Rechenzentren – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Tue, 09 Dec 2025 14:02:34 +0000 de hourly 1 Frankfurt/Main: Wirtschaftswachstum gründet sich auf Rechenzentren – doch neue IW-Studie benennt Hürden für Betreiber https://www.datensicherheit.de/frankfurt-main-wirtschaftswachstum-basis-rechenzentren-iw-studie-huerden-betreiber https://www.datensicherheit.de/frankfurt-main-wirtschaftswachstum-basis-rechenzentren-iw-studie-huerden-betreiber#respond Sat, 06 Dec 2025 23:51:32 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=51313 Jeder Euro, der in Rechenzentren erwirtschaftet wird, generiert weitere 51 Cent wirtschaftlicher Leistung – 24 Cent davon direkt in der Region

[datensicherheit.de, 07.12.2025] Rechenzentren gelten als das Fundament digitaler Wertschöpfung in Frankfurt/Main sowie der gesamten Region RheinMain. Laut einer aktuellen Stellungnahme vom eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. jedenfalls liefert die neue, für ein Projektkonsortium verschiedener Partner aus der Region – Hessen Trade and Invest (HTAI), Regionalverband FrankfurtRheinMain, Stadtplanungsamt der Stadt Frankfurt am Main und Wirtschaftsförderung Frankfurt – erstellte Studie von IW und Detecon hierzu eindeutige Zahlen und zeigt demnach auf, dass die Branche im Gegensatz zur Gesamtwirtschaft Rekordzuwächse verzeichnet. Davon profitierten auch die Stadt selbst sowie die gesamte RheinMain-Region.

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Foto: eco

Dr. Béla Waldhauser mahnt: Deutschland und allen voran Frankfurt/M. als digitale Hauptstadt können es sich nicht leisten, die Grundlage ihrer digitalen Wirtschaft zu schwächen!

Rechenzentren in der FrankfurtRheinMain-Region als Wachstumsmotoren

Das BIP der Rechenzentrumsbranche habe sich in den vergangenen fünf Jahren in der Region FrankfurtRheinMain verdoppelt (vgl. IW Consult 2025: 8). In der Main-Metropole habe das Wachstum knapp 90 Prozent betragen – im Gegensatz dazu sei die Gesamtwirtschaft von Frankfurt/Main und der Region jeweils lediglich um rund 16 Prozent gewachsen.

  • Auch für die kommenden fünf Jahre prognostizierten die Studienautoren große Erfolge: „So soll das Branchen-BIP voraussichtlich um 175 Prozent in FrankfurtRheinMain und um 53 Prozent in der Stadt Frankfurt steigen.“

Jeder Euro, der in Rechenzentren erwirtschaftet wird, stoße weitere 51 Cent wirtschaftlicher Leistung an – 24 Cent davon direkt in der Region. Hinzu kämen Steuereinnahmen: „Die Gesamtbranche zeichnete im Jahr 2023 für ein Steueraufkommen von 405 Millionen Euro verantwortlich.“ Davon seien 287 Millionen Euro direkt auf die Branche entfallen und weitere 117 Millionen Euro auf Zulieferer. Laut Schätzmodell blieben etwa zehn Prozent des Steueraufkommens in den Standortkommunen – zum Großteil durch Gewerbesteuern.

Nutzer von Rechenzentren mit höheren Umsätzen belohnt

Auch Anwenderindustrien profitierten: „Wie die Studie ganz richtig herausstellt, sind rechenzentrumsaffine Unternehmen innovativer, produktiver und wachstumsstärker als solche, die keine Rechenzentren nutzen (vgl. IW Consult 2025: 121).“ Auch hierzu sprächen die Zahlen für sich: „Deutschlandweit konnten Rechenzentrumsnutzer bezogen auf das Jahr 2023 rund 18 Prozent ihrer Umsätze mit neuen Produkten oder Dienstleistungen generieren, die es vorher noch nicht gab. Bei den Unternehmen, die keine Rechenzentrumsinfrastruktur nutzen, lag dieser Wert lediglich bei knapp acht Prozent und damit bei weniger als der Hälfte“ (ebd.: 5; IW Consult 2024).“

  • Diese Erkenntnis habe das IW bereits aus einer vorangegangenen Studie gewonnen, welche 2024 vom eco und der unter dessen Verbandsdach gegründeten „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ in Auftrag gegeben wurde. Beide Studien thematisierten in diesem Kontext die enormen „Spillover“-Effekte von Rechenzentren. Laut IW sind deutschlandweit „[m]indestens sechs Millionen Beschäftigte […] in Unternehmen tätig, deren Geschäftsmodell ohne Cloudnutzung nicht möglich wäre“ (IW Consult 2025: 12).

Wie auch die im September 2025 veröffentlichte Studie von Arthur D. Little, eco und der „Allianz“ verdeutliche, treibe Künstliche Intelligenz (KI) diese Effekte weiter an und lasse die Nachfrage nach Rechenleistung und schnellen Netzen explodieren. Laut den Autoren der aktuellen IW-Studie nehme die Region FrankfurtRheinMain mit der Bereitstellung hochleistungsfähiger digitaler Infrastrukturen deutschlandweit eine zentrale Funktion für die Ermöglichung dieser digitalen Transformation ein. (ebd.)

Warnung: Attraktive Energiepreise sowie Flächen und Stromanschlüsse für Rechenzentren im Ausland könnten Sogwirkung entfalten

Dies spiegele auch die zentralen Ergebnisse der in diesem Jahr – 2025 – erschienenen Studie des Frankfurter Internetknotens DE-CIX wider: So habe die in Frankfurt/Main bestehende Infrastrukturdichte eine regelrechte Sogwirkung auf heimische wie internationale Unternehmen, welche jährlich mindestens zwei Milliarden Euro in die digitale Infrastruktur der Main-Metropole investieren würden – neben dem direkten Wertbeitrag von mehr als 300 Millionen Euro, den allein der DE-CIX Frankfurt/Main für die hessische Wirtschaft bringe (vgl. D-Stream Group 2025: 63f.).

  • Dr. Béla Waldhauser [], Sprecher der „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“, kommentiert: „Neben den Stärken von Frankfurt und der gesamten Region Rhein-Main (darunter die Nähe zum DE-CIX, einer guten Netzinfrastruktur und Datengravitation sowie einer sicheren und stabilen Stromversorgung) benennt die neue IW-Studie mit schonungsloser Klarheit, was Branchenbetreiber seit Jahren erleben: Kurzfristig verfügbare zusätzliche Stromkapazitäten in großem Maßstab, hohe Energiekosten, lange Genehmigungswege, regulatorische Unsicherheit und Flächenknappheit für den Bau neuer Rechenzentren.“

Diese Gemengelage führe zu verschlechterten Rahmenbedingungen für Betreiber in ganz Deutschland und der Region FrankfurtRheinMain. Indes sei diese Erkenntnis leider nicht neu. „Schon seit Jahren weisen Betreiber des ,Ökosystems’ digitaler Infrastrukturen im Rahmen von Brancheninitiativen wie der eco-,Allianz’ Politik und Kommunen auf jene Missstände hin. Die Folgen bei weiterer Verschlechterung sind also durchaus bekannt: Es droht eine Abwanderung in andere europäische – insbesondere skandinavische – Länder bei denen die besonders relevanten Standortfaktoren wie Energiepreise sowie Flächen und Stromanschlüsse für Rechenzentren besonders attraktiv sind.“

Problemherde für Betreiber von Rechenzentren liegen klar auf der Hand – nun werden konkrete Lösungswege benötigt

Was die Missstände für Betreiber hierzulande betrifft, stimmten also sämtliche Studienergebnisse und Meinungen von Branchen-Experten überein. Die Problemherde lägen klar auf der Hand – nun benötige man konkrete Lösungswege. Dies gelinge nur im engen Schulterschluss zwischen Betreibern, Politik und Kommunen.

  • Waldhausers eindringlicher Appell: „Deutschland und allen voran Frankfurt als digitale Hauptstadt können es sich nicht leisten, die Grundlage ihrer digitalen Wirtschaft zu schwächen. Wir brauchen die Sicherstellung von bezahlbarem, grundlastfähigem Strom für Rechenzentren sowie planbarer Flächen- und Netzkapazitäten!“

Noch dazu bedürfe es beschleunigter und verlässlicher Genehmigungsverfahren – statt regulatorischer Hürden – und ein eindeutiges politisches „Commitment“ zur digitalen Infrastruktur als strategische Zukunftsaufgabe für Frankfurt/Main und die gesamte Region RheinMain.

Weitere Informationen zum Thema:

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Über uns: eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. / Wir gestalten das Internet.

