ROI – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Fri, 24 Oct 2025 17:59:59 +0000 de hourly 1 Digitalisierung in Wochen statt Jahren: Geschwindigkeit neuer Maßstab für digitalen Erfolg https://www.datensicherheit.de/digitalisierung-wochen-geschwindigkeit-massstab-erfolg https://www.datensicherheit.de/digitalisierung-wochen-geschwindigkeit-massstab-erfolg#respond Sat, 25 Oct 2025 22:59:40 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50687 Heute zeichnet sich ein grundlegender Wandel ab: Exzellenz im Kontext der Digitalisierung wird nicht mehr an der Tiefe der Integration, sondern an der Geschwindigkeit der Wirkung gemessen

[datensicherheit.de, 26.10.2025] „Über Jahre war Digitalisierung vor allem eines: komplex!“, so Simon Hayward, „General Manager“ und „VP of Sales, International“ bei Freshworks, im Rückblick. Ob im Mittelstand, in der Verwaltung oder im Konzernumfeld – der Anspruch, Prozesse digital zu transformieren, habe häufig zu überdimensionierten Projekten mit unklarem „Return on Investment“ (ROI) geführt. „Heute jedoch zeichnet sich ein grundlegender Wandel ab: Digitale Exzellenz wird nicht mehr an der Tiefe der Integration, sondern an der Geschwindigkeit der Wirkung gemessen.“ CIOs und IT-Entscheider sähen sich zunehmend mit der Erwartung konfrontiert, sichtbare Ergebnisse in wenigen Wochen – statt Jahren – zu liefern. „Was früher als unrealistisch galt, wird durch eine neue Generation an Software-Ansätzen möglich, die Einfachheit, Nutzerzentrierung und Iterationsfähigkeit in den Mittelpunkt stellen.“

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Foto: Freshworks

Simon Hayward rät Prozesse nicht länger auf Software, sondern Software auf Prozesse auszurichten

Einfachheit als strategischer Erfolgsfaktor der Digitalisierung

In der Unternehmenspraxis zeige sich ein klarer Trend: „Während Anbieter wie Salesforce oder ServiceNow mit hochkomplexen Enterprise-Stacks arbeiten, die tiefgreifende Integrations- und Schulungsphasen erfordern, verschiebt sich der Fokus vieler Organisationen hin zu modularen, schnell adaptierbaren Plattformen.“

  • Diese Systeme verzichteten bewusst auf „Overengineering“ und setzten auf intuitive Bedienung, offene Schnittstellen und eine klare Implementierungslogik. „Statt monatelanger Anpassungen entstehen produktive Umgebungen binnen 30 bis 45 Tagen – ein Zeitraum, der es IT-Teams erlaubt, unmittelbar Mehrwert zu erzeugen“, berichtet Hayward.

Das Prinzip dahinter: „Komplexität abbauen, Wirkung erhöhen!“ Unternehmen berichten demnach von Produktivitätssteigerungen um bis zu 45 Prozent, „wenn sie Prozesse nicht länger auf Software, sondern Software auf Prozesse ausrichten“.

Tempo der Digitalisierung als Vertrauenswährung

In der digitalen Ökonomie sei Vertrauen keine emotionale, sondern eine operative Kategorie. „Projekte, die Ergebnisse in kurzer Zeit liefern, stärken die Akzeptanz bei den Mitarbeitenden und Stakeholdern gleichermaßen.“ Sie reduzierten Unsicherheiten und machten Digitalisierung erlebbar statt erklärbar.

  • Hayward betont: „Dieser Ansatz verändert die Art, wie IT bewertet wird. Statt in Visionen oder Meilensteinen zu denken, wird der ROI zur Leitgröße jeder Entscheidung.“ Geschwindigkeit bedeute in diesem Zusammenhang: Strategie mit messbarer Wirkung.

„Organisationen, die sich für diesen Weg entscheiden, schaffen sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: Sie lernen schneller, skalieren sicherer und reagieren agiler auf Markt- und Nutzerverhalten.“

Prozess kein Selbstzweck – Digitalisierung muss den Menschen ins Zentrum rücken

Ein weiterer Erfolgsfaktor liege in der konsequenten Nutzerorientierung. Während traditionelle Enterprise-Systeme oft prozesszentriert und technisch dominiert seien, setzten moderne Plattformen auf eine menschzentrierte Gestaltung. „Das bedeutet: Intuitive Interfaces, reduzierte Komplexität und die Fähigkeit, die Produktivität der Teams ohne lange Einarbeitung zu steigern.“

