MorganArg – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Thu, 19 Feb 2026 14:18:03 +0000 de hourly 1 Smartphone-Kaperung: PromptSpy-Hacker missbrauchen Google-KI https://www.datensicherheit.de/smartphone-kaperung-promptspy-hacker-missbrauch-google-ki Thu, 19 Feb 2026 23:09:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=52721 ESET-Forscher haben eine neue „Android“-Schadsoftware entdeckt, welche „Google Gemini“ nutzt, um sich selbst vor dem Schließen zu schützen und dauerhaft auf dem Smartphone aktiv zu bleiben

[datensicherheit.de, 20.02.2026] Laut einer aktuellen Warnung von ESET haben Cyberkriminelle eine technologische Schwelle überschritten: Erstmals nutze eine „Android“-Malware Generative Künstliche Intelligenz (GenKI) im laufenden Betrieb, um sich auf infizierten Smartphones einzunisten und sie unter ihre Kontrolle zu bringen. ESET-Forscher haben demnach eine neue „Android“-Schadsoftware entdeckt, welche „Google Gemini“ einsetze, um sich selbst vor dem Schließen zu schützen und dauerhaft auf dem Gerät aktiv zu bleiben.

Nach der Installation nahezu vollständige Übernahme des Smartphones

Diese Schadsoftware mit dem Namen „PromptSpy“ tarne sich als Banking-App „MorganArg“ (eine Fälschung der „Chase/JPMorgan“-App) und werde über gefälschte Webseiten verbreitet.

  • Bisher habe sich diese Kampagne primär gegen Nutzer in Argentinien gerichtet – die Technik sei jedoch global nutzbar.

„Nach der Installation übernimmt sie das Gerät nahezu vollständig. Angreifer können den Bildschirm live mitverfolgen, Eingaben auslesen, den Sperrcode abfangen und Aktionen durchführen, als hielten sie das Smartphone selbst in der Hand.“

KI analysiert den Smartphone-Bildschirm wie ein Mensch

Neu sei vor allem die Art, wie sich die Schadsoftware im System festsetzt: Statt mit starren Befehlen zu arbeiten, übergebe sie den aktuellen Bildschirminhalt an Googles KI-Modell „Gemini“.

  • Dieses analysiere die Oberfläche und liefere Schritt für Schritt Anweisungen, welche Schaltfläche gedrückt werden müsse, damit diese App nicht geschlossen werden kann. Die Schadsoftware lässt sich von der KI erklären, was sie als Nächstes tun muss“, erläutert Lukáš Štefanko von „ESET Research“.

Er führt weiter aus: „Damit funktioniert sie auf nahezu jedem Gerät, unabhängig von Hersteller oder ,Android’-Version. Das macht sie besonders anpassungsfähig.“ Nach der Entdeckung der KI-gestützten Ransomware „PromptLock“ im August 2025 sei dies bereits der zweite Fall, in dem Angreifer GenKI so tief in den Schadcode integrierten, um technische Hürden zu überwinden.

App installiert Fernsteuerungsmodul für Komplettzugriff auf das Smartphone

Ist die App einmal aktiv, installiere sie ein Fernsteuerungsmodul. Kriminelle könnten dann den Bildschirm sehen, Nachrichten lesen, Apps öffnen, Überweisungen auslösen oder Passwörter abgreifen.

  • Selbst ein Entfernen werde erschwert, weil unsichtbare Elemente bestimmte Schaltflächen blockierten.

„Wir sehen hier eine neue Qualität von ,Android’-Schadsoftware“, so Štefanko. KI werde nicht nur als Schlagwort genutzt, sondern konkret eingesetzt, um Schutzmechanismen zu umgehen. Hinweise deuteten darauf hin, dass die Entwickler in einem chinesischsprachigen Umfeld arbeiteten. In den offiziellen App-Stores sei diese Anwendung nicht verfügbar.

ESET-Tipps zum Schutz für Smartphone-Nutzer

Es sei nach wie vor elementar wichtig, Apps ausschließlich aus offiziellen Quellen wie „Google Play“ zu installieren und keine Anwendungen von unbekannten Webseiten herunterzuladen.

  • Besonders misstrauisch sollten Nutzer werden, wenn eine App zusätzliche Berechtigungen für Bedienungshilfen verlangt. Diese sogenannten „Accessibility“-Funktionen erlaubten weitreichenden Zugriff auf das Gerät und würden von Schadsoftware häufig missbraucht.

Auch regelmäßige System-Updates reduzierten das Risiko erheblich. Wer den Verdacht hat, dass sein Gerät kompromittiert wurde, sollte es im abgesicherten Modus neu starten. In diesem Zustand ließen sich schädliche – dann nicht aktive – Anwendungen meist entfernen. „Android“-Geräte mit aktiviertem „Google Play Protect“ seien gegen bekannte Versionen dieser Schadsoftware geschützt.

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