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Dr. Béla Waldhauser

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Spillover-Effekte von Rechenzentren: Rückgrat der KI-Revolution in Deutschland / Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag der unter dem Dach des eco gegründeten Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen

iW CONSULT & DETECON CONSULTING, 2025
Rechenzentren in Frankfurt am Main und der Region: Standort- und regionalökonomische Wirkungszusammenhänge / Studie für die Wirtschaftsförderung Frankfurt, das Stadtplanungsamt Frankfurt am Main, den Regionalverband FrankfurtRheinMain und die Hessen Trade & Invest (HTAI)

iW CONSULT
Studie:Spillover-Effekte von Rechenzentren – Rückgrat der KI-Revolution in Deutschland

datensicherheit.de, 16.11.2025
Zuspitzung der Energiekrise für Rechenzentren gefährdet Digitalstandort Deutschland / „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ fordert wettbewerbsfähige Strompreise und zuverlässige Netzanschlüsse für Rechenzentrenbranche

datensicherheit.de, 11.11.2025
Rechenzentren: KI treibt deren Verbreitung auch in Deutschland / Deutschland muss sicherstellen, über ausreichend leistungsfähige Rechenzentren für Künstliche Intelligenz zu verfügen – nur dann kann die Digitale Souveränität gestärkt und gegenüber internationalen Technologieführern aufgeholt werden

datensicherheit.de, 22.07.2025
Bitkom fordert mehr Rechenzentren: Deutschland droht sonst Anschluss zu verlieren / Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität – der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor

datensicherheit.de, 09.07.2025
Blaupause für Deutschland: Hessens Rechenzentren-Strategie als Vorbild / Die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ unter der Dach des eco begrüßt die am 3. Juli 2025 angekündigte Rechenzentren-Strategie für das Land Hessen

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Zuspitzung der Energiekrise für Rechenzentren gefährdet Digitalstandort Deutschland https://www.datensicherheit.de/zuspitzung-energiekrise-rechenzentren-gefaehrdung-digitalstandort-deutschland https://www.datensicherheit.de/zuspitzung-energiekrise-rechenzentren-gefaehrdung-digitalstandort-deutschland#respond Sat, 15 Nov 2025 23:20:06 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50970 „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ fordert wettbewerbsfähige Strompreise und zuverlässige Netzanschlüsse für Rechenzentrenbranche

[datensicherheit.de, 16.11.2025] Heftige Kritik übt die unter dem Dach vom eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. gegründete „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ die „verfehlte Standortpolitik der Bundesregierung“: Insbesondere der vom „Wirtschaftsausschuss“ abgelehnte Bundesratsvorschlag zur Vergabe von Netzanschlüssen, als auch die Vereinbarung des „Koalitionsausschusses“ vom 13. November 2025 für einen Industriestrompreis, in welcher Rechenzentrenbetreiber explizit nicht erwähnt würden, gefährden aus Sicht des Verbands die Rechenzentrenbranche in Deutschland.

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Foto: eco

Dr. Béla Waldhauser: KI und Automatisierung lassen die Nachfrage nach Rechenleistung und schnellen Netzen explodieren

Diskrepanz zwischen Bekenntnissen zur Stärkung des Rechenzentrenstandorts Deutschland und aktueller Politik der Bundesregierung

„Wachstum braucht Infrastruktur. Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalen Transformation für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft und ein wichtiger Pfeiler der angestrebten Digitalen Souveränität in Deutschland und Europa!“, betont Dr. Béla Waldhauser, Sprecher der „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“.

  • Er warnt eindringlich: „Trotz zahlreicher Bekenntnisse zur Stärkung des Rechenzentrenstandorts Deutschland ist die aktuelle Politik der Bundesregierung tatsächlich eher kontraproduktiv.“

Rechenzentrenbetreiber seien eben auf frühzeitige und verlässliche Stromnetz-Anschlusszusagen angewiesen. Aktuell dauere die Bearbeitung bis zu sieben Jahre; in Regionen mit besonders hoher Nachfrage – wie etwa Frankfurt am Main – sogar über zehn Jahre. „Diese Verzögerungen gefährden die Investitionssicherheit und strategische Planbarkeit von Rechenzentren-Projekten“, gibt Waldhauser zu bedenken.

Investitionssicherheit für Rechenzentrumsprojekte zwingend erforderlich

Der eco fordert daher: „Die Verfahren zur Vergabe von Netzanschlüssen müssen flächendeckend so gestaltet werden, dass Investitionssicherheit für Rechenzentrumsprojekte gewährleistet bleiben!“

  • Hierfür müsse den Netzbetreibern entsprechender Spielraum eingeräumt werden, um Vergabeverfahren bedarfsgerecht auszugestalten. Ein erster Schritt zur Entlastung und kurzfristigen Entspannung der Situation wäre eine Detailanpassung der „Kraftwerknetzanschlussverordnung“ (KraftNAV), wie vom Bundesrat (BR) kürzlich vorgeschlagen. Dieser Vorschlag sei allerdings am 12. November 2025 vom Ausschuss „Wirtschaft und Energie“ nicht angenommen worden.

„Die Bundesregierung muss jetzt dringend handeln und bis Jahresende im Kabinett eine Annahme des BR-Vorschlages erwirken, um eine Verschärfung des Kapazitätsengpasses zu vermeiden“, unterstreicht Waldhauser. Ansonsten müsse man damit rechnen, dass in absehbarer Zeit keine weiteren Rechenzentren in Deutschland gebaut würden.

KI und Automatisierung treiben in jedem Fall Nachfrage nach leistungsfähigen Rechenzentren

„Eine aktuelle Studie von eco und Arthur D. Little zeigt, dass wir insbesondere im Bereich der digitalen Infrastrukturen in den kommenden fünf Jahren auf eine massive Angebotslücke zusteuern. KI und Automatisierung lassen die Nachfrage nach Rechenleistung und schnellen Netzen explodieren. Die aktuellen Bedingungen am Standort Deutschland erlauben es uns aber gar nicht, die entsprechenden Kapazitäten zeitgerecht dem Markt zur Verfügung zu stellen“, erläutert Waldhauser.

  • Der hohe Strompreis in Deutschland sei ein weiterer Faktor, welcher den Bau neuer Rechenzentren in Deutschland bremsen könnte. Entgegen der Vereinbarung im Koalitionsvertrag würden Rechenzentren in der am 13. November 2025 veröffentlichten Einigung der Koalition zum Industriestrompreis nicht erwähnt.

Waldhauser stellt abschließend klar: „Wir fordern die Bundesregierung auf, dass dies noch geschieht! Andernfalls ist dies eine weitere Absage an den Rechenzentren- und Digitalstandort Deutschland.“

Weitere Informationen zum Thema:

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Über uns: eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. / Wir gestalten das Internet.

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Studie „Die Internetwirtschaft in Deutschland 2025-2030: Zukunftsperspektiven für digitale Infrastrukturen“ / In Zusammenarbeit mit Arthur D. Little, realisiert in Kooperation mit der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen, Digital Realty und NetCologne

DIGITALE INFRASTRUKTUREN, eine Initiative des eco
Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen

DIGITALE INFRASTRUKTUREN, eine Initiative des eco
Mitglieder & Organisation

Bundesnetzagentur
Netz­an­schluss / Die rein physikalisch technische Anbindung an das Energieversorgungsnetz wird über das Netzanschlussverhältnis zwischen Anschlussnehmer und Netzbetreiber geregelt

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 27.06.2007
Gesetz – Netze und Netzausbau: Kraftwerksnetzanschlussverordnung (KraftNav) / Verordnung zur Regelung des Netzanschlusses von Anlagen zur Erzeugung von elektrischer Energie

datensicherheit.de, 11.11.2025
Rechenzentren: KI treibt deren Verbreitung auch in Deutschland / Deutschland muss sicherstellen, über ausreichend leistungsfähige Rechenzentren für Künstliche Intelligenz zu verfügen – nur dann kann die Digitale Souveränität gestärkt und gegenüber internationalen Technologieführern aufgeholt werden

datensicherheit.de, 04.09.2025
Strompreis: Bitkom fordert Entlastung auch für TK-Netze und Rechenzentren / Telekommunikationsnetze und Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung – diese von Entlastungen bei der Stromsteuer auszuschließen, konterkariert das Ziel der Digitalen Souveränität

datensicherheit.de, 22.07.2025
Bitkom fordert mehr Rechenzentren: Deutschland droht sonst Anschluss zu verlieren / Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität – der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor

datensicherheit.de, 09.07.2025
Blaupause für Deutschland: Hessens Rechenzentren-Strategie als Vorbild / Die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ unter der Dach des eco begrüßt die am 3. Juli 2025 angekündigte Rechenzentren-Strategie für das Land Hessen

datensicherheit.de, 17.07.2024
Wachstumsinitiative der Bundesregierung: Ambitionierte Pläne zum Ausbau von KI-Rechenzentren / eco begrüßt Pläne der Bundesregierung, umfassende Maßnahmen zur Stärkung digitaler Infrastrukturen und Technologien zu verabschieden

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Rechenzentren: KI treibt deren Verbreitung auch in Deutschland https://www.datensicherheit.de/rechenzentren-ki-treiber-verbreitung-deutschland https://www.datensicherheit.de/rechenzentren-ki-treiber-verbreitung-deutschland#respond Tue, 11 Nov 2025 00:18:08 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50886 Deutschland muss sicherstellen, über ausreichend leistungsfähige Rechenzentren für Künstliche Intelligenz zu verfügen – nur dann kann die Digitale Souveränität gestärkt und gegenüber internationalen Technologieführern aufgeholt werden

[datensicherheit.de, 11.11.2025] Laut einer aktuellen Meldung des Digitalverbands Bitkom e.V. treibt Künstliche Intelligenz (KI) den Ausbau von Rechenzentren (RZ) – auch in Deutschland – voran. Demnach machen KI-Rechenzentren derzeit rund 15 Prozent der gesamten, in Deutschland installierten Kapazitäten aus. „Bis zum Jahr 2030 sollen sich diese KI-Kapazitäten – die in Watt gemessen werden – vervierfachen, von derzeit 530 Megawatt auf dann 2.020 Megawatt Anschlussleistung.“ Der Anteil von KI-Rechenzentren an den deutschen Gesamtkapazitäten werde dann bei 40 Prozent liegen. Die Erkenntnisse basierten auf Ergebnissen der aktuellen, vom Borderstep Institut im Auftrag durchgeführten Bitkom-Studie „Rechenzentren in Deutschland: Aktuelle Marktentwicklungen – Update 2025“.

