Industrie – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Thu, 15 Jan 2026 11:31:59 +0000 de hourly 1 Geister-Fabriken: Dark Factories zur Erhaltung industrieller Wertschöpfung in Deutschland https://www.datensicherheit.de/geister-fabriken-dark-factories-erhaltung-industrie-wertschoepfung-deutschland https://www.datensicherheit.de/geister-fabriken-dark-factories-erhaltung-industrie-wertschoepfung-deutschland#respond Wed, 14 Jan 2026 23:56:33 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=51740 Ein zunehmender Teil der Produktion wird künftig in menschen­leeren Fabriken allein mit Robotern stattfinden – diese „Dunklen Fabriken“ könnten helfen, die Deindustriali­sierung Deutschlands aufzuhalten und den Arbeitskräftemangel zu kompensieren

[datensicherheit.de, 15.01.2026] Jane Enny van Lambalgen, CEO von Planet Industrial Excellence, geht in ihrer aktuellen Stellungnahme auf sogenannte Geister-Fabriken („Dark Factories“) ein, welche demnach eine Chance für den Fortbestand der industriellen Wertschöpfung in Deutschland darstellen: „Ein zunehmender Teil der Produktion wird künftig in menschen­leeren Fabriken allein mit Robotern stattfinden. Diese ,Dark Factories’ können die Deindustriali­sierung Deutschlands aufhalten und den Arbeitskräftemangel längerfristig kompensieren.“ Van Lambalgen ist Mitglied bei „United Interim“, einer „Community für Interim Manager“ im deutschsprachigen Raum, sowie im „Diplomatic Council“, einer globalen Denkfabrik mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen (UNO).

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Foto: privat

Jane Enny van Lambalgen prognostiziert: Es entstehen weniger, aber dafür höher qualifizierte Arbeitsplätze!

Menschen­leeren Fabriken könnten Betriebskosten senken und Produktivität steigern

„Menschenleere Fabrikhallen, in denen die Produktion allein durch Roboter auf Hochtouren läuft, werden in den nächsten 15 Jahren zur Normalität werden“, so van Lambalgens Einschätzung. Diese „Geister-Fabriken“ der Zukunft würden mit den heutigen Produktions­anlagen soviel gemeinsam haben wie ein modernes Automobil mit einer Pferdekutsche.

  • Diese menschen­leeren Fabriken könnten die Betriebskosten um bis zu 25 Prozent senken, die Produktivität um bis zu 30 Prozent steigern und die Fehlerquoten um bis zu 40 Prozent reduzieren. Wenn in einer Fertigungshalle ausschließlich Roboter am Werk sind, könnten diese zwei- bis fünfmal schneller arbeiten als es aus Sicherheitsgründen bei Menschen im Raum geboten und erlaubt sei.

Man nennt solche vollautomatisierten Produktionsstätten „Smart Factories“ oder auch „Dark Factories“, weil die Roboter im Unterschied zu Menschen beim Arbeiten kein Licht benötigen. Diese „Dark Factories“ werden laut van Lambalgen zunächst vor allem in der Massenfertigung zum Einsatz kommen, also nicht bei der Einzelfertigung oder im Sondermaschinenbau.

„Autonomous Production Twins“ als technologische Grundlage für „Geister-Fabriken“

Als eine wesentliche technologische Grundlage für diese Entwicklung nennt sie „Autonomous Production Twins“ (APT) oder Digitale Zwillinge in der Fertigungs­industrie, um Produktions­prozesse autonom zu überwachen, zu steuern und zu optimieren.

  • Ein APT verknüpfe Echtzeit­informationen, welche über fortschrittliche Sensorik und digitale Zuliefersysteme erfasst würden, mit Künstlicher Intelligenz (KI), um eine virtuelle Repräsentation des Produktionssystems zu schaffen, welche selbstständig Entscheidungen treffen und Prozesse anpassen könne.

„Ein Autonomer Produktions­zwilling ist in der Lage, Produktionsprozesse aktiv zu steuern und auf unvor­hergesehene Ereignisse wie beispielsweise Engpässe in der Lieferkette durch automatische Umplanungen zu reagieren.“

„Geister-Fabriken“ als betriebs- und volkswirtschaftlich sinnvolle Alternative zur Produktionsverlagerung

Nach ihrer Einschätzung hat diese Entwicklung das Potenzial, die Deindustrialisierung Deutschlands zu verlangsamen und möglicherweise sogar aufzuhalten: „Der Aufwand zur Verlagerung von Fertigungs­kapazitäten ins Ausland ist hoch. Die schrittweise Automatisierung der Produktion im Inland mit der Langfristperspektive ,Dark Factory’ stellt in vielen Fällen eine betriebs- und volkswirtschaftlich sinnvolle Alternative dar.“

  • Die Tatsache, dass in vollautomatisierten Fertigungs­stätten mit viel weniger Personal gearbeitet werde, dürfe nicht zum „Totschlagargument“ werden, warnt van Lambalgen vor einer politisch-gesellschaftlichen Diskussion „Arbeiter gegen Roboter“.

In einer „Dark Factory“ würden zwar nur etwa zehn Prozent des Personalstammes benötigt werden, im Vergleich zu herkömmlichen Produktionsverfahren. Aufgaben wie Planung, Implementierung, Überwachung und Wartung müssten weiterhin zumindest teilweise von Menschen übernommen werden.

In einigen Fabriken führte Personalknappheit bereits zu personalfreien Nachtschichten

„Es entstehen weniger, aber dafür höher qualifizierte Arbeitsplätze!“, betont van Lambalgen, „was angesichts des demographischen Faktors mit einem zunehmenden Mangel an Arbeitskräften volkswirtschaftlich eine gute Nachricht ist.“ Sie verweist darauf, dass eine ganze Reihe von Unternehmen angesichts der Personalknappheit bereits eine personalfreie Nachtschicht in der Fertigung eingeführt habe.

  • Deutschland sollte diese Entwicklung daher in erster Linie als Chance ergreifen, um weiterhin als international wettbewerbsfähiger Produktionsstandort zu gelten – genug Zeit zur Anpassung sei vorhanden, meint sie. „,Dark Factories’ stellen eine technologische Heraus­forderung dar und werden sich daher in den nächsten Jahren erst allmählich durchsetzen. „Diese Zeitspanne kann Deutschland nutzen, um das Land in einer gemeinsamen Anstrengung von Politik, Wirtschaft und sicherlich auch Gewerkschaften auf diese nächste Fertigungsgeneration vorzubereiten“, lautet ihre Empfehlung.

Angesichts des demographischen Faktors sollte dabei nicht der Erhalt von Arbeitsplätzen um jeden Preis im Vordergrund stehen, sondern die Qualifizierung der heranwachsenden Generation für die neuen Arbeitsplätze: „Der Umgang mit KI-Systemen, die letztlich die Grundlage für ,Smart Factories’ bilden, muss für Beschäftigte künftig so selbstverständlich sein wie die Nutzung eines Smartphones!“

Bau Autonomer Fabriken indes durch EU-Regeln und Robotersteuer gefährdet

„Die politischen Diskussionen über neue EU-Regeln für menschenleere Fabriken bis hin zu einer eventuellen Robotersteuer können den Bau Autonomer Fabriken hierzulande möglicherweise verhindern“, warnt van Lambalgen, zudem würde dies die internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter schwächen. Selbst wenn in Deutschland auf absehbare Zeit keine „Geister-Fabriken“ entstünden, würde deren Inbetriebnahme in Ländern außerhalb der EU einen enormen Kostendruck auf die Produktion „made in Germany“ ausüben.

  • Sie verweist beispielhaft auf die „Dark Factory“ des chinesischen Technologieherstellers Xiaomi nördlich von Peking, welche im Dauerbetrieb ohne Fertigungsmitarbeiter (aber mit Wartungspersonal) pro Sekunde ein Smartphone produzieren könne. Die Fertigungskapazität liege derzeit bei bis zu zehn Millionen Smartphones pro Jahr und könne auf das Dreifache erweitert werden.

„Für rund 330 Millionen Dollar Entwicklungs­kosten hat Xiaomi einen Blick in die Zukunft der industriellen Fertigung geschaffen“, so van Lambalgen aus. Sie erläutert hierzu: „Bei der Errichtung einer ,Smart Factory’ entfallen etwa ein Drittel der Gesamtkosten auf Sensorik, Software und Infrastruktur, aber die höheren Investitionen zahlen sich bereits nach einem Betriebsjahr durch die deutlich niedrigere Lohnsumme aus.“ Hinzu käme die höhere Flexibilität, um auf Marktveränderungen zu reagieren, und das höhere Qualitätsniveau, was die Nachbesserungs­kosten senke und die Kundenzufriedenheit steigere.

