i40 – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Fri, 14 Aug 2015 15:07:12 +0000 de hourly 1 Industrie 4.0 auf neuen Internet-Standard angewiesen https://www.datensicherheit.de/industrie-4-0-auf-neuen-internet-standard-angewiesen https://www.datensicherheit.de/industrie-4-0-auf-neuen-internet-standard-angewiesen#respond Wed, 08 Jul 2015 08:01:26 +0000 http://www.datensicherheit.de/?p=24830 In Deutschland werde schon knapp 20 Prozent des Datentransfers von Unternehmen über IPv6 abgewickelt

[datensicherheit.de, 08.07.2015] Am Hasso-Plattner-Institut (HPI) berät an diesem Freitag (10.07.2015) der Deutsche IPv6-Rat über die Fortschritte beim Übergang zu neuen Datenverkehrsregeln im Internet. In Deutschland werde schon knapp 20 Prozent des Datentransfers von Unternehmen über den neuen Internet-Standard IPv6 abgewickelt, teilte der Ratsvorsitzende und HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel im Vorfeld mit. „Damit steht Deutschland nach Belgien mit fast 41 Prozent und den USA mit gut 22 Prozent an dritter Stelle in der Welt“, sagte Meinel.

Der Potsdamer Informatikwissenschaftler hob in diesem Zusammenhang besonders den Beitrag der Telekommunikationsanbieter Kabel Deutschland, Kabel BW und Deutsche Telekom hervor. Diese bevorzugten jeweils schon für mehr als ein Viertel ihrer Dienste und Systeme das Internetprotokoll IPv6. Unterdessen kündigte die Telekom an, IPv6 als erster deutscher Mobilfunknetzbetreiber ab August auch im Regelbetrieb einzuführen. Beim Unternehmen SAP liege die potenzielle Verwendungsquote schon bei 57 Prozent und bei Merck sogar bei 98 Prozent, ergänzte Meinel.

Der Vorsitzende des IPv6-Expertengremiums verwies darauf, dass die für Nordamerika zuständige Vergabestelle für Internetadressen ARIN in der vergangenen Woche erstmals eine Anforderung von Adressen nach dem alten Protokoll IPv4 nicht mehr habe erfüllen können. Dies unterstreiche, wie wichtig für sämtliche Internetaktivitäten ein schneller flächendeckender Umstieg auf die moderneren Datenverkehrsregeln des IPv6-Standards sei, erklärte Meinel.

„Für das Internet der Dinge und insbesondere die Vernetzung von Produktionsanlagen zur Industrie 4.0 ist einzig und allein der neue Standard eine vernünftige und effiziente Lösung“, betonte der Potsdamer Wissenschaftler im Vorfeld des Ratstreffens. Auf der Sitzung will das HPI auch auf den riesigen Bedarf an Internet-Anschlussadressen für Sensor-Netzwerke aufmerksam machen. Dieser Bedarf ist nach dem bisherigen Standard nicht zu decken. Zudem erfordere das Nebeneinander des Einsatzes von IPv4 und IPv6 einen erhöhten Installations- und Wartungsaufwand. Daher sei eine zügige, flächendeckende Umsetzung von IPv6 nötig, so Meinel

Ziel des Deutschen IPv6-Rats ist es, Entscheidungsträger aus Industrie, Wirtschaft und Regierung zu mobilisieren, ausreichend IPv6-Expertise und Kapazitäten aufzubauen. „IPv6 als genutzten Standard zu etablieren, muss auch in den kommenden Jahren unser Ziel bleiben“, betonte Meinel. Im Gegensatz zu asiatischen und ozeanischen Ländern, wo aufgrund der Adressknappheit schon länger das neue Protokoll eingesetzt werde, hinkten westliche Länder noch hinterher. Um den Anschluss an die technologische Entwicklung in anderen Teilen der Welt nicht zu verschlafen, so der HPI-Direktor weiter, dürfe Deutschland auf dem erreichten Stand nicht stehenbleiben.

