Rechenzentren – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Thu, 04 Jun 2026 11:35:43 +0000 de hourly 1 EU Tech Sovereignty Package: Bitkom fordert Tempo bei der Umsetzung https://www.datensicherheit.de/eu-tech-sovereignty-package-bitkom-forderung-tempo-umsetzung Fri, 05 Jun 2026 22:19:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54813 Der Bitkom begrüßt sehr wohl den Fokus auf die gesamte digitale Wertschöpfungskette und fordert aber, es nicht länger bei bloßen Ankündigungen zu belassen

[datensicherheit.de, 06.06.2026] Am 3. Juni 2026 hat die EU-Kommission das „Tech Sovereignty Package“ veröffentlicht. In seinem Kommentar erklärt der Präsident des Digitalverbands Bitkom e.V., Dr. Ralf Wintergerst: „Digitale Souveränität entscheidet darüber, ob Europa die digitale Welt selbst gestalten kann – wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich. Das ,Tech Sovereignty Package’ der EU-Kommission setzt dafür wichtige Akzente.“ Der Bitkom begrüßt demnach den Fokus auf die gesamte digitale Wertschöpfungskette, stellt aber auch klar, dass es nicht länger bei bloßen Ankündigungen bleiben dürfe.

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Foto: Bitkom

Dr. Ralf Wintergerst: Gut ist, dass Europa industrielle Skalierung, Anwenderindustrien und die gesamte Wertschöpfungskette stärker in den Blick nimmt!

Bitkom-Forderung nach praxistauglichem Rahmen für souveräne „Cloud“- und KI-Angebote

„Wir begrüßen, dass die EU-Kommission nicht nur einzelne Technologien in den Blick nimmt, sondern die gesamte digitale Wertschöpfungskette von Halbleitern und Rechenzentren über Cloud- und KI-Infrastrukturen bis hin zu Open Source und besseren Investitionsbedingungen“, so Wintergerst.

  • Er unterstreicht indes: „Entscheidend ist nun, dass es nicht bei Ankündigungen bleibt. Europa braucht Tempo!

Im Zentrum stehe der „Cloud & AI Development Act“. Europa brauche einen gemeinsamen, praxistauglichen Rahmen für souveräne „Cloud“- und KI-Angebote. Dieser Rahmen müsse Klarheit schaffen, Fragmentierung verhindern und Innovation ermöglichen – und eben nicht neue Hürden errichten.

Bitkom rät zu gezielten Investitionen, um Europas eigene Stärken auszubauen und international wettbewerbsfähig zu machen

Wintergerst führt weiter aus: „Souverän ist, wer eigene digitale Kompetenzen und Fähigkeiten besitzt und darüber hinaus frei wählen kann und nicht erpressbar ist. Unternehmen und öffentliche Verwaltungen brauchen deshalb echte Wahlmöglichkeiten: offene Standards, Interoperabilität, ,Multi-Cloud’-Fähigkeit und wirksame technische Schutzmaßnahmen.“

  • Auch der angekündigte „Chips Act 2.0“ gehe in die richtige Richtung: „Gut ist, dass Europa industrielle Skalierung, Anwenderindustrien und die gesamte Wertschöpfungskette stärker in den Blick nimmt!“ Entscheidend werde sein, dort gezielt zu investieren, wo Europa eigene Stärken ausbauen und international wettbewerbsfähig werden kann.

Mehr Förderung allein mache Europa aber noch längst nicht souverän. Genauso wichtig seien schnellere Verfahren, weniger Bürokratie und verlässliche Regeln. Die Unternehmen riefen nicht nach mehr Geld, sondern nach weniger Komplexität. Wintergersts Fazit: „Digitale Souveränität entsteht, wenn Europa eigene technologische Stärke aufbaut, internationale Partnerschaften klug nutzt und Innovation durch Regulierung flankiert und beschleunigt.“

Weitere Informationen zum Thema:

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Über uns

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Dr. Ralf Wintergerst: Präsident Bitkom / Vorsitzender der Geschäftsführung & Group CEO Giesecke+Devrient GmbH

European Commission, Directorate-General for Communication, 03.06.2026
Strengthening Europe’s tech sovereignty

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Position Paper: Cloud & AI Development Act

heise online, Daniel AJ Sokolov, 28.05.2026
Chips Act 2.0: Behörden sollen mehr europäische Chips kaufen / „Kauft vor Ort”, will die EU-Kommission Behörden nahelegen, konkret für Prozessoren europäischer Start-ups. Das soll Teil des zweiten Chips-Gesetzes werden.

datensicherheit.de, 02.06.2026
KI- und Rechenzentrumsausbau in Europa droht zu scheitern / Europa strebt danach, seine Rechenzentrumskapazitäten bis 2032 zu verdreifachen, aber dieses ambitionierte Ziel könnte durch neue eigene regulatorische Hürden gefährdet sein

datensicherheit.de, 25.03.2026
Rechenzentrumsstrategie: Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen mahnt Konkretisierung bei Strompreisen und Energieeffizienz an / Trotz der ambitionierten Ausbauziele der „Nationalen Rechenzentrumsstrategie“ fehlen konkrete Maßnahmen bei Strompreisen, Energieeffizienz und Investitionsbedingungen – mithin entscheidende Faktoren im internationalen Wettbewerb

datensicherheit.de, 23.03.2026
Nationale Rechenzentrumsstrategie: Bitkom fordert noch deutlich verbesserte Rahmenbedingungen / Der Bitkom anerkennt vorliegende Rechenzentrumsstrategie als „wichtiges Signal“, vermisst bisher aber den „großen Wurf“

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KI- und Rechenzentrumsausbau in Europa droht zu scheitern https://www.datensicherheit.de/ki-rechenzentrumsausbau-europa-drohung-scheitern Mon, 01 Jun 2026 22:05:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54742 Europa strebt danach, seine Rechenzentrumskapazitäten bis 2032 zu verdreifachen, aber dieses ambitionierte Ziel könnte durch neue eigene regulatorische Hürden gefährdet sein

[datensicherheit.de, 02.06.2026] Die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ ist ein Zusammenschluss führender Unternehmen der Branche – diese 2018 unter dem Dach vom eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. gegründete Initiative möchte demnach durch den Dialog mit Politik und Öffentlichkeit auf die Bedeutung digitaler Infrastrukturen für den Wirtschaftsstandort Deutschland aufmerksam machen. In einer aktuellen Stellungnahme wird auf das Bestreben Europas eingegangen, seine Rechenzentrumskapazitäten bis 2032 zu verdreifachen, und dabei dieses Ziel aber durch neue regulatorische Hürden selbst zu gefährden. Die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ warnt daher im Vorfeld des erwarteten „Tech Sovereignty Package“ vor praxisfernen Effizienzvorgaben, faktischen Standortvorgaben und zusätzlichen Investitionsrisiken für Rechenzentren. Aus Sicht der Allianz braucht Europa jetzt keine Regulierung, die Transparenz nur auf dem Papier schafft, „sondern schnellere Genehmigungen, planbare Netzanschlüsse und ein praxistaugliches, einheitliches Labeling“. Andernfalls würden dringend benötigte KI- und „Cloud“-Kapazitäten nicht in Europa, sondern eben anderswo entstehen.

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Foto: eco

Volker Ludwig: Wenn das „Tech Sovereignty Package“ Rechenzentren vor allem als Regulierungsproblem behandelt, wird Europa seine Digitale Souveränität nicht stärken

Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten in der EU nur mit entsprechend positiven Rahmenbedingungen

Es drohe eine regulatorische Fehlsteuerung beim Ausbau von Rechenzentren. Das Ziel der Europäischen Kommission, die Rechenzentrumskapazitäten in der EU bis 2032 zu verdreifachen, ist aus Sicht der Allianz nur erreichbar, „wenn neue Initiativen konsequent aufeinander abgestimmt sind und Investitionen ermöglichen und nicht zusätzliche Hürden für den Ausbau digitaler Infrastrukturen aufbauen“.

  • „Europa muss seine infrastrukturelle Basis für Digitale Souveränität stärken und hierfür entsprechend positive Rahmenbedingungen schaffen“, sagt Volker Ludwig, Sprecher der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen.

Er betont: „Wenn vorschnell praxisferne Effizienzvorgaben, faktische Standortvorgaben und damit zusätzliche Investitionsrisiken eingeführt werden, noch bevor ein einheitliches Labeling eingeführt und getestet wurde, wird das Ziel, KI- und Rechenzentrumskapazitäten zu verdreifachen, nicht erreicht. Dann schafft Europa Transparenz und Effizienz auf dem Papier, aber keine zusätzlichen Kapazitäten im Markt.“

Ignoranz gegenüber Standortrealitäten führt zu negativen Marktverzerrungen

Die Allianz unterstützt grundsätzlich „mehr Transparenz über Energieeffizienz, Wasserverbrauch und den Einsatz erneuerbarer Energien“. Kennzahlen wie „Power Usage Effectiveness“, „Water Usage Effectiveness“ und „Renewable Energy Factor“ könnten einen Beitrag zu Vergleichbarkeit und Nachhaltigkeit leisten. Voraussetzung dafür seien jedoch klar harmonisierte Definitionen, einheitliche Berechnungsmethoden und eine realistische Abbildung regionaler Unterschiede.

  • Klimatische Bedingungen, verfügbare Netzkapazitäten, Wasserverfügbarkeit und lokale Infrastruktur entschieden maßgeblich darüber, „welche Effizienzwerte an einem Standort technisch und wirtschaftlich erreichbar sind“. Man werde in der Praxis daher schnell feststellen, „dass eine ,One-Size-fits-all’-Lösung kontraproduktiv ist“.

„Ein Label, das Standortrealitäten ignoriert, wird nicht zu mehr Nachhaltigkeit führen, sondern zu negativen Marktverzerrungen führen“, erläutert Ludwig. Er führt hierzu aus:„Rechenzentren in wärmeren Regionen oder an infrastrukturell schwierigen Standorten dürfen nicht durch schematische Kennzahlen abgewertet werden. Europa braucht ein Label, das Transparenz schafft, kein nicht aussagekräftiges Ampelsystem, das Investitionen in dringend benötigte digitale Infrastruktur abschreckt.“

Ein Rechenzentrum ist auf kontinuierlichen, unterbrechungsfreien Betrieb ausgelegt und kann Lasten nicht beliebig verschieben

Besonders kritisch sieht die Allianz mögliche Anforderungen an Strombezugsmetriken. Eine faktische Verpflichtung zu zeit- und ortsgenauen Herkunftsnachweisen mit sehr hoher Granularität wäre angesichts der derzeit begrenzten Marktverfügbarkeit entsprechender Zertifikate kaum praktikabel. Sie könnte Beschaffungskosten deutlich erhöhen, die Liquidität der Märkte für erneuerbare Energien belasten und zusätzliche regulatorische Komplexität schaffen. Aus Sicht der Allianz müssen Anforderungen an Herkunftsnachweise kohärent mit RED III bleiben.

  • Auch Abwärmenutzung und Netzdienlichkeit dürften nicht pauschal verpflichtend werden. Beide Aspekte seien wichtig, aber hochgradig standortabhängig und im Falle von Netzdienlichkeit auch abhängig vom Geschäftsmodell. Ob Abwärme tatsächlich genutzt werden kann, hänge von Wärmenetzen, Abnehmern, technischer Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit vor Ort ab. Ebenso seien Rechenzentren auf einen kontinuierlichen, unterbrechungsfreien Betrieb ausgelegt und könnten Lasten nicht beliebig verschieben, ohne Servicequalität oder vertragliche Verpflichtungen zu gefährden, dies gelte insbesondere für sogenannte Colocation-Rechenzentren.

„Wer aus freiwilligen Kennzahlen schrittweise faktische Pflichten macht, verschiebt die Debatte vom Ausbau zur Verhinderung“, so Ludwig. Nachhaltigkeit brauche praktikable Regeln – indes keine Vorgaben, welche Betreiber für außerhalb ihres Einflussbereichs liegende Infrastruktur verantwortlich machen.

