Pilotprojekt – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Tue, 02 Dec 2025 19:14:36 +0000 de hourly 1 95 Prozent aller KI-Pilotprojekte scheitern: Freshworks benennt 3 Schritte zum Erfolg https://www.datensicherheit.de/95-prozent-ki-pilotprojekte-scheitern-freshworks-3-schritte-zum-erfolg https://www.datensicherheit.de/95-prozent-ki-pilotprojekte-scheitern-freshworks-3-schritte-zum-erfolg#respond Tue, 02 Dec 2025 23:14:25 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=51251 Auf den ersten Blick wirkt der KI-Hype überzogen – die Ursachen für das Scheitern von Pilotprojekten liegen indes nicht in dieser Technologie selbst, sondern in ihrem Einsatz

[datensicherheit.de, 03.12.2025] Simon Hayward, „General Manager“ und „VP of Sales, International“ bei Freshworks, widmet sich in seiner aktuellen Stellungnahme Pilotprojekten im Kontext Künstlicher Intelligenz (KI): „Trotz großer Erwartungen scheitern die meisten KI-Projekte. Laut einer Studie des MIT erreichen 95 Prozent aller Pilotprojekte nicht den gewünschten Erfolg. Auf den ersten Blick wirkt der Hype um Künstliche Intelligenz überzogen. Doch so einfach ist es nicht…“ Die Ursachen liegen demnach nicht in dieser Technologie selbst, sondern in ihrem Einsatz.

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Foto: Freshworks

Simon Hayward erläutert, dass der Nutzen mit jeder Phase eines schrittweisen KI-Pilotprojektes wächst

Viele Mitarbeiter durch Vielzahl der KI-Tools überfordert

Eine aktuelle Umfrage von Freshworks zeige, dass ein großer Teil der Software-Ausgaben für „Tools“ verschwendet werde, welche keinen echten Mehrwert brächten – etwa durch schlecht umgesetzte Einführungen oder ungenutzte Lizenzen.

  • 42 Prozent der Beschäftigten in Deutschland fühlten sich durch die Menge an „Tools“ überfordert. 62 Prozent zögen sogar in Betracht, ihr Unternehmen innerhalb der nächsten zwölf Monate zu verlassen.

Erfolgreiche Projekte verliefen indes anders. Veränderung durch KI geschehe nicht auf Knopfdruck, sondern in klar erkennbaren Phasen. Entscheidend sei ein strukturierter Einstieg und eine Einführung entlang konkreter Entwicklungsphasen. „Die folgenden drei Schritte zeigen, wie Unternehmen den Sprung aus den 95 Prozent der gescheiterten Projekte in die fünf Prozent schaffen, die den Wandel aktiv gestalten“, so Hayward.

3 Schritte zur erfolgreichen Umsetzung der KI-Projekte

  1. Schritt: Vorbereitung
    „Diese Phase legt das Fundament. Entscheidend ist, dass das obere Management an einem Strang zieht und klare Erfolgskriterien definiert!“
    Gleichzeitig müssten bestehende Abläufe überprüft, die Datenqualität sichergestellt und zentrale Personen ernannt werden, welche den Wandel aktiv vorantreiben. Ebenso wichtig sei es, Mitarbeiter frühzeitig einzubinden.
    „Wer versteht, wie KI im Alltag unterstützt, wird ihr eher vertrauen. Schulungen schaffen Vertrauen und wecken Neugier.“ Eine gute Vorbereitung schaffe ein Umfeld, welches bereit sei, den Mehrwert von KI tatsächlich zu nutzen.
  2. Schritt: Aktivierung
    In dieser Phase werde KI gezielt in ausgewählte, besonders komplexe Arbeitsabläufe integriert„also vor allem Bereiche, in denen ihr Nutzen schnell sichtbar wird“.
    Dazu zähle etwa der Einsatz von „Co-Piloten“ im Support, welche Anfragen automatisch kategorisierten, häufige Fragen beantworteten oder relevante Informationen schnell bereitstellten.
    Diese Phase entscheide über Akzeptanz und Geschwindigkeit. „Jetzt ist es wichtig, den Wandel aktiv zu begleiten, Schulungen anzubieten und das Vertrauen in die Technologie zu stärken.“ Rückmeldungen aus der Praxis und Nutzungsdaten würden helfen, Prozesse weiterzuentwickeln und den Mehrwert kontinuierlich zu steigern.
  3. Schritt: Skalierung
    Nach ersten Erfolgen rücke die Skalierung in den Fokus. Weitere Anwendungsbereiche kämen hinzu, etwa in der Ressourcenplanung, bei internen Services für Mitarbeiter oder in der Bearbeitung komplexerer Fälle.
    Unternehmen erweiterten den Einsatz um fortgeschrittene Funktionen wie KI-gestützte Agenten oder datenbasierte Analysen.
    „Der menschliche Faktor bleibt entscheidend!“ Schulungen orientierten sich nun stärker an den unterschiedlichen Erfahrungsniveaus der Nutzer. Neue Verhaltensweisen verankerten sich im Arbeitsalltag, zentrale Personen übernähmen Verantwortung und trieben den KI-Einsatz aktiv in ihren Teams voran. „So entsteht eine Dynamik, die Vertrauen stärkt und Neugier fördert.“

