Lebensmittelampel – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Sun, 24 Mar 2019 21:50:04 +0000 de hourly 1 foodwatch fordert Engagement für Lebensmittelampel in Deutschland https://www.datensicherheit.de/foodwatch-fordert-engagement-fuer-lebensmittelampel-in-deutschland https://www.datensicherheit.de/foodwatch-fordert-engagement-fuer-lebensmittelampel-in-deutschland#respond Mon, 21 Jan 2019 20:54:23 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=29775 Französisches Vorbild „Nutri-Score“ informiert in Ampelfarben über ausgewogene Produkte

[datensicherheit.de, 21.01.2019] foodwatch hat nach eigenen Angaben Bundesernährungsministerin Julia Klöckner aufgefordert, sich umgehend für eine sogenannte Lebensmittelampel in Deutschland stark zu machen – Frankreich etwa zeige längst, wie eine verbraucherfreundliche Nährwert-Kennzeichnung aussehen könnte: Das dortige „Nutri-Score“-Modell mache es leicht, ausgewogene Produkte auf einen Blick zu erkennen.

Französische Nährwertampel als Vorbild

„Mit der französischen Nährwertampel können Verbraucherinnen und Verbraucher verarbeitete Lebensmittel wie Frühstücksflocken und Tiefkühlpizzen auf einen Blick miteinander vergleichen – was nachweislich zu einem gesünderen Kaufverhalten führt“, erläutert Luise Molling von foodwatch.
Die Verbraucherorganisation fordert Bundesernährungsministerin Klöckner zum Handeln auf: „Die Lösung für Frau Klöckners Beteuerungen, die gesunde Wahl zur einfachen Wahl machen zu wollen, liegt mit dem ,Nutri-Score‘ längst auf dem Tisch.“

Für eine verpflichtende europaweite Ampelkennzeichnung

In Deutschland hätten die Hersteller Iglo und Danone bereits angekündigt, ihre Produkte ab 2019 schrittweise mit dem „Nutri-Score“ zu kennzeichnen. Die Bundesernährungsministerin müsse nun dafür sorgen, dass auch andere Hersteller nachziehen – nur dann könnten Verbraucher verschiedene Produkte schnell miteinander vergleichen. Die Verbraucherorganisation fordert Klöckner zudem auf, sich auf europäischer Ebene für eine verpflichtende europaweite Ampelkennzeichnung stark zu machen.
Klöckner sei indes gegenüber einer Lebensmittelampel skeptisch. Zunächst müsse man wissenschaftlich analysieren, welches Kennzeichnungsmodell am sinnvollsten sei, habe sie im „ZDF-Morgenmagazin“ geäußert. foodwatch verweist hingegen auf eine bereits durchgeführte Studie der französischen Regierung: Diese habe ergeben, dass Verbraucher mit dem „Nutri-Score“ gesünder einkauften. Eine internationale Studie habe zudem gezeigt, dass das Modell am besten geeignet sei, um die Nährwertqualität von Produkten beurteilen zu können.

Mehr als 2.000 Ärzte haben Bundesregierung zum Handeln aufgefordert

Ärzteverbände, Krankenkassen und Verbraucherorganisationen forderten schon lange wirksame Maßnahmen gegen Fehlernährung und Übergewicht, wie eine verbraucherfreundliche Nährwertkennzeichnung in Ampelfarben, eine Beschränkung der Lebensmittelwerbung an Kinder sowie eine Herstellerabgabe auf gesüßte Getränke.
2018 hätten mehr als 2.000 Ärzte die Bundesregierung zum Handeln aufgefordert. Gegen diese Maßnahmen wehre sich die Lebensmittelindustrie „vehement“. Auch auf den „massiven Lobbydruck“ hin sei im Jahr 2010 die Einführung einer europaweiten Lebensmittelampel gescheitert.