Mut und Vision der Führungskräfte in der Industrie sowie politische Initiative gefordert

Eine derartige Vollautomatisierung werde in Deutschland auf Jahre hinweg noch die Ausnahme bleiben, vor allem bei der Einzelfertigung und im Sondermaschinenbau. Aber die schrittweise Einführung „menschenfreier Zonen“ für Teilbereiche der Produktion erwartet van Lambalgen auch hierzulande zusehends: Bereits in fünf Jahren könnte bis zur Hälfte der Fertigungsfläche „dunkel“ sein, schätzt sie.

  • Abschließend gibt sie zu bedenken: „Deutschland wird sich auf Dauer als international wettbewerbsfähiger Produktionsstandort nur halten können, wenn es in den nächsten fünf bis zehn Jahren gelingt, ,Smart Factories’ hierzulande im großen Stil zu errichten und das Arbeitsrecht entsprechend angepasst wird!“ Hierzu bedürfe es „Mut und Vision der Führungskräfte“ in der Industrie, aber auch einer entsprechenden politischen Initiative.

„Denn natürlich hat die Minderbeschäftigung durch ,Smart Factories’ erheblichen Einfluss auf die Renten- und Sozialsysteme, die alle auf der Besteuerung von menschlicher Arbeitskraft aufgebaut sind.“ Sie stellt klar: „Aufgrund des demographischen Faktors stoßen diese Systeme allerdings ohnehin an ihre Grenzen und müssen dringend reformiert werden. In der Sicherung des Produktions­standorts Deutschland durch die Förderung vollautomatisierter Fertigung hierzulande steckt daher auch ein wichtiger Baustein für den Umbau der Renten- und Sozialsysteme mit einem enormen Wertschöpfungspotenzial. Das wird allerdings nur gelingen, wenn die Politik den Mut zu Konzepten findet, die über den bloßen Ruf nach mehr Regulatorik oder einer Robotersteuer hinausgehen!“

Weitere Informationen zum Thema:

Planet Industrial Excellence
Unser Logo steht für Operational Excellence in der Produktion, beim Einkauf und in der Logistik. Unser Versprechen ist es, Schritt für Schritt eine industrielle, schlanke, nachhaltige und digitale Produktion und Supply Chain zu schaffen.

Planet Industrial Excellence
Jane Enny van Lambalgen ist seit 2020 CEO von Planet Industrial Excellence | Interim Management & Consulting

SIEMENS
„Lights-Out“-Fabrik

Deutschlandfunk, 09.09.2025
Dark Factory: Fachkräftemangel beschleunigt Automatisierung in Fabriken / Personalknappheit treibt Experten zufolge die Automatisierung von Fabriken voran

F PRO WELTWIRTSCHAFT , Thomas Bonschab, 04.12.2025
Industriepolitik: Europa verschläft das Zeitalter der „Dark Factories“

YouTube, WSJ The Wall Street Journal, 18.07.2025
China’s Dark Factories: So Automated, They Don’t Need Lights

datensicherheit.de, 25.03.2025
Intelligente Produktion: Smarte Roboter erobern die Fabrik​ / Vier Beispiele für das Zusammenspiel von KI und Edge Computing

datensicherheit.de, 25.02.2025
Neue Maßstäbe für dynamische Planungssicherheit: Digital Zwillinge und Daten-Streaming / Digitale Zwillinge bilden Objekte oder Prozesse in einer virtuellen Umgebung ab und nutzten umfangreiche Echtzeitdaten zur realistischen Simulation

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cybersecurityportal: Präsentation beim kostenfreien Web-Seminar am 29. Januar 2026 https://www.datensicherheit.de/cybersecurityportal-praesentation-webinar-29-januar-2026 https://www.datensicherheit.de/cybersecurityportal-praesentation-webinar-29-januar-2026#respond Sun, 11 Jan 2026 23:29:07 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=51688 Cybersicherheit soll Treiber der Digitalisierung für die Berliner Industrie sein – it’s.BB e.V. und Netzwerkpartner laden zur „cybersecurityportal“-Vorstellung ein

[datensicherheit.de, 12.01.2026] Das IT-Sicherheitsnetzwerk Berlin-Brandenburg, vertreten durch den it’s.BB e.V., lädt gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern Digitalagentur Berlin, Berlin Partner, M&H und NKMG zu einem kostenfreien Web-Seminar ein, bei dem das neue „cybersecurityportal“ von it’s.INBerlin vorgestellt werden soll. Dieses Web-Portal ist demnach ein Umsetzungsvorhaben vom „Masterplan Industriestadt Berlin 2022–2026“ und wurde speziell für die Bedürfnisse der Berliner Industrie entwickelt.

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Abbildung: it’s.INBerlin

CSP: „cybersecurityportal“ zur Stärkung der IT-Sicherheit in der Berliner Industrie

„cybersecurityportal“ bietet Berliner Industrie verschiedene Features

Die Digitalisierung der Industrie schreitet offenkundig rasant voran – und mit ihr steigen auch die Anforderungen an IT-Security, Resilienz und Digitale Souveränität. Viele Berliner Unternehmen stehen nun vor der zentralen Frage: „Wie lassen sich Fertigungs- und Produktionssysteme zuverlässig schützen und IT-Sicherheit zugleich als Innovationsmotor nutzen?“

Das „cybersecurityportal“ soll ihnen nun folgende Features bieten:

  • praxisnahe Orientierung und konkrete Handlungsempfehlungen,
  • ein unterstützendes Risikotool für schnelle und fundierte Einschätzungen,
  • sowie Zugang zu Weiterbildungs- und Vernetzungsangeboten.
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Abbildung: DIGITAL AGENTUR BERLIN

Einladung zur kostenfreien Teilnahme am 29. Januar 2026

„cybersecurityportal“ – Angebote, Informationen, Risikotool, Services, Weiterbildung u.a.

„Cybersicherheit als Treiber der Digitalisierung für die Berliner Industrie“
Web-Seminar am Donnerstag, dem 29. Januar 2026
von 10.00 bis 11.00 Uhr
Teilnahme kostenlos – Online-Anmeldung erforderlich

Präsentiert werden soll (ohne Gewähr):

  • wie es aktuell um die Cybersicherheit in der Berliner Industrie steht,
  • welche neuen Angebote und Services über das „cybersecurityportal“ verfügbar sind,
  • wie dieses Risikotool effizient im eigenen Unternehmen eingesetzt werden kann,
  • welche Chancen systematisches Risikomanagement und IT-Sicherheitsprozesse bieten
  • und wie über „it’s.INBerlin“ von Weiterbildungs- und Netzwerkangeboten profitiert werden kann.

Weitere Informationen zum Thema und Anmeldung:

t’s.BB
DAS IT-SICHERHEITSNETZWERK BERLIN-BRANDNEBURG

DIGITAL AGENTUR BERLIN
Wir unterstützen Berliner Unternehmen bei der Digitalisierung / Wir glauben an die Kraft und Wandelbarkeit von Berlin. Die Freiheit und Kultur in Berlin bieten die Chance, Neues auf eigene Weise einzusetzen. Digitalisierung unterstützt Unternehmen, ihr Potenzial zu entfalten.

DIGITAL AGENTUR BERLIN
Cybersicherheit als Treiber der Digitalisierung für die Berliner Industrie

CSP CYBER SECURITY PORTAL
Portal für IT-Sicherheit der Berliner Industrie: Praxisnahe Lösungen, Handlungsempfehlungen sowie Aus- und Weiterbildung

Industriestadt Berlin
it’s.INBerlin

Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe BERLIN
MASTERPLAN INDUSTRIESTADT BERLIN 2022‒2026

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Industrial AI: KI als Wegbereiter der industriellen Zukunft https://www.datensicherheit.de/industrial-ai-ki-wegbereiter-industrie-zukunft https://www.datensicherheit.de/industrial-ai-ki-wegbereiter-industrie-zukunft#respond Sat, 15 Nov 2025 23:01:29 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50969 „Industrial AI“ verspricht, Prozesse zu optimieren, Ressourceneinsatz zu reduzieren, neue datenbasierte Geschäftsmodelle zu ermöglichen und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschung und Technologieanbietern zu stärken 

[datensicherheit.de, 16.11.2025] Künstliche Intelligenz (KI) gilt inzwischen offenbar für eine Mehrheit der Befragten im industriellen Bereich als entscheidend für die eigene Wettbewerbsfähigkeit – ein neues Whitepaper des Digitalverbands Bitkom e.V. zur „Industrial AI“ zeigt hierzu den Status quo, Praxisbeispiele und politische Hebel auf.

