Roboter – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Tue, 14 Apr 2026 16:10:48 +0000 de hourly 1 Deutschland: Digitale Transformation der Industrie geht in die nächste Runde https://www.datensicherheit.de/deutschland-digital-transformation-industrie-naechste-runde Thu, 16 Apr 2026 22:47:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=53955 81 Prozent der deutschen Industrieunternehmen betrachten „Industrie 4.0“ als Chance – nur 16 Prozent sehen darin ein Risiko

[datensicherheit.de, 17.04.2026] Automatisierte Produktionsabläufe mit Künstlicher Intelligenz (KI), schnellere Fertigung durch 3D-Druck oder Humanoide Roboter, welche gefährliche Schweißarbeiten übernehmen – Deutschlands Fabriken werden offenbar zunehmend digitalisiert. Die deutsche Industrie bewertet den Einsatz digitaler Technologien in der Produktion jedenfalls weit überwiegend positiv: „81 Prozent der deutschen Industrieunternehmen sehen ,Industrie 4.0‘ als Chance, nur 16 Prozent sehen darin ein Risiko. Gleichzeitig ist ,Industrie 4.0‘ ein Wettbewerbsfaktor.“ Grundlage dieser aktuellen Erkenntnisse ist demnach eine repräsentative Umfrage, welche von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom e.V. durchgeführt wurde – hierzu seien 555 Industrieunternehmen des verarbeitenden Gewerbes ab 100 Beschäftigten in Deutschland telefonisch im Zeitraum der Kalenderwochen 6 bis 11 2026 befragt worden.

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Abbildung: Bitkom

Digitalisierung der deutschen Industrie: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit

„Industrie 4.0“ kein vager Technologietrend mehr, sondern Basis für industrielle Wettbewerbsfähigkeit

Für fast alle deutschen Industrieunternehmen (94%) sei „Industrie 4.0“ sehr wichtig oder gar unverzichtbar, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen („unverzichtbar“: 30%; „sehr wichtig“: 64%). Nur knapp vier Prozent hielten „Industrie 4.0“ hingegen für „unwichtig“.

  • Dies seien Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Bitkom-Auftrag anlässlich der „Hannover Messe 2026“ .

„,Industrie 4.0‘ ist kein Technologietrend, sondern die Basis für industrielle Wettbewerbsfähigkeit“, kommentiert Bitkom-Vizepräsidentin Dr. Tanja Rückert. Sie führt hierzu aus: „Mit KI und künftig Humanoiden Robotern erhält ,Industrie 4.0‘ ein massives Upgrade, die Digitale Transformation der deutschen Industrie geht mit KI in die nächste Runde.“

„Industrie 4.0“ in der Produktion angekommen

Wie groß die Bedeutung dieser Technologien für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Industrieunternehmen ist, zeige die nun vorliegende Bitkom-Studie. Etwa neun von zehn Industrieunternehmen (89%) würden „Industrie 4.0“ allgemein eine „sehr große“ oder „eher große“ Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie beimessen, bei Künstlicher Intelligenz (KI) seien es knapp acht von zehn (78%).

  • Auch Humanoide Roboter – d.h. KI-basierte menschenähnlich gebaute Roboter – würden mehrheitlich als bedeutsam für die Wettbewerbsfähigkeit eingeschätzt: Mehr als sechs von zehn Industrieunternehmen (63%) rechneten dieser Technologie eine „sehr große“ oder „eher große Bedeutung“ zu.

In der Produktion sei „Industrie 4.0“ jedenfalls keine Zukunftsvision mehr, sondern gelebte Praxis. 97 Prozent der Industrieunternehmen setzten mindestens eine „Industrie 4.0“-Anwendung ein. Im Bereich der intelligenten Steuerung und Planung sei KI am weitesten verbreitet: KI sei bereits bei 40 Prozent der Industrie-Unternehmen im Einsatz, fast ebenso viele (38%) planten dies.

„Industrie 4.0“ gehört gut zehn Jahre nach Einführung des Begriffs zum Alltag

Auch Digitale Zwillinge seien inzwischen weit verbreitet: 45 Prozent der Industrieunternehmen hätten diese im Einsatz, 26 Prozent planten es. „Physical AI“, also KI, die Maschinen oder Roboter in die Lage versetzt, physische Aufgaben selbstständig auszuführen, sei bei sechs Prozent der deutschen Industrieunternehmen im Einsatz. Diese Technologie stecke zwar noch in den Anfängen – allerdings planten bereits mehr als ein Viertel der Unternehmen (28%) ihre Einführung.

  • Geht es um digitale Infrastrukturen und Vernetzung, so liegen laut Bitkom IoT-Plattformen an der Spitze der einschlägigen Technologien: Diese seien bei 45 Prozent der Industrieunternehmen im Einsatz und bei einem Drittel (33%) geplant. Aber auch Datenräume, „Edge Computing“, „Lifecycle Management“ und 5G-Campusnetze würden in der Produktion eingesetzt und trügen zu einer vernetzten Produktion bei.

„In den Fabriken ist ,Industrie 4.0‘ gut zehn Jahre nach Einführung des Begriffs Alltag“, bilanziert Rückert. Sie betont: „Jetzt kommt es darauf an, mit Digitalen Zwillingen, KI und künftig auch Humanoiden Robotern ein neues Kapitel der ,Industrie 4.0‘ aufzuschlagen.“ 27 Prozent der deutschen Industrieunternehmen wollten 2026 – verglichen mit dem Jahr 2025 – mehr in „Industrie 4.0“-Technologien investieren, 50 Prozent wollten ihre Investitionen auf dem bisherigen Niveau halten. 20 Prozent planten geringere Investitionen.

64% der Industrieunternehmen der Auffassung, dass Humanoide Roboter die Industrie produktiver machen

Neben den breit genutzten Anwendungen wie KI, IoT-Plattformen oder Digitalen Zwillingen gerieten neue Technologien stärker in den Blick – darunter Humanoide Roboter. Sie zählten zum Bereich „Physical AI“ und könnten bislang von Menschen ausgeführte Aufgaben übernehmen.

  • Die Industrieunternehmen sähen darin einen Produktivitätsfaktor: Mehr als sechs von zehn Industrieunternehmen (64%) seien der Auffassung, dass Humanoide Roboter die Industrie produktiver machten. Fast sieben von zehn (68%) sprächen sich dafür aus, dass Deutschland humanoide Roboter schnell selbst entwickelt und auf den Weltmarkt bringt. Gleichzeitig halte fast jedes dritte Industrieunternehmen (31%) Humanoide Roboter für einen „Hype“, welcher bald vorübergehen werde; 41 Prozent seien der Auffassung, diese Technologie koste mehr, als sie bringe.„An Humanoiden Robotern scheiden sich derzeit die Geister“, so Rückert.

Vereinzelt würden Humanoide Roboter in der deutschen Industrie heute bereits eingesetzt: Sechs Prozent der Industrieunternehmen arbeiteten bereits mit ihnen, jedes zehnte Unternehmen (10%) plane dies und acht Prozent diskutierten darüber. Allerdings sei für drei von vier Industrieunternehmen (72%) der Einsatz Humanoider Roboter derzeit noch kein Thema.

