Guillermo Luz-y-Graf – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Wed, 07 Jan 2026 15:41:41 +0000 de hourly 1 Bitdefender-Rat an Unternehmen: 2026 von Reaktion zur Prävention wechseln https://www.datensicherheit.de/bitdefender-rat-unternehmen-2026-wechsel-reaktion-praevention https://www.datensicherheit.de/bitdefender-rat-unternehmen-2026-wechsel-reaktion-praevention#respond Wed, 07 Jan 2026 23:41:27 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=51636 Laut Bitdefender könnte bzw. sollte sogar 2026 zum „Schaltjahr in der Cyberdefensive“ werden

[datensicherheit.de, 08.01.2026] Auch 2026 wird wohl wieder ein sehr herausforderndes Jahr für die IT-Sicherheit werden. Martin Zugec, „Technical Solutions Director“ bei Bitdefender, betont indes in seiner aktuellen Stellungnahme, dass es aber auch zu einem „Schaltjahr in der Cyberdefensive“ werden könnte bzw. sollte – und zwar von der Reaktion hin zur Prävention. Künstliche Intelligenz (KI) in den falschen Händen zwinge nämlich dazu – in den richtigen Hände unterstütze sie dabei.

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Foto: Bitdefender

Martin Zugec: Weg von einer reaktiven Defensive hin zu proaktiver und präventiver Gefahrenabwehr!

Bitdefender warnt: Cyberkriminelle missbrauchen zunehmend Schwachstellen in „Edge“-Netzwerken

„Neue Technologien, neues Tempo: Die Kompetenzen der Cyberkriminellen entwickeln sich schneller denn je“, betont Zugec. 2026 würden Unternehmen deshalb einen grundlegenden Wandel vollziehen„weg von einer reaktiven Defensive hin zu proaktiver und präventiver Gefahrenabwehr“.

  • Zwingender Auslöser dieses Umschaltens seien Cyberkriminelle, welche zunehmend Schwachstellen in „Edge“-Netzwerken ausnutzten sowie „Living-off-the-Land“-Techniken (LOTL) verwendeten. Letztere zielten darauf ab, eine herkömmliche Abwehr für den Endpunktschutz unauffällig zu umgehen.

„Vor diesem Hintergrund sollten IT-Sicherheitsverantwortliche in den nächsten zwölf Monaten IT-Umgebungen schaffen, die bewusst so gestaltet sind, dass sie Angreifern feindlich gegenüberstehen und entgegentreten“, rät Zugec.

Bitdefender analysierte 700.000 Sicherheitsvorfälle zur Ableitung von Empfehlungen

Er berichtet: „Hacker haben gelernt, die Erkennungsmechanismen einer herkömmlichen EDR oder XDR durch diese LOTL-Tools gezielt zu umgehen oder EDR- und XDR-Agenten bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Angriffskette vollständig zu deaktivieren.“

  • Jüngste Analysen auf Basis von rund 700.000 Sicherheitsvorfällen hätten gezeigt, dass bereits 84 Prozent der Angriffe auf LOTL-Techniken beruhten. Angreifer setzten dabei auf legitime Applikationen und vorhandene Tools innerhalb der Opfer-IT, anstatt klassische Malware einzusetzen.

Da sich dadurch bösartige Aktivitäten kaum noch von normalem Nutzerverhalten unterscheiden ließen, müssten Unternehmen ihre Sicherheitsmodelle neu ausrichten: „Präventionsorientierte Ansätze, die Angriffsflächen dynamisch reduzieren, Zugriffsrechte granular steuern und Bedrohungen stoppen, bevor sie überhaupt die Erkennungsebene erreichen, werden zur Notwendigkeit.“

EDR sowie XDR nach Bitdefender-Erkenntnissen notwendig, aber längst nicht mehr hinreichend

Nicht die Erkennungsgenauigkeit, sondern die Angriffsfläche selbst werde zum zentralen Schauplatz der Auseinandersetzung: „Über Jahre hinweg folgten Sicherheitsstrategien der Annahme, dass das möglichst schnelle Erkennen und Reagieren einen Schaden begrenzen würde. Diese Logik greift jedoch zu kurz, sobald Angreifer nicht mehr auf Malware angewiesen sind und sich ihr Verhalten kaum von dem legitimer Nutzer unterscheidet.“

  • LOTL-Techniken erlaubten es Angreifern, sich mithilfe nativer Betriebssystem-Tools unbemerkt im Netzwerk zu bewegen, Privilegien auszuweiten und sich lateral zu bewegen – ohne Sicherheitsalarme durch herkömmliche „Endpoint Detection and Response“ (EDR) sowie „Extended Detection and Response“ (XDR) auszulösen.

