NIS-2 – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Mon, 26 Jan 2026 14:36:35 +0000 de hourly 1 Strategische Prioritäten für Unternehmen 2026: Informationssicherheit, Compliance und Datenschutz https://www.datensicherheit.de/strategie-prioritaten-unternehmen-2026-informationssicherheit-compliance-datenschutz Tue, 27 Jan 2026 00:03:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=51994 Datenschutz, Informationssicherheit und „Compliance“ stehen für Unternehmen 2026 nicht mehr nur als regulatorische Pflichtprogramme auf der Agenda – sie werden zu zentralen Erfolgsfaktoren

[datensicherheit.de, 27.01.2026] Alexander Ingelheim, CEO und Mitgründer von Proliance nimmt in seiner Stellungnahme zum Jahresbeginn Stellung zu den zentralen Handlungsfeldern und Herausforderungen im Kontext von Fragen des Datenschutzes und und der Informationssicherheit im Jahr 2026: „Datenschutz, Informationssicherheit und ,Compliance’ stehen für Unternehmen künftig nicht mehr nur als regulatorische Pflichtprogramme auf der Agenda – sie werden zu zentralen Erfolgsfaktoren!“ Dies spiegele sich auch im Management wider: „Laut einer internationalen Gartner-Studie sehen 85 Prozent der CEOs Cybersecurity inzwischen als kritischen Faktor für künftiges Unternehmenswachstum.“ Gleichzeitig verdeutlichten Zahlen des Digitalverbands Bitkom die reale Bedrohungslage: „Der Schaden für die deutsche Wirtschaft durch Spionage, Sabotage und Datendiebstahl lag alleine 2025 bei 289,2 Milliarden Euro – rund acht Prozent mehr als im Vorjahr.“ Vor diesem Hintergrund wird 2026 demnach ein Jahr, in dem Unternehmen ihre Prioritäten neu ordnen müssten.

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Foto: Proliance

Alexander Ingelheim: Um z.B. Gefahren von „Schatten-KI“ oder Schadcode zu reduzieren, bleiben „Awareness“-Schulungen über die Vor- und Nachteile der Technologie auch 2026 essenziell

NIS-2-Compliance ist 2026 zentrale IT-Sicherheitsaufgabe

Mit dem Inkrafttreten der NIS-2-Richtlinie zum 6. Dezember 2025 ohne jegliche Übergangsfristen seien die Anforderungen an Informations- und IT-Sicherheit deutlich angestiegen.

  • Unternehmen müssten nun ein systematisches Risikomanagement etablieren, Cyberresilienz stärken und robuste Business-Continuity-Strukturen schaffen – nicht nur zum Schutz vor aktuellen Angriffen, sondern als Grundlage für nachhaltige digitale Stabilität.

Trotz des Aufwands sehe der Mittelstand den Nutzen: 51 Prozent der deutschen KMU begrüßten diese Richtlinie. „Und das zurecht, denn NIS-2 schafft keine neuen Probleme, sondern adressiert bereits bestehende Risiken. Wer jetzt handelt, vermeidet Haftungsrisiken, hohe Bußgelder und sichert sich Wettbewerbsvorteile!“

Digital-Omnibus der EU erfordert 2026ff anpassungsfähige Compliance-Strukturen

Die im November 2025 vorgestellte „Digital-Omnibus“-Reform der EU adressiere zentrale Bereiche des Datenschutzes, der Datennutzung und der KI-Regulierung und führe zu einer eng verflochtenen „Compliance“-Landschaft.

  • Ein Punkt der neuen „To Do“-Liste: „Die innovationsfreundlichere Gestaltung von KI-Regeln und die Modernisierung von Cookie-Regeln.“

Ingelheim führt aus: „Datenschützer sehen hier die Gefahr des Rückschritts in Sachen digitaler Grundrechte. Für KMU könnte das Reformpaket dagegen eine Entlastung darstellen.“ Vorausgesetzt, diese stellten ihre Datenschutz- und „Compliance“-Maßnahmen so auf, „dass diese sich flexibel an Neuerungen anpassen lassen“.

2026 werden Automatisierung und vernetzte Systeme bedeutender Wettbewerbsfaktor

Angesichts der steigenden Komplexität von Regularien und Cyberbedrohungen gewenne die Vernetzung von Datenschutz-, IT-Sicherheits- und „Compliance“-Prozessen erhebliches an Bedeutung:

  • „Sie schafft Transparenz, reduziert operative Risiken und ermöglicht eine agile Anpassung an neue Vorgaben.“ Nur so könnten Unternehmen effizient und skalierbar auf Veränderungen reagieren.

Laut einer aktuellen PwC-Umfrage könne ein „Connected Compliance“-Ansatz mit besserer Vernetzung und Koordination Entscheidungen erleichtern, mehr Transparenz schaffen und insgesamt die betriebliche „Compliance“-Kultur stärken.

Digitale Souveränität: „Must Have“ und ebenfalls entscheidender Wettbewerbsfaktor

„Auch 2026 werden geopolitische Spannungen Unternehmen zunehmend dazu bringen, ihre digitale Infrastruktur ,souverän’ zu gestalten. Strategische Unabhängigkeit von globalen Tech-Giganten und die Nutzung europäischer Alternativen werden hier zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor – besonders aus ,Compliance’- und IT-Sicherheitsperspektive.“

  • Aber auch Konsumenten könnten dies künftig vermehrt fordern: Laut Bitkom wünschten sich 98 Prozent der Bundesbürger mehr digitale Unabhängigkeit Deutschlands. Gleichzeitig schätzten 93 Prozent der Unternehmen Deutschland aktuell „stark abhängig“, bzw. „eher abhängig“, von digitalen Technologien und Leistungen aus dem Ausland ein.