Humanoide Roboter in den kommenden zehn Jahren wohl in Mehrzahl der Industrieunternehmen eingesetzt

Beim Blick in die Zukunft sehe die Lage indes anders aus: Insgesamt könne sich fast die gesamte deutsche Industrie (97%) zumindest langfristig vorstellen, dass Humanoide Roboter in der Produktion breit eingesetzt werden. Jedes fünfte befragte Unternehmen (20%) erwarte, dass Humanoide Roboter in den kommenden zehn Jahren in der Mehrzahl der Industrieunternehmen eingesetzt würden.

  • Drei Prozent gingen davon aus, dass dies bereits fünf Jahren der Fall sein werde, 17 Prozent rechneten damit in den kommenden sechs bis zehn Jahren. Mit 54 Prozent halte der überwiegende Teil der Industrieunternehmen ein solches Szenario erst langfristig im Zeitraum von elf bis 20 Jahren für realistisch, 14 Prozent rechneten damit in 21 bis 30 Jahren und neun Prozent erwarteten dies erst in sehr ferner Zukunft nach Ablauf von mehr als 30 Jahren.

Dass sich Humanoide Roboter in der Industrie nie flächendeckend durchsetzen werden, meine allerdings kaum jemand – lediglich zwei Prozent der Industrieunternehmen teilten diese grundsätzliche Skepsis gegenüber dieser neuen Technologie. „Humanoide Roboter waren vorgestern Science Fiction, gestern galten sie als visionär und jetzt werden sie zu einem echten, geschäftsrelevanten Industriethema“, unterstreicht Rückert. Entscheidend sei nun, „dass Deutschland gleichermaßen in die Entwicklung wie in den Einsatz Humanoider Roboter investiert“.

KI für die Industrie klarer Wettbewerbsfaktor

Am Beispiel Humanoider Robotik zeige sich, wie stark die industrielle Entwicklung inzwischen von KI geprägt sei. Rückert betont: „KI ist nicht mehr nur eine einzelne Anwendung, sie wird derzeit zur wohl wichtigsten Basistechnologie in industrieller Entwicklung, Fertigung und Betrieb.“ Fast acht von zehn Industrieunternehmen (79%) seien der Auffassung, dass KI künftig entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie sein werde.

  • 76 Prozent seien der Meinung, dass die deutsche Industrie beim Einsatz von KI eine Vorreiterrolle einnehmen sollte. Nur 19 Prozent hielten KI in der Industrie für einen vorübergehenden „Hype“. Gleichzeitig stimme mehr als die Hälfte (55%) der Aussage zu, dass die deutsche Industrie die KI-Revolution zu verschlafen drohe – neun Prozentpunkte mehr als im letzten Jahr.

Dennoch sehe sich bei KI jedes zweite deutsche Industrieunternehmen (51%) vorne. 46 Prozent ordneten sich hingegen eher als Nachzügler ein (36%) oder sagten gar, sie hätten den Anschluss verpasst (10%). „Künstliche Intelligenz ist für die deutsche Industrie die wohl wichtigste Zukunftsfrage, meint Rückert und sie begründet dies wie folgt: „Die Unternehmen sehen in KI enormes Potenzial für mehr Effizienz, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit.“

Schwierige Konjunktur bremst Digitalisierung der deutschen Industrie aus

Die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage wirke sich allerdings nachteilig auf die Digitalisierung der deutschen Industrie aus. Über die Hälfte (58%) der Industrieunternehmen sei der Auffassung, dass die aktuelle Konjunktur die Digitalisierung ihres Unternehmens bremsen werde.

  • 45 Prozent rechneten mit einem Stellenabbau im eigenen Unternehmen; gleichzeitig erwarteten 48 Prozent, infolge von Stellenkürzungen in anderen Industrieunternehmen Fachkräfte gewinnen zu können.

Neben der wirtschaftlichen Lage erhöhe zudem der Wettbewerb aus China den Druck auf die deutsche Industrie. Mehr als jedes achte Industrieunternehmen (13%) empfinde einen „sehr starken“ Wettbewerbsdruck aufgrund gestiegener Exporte aus China, fast die Hälfte (49%) einen „eher starken“ Wettbewerbsdruck. Umgekehrt spüre lediglich jedes fünfte Industrieunternehmen (22%) nur „geringen“, 13 Prozent spürten „keinerlei zusätzlichen Druck“.

Bei der „Industrie 4.0“ in Deutschland indes noch Aufholbedarf

Der wirtschaftliche Druck treffe die Industrie in einer Phase, in der sich der internationale Wettbewerb weiter verschärfe. Im internationalen Vergleich liege Deutschland nach Selbsteinschätzung der Unternehmen bei „Industrie 4.0“ nur auf Platz 3. Ein Zehntel (10%) der Industrieunternehmen sehe Deutschland international beim Thema „Industrie 4.0“ vorne.

  • Als führende Nation bei „Industrie 4.0“ werde derzeit am häufigsten China genannt (34%), und auch die USA würden von 21 Prozent in diesem Bereich führend wahrgenommen.

Die Situation ihres eigenen Unternehmens bewerteten die Befragten etwas positiver. Neun Prozent der deutschen Industrieunternehmen sähen sich an der Spitze, 38 Prozent eher als Vorreiter bei „Industrie 4.0“. Knapp die Hälfte (50%) sehe sich umgekehrt als Nachzügler, lediglich ein Prozent sage, dass das eigene Unternehmen den Anschluss verpasst habe. „China legt bei ,Industrie 4.0‘ das Tempo vor“, gibt Rückert zu bedenken und legt nahe: „Deutschland muss dranbleiben, mit mehr Tempo und Investitionen in Innovation und digitaler Infrastruktur!“

Unternehmen und Politik in der Verantwortung: Deutschland braucht für industrielle KI bessere Standortbedingungen

„Wie können Industrieunternehmen bei der Einführung von ,Industrie 4.0‘-Anwendungen besser unterstützt werden?“ Dafür brauchte es sowohl in der Wirtschaft selbst als auch in der Politik die richtigen Weichenstellungen:

  • „Viele zentrale Anwendungen von ,Industrie 4.0‘ bauen heute auf KI auf oder werden durch sie deutlich leistungsfähiger. Umso wichtiger ist es, KI nicht nur punktuell zu testen, sondern sie systematisch in Produktions- und Engineering-Prozesse zu überführen – mit leistungsfähiger Infrastruktur, einheitlichen Datenstandards und qualifizierten Beschäftigten entlang der Wertschöpfungskette“, bilanziert Rückert.