  • Gerade für den deutschen Mittelstand und den Öffentlichen Sektor sei dies ein entscheidender Hebel. Dort seien Ressourcen oftmals knapp und IT-Kompetenzen nicht immer breit verteilt – aber der Digitalisierungsdruck wachse. „Systeme, die ,by design’ verständlich und ,out of the box’ wirksam sind, schaffen den Sprung von der Strategie in die Praxis.“

Der Anspruch an moderne Digitalisierung habe sich fundamental gewandelt. Haywards Fazit: „Nicht die Größe des Projekts entscheidet über den Erfolg, sondern seine Fähigkeit, Wirkung in kürzester Zeit zu entfalten. Unternehmen, die heute in Geschwindigkeit, Einfachheit und messbaren ,Impact’ investieren, gestalten die Zukunft der digitalen Wirtschaft.“ Denn Tempo sei längst kein Risiko mehr – es sei der entscheidende ROI-Faktor des Digitalen Zeitalters.

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DIGITAL BUSINESS EXPERTENMAGAZIN FÜR DIGITALE TRANSFORMATION, 12.08.2025
Management Freshworks ernennt Simon Hayward zum neuen VP of Sales

datensicherheit.de, 22.10.2025
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datensicherheit.de, 20.09.2023
Digitalisierung und Vernetzung: IT-Security als Wegbereiter / Offenkundig ein Paradigmenwechsel laut einer unter leitenden Angestellten aus den Bereichen IT und IT Security durchgeführten Befragung

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Deutsche Wirtschaft sollte KI als Chance begreifen https://www.datensicherheit.de/deutsche-wirtschaft-ki-chance https://www.datensicherheit.de/deutsche-wirtschaft-ki-chance#respond Mon, 17 Mar 2025 16:33:05 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=46606 United Interim Wirtschaftsreport 2025: Künstliche Intelligenz als Schlüssel zu mehr Wachstum

[datensicherheit.de, 17.03.2025] Künstliche Intelligenz (KI) wird als Game Changer für alle Bereiche der Wirtschaft gesehen, deren massive Auswirkungen häufig noch unterschätzt wird. Zu diesem Schluss gelangt der „Wirtschafts­­report 2025“ der Management-Community United Interim. Bei den Autoren des Berichts handelt es sich um zehn erfahrene Interim Manager, die selbst schon bei zahlreichen KI-Einführungsprojekten mitgewirkt haben: Dr. Bodo Antonić, Ulvi Aydin, Ulf Camehn, Ruben Faust, Christian Florschütz, Eckhart Hilgenstock, Jane Enny van Lam­balgen, Klaus-Peter Stöppler, Roland Streibich und Karlheinz Zuerl.

Als Führungskräfte auf Zeit werden die Management-Experten für mehrere Monate in Unternehmen geholt, um Projekte durchzuführen. Sie verfügen daher über deutlich mehr Erfahrung als angestellte Manager, die in der Regel nur einige wenige Jobwechsel im Laufe ihrer Karriere durchleben. Für den Report wurden 550 Interim Manager befragt. Die zehn Autoren haben die Umfrage konzipiert und die Ergebnisse analysiert. „Es gibt wohl keinen Überblick über den KI-Einsatz in der deutschen Wirtschaft mit mehr Praxisnähe“, ist Studienleiter Dr. Harald Schönfeld, Geschäftsführer von United Interim, überzeugt.

KI als Chance für die Wirtschaf

KI als Chance für die Wirtschaft, Bild: UNITEDINTERIM® GmbH

Kurzfristiger Return on Invest für KI-Projekte

Im Report und vor allem in den Köpfen der Top 10 Interim Manager stecken eine Vielzahl von praxisnahen Tipps zur KI-Einführung. So sagt beispielsweise Eckhart Hilgenstock: „Man sollte ein KI-Projekt nur dann starten, wenn es einen Break-Even innerhalb von anderthalb Jahren verspricht.“ Das sehen auch 28 Prozent der im Rahmen der Studie befragten Kollegen so. 51 Prozent räumen immerhin eine maximale Frist von drei Jahren ein. „Die langfristige Perspektive, die bei den meisten IT-Projekten angesagt ist, lohnt sich bei KI aufgrund der raschen Entwicklung derzeit jedenfalls nicht“, erklärt Ulvi Aydin.

„Das stellt keine Empfehlung für einen Blindflug dar“, stellt Jane Enny van Lambalgen klar. So raten 88 Prozent der befragten Interim Manager zu einer frühzeitigen Zielfestlegung bei der KI-Einführung im Unternehmen. Für 80 Prozent (Mehrfachnennungen waren erwünscht) steht die Definition der Anwendungsfälle im Vordergrund – und diese sollten sich kurzfristig lohnen. 79 Prozent empfehlen den Start mit einem Pilotprojekt, das anhand der Ergebnisse optimiert werden sollte (78 Prozent), bevor es in der Organisation größer ausgerollt wird (55 Prozent). In diesem Zuge sollte ein KI-Team im Unternehmen aufgebaut werden, raten 63 Prozent der Führungskräfte auf Zeit.