Somit werde Digitale Souveränität in diesem Jahr klar zur strategischen Geschäftsentscheidung. Ingelheim legt nahe: „Verantwortliche sollten bei jeder Software-Implementierung europäische Alternativen in Betracht ziehen und die wichtigsten Bausteine ihres Tech-Stacks auf diese Alternativen umstellen!“

KI-Regulierung rückt 2026 in den Mittelpunkt unternehmerischer Verantwortung

Künstliche Intelligenz (KI) bleibe 2026 sowohl Wachstums- als auch Risikofaktor. Die KI-Regulierung „EU AI-Act“ – der weltweit erste umfassende Rechtsrahmen für KI – bringe neue Anforderungen an Risikomanagement, Transparenz und Dokumentation mit sich. „Nach der formalen Verabschiedung und Vorstellung im Sommer 2024 tritt dieser nun schrittweise in Kraft.“ Unternehmen sollten ihre bisher genutzten Systeme prüfen und eine zentrale Übersicht über den Einsatz aller KI-Technologien im Unternehmen schaffen, etwa in Form eines „Asset Hub“. Ab August 2026 kämen weitere Pflichten für Hochrisiko-KI hinzu – darunter Konformitätsbewertungen, ein strukturiertes Risikomanagement und die Registrierung entsprechender Systeme.

  • Zudem rückten Transparenzanforderungen für Deepfakes und Chatbots sowie spezifische Vorgaben für Basismodelle in den Fokus. Unabhängig davon sollten Firmen ihre KI-Risiken konsequent steuern, auf sichere Konfigurationen setzen und den gesamten Lebenszyklus ihrer KI-Systeme nachvollziehbar dokumentieren. Unternehmen müssten KI-Systeme nicht nur regulierungskonform einsetzen, sondern auch systematisch überwachen und in bestehende Sicherheits- und Datenschutzprozesse integrieren.

Gleichzeitig könnte der „Digitale Omnibus“ vieles einfacher gestalten, KI-Kompetenzpflichten sollten etwa gelockert werden. Ingelheim betont abschließend: „Trotzdem gilt für Betriebe Vorsicht beim Einsatz von KI. Denn auch Cyberkriminelle beschäftigen sich zunehmend mit dieser Technologie. Um Gefahren von ,Schatten-KI’ oder Schadcode zu reduzieren, bleiben ,Awareness’-Schulungen über die Vor- und Nachteile der Technologie auch 2026 essenziell, genauso wie die enge Zusammenarbeit mit externen KI-Experten, um keine Entwicklung zu verpassen.“

Weitere Informationen zum Thema:

proliance
Über uns: Professional Compliance aus München mit Leidenschaft für kleine und mittlere Unternehmen

prpliance
Alexander Ingelheim – Co-Founder & CEO

Gartner, 22.04.2025
Gartner Survey Finds 85% of CEOs Say Cybersecurity is Critical for Business Growth / Survey Findings Illustrate that Cybersecurity Has Morphed into Critical Driver for Business Growth

bitkom
Studie „Wirtschaftsschutz 2025“

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, 05.12.2025
Cybersicherheitsrecht: NIS-2-Umsetzungsgesetz ab morgen in Kraft

proliance
Cyberresilienz-Studie 2025: Wo steht der deutsche Mittelstand? / 32 % der Mittelständler hatten schwere Security-Vorfälle. 51 % begrüßen strengere Regeln. Zeit für einfache Checks, klare Leitlinien und pragmatische Unterstützung.

European Commission, 19.11.2025
Digital Omnibus Regulation Proposal / The Digital Omnibus proposal includes a set of technical amendments to a large corpus of digital legislation, selected to bring immediate relief to businesses, public administrations, and citizens alike, and to stimulate competitiveness.

pwc, 26.02.2025
PwC’s Global Compliance Survey 2025 / Moving faster: Reinventing compliance to speed up, not trip up

bitkom, 13.11.2025
Europas Weg in die digitale Souveränität

European Commission
AI Act: The AI Act is the first-ever legal framework on AI, which addresses the risks of AI and positions Europe to play a leading role globally.

Bundesamt für Verfassungsschutz
Vorstellung der Bitkom-Studie „Wirtschaftsschutz 2025“

proliance, 26.11.2025
Schatten-KI in Unternehmen: Unterschätzte Gefahr für den Datenschutz?

datensicherheit.de, 26.01.2026
Thales-Kommentar zum Data Privacy Day 2026: Datenschutz im KI-Kontext relevanter als je zuvor / Die meisten Datenschutzverletzungen werden heute nicht von Hackern verursacht – sie finden still und leise innerhalb der IT-Systeme statt

datensicherheit.de, 20.01.2026
Data Readiness Scorecard 2026 als Wegweiser für IT-Führungskräfte / Die „Scorecard“ stellt grüne Signale wie KI-taugliche „Datenpipelines“, tiefe Unveränderbarkeit und „cloud“-unabhängige Resilienz klaren roten Warnzeichen wie „Vendor-Lock-in“, nicht verifizierter Wiederherstellung und fehlender Datenherkunft gegenüber

datensicherheit.de, 08.01.2026
Bitdefender-Rat an Unternehmen: 2026 von Reaktion zur Prävention wechseln / Laut Bitdefender könnte bzw. sollte sogar 2026 zum „Schaltjahr in der Cyberdefensive“ werden

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