Ihr abschließendes Plädoyer: „Deutschland braucht bei industrieller KI bessere Standortbedingungen: Mehr Rechenkapazitäten, bessere Dateninfrastrukturen, umsetzbare Regeln, gezielte Fachkräftequalifizierung und einfache Förderprogramme für den Mittelstand! Jetzt geht es nicht mehr um das nächste Pilotprojekt, sondern um den breiten Einsatz von KI in der Wirtschaft und Industrie.“

Weitere Informationen zum Thema:

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Über uns

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Dr. Tanja Rückert – Vizepräsidentin Bitkom Geschäftsführerin / Chief Digital Officer Robert Bosch GmbH

bitkom, 14.04.2026
Industrie 4.0: Wie digital ist Deutschlands Industrie? / Dr. Tanja Rückert, Bitkom-Vizepräsidentin

datensicherheit.de, 12.04.2026
KI-Verordnung: Konkretisierung der Transparenzpflichten für Unternehmen / Für betroffene Unternehmen wächst der Handlungsdruck – sie müssen wissen, wann KI-generierte oder KI-manipulierte Inhalte zu kennzeichnen sind

datensicherheit.de, 05.02.2026
Moderne OT-Resilienz: Digitale Zwillinge als wichtige Bausteine / Neben kontinuierlichem „Exposure Management“ braucht operative Resilienz in OT-Umgebungen konkrete technische und organisatorische Hebel: Zugangskontrollen, belastbare Testumgebungen und kompensierende Maßnahmen für „Legacy“-Systeme

datensicherheit.de, 14.08.2025
Humanoide Roboter: Ergänzung und Erweiterung bestehender Technologien statt deren Ersatz / Weltroboterverband IFR veröffentlicht Positionspapier zu Trends, Chancen und möglichen Grenzen humanoider Roboter

datensicherheit.de, 17.02.2020
Industrie 4.0 braucht ganzheitliche IT-Sicherheit im Wertschöpfungsprozess / Das neue Jahrzehnt erfordert eine Änderung der Sicherheitslage in der OT-Branche

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Geister-Fabriken: Dark Factories zur Erhaltung industrieller Wertschöpfung in Deutschland https://www.datensicherheit.de/geister-fabriken-dark-factories-erhaltung-industrie-wertschoepfung-deutschland https://www.datensicherheit.de/geister-fabriken-dark-factories-erhaltung-industrie-wertschoepfung-deutschland#respond Wed, 14 Jan 2026 23:56:33 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=51740 Ein zunehmender Teil der Produktion wird künftig in menschen­leeren Fabriken allein mit Robotern stattfinden – diese „Dunklen Fabriken“ könnten helfen, die Deindustriali­sierung Deutschlands aufzuhalten und den Arbeitskräftemangel zu kompensieren

[datensicherheit.de, 15.01.2026] Jane Enny van Lambalgen, CEO von Planet Industrial Excellence, geht in ihrer aktuellen Stellungnahme auf sogenannte Geister-Fabriken („Dark Factories“) ein, welche demnach eine Chance für den Fortbestand der industriellen Wertschöpfung in Deutschland darstellen: „Ein zunehmender Teil der Produktion wird künftig in menschen­leeren Fabriken allein mit Robotern stattfinden. Diese ,Dark Factories’ können die Deindustriali­sierung Deutschlands aufhalten und den Arbeitskräftemangel längerfristig kompensieren.“ Van Lambalgen ist Mitglied bei „United Interim“, einer „Community für Interim Manager“ im deutschsprachigen Raum, sowie im „Diplomatic Council“, einer globalen Denkfabrik mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen (UNO).

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Foto: privat

Jane Enny van Lambalgen prognostiziert: Es entstehen weniger, aber dafür höher qualifizierte Arbeitsplätze!

Menschen­leeren Fabriken könnten Betriebskosten senken und Produktivität steigern

„Menschenleere Fabrikhallen, in denen die Produktion allein durch Roboter auf Hochtouren läuft, werden in den nächsten 15 Jahren zur Normalität werden“, so van Lambalgens Einschätzung. Diese „Geister-Fabriken“ der Zukunft würden mit den heutigen Produktions­anlagen soviel gemeinsam haben wie ein modernes Automobil mit einer Pferdekutsche.

  • Diese menschen­leeren Fabriken könnten die Betriebskosten um bis zu 25 Prozent senken, die Produktivität um bis zu 30 Prozent steigern und die Fehlerquoten um bis zu 40 Prozent reduzieren. Wenn in einer Fertigungshalle ausschließlich Roboter am Werk sind, könnten diese zwei- bis fünfmal schneller arbeiten als es aus Sicherheitsgründen bei Menschen im Raum geboten und erlaubt sei.

Man nennt solche vollautomatisierten Produktionsstätten „Smart Factories“ oder auch „Dark Factories“, weil die Roboter im Unterschied zu Menschen beim Arbeiten kein Licht benötigen. Diese „Dark Factories“ werden laut van Lambalgen zunächst vor allem in der Massenfertigung zum Einsatz kommen, also nicht bei der Einzelfertigung oder im Sondermaschinenbau.

„Autonomous Production Twins“ als technologische Grundlage für „Geister-Fabriken“

Als eine wesentliche technologische Grundlage für diese Entwicklung nennt sie „Autonomous Production Twins“ (APT) oder Digitale Zwillinge in der Fertigungs­industrie, um Produktions­prozesse autonom zu überwachen, zu steuern und zu optimieren.

  • Ein APT verknüpfe Echtzeit­informationen, welche über fortschrittliche Sensorik und digitale Zuliefersysteme erfasst würden, mit Künstlicher Intelligenz (KI), um eine virtuelle Repräsentation des Produktionssystems zu schaffen, welche selbstständig Entscheidungen treffen und Prozesse anpassen könne.

„Ein Autonomer Produktions­zwilling ist in der Lage, Produktionsprozesse aktiv zu steuern und auf unvor­hergesehene Ereignisse wie beispielsweise Engpässe in der Lieferkette durch automatische Umplanungen zu reagieren.“

„Geister-Fabriken“ als betriebs- und volkswirtschaftlich sinnvolle Alternative zur Produktionsverlagerung

Nach ihrer Einschätzung hat diese Entwicklung das Potenzial, die Deindustrialisierung Deutschlands zu verlangsamen und möglicherweise sogar aufzuhalten: „Der Aufwand zur Verlagerung von Fertigungs­kapazitäten ins Ausland ist hoch. Die schrittweise Automatisierung der Produktion im Inland mit der Langfristperspektive ,Dark Factory’ stellt in vielen Fällen eine betriebs- und volkswirtschaftlich sinnvolle Alternative dar.“

  • Die Tatsache, dass in vollautomatisierten Fertigungs­stätten mit viel weniger Personal gearbeitet werde, dürfe nicht zum „Totschlagargument“ werden, warnt van Lambalgen vor einer politisch-gesellschaftlichen Diskussion „Arbeiter gegen Roboter“.

In einer „Dark Factory“ würden zwar nur etwa zehn Prozent des Personalstammes benötigt werden, im Vergleich zu herkömmlichen Produktionsverfahren. Aufgaben wie Planung, Implementierung, Überwachung und Wartung müssten weiterhin zumindest teilweise von Menschen übernommen werden.

In einigen Fabriken führte Personalknappheit bereits zu personalfreien Nachtschichten

„Es entstehen weniger, aber dafür höher qualifizierte Arbeitsplätze!“, betont van Lambalgen, „was angesichts des demographischen Faktors mit einem zunehmenden Mangel an Arbeitskräften volkswirtschaftlich eine gute Nachricht ist.“ Sie verweist darauf, dass eine ganze Reihe von Unternehmen angesichts der Personalknappheit bereits eine personalfreie Nachtschicht in der Fertigung eingeführt habe.