Auch Belgien und Spanien wollen „Nutri-Score“ einführen

In Ermangelung einer verbindlichen europäischen Regelung hätten mehrere Länder Ampelkennzeichnungen auf freiwilliger Basis eingeführt. Das französische Modell „Nutri-Score“ finde dabei gegenwärtig immer mehr Unterstützer. 2018 von der französischen Regierung eingeführt und bereits von 90 Unternehmen übernommen, hätten inzwischen auch Belgien und Spanien angekündigt, die „Nutri-Score“-Ampelkennzeichnung einzuführen. Das Modell sei von Wissenschaftlern entwickelt worden und nehme eine Gesamtbewertung des Nährwertprofils eines Produktes vor, indem günstige und ungünstige Nährwertbestandteile mit Punkten bewertet und dann miteinander verrechnet würden.
Seit Ende 2016 gelte zwar für alle verpackten Lebensmittel in der EU eine Pflicht zur Kennzeichnung der Nährwerte Fett, gesättigte Fette, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz. Diese Angaben dürften allerdings im Kleingedruckten auf der Rückseite der Verpackung erfolgen.

Weitere Informationen zum Thema:

foodwatch.org
NUTRI-SCORE

foodwatch, 02.05.2018
Fettleibigkeit, Diabetes, Zahnkrankheiten: Mehr als 2.000 Ärztinnen und Ärzte fordern Maßnahmen gegen Fehlernährung – auch Krankenkassen und Fachgesellschaften unterstützen Offenen Brief an Bundesregierung

datensicherheit.de, 23.08.2018
Vorbild Frankreich: Belgien führt Lebensmittelampel ein / „Nutriscore“-Modell soll gesunde Ernährung fördern

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Vorbild Frankreich: Belgien führt Lebensmittelampel ein https://www.datensicherheit.de/vorbild-frankreich-belgien-lebensmittelampel https://www.datensicherheit.de/vorbild-frankreich-belgien-lebensmittelampel#respond Thu, 23 Aug 2018 18:43:25 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=28547 „Nutriscore“-Modell soll gesunde Ernährung fördern

 [datensicherheit.de, 23.08.2018] Belgien folgt nach Angaben des foodwatch e.V. dem Beispiel Großbritanniens und Frankreichs: Vorgesehen ist die Einführung einer Nährwert-Ampel für Lebensmittel. Um es den Verbrauchern „leichter zu machen, sich für eine gesunde Ernährung zu entscheiden“, sollen Verpackungen belgischer Produkte in Kürze zusätzlich mit einer Ampelkennzeichnung dargestellt werden, so die belgische Gesundheitsministerin am 21. August 2018. Daher fordert die Verbraucherschutzorganisation foodwatch Bundesernährungsministerin Julia Klöckner auf, „ihren Widerstand gegen eine Lebensmittelampel aufzugeben“. Sie solle sich auf europäischer Ebene für eine verpflichtende Kennzeichnung stark machen.

Immer mehr Länder in Europa führen Lebensmittelampeln ein

Da die Pflicht zur Nährwertkennzeichnung EU-weit einheitlich geregelt sei, könnten die EU-Mitgliedsstaaten zusätzliche, farbbasierte Kennzeichnungsmodelle nur auf freiwilliger Basis einführen.
„Erst Großbritannien, dann Frankreich, jetzt Belgien – immer mehr Länder in Europa führen Lebensmittelampeln ein. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner wehrt sich jedoch mit Händen und Füßen gegen eine farbliche Kennzeichnung von Zucker, Salz & Co. – und das, obwohl Ärzteverbände, Krankenkassen und Verbraucherorganisationen ein Ampel-System schon seit Jahren fordern, und auch die Mehrheit der Menschen in Deutschland eine Ampel will“, sagt Oliver Huizinga, Leiter „Recherche und Kampagnen“ bei foodwatch. Frau Klöckner sollte „endlich den Appellen der Fachwelt folgen, statt nach der Pfeife der Lebensmittel-Lobby zu tanzen“, so Huizingas Forderung.