Schnelle und planbarer Zugang zu Energie und Netzanschlüssen als zentraler Engpass für neue Rechenzentrumskapazitäten

Der zentrale Engpass für neue Rechenzentrumskapazitäten bleibe der schnelle und planbare Zugang zu Energie und Netzanschlüssen. Langwierige Genehmigungsverfahren, fehlende Flächen, unklare Anforderungen an Abwärme und zusätzliche Berichtspflichten gefährdeten die Investitionssicherheit zusätzlich. In Deutschland könnten Planungs- und Genehmigungsprozesse für Rechenzentren einschließlich Bauleitplanung und Umweltgenehmigungen mehrere Jahre dauern. Für internationale Investoren sei das ein sehr negatives Standortsignal.

  • Die Allianz fordert deshalb, Gesetzgebung konsequent auf praxistaugliche Umsetzung auszurichten – schnellere Genehmigungen, priorisierte Netzanschlüsse für strategisch relevante digitale Infrastrukturen, ausgewiesene geeignete Flächen und ein technologieoffenes, evidenzbasiertes und in Europa einheitliches Labeling. Mindeststandards und neue Grenzwerte dürften erst diskutiert werden, wenn ausreichend belastbare Betriebsdaten aus dem europäischen Reporting-System vorliegen.

„Die entscheidende Frage ist nicht, ob Europa mehr digitale Infrastruktur braucht. Die Frage ist, ob Europa bereit ist, sie auch zu ermöglichen“, gibt Ludwig abschließend zu bedenken und warnt: „Wenn das ,Tech Sovereignty Package’ Rechenzentren vor allem als Regulierungsproblem behandelt, wird Europa seine Digitale Souveränität nicht stärken. Dann entstehen die KI- und ,Cloud’-Kapazitäten, die wir brauchen, woanders.“

Weitere Informationen zum Thema:

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Über uns: eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. / Wir gestalten das Internet.

DIGITALE INFRASTRUKTUREN
Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT, 13.04.2026
Wechsel bei der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen: Volker Ludwig übernimmt Sprecherrolle

Europen Commission
Strengthening Europe’s Tech Sovereignty / Tech sovereignty is Europe’s ability to act independently in the digital world by developing and controlling key technologies, data, and infrastructure, while reducing reliance on non-EU providers.

datensicherheit.de, 25.03.2026
Rechenzentrumsstrategie: Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen mahnt Konkretisierung bei Strompreisen und Energieeffizienz an / Trotz der ambitionierten Ausbauziele der „Nationalen Rechenzentrumsstrategie“ fehlen konkrete Maßnahmen bei Strompreisen, Energieeffizienz und Investitionsbedingungen – mithin entscheidende Faktoren im internationalen Wettbewerb

datensicherheit.de, 23.03.2026
Nationale Rechenzentrumsstrategie: Bitkom fordert noch deutlich verbesserte Rahmenbedingungen / Der Bitkom anerkennt vorliegende Rechenzentrumsstrategie als „wichtiges Signal“, vermisst bisher aber den „großen Wurf“

datensicherheit.de, 23.08.2025
5-Punkte-Plan des eco für zukunftsorientierte Rechenzentrumsstrategie des Bundes / Der eco fordert unter anderem wettbewerbsfähige Strompreise, schnellere Genehmigungen und ein Ende des „One-Size-Fits-All“-Ansatzes

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VDE-Plädoyer für hocheffiziente Rechenzentren zur Stärkung der Digitalindustrie in Deutschland https://www.datensicherheit.de/vde-plaedoyer-rechenzentren-staerkung-digitalindustrie-deutschland Fri, 01 May 2026 22:47:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54229 Eine erfolgreiche Digitalindustrie und führende Rolle bei KI kann es nur mit performanten Rechenzentren geben – die neue „VDE ITG Kurzinformation“ mit dem Schwerpunkt „Netzanschluss für KI“ zeigt hierzu Perspektiven auf

[datensicherheit.de, 02.05.2026] Der Ausbau der digitalen Infrastruktur in Deutschland läuft offenbar – rund 2.000 Rechenzentren sind demnach entweder bereits in Betrieb oder in der Fertigstellung. Doch dies sei nicht genug, stellen jedenfalls die Autoren der neuen „VDE ITG Kurzinformation“ zum Thema „Netzanschluss für KI“ fest: Dr.-Ing. Damian Dudek, Co-Autor und Geschäftsführer der VDE ITG, betont: „Wir brauchen clevere Lösungen und Mut für den Ausbau – jetzt!“ Einerseits zeige ein Blick in die USA, „wo die Reise hingeht“: Das in Louisiana entstehende „Meta Hyperion“-Rechenzentrum solle eine Leistungsaufnahme von fünf Gigawatt haben, was laut einem Bericht im Magazin „IEEE Spectrum“ jener von über vier Millionen US-Haushalten entspreche. Andererseits sei klar, dass in Deutschland mit einer viel höheren Besiedelungsdichte, einem europäisch organisierten Verteilnetz und anderen regulatorischen Vorgaben eine Kopie solcher Projekte nicht möglich sei.

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Abbildung: VDE

Aktuelle „VDE ITG Kurzinformation“ zum Thema „Netzanschluss für KI“

Effiziente Auslegung der KI-Rechenzentren mit Hardware und Kühlung als Erfolgsfaktor

Dudek kommentiert: „Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken und die anderen machen zu lassen, sollten wir uns auf unsere Kompetenzen verlassen und den Ausbau vorantreiben!“ Wie diese Kompetenzen aussehen und was für einen wirtschaftlichen Betrieb von KI-Rechenzentren notwendig ist, soll die neue „VDE ITG Kurzinformation“ zeigen.

  • Dudek betont: „Stand heute gehen in etwa 60 Prozent der Primärenergie in einem Rechenzentrum in das Computing – 40 Prozent verpuffen als Wärme, die den Stromverbrauch durch die notwendige Kühlung nach oben treibt.“ Moderne High-Performance-Rechenzentren (HPC RZ) könnten indes auf zwei Ebenen Abhilfe schaffen. „Zwar braucht auf Energieeffizienz optimierte Hardware mehr Strom, aber sie bringt auch ein um den Faktor 4 effizienteres Computing und somit ein deutliches Plus an Rechenleistung.“

Erfolgt zudem die Kühlung KI-gesteuert, lasse sich der Energiebedarf dafür z.T. um mehr als 20 Prozent reduzieren. Die Kombination aus intelligenter Kühlung und zuverlässiger Stromversorgung führe nach dem sogenannten Five-Nines-Konzept zu einer Verfügbarkeit von 99,999 Prozent, um kritische Systemausfälle nahezu komplett auszuschließen.

KI-Netzanschluss erfordert Ausbau der Rechenzentren und Infrastruktur

„Ich kann den Energiehunger der Rechenzentren einfach akzeptieren und – siehe USA – den Strombedarf vollständig über Gaskraftwerke außerhalb des Netzes bedienen“, erläutert Christoph Strunck, Co-Autor des Papiers und Ingenieur bei Goodman Germany, fest. Er führt hierzu weiter aus: „Oder ich arbeite gemeinsam mit Politik, Netzbetreibern und Kraftwerksbetreibern an innovativen, wirtschaftlich tragfähigen Lösungen, die nachhaltig sind.“

  • Um im Rennen um technologische Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) und die dazugehörigen Geschäftsmodelle nicht ins Hintertreffen zu geraten, ist aus Sicht der Autoren entschlossenes Handeln gefragt. In Deutschland gebe es über 1.600 unternehmenseigene Rechenzentren und rund 300 sogenannte Colocation-Rechenzentren von Drittanbietern (Stand 2025).

„Die vorhandenen und entstehenden Standorte zeigen, dass es geht“, unterstreicht Dudek. Ballungsräume wie Frankfurt am Main, München oder Berlin profitierten von der Investition und davon, „dass nicht alle KI-Anwendungen über Rechenzentren im Ausland laufen und abgerechnet werden“.

Memo zeigt auf, welche Anforderungen Rechenzentren an den Netzanschluss stellen

Neben der effizienten Auslegung von Rechenzentren ist es aus Sicht der Autoren daher notwendig, Bauprojekte an passenden Standorten zügig zu starten, selbst wenn noch nicht alle Details geklärt sind. Das Papier sieht dafür vor allem mittelgroße Städte in den Fokus rücken und zeigt auf, welche Anforderungen Rechenzentren an den Netzanschluss stellen. Steht dieser zu Projektbeginn noch nicht zu 100 Prozent wie benötigt zur Verfügung, könne der Ausbau im Projektverlauf nachgezogen werden. Mögliche Lücken ließen sich auch durch die intelligente Kopplung rechenintensiver Prozesse an Zeiten hoher Energieverfügbarkeit schließen.

  • „Wenn wir den Energiemix aus Wind-, Solar- und Biomasse nutzen, ergänzt durch hocheffiziente Gasturbinen in Kraft-Wärme-Kopplung, schaffen wir Infrastruktur mit hohem Gesamtwirkungsgrad. Am Ende dieses Wegs steht nicht nur ,KI made in Germany’, sondern KI, die selbst zum Baustein für Energieeffizienz wird“, betont Dr.-Ing. Niklas Panten, Co-Autor des Papiers und Gründer von etalytics (Darmstadt).

Der Einsatz sogenannter Erneuerbarer Energien sorge zudem dafür, dass der Betrieb großteils unabhängig von der Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe laufe. Regulatorische Rahmenbedingungen müssten, wo notwendig, in diesem Kontext die notwendige Flexibilität aufweisen, um international anschlussfähig zu bleiben.

Weitere Informationen zum Thema:

VDE ITG Informationstechnische Gesellschaft
Die Arbeitsgebiete der VDE ITG

VDE ITG Informationstechnische Gesellschaft, 15.08.2024
VDE ITG Geschäftsstelle

haustec.de, Vanessa Rothe, 18.09.2023
Dr. Damian Dudek ist Geschäftsführer der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (VDE ITG)

VDE ITG Informationstechnische Gesellschaft, 30.04.2026
Netzanschluss für KI: Rechenzentren sind das Nervensystem unserer digitalen Infrastruktur. Besonders durch die massive Nutzung zunehmend populärer Anwendungen der generativen Künstlichen Intelligenz steigt der Bedarf an Computingleistung und damit an elektrischer Energie. Es gilt, diesen hohen Bedarf zu decken und vor allem regulatorische Hürden abzubauen. Das vorliegende Papier legt technische Bedarfe dar und gibt Handlungsempfehlungen.

VDE Info
Netzanschluss für KI: Ein Einblick in die Energieversorgung für den Ausbau hochperformanter Rechenzentren in Deutschland für die massive Nutzung generativer KI

IEEE Spectrum FOR THE TECHNOLOGY INSIDER, Matthew S. Smith, 20.03.2026
What Will It Take to Build the World’s Largest Data Center? A giant data center is making engineers throw out the rule book

LinkedIn
Christoph Strunck, Grid Expert bei Goodman Germany GmbH

etalytics
Dr. Niklas Panten, Co-Founder & CEO

datensicherheit.de, 25.03.2026
Rechenzentrumsstrategie: Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen mahnt Konkretisierung bei Strompreisen und Energieeffizienz an / Trotz der ambitionierten Ausbauziele der „Nationalen Rechenzentrumsstrategie“ fehlen konkrete Maßnahmen bei Strompreisen, Energieeffizienz und Investitionsbedingungen – mithin entscheidende Faktoren im internationalen Wettbewerb

datensicherheit.de, 23.03.2026
Nationale Rechenzentrumsstrategie: Bitkom fordert noch deutlich verbesserte Rahmenbedingungen / Der Bitkom anerkennt vorliegende Rechenzentrumsstrategie als „wichtiges Signal“, vermisst bisher aber den „großen Wurf“

datensicherheit.de, 13.03.2026
Rechenzentren in Holzbauweise: Von Schweden bis Deutschland wird vermehrt auf Brettsperrholz statt Stahlbeton gesetzt / Technische Infrastruktur wird heute von der Gesellschaft kritischer beobachtet und hinterfragt als je zuvor, worunter die Verfügbarkeit an Rechenzentren leidet – Tobias von der Heydt führt aus, warum Brettsperrholz als Baumaterial zahlreiche ökologische wie ökonomische Vorteile bietet

datensicherheit.de, 07.12.2025
Frankfurt/Main: Wirtschaftswachstum gründet sich auf Rechenzentren – doch neue IW-Studie benennt Hürden für Betreiber / Jeder Euro, der in Rechenzentren erwirtschaftet wird, generiert weitere 51 Cent wirtschaftlicher Leistung – 24 Cent davon direkt in der Region

datensicherheit.de, 16.11.2025
Zuspitzung der Energiekrise für Rechenzentren gefährdet Digitalstandort Deutschland / „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ fordert wettbewerbsfähige Strompreise und zuverlässige Netzanschlüsse für Rechenzentrenbranche