  • Deutschland sollte diese Entwicklung daher in erster Linie als Chance ergreifen, um weiterhin als international wettbewerbsfähiger Produktionsstandort zu gelten – genug Zeit zur Anpassung sei vorhanden, meint sie. „,Dark Factories’ stellen eine technologische Heraus­forderung dar und werden sich daher in den nächsten Jahren erst allmählich durchsetzen. „Diese Zeitspanne kann Deutschland nutzen, um das Land in einer gemeinsamen Anstrengung von Politik, Wirtschaft und sicherlich auch Gewerkschaften auf diese nächste Fertigungsgeneration vorzubereiten“, lautet ihre Empfehlung.

Angesichts des demographischen Faktors sollte dabei nicht der Erhalt von Arbeitsplätzen um jeden Preis im Vordergrund stehen, sondern die Qualifizierung der heranwachsenden Generation für die neuen Arbeitsplätze: „Der Umgang mit KI-Systemen, die letztlich die Grundlage für ,Smart Factories’ bilden, muss für Beschäftigte künftig so selbstverständlich sein wie die Nutzung eines Smartphones!“

Bau Autonomer Fabriken indes durch EU-Regeln und Robotersteuer gefährdet

„Die politischen Diskussionen über neue EU-Regeln für menschenleere Fabriken bis hin zu einer eventuellen Robotersteuer können den Bau Autonomer Fabriken hierzulande möglicherweise verhindern“, warnt van Lambalgen, zudem würde dies die internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter schwächen. Selbst wenn in Deutschland auf absehbare Zeit keine „Geister-Fabriken“ entstünden, würde deren Inbetriebnahme in Ländern außerhalb der EU einen enormen Kostendruck auf die Produktion „made in Germany“ ausüben.

  • Sie verweist beispielhaft auf die „Dark Factory“ des chinesischen Technologieherstellers Xiaomi nördlich von Peking, welche im Dauerbetrieb ohne Fertigungsmitarbeiter (aber mit Wartungspersonal) pro Sekunde ein Smartphone produzieren könne. Die Fertigungskapazität liege derzeit bei bis zu zehn Millionen Smartphones pro Jahr und könne auf das Dreifache erweitert werden.

„Für rund 330 Millionen Dollar Entwicklungs­kosten hat Xiaomi einen Blick in die Zukunft der industriellen Fertigung geschaffen“, so van Lambalgen aus. Sie erläutert hierzu: „Bei der Errichtung einer ,Smart Factory’ entfallen etwa ein Drittel der Gesamtkosten auf Sensorik, Software und Infrastruktur, aber die höheren Investitionen zahlen sich bereits nach einem Betriebsjahr durch die deutlich niedrigere Lohnsumme aus.“ Hinzu käme die höhere Flexibilität, um auf Marktveränderungen zu reagieren, und das höhere Qualitätsniveau, was die Nachbesserungs­kosten senke und die Kundenzufriedenheit steigere.

Mut und Vision der Führungskräfte in der Industrie sowie politische Initiative gefordert

Eine derartige Vollautomatisierung werde in Deutschland auf Jahre hinweg noch die Ausnahme bleiben, vor allem bei der Einzelfertigung und im Sondermaschinenbau. Aber die schrittweise Einführung „menschenfreier Zonen“ für Teilbereiche der Produktion erwartet van Lambalgen auch hierzulande zusehends: Bereits in fünf Jahren könnte bis zur Hälfte der Fertigungsfläche „dunkel“ sein, schätzt sie.

  • Abschließend gibt sie zu bedenken: „Deutschland wird sich auf Dauer als international wettbewerbsfähiger Produktionsstandort nur halten können, wenn es in den nächsten fünf bis zehn Jahren gelingt, ,Smart Factories’ hierzulande im großen Stil zu errichten und das Arbeitsrecht entsprechend angepasst wird!“ Hierzu bedürfe es „Mut und Vision der Führungskräfte“ in der Industrie, aber auch einer entsprechenden politischen Initiative.

„Denn natürlich hat die Minderbeschäftigung durch ,Smart Factories’ erheblichen Einfluss auf die Renten- und Sozialsysteme, die alle auf der Besteuerung von menschlicher Arbeitskraft aufgebaut sind.“ Sie stellt klar: „Aufgrund des demographischen Faktors stoßen diese Systeme allerdings ohnehin an ihre Grenzen und müssen dringend reformiert werden. In der Sicherung des Produktions­standorts Deutschland durch die Förderung vollautomatisierter Fertigung hierzulande steckt daher auch ein wichtiger Baustein für den Umbau der Renten- und Sozialsysteme mit einem enormen Wertschöpfungspotenzial. Das wird allerdings nur gelingen, wenn die Politik den Mut zu Konzepten findet, die über den bloßen Ruf nach mehr Regulatorik oder einer Robotersteuer hinausgehen!“

Weitere Informationen zum Thema:

Planet Industrial Excellence
Unser Logo steht für Operational Excellence in der Produktion, beim Einkauf und in der Logistik. Unser Versprechen ist es, Schritt für Schritt eine industrielle, schlanke, nachhaltige und digitale Produktion und Supply Chain zu schaffen.

Planet Industrial Excellence
Jane Enny van Lambalgen ist seit 2020 CEO von Planet Industrial Excellence | Interim Management & Consulting

SIEMENS
„Lights-Out“-Fabrik

Deutschlandfunk, 09.09.2025
Dark Factory: Fachkräftemangel beschleunigt Automatisierung in Fabriken / Personalknappheit treibt Experten zufolge die Automatisierung von Fabriken voran

F PRO WELTWIRTSCHAFT , Thomas Bonschab, 04.12.2025
Industriepolitik: Europa verschläft das Zeitalter der „Dark Factories“

YouTube, WSJ The Wall Street Journal, 18.07.2025
China’s Dark Factories: So Automated, They Don’t Need Lights

datensicherheit.de, 25.03.2025
Intelligente Produktion: Smarte Roboter erobern die Fabrik​ / Vier Beispiele für das Zusammenspiel von KI und Edge Computing

datensicherheit.de, 25.02.2025
Neue Maßstäbe für dynamische Planungssicherheit: Digital Zwillinge und Daten-Streaming / Digitale Zwillinge bilden Objekte oder Prozesse in einer virtuellen Umgebung ab und nutzten umfangreiche Echtzeitdaten zur realistischen Simulation

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KFSHRC eröffnet neue Ära der Neurochirurgie: Weltweit erste robotergestützte intrakranielle Tumorresektion in Riad https://www.datensicherheit.de/kfshrc-novum-neurochirurgie-roboter-schaedel-tumor-resektion https://www.datensicherheit.de/kfshrc-novum-neurochirurgie-roboter-schaedel-tumor-resektion#respond Wed, 22 Oct 2025 22:23:18 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50640 Das King Faisal Specialist Hospital and Research Centre (KFSHRC) in Riad hat erfolgreich die weltweit erste robotergestützte Entfernung eines schädelinternen Tumors durchgeführt – ein historischer Quantensprung robotergestützter Medizin

[datensicherheit.de, 23.10.2025] In Riad (Saudi-Arabien) hat das King Faisal Specialist Hospital and Research Centre (KFSHRC) nach eigenen Angaben erfolgreich die weltweit erste robotergestützte Resektion eines intrakraniellen (schädelinternen) Tumors durchgeführt – dies sei ein historischer Quantensprung für die robotergestützte Medizin, welcher damit einen neuen globalen Standard für Präzision und Genesung in der Neurochirurgie setze.