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Abbildung: Bitkom

Bitkom-Whitepaper „Industrial AI – Intelligenz für die Produktion von morgen“

„Industrial AI“ gilt als Schlüssel zur nächsten Stufe der Automatisierung

„Ob selbstlernende Roboter, vorausschauende Wartung oder simulationsgestützte Entwicklung – KI ist in der Industrie angekommen und gilt dort als der Schlüssel zur nächsten Stufe der Automatisierung.“

  • Anfang des Jahres 2025 nutzten demnach bereits 42 Prozent der deutschen Industrieunternehmen KI in der Produktion. Diese sogenannte Industrial AI soll Prozesse optimieren, Ressourceneinsatz reduzieren, neue datenbasierte Geschäftsmodelle ermöglichen und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschung und Technologieanbietern stärken.

So seien 82 Prozent der Industrieunternehmen überzeugt, dass der KI-Einsatz zukünftig entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche sein werde.

Neues Bitkom-Whitepaper zur „Industrial AI“ veröffentlicht

Das neue Whitepaper „Industrial AI – Intelligenz für die Produktion von morgen“ soll nun einen Überblick über den Status quo, den Nutzen und die Voraussetzungen für „Industrial AI“ in Deutschland geben.

  • „Anhand von Praxisbeispielen aus Forschung & Entwicklung, Produktion, Logistik und Infrastruktur werden die vielfältigen Anwendungsfelder entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufgezeigt.“

Außerdem werde benannt, welche politischen Maßnahmen nötig sind, „damit erfolgreiche Projekte skaliert und Deutschlands Innovationsführerschaft gesichert werden kann – von Investitionen in Schlüsseltechnologien über praxisnahe Förderprogramme bis hin zu besseren Rahmenbedingungen für Zusammenarbeit und Fachkräfteförderung“.

Weitere Informationen zum Thema:

bitkom
Über uns

bitkom
Publikation / Industrial AI – Intelligenz für die Produktion von morgen

bitkom
Industrial AI – Intelligenz für die Produktion von morgen / Ein Bitkom-Report zu erfolgreichen KI-Anwendungen in der Industrie

bitkom
Industrial AI – The Future of Manufacturing / Einführung | Use Cases | Perspektive des Bitkom

datensicherheit.de, 19.04.2025
Latenzarmes Industrial IoT entscheidend für Erfolg smarter Industrie / Der Ausbau der Gigabit-Netze darf nicht ins Hintertreffen geraten – es gilt, das enorme wirtschaftliche IIoT-Potenzial zu erschließen

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Qilin-Gruppe dominiert: Ransomware-Angriffe auf deutsche Industrie nehmen zu https://www.datensicherheit.de/qilin-gruppe-dominanz-ransomware-angriffe-deutschland-industrie-zunahme https://www.datensicherheit.de/qilin-gruppe-dominanz-ransomware-angriffe-deutschland-industrie-zunahme#respond Fri, 03 Oct 2025 22:28:45 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50398 „Die Ransomware-Lage in Deutschland und Europa bleibt angespannt“, unterstreicht Abdulrahman H. Alamri und verweist auf die „Dragos Industrial Ransomware Analysis Q2 2025“

[datensicherheit.de, 04.10.2025] „Die Ransomware-Lage in Deutschland und Europa bleibt angespannt“, unterstreicht Abdulrahman H. Alamri, „Principal Threat Intelligence Analyst“ bei Dragos, in seiner aktuellen Stellungnahme und verweist auf die nun vorliegende „Dragos Industrial Ransomware Analysis Q2 2025“ – demnach wurden im zweiten Quartal 2025 weltweit 657 Angriffe auf Industrieunternehmen registriert. Damit liege diese Zahl zwar leicht unter dem Niveau des Vorquartals (708 Angriffe), in Europa habe sich jedoch das Gegenteil gezeigt: „Die dokumentierten Fälle stiegen von 135 auf 173. Keine andere Region verzeichnete einen vergleichbar starken Anstieg.“ Besonders stark betroffen seien Deutschland, Großbritannien und Italien. „Dort treffen die Angriffe vor allem Branchen, die das industrielle Rückgrat der Wirtschaft bilden!“, warnt Alamri.

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Foto: Dragos

Abdulrahman H. Alamri rät Unternehmen, sich bei ihren Verteidigungsstrategien an den „5 kritischen Maßnahmen“ des SANS Institute zu orientieren

Ransomware nimmt Kernbranchen der Industrie ins Visier

Die 173 Angriffe auf europäische Industrieunternehmen machten rund 26 Prozent aller weltweiten Ransomware-Vorfälle im zweiten Quartal 2025 aus. „Besonders betroffen sind Industriezweige, die in Deutschland eine zentrale Rolle spielen.“

  • Die Bauindustrie habe weltweit 110 Angriffe verzeichnet, im Maschinen- und Anlagenbau seien 63 Fälle dokumentiert worden. In der Automobilindustrie seien es 38 Angriffe gewesen, in der Chemie 20. Insgesamt sei das produzierende Gewerbe mit 428 Angriffen weltweit am stärksten ins Visier geraten – „und stand damit für 65 Prozent aller dokumentierten Fälle“.

Zusätzlich seien 77 Angriffe auf Transport- und Logistikunternehmen gezählt worden. Im Bereich Industrielle Steuerungssysteme und „Engineering“hätten die Analysten 75 Attacken registriert – „mehr als doppelt so viele wie im ersten Quartal“. Besonders dieser Anstieg betreffe zahlreiche, in diesem Sektor international führende deutsche Unternehmen.

„Qilin“ als aktivste Gruppe der Ransomware-Unterwelt

„Im zweiten Quartal 2025 entwickelte sich ,Qilin’ zur aktivsten Ransomware-Gruppe im Industriesektor“, berichtet Alamri. Die Angreifer hätten 101 dokumentierte Attacken verübt und seien damit für rund 15 Prozent der weltweit bekannten Vorfälle verantwortlich. Im ersten Quartal 2025 habe die Zahl noch bei 21 gelegen. „Qilin“ habe sich damit als führender Akteur nach dem Rückgang etablierter Gruppen wie „LockBit“ und „RansomHub“ positioniert.

  • Diese Gruppe betreibe eine Ransomware-as-a-Service-Plattform, über die sie erfahrene „Affiliates“ rekrutiere und unterstütze. „Teil des Angebots sind juristische Beratungsdienste, die Partner bei Verhandlungen stärken, sowie interne Medien- und PR-Teams, die gezielt den öffentlichen Druck auf betroffene Organisationen erhöhen.“

Auch technisch hebe sich „Qilin“ deutlich ab: „Die Gruppe nutzt automatisierte ,Tools’, um gezielt Schwachstellen in Fortinet-Produkten auszunutzen, etwa ,CVE-2024-21762‘ und ,CVE-2024-55591‘.“ Darüber gelinge rascher Zugriff auf interne Netzwerke, was tiefgreifende Angriffe ermögliche. „Für Unternehmen, die stark auf Fortinet-Systeme setzen, entsteht daraus ein erhebliches Risiko!“

Ransomware-Bedrohungslage verschärft sich weiter

Alamri führt aus: „Im März 2025 wurde ,Qilin’ operativ von der nordkoreanischen, staatlich unterstützten Hacker-Gruppe ,Moonstone Sleet’ übernommen. Seitdem steht nicht mehr nur finanzielle Erpressung im Vordergrund.“ Deren Aktivitäten zeigten zunehmend geopolitische Ausrichtung und zielten verstärkt auf Kritische Infrastrukturen (KRITIS).

  • Die Zahl der Ransomware-Angriffe in Europa nehme weiter zu und Deutschland sei als industrialisiertes Land besonders häufig betroffen. „Stark im Fokus stehen Angriffe auf zentrale Industriezweige wie Bauwesen, Maschinenbau, Automobilindustrie, Chemie, Logistik und Industrielle Steuerungssysteme.“ Mit „Qilin“ habe sich zudem eine Ransomware-Gruppe etabliert, welche sowohl technisch als auch organisatorisch neue Maßstäbe setze.