EDR sowie XDR seien heute ausgereift und weit verbreitet. „Sie gelten zunehmend als selbstverständlich statt als Differenzierungsmerkmal. Auch wenn sie unverzichtbar bleiben, reichen sie allein aber nicht mehr aus!“

Bitdenfender rät zum KI-Einsatz als Motor für adaptive Prävention in Maschinengeschwindigkeit

Denn Cyberkriminelle automatisierten ihre eigenen Aufklärungsaktivitäten. Sie nutzten neu veröffentlichte Schwachstellen innerhalb weniger Stunden aus und bedienten sich legitimer Werkzeuge wie „PowerShell“, „WMIC“ oder „Certutil“, um vertrauenswürdiges Verhalten zu imitieren.

  • Da diese Aktionen oft keine Malware-Artefakte oder verdächtige Binärdateien hinterließen, könnten selbst fortschrittliche EDR- und XDR-Plattformen eine Vielzahl von Alarmen mit geringem Aussagewert generieren. Für Sicherheitsteams werde es dadurch immer schwieriger, echte Angriffe von normalem Systemverhalten zu unterscheiden.

Ein prägender und notwendiger Trend für 2026 werde daher der Einsatz KI-gestützter, adaptiver Präventionssysteme sein. Diese sicherten IT-Umgebungen kontinuierlich auf Basis realen Nutzerverhaltens und aktueller Informationen zu Gefahren ab.

Bitdefender legt präzise, dynamische und skalierbare Präventionskontrollen nahe

„Während Präventionskontrollen früher oft als starr oder einschränkend galten, gestaltet moderne KI sie präzise, dynamisch und skalierbar. Künstliche Intelligenz erlernt, wie einzelne Mitarbeitende Applikationen und Systemtools nutzen.“

  • Sie passe Zugriffsrechte flexibel an die Notwendigkeiten des Arbeitsalltags des einzelnen Nutzers oder einzelner Geräte und die daraus sich ergebenden Risikoprofile an und blockiere riskante Aktionen von vornherein.

So könne ein Administrator beispielsweise den Zugriff auf „PowerShell“ für Nutzer, die dieses Tool nie verwenden, vollständig verwehren. „Für andere Anwender, die es regelmäßig für legitime Aufgaben nutzen, kann die KI typische Befehle erlauben, während sie verschlüsselte oder verschleierte Kommandos mit böswilligem Kontext ablehnt.“

2026 wird proaktive Prävention aus Bitdefender-Sicht zur entscheidenden Disziplin

Zugec unterstreicht: „Das Ergebnis ist eine Sicherheitsarchitektur, die sich kontinuierlich anpasst. Angriffswege werden mit Maschinengeschwindigkeit geschlossen. Die Möglichkeiten, Privilegien zu eskalieren oder sich lateral im Opfernetz zu bewegen, sind deutlich reduziert.“

  • Da KI-Systeme autonom agierten und Muster über die gesamte IT hinweg erkennen könnten, erweise sich präventive Sicherheit als der effizientere Weg im Vergleich zum Einsatz menschlicher Analysten, welche große Mengen an Alarmen manuell auswerten und gegebenenfalls bearbeiten müssten.

„Erkennen und Reaktion bleiben auch künftig unverzichtbar!“ Zugec führt aus: „Präventive Technologien der nächsten Generation, die darauf ausgelegt sind, Angriffe zu stoppen, die auf vertrauensbasierte Techniken wie LOTL setzen, ergänzen diese Ausrichtung jedoch zunehmend.“

Bitdefender-Fazit: Den Gefahren voraus sein – statt ihnen hinterherzulaufen

Diese Ansätze würden IT-Security-Teams helfen, unnötige Tools und übermäßige Privilegien abzubauen und laterale Angriffswege zu minimieren. „Zudem unterbinden sie wiederkehrende, automatisierte und skalierte Angriffsmuster cyberkrimineller Quasi-Playbooks, wenn sich jedes System dank individueller Regeln für Nutzer und Geräte bewusst unterschiedlich verhält.“

  • Gleichzeitig reduzierten sie durch das granulare Erkennen und Klassifizieren der Risiken die Alarmmüdigkeit. Teams könnten sich auf tatsächlich relevante Gefahren konzentrieren, während Sicherheitskontrollen laufend an Echtzeittempo und Nutzerverhalten angepasst würden.