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Foto: KFSHRC

KFSHRC-Chirurgen bei der weltweit ersten robotergestützten Resektion eines intrakraniellen Tumors

KFSHRC konnte Patienten bereits nach 24 Stunden entlassen

Der Eingriff wurde demnach an einem 68-jährigen Patienten durchgeführt, welcher unter starken Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen litt. „Dabei wurde ein 4,5 Zentimeter großer Hirntumor mithilfe von Roboterarmen entfernt.“

  • Der Patient habe bereits nach 24 Stunden bei vollem Bewusstsein entlassen werden können – eine im Vergleich zu herkömmlichen neurochirurgischen Eingriffen fast viermal schnellere Genesungszeit.

Nach Angaben der Klinikleitung trug diese robotergestützte Tumorresektion dazu bei, das Operationstrauma zu minimieren und die Genesung zu beschleunigen.

Einstündige Operation am KFSHRC über per optischem 3D-System gesteuerte Roboterarme

Laut dem Operateur, Dr. Homoud Aldahash, KFSHRC-Spezialist für Schädelbasistumoren, ermöglichte das Robotersystem herausragende Präzision sowie Kontrolle und versetzte die Chirurgen in die Lage, kritische neurovaskuläre Strukturen mit einem hohen Maß an Sicherheit zu navigieren.

  • „Die Tatsache, dass der Patient noch am selben Tag bei vollem Bewusstsein und ohne Komplikationen entlassen werden konnte, stellt einen neuen innovativen Maßstab in der Neurochirurgie dar“, unterstreicht Aldahash.

Bei der einstündigen Operation seien über ein optisches 3D-System gesteuerte Roboterarme zum Einsatz gekommen, welche den Chirurgen eine klare und vergrößerte Darstellung des Gehirns geboten habe. Die Anwendung fortschrittlicher bildgestützter Navigationstechnologie habe die präzise Entfernung des Tumors unter Schonung lebenswichtiger Bereiche des Gehirns gewährleistet.

Innovation und patientenorientierte Versorgung sollen Zukunft des Gesundheitswesens bestimmen

Der KFSHRC-CEO, Dr. Majid Alfayyadh, verknüpfte diesen Meilenstein mit dem gegenwärtigen Entwicklungskurs des Krankenhauses: „Diese Errungenschaft ist Ausdruck für die wachsende Bedeutung, die das KFSHRC bei der Gestaltung der Zukunft der globalen Medizin einnimmt.“

  • Diese stehe in perfektem Einklang mit ihrer Vision, wonach Innovation und patientenorientierte Versorgung die Zukunft des Gesundheitswesens bestimmten.

Bis zur Einführung der robotergestützten Neurochirurgie mussten ähnliche Eingriffe manuell unter einem Operationsmikroskop durchgeführt werden, wobei eine ruhige Hand und ein gutes Auge für die Präzision entscheidend waren. Inzwischen bieten Robotersysteme eine verbesserte Instrumentenstabilität, Tremorfiltration sowie eine hervorragende Visualisierung und definieren damit die globalen Standards für Sicherheit und Präzision in der neurochirurgischen Versorgung neu.

Weiterer Meilenstein der KFSHRC-Erfolgsgeschichte im Bereich robotergestützter Chirurgie

Dieser als wegweisend geltende Eingriff sei ein weiterer Meilenstein in der Erfolgsgeschichte des KFSHRC im Bereich robotergestützter Chirurgie. So wurden dort bereits die weltweit ersten robotergestützten Herz- sowie Lebertransplantationen durchgeführt, was dem KFSHRC internationale Anerkennung einbrachte und seine Position als eines der weltweit führenden Zentren für robotergestützte und minimalinvasive Chirurgie festigte.

  • Da Automatisierung und präzisionsgeführte Chirurgie weltweit Einzug in die Gesundheitssysteme halten, sei der jüngste Erfolg des KFSHRC eine Bestätigung dafür, dass sich das Zentrum zu einem globalen Vorreiter für medizinische Innovationen der nächsten Generation entwickelt habe.

Das KFSHRC sei als bestes Krankenhaus im Nahen Osten und Afrika und auf Platz 15 der 250 besten akademischen medizinischen Zentren 2025 weltweit eingestuft worden. „Es wurde außerdem von ,Brand Finance 2025‘ als wertvollste Gesundheitsmarke im Nahen Osten ausgezeichnet und von ,Newsweek’ unter den ,World’s Best Hospitals 2025‘, ,Best Smart Hospitals 2026‘ und ,Best Specialized Hospitals 2026‘ aufgeführt, was seine Position als weltweit führendes Zentrum für innovationsorientierte Patientenversorgung erneut bestätigt.“

Weitere Informationen zum Thema:

King Faisal Specialist Hospital & Research Centre
KFSH&RC is a leading healthcare, research, and education institution recognized throughout Saudi Arabia and the Middle East. Established in 1975, the hospital is committed to providing world-class medical care and continuously advancing healthcare standards within the Kingdom.

King Faisal Specialist Hospital & Research Centre
CEO Message / H.E. Dr. Majid Ibrahim Alfayyadh, MD, MMM

Linkedin
Homoud AlDahash / Consultant Neurosurgeon at King Faisal Specialist Hospital and Research Centre (Gen. Org.)

datensicherheit.de, 18.07.2025
Riad: Weltweit erste robotergestützte BiVAD-Implantation am KFSHRC durchgeführt / Minimalinvasive robotergestützte Chirurgie als lebensrettende Option für Hochrisikopatienten, welche sich keiner Transplantation oder herkömmlichen Operation am offenen Herzen unterziehen können

datensicherheit.de, 25.03.2025
China will 1 Billion Yuan in die Robotik- und Hightech-Industrie investieren / Chinas Volkskongress kündigt Risiko-Kapitalfonds an

datensicherheit.de, 21.02.2025
Aktionsplan Robotik für Europa: VDMA-Aufforderung an die Politik zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit / VDMA Robotik +Automation, die größte Netzwerkorganisation der Robotik-Industrie in Europa, ruft zum Handeln auf

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https://www.datensicherheit.de/kfshrc-novum-neurochirurgie-roboter-schaedel-tumor-resektion/feed 0
Humanoide Roboter: Ergänzung und Erweiterung bestehender Technologien statt deren Ersatz https://www.datensicherheit.de/humanoid-roboter-ergaenzung-erweiterung-technologien-statt-ersatz https://www.datensicherheit.de/humanoid-roboter-ergaenzung-erweiterung-technologien-statt-ersatz#respond Thu, 14 Aug 2025 08:12:15 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=49631 Weltroboterverband IFR veröffentlicht Positionspapier zu Trends, Chancen und möglichen Grenzen humanoider Roboter

[datensicherheit.de, 14.08.2025] Menschenähnliche Roboter gelten offensichtlich als die nächste große Innovation in der Robotik: Der weltweit größte Markt für Industrieroboter, China, hat demnach bereits konkrete Pläne für die Massenproduktion von sogenannten Humanoiden festgelegt. Gleichzeitig kündigten Technologieunternehmen in den USA und Europa große Investitionsvorhaben in diesem Bereich an. Die Vision dabei sei, auf menschlicher Mechanik basierende Allzweckroboter zu entwickeln. Einblicke in Trends, Chancen und mögliche Grenzen humanoider Roboter soll nun das neue Positionspapier der International Federation of Robotics (IFR) bieten.