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Rechenzentren in Holzbauweise: Von Schweden bis Deutschland wird vermehrt auf Brettsperrholz statt Stahlbeton gesetzt https://www.datensicherheit.de/rechenzentren-holzbauweise-brettsperrholz-alternative-stahlbeton Fri, 13 Mar 2026 09:39:12 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=53234 Technische Infrastruktur wird heute von der Gesellschaft kritischer beobachtet und hinterfragt als je zuvor, worunter die Verfügbarkeit an Rechenzentren leidet – Tobias von der Heydt führt aus, warum Brettsperrholz als Baumaterial zahlreiche ökologische wie ökonomische Vorteile bietet

[datensicherheit.de, 13.03.2026] „Technische Infrastruktur wird heute von der Gesellschaft kritischer beobachtet und hinterfragt als je zuvor. In den USA wurden 2025 mindestens 25 Rechenzentren-Projekte nach lokalem Widerstand gestoppt, viermal so viele wie im Jahr davor“, so Tobias von der Heydt, Geschäftsführer bei Prior1, in seiner aktuellen Stellungnahme. Auch in Europa gebe es punktuellen Widerstand. In Deutschland habe die Branche das Thema Nachhaltigkeit bereits auf der Agenda – nicht zuletzt wegen der schärferen Regulatorik, wie z.B. dem „Energieeffizienzgesetz“. Ein Teil der Antwort darauf sei die Holzbauweise.

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Foto: Prior1

Tobias von der Heydt: Nachhaltigkeit ist zum harten wirtschaftlichen und strategischen Faktor geworden!

Bau von Rechenzentren immer öfters in der Kritik

„Die Digitalisierung ist das Fundament der modernen Wirtschaft, doch ihre physische Basis, das Rechenzentrum, wird immer wieder kritisch diskutiert. In den USA wurden 2025 25 Bauprojekte für Rechenzentren nach lokalem Widerstand gestoppt, viermal so viele wie 2024“, berichtet von der Heydt.

  • Laut Data Center Watch sind in den USA demnach Projekte im Wert von 64 Milliarden US-Dollar blockiert oder verzögert worden. 142 sogenannte Aktivistengruppen in 24 US-Staaten mobilisierten gegen den Bau neuer Anlagen.

Die Kritikpunkte seien vielfältig und beträfen verschiedene Dimensionen des Ressourcenverbrauchs: „In Michigan protestierten im Dezember 2025 Anwohner gegen ein geplantes 7-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum auf wertvollem Farmland. In Detroit demonstrierten Bürger vor der Zentrale des Energieversorgers DTE Energy gegen ein 1,4-Gigawatt-Rechenzentrum, das die lokale Stromversorgung belasten würde.“

In Irland bereits 21% der nationalen Stromversorgung für Rechenzentren

Auch in Europa habe sich in der Vergangenheit punktueller Widerstand formiert. In Irland gingen bereits 21 Prozent der nationalen Stromversorgung an Rechenzentren, in den Niederlanden seien es 5,4 Prozent.

  • „Meta musste 2022 ein geplantes Rechenzentrum in Zeewolde aufgeben, nachdem der niederländische Senat das Projekt auf Eis gelegt hatte. In Irland lehnte der South Dublin County Council im August 2024 ein Google-Projekt ab, weil die Stadt nicht genug Energie zur Verfügung stellen konnte.“

In Marseille habe „Clouds Were Under Our Feet“ – eine „Aktivistengruppe“ – 2024 gegen fünf Rechenzentren gekämpft, welche ihrer Ansicht nach mit der Elektrifizierung des städtischen Busnetzes konkurriert hätten.

Deutsche Rechenzentren-Branche hat Nachhaltigkeit bereits auf der Agenda

In Deutschland sei die Situation differenzierter. „Im September 2024 protestierten zwar über 73.000 Menschen mit einer BUND-Petition gegen Pläne für Hyperscale-Rechenzentren im Rheinischen Revier.“ Der Umweltverband habe den Verbrauch von Agrarland, den hohen Energiebedarf und ungeklärte Fragen zur Wasserversorgung kritisiert.

  • Doch die Branche habe das Thema Nachhaltigkeit längst auf der Agenda, nicht zuletzt aufgrund des „Energieeffizienzgesetzes“.

Im Spannungsfeld zwischen wachsendem Bedarf an Rechenleistung und gesellschaftlichen Nachhaltigkeitserwartungen suche die Branche nach Lösungen, welche verschiedene Dimensionen, nicht nur die Energieeffizienz, adressierten.

„Cross-Laminated Timber“ (CLT) als Baumaterial-Alternative für neue Rechenzentren

Die Herausforderung sei vielschichtig. Energieeffizienz und die Versorgung mit „erneuerbaren Energien“ adressierten den Betrieb. Holz sei da ein „Gamechanger“: International hätten mehrere Unternehmen begonnen, bei neuen Rechenzentren auf Brettsperrholz, auch bekannt als „Cross-Laminated Timber“ (CLT), zu setzen.

  • Beispiele aus der Praxis belegten das Potenzial: Bei zwei Hyperscale-Rechenzentren in Virginia habe Microsoft auf eine Hybridbauweise mit CLT, Stahl und Beton gesetzt. Auch in Europa gebe es Vorreiter: Das EcoDataCenter in Schweden und das Rechenzentrum von Celeste in Frankreich nutzten ebenfalls Holz als tragendes Element ihrer Konstruktion.

„Diese Projekte zeigen, dass Holzbauweise keine Nischentechnologie mehr ist, sondern eine kommerziell etablierte und skalierbare Lösung. Der Grund liegt in den überzeugenden Eigenschaften des Materials“, kommentiert von der Heydt.

Modernes Brettsperrholz traditionellen Materialien ebenbürtig oder sogar überlegen

Indes: „Die Vorbehalte gegenüber Holz in einer hochtechnisierten Umgebung wie einem Rechenzentrum sind oft groß, basieren aber meist auf veralteten Vorstellungen. Modernes Brettsperrholz (CLT) ist ein Hightech-Baustoff, der traditionellen Materialien in entscheidenden Disziplinen ebenbürtig oder sogar überlegen ist!“, betont von der Heydt.

  • Die österreichische Holz-Informationsplattform „proHolz“ beschreibt das Brandverhalten von Holz als „gutmütig und vorhersehbar“. Von der Heydt erläutert: „Bei einem Brand bildet sich an der Oberfläche eine schützende Holzkohleschicht, die den inneren Kern isoliert. Die Abbrandrate ist mit etwa 0,7 mm pro Minute präzise kalkulierbar.“

Moderne CLT-Elemente erreichten problemlos die Feuerwiderstandsklasse F90 (d.h. 90 Minuten Feuerwiderstand) und erfüllten damit die strengen Normen für Rechenzentren wie die EN 50600 und baurechtliche Anforderungen. Auch Anforderungen an den Einbruchschutz seien durch massive Holzstrukturen realisierbar.

Angriffe auf Rechenzentren-Wände: Weder bei Holz- noch bei Stahlcontainern dokumentierte Fälle

Doch es gebe auch kritische Stimmen – Prof. José Torero, ein international renommierter Brandschutzforscher, habe vor Planungs- und Ausführungsfehlern gewarnt: Nicht das Material selbst sei risikobehaftet, sondern unzureichende Erfahrung im Umgang damit. Ein schlecht umgesetzter Holzbau könne im Ernstfall gefährlicher sein als ein vergleichbarer Beton- oder Stahlbau.

  • „Dieses Risiko lässt sich durch die Beauftragung spezialisierter Unternehmen mit dokumentierter Projekterfahrung und entsprechenden Zertifizierungen ausschließen“, unterstreicht jedoch von der Heydt.

Auch das Vorurteil, Holzwände könnten einfach aufgesägt werden, halte einer Prüfung nicht stand: Weder bei Holz- noch bei Stahlcontainern existierten dokumentierte Fälle solcher Angriffe auf Rechenzentren. CLT-Wände seien mehrschichtig verleimt und erforderten erheblichen mechanischen Aufwand diese zu durchbrechen. In Kombination mit Zutrittskontrolle, Videoüberwachung und Alarmsystemen sei das Sicherheitsniveau identisch mit konventionellen Bauweisen.

CLT-Elemente ermöglichen Errichtung mittelgroßer Rechenzentren in vier bis neun Monaten

Holz als Baumaterial zeichne sich zudem durch eine exzellente natürliche Wärmedämmung aus: Mit einer Wärmeleitfähigkeit von nur 0,13 W/mK (im Vergleich zu 2,1 W/mK bei Beton) reduziere Holz den Bedarf an zusätzlicher Dämmung und senke den Energieaufwand für die Kühlung um 15 bis 20 Prozent.

  • Zertifizierungen wie „Cradle to Cradle Certified® Gold“, die beispielsweise das von der Firma DERIX verwendete Brettsperrholz erhalten habe, belegten die Kreislauffähigkeit des Materials.

Ein weiterer Vorteil liege in der Baugeschwindigkeit: „Vorgefertigte CLT-Elemente ermöglichen für mittelgroße Rechenzentren Bauzeiten von vier bis neun Monaten, deutlich schneller als die 15 bis 24 Monate, die konventionelle Massivbauten benötigen.“

Reduzierter Kühlbedarf und verminderte Betriebskosten für die Klimatisierung der Rechenzentren

Die oft zitierte Annahme, Holzbau sei per se teurer, greife bei einer Gesamtbetrachtung zu kurz. Zwar könnten die reinen Materialkosten variieren, doch zwei betriebswirtschaftliche Faktoren kehrten dieses Bild um.

  • Erstens, der Zeitgewinn: Die modulare Vorfertigung von Holzelementen verkürze, wie erwähnt, die Bauzeit im Vergleich zu Betonprojekten. Dieser Vorsprung ermögliche eine deutlich frühere Inbetriebnahme und damit einen schnelleren „Return on Investment“.

Zweitens, die Energieeffizienz: Holz dämme durch seine geringe Wärmeleitfähigkeit deutlich besser als Beton. Das reduziere den Kühlbedarf und senke die Betriebskosten für die Klimatisierung. Praxisbeispiele belegten, dass diese laufenden Einsparungen, kombiniert mit der schnelleren Bauzeit, Holz zu einer wirtschaftlich attraktiven und zukunftssicheren Entscheidung machten.

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Abbildung: Prior1

Außenansicht: IT-Container in Holzbauweise (hier z.B. „Eco Fix“ von Prior1)

Modulare Rechenzentren in Holzbauweise: Markt für „Green Data Center“ wächst rasant

Was bei internationalen Großprojekten funktioniere, sei auch für den deutschen Mittelstand und für „Edge“- oder „On-Premise“-Anwendungen verfügbar. Mehrere Anbieter hätten modulare Rechenzentren in Holzbauweise entwickelt.

  • „Ein Beispiel ist der IT-Container ,Eco Fix’ von Prior1, der in Kooperation mit dem Holzbauspezialisten DERIX entwickelt wurde und auf CLT-Brettsperrholz-Technologie basiert. Mit Platz für vier 19-Zoll-Server-Racks auf rund 20 Quadratmetern erfüllt er die Verfügbarkeitsklasse VK2 nach EN 50600, sowie hohe Anforderungen an Brand- und Einbruchschutz.“ Eine effiziente Klimatisierung mit natürlichem Kältemittel (R290) und eine intelligente indirekte Freikühlung ermöglichten bei niedrigen Außentemperaturen den vollständigen Verzicht auf mechanische Kälteerzeugung. „Die schlüsselfertige Lösung ermöglicht Realisierungszeiten von wenigen Wochen.“

Auch andere Anbieter arbeiteten an vergleichbaren Lösungen. Der Markt für „Green Data Center“ wachse rasant. Allein in Deutschland von 2,88 Milliarden US-Dollar (2024) auf voraussichtlich 12,02 Milliarden US-Dollar bis 2032, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 19,55 Prozent.