„Viele Belastungsfaktoren für die Wirtschaft wie die hohen Energiekosten oder die ausufernde Büro­kratie werden auch unter einer neuen Bundesregierung nicht über Nacht verschwinden“, sagt Dr. Bodo Antonić, „aber die Hebelwirkung von KI ist derart groß, dass sie die negativen Einflüsse zumindest teilweise kompensieren kann.“

KI wird viele Branchen durcheinanderwirbeln

Künstliche Intelligenz wird künftig so selbstverständlich werden wie heute Computer und das Internet, sind 94 Prozent der 550 befragten Interim Manager überzeugt. Dadurch wird die Wirtschaft einen kräftigen Produktivitätsschub erhalten, meinen 90 Prozent der Befragten. Über drei Viertel (76 Prozent) gehen fest vom Entstehen völlig neuer Geschäftsmodelle aus.

„Wir stehen vor einer neuen Welle von Firmengründungen durch innovative Unternehmer, die die KI-Chancen erkennen und so manch eine tradierte Branche durcheinander wirbeln werden“, prognostiziert Ruben Faust. „Das schafft viel Marktdynamik, wird aber den einen oder anderen traditionellen Betrieb, der das KI-Potenzial nicht rechtzeitig erkennt oder nicht umzusetzen vermag, aus der Bahn werfen“, befürchtet Karlheinz Zuerl.

Als typisches Beispiel wird im „Wirtschaftsreport 2025“ von United Interim die Bau- und Immobilien­branche genannt, die mit über 2,5 Millionen Beschäftigen einen der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren Deutschlands darstellt. Dort gilt neben den hohen Rohstoff- und Energiepreisen, dem Fachkräfte­mangel und dem wirtschaftlich schwachen Umfeld die mangelnde Digitalisierung als ein Haupt­hemmnis, sagen 57 Prozent der 550 befragten Interim Manager. Roland Streibich mahnt an: „In der Bau- und Immobilienwirtschaft ließe sich die Produktivität allein durch die Digitalisierung aller Planungs­schritte massiv steigern. Künstliche Intelligenz könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen.“ Klaus-Peter Stöppler, der als Beirat für Baufragen viele Unternehmen begleitet, ergänzt: „Die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsprozessen durch KI könnte die Wohnungsnot in Deutschland binnen weniger Jahre beheben. Dazu müssten sich neben der Wirtschaft allerdings auch der Staat, sprich die Bauämter, entsprechend umstellen.“

Roland Streibich weist auch auf die Grenzen von KI hin: „KI kann uns sehr viele nützliche Informationen liefern und uns vieles abnehmen, aber wenn es um kreatives Denken, schnelle Wissensverknüpfungen, das vernetzte Denken und Erkennen von Mustern sowie um spontane Ideen geht, bleibt unser menschliches Gehirn unschlagbar.“

Segen für den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft

„Künstliche Intelligenz führt zur Massenarbeitslosigkeit“ lautet ein gängiges Vorurteil, das indes nicht einmal ein Zehntel (8 Prozent) der Interim Manager aufgrund ihrer Praxiserfahrungen in den Betrieben unterschreibt. 60 Prozent gehen davon aus, dass der durch den KI-Boom ausgelöste wirtschaftliche Aufschwung mehr Arbeitsplätze schafft bzw. erhält als durch KI vernichtet werden.

„Der große KI-Kahlschlag wird ausbleiben, aber dennoch werden natürlich viele Arbeitsplätze, insbesondere solche, die durch repetitive Tätigkeiten charakterisiert sind, entfallen“, stellt Jane Enny van Lambalgen klar. Vor allem die sogenannte Sach­bearbeitungsebene wird personell ausgedünnt werden, sind 77 Prozent der Fachleute überzeugt. Aber weit weniger als ein Drittel davon (27 Prozent) geht von Massenentlassungen auf dieser Ebene aus. Im mittleren Management erwartet gut die Hälfte (52 Prozent) der Führungskräfte auf Zeit den Abbau von Hierarchien durch KI, aber lediglich 13 Prozent gehen von schmerzhaften Einschnitten aus. „Der beste Weg, den eigenen Arbeitsplatz zu sichern, besteht darin, sich selbst zum KI-Experten zu entwickeln, statt sich dagegen zu stemmen“, rät Ulvi Aydin.