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Foto: IFR

Weltroboterverband IFR zeigt Trends, Chancen und mögliche Grenzen humanoider Roboter auf

Futuristisch anmutende humanoide Roboter faszinieren…

„Futuristisch anmutende humanoide Roboter, die in unserem Zuhause, in Unternehmen und in der Öffentlichkeit arbeiten, faszinieren die Menschen“, so der IFR-Präsident, Takayuki Ito.

  • Er führt weiter aus: „Da die Welt in der wir leben auf den menschlichen Körper zugeschnitten ist, liegt die Idee eines schnellen, universellen Helfers in der Produktion und bei Dienstleistungen auf der Hand. Ob und wann es aber zu einer massenhaften Nutzung von Humanoiden kommen wird, bleibt ungewiss.“

Nicht zu erwarten sei jedenfalls, dass Humanoide in Zukunft die derzeit auf dem Markt befindlichen Robotertypen ersetzen könnten – stattdessen würden sie bestehende Technologien ergänzen und erweitern.

Einsatz humanoider Roboter – großes Interesse in der Logistik und Fertigung

In den USA arbeiteten Tech-Unternehmen wie NVIDIA, Amazon und Tesla intensiv an KI- und Robotertechnologien. Neben der Finanzierung durch das Militär werde diese Entwicklung auch durch zahlreiche private Investitionen unterstützt. Dies führe zu einer bedeutenden Startup-Szene, welche sich auf humanoide Roboter spezialisiere.

  • Besonders groß sei das Interesse an Humanoiden in Branchen wie der Logistik und in der Fertigung.

Dabei würden humanoide Roboter weniger als soziale Begleiter gesehen, sondern eher als Werkzeuge, die dabei helfen sollten, Produktivität und Effizienz zu steigern. So liege der Schwerpunkt verstärkt auf praktischen Anwendungen und weniger auf der Integration von Robotern in das tägliche soziale Leben.

In China haben humanoide Roboter zentrale Stellung in der nationalen Robotik-Strategie

In China nähmen die Humanoiden eine zentrale Stellung in der nationalen Robotik-Strategie ein. Die Regierung möchte in diesem Technologiebereich Kompetenz und globale Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis stellen.

  • Der Einsatzschwerpunkt liege dabei im Dienstleistungssektor, beispielsweise für die Kundenbetreuung.

Die Automatisierung von Produktionslinien in der Fertigung und der Einsatz von Humanoiden, um weniger von menschlichen Arbeitskräften abhängig zu sein, scheine nur auf zweiter Ebene wichtig zu sein. Kernelement der chinesischen Strategie sei der Aufbau einer skalierbaren Lieferkette für Schlüsselkomponenten.

Japan als Pionier der Entwicklung humanoider Roboter

Japan sei ein Pionier in der Entwicklung humanoider Roboter: „Als frühes Beispiel wurde Hondas ,Asimo’ bereits im Oktober 2000 vorgestellt.“ Roboter sehe man in Japan eher als Gefährten, denn als bloße Werkzeuge an.

  • Humanoide Roboter wie „Pepper“ und „Palro“ seien demzufolge in erster Linie als Sozialroboter konzipiert und kämen in Bildungseinrichtungen, Geschäften und Altenpflegeeinrichtungen zum Einsatz.

Diese Ausrichtung spiegele die Nachfrage einer alternden Gesellschaft wider, mit der Japan konfrontiert sei. Ein wichtiger Schwerpunkt der Projekte liege auf Robotern, welche harmonisch mit Menschen zusammenleben könnten und als Teil der Gesellschaft akzeptiert würden. Führende Unternehmen wie Kawasaki entwickelten humanoide Roboter als eine Forschungsplattform.

Europa hat kollaborative Roboter im Fokus

In Europa werde auf die ethischen Implikationen von Robotik und KI besonderes viel Wert gelegt. Im Fokus stünden kollaborative Roboter, welche im industriellen Umfeld mit Menschen zusammenarbeiteten.

  • Kernthemen seien die Verbesserung der Sicherheit und Effizienz und die Nachahmung menschlicher Fähigkeiten. Die Arbeitskraft von Menschen zu kompensieren, stehe dagegen nicht im Fokus. Der Schwerpunkt liege vielmehr auf einem menschenzentrierten Design und den sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Robotern.

Die europäischen Unternehmen stünden dem Einsatz von Humanoiden generell eher zurückhaltend gegenüber, „wenn es um die kurz- bis mittelfristigen Automatisierungsaufgaben im Fertigungs- und Dienstleistungssektor geht“.

Derzeitiger Ausblick der IFR zur Bedeutung humanoider Roboter

Dank ihrer menschenähnlichen Geschicklichkeit und Anpassungsfähigkeit sein die Humanoiden prädestiniert, komplexe Aufgaben zu automatisieren, mit denen heutige Roboter durch herkömmliche Programmiermethoden Schwierigkeiten hätten.

„Einen massenhaften Einsatz als universelle Haushaltshelfer dürfte es jedoch kurz- bis mittelfristig nicht geben.“

Weitere Informationen zum Thema:

IFR International Federation of Robotics
About IFR

IFR International Federation of Robotics
Papers – Download

datensicherheit.de, 25.03.2025
Intelligente Produktion: Smarte Roboter erobern die Fabrik​ / Vier Beispiele für das Zusammenspiel von KI und Edge Computing

datensicherheit.de, 25.03.2025
China will 1 Billion Yuan in die Robotik- und Hightech-Industrie investieren / Chinas Volkskongress kündigt Risiko-Kapitalfonds an

datensicherheit.de, 06.08.2020
Schwachstellen erlauben es, Hausroboter auszutricksen / McAfee warnt vor Missbrauch – Cyber-Kriminelle könnten ohne jegliche Authentifizierung Hausroboter übernehmen

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https://www.datensicherheit.de/humanoid-roboter-ergaenzung-erweiterung-technologien-statt-ersatz/feed 0
Riad: Weltweit erste robotergestützte BiVAD-Implantation am KFSHRC durchgeführt https://www.datensicherheit.de/riad-roboter-bivad-implantation-kfshrc https://www.datensicherheit.de/riad-roboter-bivad-implantation-kfshrc#respond Fri, 18 Jul 2025 14:24:48 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=49100 Minimalinvasive robotergestützte Chirurgie als lebensrettende Option für Hochrisikopatienten, welche sich keiner Transplantation oder herkömmlichen Operation am offenen Herzen unterziehen können

[datensicherheit.de, 18.07.2025] Das King Faisal Specialist Hospital and Research Centre (KFSHRC) in Riad meldet, dass bei einem Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz erfolgreich die weltweit erste Implantation von zwei künstlichen Pumpen zur biventrikulären Unterstützung (BiVAD-HMIII) mit Hilfe von Robotertechnik durchgeführt wurde. Dieses zukunftsweisende Verfahren eröffnet demnach neue Horizonte in der Kreislaufunterstützung für Patienten mit komplexen Herzerkrankungen und stellt eine medizinische Errungenschaft dar – welche zur Genesung des Patienten innerhalb eines kurzen Zeitraums nach dem Eingriff geführt habe.