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Foto: Bitkom e.V.

Dr. Bernhard Rohleder zum RZ-Ausbau in Deutschland: Künstliche Intelligenz wird zum entscheidenden Faktor für die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft und unserer Verwaltung!

RZ-Ausbau erfordert verbesserte regulatorische Rahmenbedingungen sowie stabile Versorgung mit günstiger Energie

Insgesamt seien in Deutschland derzeit 2.000 Rechenzentren mit einer Anschlussleistung von jeweils mehr als 100 Kilowatt installiert, darunter 100 größere Rechenzentren mit mehr als fünf Megawatt Leistung. Die Leistung aller deutschen Rechenzentren sei 2025 um neun Prozent auf 2.980 Megawatt gewachsen – die hundert größten Rechenzentren steuerten dazu die Hälfte bei.

  • Anfang 2026 solle erstmals die Marke von 3.000 Megawatt und 2030 von 5.000 Megawatt überschritten werden. Verglichen mit 2024 würden sich Deutschlands Rechenzentrumskapazitäten dann nahezu verdoppelt haben. Vor allem der steigende Bedarf der KI und des „Cloud“-Computings trieben dieses Wachstum. „Künstliche Intelligenz wird zum entscheidenden Faktor für die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft und unserer Verwaltung“, kommentiert der Bitkom-Hauptgeschäftsführer, Dr. Bernhard Rohleder.

Er legt nahe: „Deutschland muss sicherstellen, dass wir über ausreichend leistungsfähige Rechenzentren verfügen. Ohne Rechenzentren keine KI. Nur so können wir unsere Digitale Souveränität stärken und zu den internationalen Technologieführern aufschließen.“ Die Rechenzentrumsbetreiber brauchten dafür verbesserte regulatorische Rahmenbedingungen, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie vor allem eine stabile Versorgung mit günstiger elektrischer Energie.

Rückstand erheblich: Die USA verfügten 2024 bereits über zehnmal so viele RZ-Kapazitäten wie in Deutschland bis 2030 geplant

In diesem Jahr, 2025, investierten die Betreiber zwölf Milliarden Euro in IT-Hardware und 3,5 Milliarden Euro in Gebäude und technische Gebäudeausrüstung – ein neues Allzeithoch. Davon würden ca. 2,5 Milliarden Euro in die Geräte und Anlagen der Klimatechnik, der Stromversorgung und anderer Gebäudetechnik fließen.

  • Im internationalen Vergleich verlaufe die Entwicklung in Deutschland jedoch eher stockend. Anders als in den USA oder China existierten hierzulande noch keine ausschließlich für KI-Anwendungen betriebene Mega-Rechenzentren. Die leistungsstarken IT-Systeme in deutschen Rechenzentren seien im Vergleich zu Datacentern im Ausland deutlich kleiner. Die USA hätten 2024 bereits über zehnmal so viele Rechenzentrumskapazitäten verfügt, wie sie in Deutschland bis 2030 geplant seien.

Jedes Jahr würden in den USA mehr als viermal so viele Kapazitäten hinzugebaut, wie in Deutschland überhaupt installiert sind. Rohleder: „Beim Thema Rechenzentren müssen Bund und Länder ,all in’ gehen und die Investitionshürden radikal senken. Hier entscheidet sich, ob Deutschland zur ,Datenkolonie’ wird oder auch im Digitalen Zeitalter ein souveränes Land bleibt.“

Hälfte der RZ-Kapazitäten entfällt auf „Cloud“-Infrastrukturen

Treiber für das aktuelle Wachstum seien „Cloud“-Angebote für KI und sonstige Anwendungen, welche im laufenden Jahr – 2025 – um rund 17 Prozent auf 1.450 MW stiegen. Damit entfalle aktuell die Hälfte (49%) der deutschen RZ-Kapazitäten auf „Cloud“-Infrastrukturen; vor einem Jahr seien es noch 45 Prozent und im Jahr 2019 erst 29 Prozent gewesen.

  • Auch der Markt für „Edge“-Rechenzentren gewinne zunehmend an Dynamik und bewege sich mit einer Anschlussleistung von rund 240 MW im Jahr 2025 jedoch noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

„Edge“-Rechenzentren befänden sich näher am Endkunden oder an der gewünschten Anwendung – damit die Reaktionszeit sehr kurz ist. Klassische Rechenzentren würden weiterhin betrieben, zeigten aber mittlerweile einen rückläufigen Trend (2025: 1.290 MW).

Trotz effizienterer Server steigender Energiebedarf

Auch der Bedarf an Elektrischer Energie der Rechenzentren in Deutschland sei gestiegen – und werde u.a. mit Blick auf die wachsende KI-Bedeutung weiter steigen. Er werde 2025 bei 21,3 Milliarden Kilowattstunden liegen – 2024 seien es 20 Milliarden Kilowattstunden und 2015 noch zwölf Milliarden Kilowattstunden gewesen. Rund zwei Drittel des Energiebedarfs entfielen dabei auf die IT-Infrastruktur der Rechenzentren, also Server, Speicher und Netzwerktechnik.

  • Das übrige Drittel entfalle auf die Gebäudeinfrastruktur, die Kühlung oder die Gewährleistung einer unterbrechungsfreien Stromversorgung. Die verwendeten IT-Systeme würden dabei immer effizienter. Beispielsweise sei die Energieeffizienz bei Standardservern in den Jahren 2017 bis 2022 um jährlich 26 Prozent gestiegen.

Rohleder erläutert: „Die Energieeffizienz von Rechenzentren hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, und sie wird angesichts steigender Stromkosten und wachsender Anforderungen durch KI weiter an Bedeutung gewinnen.“ Es liege im ureigenen Interesse der Betreiber, den Energiebedarf zu optimieren. „Effizientere IT-Systeme und Gebäudetechnik senken nicht nur die Kosten, sondern schonen auch die Umwelt. Energieeffizienz ist nicht nur ein technisches Ziel, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.“

Mehr als ein Drittel aller deutschen RZ-Kapazitäten ballt sich im Großraum Frankfurt/Main

Die Verfügbarkeit von Rechenleistungen sei in den 16 Bundesländern dabei höchst unterschiedlich verteilt. Das bei weitem größte Rechenzentrums-Cluster befinde sich in Hessen im Großraum Frankfurt am Main und verfüge mit gut 1.100 MW über mehr als ein Drittel aller Kapazitäten in Deutschland. Es folgten mit Abstand Bayern (420 MW) und Nordrhein-Westfalen (378 MW), dahinter lägen Baden-Württemberg (233 MW) und Berlin (146 MW).

  • Die geringste installierte Rechenleistung finde sich in Mecklenburg-Vorpommern (20 MW), Bremen (19 MW) und dem Saarland (17 MW). Für die nächsten Jahre seien zahlreiche neue große Rechenzentren angekündigt.

So würden nicht nur in Frankfurt/Main neue Projekte mit mehr als 1.800 MW geplant, sondern 888 MW in Brandenburg sowie mit einer IT-Anschlussleistung von 480 MW auch im rheinland-pfälzischen Nierstein. Dieses Projekt könnte noch übertroffen werden von einem Rechenzentrum mit einer IT-Anschlussleistung in der Größenordnung von 1.000 MW, über welches aktuell in der Gemeinde Dummerstorf in Mecklenburg-Vorpommern diskutiert werde. Erst in der vergangenen Woche seien Pläne für ein neues KI-Rechenzentrums bei München vorgestellt worden.

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Abbildung: Bitkom

Bitkom-Erhebung: Hessen bleibt der RZ-Standort Nr. 1 in Deutschland

DE-CIX: Konnektivität als Standortvorteil für Hessen

Die einzelnen Bundesländer böten dabei unterschiedliche Standortfaktoren, welche für die RZ-Betreiber interessant sein könnten: Von besonderer Bedeutung seien das wirtschaftliche Umfeld, die Konnektivität, das vorhandene RZ-„Ökosystem“ und die Verfügbarkeit von Stromnetz-Anschlusskapazitäten sowie von „grünem Strom“. Je nach Art des Rechenzentrums können diese Faktoren eine unterschiedliche Wichtigkeit haben.

