GPS – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Fri, 04 Jul 2025 17:34:12 +0000 de hourly 1 Schutz vor Auswirkungen von GNSS-Störungen: Kevin Heneka begrüßt EU-Vorschlag https://www.datensicherheit.de/schutz-gnss-stoerung-kevin-heneke-kommentar-eu-vorschlag https://www.datensicherheit.de/schutz-gnss-stoerung-kevin-heneke-kommentar-eu-vorschlag#respond Wed, 09 Jul 2025 22:38:05 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=48702 Höchste Zeit, dass sich die Politik der zunehmenden Bedrohung durch GNSS-Störungen annimmt

[datensicherheit.de, 10.07.2025] „Es wird höchste Zeit, dass sich die Politik der zunehmenden Bedrohung durch Störungen globaler Navigationssysteme wie ,GPS’ und ,Galileo’ annimmt“, fordert Kevin Heneka, Inhaber der Sicherheits­firma hensec, in seiner aktuellen Stellungnahme. Daher begrüßt er den vom Generalsekretariat des Rates der Europäischen Union (Ministerrat) vorgelegten Aufruf „Call for common actions in response to Global Satellite Navigation Systems (GNSS) jamming and spoofing threats“. GNSS sind globale Satellitennavigationssysteme, welche eine präzise Positionsbestimmung und Zeitmessung auf der ganzen Welt ermöglichen – dazu gehören unter anderem „GPS“ (USA), „Galileo“ (EU), „Glonass“ (Russland) und „Beidou“ (China).

Schulungen für Piloten, Fluglotsen und Flugsicherungspersonal hinsichtlich GNSS-Störungen sollten intensiviert werden

In dem jüngsten Aufruf des Rates der Europäischen Union (EU) werden sieben Forderungen erhoben, welche sich an die für das Transportwesen zuständigen nationalen Fachminister in den Ländern der EU richten.

  • Dazu gehört u.a., die Abhängigkeit des Transportwesens von GNSS zu verringern und alternative Systeme einzuführen.

Ferner gelte es, die Schulungen für Piloten, Fluglotsen und Flugsicherungspersonal in Bezug auf GNSS-Störungen zu intensivieren, die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Herstellern bei Abwehrmaßnahmen zu fördern, Betreiber Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) auf die GNSS-Risiken hinzuweisen und branchenspezifische Aktionspläne (Weltraum, Luftfahrt, Seefahrt, Telekommunikation) zur koordinierten Reaktion zu entwickeln.

GNSS-Störungen als zunehmende Bedrohung

Satellitennavigationssysteme seien das Rückgrat unserer modernen Gesellschaft. „Sie steuern nicht nur Navigationssysteme in Autos und Smartphones, sondern sind auch für Kritische Infrastrukturen unerlässlich – von der präzisen Zeitmessung in Finanzmärkten über die Steuerung von Telekommunikationssystemen bis hin zur Navigation in Luft- und Seefahrt.“

  • Doch diese fundamentale Abhängigkeit mache GNSS-Signale zu einem Ziel für Störsender, sogenannte „Jammer“ und „Spoofer“, welche die Signale blockieren bzw. manipulieren könnten. „Die EU hat diese wachsende Bedrohung endlich erkannt und beginnt Maßnahmen zu ergreifen, um die Resilienz Europas gegenüber GNSS-Störungen zu erhöhen“, erläutert Heneka.

Insbesondere Kritische Infrastrukturen und Services müssten verstärkt geschützt werden, heißt es im Aufruf des Rates der Europäischen Union. Heneka betont: „hensec verfügt schon heute über die notwendigen Hard- und Softwaresysteme, um genau diese Anforderungen an den Schutz Kritischer Infrastrukturen zu erfüllen und die Resilienz von GNSS-Anwendungen zu stärken.“

Weitere Informationen zum Thema:

Council of the European Union, 04.06.2025
Call for common actions in response to Global Satellite Navigation Systems (GNSS) jamming and spoofing threats

hensec secure solutions
Unternehmensprofil / In einer vernetzten und komplexen Welt muss Sicherheit ganzheitlich gedacht werden

datensicherheit.de, 31.01.2025
Fokus der Unternehmen auf Cybersecurity vernachlässigt deren physische Sicherheit / Kevin Heneka warnt: Viele Unternehmen und Behörden konzentrieren ihre Sicherheits­maßnahmen zu einseitig auf Cybersecurity

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Schutzranzen: Ludwigsburg setzt weiter auf heftig kritisiertes Projekt https://www.datensicherheit.de/schutzranzen-ludwigsburg-kritik-projekt https://www.datensicherheit.de/schutzranzen-ludwigsburg-kritik-projekt#respond Sat, 17 Mar 2018 19:00:44 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=27405 Sämtliche Fußgänger müssten zu ständig überwachten Objekten im Internet der Dinge und Dienste werden

[datensicherheit.de, 17.03.2018] In einer aktuellen Meldung informiert der Digitalcourage e.V. darüber, dass die Stadt Ludwigsburg offensichtlich trotz Kritik weiter vernetztes Fahren mit Tracking von Grundschulkindern realisieren möchte. Digitalcourage kritisiert ausdrücklich, dass Ludwigsburg trotz Kritik von Datenschutzbeauftagten, Pädagogik- und Kinderhilfe-Verbänden sowie von der Kultusministerin Baden-Württembergs Dr. Susanne Eisenmann weiter am Kinder-Tracking-Projekt „Schutzranzen“ festhält. Aktuell untersuche die Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen, Barbara Thiel, das Projekt im Hinblick auf Datensicherheit und Datenschutz – Ergebnisse lägen noch nicht vor.