Unternehmen sind demnach besser gegen neue Angriffsmethoden gewappnet, wenn sie nicht mehr davon ausgehen, dass Erkennung ausreicht, um hochautomatisierten und verdeckten Angriffen zu begegnen. Zugec gibt abschließend zu bedenken: „Wer ausschließlich auf reaktive Maßnahmen setzt, akzeptiert unnötige Risiken und verlässt sich bei maschinengesteuerten Angriffen auf menschliche Reaktionszeiten. Wer aber die Angriffsfläche verkleinert, unnötige Werkzeuge einschränkt, Datenzugriffe konsequent steuert und adaptive Präventionsmechanismen einsetzt, schafft 2026 die Grundlage für eine widerstandsfähigere IT.“

Weitere Informationen zum Thema:

Bitdefender
Bitdefender: Weltspitze in Cybersicherheit! / Schützt seit 2001 mehrere Millionen Systeme und Umgebungen von Privatanwendern und Unternehmen.

Bitdefender
Martin Zugec

Bitdefender, Martin Zugec, 03.06.2025
How Analyzing 700,000 Security Incidents Helped Our Understanding of Living Off the Land Tactics

heise online, Frank Ully, 15.04.2025
Cyberangriffe ohne Malware: Living off the Land / In den letzten Jahren beobachten Sicherheitsexperten zunehmend dateilose Angriffe. Sie sind schwer zu entdecken, aber es gibt Gegenmaßnahmen.

WIKIPEDIA
Edge Computing

WIKIPEDIA
Endpoint Detection and Response

WIKIPEDIA
Extended Detection and Response

datensicherheit.de, 10.12.2025
Im Cyberspace werden Outsider zu heimlichen Insidern: Jeder Cyberangriff prinzipiell eine Innentäter-Bedrohung / Heutige Cyberattacken haben offensichtlich die klassische Definition von Insider-Bedrohungen überholt, denn nunmehr wird quasi jeder Angreifer im Cyberspace zum „Innentäter“, da kaum mehr eine klare Perimetergrenze existiert

datensicherheit.de, 25.03.2025
Paradigmenwechsel: Integration Künstlicher Intelligenz direkt am Edge / Dell Technologies benennt fünf unschlagbare Vorteile

datensicherheit.de, 18.01.2021
XDR vs. EDR – Ansätze zur Cybersicherheit / In der Cybersicherheitsbranche findet eine Evolution statt / Ein Vergleich von Palo Alto Networks

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Phishing-Hochsaison Weihnachten – Bitdefender-Analyse zu E-Mail-Spam https://www.datensicherheit.de/phishing-hochsaison-weihnachten-bitdefender-analyse-e-mail-spam https://www.datensicherheit.de/phishing-hochsaison-weihnachten-bitdefender-analyse-e-mail-spam#respond Sun, 21 Dec 2025 23:26:07 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=51520 Jede zweite E-Mail mit Bezug auf Weihnachten bzw. den Weihnachtsurlaub ist bösartig – Deutschland als Adressaten- und Absenderland spielt eine nicht ganz unbedeutende Rolle

[datensicherheit.de, 22.12.2025] Gerade im Online-Handel bietet jede Hochsaison – so eben auch das Weihnachtsfest 2025 – immer wieder ein attraktives Umfeld für cyberkriminelle E-Mail-Kampagnen. Diese Erkenntnis wird durch eine aktuelle Analyse der Bitdefender Labs zu vorweihnachtlichen Betrugs- und Phishing-Aktivitäten im Internet belegt. Bemerkenswert ist demnach, dass eine knappe Mehrheit des untersuchten E-Mail-Verkehrs (51%) eine Gefahr für die Nutzer darstellt. Dabei spiele Deutschland als Adressaten- und Absenderland eine nicht ganz unbedeutende Rolle.

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Abbildung: Bitdefender Labs

Bitdefender warnt vor Fälschungen – hier als Beispiel ein cyberkrimineller „Amazon“-Geschenkgutschein

Weltweit im Vorfeld von Weihnachten versendete E-Mails zu 51% potenziell bösartig

Bitdefender-Analysen zum saisonalen Spam-Aufkommen zeigten, dass mehr als die Hälfte der weltweit im Vorfeld von Weihnachten versendeten E-Mails (51%) potenziell bösartig seien. „Unter dem Gabentisch landen vor allem vermeintliche Belohnungen, kostenlose Geschenke oder Sonderangebote anlässlich der Feiertage im Namen bekannter Marken und ihrer hochwertigen Produkte.“

  • Auch Dating-Plattformen würden sich diesem Trend anschließen: Eine kurze Umfrage sei in vielen Fällen anscheinend das Einzige, was vom Verbraucher verlangt wird, um ein Geschenk zu erhalten. Tatsächlich aber gehe es – wie so oft – um das Erlangen persönlicher und finanzieller Daten des Opfers.

