiose Anbieter versprechen ihren Kunden Hilfestellung beim Ausfüllen, einen ,24/7‘-Service und weitere Dienste, die Reisende in den meisten Fällen gar nicht brauchen. Am Ende stehen 200 Euro auf der Rechnung – neunmal mehr als es eigentlich gekostet hätte.“

Die Anbieter solcher vermeintlichen ETA-Seiten gingen immer gleich vor: Sie erstellten eine professionell wirkende, suchmaschinenoptimierte Webseite. Diese lande bei Suchanfragen wie „ETA für England“ oder „ETA beantragen“ weit oben in den Ergebnissen. Auch Werbeanzeigen auf „Social Media“ und in Suchmaschinen kämen häufig zum Einsatz. Auf ihnen können Nutzer Visa und ETAs für verschiedene Länder beantragen, beispielsweise für die USA, Großbritannien und Thailand.

Angeblicher „Express-Service“ lockt schnellerer ETA-Bereitstellung

Ziel der dubiosen Anbieter sei es, ihre Kunden möglichst schnell zur Antragsstellung und Bezahlung zu bringen. Dabei lobten die Werbeseiten die Vorzüge der jeweiligen Services. Eine manuelle Prüfung aller eingereichten Dokumente bis hin zu einem rund um die Uhr erreichbaren Kundendienst:

  • Für einen Aufpreis erhielten Reisende scheinbar ein „Rundum sorglos“-Paket, welches wenig Mehrwert biete. Ein angeblicher „Express-Service“ locke mit einer schnelleren ETA-Bereitstellung. Allerdings warteten Nutzer dann genauso lange auf ihre Einreisegenehmigung wie bei der offiziellen Seite.

Viele Anbieter nähmen darüber hinaus nicht jene Daten auf, welche für die ETA erforderlich seien – etwa biometrische Bilder oder einen NFC-Scan des Reisepasses. Reisende, die auf diese Dienste zurückgreifen, verlören im schlimmsten Fall Geld und stünden vor ihrer Reise ohne Einreisegenehmigung da.

Gefahr für Datenmissbrauch bei ETA-Anträgen via Drittanbietern

Ein weiterer Haken: Selbst bei Dienstleistern, die alle benötigten Informationen abfragen, liefen Reisende Gefahr, dass der Anbieter ihre Daten zu spät übermittele und sie am Ende ohne Einreisegenehmigung dastünden. Zudem vertraue man sensible Informationen, inklusive Bilder von Personalausweisen, einer Privatfirma an. Damit einher gehe das Risiko für Datenlecks.

  • Damit könnten Cyberkriminelle im Ernstfall mit Hilfe der entwendeten Daten Identitäten kopieren und Straftaten begehen, indem sie sich als ihre Opfer ausgäben. Reisende müssten sich in dem Fall neue Reisedokumente ausstellen lassen, was mehrere Wochen in Anspruch nehmen und damit den gesamten Urlaub gefährden könne.

Hinter solchen Online-Angeboten steckten oftmals Unternehmen und Reiseagenturen, welche mit der Unwissenheit einiger Reisender Profit machen wollten. Ein paar Anbieter gäben zumindest im Kleingedruckten an, dass der reguläre Weg über die offizielle ETA-Regierungswebsite kostengünstiger sei – gleichzeitig betonten sie aber die Vorzüge ihrer Dienste.

Cyberkriminelle haben die ETA als neues Geschäftsfeld für sich entdeckt

Auch Online-Kriminelle hätten die ETA als neues Geschäftsfeld für sich entdeckt und erstellen Fake-Websites, damit Nutzer darüber Geld für scheinbar legitime Einreisegenehmigungen ausgeben. Erst bei der Reise selbst falle dann auf, dass die ETA ungültig sei – und die Einreise werde verweigert.

ESET rät daher allen Großbritannien-Reisenden zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen:

  • Nur die offizielle Website nutzen!
    Die ETA lasse sich ausschließlich über die offizielle Website der britischen Regierung oder die offizielle „UK ETA“-App beantragen. Der Preis liege dort aktuell garantiert bei 20 Pfund Sterling. Alle Angebote mit höheren Preisen seien ein Warnsignal. Google z.B. markiere Nicht-Regierungs-Websites in Suchergebnissen mit einer Warnung.
  • Adressleiste prüfen!
    Vor der Eingabe persönlicher Daten sollten Nutzer die URL genau kontrollieren. Offizielle Regierungsseiten enden nämlich auf „gov.uk“ – Nachahmerseiten nutzten häufig ähnlich klingende Domainnamen, um Verwechslungen zu provozieren.
  • Werbeanzeigen kritisch hinterfragen!
    Auch wenn eine Anzeige bei Google oder in Sozialen Netzwerken seriös wirke, garantiere dies nicht die Echtheit des Angebots. Im Zweifel lohne sich die direkte Eingabe der offiziellen Adresse statt eines Klicks auf einen Werbelink.
  • Kleingedrucktes lesen!
    Wer dennoch einen Drittanbieter nutzen möchte, sollte vorab genau prüfen, welche Zusatzleistungen im Preis enthalten sind und ob diese tatsächlich benötigt werden.
  • Kreditkarte statt Vorkasse per Überweisung!
    Zahlungen per Kreditkarte böten im Betrugsfall oft bessere Rückbuchungsmöglichkeiten als Überweisungen.
  • Sicherheitssoftware nutzen!
    Eine aktuelle Sicherheitslösung mit Anti-Phishing-Funktion warne bereits beim Aufruf betrügerischer Webseiten und verhindere so den Kontakt mit der Falle von vornherein.

„Wer sich vorab informiert und ausschließlich die offizielle Regierungsseite nutzt, spart nicht nur Geld, sondern schützt auch seine persönlichen Daten vor Missbrauch“, kommentiert Urbanski abschließend.

Weitere Informationen zum Thema:

eseT
Wir sind ein weltweites Unternehmen für digitale Sicherheit und schützen Millionen von Kunden sowie Hunderttausende von Unternehmen rund um den Globus. / Technologie ermöglicht Fortschritt. ESET macht ihn sicher.

welivesecurity by eseT
Thorsten Urbanski – Sicherheitsexperte

GOV UK
Get an electronic travel authorisation (ETA) to visit the UK

LANDESKRIMINALAMT NIEDERSACHSEN, 19.06.2025
Betrügerische oder überteuerte Webseite zur Einreise (ETA) nach Großbritannien

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