Hintergrund IPv6 – Standard für das Internet der neuen Generation

Der neue IPv6-Standard ist Voraussetzung für intelligente Lösungen bei der Heimvernetzung, in der Telemedizin, im Bereich Industrie 4.0 und generell im so genannten „Internet der Dinge“, etwa bei der Kommunikation mit und zwischen Autos. IPv6 stellt 340 Sextillionen (2128) IP-Adressen für Netzanschlüsse bereit. Zur Illustration: Das ist eine Zahl mit 39 Stellen. Mit diesem Volumen könnten umgerechnet für jeden einzelnen Quadratmillimeter Erdoberfläche rund 667 Billiarden IP-Adressen vergeben werden – ein praktisch unerschöpfliches Potenzial. Der derzeit noch verwendete Internetprotokoll-Standard IPv4 (Version 5 kam nicht zum Einsatz) begrenzt diese Zahl auf 232 und damit rund vier Milliarden Adressen. IPv4 ist rund 30 Jahre alt, stammt also aus der Pionierzeit des Internets und weist etliche Schwachstellen, z.B. im Sicherheitsbereich, auf.

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Industrie 4.0: IT-Sicherheit als elementare Voraussetzung https://www.datensicherheit.de/industrie-4-0-sicherheit-elementare-voraussetzung https://www.datensicherheit.de/industrie-4-0-sicherheit-elementare-voraussetzung#respond Mon, 01 Dec 2014 20:55:08 +0000 http://www.datensicherheit.de/?p=24523 Malte Pollmann fordert IT-Sicherheit für die komplette Wertschöpfungskette

[datensicherheit.de, 01.12.2014] Durch die Vernetzung von Industrieprozessen gibt es ein hohes Sicherheitsrisiko durch IT-Angriffe. Daher sollten Unternehmen schon frühzeitig Maßnahmen zum Schutz ihrer Anlagen ergreifen, wenn sie „Industrie 4.0“-Konzepte anwenden möchten.

Industrie 4.0 – das Konzept

„Industrie 4.0“ bezeichnet die vierte Industrielle Revolution, bei der Fabriken ihre Produktionsanlagen ins „Internet der Dinge“ einbinden. Ihr Ziel ist es, dass sie zu „Smart Factories“ werden und mit weniger Personal immer kürzere Produktzyklen und steigende Produktvarianten zu niedrigen Kosten realisieren können. Um diese Potenziale auszuschöpfen, sind allerdings erhebliche Investitionen erforderlich. Daher nimmt das Thema einen Spitzenplatz auf der Agenda der Chefs deutscher Industrieunternehmen ein. Eine Studie des IT-Verbandes BITKOM schätzt
das zusätzliche Wertschöpfungspotenzial von „Industrie 4.0“ allein für die Branchen wie Maschinenbau, Elektrotechnik, Automobilbau und chemischer Industrie auf 78 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025.

IT-Sicherheit 1.0 für Industrie 4.0?

Geht es um die Einführung von „Industrie 4.0“-Konzepten, müsse auch die IT-Sicherheitsproblematik berücksichtigt werden – und das entlang der kompletten Wertschöpfungskette eines Produktes, betont Malte Pollmann, „CEO“ von Utimaco.
Das Thema Informationssicherheit sei eine grundlegende Herausforderung, da die hohe Flexibilität von „Industrie 4.0“ eine absolute Vernetzung verlange. Steuerungen müssten beispielsweise große Datenmengen verarbeiten und brauchten eine Vielzahl von offenen Schnittstellen für die Kommunikation mit der industriellen Umgebung.

Malte Pollmann, CEO Utimaco

Malte Pollmann, CEO Utimaco

Malte Pollmann: IT-Sicherheit für die komplette Wertschöpfungskette!