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Abbildung: Prior1

Innenansicht: IT-Container in Holzbauweise (hier z.B. „Eco Fix“ von Prior1)

Fazit: Mittels Holzbauweise für Rechenzentren Weichen für die Zukunft stellen

Die zunehmende gesellschaftliche Aufmerksamkeit und der zunehmende regulatorische Druck veränderten u.a. die Anforderungen an die Rechenzentrumsbranche. „Nachhaltigkeit ist zum harten wirtschaftlichen und strategischen Faktor geworden!“

  • Holzbauweise erweise sich dabei als eine technisch ausgereifte, wirtschaftlich sinnvolle und ökologisch überlegene Alternative zu konventionellen Bauweisen. Von der Heydt gibt abschließend zu bedenken: „Unternehmen, die heute in ihre IT-Infrastruktur investieren, müssen die Weichen für die Zukunft stellen.“

Eine Bauweise, welche z.B. den Energieverbrauch im Betrieb senkt und die Anforderungen von morgen bereits heute erfüllt, sei eine kluge Investition in die eigene Zukunftsfähigkeit. „Holzbauweise ist dabei eine wichtige Säule. Gemeinsam mit Energieeffizienz, erneuerbaren Energien und Abwärmenutzung bildet sie die Grundlage für zukunftsfähige Rechenzentren!“

Weitere Informationen zum Thema:

prior1 für Ihr Rechenzentrum
Was uns wichtig ist. / Seit der Gründung unseres Unternehmens 2008 liegt unser Augenmerk auf einem respektvollen Miteinander mit allen Berührungsgruppen. Darüber hinaus sind wir davon überzeugt, dass Nach­haltigkeit eine zentrale ökonomische wie ökologische Grundvoraussetzung ist, um langfristigen Erfolg zu sichern.

prior1, 11.10.2021
Prior1 erweitert seine Geschäftsführung um Tobias von der Heydt / Strategische Entwicklung des Unternehmens wird nahtlos fortgeführt

HEATMAP, Robinson Meyer, 12.01.2026
Amid Rising Local Pushback, U.S. Data Center Cancellations Surged in 2025 / A Heatmap Pro review of public records shows that 25 data centers were scrubbed last year after local pushback — four times as many as 2024.

Data Center Watch
$64 billion of data center projects have been blocked or delayed amid local opposition / Local activism threatens to derail the U.S. data center boom

newrepublic.com, Liza Featherstone/, 17.02.2026
not today: Data Centers Are the Enemy We’ve All Been Waiting For / The startling rapidity of the bottom-up revolt against Big Tech shows people will indeed get off the sofa for the right fight

Planet Detroit, Dustin Blitchok, 03.12.2025
Demonstrators at DTE headquarters voice objections to 1.4 gigawatt data center deal / The protest outside DTE Energy headquarters precedes a virtual hearing by state regulators on a 1.4 gigawatt data center deal in Saline Township

euronews.com, Anna Desmarais, 02.10.2024
‚Do we want fewer emissions or more Netflix?‘: Inside the fight against Europe’s data centres / Pockets of data centre activists are fighting back against the expansion of mega computer centres in Europe amid an artificial intelligence (AI) boom.

euronews.com, 23.02.2022
Meta’s plans to build a new data centre in the Netherlands blocked by political opposition / All but two of the parties in the Dutch Senate backed a motion to temporarily block Meta’s new data centre until sustainability standards were met.

BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen, 16.09.2024
73.000 Menschen fordern:„Microsoft muss umplanen!“ / BUND-Petition erhält viel Unterstützung

RUBNER
Rechen­zentrum Celeste: Fünf­stöckiger Holz­bau in Frank­reich

pro:Holz
Holz brennt sicher / Brandschutz im Holzbau – Daten, Fakten, Beispiele

dezeen, Nat Barker, 22.03.2023
Fire safety expert „extremely concerned“ about mass-timber buildings

MERCER mass timber, 05.22.2024
Building to the Future: How Mass Timber Construction Eliminates Traditional Building Challenges

prior1
IT CONTAINER ECO FIX – Das nachhaltige und zukunftsfähige Rechenzentrum aus Holz. Grün gebaut – smart betrieben.

Credence Research
Market Overview: Germany Green Data Center Market…

datensicherheit.de, 07.12.2025
Frankfurt/Main: Wirtschaftswachstum gründet sich auf Rechenzentren – doch neue IW-Studie benennt Hürden für Betreiber / Jeder Euro, der in Rechenzentren erwirtschaftet wird, generiert weitere 51 Cent wirtschaftlicher Leistung – 24 Cent davon direkt in der Region

datensicherheit.de, 16.11.2025
Zuspitzung der Energiekrise für Rechenzentren gefährdet Digitalstandort Deutschland / „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ fordert wettbewerbsfähige Strompreise und zuverlässige Netzanschlüsse für Rechenzentrenbranche

datensicherheit.de, 11.11.2025
Rechenzentren: KI treibt deren Verbreitung auch in Deutschland / Deutschland muss sicherstellen, über ausreichend leistungsfähige Rechenzentren für Künstliche Intelligenz zu verfügen – nur dann kann die Digitale Souveränität gestärkt und gegenüber internationalen Technologieführern aufgeholt werden

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Frankfurt/Main: Wirtschaftswachstum gründet sich auf Rechenzentren – doch neue IW-Studie benennt Hürden für Betreiber https://www.datensicherheit.de/frankfurt-main-wirtschaftswachstum-basis-rechenzentren-iw-studie-huerden-betreiber https://www.datensicherheit.de/frankfurt-main-wirtschaftswachstum-basis-rechenzentren-iw-studie-huerden-betreiber#respond Sat, 06 Dec 2025 23:51:32 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=51313 Jeder Euro, der in Rechenzentren erwirtschaftet wird, generiert weitere 51 Cent wirtschaftlicher Leistung – 24 Cent davon direkt in der Region

[datensicherheit.de, 07.12.2025] Rechenzentren gelten als das Fundament digitaler Wertschöpfung in Frankfurt/Main sowie der gesamten Region RheinMain. Laut einer aktuellen Stellungnahme vom eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. jedenfalls liefert die neue, für ein Projektkonsortium verschiedener Partner aus der Region – Hessen Trade and Invest (HTAI), Regionalverband FrankfurtRheinMain, Stadtplanungsamt der Stadt Frankfurt am Main und Wirtschaftsförderung Frankfurt – erstellte Studie von IW und Detecon hierzu eindeutige Zahlen und zeigt demnach auf, dass die Branche im Gegensatz zur Gesamtwirtschaft Rekordzuwächse verzeichnet. Davon profitierten auch die Stadt selbst sowie die gesamte RheinMain-Region.

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Foto: eco

Dr. Béla Waldhauser mahnt: Deutschland und allen voran Frankfurt/M. als digitale Hauptstadt können es sich nicht leisten, die Grundlage ihrer digitalen Wirtschaft zu schwächen!

Rechenzentren in der FrankfurtRheinMain-Region als Wachstumsmotoren

Das BIP der Rechenzentrumsbranche habe sich in den vergangenen fünf Jahren in der Region FrankfurtRheinMain verdoppelt (vgl. IW Consult 2025: 8). In der Main-Metropole habe das Wachstum knapp 90 Prozent betragen – im Gegensatz dazu sei die Gesamtwirtschaft von Frankfurt/Main und der Region jeweils lediglich um rund 16 Prozent gewachsen.

  • Auch für die kommenden fünf Jahre prognostizierten die Studienautoren große Erfolge: „So soll das Branchen-BIP voraussichtlich um 175 Prozent in FrankfurtRheinMain und um 53 Prozent in der Stadt Frankfurt steigen.“

Jeder Euro, der in Rechenzentren erwirtschaftet wird, stoße weitere 51 Cent wirtschaftlicher Leistung an – 24 Cent davon direkt in der Region. Hinzu kämen Steuereinnahmen: „Die Gesamtbranche zeichnete im Jahr 2023 für ein Steueraufkommen von 405 Millionen Euro verantwortlich.“ Davon seien 287 Millionen Euro direkt auf die Branche entfallen und weitere 117 Millionen Euro auf Zulieferer. Laut Schätzmodell blieben etwa zehn Prozent des Steueraufkommens in den Standortkommunen – zum Großteil durch Gewerbesteuern.

Nutzer von Rechenzentren mit höheren Umsätzen belohnt

Auch Anwenderindustrien profitierten: „Wie die Studie ganz richtig herausstellt, sind rechenzentrumsaffine Unternehmen innovativer, produktiver und wachstumsstärker als solche, die keine Rechenzentren nutzen (vgl. IW Consult 2025: 121).“ Auch hierzu sprächen die Zahlen für sich: „Deutschlandweit konnten Rechenzentrumsnutzer bezogen auf das Jahr 2023 rund 18 Prozent ihrer Umsätze mit neuen Produkten oder Dienstleistungen generieren, die es vorher noch nicht gab. Bei den Unternehmen, die keine Rechenzentrumsinfrastruktur nutzen, lag dieser Wert lediglich bei knapp acht Prozent und damit bei weniger als der Hälfte“ (ebd.: 5; IW Consult 2024).“

  • Diese Erkenntnis habe das IW bereits aus einer vorangegangenen Studie gewonnen, welche 2024 vom eco und der unter dessen Verbandsdach gegründeten „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ in Auftrag gegeben wurde. Beide Studien thematisierten in diesem Kontext die enormen „Spillover“-Effekte von Rechenzentren. Laut IW sind deutschlandweit „[m]indestens sechs Millionen Beschäftigte […] in Unternehmen tätig, deren Geschäftsmodell ohne Cloudnutzung nicht möglich wäre“ (IW Consult 2025: 12).

Wie auch die im September 2025 veröffentlichte Studie von Arthur D. Little, eco und der „Allianz“ verdeutliche, treibe Künstliche Intelligenz (KI) diese Effekte weiter an und lasse die Nachfrage nach Rechenleistung und schnellen Netzen explodieren. Laut den Autoren der aktuellen IW-Studie nehme die Region FrankfurtRheinMain mit der Bereitstellung hochleistungsfähiger digitaler Infrastrukturen deutschlandweit eine zentrale Funktion für die Ermöglichung dieser digitalen Transformation ein. (ebd.)

Warnung: Attraktive Energiepreise sowie Flächen und Stromanschlüsse für Rechenzentren im Ausland könnten Sogwirkung entfalten

Dies spiegele auch die zentralen Ergebnisse der in diesem Jahr – 2025 – erschienenen Studie des Frankfurter Internetknotens DE-CIX wider: So habe die in Frankfurt/Main bestehende Infrastrukturdichte eine regelrechte Sogwirkung auf heimische wie internationale Unternehmen, welche jährlich mindestens zwei Milliarden Euro in die digitale Infrastruktur der Main-Metropole investieren würden – neben dem direkten Wertbeitrag von mehr als 300 Millionen Euro, den allein der DE-CIX Frankfurt/Main für die hessische Wirtschaft bringe (vgl. D-Stream Group 2025: 63f.).