In dieser Phase sei KI dann kein Pilotprojekt mehr – sie werde fester Bestandteil des Tagesgeschäfts und dauerhaft im Unternehmen verankert.

Nach erfolgreichem KI-Pilotprojekt ist Führung gefragt

Eine schrittweise Einführung müsse nicht zum Stillstand führen. „Im Gegenteil: Der Nutzen wächst mit jeder Phase!“ Mitarbeiter seien besser vorbereitet, und Pilotprojekte entwickelten sich zu messbaren Erfolgen im gesamten Unternehmen.

  • Hayward betont: „Die Studien von MIT und Freshworks zeigen nicht, dass KI zum Scheitern verurteilt ist! Sie verdeutlichen vielmehr, dass viele Unternehmen versuchen, den schwierigen Teil zu überspringen. Statt sorgfältig vorzubereiten und erste Erfolge abzusichern, steigen sie direkt in die Skalierung ein.“

Die entscheidende Frage für Führungskräfte lautet laut Hayward: „Soll es bei unverbindlichen Experimenten bleiben? Oder geht es darum, echten Fortschritt zu erzielen, indem KI gezielt an Zielen, Prozessen und Menschen ausgerichtet wird?“

Weitere Informationen zum Thema:

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ABOUT FRESHWORKS / We make uncomplicated service software to deliver exceptional customer and employee experiences

DIGITAL BUSINESS EXPERTENMAGAZIN FÜR DIGITALE TRANSFORMATION, 12.08.2025
Management Freshworks ernennt Simon Hayward zum neuen VP of Sales

FORTUNE, Sheryl Estrada, 18.08.2025
MIT report: 95% of generative AI pilots at companies are failing

datensicherheit.de, 20.11.2025
KI-Risiken und Regulierung: BeyondTrust verkündet IT-Security-Prognosen für 2026 / BeyondTrust-Experten rechnen mit einer rapide steigenden Anzahl an KI-Angriffen, hoher Gefahr für die Identitätssicherheit und der Einführung digitaler Zölle

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Gesichtserkennung in Bahnhöfen: Deutscher Anwaltverein kritisiert massiven Eingriff in Grundrechte https://www.datensicherheit.de/gesichtserkennung-in-bahnhoefen-deutscher-anwaltverein-kritisiert-massiven-eingriff-in-grundrechte https://www.datensicherheit.de/gesichtserkennung-in-bahnhoefen-deutscher-anwaltverein-kritisiert-massiven-eingriff-in-grundrechte#respond Tue, 01 Aug 2017 14:59:52 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=26794 Stellungnahme zum Start des Pilotprojekts am Bahnhof Südkreuz in Berlin

[datensicherheit.de, 01.08.2017] Der Deutsche Anwaltverein (DAV) warnt vor dem Einsatz von Gesichtserkennungssystemen an öffentlichen Plätzen. Er bezweifelt zudem, dass dieser den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts entspricht. Laut DAV-Präsident Ulrich Schellenberg gebe es „keine Rechtsgrundlage für diese Maßnahme“.

Start des Gesichtserkennungsprojekts am 1. August 2017 in Berlin

Anlass für die Kritik ist der Start des Pilotprojekts zur Gesichtserkennung am Bahnhof Südkreuz in Berlin.
„Wenn massenhaft Gesichter von unbescholtenen Bürgerinnen und Bürgern an Bahnhöfen gescannt werden, dann greift der Staat schwerwiegend in Grundrechte ein“, betont Schellenberg zum Start des Gesichtserkennungsprojekts am 1. August 2017 in Berlin.
„Dieses Scannen führt zu einem nicht hinnehmbaren Gefühl des Überwachtwerdens und der Einschüchterung“. Das Bundesverfassungsgericht habe in mehreren Entscheidungen ausdrücklich vor derartigen Effekten gewarnt. So beispielsweise in dem Urteil zur Vorratsdatenspeicherung oder im Urteil zum automatisierten Erfassen von Kfz-Kennzeichen.
An dem Testlauf sind das Bundesinnenministerium, die Deutsche Bahn, die Bundespolizei und das Bundeskriminalamt beteiligt. Die rechtlichen Bedenken des DAV richteten sich nicht gegen den sechsmonatigen Testbetrieb, jedoch gegen den späteren Einsatz der Gesichtserkennung im Echt-Betrieb.