 Spezifische Sicherheitsrisiken

Aktuelle Erhebungen zur IT-Sicherheit in der Fabrikautomation, etwa durch den VDMA, zeigten, dass in etwa der Hälfte der Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus hierfür einschlägige Standards bekannt seien, aber in nur einem Drittel der Unternehmen würden diese erst umgesetzt, so Pollmann. Gleichzeitig gäben 29 Prozent der Unternehmen an, selbst schon von Produktionsausfällen aufgrund von IT-Sicherheitsvorfällen betroffen gewesen zu sein.
IT-Security habe in der Vergangenheit eine untergeordnete Rolle gespielt, da oftmals davon ausgegangen worden sei, dass Fertigungsnetze nur in sehr geringer Form mit externen Netzen gekoppelt würden. In der Praxis jedoch zeige sich, dass viele Fabriknetze mit dem Internet verbunden seien. Dabei spielten zum Beispiel Fernwartungsanwendungen eine Rolle – und seit „Stuxnet“ sei es widerlegt, dass aufgrund von proprietären Systemen und Protokollen die Hürde für Angreifer hoch liegen würde.

Vernetzung von Office- und Fertigungs-IT

Um „Industrie 4.0“ vollständig integrieren zu können, müsse die organisatorische Trennung von Office- und Fertigungs-IT aufgehoben werden, betont Pollmann. Meist seien sensible Konstruktionsdaten von einem Ingenieur erarbeitet worden, die in der Fertigung oder in einem anderen Bereich verwendet würden.
Gezielte Angriffe erfolgten meist über einen Einstieg im Bürobereich. Von diesem Einstiegspunkt würden dann weitere Angriffe im Unternehmen durchgeführt, bis hin zu den Produktions- und Steuerungsanlagen. Eine Trennung der Sicherheitsmaßnahmen für verschiedene Unternehmensbereiche sei nicht erfolgreich, wenn die durchgängige Vernetzung des „Industrie 4.0“-Konzepts gewünscht ist. Angriffe könnten nur mit einem ganzheitlichen Ansatz verhindert werden. Aber es müsse auch die Frage erlaubt sein, ob Maschinen und Fertigungsanlagen, aber auch andere elektronische Geräte, immer mit dem Internet verbunden sein müssen. Es reiche ggf. aus, die Maschinen in einem abgesicherten, lokalen Netz zu kontrollieren.

Hardware-Sicherheitsmodule als Vertrauensanker

Kommunikationsprotokolle müssten laut Pollmann dafür ausgelegt sein, den Informationsfluss bestimmen zu können. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung könne eine abhörsichere Verbindung realisieren. Die Identifikation der Kommunikationspartner und Produkte spielten dabei eine große Rolle. Eine entsprechende Sicherung der Daten und Transaktionen werde über asymmetrische, kryptografische Verfahren durchgeführt. Unabhängig ob elektronische Signaturen oder Verschlüsselung zum Einsatz kommt: Die gesicherte Generierung und Speicherung sowie dann im zweiten Schritt die Anwendungen der kryptographischen Schlüssel stünden immer im Vordergrund. An dieser Stelle kämen die unterschiedlichen Arten von Hardware-Sicherheitsmodulen zur Anwendung. Solche ermöglichten es, die kryptographischen Schlüssel gesichert vor dem Zugriff von unautorisierten Personen zu speichern und zur Anwendung zu bringen.

Noch viel Entwicklungsarbeit erforderlich

Bis das Konzept „Industrie 4.0“ funktionieren kann, sei noch viel Entwicklungsarbeit zu leisten, so Pollmanns Fazit. Schutz vor unerlaubtem Zugriff sowie Schutz vor Sabotage und vor unachtsamer Bedienung seien für Industrieunternehmen essenziell und überlebensnotwendig. Intelligente und nachhaltige IT-Sicherheitsmaßnahmen müssten während der Gestaltung des „Industrie 4.0“-Konzeptes eingeführt werden und nicht danach.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 29.09.2014
Industrie 4.0 Collaboration Lab am KIT eröffnet

datensicherheit.de, 08.09.2014
Fraunhofer SIT: Der Weg zur sicheren Industrie 4.0

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