  • Dr. Béla Waldhauser [], Sprecher der „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“, kommentiert: „Neben den Stärken von Frankfurt und der gesamten Region Rhein-Main (darunter die Nähe zum DE-CIX, einer guten Netzinfrastruktur und Datengravitation sowie einer sicheren und stabilen Stromversorgung) benennt die neue IW-Studie mit schonungsloser Klarheit, was Branchenbetreiber seit Jahren erleben: Kurzfristig verfügbare zusätzliche Stromkapazitäten in großem Maßstab, hohe Energiekosten, lange Genehmigungswege, regulatorische Unsicherheit und Flächenknappheit für den Bau neuer Rechenzentren.“

Diese Gemengelage führe zu verschlechterten Rahmenbedingungen für Betreiber in ganz Deutschland und der Region FrankfurtRheinMain. Indes sei diese Erkenntnis leider nicht neu. „Schon seit Jahren weisen Betreiber des ,Ökosystems’ digitaler Infrastrukturen im Rahmen von Brancheninitiativen wie der eco-,Allianz’ Politik und Kommunen auf jene Missstände hin. Die Folgen bei weiterer Verschlechterung sind also durchaus bekannt: Es droht eine Abwanderung in andere europäische – insbesondere skandinavische – Länder bei denen die besonders relevanten Standortfaktoren wie Energiepreise sowie Flächen und Stromanschlüsse für Rechenzentren besonders attraktiv sind.“

Problemherde für Betreiber von Rechenzentren liegen klar auf der Hand – nun werden konkrete Lösungswege benötigt

Was die Missstände für Betreiber hierzulande betrifft, stimmten also sämtliche Studienergebnisse und Meinungen von Branchen-Experten überein. Die Problemherde lägen klar auf der Hand – nun benötige man konkrete Lösungswege. Dies gelinge nur im engen Schulterschluss zwischen Betreibern, Politik und Kommunen.

  • Waldhausers eindringlicher Appell: „Deutschland und allen voran Frankfurt als digitale Hauptstadt können es sich nicht leisten, die Grundlage ihrer digitalen Wirtschaft zu schwächen. Wir brauchen die Sicherstellung von bezahlbarem, grundlastfähigem Strom für Rechenzentren sowie planbarer Flächen- und Netzkapazitäten!“

Noch dazu bedürfe es beschleunigter und verlässlicher Genehmigungsverfahren – statt regulatorischer Hürden – und ein eindeutiges politisches „Commitment“ zur digitalen Infrastruktur als strategische Zukunftsaufgabe für Frankfurt/Main und die gesamte Region RheinMain.

Weitere Informationen zum Thema:

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Über uns: eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. / Wir gestalten das Internet.

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Dr. Béla Waldhauser

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Spillover-Effekte von Rechenzentren: Rückgrat der KI-Revolution in Deutschland / Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag der unter dem Dach des eco gegründeten Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen

iW CONSULT & DETECON CONSULTING, 2025
Rechenzentren in Frankfurt am Main und der Region: Standort- und regionalökonomische Wirkungszusammenhänge / Studie für die Wirtschaftsförderung Frankfurt, das Stadtplanungsamt Frankfurt am Main, den Regionalverband FrankfurtRheinMain und die Hessen Trade & Invest (HTAI)

iW CONSULT
Studie:Spillover-Effekte von Rechenzentren – Rückgrat der KI-Revolution in Deutschland

datensicherheit.de, 16.11.2025
Zuspitzung der Energiekrise für Rechenzentren gefährdet Digitalstandort Deutschland / „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ fordert wettbewerbsfähige Strompreise und zuverlässige Netzanschlüsse für Rechenzentrenbranche

datensicherheit.de, 11.11.2025
Rechenzentren: KI treibt deren Verbreitung auch in Deutschland / Deutschland muss sicherstellen, über ausreichend leistungsfähige Rechenzentren für Künstliche Intelligenz zu verfügen – nur dann kann die Digitale Souveränität gestärkt und gegenüber internationalen Technologieführern aufgeholt werden

datensicherheit.de, 22.07.2025
Bitkom fordert mehr Rechenzentren: Deutschland droht sonst Anschluss zu verlieren / Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität – der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor

datensicherheit.de, 09.07.2025
Blaupause für Deutschland: Hessens Rechenzentren-Strategie als Vorbild / Die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ unter der Dach des eco begrüßt die am 3. Juli 2025 angekündigte Rechenzentren-Strategie für das Land Hessen

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Zuspitzung der Energiekrise für Rechenzentren gefährdet Digitalstandort Deutschland https://www.datensicherheit.de/zuspitzung-energiekrise-rechenzentren-gefaehrdung-digitalstandort-deutschland https://www.datensicherheit.de/zuspitzung-energiekrise-rechenzentren-gefaehrdung-digitalstandort-deutschland#respond Sat, 15 Nov 2025 23:20:06 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50970 „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ fordert wettbewerbsfähige Strompreise und zuverlässige Netzanschlüsse für Rechenzentrenbranche

[datensicherheit.de, 16.11.2025] Heftige Kritik übt die unter dem Dach vom eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. gegründete „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ die „verfehlte Standortpolitik der Bundesregierung“: Insbesondere der vom „Wirtschaftsausschuss“ abgelehnte Bundesratsvorschlag zur Vergabe von Netzanschlüssen, als auch die Vereinbarung des „Koalitionsausschusses“ vom 13. November 2025 für einen Industriestrompreis, in welcher Rechenzentrenbetreiber explizit nicht erwähnt würden, gefährden aus Sicht des Verbands die Rechenzentrenbranche in Deutschland.

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Foto: eco

Dr. Béla Waldhauser: KI und Automatisierung lassen die Nachfrage nach Rechenleistung und schnellen Netzen explodieren

Diskrepanz zwischen Bekenntnissen zur Stärkung des Rechenzentrenstandorts Deutschland und aktueller Politik der Bundesregierung

„Wachstum braucht Infrastruktur. Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalen Transformation für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft und ein wichtiger Pfeiler der angestrebten Digitalen Souveränität in Deutschland und Europa!“, betont Dr. Béla Waldhauser, Sprecher der „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“.

  • Er warnt eindringlich: „Trotz zahlreicher Bekenntnisse zur Stärkung des Rechenzentrenstandorts Deutschland ist die aktuelle Politik der Bundesregierung tatsächlich eher kontraproduktiv.“

Rechenzentrenbetreiber seien eben auf frühzeitige und verlässliche Stromnetz-Anschlusszusagen angewiesen. Aktuell dauere die Bearbeitung bis zu sieben Jahre; in Regionen mit besonders hoher Nachfrage – wie etwa Frankfurt am Main – sogar über zehn Jahre. „Diese Verzögerungen gefährden die Investitionssicherheit und strategische Planbarkeit von Rechenzentren-Projekten“, gibt Waldhauser zu bedenken.

Investitionssicherheit für Rechenzentrumsprojekte zwingend erforderlich

Der eco fordert daher: „Die Verfahren zur Vergabe von Netzanschlüssen müssen flächendeckend so gestaltet werden, dass Investitionssicherheit für Rechenzentrumsprojekte gewährleistet bleiben!“

  • Hierfür müsse den Netzbetreibern entsprechender Spielraum eingeräumt werden, um Vergabeverfahren bedarfsgerecht auszugestalten. Ein erster Schritt zur Entlastung und kurzfristigen Entspannung der Situation wäre eine Detailanpassung der „Kraftwerknetzanschlussverordnung“ (KraftNAV), wie vom Bundesrat (BR) kürzlich vorgeschlagen. Dieser Vorschlag sei allerdings am 12. November 2025 vom Ausschuss „Wirtschaft und Energie“ nicht angenommen worden.

„Die Bundesregierung muss jetzt dringend handeln und bis Jahresende im Kabinett eine Annahme des BR-Vorschlages erwirken, um eine Verschärfung des Kapazitätsengpasses zu vermeiden“, unterstreicht Waldhauser. Ansonsten müsse man damit rechnen, dass in absehbarer Zeit keine weiteren Rechenzentren in Deutschland gebaut würden.

KI und Automatisierung treiben in jedem Fall Nachfrage nach leistungsfähigen Rechenzentren

„Eine aktuelle Studie von eco und Arthur D. Little zeigt, dass wir insbesondere im Bereich der digitalen Infrastrukturen in den kommenden fünf Jahren auf eine massive Angebotslücke zusteuern. KI und Automatisierung lassen die Nachfrage nach Rechenleistung und schnellen Netzen explodieren. Die aktuellen Bedingungen am Standort Deutschland erlauben es uns aber gar nicht, die entsprechenden Kapazitäten zeitgerecht dem Markt zur Verfügung zu stellen“, erläutert Waldhauser.

  • Der hohe Strompreis in Deutschland sei ein weiterer Faktor, welcher den Bau neuer Rechenzentren in Deutschland bremsen könnte. Entgegen der Vereinbarung im Koalitionsvertrag würden Rechenzentren in der am 13. November 2025 veröffentlichten Einigung der Koalition zum Industriestrompreis nicht erwähnt.

Waldhauser stellt abschließend klar: „Wir fordern die Bundesregierung auf, dass dies noch geschieht! Andernfalls ist dies eine weitere Absage an den Rechenzentren- und Digitalstandort Deutschland.“

Weitere Informationen zum Thema:

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Über uns: eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. / Wir gestalten das Internet.

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Studie „Die Internetwirtschaft in Deutschland 2025-2030: Zukunftsperspektiven für digitale Infrastrukturen“ / In Zusammenarbeit mit Arthur D. Little, realisiert in Kooperation mit der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen, Digital Realty und NetCologne

DIGITALE INFRASTRUKTUREN, eine Initiative des eco
Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen

DIGITALE INFRASTRUKTUREN, eine Initiative des eco
Mitglieder & Organisation

Bundesnetzagentur
Netz­an­schluss / Die rein physikalisch technische Anbindung an das Energieversorgungsnetz wird über das Netzanschlussverhältnis zwischen Anschlussnehmer und Netzbetreiber geregelt

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 27.06.2007
Gesetz – Netze und Netzausbau: Kraftwerksnetzanschlussverordnung (KraftNav) / Verordnung zur Regelung des Netzanschlusses von Anlagen zur Erzeugung von elektrischer Energie

datensicherheit.de, 11.11.2025
Rechenzentren: KI treibt deren Verbreitung auch in Deutschland / Deutschland muss sicherstellen, über ausreichend leistungsfähige Rechenzentren für Künstliche Intelligenz zu verfügen – nur dann kann die Digitale Souveränität gestärkt und gegenüber internationalen Technologieführern aufgeholt werden

datensicherheit.de, 04.09.2025
Strompreis: Bitkom fordert Entlastung auch für TK-Netze und Rechenzentren / Telekommunikationsnetze und Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung – diese von Entlastungen bei der Stromsteuer auszuschließen, konterkariert das Ziel der Digitalen Souveränität

datensicherheit.de, 22.07.2025
Bitkom fordert mehr Rechenzentren: Deutschland droht sonst Anschluss zu verlieren / Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität – der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor

datensicherheit.de, 09.07.2025
Blaupause für Deutschland: Hessens Rechenzentren-Strategie als Vorbild / Die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ unter der Dach des eco begrüßt die am 3. Juli 2025 angekündigte Rechenzentren-Strategie für das Land Hessen

datensicherheit.de, 17.07.2024
Wachstumsinitiative der Bundesregierung: Ambitionierte Pläne zum Ausbau von KI-Rechenzentren / eco begrüßt Pläne der Bundesregierung, umfassende Maßnahmen zur Stärkung digitaler Infrastrukturen und Technologien zu verabschieden

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Rechenzentren: KI treibt deren Verbreitung auch in Deutschland https://www.datensicherheit.de/rechenzentren-ki-treiber-verbreitung-deutschland https://www.datensicherheit.de/rechenzentren-ki-treiber-verbreitung-deutschland#respond Tue, 11 Nov 2025 00:18:08 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50886 Deutschland muss sicherstellen, über ausreichend leistungsfähige Rechenzentren für Künstliche Intelligenz zu verfügen – nur dann kann die Digitale Souveränität gestärkt und gegenüber internationalen Technologieführern aufgeholt werden

[datensicherheit.de, 11.11.2025] Laut einer aktuellen Meldung des Digitalverbands Bitkom e.V. treibt Künstliche Intelligenz (KI) den Ausbau von Rechenzentren (RZ) – auch in Deutschland – voran. Demnach machen KI-Rechenzentren derzeit rund 15 Prozent der gesamten, in Deutschland installierten Kapazitäten aus. „Bis zum Jahr 2030 sollen sich diese KI-Kapazitäten – die in Watt gemessen werden – vervierfachen, von derzeit 530 Megawatt auf dann 2.020 Megawatt Anschlussleistung.“ Der Anteil von KI-Rechenzentren an den deutschen Gesamtkapazitäten werde dann bei 40 Prozent liegen. Die Erkenntnisse basierten auf Ergebnissen der aktuellen, vom Borderstep Institut im Auftrag durchgeführten Bitkom-Studie „Rechenzentren in Deutschland: Aktuelle Marktentwicklungen – Update 2025“.