  • So punkte Hessen unter anderem mit der Anbindung an Europas größten Netzwerkknoten „DE-CIX“, einem bereits vorhandenen Rechenzentrums-„Ökosystem“ und einem starken wirtschaftlichen Umfeld. Frankfurt/Main wachse aktuell mit einer Rate von rund 14 Prozent am schnellsten und dessen „Ökosystem“ dehne sich zunehmend nach Rheinland-Pfalz und Bayern aus.

Auch Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin böten große Vorteile in puncto Konnektivität. Insbesondere die Region Berlin-Brandenburg positioniere sich immer deutlicher als zweiter großer Hub für Rechenzentren mit einer hohen internationalen Sichtbarkeit sowie einer attraktiven Lage als „Tor zum Osten“. Rheinland-Pfalz und Brandenburg seien zudem durch ihre räumliche Nähe zu den RZ-Clustern in Frankfurt/Main und Berlin attraktiv. Sie profitierten von der Konnektivität und dem „Ökosystem“ dieser Standorte und hätten ihnen gegenüber ein großes Flächenangebot.

Rechenzentren als wichtiger Standortfaktor für Entwicklung einer Region

Die nördlichen Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern könnten als Rechenzentrums-Standorte vor allem durch ihre Flächenverfügbarkeit punkten. Auch die internationale Anbindung über Seekabel und die Nähe zu den „Hyperscalern“ in Skandinavien böten Vorteile für die dortigen Standorte.

  • „Rechenzentren sind ein wichtiger Standortfaktor für die Entwicklung einer Region“, unterstreicht Rohleder. Länder und Kommunen sollten Rechenzentren gezielt in ihre Regionalstrategien einbeziehen und geeignete Flächen ausweisen.

„Rechenzentren ziehen technologieorientierte Unternehmen an und stärken die regionale Wertschöpfung. Wer heute Raum für Rechenzentren schafft, legt die Basis für das digitale ,Ökosystem’ von morgen.“

USA und China mit RZ-Kapazitäten um Welten voraus

Im internationalen Vergleich könne der deutsche Rechenzentrumsmarkt trotz des starken Wachstums aber nicht mithalten. Insbesondere die USA und China zögen davon. In China habe sich die IT-Anschlussleistung 2024 auf 38 Gigawatt belaufen – und in den USA hätten Rechenzentren bereits im vergangenen Jahr, 2024, über eine Leistung von 48 Gigawatt verfügt – 16-mal so viel wie in Deutschland im Jahr 2025. Allein die zehn größten US-Rechenzentren seien so stark wie alle 2.000 deutschen Rechenzentren zusammen.

  • Insbesondere in den USA seien zuletzt einige „Megaprojekte“ angekündigt worden: So plane Meta mit dem Projekt „Hyperion“ eines der größten Rechenzentren der Welt, welches ausschließlich für KI-Anwendungen ausgelegt sei und mehrere Milliarden US-Dollar kosten solle.

Auch OpenAI und Elon Musks Unternehmen xAI trieben den Ausbau von KI-Rechenzentren massiv voran – ihre künftigen Systeme sollten auf Hunderttausende bis zu einer Million spezieller Graphikprozessoren laufen. Rohleder gibt zu bedenken: „Die USA und China legen die Messlatte extrem hoch. Wenn Deutschland und Europa mithalten wollen, ist es höchste Zeit, gegenzusteuern. Die Bundesregierung sollte daher umgehend die angekündigte Rechenzentrumstrategie mit konkreten Maßnahmen vorlegen!“

Leistungs- und zukunftsfähige RZ-Infrastruktur Basis für Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit in KI-getriebener Welt

So sollten Rechenzentren und auch die Telekommunikationsnetze bei den Stromkosten entlastet werden. Die im europäischen Vergleich sehr hohen Energiepreise stellen aus Bitkom-Sicht einen „substanziellen Wettbewerbsnachteil“ dar. Dies müsse mit Maßnahmen für eine bedarfsgerechte und koordinierte Verteilung von Stromnetzanschlüssen flankiert werden.

  • „Ein erfolgreicher Rechenzentrumsstandort setzt eine stabile, nachhaltige Stromversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen voraus“, betont Rohleder. Des Weiteren brauche es eine Vereinfachung, Digitalisierung und Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. In Deutschland dauerten Planungs- und Genehmigungsverfahren für neue Rechenzentren deutlich länger als im EU-Durchschnitt – und rund sechs Monate länger als gesetzlich vorgesehen. Drittens schlägt Bitkom eine Überarbeitung des regulatorischen Rahmens vor. Insbesondere müssten praxisferne deutsche Sonderwege durch das „Energieeffizienzgesetz“ mit den europäischen Rahmenbedingungen harmonisiert werden – dies betreffe etwa Vorgaben zur Energie-Verbrauchseffektivität und zum Anteil an wiederverwendeter Energie. Gleichzeitig könne die Abwärmenutzung durch steuerliche Anreize für Abnehmer, eine bessere kommunale Wärmeplanung und den Ausbau moderner Wärmenetze deutlich gestärkt werden.

„Ohne starke Rechenzentren verliert Deutschland den Anschluss an den internationalen Wettbewerb“, warnt Rohleder und stellt abschließend klar: „Sie sind die Basis Digitaler Souveränität. Wer in leistungsfähige und zukunftsfähige Infrastruktur investiert, verbessert nicht nur die Resilienz von Wirtschaft und Verwaltung, sondern legt auch die Basis für Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend KI-getriebenen Welt. Deutschland muss zu den führenden Nationen Schritt aufschließen und sich handlungsfähiger, resilienter und technologieorientierter aufstellen – und das geht nur mit einer starken und leistungsfähigen IT-Infrastruktur!“

Weitere Informationen zum Thema:

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Über uns

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Studie: Rechenzentren in Deutschland: Aktuelle Marktentwicklungen 2024

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Dr. Bernhard Rohleder / Hauptgeschäftsführer Bitkom e.V.

bitkom
13. November 2025 | Berlin: Bitkom Data Centre Summit 2025 – Sustainable, Sovereign & Secure

Fraunhofer IIS
Edge Computing / Die Zukunft der Cloud liegt in der Edge – und zwar sicher!

DE CIX
We make interconnection easy. Anywhere. / Keine Angst vor wachsenden Datenmengen und Anwendungen: Optimieren und vereinfachen Sie Ihre Netzwerkinfrastruktur, um Ihr Unternehmen schon jetzt für die digitale Zukunft zu rüsten

BR24, Christian Sachsinger, 15.07.2025
Meta will KI-Rechenzentrum so groß wie Manhattan bauen / Der IT-Riese Meta will im Rennen um die besten KI-Modelle unbedingt auf Platz eins. Firmen-Boss Zuckerberg gibt gigantische Summen aus, sowohl für Topgehälter von Experten, als auch für Hardware. Ein Rechenzentrum soll die Größe von Manhattan haben.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Bundesamt der Justit, 13.11.2023
Gesetz zur Steigerung der Energieeffizienz in Deutschland1 (Energieeffizienzgesetz – EnEfG)

datensicherheit.de, 04.09.2025
Strompreis: Bitkom fordert Entlastung auch für TK-Netze und Rechenzentren / Telekommunikationsnetze und Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung – diese von Entlastungen bei der Stromsteuer auszuschließen, konterkariert das Ziel der Digitalen Souveränität

datensicherheit.de, 22.07.2025
Bitkom fordert mehr Rechenzentren: Deutschland droht sonst Anschluss zu verlieren / Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität – der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor

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datensicherheit.de, 17.07.2024
Wachstumsinitiative der Bundesregierung: Ambitionierte Pläne zum Ausbau von KI-Rechenzentren / eco begrüßt Pläne der Bundesregierung, umfassende Maßnahmen zur Stärkung digitaler Infrastrukturen und Technologien zu verabschieden

datensicherheit.de, 14.08.2023
Drohender Totalausfall: Sicherheitslücken in Rechenzentren könnten Energieversorgung lahmlegen / Trellix Advanced Research Center veröffentlicht Bericht zur Bedrohung moderner Rechenzentren

datensicherheit.de, 26.04.2019
Bitkom: Standortnachteile bremsen deutsche Rechenzentren aus / Strom macht oft mehr als 50 Prozent der Betriebskosten aus / Große Abwärmemengen bleiben wegen fehlender Einspeisung ungenutzt / Policy Paper zu Rechenzentren veröffentlicht

datensicherheit.de, 23.01.2019
Entfernung georedundanter Rechenzentren von fünf auf 200 Kilometer angehoben / Johan van den Boogaart kommentiert Neufassung der BSI-Empfehlung

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Strompreis: Bitkom fordert Entlastung auch für TK-Netze und Rechenzentren https://www.datensicherheit.de/strompreis-bitkom-forderung-entlastung-tk-netze-rechenzentren https://www.datensicherheit.de/strompreis-bitkom-forderung-entlastung-tk-netze-rechenzentren#respond Wed, 03 Sep 2025 23:01:21 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=49968 Telekommunikationsnetze und Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung – diese von Entlastungen bei der Stromsteuer auszuschließen, konterkariert das Ziel der Digitalen Souveränität

[datensicherheit.de, 04.09.2025] Laut einer Meldung des Digitalverbands Bitkom e.V. vom 3. September 2025 wollte die Bundesregierung an diesem Tag eine Novelle des „Energie- und Stromsteuergesetzes“ sowie einen Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten auf den Weg bringen. „Mit den geplanten Strompreisentlastungen für energieintensive Unternehmen bleibt die Bundesregierung auf halbem Weg stehen“, kommentiert der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst. Er betont: „Telekommunikationsnetze und Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung!“ Diese von den Entlastungen bei der Stromsteuer auszuschließen, konterkariere das Ziel, Digitale Souveränität zu stärken, Schlüsseltechnologien wie „Cloud“ und Künstliche Intelligenz (KI) zu fördern und von den USA und von China unabhängiger zu werden.