Fünfstufige Farbskala und Buchstaben-Kennzeichnung

Die belgische Regierung wolle das sogenannte NutriScore-Modell nach französischem Vorbild übernehmen: Dieses Modell sei 2017 von der französischen Regierung – auf freiwilliger Basis – eingeführt und bereits von zahlreichen Unternehmen übernommen worden. „NutriScore“, von Wissenschaftlern entwickelt, nehme eine Gesamtbewertung des Nährwertprofils eines Produktes vor, indem günstige und ungünstige Nährwertbestandteile mit Punkten bewertet und dann miteinander verrechnet würden. Schließlich werde das Ergebnis mit einer fünfstufigen Farbskala dargestellt, die zugleich mit den Buchstaben A-E hinterlegt sei.
Ein Produkt mit einem günstigen, ausgewogenen Nährwertprofil erhält demnach eine grüne Einordnung und den Buchstaben A, ein sehr unausgewogenes Produkt dagegen eine rote Bewertung und den Buchstaben E.

Gute Erfahrungen in Frankreich

Das „NutriScore“-Modell unterscheide sich damit von dem Ampel-Modell der britischen Lebensmittelbehörde FSA von 2007: Diese „Original-Ampel“ zeige nicht eine einzige Farbskala, sondern vier – jeweils für die Zutaten Fett, gesättigte Fette, Zucker, Salz. Beide Systeme hätten in einem großen Vergleichstest der französischen Regierung dazu geführt, Konsumenten zu einem gesünderen Einkaufsverhalten zu motivieren.
foodwatch würde nach eigenen Angaben sowohl die Einführung des britischen Originals als auch des französischen Modells befürworten. Jedes der beiden Modelle ermögliche es Verbrauchern, die ernährungsphysiologische Qualität von Produkten auf dem ersten Blick miteinander vergleichen zu können.
„Ob ,NutriScore‘ aus Frankreich oder die Original-Ampel aus Großbritannien: Entscheidend ist, dass wir ein von unabhängigen Experten entwickeltes System haben, das die Nährwerte eines Produkts mit einer farblichen Kennzeichnung direkt auf der Produktvorderseite darstellt und die Vergleichbarkeit von Produkten gewährleistet“, betont Huizinga.

Danone als Vorreiter in Deutschland

Ernährungsministerin Klöckner lehne eine Lebensmittelampel für Deutschland bislang ab. Laut Koalitionsvertrag wollten Union und SPD das System der Nährwertkennzeichnungen für verpackte und verarbeitete Lebensmittel jedoch weiterentwickeln, indem der Gehalt „gegebenenfalls vereinfacht visualisiert wird“. Ein Modell dafür solle mit Lebensmittel- und Verbraucherverbänden sowie mit Rücksicht auf kleinere Anbieter bis Sommer 2019 erarbeitet werden.
Der Lebensmittelhersteller Danone möchte laut foodwatch in Deutschland bereits ab Anfang 2019 das von Frankreich und Belgien eingeführte „Nutriscore“-Modell auf seine Verpackungen drucken. foodwatch begrüßt demnach den Vorstoß dieses Lebensmittelkonzerns, fordert aber zugleich, eine „verpflichtende Nährwertkennzeichnung in Ampelfarben vorzuschreiben, damit andere Hersteller nachziehen“ – die Idee der Lebensmittel-Ampel sei es, dass und Verbraucher im Supermarkt verschiedene Produkte schnell miteinander vergleichen können: Das gehe nicht, wenn nur ein Hersteller die Ampel einführt.

Heftige Kritik an industrieeigenen Ansätzen zur Kennzeichnung

foodwatch kritisiert erneut von der Industrie selbst entwickelte Kennzeichnungsmodelle: So möchten die fünf großen Lebensmittelkonzerne Coca-Cola, Mondelez, Nestlé, PepsiCo und Unilever ein eigenes, auf Basis von Portionsgrößen berechnetes Ampel-System einführen.
Selbst ein bekannter süßer Brotaufstrich, bestehend aus fast 90 Prozent Zucker und Fett, würde mit dieser Industrie-Kennzeichnung jedoch keine einzige rote Kennzeichnung erhalten. Diese geplante „Pseudo-Ampel“ sei nicht die Lösung. „Da steht Ampel drauf, ist aber nur Verbrauchertäuschung drin“, warnt Huizinga.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 15.09.2009
Verbraucherzentralen fordern Einführung der Ampelkennzeichnung für Lebensmittel / Verbraucher sollen schnell und unkompliziert Zuckerbomben und Fettfallen erkennen können

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