Kinder werden zu Versuchsobjekten degradiert

Mit einem Offenen Brief hat Digitalcourage an die Stadt Ludwigsburg appelliert, das Tracking von Grundschulkindern abzubrechen: Ludwigsburg und die Coodriver GmbH wollen die Ergebnisse des Kinder-Tracking-Versuchs für die Weiterentwicklung von autonom fahrenden Autos nutzen. Digitalcourage hält das für eine „offensichtliche Sackgasse der Technikentwicklung“ – Kinder seien bei diesem Projekt Versuchsobjekte.
„Autonomes Fahren muss funktionieren, ohne dass Menschen dafür getrackt werden, sonst ist es kein autonomes, sondern überwachendes Fahren“, betont Friedemann Ebelt von Digitalcourage.
Ludwigsburg setze mit dem „Schutzranzen“-Konzept darauf, zukünftig alle Personen im vernetzten Verkehr mit GPS-Sensorik zentral überwachen zu lassen. Ebelt: „Das ist weder notwendig noch zielführend und darum fordern wir den Abbruch des Projekts.“

Personen-Tracking mit GPS überflüssig

Nach Einschätzung von Digitalcourage ist das Projekt „Schutzranzen“ auf die Bedürfnisse der Autozulieferer-Industrie zugeschnitten. Einige Autohersteller setzten hingegen mit neuen Fahrzeugmodellen auf sensorische Erkennung von Personen und angepasste Fahrweise und machten damit Kinder- und Personen-Tracking mit GPS überflüssig.
Technisch sei das Modell von „Schutzranzen“ deshalb rückschrittlich: Dessen technisches Konzept verlange nämlich, dass Kinder als Verkehrsteilnehmer mit GPS-Trackern oder Apps auf Smartphones ausgestattet werden. Nur solche Kinder, die auch Trackingsensorik bei sich tragen, würden von Fahrzeugen dann „gesehen“. Überwachung sei also bei „Schutzranzen“ die Voraussetzung für Sicherheit: Das sei aber der „falsche Weg“. In der Konsequenz müssten Millionen Verkehrsteilnehmer mit Trackingsensorik als Objekte im Internet der Dinge vernetzt werden. Die technische Entwicklung werde aber in eine grundlegend andere Richtung gehen. Technisch solides Autonomes Fahren werde auf die Sensorik in den Fahrzeugen gestützt sein, damit auch Verkehrsteilnehmer ohne Trackingsensorik geschützt werden können. Autonome Fahrzeuge würden nicht nur Personen erkennen können müssen, sondern beispielsweise auch Steine auf der Fahrbahn, uneinsehbare Ecken, Wildschweine oder umgestürzte Bäume. Der Versuch, all diese Objekte und Situationen mit Trackingsensorik auszustatten, sei „untauglich“. Das Modell „Schutzranzen“ werde mittelfristig von Fahrzeugsensorik überholt werden – Investitionen in dieses Modell seien Aufwände in einen „obsoleten Ast der Technikentwicklung“.

Ignoranz gegenüber Gefahren für Kinder kritisiert

Bei „Schutzranzen“ stehe nicht die Sicherheit von Kindern an erster Stelle. Denn die Projektverantwortlichen hätten vorab keine unabhängige Studien zum möglichen Nutzen und zu möglichen Gefahren des Kinder-Trackings eingeholt. Es sei unverantwortlich, das Projekt „Schutzranzen“ im realen Straßenverkehr zu testen.
Es sei z.B. möglich, dass sich Kinder besonders unvorsichtig im Straßenverkehr bewegen, wenn ihnen gesagt wird, dass sie im Rucksack einen Sensor haben, der Fahrzeuge vor ihnen warnt – die Gefahr für Kinder würde steigen. Es sei ebenso möglich, dass Autofahrer unvorsichtiger fahren, wenn keine Warnmeldung auf ihrem Smartphone angezeigt wird – die Gefahr für Kinder würde ebenso steigen.
Die Verantwortlichen hätten zudem vorab keine unabhängige Datensicherheits- und Datenschutzprüfung veranlasst – bei sensiblen Daten von Kindern sei das aber geboten. Wenn das Konzept von „Schutzranzen“ wie geplant bundesweit zum Einsatz käme, würde die Coodriver GmbH zentral sensible Daten von Kindern in Realzeit verwalten – Risiken und Nutzen stünden in keinem Verhältnis, so Digitalcourage.

Weitere Informationen zum Thema:

digitalcourage
Offener Brief: VW muss Kinder-Tracking stoppen!

datensicherheit.de, 03.03.2018
Schutzranzen: Projektpartner halten an umstrittenem Projekt weiter fest / Digitalcourage e.V. kritisiert Verdinglichung von Kindern

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