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Foto: Bitkom

Dr. Ralf Wintergerst moniert: Mit den geplanten Strompreisentlastungen für energieintensive Unternehmen bleibt die Bundesregierung auf halbem Weg stehen

Im europäischen Vergleich hohe Stromkosten – seit Jahren ein erheblicher Wettbewerbsnachteil

Der Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten sei zwar ein erster wichtiger Schritt – helfe aber nur bedingt. „Die im europäischen Vergleich hohen Stromkosten sind seit Jahren ein erheblicher Wettbewerbsnachteil.“

  • Diese belasteten nicht nur die Branche selbst, sondern auch alle von ihr abhängenden Unternehmen. Rechenzentren in Deutschland benötigten derzeit rund 20 Milliarden Kilowattstunden elektrischer Energie pro Jahr„2030 werden es rund 30 Milliarden Kilowattstunden sein“.

Auch Betreiber von Breitband- und Mobilfunknetzen litten unter den hohen Energiekosten. „Umso unverständlicher ist es, dass die produzierende Industrie entlastet werden soll, nicht aber die digitale Wirtschaft.“

Stromsteuersenkung auch für Unternehmen der IT und Telekommunikation gefordert

Hohe Strompreise gefährdeten auch hier Standorte, Investitionen und Arbeitsplätze. Deutschland müsse bei Zukunftstechnologien wie KI oder Quantencomputing auch unter Kostenaspekten wettbewerbsfähig werden.

  • Der Bundestag sollte daher nachbessern: „Die geplante Stromsteuersenkung für das produzierende Gewerbe muss ebenso für Unternehmen der IT und Telekommunikation gelten!“

Gleiches gelte bei den Überlegungen für einen Industriestrompreis sowie die Ausweitung der Strompreiskompensationen. Wintergerst unterstreicht abschließend: „Wer die Betriebskosten von Rechenzentren und Telekommunikationsnetzen senkt, stärkt Deutschlands Digitale Souveränität!“

Weitere Informationen zum Thema:

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Über uns

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Dr. Ralf Wintergerst: Präsident Bitkom / Vorsitzender der Geschäftsführung & Group CEO Giesecke+Devrient GmbH

datensicherheit.de, 27.09.2022
Bitkom-Warnung: Hohe Stromkosten gefährden Ausbau der Netze und Gigabitstrategie / Sogar Digitalisierung insgesamt könnte laut Bitkom ausgebremst werden

datensicherheit.de, 22.07.2025
Bitkom fordert mehr Rechenzentren: Deutschland droht sonst Anschluss zu verlieren / Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität – der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor

datensicherheit.de, 26.04.2019
Bitkom: Standortnachteile bremsen deutsche Rechenzentren aus / Strom macht oft mehr als 50 Prozent der Betriebskosten aus / Große Abwärmemengen bleiben wegen fehlender Einspeisung ungenutzt / Policy Paper zu Rechenzentren veröffentlicht

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Gemischt: eco-Kommentar zur 100-Tage-Bilanz der neuen Bundesregierung https://www.datensicherheit.de/gemischt-eco-kommentar-100-tage-bilanz-neue-bundesregierung https://www.datensicherheit.de/gemischt-eco-kommentar-100-tage-bilanz-neue-bundesregierung#respond Thu, 14 Aug 2025 22:13:01 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=49646 Digitalpolitik zwischen Selbstfindung und Altlasten – der eco fordert klare Zuständigkeiten, strategische Koordination und mutige Entscheidungen bei KI, digitaler Verwaltung und Rechenzentren

[datensicherheit.de, 15.08.2025] Der eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. zieht in seiner Stellungnahme vom 13. August 2025 nach 100 Tagen neuer Bundesregierung seine erste – gemischte – Bilanz. Mit dem neuen Bundesministerium für Digitales und Standortpolitik (BMDS) sei zwar eine zentrale langjährige Forderung der Branche erfüllt worden – doch viele digitale Kernprojekte seien noch nicht über die Startlinie hinausgekommen. Besonders bei Künstlicher Intelligenz (KI), Rechenzentren, Verwaltungsdigitalisierung und Datenschutz siehtder  eco noch „dringenden Handlungsbedarf“. Kritisch bewertet der Verband zudem die Pläne zur Vorratsdatenspeicherung im neuen „Sicherheitspaket“. „100 Tage nach Amtsantritt darf sich Digitalpolitik nicht länger in Zuständigkeitsdebatten verlieren – wir brauchen jetzt Tempo, Führung und Gestaltungswillen!“, kommentiert Oliver Süme, der eco-Vorstandsvorsitzende.

Oliver Süme, Vorstandsvorsitzender des eco – Verbands der Internetwirtschaft e. V.

Bild: eco

Oliver Süme legt nahe: Künstliche Intelligenz muss „Chefsache“ werden – und das heißt: eindeutige Zuständigkeiten, klare Kommunikation, praxistaugliche Umsetzung

eco-Kritik zum BMDS: überfälliger Schritt mit noch offenem Zielbild

Die Einrichtung des BMDS sei ein positives Signal, doch bislang fehle es dem Haus noch an Durchgriffsmöglichkeiten. Durch das nun endlich erschienene Organigramm seien zumindest die Zuständigkeiten klarer geworden.

Für eco steht jedoch weiterhin fest: Ohne verbindliche Steuerungsverantwortung könne das BMDS seine Rolle als digitalpolitische Schaltzentrale nicht vollumfänglich erfüllen.

eco-Kritik zur KI-Governance: Fragmentierung statt Führung

Zentrale Fragen der KI-Politik seien noch ungelöst. Die Federführung liege teils beim BMDS hinsichtlich „AI Act“, internationale KI-Strategie und Standortpolitik, teils beim Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) in Bezug auf Wettbewerbsrecht und „Digital Markets Act (DMA) und teils beim Bundesforschungsministerium (BMFTR) im Kontext der „KI-Gigafactories“ der EU. Diese Fragmentierung gefährdet aus Sicht des eco eine kohärente Umsetzung des „AI Act“ und lähme Investitionen.

„Künstliche Intelligenz muss ,Chefsache’ werden – und das heißt: eindeutige Zuständigkeiten, klare Kommunikation, praxistaugliche Umsetzung“, fordert Süme.

eco-Kritik zu Rechenzentren: Strategie angekündigt, aber noch unklare Umsetzung

Eine nationale Strategie für Rechenzentren sei zwar angekündigt worden, doch wann diese erscheinen soll und welche konkreten Entlastungen sie für die Branche beinhaltet, bleibe bislang noch unklar.

Gleichzeitig erschwerten steigende Energiepreise die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Betreiber im internationalen Vergleich. eco fordert die Überarbeitung von Energieeffizienzvorgaben sowie die Anpassung beihilferechtlicher Vorgaben, um Entlastungen bei den Energiepreisen zu ermöglichen. Zum Anderen müsse auch der Zugang zu Stromnetzanschlusskapazität gewährleistet sein.

eco-Kritik an Überwachungsplänen: Vorratsdatenspeicherung verfassungsrechtlich bedenklich und politisch rückwärtsgewandt

Trotz eindeutiger Rechtsprechung etwas des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) hat der neue Bundesinnenminister, Alexander Dobrindt, eine verpflichtende Speicherung aller IP-Adressen angekündigt.

  • Diese Form der anlasslosen Überwachung über mehrere Monate hinweg verstoße gegen EU-Recht, schaffe erhebliche Rechtsunsicherheit und belaste Infrastrukturbetreiber unnötig. Selbst das Bundeskriminalamt (BKA) gehe nach einer Studie zu Verdachtsmeldungen im Bereich der Kinderpornographie davon aus, dass die Erfolgsquote oberhalb einer Speicherverpflichtung von zwei bis drei Wochen nicht mehr signifikant ansteige.