Verknüpft seien diese kurzfristigen Kampagnen mit klassischen langfristigen Betrugsmechanismen wie digitalem Betrug oder der Suche nach Personaldaten mit finanziellem Bezug (Kreditkarten, „Krypto Wallets“). Links auf Dating- oder Chat-Plattformen lenkten auf Abonnementfallen oder auf angebliche Premium-Angebote mit wenig oder sogar ohne jeglichen Wert.

Ausgespielte Spam-Kampagnen per E-Mail zielen vor allem auf Adressaten in den USA

Eine Analyse des weltweiten Verkehrs von Spam-Nachrichten bis zum 15. Dezember 2025 habe ergeben, dass die weltweit ausgespielten Kampagnen vor allem auf Adressaten in den USA zielten – mit 47 Prozent. Damit lägen sie weit vor Indien (14%), Irland (13%), Deutschland (11%) und Großbritannien (6%). Vier Prozent der Absender der Spam-E-Mails stammen dabei aus Deutschland – hinter den USA (35%), den Niederlanden (12%), Großbritannien und Italien (mit jeweils sechs Prozent) sowie Frankreich und China (jeweils fünf Prozent).

  • In Deutschland lockten die Cyberkriminellen unter anderem mit einem „Amazon“-Geschenkgutschein im Wert von 500 Euro. Dessen Design imitiere täuschend ähnlich legitime Promotion-Angebote dieses Online-Händlers hinsichtlich „Branding“, verwendeten Schriften und Layout. In Wirklichkeit sammelten die Cyberkriminellen Daten wie Namen, E-Mail-Adressen oder andere Details für einen möglichen späteren Missbrauch. Eine Dating-Kampagne wiederum locke mit einer angeblichen Begleitung für einen Weihnachtsmarktbesuch.

Vermeintliche Opfer sollten sich am besten mit klassischen Verhaltensweisen und Lösungen für ihre sichere Navigation im Internet schützen. Dazu gehöre der Schutz von Onlinekonten durch jeweils verschiedene starke Passwörter, Passwortmanager, Lösungen zum Schutz von Smartphones und „iPhones“ oder zum Erkennen von digitalen Scam. Wachsamkeit, Menschenverstand und ein daraus sich ergebendes Überprüfen gerade verlockender und dringlicher Angebote sollten Nutzer gerade jetzt beim Online-Surfen begleiten.

Weitere Informationen zum Thema:

Bitdefender
Built on Trust. Proven to Protect.

Bitdefender, Alina BÎZGĂ, 18.12.2025
Holiday Email Scams Surge: Over Half of Christmas-Themed Spam Emails in 2025 Are Scams, Bitdefender Antispam Labs Warns

datensicherheit.de, 28.11.2025
Black Friday 2026: Kaspersky meldet 146.500 Spam-Mails mit Rabatt-Bezug seit Anfang November / Der diesjährige „Black Friday“ fällt auf den 28. November 2025 – laut Kaspersky war aber die damit verbundene „Rabattschlacht“ bereits vorab in vollem Gange

datensicherheit.de, 09.01.2024
Spam: Die lästige Gefahr im E-Mail-Postfach / Patrycja Schrenk gibt Tipps und Sicherheitshinweise zu E-Mail-Spam

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Trick and Threat: Halloween auch in Deutschland Köder für saisonalen Internetbetrug https://www.datensicherheit.de/trick-threat-halloween-deutschland-koeder-saison-internetbetrug https://www.datensicherheit.de/trick-threat-halloween-deutschland-koeder-saison-internetbetrug#respond Thu, 23 Oct 2025 22:41:58 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50658 Deutschland laut Bitdefender-Telemetrie auf Rang 2 als Zielland für Spambetrug – 63 Prozent des Spams mit „Halloween“-Bezug sind bösartig und beabsichtigen, Malware zu implementieren oder Zugangsdaten oder Geld zu stehlen

[datensicherheit.de, 24.10.2025] Die Zeit vor „Halloween“ ist offenbar auch in Deutschland wieder einmal Zeit für saisonale Phishing- und Scam-Kampagnen: Eine Analyse der „Bitdefender Labs“ zeigt demnach, dass Deutschland ein wichtiger Schauplatz sowohl als Empfänger- als auch als Absenderland ist. Die Taktiken der Cyberkriminellen seien komplex und für eine schnelle Verbreitung mittels Online-Ads konzipiert. Augenmaß und Abwehrtools könnten aber Nutzern helfen, eine Vielzahl von Betrugsversuchen rasch zu erkennen.