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Foto: Bitkom e.V.

Dr. Bernhard Rohleder zum RZ-Ausbau in Deutschland: Künstliche Intelligenz wird zum entscheidenden Faktor für die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft und unserer Verwaltung!

RZ-Ausbau erfordert verbesserte regulatorische Rahmenbedingungen sowie stabile Versorgung mit günstiger Energie

Insgesamt seien in Deutschland derzeit 2.000 Rechenzentren mit einer Anschlussleistung von jeweils mehr als 100 Kilowatt installiert, darunter 100 größere Rechenzentren mit mehr als fünf Megawatt Leistung. Die Leistung aller deutschen Rechenzentren sei 2025 um neun Prozent auf 2.980 Megawatt gewachsen – die hundert größten Rechenzentren steuerten dazu die Hälfte bei.

  • Anfang 2026 solle erstmals die Marke von 3.000 Megawatt und 2030 von 5.000 Megawatt überschritten werden. Verglichen mit 2024 würden sich Deutschlands Rechenzentrumskapazitäten dann nahezu verdoppelt haben. Vor allem der steigende Bedarf der KI und des „Cloud“-Computings trieben dieses Wachstum. „Künstliche Intelligenz wird zum entscheidenden Faktor für die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft und unserer Verwaltung“, kommentiert der Bitkom-Hauptgeschäftsführer, Dr. Bernhard Rohleder.

Er legt nahe: „Deutschland muss sicherstellen, dass wir über ausreichend leistungsfähige Rechenzentren verfügen. Ohne Rechenzentren keine KI. Nur so können wir unsere Digitale Souveränität stärken und zu den internationalen Technologieführern aufschließen.“ Die Rechenzentrumsbetreiber brauchten dafür verbesserte regulatorische Rahmenbedingungen, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie vor allem eine stabile Versorgung mit günstiger elektrischer Energie.

Rückstand erheblich: Die USA verfügten 2024 bereits über zehnmal so viele RZ-Kapazitäten wie in Deutschland bis 2030 geplant

In diesem Jahr, 2025, investierten die Betreiber zwölf Milliarden Euro in IT-Hardware und 3,5 Milliarden Euro in Gebäude und technische Gebäudeausrüstung – ein neues Allzeithoch. Davon würden ca. 2,5 Milliarden Euro in die Geräte und Anlagen der Klimatechnik, der Stromversorgung und anderer Gebäudetechnik fließen.

  • Im internationalen Vergleich verlaufe die Entwicklung in Deutschland jedoch eher stockend. Anders als in den USA oder China existierten hierzulande noch keine ausschließlich für KI-Anwendungen betriebene Mega-Rechenzentren. Die leistungsstarken IT-Systeme in deutschen Rechenzentren seien im Vergleich zu Datacentern im Ausland deutlich kleiner. Die USA hätten 2024 bereits über zehnmal so viele Rechenzentrumskapazitäten verfügt, wie sie in Deutschland bis 2030 geplant seien.

Jedes Jahr würden in den USA mehr als viermal so viele Kapazitäten hinzugebaut, wie in Deutschland überhaupt installiert sind. Rohleder: „Beim Thema Rechenzentren müssen Bund und Länder ,all in’ gehen und die Investitionshürden radikal senken. Hier entscheidet sich, ob Deutschland zur ,Datenkolonie’ wird oder auch im Digitalen Zeitalter ein souveränes Land bleibt.“

Hälfte der RZ-Kapazitäten entfällt auf „Cloud“-Infrastrukturen

Treiber für das aktuelle Wachstum seien „Cloud“-Angebote für KI und sonstige Anwendungen, welche im laufenden Jahr – 2025 – um rund 17 Prozent auf 1.450 MW stiegen. Damit entfalle aktuell die Hälfte (49%) der deutschen RZ-Kapazitäten auf „Cloud“-Infrastrukturen; vor einem Jahr seien es noch 45 Prozent und im Jahr 2019 erst 29 Prozent gewesen.

  • Auch der Markt für „Edge“-Rechenzentren gewinne zunehmend an Dynamik und bewege sich mit einer Anschlussleistung von rund 240 MW im Jahr 2025 jedoch noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

„Edge“-Rechenzentren befänden sich näher am Endkunden oder an der gewünschten Anwendung – damit die Reaktionszeit sehr kurz ist. Klassische Rechenzentren würden weiterhin betrieben, zeigten aber mittlerweile einen rückläufigen Trend (2025: 1.290 MW).

Trotz effizienterer Server steigender Energiebedarf

Auch der Bedarf an Elektrischer Energie der Rechenzentren in Deutschland sei gestiegen – und werde u.a. mit Blick auf die wachsende KI-Bedeutung weiter steigen. Er werde 2025 bei 21,3 Milliarden Kilowattstunden liegen – 2024 seien es 20 Milliarden Kilowattstunden und 2015 noch zwölf Milliarden Kilowattstunden gewesen. Rund zwei Drittel des Energiebedarfs entfielen dabei auf die IT-Infrastruktur der Rechenzentren, also Server, Speicher und Netzwerktechnik.

  • Das übrige Drittel entfalle auf die Gebäudeinfrastruktur, die Kühlung oder die Gewährleistung einer unterbrechungsfreien Stromversorgung. Die verwendeten IT-Systeme würden dabei immer effizienter. Beispielsweise sei die Energieeffizienz bei Standardservern in den Jahren 2017 bis 2022 um jährlich 26 Prozent gestiegen.

Rohleder erläutert: „Die Energieeffizienz von Rechenzentren hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, und sie wird angesichts steigender Stromkosten und wachsender Anforderungen durch KI weiter an Bedeutung gewinnen.“ Es liege im ureigenen Interesse der Betreiber, den Energiebedarf zu optimieren. „Effizientere IT-Systeme und Gebäudetechnik senken nicht nur die Kosten, sondern schonen auch die Umwelt. Energieeffizienz ist nicht nur ein technisches Ziel, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.“

Mehr als ein Drittel aller deutschen RZ-Kapazitäten ballt sich im Großraum Frankfurt/Main

Die Verfügbarkeit von Rechenleistungen sei in den 16 Bundesländern dabei höchst unterschiedlich verteilt. Das bei weitem größte Rechenzentrums-Cluster befinde sich in Hessen im Großraum Frankfurt am Main und verfüge mit gut 1.100 MW über mehr als ein Drittel aller Kapazitäten in Deutschland. Es folgten mit Abstand Bayern (420 MW) und Nordrhein-Westfalen (378 MW), dahinter lägen Baden-Württemberg (233 MW) und Berlin (146 MW).

  • Die geringste installierte Rechenleistung finde sich in Mecklenburg-Vorpommern (20 MW), Bremen (19 MW) und dem Saarland (17 MW). Für die nächsten Jahre seien zahlreiche neue große Rechenzentren angekündigt.

So würden nicht nur in Frankfurt/Main neue Projekte mit mehr als 1.800 MW geplant, sondern 888 MW in Brandenburg sowie mit einer IT-Anschlussleistung von 480 MW auch im rheinland-pfälzischen Nierstein. Dieses Projekt könnte noch übertroffen werden von einem Rechenzentrum mit einer IT-Anschlussleistung in der Größenordnung von 1.000 MW, über welches aktuell in der Gemeinde Dummerstorf in Mecklenburg-Vorpommern diskutiert werde. Erst in der vergangenen Woche seien Pläne für ein neues KI-Rechenzentrums bei München vorgestellt worden.

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Abbildung: Bitkom

Bitkom-Erhebung: Hessen bleibt der RZ-Standort Nr. 1 in Deutschland

DE-CIX: Konnektivität als Standortvorteil für Hessen

Die einzelnen Bundesländer böten dabei unterschiedliche Standortfaktoren, welche für die RZ-Betreiber interessant sein könnten: Von besonderer Bedeutung seien das wirtschaftliche Umfeld, die Konnektivität, das vorhandene RZ-„Ökosystem“ und die Verfügbarkeit von Stromnetz-Anschlusskapazitäten sowie von „grünem Strom“. Je nach Art des Rechenzentrums können diese Faktoren eine unterschiedliche Wichtigkeit haben.

  • So punkte Hessen unter anderem mit der Anbindung an Europas größten Netzwerkknoten „DE-CIX“, einem bereits vorhandenen Rechenzentrums-„Ökosystem“ und einem starken wirtschaftlichen Umfeld. Frankfurt/Main wachse aktuell mit einer Rate von rund 14 Prozent am schnellsten und dessen „Ökosystem“ dehne sich zunehmend nach Rheinland-Pfalz und Bayern aus.

Auch Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin böten große Vorteile in puncto Konnektivität. Insbesondere die Region Berlin-Brandenburg positioniere sich immer deutlicher als zweiter großer Hub für Rechenzentren mit einer hohen internationalen Sichtbarkeit sowie einer attraktiven Lage als „Tor zum Osten“. Rheinland-Pfalz und Brandenburg seien zudem durch ihre räumliche Nähe zu den RZ-Clustern in Frankfurt/Main und Berlin attraktiv. Sie profitierten von der Konnektivität und dem „Ökosystem“ dieser Standorte und hätten ihnen gegenüber ein großes Flächenangebot.

Rechenzentren als wichtiger Standortfaktor für Entwicklung einer Region

Die nördlichen Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern könnten als Rechenzentrums-Standorte vor allem durch ihre Flächenverfügbarkeit punkten. Auch die internationale Anbindung über Seekabel und die Nähe zu den „Hyperscalern“ in Skandinavien böten Vorteile für die dortigen Standorte.

  • „Rechenzentren sind ein wichtiger Standortfaktor für die Entwicklung einer Region“, unterstreicht Rohleder. Länder und Kommunen sollten Rechenzentren gezielt in ihre Regionalstrategien einbeziehen und geeignete Flächen ausweisen.

„Rechenzentren ziehen technologieorientierte Unternehmen an und stärken die regionale Wertschöpfung. Wer heute Raum für Rechenzentren schafft, legt die Basis für das digitale ,Ökosystem’ von morgen.“

USA und China mit RZ-Kapazitäten um Welten voraus

Im internationalen Vergleich könne der deutsche Rechenzentrumsmarkt trotz des starken Wachstums aber nicht mithalten. Insbesondere die USA und China zögen davon. In China habe sich die IT-Anschlussleistung 2024 auf 38 Gigawatt belaufen – und in den USA hätten Rechenzentren bereits im vergangenen Jahr, 2024, über eine Leistung von 48 Gigawatt verfügt – 16-mal so viel wie in Deutschland im Jahr 2025. Allein die zehn größten US-Rechenzentren seien so stark wie alle 2.000 deutschen Rechenzentren zusammen.

  • Insbesondere in den USA seien zuletzt einige „Megaprojekte“ angekündigt worden: So plane Meta mit dem Projekt „Hyperion“ eines der größten Rechenzentren der Welt, welches ausschließlich für KI-Anwendungen ausgelegt sei und mehrere Milliarden US-Dollar kosten solle.

Auch OpenAI und Elon Musks Unternehmen xAI trieben den Ausbau von KI-Rechenzentren massiv voran – ihre künftigen Systeme sollten auf Hunderttausende bis zu einer Million spezieller Graphikprozessoren laufen. Rohleder gibt zu bedenken: „Die USA und China legen die Messlatte extrem hoch. Wenn Deutschland und Europa mithalten wollen, ist es höchste Zeit, gegenzusteuern. Die Bundesregierung sollte daher umgehend die angekündigte Rechenzentrumstrategie mit konkreten Maßnahmen vorlegen!“

Leistungs- und zukunftsfähige RZ-Infrastruktur Basis für Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit in KI-getriebener Welt

So sollten Rechenzentren und auch die Telekommunikationsnetze bei den Stromkosten entlastet werden. Die im europäischen Vergleich sehr hohen Energiepreise stellen aus Bitkom-Sicht einen „substanziellen Wettbewerbsnachteil“ dar. Dies müsse mit Maßnahmen für eine bedarfsgerechte und koordinierte Verteilung von Stromnetzanschlüssen flankiert werden.