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Foto: KFSHRC

Ein minimalinvasiver chirurgischer Eingriff mittels Roboter bietet eine lebensrettende Option für Hochrisiko-Patienten

Kleine Schnitte mit ferngesteuerten, hochpräzisen Roboterarmen

Dieses Verfahren bringe große Fortschritte bei der Behandlung der beidseitigen Herzinsuffizienz, welche traditionell mittels einer vollständigen Sternotomie durchgeführt worden sei – einer mit höheren chirurgischen Risiken und einer längeren Erholungszeit verbundenen Methode.

„Das Herzchirurgie-Team am KFSHRC unter der Leitung von Prof. Feras Khaliel führte die Operation jedoch erfolgreich durch kleine Schnitte mit ferngesteuerten, hochpräzisen Roboterarmen durch.“ Dies habe den Blutverlust reduziert, das Infektionsrisiko gesenkt und zu einer schnelleren Genesung des Patienten geführt.

Robotergestützte Implantation künstlicher Pumpen als einzige Lösung

„Der 61-jährige Patient wurde nach über zwei Monaten Bettlägerigkeit mit einer Herzinsuffizienz im Endstadium eingeliefert, die nicht auf eine medikamentöse Therapie ansprach, und litt zudem an mehreren chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Schlaganfall und Nierenschwäche.“

Nach einer umfassenden klinischen Untersuchung sei dieser Patient als „nicht geeignet für eine Herztransplantation“ eingestuft und die robotergestützte Implantation der künstlichen Pumpen als lebenswichtige und einzigartige Lösung für seinen gesundheitlichen Zustand erachtet worden.

Ergebnisse dieses Eingriffs mit Hilfe von Robotern sollen Fachöffentlichkeit vermittelt werden

Dieser Meilenstein zeuge von der umfassenden Kompetenz der verschiedenen KFSHRC-Abteilungen, darunter Herzchirurgie, Kardiologie, Anästhesie, Intensivmedizin, Biomedizintechnik und erweiterte Lebenserhaltung. „Der Eingriff wurde minutiös geplant und profitierte von 3D-Bildgebungstechnologien, chirurgischer Navigation in Echtzeit und innovativen Lösungen zur sicheren Befestigung der mechanischen Hilfsgeräte.“

Das KFSHRC beabsichtigt nun, die Ergebnisse dieses Eingriffs in medizinischen Fachzeitschriften mit „Peer-Review“ zu veröffentlichen und sie auf weltweiten Kardiologiekonferenzen zu präsentieren. Dadurch sollen der Wissensaustausch gefördert und innovative Partnerschaften mit führenden internationalen Zentren auf dem Gebiet der robotergestützten Versorgung und der fortschrittlichen Behandlung von Herzinsuffizienz aufgebaut werden.

KFSHRC-Erfolgsgeschichte auf dem Gebiet der Roboterchirurgie

„Diese Errungenschaft reiht sich in die Erfolgsgeschichte des KFSHRC im Bereich der Roboterchirurgie ein, die unter anderem die weltweit erste vollständig robotergestützte Herztransplantation und die weltweit erste roboterunterstützte Implantation einer künstlichen Herzpumpe umfasst.“

Mit diesen Meilensteinen unterstreiche das KFSHRC seine Vorreiterrolle bei der Einführung modernster Herztechnologien und der Behandlung kritischer Erkrankungen mit höchsten Präzisions- und Sicherheitsstandards und festige damit sowohl in der Region als auch weltweit seine Position als führendes akademisches medizinisches Zentrum.

KFSHRC eines der 250 besten Krankenhäuser der Welt

Hervorzuheben sei, dass das KFSHRC im zweiten Jahr in Folge den ersten Platz im Nahen Osten sowie in Afrika und den 20. Platz weltweit in der Liste der 250 besten akademischen medizinischen Zentren der Welt belegt hat und laut dem „Brand Finance-Ranking 2024“ als wertvollste Marke im Gesundheitswesen des Königreichs und des Nahen Ostens anerkannt wurde.

Außerdem sei es im selben Jahr als eines der 250 besten Krankenhäuser der Welt aufgeführt und vom „Newsweek Magazine“ in die Liste der „World’s Best Smart Hospitals“ für 2025 aufgenommen worden.

Weitere Informationen zum Thema:

King Faisal Specialist Hospital & Research Centre
KFSH&RC is a leading healthcare, research, and education institution recognized throughout Saudi Arabia and the Middle East. Established in 1975, the hospital is committed to providing world-class medical care and continuously advancing healthcare standards within the Kingdom. / About Us

BDC Berufsverband der Deutschen Chirurgie e.V., J. F. Gummert & R. Schramm, 01.11.2021
Herzchirurgie / Herztransplantation und mechanische Kreislaufunterstützung – der aktuelle Stand

WIKIPEDIA
Sternotomie

ResearchGate
Feras H Khaliel / MD, Ph.D.Chief Cardiac Surgery at King Faisal Specialist Hospital and Research Centre

Brand Finance, Januar 2024
Global Top 250 Hospitals 2024

Newsweek, Alexis Kayser, 26.02.2025
World’s Best Hospitals 2025

datensicherheit.de, 25.03.2025
China will 1 Billion Yuan in die Robotik- und Hightech-Industrie investieren / Chinas Volkskongress kündigt Risiko-Kapitalfonds an

datensicherheit.de, 21.02.2025
Aktionsplan Robotik für Europa: VDMA-Aufforderung an die Politik zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit / VDMA Robotik +Automation, die größte Netzwerkorganisation der Robotik-Industrie in Europa, ruft zum Handeln auf

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https://www.datensicherheit.de/riad-roboter-bivad-implantation-kfshrc/feed 0
Mobile KI-Roboter: Laut KIT noch Herausforderungen zu bewältigen https://www.datensicherheit.de/mobile-ki-roboter-laut-kit-noch-herausforderungen-offen https://www.datensicherheit.de/mobile-ki-roboter-laut-kit-noch-herausforderungen-offen#respond Mon, 10 Jun 2019 17:04:27 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=32894 Bericht über Einsatz Lernender Systeme in lebensfeindlichen Umgebungen erschienen

[datensicherheit.de, 10.06.2019] Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) können sich mobile Roboter in unbekannten Situationen zurechtfinden und so Menschen künftig bei Tätigkeiten in gefährlichen Umgebungen wirksam unterstützen – ob bei Rettungseinsätzen, Löscharbeiten oder Inspektionen in der Tiefsee. Die Potenziale sowie den konkreten Nutzen von KI in diesem Einsatzfeld soll ein aktueller Bericht der „Plattform Lernende Systeme“ anhand von zwei Anwendungsszenarien aufzeigen. Dieser wurde am 6. Juni 2019 vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vorgestellt. Die Autoren benennen laut KIT zudem technische und gesellschaftliche Herausforderungen sowie Voraussetzungen, die für einen verlässlichen und wirtschaftlichen Einsatz von KI in lebensfeindlichen Umgebungen zu schaffen sind.