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Abbildung: Bitdefender

„Bitdefender Labs“-Analyse 2025: Zielländer für „Halloween“-Spam

Betreffzeilen mit „Halloween“-Bezug sollten Verbraucher zur Vorsicht mahnen

Die „Bitdefender Labs“ haben anhand ihrer Telemetrie in der Zeit vom 15. September bis zum 15. Oktober 2025 einen globalen Anstieg von Phishing- und Scam-Aktivitäten mit Bezug auf „Halloween“ verzeichnen können.

  • „73 Prozent der Angriffe zielten auf Mailboxen in den USA. Deutschland lag mit 13 Prozent weltweit auf Rang 2 – mit deutlichem Abstand zu anderen Ländern.“

Die Cyberkriminellen hätten hierzulande mit Betreffzeilen wie „Exklusive Amazon-Prämie“ oder „Ihre Chance, ein brandneues Halloweenkostüm zu kreieren!“ geworben. Eine Kampagne in Tschechien habe Anzeigen zu angeblichen Rabattaktionen des Schuhhändlers Deichmann genutzt.

Verborgenes Netz von „Halloween“-Anzeigen bei Meta-Plattformen „facebook“ und „Instagram“

Experten der „Bitdefender Labs“ hätten zudem ein verborgenes Netz von „Halloween“-Anzeigen über die Meta-Plattformen „facebook“ und „Instagram“ entdeckt: „Hier erwarben die Betrüger gesponsorte Anzeigenplatzierungen für ihre betrügerischen Angebote oder sogar mit direktem Link auf Malware.“

  • Eine der wichtigsten Taktiken, um Malware zu vertreiben, seien gesponserte Anzeigen in Sozialen Medien, welche sich als Werbeangebote tarnten.

Nutzer gelangten, wie in solchen Kampagnen üblich, auf kompromittierten Links und sollten dort persönliche Informationen und Kontodaten eingeben. Manche Kampagnen lockten auf Abo-Fallen.

Scheinbar banale Angriffe im „Halloween“-Kontext komplex und anspruchsvoll

Einige Kampagnen hätten sich gezielt an Besitzer von „Krypto-Währungen“ gerichtet. Viele Infektionsketten seien komplex und anspruchsvoll, um Browser-Cookies, Authentifikation-Token oder Daten für Krpto-Wallets zu stehlen. Die Konnektivität der Malware mit den Command-and-Control-Servern (C2) ermögliche das Update neuer bösartiger Module für Datenexfiltration und persistenten Zugang.

  • Malware zeichne sich durch Tarnmechanismen, häufige Updates der Codes und das Erkennen von Sandboxing-Verfahren aus. In letzterem Fall bemerke die Malware Abwehrtechnologien und spiele dann etwa anstatt der kompromittierten Seiten harmlose Links aus.

Nutzer könnten mit sicherheitsbewusstem Augenmaß viele Gefahren vermeiden: „So sollten sie saisonale Links zu Belohnungen, Rabatten und Giveaways nicht anklicken!“ Ein Überprüfen der Absender-Domain und der URLs könne bösartige Angebote enttarnen. Nutzer sollten keine Downloads von Online-Anzeigen starten: „Einzelhändler oder Verkaufsplattformen gehen in der Regel nicht so vor.“ Lösungen zu Anti-Spam und Echtzeit-Schutz blockierten zudem Phishing, gefälschte Seiten und Malware-Payload. Kostenlose KI-Tools (wie z.B. „Bitdefender Scamio“) überprüften verdächtige Links, E-Mails und Screenshots.

Weitere Informationen zum Thema:

Bitdefender
Bitdefender Labs

Bitdefender, Alina BÎZGĂ, 23.102.205
Trick or Treat: Bitdefender Labs Uncovers Halloween Scams Flooding Inboxes and Feeds

Bitdefender
Bitdefender Scamio: Der KI-Betrugsdetektor der nächsten Generation

datensicherheit.de, 15.11.2024
Proofpoint gibt Tipps gegen Online-Betrug – Hochsaison der Online-Einkäufe startet / Hochzeit des Kaufens und Schenkens sei auch die Hochzeit des Online-Betrugs, warnt Proofpoint

datensicherheit.de, 31.10.2012
Saures statt Süßes zu Halloween: Kommerzielle Spam-Kampagnen zum Datendiebstahl / 70 % des Halloween-Spams möchte Online-Shopper in die Irre führen