Angesichts dieser Entwicklung reiche es nicht aus, sich auf etablierte Standards zu verlassen. Alamri gibt abschließend zu bedenken: „Unternehmen sollten sich bei ihren Verteidigungsstrategien an den ,5 kritischen Maßnahmen’ des SANS Institute orientieren!“ Dieser Rahmen helfe dabei, „Incident Response“, Architektur, Sichtbarkeit, Fernzugriff und Schwachstellen-Management systematisch umzusetzen. „So entsteht bereits in frühen Reifegraden eine belastbare Grundlage für Resilienz gegenüber Bedrohungen, die zunehmend industrielle Schlüsselbranchen und Kritische Infrastrukturen ins Visier nehmen.“

Weitere Informationen zum Thema:

DRAGOS
Our Mission: “To safeguard civilization from those trying to disrupt the industrial infrastructure we depend on every day.“

DRAGOS
Abdulrahman H. Alamri / Abdulrahman H. Alamri is a Senior Intel Analyst II at Dragos. He holds a master’s degree in Cybersecurity and previously worked with the Saudi National Cybersecurity Authority (NCA) as a tactical threat intelligence team lead.

DRAGOS, Abdulrahman H. Alamri & Lexie Mooney, 14.08.2025
Dragos Industrial Ransomware Analysis: Q2 2025

DIGITAL BUSINESS, Stefan Girschner, 15.05.2025
Cyberangriffe Angriffstechniken: Die fünf gefährlichsten Vektoren

datensicherheit.de, 02.10.2025
Acronis: Ransomware dominiert Bedrohung im European Cybersecurity Month 2025 / Die Notwendigkeit des „European Cybersecurity Month“ unterstreichen laut Acronis aktuelle eigene Erkenntnisse – in der ersten Jahreshälfte 2025 blieb Ransomware weltweit die dominierende Bedrohung…

datensicherheit.de, 13.08.2025
Laut Veeam-Ransomware-Bericht für das zweite Quartal 2025 Zunahme der Attacken und Lösegeldzahlungen / Das zweite Quartal 2025 markiert einen Wendepunkt bei Ransomware, da gezieltes Social-Engineering und Datenexfiltration bei Hackern nun die methodische Erstwahl sind

datensicherheit.de, 02.03.2025
Darktrace Threat Report 2024: Malware-as-a-Service eine zunehmende Bedrohung / Malware-as-a-Service inzwischen für mehr als die Hälfte aller Cyber-Angriffe auf Unternehmen verantwortlich

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https://www.datensicherheit.de/qilin-gruppe-dominanz-ransomware-angriffe-deutschland-industrie-zunahme/feed 0
Software-Supply-Chain-Angriffe in der Industrie als TOP-1-Cybergefahr https://www.datensicherheit.de/software-supply-chain-angriffe-industrie-top-1-cybergefahr https://www.datensicherheit.de/software-supply-chain-angriffe-industrie-top-1-cybergefahr#respond Thu, 12 Jun 2025 22:45:05 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=48330 ENISA hat Software-Supply-Chain-Angriffe zur größten Bedrohung erklärt

[datensicherheit.de, 13.06.2025] Jan Wendenburg, der CEO von ONEKEY ist in seiner Stellungnahme vom 3. Juni 2025 auf den Umstand eingegangen, dass die Europäische Cybersicherheitsbehörde ENISASoftware-Supply-Chain-Angriffe zu der größten Bedrohung erklärt hat. Damit bestehe akuter Handlungsbedarf auch für industrielle IT- und OT-Systeme. Die Zahl der Vorfälle zu Software-Lieferketten hat sich in der EU demnach seit 2020 mehr als verdoppelt.

Zunehmend Software-Supply-Chain-Cyberattacken auf Embedded Systems in Deutschland

Auch die deutsche Industrie sieht sich laut Wendenburg zunehmend mit Software-Supply-Chain-Cyberattacken auf „smarte Systeme“, sogenannte Embedded Systems, konfrontiert. „Dies sind Angriffe, die gezielt über externe Komponenten, Software-Bibliotheken oder Firmware-Updates eingeschleust werden.“

  • Diese Form der Cyberkriminalität nutze Sicherheitslücken bei Zulieferern, Dienstleistern oder Softwareanbietern aus, um in der Lieferkette nachgelagerte Unternehmen oder gar den Endkunden anzugreifen. Besonders betroffen seien Industrieanlagen, Maschinensteuerungen (OT-Systeme / Operational Technology), IoT-Komponenten (Internet of Things) und andere eingebettete Systeme, welche meist langjährige Betriebszyklen hätten und selten sicherheitskritisch untersucht, überwacht und aktualisiert würden.

„Hier besteht akuter Handlungsbedarf“, betont Wendenburg mit Blick auf die Industrie. Er stellt hierzu klar: „Cybersecurity muss die gesamte Wertschöpfungskette umfassen, um wirksam zu sein!“

Laut ENISA gehören Supply-Chain-Angriffe zu den „Top 5“-Bedrohungen für industrielle IT- und OT-Systeme

Die Marktforschungsfirma Cybersecurity Ventures veranschlagt in einer aktuellen Studie den durch Supply-Chain-Angriffe verursachten Schaden auf weltweit 80 Milliarden Dollar jährlich. „Die Komplexität globaler Lieferketten verschärft das Problem“, so Wendenburg.

  • Er verweist auf einen Bericht der Europäischen Agentur für Cybersicherheit (ENISA), wonach zwei Drittel der Unternehmen in der EU mindestens schon einmal von kompromittierten Zulieferern betroffen waren.

Laut ENISA gehören Supply-Chain-Angriffe zu den „Top 5“-Bedrohungen für industrielle IT- und OT-Systeme und werden im „ENISA Foresight 2023 Report“ als die „TOP-1 Cybersecurity“-Gefahr herausgestellt.

Bösartiger Code über zwei Wege: Als Software in der Produktenwicklung oder als Teil eines Vorprodukts

Die deutsche Wirtschaft ist traditionell stark internationalisiert – der Wert der importierten Vorprodukte, die von der deutschen Industrie aus aller Welt bezogen und in ihre Produkte eingebaut werden, liegt in der Größenordnung von 370 Milliarden US-Dollar. Diese Importe von „intermediate goods“ sind von zentraler Bedeutung für die Produktion in Deutschland. „Jede verwendete Software und jedes mit vernetzter Digitaltechnik ausgerüstete Vorprodukt stellt eine potenzielle Gefahr dar“, erläutert Wendenburg die Dimension der Bedrohung.

  • Dabei bestehe das große Gefährdungspotenzial von Supply-Chain-Angriffen darin, dass nicht nur das jeweilige Unternehmen mit Schadsoftware infiziert werde, „sondern diese über Produktauslieferungen an Kunden weitergegeben wird“.

So wäre es beispielsweise möglich, dass ein Maschinenbauer an seine Kunden Anlagen mit industriellen Steuerungen abgibt, welche ein Schadprogramm in sich tragen. Dabei könne der bösartige Code über zwei Wege aus der Lieferkette kommen: „Entweder als Software, die in die Produktenwicklung einfließt, oder als Teil eines Vorprodukts, das im Endprodukt verbaut wird.“

Stark steigende Nachfrage nach Sicherheitsüberprüfungen von Geräten, Anlagen und Systemen mit Echtzeit-Betriebssystemen

„Dieser Trend ist alarmierend, da die Lieferketten der deutschen Industrie hochgradig vernetzt sind und ein einziger Angriff weitreichende Folgen haben kann“, unterstreicht Wendenburg und führt weiter aus: „Daher sollten ,Embedded Systems’, die in Steuerungstechnik, Automatisierung oder IoT-Geräten zum Einsatz kommen, einer umfassenden Prüfung im Hinblick auf Cybersecurity unterzogen werden!“ Das gelte ausnahmslos für alle Komponenten, also nicht nur die im eigenen Unternehmen entwickelten, sondern auch für die von Zulieferern übernommenen Vorprodukte.

  • Nach seinen Angaben erfährt ONEKEY derzeit eine „stark steigende Nachfrage nach Sicherheitsüberprüfungen von Geräten, Anlagen und Systemen mit Echtzeit-Betriebssystemen (Real-Time Operating Systems / RTOS), wie sie in ,Embedded Systems’ typischerweise zum Einsatz kommen“.

Das Düsseldorfer Sicherheitsunternehmen habe erst vor wenigen Monaten seine „Product Cybersecurity & Compliance Platform“ (OCP) weiterentwickelt, so dass diese auch RTOS-Firmware auf Schwachstellen und Sicherheitslücken überprüfen könne. Dies habe zuvor in der Branche als schwierig bis unmöglich gegolten, insbesondere bei sogenannten monolithischen Binärdateien, wie sie bei marktgängigen Echtzeit-Betriebssystemen wie etwa „FreeRTOS“, „Zephyr OS“, „ThreadX“ und anderen im Einsatz sind.

Zunehmende Komplexität industrieller Systeme lässt Supply-Chain-Angriffe zur immer größeren Bedrohung werden

Als ein besonders kritisches Einfallstor in der Lieferkette gälten Open-Source-Komponenten, welche in rund 80 Prozent aller Firmware-Stacks für „Embedded Systems“ enthalten seien. Sicherheitslücken in weitverbreiteten Bibliotheken wie „uClibc“, „BusyBox“ oder „OpenSSL“ könnten eine Vielzahl von Systemen gleichzeitig betreffen.