Autonomes Lernen in unbekannten Umgebungen bleibt Herausforderung

Mobile selbstlernende Roboter könnten Menschen in Zukunft von gefährlichen oder gesundheitsschädigenden Tätigkeiten entlasten. Zugleich machten sie Einsätze in schwer zugänglichem Gelände wirtschaftlicher oder überhaupt erst möglich.
Für den Einsatz derartiger Lernender Systeme in lebensfeindlichen Umgebungen seien jedoch aus technischer Sicht noch einige Herausforderungen zu bewältigen. Dazu zählt laut KIT das sogenannte autonome Lernen in unbekannten Umgebungen. Zudem gelte es, die Zusammenarbeit der selbstständigen Roboter mit dem Menschen zu gestalten.

Autonome Systemen für den Krisenfall: IT-Sicherheit enorm wichtig

„Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist mit enormen Chancen für unsere Gesellschaft verbunden. Gerade im Katastrophenschutz, beim Rückbau von Atomkraftwerken oder in maritimen Bereichen sind die Möglichkeiten groß, Fachkräfte mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz wirksam zu unterstützen. Deshalb hat die ,Plattform Lernende Systeme‘ eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe eingesetzt, die erörtert, wie Lernende Systeme für lebensfeindliche Umgebungen zum Wohle der Menschen entwickelt und eingesetzt werden können“, so Professor Holger Hanselka, KIT-Präsident und Mitglied des Lenkungskreises der „Plattform Lernende Systeme“.
„Gerade bei autonomen Systemen, die wir im Krisenfall einsetzen, wird die IT-Sicherheit enorm wichtig sein. Daher setzt das KIT in seiner Forschung darauf, nicht nur die Außengrenzen eines komplexen IT-Systems zu schützen, sondern auch jedes einzelne Teil, und bringt insbesondere auch seine Expertise in der IT-Sicherheit in die Plattform Lernende Systeme ein.“

2 Anwendungsszenarien: KI im Katastrophenschutz sowie bei Erkundungs- bzw. Wartungsmissionen

Die Arbeitsgruppe „Lebensfeindliche Umgebungen“ zeigt demnach in ihrem Bericht anhand von zwei Anwendungsszenarien auf, wie KI in rund fünf Jahren im Katastrophenschutz sowie bei Erkundungs- und Wartungsmissionen unterstützen kann.
Das Anwendungsszenario „Schnelle Hilfe beim Rettungseinsatz“ illustriere, wie KI-gestützte robotische Systeme die Feuerwehr am Boden und aus der Luft beim Brand einer Chemiefabrik unterstützen könnten. Mit Hilfe von Multi-Sensorik seien die Systeme in der Lage, schnell ein detailliertes Lagebild zu erstellen, eine Kommunikations- und Logistikinfrastruktur für Rettungsarbeiten aufzustellen, Verletzte zu suchen sowie Gefahrenquellen zu identifizieren und einzudämmen.
Im Anwendungsszenario „Unter Wasser autonom unterwegs“ warteten robotische Unterwassersysteme die Fundamente einer Offshore-Windkraftanlage. Sie navigierten selbständig in der Tiefsee, übernähmen die vorgesehenen Planungsschritte und forderten bei Bedarf Unterstützung durch Taucher oder ferngesteuerte Systeme an.

Anforderungen an Lernende Systeme in lebensfeindlichen Umgebungen besonders hoch

„Die Anforderungen an Lernende Systeme sind in lebensfeindlichen Umgebungen besonders hoch: Sie müssen intelligent und zugleich robust sein gegen Extrembedingungen und sich unter unvorhersehbaren Bedingungen selbständig zurechtfinden“, erläutert Jürgen Beyerer, Leiter der Arbeitsgruppe „Lebensfeindliche Umgebungen“ der „Plattform Lernende Systeme“ sowie Leiter des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) und Professor für Interaktive Echtzeitsysteme am KIT.
„Bis es soweit ist, können KI-basierte Systeme durch Einsatzkräfte ferngesteuert betrieben werden und die gesammelten Daten in die Entwicklung intelligenter Funktionen einfließen. Nach und nach erreichen die Systeme einen immer höheren Autonomiegrad und können sich schließlich durch maschinelles Lernen selbst weiter verbessern“, so Professor Beyerer.

Deutschland bei Entwicklung dieser KI-Systeme gut aufgestellt

Noch seien Lernende Systeme für den Einsatz in lebensfeindlichen Umgebungen ein Nischenmarkt. Deutschland sei bei der Entwicklung dieser KI-Systeme gut aufgestellt. Die Arbeitsgruppe „Lebensfeindliche Umgebungen“ unter der gemeinsamen Leitung von Professor Beyerer und Frank Kirchner (Robotics Innovation Center, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und Universität Bremen) benenne in ihrem Bericht konkrete Gestaltungsoptionen, um die Chancen von Lernenden Systemen in lebensfeindlichen Umgebungen zu nutzen und mit den selbstlernenden Robotern weltweite Märkte zu bedienen:
Diese reichten vom Aufbau geeigneter Infrastrukturen wie zum Beispiel umfassende Datenpools und Referenzplattformen über die Förderung von Innovationen etwa durch Wettbewerbe oder Technologiedemonstratoren bis hin zum Schaffen von Standards für Wirtschaft und Forschung sowie die Flexibilisierung des Beschaffungsmarktes.

KIT-Anwendungsszenario „Unter Wasser autonom unterwegs“

Abbildung: KIT

KIT-Anwendungsszenario: „Unter Wasser autonom unterwegs“

Weitere Informationen zum Thema:

Lernende Systeme
KI-Anwendungszenario / SCHNELLE HILFE BEIM RETTUNGSEINSATZ

datensicherheit.de, 21.05.2019
Kryptowährungen und künstliche Intelligenz: Zweite Ausgabe des Deutsch-Französischen IT-Sicherheitslagebilds

datensicherheit.de, 26.09.2018
eco: Künstliche Intelligenz „Made in Germany“ braucht Leitlinien

datensicherheit.de, 24.09.2018
Umfrage: KI schafft über 11 Prozent Wachstum in der Industrie bis 2030

datensicherheit.de, 18.09.2018
Künstliche Intelligenz zur Erhöhung der Sicherheit im Netzwerk

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