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DSGVO und NIS-2 können und sollten Hand in Hand gehen https://www.datensicherheit.de/dsgvo-nis-2-hand-in-hand https://www.datensicherheit.de/dsgvo-nis-2-hand-in-hand#respond Thu, 31 Jul 2025 23:19:13 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=49373 Wer sich bereits datenschutzkonform gemäß DSGVO aufgestellt hat, dem fällt auch die Cyberresilienz im NIS-2-Kontext leichter

[datensicherheit.de, 01.08.2025] Mittels der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hat die Europäische Union (EU) offensichtlich den regulatorischen Druck auf IT- und Sicherheitsprozesse bereits spürbar erhöht. Die neuen NIS-2-Richtlinien verschärften nun diese Tendenz zu mehr „Compliance“ Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) und digitaler Prozesse. Organisationen, welche bereits DSGVO-konforme Strukturen etabliert haben, scheinen nun klar im Vorteil zu sein. Ihre Anstrengungen rund um Datenschutz werden nämlich zu De-Facto-Vorarbeiten, um die neuen Anforderungen und Maßnahmen zur Risikoprävention schneller erfüllen zu können. Ricardo José Garrido Reichelt, „Principal Security Technologist EMEA, Office of the CTO“ bei Commvault, erläutert in seiner aktuellen Stellungnahme, welche bestehenden Prozesse sich fortführen lassen, welche neuen Pflichten auf Unternehmen zukommen und wie sich die beiden „Compliance“-Projekte sinnvoll miteinander verzahnen lassen.

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Foto: Commvault

Ricardo José Garrido Reichelt: Haben Unternehmen bei DSGVO-Verstößen 72 Stunden Zeit, fordern die NIS-2-Vorgaben die Information des BSI über gravierende Cybersicherheitsvorfälle innerhalb eines Tages

Mit NIS-2 führt die EU den Kurs IT-Prozesse strenger zu regulieren resolut weiter

Reichelt ruft in Erinnerung: „Sieben Jahre ist es her, dass die DSGVO in Kraft getreten ist. Damit startete 2018 der Trend, IT-Prozesse strenger zu regulieren.“ Mit NIS-2 führe die EU diesen Kurs resolut weiter; die Bundesregierung arbeite an der Umsetzung und habe erst jüngst einen Referentenentwurf des Bundesministeriums des Innern (BMI) von Ende Juni 2025 bekanntgegeben.

  • „Auch wenn offen ist, wie NIS-2 hierzulande ein Gesetz wird, das Ziel ist bereits klar: Die Infrastrukturen und digitalen Prozesse in Unternehmen sollen widerstandsfähiger sein. Ein langer Weg und Vorarbeit lohnen sich.“ Wer die Maßgaben der DSGVO schon jetzt entschlossen und zielstrebig verfolgt hat, um Datensicherheit und Datenschutz zu berücksichtigen, habe es leichter, wenn NIS-2 auf die Agenda rückt.

Um die Konsequenzen erfolgreicher Angriffe souveräner abzufedern und effektiver zu beseitigen, müsse Cybersicherheit eine größere Rolle spielen. Der Nachholbedarf sei enorm angesichts der kontinuierlichen Cyberattacken der jüngsten Zeit, welche Datenverluste, große Schäden und sogar Totalausfälle verursachten, auch große Unternehmen träfen und in Einzelfällen sogar in ein Insolvenzverfahren trieben.

Um NIS-2 zum Durchbruch zu verhelfen, ist ebenfalls ein Bußgeldkonzept geplant

Immerhin, so Reichelt: „Dank DSGVO verwenden Datenschutzverantwortliche in der Wirtschaft personenbezogene Daten inzwischen mit mehr Bedacht – nicht zuletzt, da Verstöße zu einer kostspieligen Angelegenheit geworden sind.“ Seit die DSGVO in Kraft getreten ist, verhängten Richter laut der „GDPR Fines and Data Breach Survey“ der Wirtschaftskanzlei DLA Piper Sanktionen in einer Höhe von insgesamt 5,88 Milliarden Euro – in Deutschland seien es allein 2024 über 89,1 Millionen Euro gewesen.