  • „Ein erfolgreicher Rechenzentrumsstandort setzt eine stabile, nachhaltige Stromversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen voraus“, betont Rohleder. Des Weiteren brauche es eine Vereinfachung, Digitalisierung und Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. In Deutschland dauerten Planungs- und Genehmigungsverfahren für neue Rechenzentren deutlich länger als im EU-Durchschnitt – und rund sechs Monate länger als gesetzlich vorgesehen. Drittens schlägt Bitkom eine Überarbeitung des regulatorischen Rahmens vor. Insbesondere müssten praxisferne deutsche Sonderwege durch das „Energieeffizienzgesetz“ mit den europäischen Rahmenbedingungen harmonisiert werden – dies betreffe etwa Vorgaben zur Energie-Verbrauchseffektivität und zum Anteil an wiederverwendeter Energie. Gleichzeitig könne die Abwärmenutzung durch steuerliche Anreize für Abnehmer, eine bessere kommunale Wärmeplanung und den Ausbau moderner Wärmenetze deutlich gestärkt werden.

„Ohne starke Rechenzentren verliert Deutschland den Anschluss an den internationalen Wettbewerb“, warnt Rohleder und stellt abschließend klar: „Sie sind die Basis Digitaler Souveränität. Wer in leistungsfähige und zukunftsfähige Infrastruktur investiert, verbessert nicht nur die Resilienz von Wirtschaft und Verwaltung, sondern legt auch die Basis für Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend KI-getriebenen Welt. Deutschland muss zu den führenden Nationen Schritt aufschließen und sich handlungsfähiger, resilienter und technologieorientierter aufstellen – und das geht nur mit einer starken und leistungsfähigen IT-Infrastruktur!“

Weitere Informationen zum Thema:

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Studie: Rechenzentren in Deutschland: Aktuelle Marktentwicklungen 2024

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Dr. Bernhard Rohleder / Hauptgeschäftsführer Bitkom e.V.

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13. November 2025 | Berlin: Bitkom Data Centre Summit 2025 – Sustainable, Sovereign & Secure

Fraunhofer IIS
Edge Computing / Die Zukunft der Cloud liegt in der Edge – und zwar sicher!

DE CIX
We make interconnection easy. Anywhere. / Keine Angst vor wachsenden Datenmengen und Anwendungen: Optimieren und vereinfachen Sie Ihre Netzwerkinfrastruktur, um Ihr Unternehmen schon jetzt für die digitale Zukunft zu rüsten

BR24, Christian Sachsinger, 15.07.2025
Meta will KI-Rechenzentrum so groß wie Manhattan bauen / Der IT-Riese Meta will im Rennen um die besten KI-Modelle unbedingt auf Platz eins. Firmen-Boss Zuckerberg gibt gigantische Summen aus, sowohl für Topgehälter von Experten, als auch für Hardware. Ein Rechenzentrum soll die Größe von Manhattan haben.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Bundesamt der Justit, 13.11.2023
Gesetz zur Steigerung der Energieeffizienz in Deutschland1 (Energieeffizienzgesetz – EnEfG)

datensicherheit.de, 04.09.2025
Strompreis: Bitkom fordert Entlastung auch für TK-Netze und Rechenzentren / Telekommunikationsnetze und Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung – diese von Entlastungen bei der Stromsteuer auszuschließen, konterkariert das Ziel der Digitalen Souveränität

datensicherheit.de, 22.07.2025
Bitkom fordert mehr Rechenzentren: Deutschland droht sonst Anschluss zu verlieren / Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität – der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor

datensicherheit.de, 09.07.2025
Blaupause für Deutschland: Hessens Rechenzentren-Strategie als Vorbild / Die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ unter der Dach des eco begrüßt die am 3. Juli 2025 angekündigte Rechenzentren-Strategie für das Land Hessen

datensicherheit.de, 17.07.2024
Wachstumsinitiative der Bundesregierung: Ambitionierte Pläne zum Ausbau von KI-Rechenzentren / eco begrüßt Pläne der Bundesregierung, umfassende Maßnahmen zur Stärkung digitaler Infrastrukturen und Technologien zu verabschieden

datensicherheit.de, 14.08.2023
Drohender Totalausfall: Sicherheitslücken in Rechenzentren könnten Energieversorgung lahmlegen / Trellix Advanced Research Center veröffentlicht Bericht zur Bedrohung moderner Rechenzentren

datensicherheit.de, 26.04.2019
Bitkom: Standortnachteile bremsen deutsche Rechenzentren aus / Strom macht oft mehr als 50 Prozent der Betriebskosten aus / Große Abwärmemengen bleiben wegen fehlender Einspeisung ungenutzt / Policy Paper zu Rechenzentren veröffentlicht

datensicherheit.de, 23.01.2019
Entfernung georedundanter Rechenzentren von fünf auf 200 Kilometer angehoben / Johan van den Boogaart kommentiert Neufassung der BSI-Empfehlung

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Strompreis: Bitkom fordert Entlastung auch für TK-Netze und Rechenzentren https://www.datensicherheit.de/strompreis-bitkom-forderung-entlastung-tk-netze-rechenzentren https://www.datensicherheit.de/strompreis-bitkom-forderung-entlastung-tk-netze-rechenzentren#respond Wed, 03 Sep 2025 23:01:21 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=49968 Telekommunikationsnetze und Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung – diese von Entlastungen bei der Stromsteuer auszuschließen, konterkariert das Ziel der Digitalen Souveränität

[datensicherheit.de, 04.09.2025] Laut einer Meldung des Digitalverbands Bitkom e.V. vom 3. September 2025 wollte die Bundesregierung an diesem Tag eine Novelle des „Energie- und Stromsteuergesetzes“ sowie einen Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten auf den Weg bringen. „Mit den geplanten Strompreisentlastungen für energieintensive Unternehmen bleibt die Bundesregierung auf halbem Weg stehen“, kommentiert der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst. Er betont: „Telekommunikationsnetze und Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung!“ Diese von den Entlastungen bei der Stromsteuer auszuschließen, konterkariere das Ziel, Digitale Souveränität zu stärken, Schlüsseltechnologien wie „Cloud“ und Künstliche Intelligenz (KI) zu fördern und von den USA und von China unabhängiger zu werden.

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Foto: Bitkom

Dr. Ralf Wintergerst moniert: Mit den geplanten Strompreisentlastungen für energieintensive Unternehmen bleibt die Bundesregierung auf halbem Weg stehen

Im europäischen Vergleich hohe Stromkosten – seit Jahren ein erheblicher Wettbewerbsnachteil

Der Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten sei zwar ein erster wichtiger Schritt – helfe aber nur bedingt. „Die im europäischen Vergleich hohen Stromkosten sind seit Jahren ein erheblicher Wettbewerbsnachteil.“

  • Diese belasteten nicht nur die Branche selbst, sondern auch alle von ihr abhängenden Unternehmen. Rechenzentren in Deutschland benötigten derzeit rund 20 Milliarden Kilowattstunden elektrischer Energie pro Jahr„2030 werden es rund 30 Milliarden Kilowattstunden sein“.

Auch Betreiber von Breitband- und Mobilfunknetzen litten unter den hohen Energiekosten. „Umso unverständlicher ist es, dass die produzierende Industrie entlastet werden soll, nicht aber die digitale Wirtschaft.“

Stromsteuersenkung auch für Unternehmen der IT und Telekommunikation gefordert

Hohe Strompreise gefährdeten auch hier Standorte, Investitionen und Arbeitsplätze. Deutschland müsse bei Zukunftstechnologien wie KI oder Quantencomputing auch unter Kostenaspekten wettbewerbsfähig werden.

  • Der Bundestag sollte daher nachbessern: „Die geplante Stromsteuersenkung für das produzierende Gewerbe muss ebenso für Unternehmen der IT und Telekommunikation gelten!“

Gleiches gelte bei den Überlegungen für einen Industriestrompreis sowie die Ausweitung der Strompreiskompensationen. Wintergerst unterstreicht abschließend: „Wer die Betriebskosten von Rechenzentren und Telekommunikationsnetzen senkt, stärkt Deutschlands Digitale Souveränität!“

Weitere Informationen zum Thema:

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Dr. Ralf Wintergerst: Präsident Bitkom / Vorsitzender der Geschäftsführung & Group CEO Giesecke+Devrient GmbH

datensicherheit.de, 27.09.2022
Bitkom-Warnung: Hohe Stromkosten gefährden Ausbau der Netze und Gigabitstrategie / Sogar Digitalisierung insgesamt könnte laut Bitkom ausgebremst werden

datensicherheit.de, 22.07.2025
Bitkom fordert mehr Rechenzentren: Deutschland droht sonst Anschluss zu verlieren / Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität – der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor

datensicherheit.de, 26.04.2019
Bitkom: Standortnachteile bremsen deutsche Rechenzentren aus / Strom macht oft mehr als 50 Prozent der Betriebskosten aus / Große Abwärmemengen bleiben wegen fehlender Einspeisung ungenutzt / Policy Paper zu Rechenzentren veröffentlicht

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Gemischt: eco-Kommentar zur 100-Tage-Bilanz der neuen Bundesregierung https://www.datensicherheit.de/gemischt-eco-kommentar-100-tage-bilanz-neue-bundesregierung https://www.datensicherheit.de/gemischt-eco-kommentar-100-tage-bilanz-neue-bundesregierung#respond Thu, 14 Aug 2025 22:13:01 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=49646 Digitalpolitik zwischen Selbstfindung und Altlasten – der eco fordert klare Zuständigkeiten, strategische Koordination und mutige Entscheidungen bei KI, digitaler Verwaltung und Rechenzentren

[datensicherheit.de, 15.08.2025] Der eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. zieht in seiner Stellungnahme vom 13. August 2025 nach 100 Tagen neuer Bundesregierung seine erste – gemischte – Bilanz. Mit dem neuen Bundesministerium für Digitales und Standortpolitik (BMDS) sei zwar eine zentrale langjährige Forderung der Branche erfüllt worden – doch viele digitale Kernprojekte seien noch nicht über die Startlinie hinausgekommen. Besonders bei Künstlicher Intelligenz (KI), Rechenzentren, Verwaltungsdigitalisierung und Datenschutz siehtder  eco noch „dringenden Handlungsbedarf“. Kritisch bewertet der Verband zudem die Pläne zur Vorratsdatenspeicherung im neuen „Sicherheitspaket“. „100 Tage nach Amtsantritt darf sich Digitalpolitik nicht länger in Zuständigkeitsdebatten verlieren – wir brauchen jetzt Tempo, Führung und Gestaltungswillen!“, kommentiert Oliver Süme, der eco-Vorstandsvorsitzende.

Oliver Süme, Vorstandsvorsitzender des eco – Verbands der Internetwirtschaft e. V.

Bild: eco

Oliver Süme legt nahe: Künstliche Intelligenz muss „Chefsache“ werden – und das heißt: eindeutige Zuständigkeiten, klare Kommunikation, praxistaugliche Umsetzung

eco-Kritik zum BMDS: überfälliger Schritt mit noch offenem Zielbild

Die Einrichtung des BMDS sei ein positives Signal, doch bislang fehle es dem Haus noch an Durchgriffsmöglichkeiten. Durch das nun endlich erschienene Organigramm seien zumindest die Zuständigkeiten klarer geworden.

Für eco steht jedoch weiterhin fest: Ohne verbindliche Steuerungsverantwortung könne das BMDS seine Rolle als digitalpolitische Schaltzentrale nicht vollumfänglich erfüllen.

eco-Kritik zur KI-Governance: Fragmentierung statt Führung

Zentrale Fragen der KI-Politik seien noch ungelöst. Die Federführung liege teils beim BMDS hinsichtlich „AI Act“, internationale KI-Strategie und Standortpolitik, teils beim Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) in Bezug auf Wettbewerbsrecht und „Digital Markets Act (DMA) und teils beim Bundesforschungsministerium (BMFTR) im Kontext der „KI-Gigafactories“ der EU. Diese Fragmentierung gefährdet aus Sicht des eco eine kohärente Umsetzung des „AI Act“ und lähme Investitionen.