Brisante Mischung: Sicherheitsgesetze und Gesichtserkennungstechnik

„Die Gesichtserkennung und die jüngsten Sicherheitsgesetze stellen eine verfassungsrechtlich brisante Kombination dar“, sagte Schellenberg.
So würden nach dem neuen Pass- und Personalausweisgesetz künftig Polizeibehörden, das Bundesamt für Verfassungsschutz, die Landesämter für Verfassungsschutz, der Militärische Abschirmdienst und der Bundesnachrichtendienst im automatisierten Verfahren biometrische Passbilder abrufen dürfen. „Dieses Zusammenspiel aus technischen und rechtlichen Neuerungen stellt den Schutz der Freiheitsrechte vor neue Gefahren“, so der DAV-Präsident.

Rechtsgrundlage fehlt

Nach Ansicht des DAV gibt es „derzeit keine Rechtsgrundlage“, die eine Gesichtserkennung an öffentlichen Orten rechtfertigt.
Schellenberg: „Angesichts dieser neuen technischen und rechtlichen Möglichkeiten stellt sich die Frage, auf welcher rechtlichen Grundlage das massenhafte Scannen von Gesichtern gerechtfertigt wird“. Eine „wasserdichte Norm“, die diesen Angriff auf die informationelle Selbstbestimmung rechtfertigen könnte, gebe es nicht.

Darüber hinaus gibt es nach Ansicht des DAV zahlreiche offene Fragen:

  • Wann soll das System anschlagen?
  • Bei zur Fahndung ausgeschrieben Personen, bei Fußball-Ultras auf dem Weg zum Auswärtsspiel, bei sogenannten Gefährdern?
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Einsatz von Smartphones als interaktiver Museumsführer in der Erprobung https://www.datensicherheit.de/einsatz-von-smartphones-als-interaktiver-museumsfuehrer-in-der-erprobung https://www.datensicherheit.de/einsatz-von-smartphones-als-interaktiver-museumsfuehrer-in-der-erprobung#respond Sun, 23 Jan 2011 19:42:13 +0000 http://www.datensicherheit.de/?p=14342 Beteiligung von Besuchern des Deutschen Museums Bonn am Pilotprojekt

[datensicherheit.de, 23.01.2011] Die Forschungsarbeit „SmartGuide“ des Instituts für Informatik der Universität Bonn verfolgt die Idee, Smartphones zukünftig als interaktive Museumsführer einzusetzen:
Besucher des Deutschen Museums Bonn können das System nun selbst ausprobieren – allerdings zunächst noch auf kostenlosen Leihhandys. Zwischen dem 25. und 29. Januar 2011 sind diese Geräte mit der innovativen Software am Informationsstand auszuleihen.
Die Ausstellungsstücke senden für den Menschen unhörbare Signale im Ultraschallbereich aus und übermitteln dabei in Form einer Nummer, vor welchem Exponat der Besucher gerade steht. Handelsübliche Smartphones könnten diese Signale über ihr eingebautes Mikrophon empfangen – die von ihnen entwickelte Software decodiere dann die im Ultraschallsignal enthaltene Nummer und rufe die dazu passenden Informationen ab, so Pascal Bihler. Sobald der Besucher das Ausstellungsstück erreicht, könnte auf seinem Smartphone beispielsweise ein Video mit einem erklärenden Kommentar starten.
Die Informationsmenge in einer Audio- oder Video-Datei ist zu groß, als dass sie per Ultraschall übertragen werden könnte. Der unhörbare Puls übermittelt daher nur die Codenummer des jeweiligen Exponats. Die dazugehörenden Daten rufe das Handy laut Bihler dann beispielsweise per WLAN ab – oder sogar ganz profan von der vorher entsprechend bestückten internen Speicherkarte.

Weitere Informationen zum Thema:

universitätbonn, Frank Luerweg, 21.01.2011
Das Handy als Museumsführer / Universität und Deutsches Museum testen innovativen „SmartGuide“

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