  • Um nun NIS-2 zum Durchbruch zu verhelfen, planten die Verantwortlichen ein entsprechendes Bußgeldkonzept. Darüber hinaus sollten Unternehmensinhaber und Geschäftsführer mit ihrem privaten Vermögen bürgen. „Deshalb arbeiten manche Organisationen bereits seit einiger Zeit an der NIS-,Compliance’ und haben sich externe Hilfe ins Boot geholt.“

Experten von KPMG wüssten, dass Unternehmen mit verschiedensten Schwierigkeiten zu kämpfen hätten, da die Vorschrift viel Raum für Interpretation lasse und nur für ein individuelles Unternehmensumfeld zu realisieren sei. „Zu sehr kommt es auf Details an: Welche Organe sind verantwortlich? Wie geht man mit Meldepflichten bei Angriffen um? Wer stellt im Ernstfall die für den Betrieb notwendigen Technologien, Werkzeuge und Ressourcen bereit?“

NIS-2 setzt strengere Maßstäbe zur Meldung von Vorfällen

NIS-2 lege strengere Maßstäbe an, Vorfälle zu melden. Reichelt erläutert: „Haben Unternehmen bei Verstößen gegen die DSGVO 72 Stunden Zeit, fordern die NIS-2-Vorgaben die Information des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) über gravierende Cybersicherheitsvorfälle innerhalb eines Tages.“ Notwendige Abläufe sollten also seit dem Inkrafttreten der DSGVO vorhanden sein. „Wer aber die einschlägigen Nachrichtenwege schon vordefiniert hat, tut sich jetzt leichter, diese noch weiter zu beschleunigen.“

  • Gleichermaßen wichtig sei es aber zu wissen, welche Informationen über einen Schaden bereitzustellen sind. „Dafür sind automatisierte Prozesse nötig, mit denen IT-Verantwortliche nachvollziehen können, welche Daten im Unternehmen überhaupt vorhanden sind.“ Die zweite Frage, die es zu beantworten gelte, lautet: „Welche Informationen sind für die NIS-2-Compliance zu kategorisieren?“

Reichelt unterstreicht: „Nur wer unverzüglich in die Analyse des Schadens übergehen kann, kann die knappe Meldepflicht einhalten und relevante sowie notwendige Informationen wahrheitsgetreu liefern.“

NIS-2 setzt auch kontinuierliches Testen der Wiederherstellung von Systemen und Daten auf die Agenda

Während die DSGVO eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) für Hochrisikoverarbeitungen beanspruche, erwarte NIS-2 ein Risikomanagement für die IT-Infrastruktur, „wie etwa Risikoanalysen und Strategien für die Beständigkeit der Arbeitsabläufe“. Dafür könnten Unternehmen für die DSGVO implementierte Analyseprozesse verwenden und gleichermaßen ausbauen.

  • „Verantwortliche für die IT-Sicherheit sollten etwa ihren Datenbestand auf Gefahren überprüfen. Damit sie ihre produktive IT dabei möglichst wenig beeinträchtigen, rentiert es sich, Sicherungskopien zu überprüfen.“ Auch hierbei ließen sich Auffälligkeiten als Alarmzeichen eines beginnenden Angriffs bereits frühzeitig erkennen und unterbinden.

NIS-2 rufe aber auch das kontinuierliche Testen der „Recovery“ von Systemen und Daten auf die Agenda. „Das Training der Interaktion aller Mitwirkenden kann hierfür in einem digitalen ,Cleanroom’ als einer wirklichkeitsgetreuen Teststruktur anhand der relevanten Assets erfolgen“, erläutert Reichelt. Ergebnis sei dann ein realistisches Zeugnis der „Recovery“-Strategie und ihrer Abläufe.

NIS-2 erfordert, unentbehrliche Prozesse, Anwendungen und Umgebungen für den Notbetrieb zu identifizieren

Essenziell sei es zudem, auch während eines erfolgreichen Angriffs arbeitsfähig zu bleiben – oder es so schnell wie möglich wieder zu werden. „Ein ,Minimum-Viabel-Company’-Ansatz hilft, im Vorfeld genau zu bestimmen, welche Prozesse, Anwendungen und Umgebungen für den Notbetrieb unentbehrlich sind.“

  • Im Idealfall träfen die Verantwortlichen in jeder Abteilung eine für ihre spezifischen IT- und Geschäftsprozesse relevante Entscheidung. Ein daraus resultierendes, an einem separaten Ort manipulationsgeschützt gesichertes Notfallpaket sei dann die Basis, um Daten, Applikationen und Systeme in einem digitalen Reinraum sauber wiederherzustellen.

„Gemeinsam arbeiten IT-Ops und Sec-Ops daran, die Produktions-IT gehärtet neu aufzuspielen – und parallel den Angriff, betroffene Informationen sowie die ausgenutzten und existierenden Hintertüren zu untersuchen und zu schließen“, führt Reichelt aus.