„Künstliche Intelligenz muss ,Chefsache’ werden – und das heißt: eindeutige Zuständigkeiten, klare Kommunikation, praxistaugliche Umsetzung“, fordert Süme.

eco-Kritik zu Rechenzentren: Strategie angekündigt, aber noch unklare Umsetzung

Eine nationale Strategie für Rechenzentren sei zwar angekündigt worden, doch wann diese erscheinen soll und welche konkreten Entlastungen sie für die Branche beinhaltet, bleibe bislang noch unklar.

Gleichzeitig erschwerten steigende Energiepreise die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Betreiber im internationalen Vergleich. eco fordert die Überarbeitung von Energieeffizienzvorgaben sowie die Anpassung beihilferechtlicher Vorgaben, um Entlastungen bei den Energiepreisen zu ermöglichen. Zum Anderen müsse auch der Zugang zu Stromnetzanschlusskapazität gewährleistet sein.

eco-Kritik an Überwachungsplänen: Vorratsdatenspeicherung verfassungsrechtlich bedenklich und politisch rückwärtsgewandt

Trotz eindeutiger Rechtsprechung etwas des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) hat der neue Bundesinnenminister, Alexander Dobrindt, eine verpflichtende Speicherung aller IP-Adressen angekündigt.

  • Diese Form der anlasslosen Überwachung über mehrere Monate hinweg verstoße gegen EU-Recht, schaffe erhebliche Rechtsunsicherheit und belaste Infrastrukturbetreiber unnötig. Selbst das Bundeskriminalamt (BKA) gehe nach einer Studie zu Verdachtsmeldungen im Bereich der Kinderpornographie davon aus, dass die Erfolgsquote oberhalb einer Speicherverpflichtung von zwei bis drei Wochen nicht mehr signifikant ansteige.

Der eco fordert weiterhin rechtssichere und grundrechtsschonendere Lösungen, wenigstens sollte die Dauer der Speicherung von IP-Adressen aber auf ein Mindestmaß reduziert werden.

eco-Forderung: Datenschutz vereinfachen – Entlastung für Unternehmen schaffen!

Aus Sicht der Internetwirtschaft sei es jetzt entscheidender, die Vereinfachung der Datenschutzregeln für Unternehmen voranzutreiben. Der Koalitionsvertrag stelle in Aussicht, die Datenschutzaufsicht sowie Fragen der Datennutzung bei der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) zu bündeln.

  • Dies würde eine einheitliche Anwendung der europäischen Vorgaben ermöglichen. „Auch dem in diesem Zusammenhang angekündigten Datengesetz sehen wir mit Interesse entgegen.“

Die Internetwirtschaft benötige insbesondere in Deutschland dringend Entlastung – nicht nur im internationalen, sondern auch im europäischen Kontext. Das Problem indes: „Das BMDS ist nicht für den Datenschutz der Wirtschaft zuständig, auch bleiben weiterhin fragmentierte Zuständigkeiten bestehen und stellen die Wirtschaft vor Probleme.“

eco-Vorschlag: Wichtige digitalpolitische Prioritäten für die nächsten 100 Tage

Aus eco-Sicht stehen folgende Aufgaben jetzt im Fokus:

  • Bürokratie reduzieren
    Insbesondere das „Energieeffizienzgesetz“ müsse dringend nachgebessert werden, um digitale Unternehmen zu entlasten!
  • Innovation vorantreiben
    Für KI digitale Geschäftsmodelle werde ein Rechtsrahmen benötigt, welcher den Einsatz der Technologien nachvollziehbar und verhältnismäßig ermögliche, anstelle zusätzlicher Auflagen.
  • Cybersicherheit stärken
    Die Umsetzung von NIS-2 und TK-NABEG (TK-Netzausbau-Beschleunigungs-Gesetz) müsse zügig und praxisnah erfolgen.
  • Datenschutzaufsicht modernisieren
    Eine effiziente, innovationsfreundliche Neuaufstellung der Aufsichtsstrukturen sei überfällig.
  • „Digital Services Act“ (DSA) umsetzen
    Die Bundesnetzagentur (BNetzA) müsse personell so ausgestattet werden, dass sie ihre Aufgaben im Rahmen des DSA wirksam erfüllen kann.
  • Digitale Identitäten voranbringen
    Es brauche jetzt tragfähige Lösungen für den flächendeckenden und sicheren Einsatz.
  • Verwaltungsdigitalisierung beschleunigen
    Der „Deutschland-Stack“ müsse in enger Kooperation mit der Wirtschaft angegangen werden.

Weitere Informationen zum Thema:

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. / Wir gestalten das Internet.

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
RA Oliver J. Süme

Bundeskriminalamt, 18.01.2024
Erforderliche Speicherfristen für IP-Adressen

datensicherheit.de, 31.07.2025
Ein Jahr AI Act: eco mahnt rechtssichere Rahmenbedingungen und politischen Gestaltungswillen an / Vor einem Jahr, am 1. August 2024, ist der europäische „AI Act“ in Kraft getreten – laut eco ein historischer Meilenstein für die globale KI-Regulierung und Grundlage, um KI „Made in Europe“ zum Erfolgsmodell zu machen

datensicherheit.de, 24.07.2025
Pläne zur Massenüberwachung in der Kritik: eco-Stellungnahme zum geleakten BMI-Entwurf / Der eco warnt vor Rückbau rechtsstaatlicher Kontrolle und fordert eine grundrechtskonforme, transparente Neuausrichtung der digitalen Sicherheitspolitik

datensicherheit.de, 22.07.2025
Bitkom fordert mehr Rechenzentren: Deutschland droht sonst Anschluss zu verlieren / Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität – der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor

datensicherheit.de, 26.05.2025
Bitkom-Umfrage: Datenschutz immer öfter als Innovationsbremse empfunden / Die seit dem 25. Mai 2018 geltende DSGVO unterliegt offensichtlich gerade bei Unternehmen einer eher kritischen Wahrnehmung

datensicherheit.de, 07.05.2025
Digitalministerium: Bitkom begrüßt Signal, Digitalisierung als zentrale Aufgabe anzunehmen / Im Organisationserlass des neuen Bundeskanzlers wird ausführlich auf das künftige Digitalministerium (BMDS) eingegangen

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Bitkom fordert mehr Rechenzentren: Deutschland droht sonst Anschluss zu verlieren https://www.datensicherheit.de/bitkom-forderung-rechenzentren-deutschland-drohung-anschluss-verlust https://www.datensicherheit.de/bitkom-forderung-rechenzentren-deutschland-drohung-anschluss-verlust#respond Mon, 21 Jul 2025 22:53:33 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=49183 Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität – der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor

[datensicherheit.de, 22.07.2025] Der Branchenverband Bitkom e.V. betont in seiner Stellungnahme vom 21. Juli 2025, dass Deutschland mehr Rechenzentren benötigt – derzeit drohe der Anschluss verloren zu gehen und die USA und China zögen davon. Der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst, stellt klar: „Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität!“ Der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor.

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Foto: Bitkom

Dr. Ralf Wintergerst: Rechenzentren sind für Deutschlands Digitale Souveränität essenziell!

Bitkom fordert leistungsfähige und nachhaltige Rechenzentren

Während der Bedarf an „Cloud“-Services und Künstlicher Intelligenz (KI) rasant zunehme, fehlten Deutschland die dafür nötigen Rechenzentren im Hintergrund. Ihre Kapazität steigere sich derzeit langsamer als der Bedarf, während führende Nationen wie die USA und China ihre Kapazitäten massiv ausbauten.

  • So verfüge Deutschland über eine IT-Anschlussleistung von 2,7 Gigawatt, während die USA mit 48 Gigawatt und China mit 38 Gigawatt weit voraus seien. Damit diese Lücke nicht weiter wächst und um die Digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands langfristig zu sichern, legt der Digitalverband Bitkom jetzt einen Aktionsplan für leistungsfähige und nachhaltige Rechenzentren vor.

Wintergerst stellt klar: „Rechenzentren sind für Deutschlands Digitale Souveränität essenziell. Die Bundesregierung hat dies erkannt und eine ,Rechenzentrums-Strategie’ angekündigt. Es braucht jetzt eine nationale und übergreifende Strategie, um die digitale Infrastruktur zu stärken.“

Rechenzentren-Stromversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen

Mit dem neuen Aktionsplan macht der Bitkom Vorschläge, wie die Rechenzentrums-Kapazitäten in Deutschland schnell und dauerhaft ausgebaut werden könnten. Konkret fordert der Bitkom, Rechenzentren und auch Telekommunikationsnetze bei den Kosten für elektrische Energie zu entlasten. Die im europäischen Vergleich sehr hohen hiesigen Energiepreise stellen aus Bitkom-Sicht einen „substanziellen Wettbewerbsnachteil“ dar.

  • Dies müsse mit Maßnahmen für eine bedarfsgerechte und koordinierte Verteilung von Stromnetzanschlüssen flankiert werden. Wintergerst: „Eine stabile, ausreichende und nachhaltige Stromversorgung zu international wettbewerbsfähigen Preisen ist die Grundvoraussetzung für einen starken Rechenzentrumsstandort.”

Zweitens brauche es eine Vereinfachung, Digitalisierung und Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. In Deutschland dauerten Planungs- und Genehmigungsverfahren für neue Rechenzentren deutlich länger als im EU-Durchschnitt – und rund sechs Monate länger als gesetzlich vorgesehen.

Rechenzentren sollten als Chance für Kommunen begriffen werden

Drittens schlägt Bitkom eine Überarbeitung des regulatorischen Rahmens vor: Insbesondere müssten praxisferne deutsche Sonderwege durch das „Energieeffizienzgesetz“ mit den europäischen Rahmenbedingungen harmonisiert werden – dies betreffe etwa Vorgaben zur Energie-Verbrauchseffektivität und zum Anteil an wiederverwendeter Energie.

  • Gleichzeitig könne die Abwärmenutzung durch steuerliche Anreize für Abnehmer, eine bessere kommunale Wärmeplanung und den Ausbau moderner Wärmenetze deutlich gestärkt werden. Aus Bitkom-Sicht ebenfalls wichtig sei die Schaffung geeigneter Flächen: Rechenzentren müssten als Chance für Kommunen begriffen werden und die gezielte Ausweisung geeigneter Flächen für Rechenzentren ein Bestandteil regionaler Entwicklungsstrategien sein.

„Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung. Kaum ein Unternehmen oder Privathaushalt kommt ohne die Leistungen von Rechenzentren aus, auch die öffentliche Verwaltung ist ohne Rechenzentren nicht mehr arbeitsfähig“, so Wintergerst. Sein Plädoyer zum Abschluss: „Deutschland muss sich digital souveräner und resilienter aufstellen – und das geht nur mit einer starken und leistungsfähigen IT-Infrastruktur!“

Weitere Informationen zum Thema:

bitkom, 2025
Publikation: Aktionsplan Rechenzentren 2025 / Für einen souveränen, nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Digital- und KI-Standort

bitkom, 2025
Download: „Aktionsplan Rechenzentren 2025 / Für einen souveränen, nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Digital- und KI-Standort“

datensicherheit.de, 17.07.2024
Wachstumsinitiative der Bundesregierung: Ambitionierte Pläne zum Ausbau von KI-Rechenzentren / eco begrüßt Pläne der Bundesregierung, umfassende Maßnahmen zur Stärkung digitaler Infrastrukturen und Technologien zu verabschieden

datensicherheit.de, 09.07.2025
Blaupause für Deutschland: Hessens Rechenzentren-Strategie als Vorbild / Die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ unter der Dach des eco begrüßt die am 3. Juli 2025 angekündigte Rechenzentren-Strategie für das Land Hessen

datensicherheit.de, 26.04.2019
Bitkom: Standortnachteile bremsen deutsche Rechenzentren aus / Strom macht oft mehr als 50 Prozent der Betriebskosten aus / Große Abwärmemengen bleiben wegen fehlender Einspeisung ungenutzt / Policy Paper zu Rechenzentren veröffentlicht

datensicherheit.de, 23.01.2019
Entfernung georedundanter Rechenzentren von fünf auf 200 Kilometer angehoben / Johan van den Boogaart kommentiert Neufassung der BSI-Empfehlung

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