  • Der Fall „Log4Shell“ im Jahr 2021 – eine Schwachstelle in der weitverbreiteten „Java“-Bibliothek „Log4j“ – hatte gezeigt, wie gefährlich eine unsichere Software-Komponente sein kann, selbst wenn sie nur in einem Subsystem verwendet wird. Der „Log4Shell“-Fall gilt als einer der gravierendsten Sicherheitslücken der letzten Jahrzehnte, weil die Software Bestandteil von Millionen „Java“-Anwendungen ist, darunter auch zehntausende OT- und IoT-Systeme.

„Die zunehmende Komplexität industrieller Systeme, die Vielzahl externer Anbieter und die Langzeitnutzung von ,Embedded Systems’ lassen Supply-Chain-Angriffe zu einer immer größeren Bedrohung werden“, so Wendenburg. Er verweist auf Prognosen der Gartner Group, wonach bis 2026 über 45 Prozent aller Unternehmen mindestens einen Cybervorfall über die Lieferkette erleiden würden, der ihre Betriebsfähigkeit beeinträchtigt.

Höchste Zeit, Software für „Embedded Systems“ systematisch vor dem Einsatz und während des Betriebs zu überprüfen

„Die immer stärkere Integration von ,Industrial IoT’-Systemen und Robotik bis hin zu autonomen Produktionslinien öffnet geradezu ein Scheunentor für Attacken aus der Lieferkette“, gibt Wendenburg abschließend zu bedenken. Er appelliert an die Unternehmensführungen: „Es ist höchste Zeit, Software für ,Embedded Systems’, unabhängig ob aus eigenem Haus oder von Lieferanten systematisch vor dem Einsatz und laufend zu überprüfen! Wer das unterlässt, setzt nicht nur seine Produktion, sondern auch seine Reputation und Lieferfähigkeit aufs Spiel.“

  • Hinzu komme der rechtliche Aspekt: Die „Radio Equipment Directive“ EN18031 und der „EU Cyber Resilience Act“ (CRA) und andere gesetzliche Vorgaben schrieben die Verantwortung der Hersteller für die Cybersicherheit vernetzter Geräte, Maschinen und Anlagen zwingend vor.

Die „Product Cybersecurity & Compliance Platform“ (OCP) von ONEKEY ermögliche mit dem „Compliance Wizard“ eine automatisierte Überprüfung der Konformität zum CRA und weiteren cybersicherheitsrelevanten Normen. „Dies erleichtert die Vorbereitung auf Audits erheblich und reduziert den bürokratischen Aufwand, der durch neue Gesetze entsteht.“

Weitere Informationen zum Thema:

ONEKEY
Managen Sie Produkt Cybersicherheit und Compliance effizient

ONEKEY
Reduzieren Sie Komplexität, Kosten und Zeit für Ihre Produkt Compliance

Switch, Frank Herberg, 25.03.2024
Cyber-Bedrohung Nummer 1: Die Lieferkette

Europäische Kommission, 04.08.2021
ENISA veröffentlichte ihre Bedrohungslage für Lieferkettenangriffe

enisa, Juni 2023
GOOD PRACTICES FOR SUPPLY CHAIN CYBERSECURITY

enisa, 29.07.2021
Threat Landscape for Supply Chain Attacks

datensicherheit.de, 13.05.2024
Blinder Fleck der Cybersecurity: Software-Lieferketten als Einfallstor / Eine große Mehrheit der Unternehmen hatte einen Cyber-Vorfall innerhalb der vergangenen zwölf Monate

datensicherheit.de, 11.04.2025
BSI und ZenDis: openCode-Leitfaden zur Strategie einer automatisierten Absicherung von Softwarelieferketten / Gemeinsame Veröffentlichung vom BSI und ZenDiS für die Verwaltung

datensicherheit.de, 27.02.2025
Cyber Resilience Act – Absicherung der Software-Lieferkette / Cyberkriminelle nutzen zunehmend Schwachstellen in Entwicklungspipelines aus„

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Bis zu fünf Millionen US-Dollar Schaden nach Cyberangriffen auf Industrieunternehmen https://www.datensicherheit.de/5-millionen-dollar-schaden-cyberangriff-industrie https://www.datensicherheit.de/5-millionen-dollar-schaden-cyberangriff-industrie#respond Wed, 04 Jun 2025 22:11:29 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=48192 Ungeplante Ausfallzeiten nach Cyberangriffen dauern bei 86 Prozent der Betroffenen bis zu 24 Stunden

[datensicherheit.de, 05.06.2025] Kaspersky hat am 2. Juni 2025 Erkenntnisse aus der aktuellen Studie „Securing OT with Purpose-built Solutions“ veröffentlicht: Die große Mehrheit (88%) der Industrieunternehmen in der sogenannten EMEA-Region meldet demnach Schäden durch Cyberangriffe von bis zu fünf Millionen US-Dollar – „bei einzelnen Fällen lagen die Verluste sogar bei über zehn Millionen US-Dollar“. Diese gemeinsame Studie von Kaspersky und VDC Research macht auch detaillierte Angaben zur Kostenverteilung macht: „45 Prozent der Gesamtkosten entfallen auf Ausgaben für ,Incident Response’-Maßnahmen (24%) und auf Umsatzverluste (21%).“ Etwa ein Drittel gehe auf ungeplante Ausfallzeiten und Reparaturen (jeweils rund 16 Prozent) zurück. Weitere direkte Folgekosten entstünden durch Ausschuss oder unfertige Produkte und Lösegeldzahlungen (jeweils elf Prozent).

Cyberangriffe auf industrielle Infrastrukturen treffen zentrale Betriebsbereiche

„Die Studie ,Securing OT with Purpose-built Solutions’ zeigt, dass Cyberangriffe auf industrielle Infrastrukturen zentrale Betriebsbereiche treffen und erhebliche wirtschaftliche Folgen haben.“ Neben direkten Schäden wie Produktionsstopps, beschädigten Maschinen oder Verlusten bei unfertigen Produkten schlügen auch indirekte Kosten zu Buche – etwa durch entgangene Umsätze, Aufwendungen für „Incident Response“ oder Lösegeldzahlungen.

  • Unter Berücksichtigung aller genannten Kostenfaktoren schätzten zwölf Prozent der Befragten in der „EMEA-Region“, dass ein einzelner Cyberangriff Gesamtschäden von über fünf Millionen US-Dollar innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren verursache.

„In Einzelfällen lagen die Verluste sogar bei mehr als zehn Millionen.“ Die Mehrheit – 88 Prozent – veranschlage die Schäden auf unter fünf Millionen. Die Verteilung der Kosten variiere je nach Unternehmen und Vorfall erheblich, betreffe jedoch in der Regel mehrere Abteilungen und wirke sich sowohl auf den Umsatz als auch auf die Profitabilität aus.

Ungeplante Stillstände – Gefährdung des Ertrags und der Betriebsabläufe

Den Befragten zufolge entfallen in der „EMEA-Region“ durchschnittlich:

  • 24 Prozent der Gesamtkosten auf „Incident Response“,
  • 21 Prozent auf Umsatzverluste,
  • 16 Prozent auf Reparatur oder Ersatz beschädigter Anlagen,
  • 16 Prozent auf ungeplante Ausfallzeiten,
  • 11 Prozent auf Lösegeldzahlungen,
  • 11 Prozent auf Verluste durch Ausschuss oder nicht fertiggestellte Produkte.

Darüber hinaus zeige die Studie, dass bei 86 Prozent der Unternehmen ungeplante Ausfallzeiten in der Regel bis zu 24 Stunden andauerten.

Solche Betriebsunterbrechungen führten nicht nur zu erheblichen Umsatzeinbußen, sondern auch zu internen Prozessengpässen und einem Rückgang des Kundenvertrauens – „und unterstreichen damit die zentrale Bedeutung robuster OT-Cybersicherheitsmaßnahmen“.