DSGVO-Konformität als Vorarbeit für NIS-2 verstehen

Viele Prozesse, die IT-Verantwortliche aus Anlass der DSGVO etabliert haben, ließen sich auch für die NIS-2-„Compliance“ weiterführen:

  • Weiterentwicklung der „Governance“-Organisation
    Die DSGVO habe den Datenschutzbeauftragten und andere „Governance“-Strukturen eingeführt. Nun verlange NIS-2 eindeutige Zuständigkeiten für Cybersicherheit – so verpflichtend die Position eines „Chief Information Security Officers“ (CISO) oder vergleichbarer Funktionsträger. Unternehmen könnten die im Rahmen der DSGVO etablierten „Governance“-Strukturen adaptieren oder ausbauen.
  • Weiterführung der Sichereitsmaßnahmen
    Die DSGVO fordere unter anderem Standards zu Pseudonymisierung, Verschlüsselung, Authentifikation und Zugangskontrolle. NIS-2 erwarte vergleichbare, aber eher operativ eingestellte Cybersicherheitschecks. Viele der DSGVO-Sicherheitskontrollen realisierten die NIS-2-Vorgaben vollständig oder zumindest zum Teil. So genüge es häufig bereits, vorhandene IT-Sicherheitsmaßnahmen auszubauen.
  • Umfassende Dokumentation der Arbeit mit personenbezogenen Daten
    DSGVO-Meldungen müssten dokumentieren, wie Unternehmen Daten verarbeiten und Datenschutz-Folgebewertungen liefern. NIS-2 verlange Belege über Vorfallreaktionen, Sicherheitsrichtlinien und Auditergebnisse. Verantwortliche für die Datensicherheit könnten die für eine DSGVO-„Compliance“ aufgebauten zentralisierten Dokumentationssysteme zum Zweck der NIS-2-Konformität weiterbenutzen und ausbauen.

NIS-2 bietet große Chance, Sicherheitslevel insgesamt zu steigern

Verantwortliche hätten mit NIS-2 viel zu tun. „Doch wer sich bereits für die DSGVO gut aufgestellt hat, kann sich jetzt die erbrachten Vorarbeiten zunutze machen!“

  • NIS-2 biete eine große Chance, dass der Sicherheitslevel insgesamt ansteige. „Wer seine Cyberresilienz dadurch stärkt, erarbeitet sich zudem einen klaren Wettbewerbsvorteil!“

Bisher seien Cyberangriffe Alltag. „NIS-2-Compliance mit geprüften und getesteten Strukturen und Prozessen kann es erreichen, echte Cyberresilienz zur Gewohnheit zu machen“, gibt Reichelt abschließend zu bedenken.

Weitere Informationen zum Thema:

Commvault
What Commvault Does for Our Customers / Commvault gives you an unfair advantage to enable resilience in the face of ransomware and other advanced threats in today’s hybrid world – and tomorrow’s

Industrie.de, 27.01.2025
Datenschutzgrundverordnung: Europaweit 1,2 Milliarden Euro DSGVO-Bußgelder in 2024 verhängt

KPMG
Network and Information Systems Directive (NIS2) / What NIS2 means for business: Practical insights from KPMG’s global work

datensicherheit.de, 15.07.2025
Erfahrungsbericht WienIT: Reduzierung des Backup-Datenspeichers um 50 Prozent und NIS-2-Konformität / WienIT sorgt im Hintergrund dafür, dass die IT-Infrastruktur der Wiener Stadtwerke-Gruppe nebst wichtiger Back-Office-Prozesse und Services möglichst reibungslos zur Verfügung steht

datensicherheit.de, 07.07.2025
Neuer ISACA-Leitfaden: Navigationshilfe für Unternehmen durch NIS-2- und DORA-Vorschriften / Selbst nach der ersten Jahreshälfte 2025 haben viele Unternehmen ihre Verpflichtungen im Rahmen der NIS-2-Richtlinie und der DORA-Verordnung noch nicht vollständig verstanden

datensicherheit.de, 06.07.2025
NIS-2: Vereinheitlichung der Meldewege für IT-Sicherheitsvorfälle und Datenpannen gefordert / Die unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden der Länder sprechen sich für deutliche Entlastung der Verantwortlichen bei Erfüllung der NIS-2-Meldepflichten aus

datensicherheit.de, 06.07.2025
NIS-2: DAV-Forderung nach Einbindung der Cloud-Anbieter / Mit der NIS-2-Richtlinie soll ein hohes gemeinsames Cybersicherheitsniveau in der Europäischen Union EU geschaffen werden

datensicherheit.de, 08.02.2025
NIS-2-Umsetzung: Gesetzgebungsverfahren offenbar vorerst gescheitert / 5 Schritte zur Vorbereitung auf deutsche NIS-2-Umsetzung jetzt für Unternehmen entscheidend – Entscheider sollten ihre neue Verantwortung ernst nehmen

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