Der eco fordert weiterhin rechtssichere und grundrechtsschonendere Lösungen, wenigstens sollte die Dauer der Speicherung von IP-Adressen aber auf ein Mindestmaß reduziert werden.

eco-Forderung: Datenschutz vereinfachen – Entlastung für Unternehmen schaffen!

Aus Sicht der Internetwirtschaft sei es jetzt entscheidender, die Vereinfachung der Datenschutzregeln für Unternehmen voranzutreiben. Der Koalitionsvertrag stelle in Aussicht, die Datenschutzaufsicht sowie Fragen der Datennutzung bei der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) zu bündeln.

  • Dies würde eine einheitliche Anwendung der europäischen Vorgaben ermöglichen. „Auch dem in diesem Zusammenhang angekündigten Datengesetz sehen wir mit Interesse entgegen.“

Die Internetwirtschaft benötige insbesondere in Deutschland dringend Entlastung – nicht nur im internationalen, sondern auch im europäischen Kontext. Das Problem indes: „Das BMDS ist nicht für den Datenschutz der Wirtschaft zuständig, auch bleiben weiterhin fragmentierte Zuständigkeiten bestehen und stellen die Wirtschaft vor Probleme.“

eco-Vorschlag: Wichtige digitalpolitische Prioritäten für die nächsten 100 Tage

Aus eco-Sicht stehen folgende Aufgaben jetzt im Fokus:

  • Bürokratie reduzieren
    Insbesondere das „Energieeffizienzgesetz“ müsse dringend nachgebessert werden, um digitale Unternehmen zu entlasten!
  • Innovation vorantreiben
    Für KI digitale Geschäftsmodelle werde ein Rechtsrahmen benötigt, welcher den Einsatz der Technologien nachvollziehbar und verhältnismäßig ermögliche, anstelle zusätzlicher Auflagen.
  • Cybersicherheit stärken
    Die Umsetzung von NIS-2 und TK-NABEG (TK-Netzausbau-Beschleunigungs-Gesetz) müsse zügig und praxisnah erfolgen.
  • Datenschutzaufsicht modernisieren
    Eine effiziente, innovationsfreundliche Neuaufstellung der Aufsichtsstrukturen sei überfällig.
  • „Digital Services Act“ (DSA) umsetzen
    Die Bundesnetzagentur (BNetzA) müsse personell so ausgestattet werden, dass sie ihre Aufgaben im Rahmen des DSA wirksam erfüllen kann.
  • Digitale Identitäten voranbringen
    Es brauche jetzt tragfähige Lösungen für den flächendeckenden und sicheren Einsatz.
  • Verwaltungsdigitalisierung beschleunigen
    Der „Deutschland-Stack“ müsse in enger Kooperation mit der Wirtschaft angegangen werden.

Weitere Informationen zum Thema:

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. / Wir gestalten das Internet.

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
RA Oliver J. Süme

Bundeskriminalamt, 18.01.2024
Erforderliche Speicherfristen für IP-Adressen

datensicherheit.de, 31.07.2025
Ein Jahr AI Act: eco mahnt rechtssichere Rahmenbedingungen und politischen Gestaltungswillen an / Vor einem Jahr, am 1. August 2024, ist der europäische „AI Act“ in Kraft getreten – laut eco ein historischer Meilenstein für die globale KI-Regulierung und Grundlage, um KI „Made in Europe“ zum Erfolgsmodell zu machen

datensicherheit.de, 24.07.2025
Pläne zur Massenüberwachung in der Kritik: eco-Stellungnahme zum geleakten BMI-Entwurf / Der eco warnt vor Rückbau rechtsstaatlicher Kontrolle und fordert eine grundrechtskonforme, transparente Neuausrichtung der digitalen Sicherheitspolitik

datensicherheit.de, 22.07.2025
Bitkom fordert mehr Rechenzentren: Deutschland droht sonst Anschluss zu verlieren / Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität – der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor

datensicherheit.de, 26.05.2025
Bitkom-Umfrage: Datenschutz immer öfter als Innovationsbremse empfunden / Die seit dem 25. Mai 2018 geltende DSGVO unterliegt offensichtlich gerade bei Unternehmen einer eher kritischen Wahrnehmung

datensicherheit.de, 07.05.2025
Digitalministerium: Bitkom begrüßt Signal, Digitalisierung als zentrale Aufgabe anzunehmen / Im Organisationserlass des neuen Bundeskanzlers wird ausführlich auf das künftige Digitalministerium (BMDS) eingegangen

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Bitkom fordert mehr Rechenzentren: Deutschland droht sonst Anschluss zu verlieren https://www.datensicherheit.de/bitkom-forderung-rechenzentren-deutschland-drohung-anschluss-verlust https://www.datensicherheit.de/bitkom-forderung-rechenzentren-deutschland-drohung-anschluss-verlust#respond Mon, 21 Jul 2025 22:53:33 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=49183 Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität – der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor

[datensicherheit.de, 22.07.2025] Der Branchenverband Bitkom e.V. betont in seiner Stellungnahme vom 21. Juli 2025, dass Deutschland mehr Rechenzentren benötigt – derzeit drohe der Anschluss verloren zu gehen und die USA und China zögen davon. Der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst, stellt klar: „Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität!“ Der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor.

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Foto: Bitkom

Dr. Ralf Wintergerst: Rechenzentren sind für Deutschlands Digitale Souveränität essenziell!

Bitkom fordert leistungsfähige und nachhaltige Rechenzentren

Während der Bedarf an „Cloud“-Services und Künstlicher Intelligenz (KI) rasant zunehme, fehlten Deutschland die dafür nötigen Rechenzentren im Hintergrund. Ihre Kapazität steigere sich derzeit langsamer als der Bedarf, während führende Nationen wie die USA und China ihre Kapazitäten massiv ausbauten.

  • So verfüge Deutschland über eine IT-Anschlussleistung von 2,7 Gigawatt, während die USA mit 48 Gigawatt und China mit 38 Gigawatt weit voraus seien. Damit diese Lücke nicht weiter wächst und um die Digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands langfristig zu sichern, legt der Digitalverband Bitkom jetzt einen Aktionsplan für leistungsfähige und nachhaltige Rechenzentren vor.

Wintergerst stellt klar: „Rechenzentren sind für Deutschlands Digitale Souveränität essenziell. Die Bundesregierung hat dies erkannt und eine ,Rechenzentrums-Strategie’ angekündigt. Es braucht jetzt eine nationale und übergreifende Strategie, um die digitale Infrastruktur zu stärken.“

Rechenzentren-Stromversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen

Mit dem neuen Aktionsplan macht der Bitkom Vorschläge, wie die Rechenzentrums-Kapazitäten in Deutschland schnell und dauerhaft ausgebaut werden könnten. Konkret fordert der Bitkom, Rechenzentren und auch Telekommunikationsnetze bei den Kosten für elektrische Energie zu entlasten. Die im europäischen Vergleich sehr hohen hiesigen Energiepreise stellen aus Bitkom-Sicht einen „substanziellen Wettbewerbsnachteil“ dar.

  • Dies müsse mit Maßnahmen für eine bedarfsgerechte und koordinierte Verteilung von Stromnetzanschlüssen flankiert werden. Wintergerst: „Eine stabile, ausreichende und nachhaltige Stromversorgung zu international wettbewerbsfähigen Preisen ist die Grundvoraussetzung für einen starken Rechenzentrumsstandort.”

Zweitens brauche es eine Vereinfachung, Digitalisierung und Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. In Deutschland dauerten Planungs- und Genehmigungsverfahren für neue Rechenzentren deutlich länger als im EU-Durchschnitt – und rund sechs Monate länger als gesetzlich vorgesehen.

Rechenzentren sollten als Chance für Kommunen begriffen werden

Drittens schlägt Bitkom eine Überarbeitung des regulatorischen Rahmens vor: Insbesondere müssten praxisferne deutsche Sonderwege durch das „Energieeffizienzgesetz“ mit den europäischen Rahmenbedingungen harmonisiert werden – dies betreffe etwa Vorgaben zur Energie-Verbrauchseffektivität und zum Anteil an wiederverwendeter Energie.

  • Gleichzeitig könne die Abwärmenutzung durch steuerliche Anreize für Abnehmer, eine bessere kommunale Wärmeplanung und den Ausbau moderner Wärmenetze deutlich gestärkt werden. Aus Bitkom-Sicht ebenfalls wichtig sei die Schaffung geeigneter Flächen: Rechenzentren müssten als Chance für Kommunen begriffen werden und die gezielte Ausweisung geeigneter Flächen für Rechenzentren ein Bestandteil regionaler Entwicklungsstrategien sein.

„Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung. Kaum ein Unternehmen oder Privathaushalt kommt ohne die Leistungen von Rechenzentren aus, auch die öffentliche Verwaltung ist ohne Rechenzentren nicht mehr arbeitsfähig“, so Wintergerst. Sein Plädoyer zum Abschluss: „Deutschland muss sich digital souveräner und resilienter aufstellen – und das geht nur mit einer starken und leistungsfähigen IT-Infrastruktur!“

Weitere Informationen zum Thema:

bitkom, 2025
Publikation: Aktionsplan Rechenzentren 2025 / Für einen souveränen, nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Digital- und KI-Standort

bitkom, 2025
Download: „Aktionsplan Rechenzentren 2025 / Für einen souveränen, nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Digital- und KI-Standort“

datensicherheit.de, 17.07.2024
Wachstumsinitiative der Bundesregierung: Ambitionierte Pläne zum Ausbau von KI-Rechenzentren / eco begrüßt Pläne der Bundesregierung, umfassende Maßnahmen zur Stärkung digitaler Infrastrukturen und Technologien zu verabschieden

datensicherheit.de, 09.07.2025
Blaupause für Deutschland: Hessens Rechenzentren-Strategie als Vorbild / Die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ unter der Dach des eco begrüßt die am 3. Juli 2025 angekündigte Rechenzentren-Strategie für das Land Hessen

datensicherheit.de, 26.04.2019
Bitkom: Standortnachteile bremsen deutsche Rechenzentren aus / Strom macht oft mehr als 50 Prozent der Betriebskosten aus / Große Abwärmemengen bleiben wegen fehlender Einspeisung ungenutzt / Policy Paper zu Rechenzentren veröffentlicht

datensicherheit.de, 23.01.2019
Entfernung georedundanter Rechenzentren von fünf auf 200 Kilometer angehoben / Johan van den Boogaart kommentiert Neufassung der BSI-Empfehlung

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Blaupause für Deutschland: Hessens Rechenzentren-Strategie als Vorbild https://www.datensicherheit.de/deutschland-hessen-rechenzentren-strategie-vorbild https://www.datensicherheit.de/deutschland-hessen-rechenzentren-strategie-vorbild#respond Tue, 08 Jul 2025 22:20:58 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=48806 Die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ unter der Dach des eco begrüßt die am 3. Juli 2025 angekündigte Rechenzentren-Strategie für das Land Hessen

[datensicherheit.de, 09.07.2025] Der eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. geht in einer aktuellen Stellungnahme auf die unter seinem Dach gegründete „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ ein – eine Initiative aus Betreibern des „Ökosystems digitaler Infrastrukturen“: Diese begrüßt demnach die am 3. Juli 2025 angekündigte Rechenzentren-Strategie für das Land Hessen und fordert einen ähnlichen Ansatz auch auf Bundesebene zur Stärkung des Rechenzentrumsstandortes Deutschland. Eine solche bundesweite Strategie sollte auch die drängendsten Probleme der Betreiber adressieren – hohe Preise für elektrische Energie und deren Verfügbarkeit.

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Foto: eco

Volker Ludwig: Deutschlands Wirtschaft braucht eine Erfolgsstory und die gibt‘s nur mit Rechenzentren!

Hessen hat früh erkannt, dass Rechenzentren Wegbereiter eines Wirtschaftsbooms sind

Hessen habe am Rande eines Gesprächs zwischen seiner Digitalministerin, Kristina Sinemus, und dem Bundesdigitalminister, Dr. Karsten Wildberger, den Prozess einer landesweiten Rechenzentren-Strategie angekündigt.

  • Die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ begrüßt diesen Vorstoß und bewertet vor allem den dazu geplanten Austausch zwischen Politik und Branche positiv: „Hessen hat früh erkannt, dass Rechenzentren das Potenzial zum Wirtschaftsboom bieten“, kommentiert Volker Ludwig, Co-Sprecher dieser im eco gegründeten Initiative.

Viele Datacenter-Betreiber der eco-Allianz hätten ihren Standort im Raum Frankfurt am Main, Darüber hinaus liege die „Main-Metropole“ in einem jüngst vom Internetknoten-Betreiber DE-CIX veröffentlichten Ranking weltweiter Digitalstandorte auf Platz 1. In der Kategorie „Rechenzentren“ nehme Frankfurt/M. den zweiten Platz hinter der Region um Washington D.C. ein.

Rechenzentren als Basis für erfolgreiche Digitale Transformation und Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit

„Digitale Infrastrukturen und insbesondere Rechenzentren spielen als Motor der Digitalen Transformation eine zentrale Rolle für die Digitale Transformation und Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit bei innovativen Technologien wie beispielsweise KI, da sie die notwendige Rechenleistung, Datenverarbeitung und Vernetzung bereitstellen“, betont Ludwig. Dies zeige unter anderem eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft für die Allianz. Demnach wirkten „Cloud Computing“ und Rechenzentren als Treiber für Innovation und Wachstum. Durch Rechenzentrums-Nutzung ergebe sich eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von rund 250 Milliarden Euro für die deutsche Volkswirtschaft.

  • Diese Potenziale zu heben, läge nun insbesondere am neu gegründeten Digitalministerium, welches die nötigen übergeordneten Rahmenbedingungen schaffen müsse. Vor allem wettbewerbsfähige Energiepreise sind für Ludwig ein zentraler Faktor. „Für die Wirtschaftlichkeit von Rechenzentren sollten neben Aspekten zur Nachhaltigkeit vor allem die drängenden Fragen nach der Verfügbarkeit und des Preises von Strom sowie bauliche Genehmigungsprozesse gedacht werden!“

Er gibt abschließend zu bedenken: „Deutschlands Wirtschaft braucht eine Erfolgsstory und die gibt‘s nur mit Rechenzentren. Bei einer Rechenzentrumsstrategie des Bundes sollten Branchen-Initiativen und Verbände unbedingt eingebunden werden!“ Neben Frankfurt/M. könnten so auch weitere deutsche Metropolen und ländliche Regionen von der von Rechenzentren ausgehenden Strahlkraft für KI und Wirtschaft profitieren.

Weitere Informationen zum Thema:

digitales.hessen.de
Recheninfrastrukturen / Relevanz der Rechenzentren stärker in den Fokus rücken

HessenAgentur, 08.04.2024
Hessen ist führender Standort für Rechenzentren / Digitale Geschäftsmodelle gewinnen seit Jahren unaufhörlich an Bedeutung und mit den jüngsten Entwicklungen in Künstlicher Intelligenz wird sich dieser Prozess weiter beschleunigen

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Studie: Spillover-Effekte von Rechenzentren: Rückgrat der KI-Revolution in Deutschland / Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag der unter dem Dach des eco gegründeten Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen

DE-CIX, 26.06.2025
New study: The digital capital Frankfurt

datensicherheit.de, 17.07.2024
Wachstumsinitiative der Bundesregierung: Ambitionierte Pläne zum Ausbau von KI-Rechenzentren / eco begrüßt Pläne der Bundesregierung, umfassende Maßnahmen zur Stärkung digitaler Infrastrukturen und Technologien zu verabschieden

datensicherheit.de, 26.04.2019]
Bitkom: Standortnachteile bremsen deutsche Rechenzentren aus / Strom macht oft mehr als 50 Prozent der Betriebskosten aus / Große Abwärmemengen bleiben wegen fehlender Einspeisung ungenutzt / Policy Paper zu Rechenzentren veröffentlicht

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Drohender Totalausfall: Sicherheitslücken in Rechenzentren könnten Energieversorgung lahmlegen https://www.datensicherheit.de/drohung-totalausfall-sicherheitsluecken-rechenzentren-energieversorgung-ausschaltung https://www.datensicherheit.de/drohung-totalausfall-sicherheitsluecken-rechenzentren-energieversorgung-ausschaltung#respond Mon, 14 Aug 2023 11:05:57 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=43385 Trellix Advanced Research Center veröffentlicht Bericht zur Bedrohung moderner Rechenzentren

[datensicherheit.de, 14.08.2023] Moderne Rechenzentren gelten als „Dreh- und Angelpunkt der Digitalisierung“. Damit geraten diese zunehmend in den Fokus Cyber-Krimineller: „Von kleinen Server-Häusern bei Unternehmen bis hin zu riesigen Co-Location-Rechenzentren, die von Amazon, Google, Microsoft oder einem anderen großen Unternehmen betrieben werden, sind die heutigen Data Center ein kritischer Angriffsvektor für Cyber-Kriminelle“, warnt Trellix in einer aktuellen Stellungnahme. Denn diese könnten Malware verbreiten, Lösegeld von Unternehmen erpressen, Unternehmens- oder Auslandsspionage betreiben oder auch große Teile des Internets lahmlegen.

„CyberThreat Report“ des Trellix-ARC beschreibt Bedrohung für Rechenzentren und das gesamte digitalen Ökosystem

Das „Trellix Advanced Research Center“ (ARC) identifiziert demnach regelmäßig kritische Schwachstellen, „um Angriffsflächen aufzudecken und zu eliminieren“. Die Anzahl der Angriffe auf Cloud-Infrastrukturen sei in den letzten Monaten stark gestiegen – dies habe nicht zuletzt die Juni-Ausgabe 2023 des „CyberThreat Report“ des ARC ergeben.

Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung und hybriden Arbeitsmodelle erweiterten immer mehr Unternehmen ihre IT-Infrastruktur und setzten dabei auf Anbieter wie Amazon, Microsoft oder Google. „Durch diese Veränderung wächst auch ihre Angriffsfläche!“

In Übereinstimmung mit der kürzlich angekündigten „2023 National Cybersecurity Strategy“ habe das ARC-Team nun verschiedene Software-Plattformen und Hardware-Technologien untersucht, um den Schutz Kritischer Infrastrukturen (Kritis) und die Sicherheit im gesamten „digitalen Ökosystem“ zu erhöhen.

Verbreitung von Malware über miteinander verbundene Rechenzentren und Unternehmenssysteme möglich

Bei der Untersuchung identifizierte das ARC-Team nach eigenen Angaben „vier Schwachstellen in der DCIM-Plattform (Data Center Infrastructure Management) von CyberPower und fünf Schwachstellen in der ,iBoot Power Distribution Unit’ (PDU) von Dataprobe“.

Ein Angreifer könnte diese Sicherheitslücken miteinander verknüpfen, um einen vollständigen Zugriff auf die Systeme zu erhalten. Dies würde es ihm ermöglichen, die Stromversorgung für die Hardware zu manipulieren (was diese physisch beschädigen könnte) und die kompromittierten Geräte als Ausgangspunkt für die Verbreitung von Malware in einem breiteren Netzwerk miteinander verbundener Rechenzentren und Unternehmenssysteme zu nutzen.

„Mit der Stromversorgungssteuerung könnte ein krimineller Akteur durch einfaches Umlegen eines Schalters in kompromittierten Systemen tagelang erhebliche Unterbrechungen verursachen.“ Websites, Geschäftsanwendungen, Verbrauchertechnologien und Kritis seien alle auf die Verfügbarkeit dieser Rechenzentren angewiesen – ein Stromausfall würde Kosten in Millionenhöhe verursachen. Mit einer Reihe kompromittierter Geräten innerhalb des Rechenzentrums könnte ein Bedrohungsakteur sogenannte Spyware für Ransomware oder Spionagezwecke einrichten. Darüber hinaus könnte er die Hardware selbst nutzen, um weit verbreitete DDoS- oder Bot-Angriffe ähnlich wie „StuxNet“ oder „Mirai“ zu wiederholen.

Sicherheitslücken und Gefährdung behoben – vorerst

„Die größte Sorge besteht darin, dass diese Schwachstellen Angreifern Zugang zu hochentwickelter Hardware in großem Maßstab verschaffen.“ Es drohe eine Vielzahl von äußerst wirkungsvollen und schädlichen Cyber-Angriffen.

Nach den Entdeckungen des ARC-Teams von Trellix hätten sowohl Dataprobe als auch CyberPower reagiert: „Mit der Verfügbarkeit von CyberPower DCIM Version 2.6.9 ihrer PowerPanel Enterprise-Software und der neuesten Version 1.44.08042023 der Dataprobe iBoot PDU-Firmware, können die Sicherheitslücken behoben werden.“

Trellix empfiehlt abschließend betroffenen Unternehmen außerdem, die Passwörter aller Benutzerkonten zu ändern und damit alle sensiblen Daten, die auf den beiden „Appliances“ gespeichert sind und möglicherweise nach außen gelangt sein könnten, zu löschen.

Weitere Informationen zum Thema:

Trellix, Sam Quinn & Jesse Chick & Philippe Laulhere, 12.08.2023
The Threat Lurking in Data Centers – Hack Power Management Systems, Take All the Power

Trellix, Juni 2023
CYBERTHREAT REPORT / Insights Gleaned from a Global Network of Experts, Sensors, Telemetry, and Intelligence

THE WHITE HOUSE, März 2023
NATIONAL CYBERSECURITY STRATEGY

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Bitkom-Warnung: Hohe Stromkosten gefährden Ausbau der Netze und Gigabitstrategie https://www.datensicherheit.de/bitkom-warnung-erhoehung-stromkosten-gefaehrdung-ausbau-netze-gigabitstrategie https://www.datensicherheit.de/bitkom-warnung-erhoehung-stromkosten-gefaehrdung-ausbau-netze-gigabitstrategie#respond Tue, 27 Sep 2022 10:22:35 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=42426 Sogar Digitalisierung insgesamt könnte laut Bitkom ausgebremst werden

[datensicherheit.de, 27.09.2022] Im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonferenz am 28. September 2022 wendet sich der Digitalverband Bitkom mit einem eindringlichen Appell hinsichtlich der „explodierenden Stromkosten“ an die Politik. Die stark steigenden Energiekosten gefährden aus Bitkom-Sicht den Ausbau der Telekommunikationsnetze und die Ziele der sogenannten Gigabitstrategie der Bundesregierung.

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Foto: bitkom

Achim Berg warnt: Explodierende Stromkosten gefährden Netzausbau sowie Rechenzentren – und bremsen die Digitalisierung insgesamt!

Bitkom sieht Gefahr, dass erheblicher Teil an Investitionsmitteln durch Strompreisexplosion aufgezehrt wird

„Die Netzbetreiber hatten in Aussicht gestellt, im Verlauf der Legislaturperiode bis zu 50 Milliarden Euro in den Netzausbau zu investieren – sofern die Rahmenbedingungen dies zulassen.“ Nun bestehe aber die Gefahr, dass ein erheblicher Teil dieser Mittel durch die „Strompreisexplosion“ aufgezehrt werde.
Parallel würden Rechenzentren, bei denen die Stromkosten bis zu 50 Prozent der Betriebsausgaben betragen könnten, massiv unter Druck gesetzt. „Die explodierenden Stromkosten gefährden nicht nur Netzausbau und Rechenzentren, sie bremsen die Digitalisierung insgesamt – in Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft“, kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg.

Bitkom-Aufruf, insbesondere Betreiber von Netzen sowie von großen und kleinen Rechenzentren zu entlasten

Bergs Appell: „Wir bitten Bundesregierung und die Ministerpräsidentenkonferenz eindringlich, insbesondere die Betreiber von Netzen sowie von großen und kleinen Rechenzentren bei ihren Maßnahmen zur Entlastung von steigenden Energiepreisen umfassend zu berücksichtigen.“
Netze, Rechenzentren und digitale Dienste besäßen „herausragende Systemrelevanz“. Ohne die nötigen Entlastungen stünden Deutschland Steigerungen der Endkundenpreise in der IT und Telekommunikation bevor – für Privatverbraucher wie für gewerbliche Kunden.

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Europäischer Datenschutztag: Kommentar von Chris Harris https://www.datensicherheit.de/europaeischer-datenschutztag-kommentar-chris-harris https://www.datensicherheit.de/europaeischer-datenschutztag-kommentar-chris-harris#respond Fri, 28 Jan 2022 11:31:41 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=41423 Der Datenschutztag als wichtige Erinnerung für Unternehmen, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen

[datensicherheit.de, 28.01.2022] In einer Zeit, in der die zunehmende Regulierung zu einer Verlagerung hin zur Eingrenzung und Lokalisierung von Daten führe, sei der „Europäische Datenschutztag“ eine wichtige Erinnerung für Unternehmen, „die notwendigen Maßnahmen zum Schutz von Daten zu ergreifen, die zwischen souveränen Ländern übertragen werden“. Chris Harris, „EMEA Technical Director“ bei Thales UK, geht in seiner aktuellen Stellungnahme auf die Bedeutung des „Europäischen Datenschutztages“ ein. Die Kontrolle über die Verschlüsselung und den Zugriff auf sensible Unternehmensdaten stelle sicher, „dass die Informationen nicht unerlaubt in die Hände einer ausländischen Einrichtung fallen – was genauso teuer werden kann wie ein schlechter Ruf“.

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Foto: Thales

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Chris Harris: Weltweit mehr als 1.800 Gesetze zur Einhaltung von Datenschutzbestimmungen…

Datenschutz und -souveränität erfordern Zugriffskontrolle

Weltweit gebe es inzwischen mehr als 1.800 Gesetze zur Einhaltung von Datenschutzbestimmungen, die Unternehmen befolgen müssten. Harris betont:
„Bei der Datensouveränität geht es nicht mehr nur um Lokalisierung, sondern darum, dass Nationalstaaten die Möglichkeit haben, ihre Daten im eigenen Land zu speichern und den Zugriff darauf zu kontrollieren.“

Datenschutz-Anforderungen führen zu mehr lokalen Rechenzentren

Mit Blick auf die Zukunft müssten Unternehmen ihre „Cloud“-Strategie, ihre „Governance“ und ihr Risikomanagement neu überdenken. Es sei wahrscheinlich, dass immer mehr Tech-Giganten damit beginnen würden, lokale Rechenzentren zu errichten, um geographische Hindernisse für ihre Geschäfte zu umgehen.

„Dies wiederum wird dazu führen, dass globale ,Cloud‘-Anbieter zunehmend in die ,Cloud‘-Infrastruktur von Nationalstaaten investieren“, so Harris abschließend.

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