Starke Cybersicherheit maßgeblich, um kostspielige Ausfälle und Geräteschäden zu verhindern

„Ungeplante Ausfallzeiten kosten Unternehmen schnell mehrere Millionen US-Dollar und sind ein besonders kritisches Thema für Industrie- und Fertigungsbetriebe“, kommentiert Andrey Strelkov, „Head of Industrial Cybersecurity Product Line“ bei Kaspersky. Er betont: „Wartungsstrategien allein reichen nicht aus. Eine starke Cybersicherheit ist entscheidend, um kostspielige Ausfälle und Geräteschäden zu verhindern. Wer Cybersicherheitsrisiken ignoriert, riskiert Ertragseinbußen und langanhaltende Stillstände!“

Kaspersky-Empfehlungen zur Absicherung industrieller Infrastrukturen:

  1. Sicherheitsstrategien in industriellen Umgebungen ganzheitlich denken und planen
    Vom Risikomanagement über Asset-Transparenz bis hin zu „Incident Response“!
  2. OT- und IT-Systeme zusammen betrachten und absichern
    Eine getrennte Betrachtung der Systeme ist heutzutage nicht mehr praktikabel!
  3. Spezialisierte, native XDR-Cybersicherheitslösungen (wie z.B. „Kaspersky Industrial Cybersecurity“ {KICS}) einsetzen
    Um eine durchgängige Absicherung industrieller Netzwerke mit zentralem Bedrohungsmonitoring, Risikobewertung, „Incident Response“, „Asset“-Transparenz und Auditierung zu ermöglichen – auch in komplexen, verteilten OT-Umgebungen!
  4. Regelmäßige Schulungen und „Awareness“-Maßnahmen für Mitarbeiter
    Diese tragen dazu bei, das Sicherheitsniveau langfristig zu erhöhen und menschliche Fehler zu reduzieren!
  5. Auf etablierte Cybersicherheitsanbieter setzen
    Diese sollten über branchenspezifische Expertise und ein tiefgehendes Verständnis für industrielle Prozesse verfügen!

Weitere Informationen zum Thema:

kaspersky
Download the Whitepaper: Securing OT with Purpose-built Solutions

kaspersky
Kaspersky Industrial CyberSecurity-Plattform / Native XDR-Plattform (Extended Detection and Response) zum Schutz kritischer Infrastrukturen / Demo anfordern

kaspersky
Kaspersky Security Awareness / Für ein sicheres und erfolgreiches Unternehmen eine Kultur der Cybersicherheit schaffen

datensicherheit.de, 25.10.2025
BEC- und FTF-Angriffe – Cyberbedrohung mit größtem Schadenspotenzial / Die Mehrheit der Cyberversicherungsansprüche des Jahres 2024 resultierte aus der Kompromittierung von Geschäfts-E-Mail-Betrug und Überweisungsbetrug

datensicherheit.de, 09.04.2025
Millionenschäden: Identitätsbetrug zum Schaden von Unternehmen / Aktuelle Studie von Entrust und Docusign zeigt weltweit zunehmende finanzielle Verluste bei Unternehmen

datensicherheit.de, 05.09.2023
Cyber-Kriminalität in Deutschland: Für 2023 wieder Schäden im Wert von über 200 Milliarden Euro erwartet / Bedrohung durch Cyber-Angriffe noch nie so akut wie heute

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OT/ICS-Cybersicherheit: Wachsende Bedrohungslandschaft für Unternehmen weltweit https://www.datensicherheit.de/ot-ics-cybersicherheit-bedrohungslandschaft-2025 https://www.datensicherheit.de/ot-ics-cybersicherheit-bedrohungslandschaft-2025#respond Thu, 27 Mar 2025 10:22:16 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=46937 Annual Report 2024 von TXOne Networks veröffentlicht / Dringende Maßnahmen zum Schutz der industriellen Abläufe

[datensicherheit.de, 27.03.2025] TXOne Networks, ein  Unternehmen im Bereich der Sicherheit von Cyber-Physical Systems (CPS), hat seinen jährlichen Bericht zur Cybersicherheit von Betriebstechnologien (OT) veröffentlicht. Darin werden verschiedene Risiken, wie Schwachstellen in der Versorgungskette, veraltete Infrastrukturen, Patching-Schwierigkeiten und Lücken bei der Reaktion auf Vorfälle, ausführlich beschrieben. Der neue Bericht, der öffentlich zum kostenlosen Download zur Verfügung steht, zeigt die wachsende Besorgnis über digitale Schwachstellen, die bei der Einführung von industriellen Kontrollsystemen (ICS), darunter intelligente Sensoren, Edge-Computing-Geräte, Asset-Tracking-Lösungen und Fernüberwachungs-Tools, auftreten können.

Herausforderung Cybersicherheit

„Wie können Unternehmen diese vernetzten Systeme effektiv gegen Cyber-Bedrohungen schützen? Das ist die dringende Herausforderung, der sich Chief Information Security Officers (CISOs) weltweit stellen müssen“, heißt es im Annual Report 2024 von TXOne Networks zur OT/ICS-Cybersecurity: „Traditionell konzentrierten sich Cybersecurity-Strategien auf den Schutz von IT-Systemen (Informationstechnologie) und deren digitalen Assets. Mit der fortschreitenden Digitalisierung der Industrie werden kritische Infrastrukturen jedoch zunehmend in einheitliche digitale Ökosysteme integriert, was die Angriffsfläche vergrößert. Aufgrund der wesentlichen Unterschiede zwischen OT- und IT-Systemen sind IT-zentrierte Sicherheitsmaßnahmen in OT-Umgebungen aber oft unzureichend. Da die OT-Systeme inzwischen eng verzahnt sind, werden diese Unzulänglichkeiten herkömmlicher IT-Schutzmaßnahmen deutlich, insbesondere im Hinblick auf die Sicherheit, Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit dieser Systeme.“

Die Ergebnisse des Berichts basieren auf einer groß angelegten Umfrage, die gemeinsam von TXOne Networks und Frost & Sullivan durchgeführt wurde und an der 150 Führungskräfte aus Asien, Europa, dem Nahen Osten und Nordamerika teilnahmen. Die Studie deckt mehrere Industriesektoren ab, z.B. die Automobilindustrie, die Lebensmittelindustrie, die Öl- und Gasindustrie, die pharmazeutische Industrie und die Halbleiterindustrie, die alle für die Weltwirtschaft von entscheidender Bedeutung sind und in besonderem Maße den Herausforderungen der OT-Cybersicherheit ausgesetzt sind.

94 Prozent der befragten Unternehmen im vergangenen Jahr von OT-Cyber-Vorfällen bedroht

Der Bericht zeigt, dass 94 Prozent der befragten Unternehmen angaben, im vergangenen Jahr von OT-Cyber-Vorfällen bedroht gewesen zu sein, während 98 Prozent IT-Vorfälle hinnehmen musste, die auch ihre OT-Umgebungen betrafen. Während Ransomware-Vorfälle von 47 Prozent der Befragten im Jahr 2023 auf 28 Prozent im Jahr 2024 zurückgingen, erwiesen sich staatlich-gestützte Angriffe auf Kritische Infrastrukturen (KRITIS) als wachsendes Problem. Advanced Persistent Threats (APTs), Schwachstellen in der Supply-Chain-Software und fortschrittliche Malware, wie Fuxnet und FrostyGoop, gehören daher zu den vielfältigen Bedrohungen, die im 2024 Annual OT/ICS Cybersecurity Report dokumentiert sind.

Der Bericht von TXOne Networks beleuchtet darüber hinaus wichtige Erkenntnisse zu einer Reihe von Themen:

  • Veränderte Bedrohungslandschaft in OT-Umgebungen.
  • Priorisierung von Schwachstellen und Bewältigung von Patching-Herausforderungen.
  • Trends bei Regulierung und Standardisierung.
  • Fallstricke überwinden und somit die Zukunft sichern.
Dr. Terence Liu, CEO von TXOne Networks

Dr. Terence Liu, CEO von TXOne Networks, Bild TXOne Networks

„Da große Unternehmen ihre Sicherheitsvorkehrungen verstärken, erweitert sich der Fokus der OT-Cyber-Sicherheit über die Sichtbarkeit hinaus auf Schutz, fortschrittliche Bedrohungserkennung und robuste Sicherheitssteuerung“, erklärt Dr. Terence Liu, Chief Executive Officer (CEO) von TXOne Networks. „Asset Discovery und Schwachstellen-Management sind somit lediglich der Anfang. Die anhaltende Zunahme von OT-Cyber-Angriffen, wie sie im diesjährigen Bericht hervorgehoben wird, unterstreicht die Notwendigkeit, dass Unternehmen – insbesondere solche, die über keine speziellen OT-Sicherheitsmaßnahmen verfügen – dringend handeln müssen. Die Anbieter von Sicherheitsprodukten müssen dabei den Weg weisen, indem sie durch Wissensaustausch und Innovation die Lücken schließen. Wir bei TXOne Networks setzen uns dafür ein, die globalen OT-Sicherheitsstandards zu heben und eine widerstandsfähigere Zukunft für die industrielle Cyber-Sicherheit zu gestalten.“

Weitere Informationen zum Thema:

TXOne Networks
Annual OT/ICS Cybersecurity Report 2024

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Intelligente Produktion: Smarte Roboter erobern die Fabrik​ https://www.datensicherheit.de/produktion-smarte-roboter-fabrik https://www.datensicherheit.de/produktion-smarte-roboter-fabrik#respond Tue, 25 Mar 2025 11:08:17 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=46837 Vier Beispiele für das Zusammenspiel von KI und Edge Computing

[datensicherheit.de, 25.03.2025] Die intelligente Fabrik ist längst Realität – und auch der „unwissende“ Roboter von einst gehört mehr und mehr der Vergangenheit an und werden durch sogenannte „smarte Roboter“ nach und nach ersetzt. Eine solche Fabrik zeichnet sich durch die Kombination verschiedener Technologien aus, die nahtlos ineinandergreifen. NTT DATA erklärt, welche Rolle KI und Edge Computing dabei spielen. ​

Jochen Gemeinhardt, Head of Production & Supply Chain bei NTT DATA DACH

Jochen Gemeinhardt, Head of Production & Supply Chain bei NTT DATA DACH, Bild: NTT DATA

Seit mehr als einem halben Jahrhundert sortieren, schrauben, nieten, schweißen und lackieren Industrieroboter in den Fabriken dieser Welt. Bislang folgten sie dabei streng vorgegebenen Bewegungsabläufen, doch inzwischen kann Künstliche Intelligenz (KI) die mechanischen Helfer flexibler, effizienter und zuverlässiger machen.

Smarte Roboter und die Optimierungspotenziale

Vor allem im Zusammenspiel mit einem digitalen Zwilling, der die gesamte Produktionsumgebung abbildet, ergeben sich erhebliche Optimierungspotenziale in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen. NTT DATA stellt vier Beispiele vor.

  • Präzise und adaptive Robotersteuerung. In naher Zukunft werden Roboter dank Künstlicher Intelligenz und moderner Sensortechnologie flexibler, autonomer und vollständig ins Industrial Metaverse integriert sein. Mit Hilfe von hochauflösenden Kameras, KI-gestützter Bildverarbeitung, Edge-Computing und Generative AI (GenAI) können sie ihre Umgebung in Echtzeit analysieren und flexibel auf jede noch so unvorhergesehene Situation reagieren. Insbesondere GenAI hilft den Robotern, kreative Lösungen etwa bei Produktionsstörungen oder Materialengpässen zu entwickeln und selbstständig Alternativen auszuwählen. Durch die Integration ins Industrial Metaverse werden zudem physische und digitale Produktionswelten noch stärker miteinander verknüpft: Digitale Zwillinge ermöglichen es beispielsweise, Produktionsprozesse in Echtzeit zu überwachen und zu simulieren, ohne den laufenden Betrieb zu stören. Unternehmen können so fundierte Entscheidungen treffen und ihre Effizienz steigern. Edge-Computing liefert die nötige Rechenleistung für die Datenverarbeitung und Entscheidungsfindung direkt vor Ort, der aktuelle Mobilfunkstandard 5G wiederum sorgt für eine extrem schnelle und zuverlässige Datenübertragung mit geringer Latenz, wie sie Echtzeitanwendungen benötigen.
  • Qualitätskontrolle in Echtzeit. In der modernen Produktion ermöglicht die Kombination von KI, Edge-Computing und Industrial Internet of Things (IIoT) eine völlig neue Art der Qualitätskontrolle. KI-gestützte Bildverarbeitung und Mustererkennung sorgen dafür, dass Produktionsfehler – etwa falsch montierte Bauteile, Oberflächenfehler wie Kratzer und Risse, Farbabweichungen oder fehlende Komponenten – in Echtzeit erkannt werden. Dazu sammeln Sensoren, die direkt an den Produktionsanlagen und -linien installiert sind, kontinuierlich Daten, die über das IIoT-Netzwerk an lokale Edge-Computing-Systeme übermittelt werden. GenAI wird auch in der Qualitätskontrolle eine wichtige Rolle spielen: Wenn Roboter in der Produktion auf unbekannte oder unregelmäßige Objekte stoßen, können sie diese nicht nur erkennen, sondern auch selbstständig eine Lösung für das Problem finden. So kann der Roboter ein ihm unbekanntes Bauteil anhand von Datenbanken oder Bildern aus dem Internet identifizieren und herausfinden, wie es richtig gehandhabt werden muss, um Beschädigungen oder Produktionsunterbrechungen zu vermeiden.
  • Vorausschauende Wartung. Die vorausschauende Wartung wird durch den Einsatz der genannten Technologien „revolutioniert“. Sensoren an kritischen Maschinenkomponenten wie Lagern, Motoren und Hydrauliksystemen überwachen kontinuierlich Betriebsparameter wie Temperatur, Vibrationen, Geräusche und Druck. Diese Daten werden in Echtzeit analysiert, um den Zustand der Maschinen zu überwachen und Abweichungen anzuzeigen, die auf einen Verschleiß oder drohenden Ausfall hindeuten. Mit GenAI lassen sich noch fortschrittlichere Wartungslösungen realisieren. GenAI kann nicht nur Anomalien erkennen, sondern auch Vorschläge zur Optimierung der Maschinenparameter entwickeln – mit dem Ziel, den Verschleiß zu minimieren und die Lebensdauer zu verlängern. Droht ein Defekt, schlägt die Technologie zudem in Echtzeit alternative Reparaturstrategien vor.
  • Optimierte Lagerhaltung und Energieeffizienz. Ein weiterer Vorteil ist die automatisierte Bestandsüberwachung. Sensoren erfassen kontinuierlich den Bestand an Materialien und Bauteilen, sodass die Lagerbestände automatisch aktualisiert und angepasst werden. Ein intelligentes Bestandsmanagement in Echtzeit kann verhindern, dass Teile fehlen oder unnötig vorgehalten werden, was Lagerkosten und Kapitalbindung reduziert. In Verbindung mit vorausschauender Wartung und Qualitätskontrolle in Echtzeit trägt ein solches Bestandsmanagement dazu bei, Produktionsprozesse noch reibungsloser zu gestalten. Werden Maschinenausfälle vermieden und Produktionsfehler sofort erkannt, lassen sich Verzögerungen vermeiden und die Lagerhaltung optimal auf den aktuellen Bedarf abstimmen. Eine effiziente Gestaltung des Materialflusses minimiert unnötige Lagerbewegungen und -prozesse, sodass darüber hinaus erhebliche Energieeinsparungen erzielt werden können. Dies trägt direkt zur Reduzierung des CO₂-Ausstoßes bei und hilft Unternehmen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und gleichzeitig die Betriebskosten zu senken.

„Industrieroboter werden durch Kombination von KI, Generative AI und Edge-Computing zu autonomen, flexiblen Systemen und leiten eine neue Ära der Produktionsoptimierung ein. Mit Integration in das Industrial Metaverse und unterstützt durch digitale Zwillinge können Unternehmen umfangreiche Simulationen durchführen, die zuverlässige Vorhersagen und Prozessanpassungen erlauben – ohne Unterbrechung der realen Produktion. Diese

Technologien ermöglichen nicht nur eine dynamische Optimierung von Produktionsparametern und die Reduktion des Energieverbrauchs, sondern führen auch zu einem Paradigmenwechsel im operativen Betrieb und Geschäftsmodell. Produktionsprozesse werden immer dezentraler, anpassungsfähiger und datengesteuerter, während Unternehmen gleichzeitig neue Wertschöpfungspotenziale durch flexible Fertigungslinien und datenbasierte Geschäftsmodelle erschließen. Dadurch schaffen sie eine adaptive, effiziente und nachhaltige Fertigungsumgebung, die optimal für künftige Anforderungen gewappnet ist“, erklärt Jochen Gemeinhardt, Head of Production & Supply Chain bei NTT DATA DACH.

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Cyberangriffe: Zunahme auf Produktionsbetriebe weltweit https://www.datensicherheit.de/cyberangriffe-zunahme-produktionsbetriebe https://www.datensicherheit.de/cyberangriffe-zunahme-produktionsbetriebe#respond Tue, 25 Feb 2025 14:11:54 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=46369 Weniger als die Hälfte der Unternehmen sind darauf vorbereitet

[datensicherheit.de, 25.02.2025] Eine weltweite Studie von Omdia hat ergeben, dass 80 Prozent der Fertigungsunternehmen im letzten Jahr einen erheblichen Anstieg an Sicherheitsvorfällen oder -verletzungen insgesamt zu verzeichnen hatten, aber nur 45 Prozent in Bezug auf ihre Cybersicherheit angemessen vorbereitet sind.

Befragung unter mehr als 500 Führungskräften

Omdia befragte weltweit über 500 Führungskräfte aus dem Technologiebereich zur Konvergenz von Informationstechnologie (IT) und Betriebstechnologie (OT) – oder physischen Systemen – in ihren Kerngeschäften und wie sie mit den Herausforderungen der Cybersicherheit umgehen und auf Cyberangriffe vorbereitet sind. Der Bericht für die Studie wurde in Zusammenarbeit mit Telstra International, dem globalen Unternehmensbereich des führenden Telekommunikations- und Technologieunternehmens Telstra, erstellt.

Cyberangriffen – Geänderte Rahmenbedinungen erhöhen das Risiko

Das erhöhte Risiko von Cyberangriffen entsteht, da Produktionsbetriebe dazu übergehen, IT-Ressourcen wie Cloud, KI und Internet der Dinge (IoT) als Teil ihrer digitalen Transformation zu nutzen – ein Prozess, der als Industrie 4.0 definiert wird. Die Konvergenz von IT und traditioneller OT kann zwar die Skalierbarkeit, Resilienz und Effizienz des Betriebs erhöhen, vergrößert aber auch die Angriffsfläche für Cyber-Bedrohungen. Kritische Branchen sind zunehmend lukrative Ziele für Cyberangriffe, einschließlich Ransomware.

Produktionsbetriebe, die von einem Cyberangriff betroffen waren, berichteten, dass ein Problem mit der Ausfallsicherheit oder Verfügbarkeit im Einzelfall zwischen 200.000 und zwei Millionen US-Dollar kosteten. Die größten Schäden entstanden, wenn Vorfälle Unternehmens- und Konzernsysteme oder die Produktionssteuerung betrafen.

Geraldine Kor, Head of Global Enterprise Business bei Telstra International, sagt: „Eine größere Konnektivität zwischen IT und OT ist notwendig, um fortschrittliche Technologien für Innovationen in der Produktion zu nutzen, aber sie erhöht auch die Risiken einer Sicherheitsverletzung.“ Allerdings seien nur wenige Unternehmen bei Schutz und Abwehr von Cyberrisiken ausreichend vorbereitet.

„Unsere Studie hat auch eine fragmentierte Herangehensweise bei der Sicherheitsverantwortung aufgedeckt, die dazu führen kann, dass Produktionsbetriebe keine klare Ausrichtung haben. Die Zuständigkeiten müssen eindeutig und einheitlich sein, so dass eine Gruppe oder Person die Befugnis hat, auf die Sicherheitsherausforderungen für unternehmenskritische Systeme zu reagieren.  Ebenso wichtig sind die richtigen Mitarbeitenden und eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur, da ihr Fehlen die Sicherheitsbereitschaft beeinträchtigt und technische Herausforderungen verstärkt,“ so Kor weiter.

Ganesh Narayanan, Global Head of Cyber Security bei Telstra International, merkt an, dass sich das verarbeitende Gewerbe und andere Industriezweige traditionell auf Air Gapping für die Sicherheit verlassen. OT-Systeme sind dabei typischerweise physisch von den IT-Systemen des Unternehmens getrennt, um sie vor externen Bedrohungen zu schützen.

Dieser Ansatz ist jedoch angesichts der zunehmenden IT-OT-Konvergenz, die die Angriffsfläche erheblich vergrößert, nicht mehr haltbar.

Er serklärt: „Die Integration von IT und OT schafft einen enormen Wert für Unternehmen in allen Branchen, aber Unternehmen müssen sich mit den Risiken auseinandersetzen, um das Potenzial sicher auszuschöpfen. Unternehmen sollten der IT/OT- und IoT-Sicherheit in sechs Kernbereichen Priorität einräumen: Zusammenarbeit und Planung, Festlegung einer Strategie, Stärkung des technischen Fachwissens, Zuweisung von Verantwortung und Rechenschaftspflicht, Nutzung der richtigen Tools und Beschleunigung der Bereitschaft durch Standards.“

Adam Etherington, Senior Principal Analyst bei Omdia, sagt: „Unsere Studie beleuchtet kritische Angriffsvektoren und daraus abgeleitete Lektionen, und bietet aktuelle Ratschläge für alle Führungskräfte, die für IT und OT verantwortlich sind.

Eine umfassendere Konnektivität zwischen IT und OT ist für das Design und die Verbesserung von Produktionssystemen, sowohl in neuen (Greenfield) als auch in bestehenden (Brownfield) Anlagen.  Um Innovation, Verfügbarkeit, Sicherheit und Schutz schrittweise zu verbessern, müssen Unternehmen Cloud, IoT, KI und private Netzwerke nutzen, wobei die IT/OT-Konvergenz diese Technologien zum Leben erweckt.

Die meisten Unternehmen haben jedoch mit teuren Ausfällen und Sicherheitsvorfällen zu kämpfen, weil die traditionellen Sicherheitskontrollen, -richtlinien und -kulturen nicht Schritt halten können. Angesichts des Ausmaßes der Kosten für Ausfallzeiten aufgrund von Sicherheitsverletzungen oder Netzwerkvorfällen, die den Betrieb beeinträchtigen, ist es wichtig, die Ursachen besser zu verstehen, um proaktiv Abhilfe schaffen zu können.“

Weitere Infoirmationen zum Thema:

datensicherheit.de, 11.02.2025
OT-Sicherheit: Klassischer AirGap-Ansatz ist Illusion

Telstra International
Secure manufacturing: the challenges of IT/OT convergence

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Incident Response in Industrie-Unternehmen: Online-Veranstaltung am 16. Oktober 2024 https://www.datensicherheit.de/incident-response-industrie-unternehmen-online-veranstaltung-16-oktober-2024 https://www.datensicherheit.de/incident-response-industrie-unternehmen-online-veranstaltung-16-oktober-2024#respond Wed, 02 Oct 2024 16:15:30 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=45415 Ransomware-Angriffe nehmen offensichtlich weiter zu – und nicht nur die Industrie sollte sich vor Cyber-Angriffen schützen

[datensicherheit.de, 02.10.2024] Das IT-Sicherheitsnetzwerk Berlin-Brandenburg, vertreten durch it’s.BB e.V., lädt zur „Awareness“-Veranstaltung mit dem Schwerpunkt „Incident Response“ in Industrie-Unternehmen ein. Ransomware-Angriffe nehmen offensichtlich weiter zu – und jedes Unternehmen sollte sich vor Cyber-Angriffen schützen. Das Web-Seminar wird wieder in Zusammenarbeit mit der IHK Berlin organisiert.

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Abbildung: it’s.BB e.V.

Der it’s.BB e.V. lädt zur „Awareness“-Veranstaltung mit dem Schwerpunkt „Incident Response“ in Industrie-Unternehmen

Aktuelle Gefahren in Industrie-Unternehmen sowie priorisierte Maßnahmen

Konkret stellt sich angesichts der Bedrohung die Frage, was die Unternehmen konkret tun können – so könnten sie sich präventiv auf diesen Fall vorbereiten und auf Experten hören, aber dies ist mit finanziellem Aufwand verbunden…

Die Erfahrung zeige nun leider, „dass viele Menschen erst einmal in den Brunnen fallen müssen, um Änderungen voranzubringen“. Dieses Web-Seminar soll laut it’s.BB ein kurzer Ausflug in das „Neuland“ der IT- und OT-Security sein, um aktuelle Gefahren in Industrie-Unternehmen sowie priorisierte Maßnahmen aufzuzeigen und die Gefahr zumindest etwas zu bannen.

Web-Seminar zur „Incident Response“ in Industrie-Unternehmen

Web-Seminar am Mittwoch, dem 16. Oktober 2024,
16.00 bis 17.00 Uhr via „MS Teams“-Plattform
Teilnahme kostenlos, Anmeldung erforderlich (s.u.).

Agenda (ohne Gewähr)

16.00-16.10 Uhr Begrüßung
– Daniel Jedecke, Senior Expert HiSolutions AG
– Anna Borodenko, IHK Berlin

16.10-16.45 Uhr
„Aktuelles Lagebild“
• „Was ist ,IT und OT’?“
• „Was passiert bei einem Cyber-Angriff?“
• „Maßnahmen gegen Cyber-Angriffe“
• „Was sollte priorisiert werden?“
– Daniel Jedecke, Senior Expert HiSolutions AG

16.45-17.00 Fragen / Diskussion / Abschluss

Weitere Informationen zum Thema und Anmeldung:

eventbrite
Mittwoch, 16. Oktober / it’s.BB-Awareness: Incident Response in Industrie-Unternehmen

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