„Der demografische Faktor verhindert ein Desaster am Arbeitsmarkt durch den großflächigen KI-Einsatz“, analysiert Klaus-Peter Stöppler. „Viele der Baby Boomer stehen kurz vor der Rente und werden dann einfach nicht mehr ersetzt“, ergänzt Roland Streibich. Gleichzeitig mildert Künstliche Intelligenz den Fachkräftemangel ab, haben 77 Prozent der Interim Manager bei Projekteinsätzen in der Wirtschaft festgestellt. Gut ein Drittel (34 Prozent) stuft KI-Anwendungen als Ersatz für nicht vorhandene Fachkräfte als „kritisch“ für die deutsche Wirtschaft ein. „Unternehmen, die KI nicht aktiv nutzen, riskieren den Verlust von Aufträgen. Sie verlieren darüber hinaus auch Geschäft, wenn sie mit digitalisierten Wettbewerbern nicht mehr mithalten können“, sagt Ulf Camehn.

„Im Großen und Ganzen ist der KI-Boom ein Segen für den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft“, sind sich die zehn Interim Manager einig. Sie begründen: „Ohne KI würde der demografische Faktor die deutsche Wirtschaft lahmlegen, weil schlichtweg nicht genügend qualifiziertes Personal verfügbar wäre.“

Wichtigste Einsatzgebiete für KI

In welchen Abteilungen und auf welchen Fachgebieten rechnet sich der KI-Einsatz für die Unternehmen am schnellsten und am meisten, wollte Studienleiter Dr. Harald Schönfeld von United Interim von den 550 befragten Interim Managern wissen. An erster Stelle steht dabei mit Abstand die Kunden­kommunikation (Customer Service) mit 66 Prozent Zustimmung. „Mit einem KI-gestützten Kunden­service lassen sich drei Vorteile auf einmal erzielen: Prozesse automatisieren, Effizienz steigern und ein außergewöhnliches Kundenerlebnis kreieren“, erklärt Christian Florschütz, der vor wenigen Wochen von der Dachorganisation Österreichisches Interimmanagement (DÖIM) als „Interim Manager des Jahres 2025“ ausgezeichnet wurde.

Auf dem zweiten Platz beim KI-Einsatz liegen Logistik und Supply Chain Management mit 58 Prozent (Mehr­fach­nennungen waren erwünscht). Den dritten Platz teilen sich Geschäftsprozessoptimierung sowie Einkauf und Beschaffung mit 53 Prozent. Auf dem vierten Rang befinden sich Vertrieb und Marketing (52 Prozent). „Im Vertrieb rechnet sich jedes KI-Projekt binnen eines halben Jahres“, weiß Eckhart Hilgenstock von seinen Projekten zu berichten. An fünfter Stelle stehen Forschung und Entwicklung sowie das Kostenmanagement (Controlling) mit 51 Prozent.

KI-Kampf gegen die „Firmokratie“

Auf dem sechsten Platz liegt die Produktion (43 Prozent); kurz dahinter kommen die Wettbewerbs­fähigkeit und der Abbau der firmeninternen Bürokratie (42 Prozent). „Die von der Gesetzgebung vorgegebene externe Bürokratie ist von den Unternehmen kaum zu beeinflussen, dafür aber die interne ‚Firmokratie‘ umso mehr – und dabei kann KI eine Schlüsselrolle spielen“, sagt Dr. Bodo Antonić. Die firmeninterne Bürokratie ist häufig ähnlich schlimm wie die externe, meinen mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Interim Manager aufgrund ihrer Praxiserfahrung in den Unternehmen. „Die Unter­nehmen wären gut beraten, sich stärker auf die Kundenseite zu konzentrieren und den internen Verwaltungsapparat zu verschlanken“, rät Christian Florschütz, und stellt klar: „KI hilft bei beiden Aspekten.“

Aufmarsch humanoider KI-Roboter

In der Produktion und Logistik erwarten die Interim Manager den Aufmarsch einer neuen Generation humanoider KI-Roboter. „Durch eine dem Menschen nachempfundene Gestalt sind sie flexibel einsetzbar und können dank Künstlicher Intelligenz autonom handeln“, beschreibt Karlheinz Zuerl, was auf die deutsche Industrie zukommt. Zuerl, von United Interim als „Interim Manager des Jahres 2024“ ausgezeichnet, ist hauptsächlich in Asien aktiv und kennt die „neue KI-Roboterwelt“ schon aus den dortigen Fertigungsstätten. In Fernost wächst nach seinen Beobachtungen der Anteil „menschenfreier Zonen“ in der Produktion rasant an. Der Hintergrund: Sobald die Roboter unter sich sind, können sie mit viel höherer Geschwindigkeit arbeiten als in gemischten Zonen, in denen Sicherheitsbelange der Belegschaft zu berücksichtigen sind.

Ulf Camehn zeigt die Entwicklung auf: „Wer heute noch glaubt, humanoide KI-Roboter seien Zukunftsmusik, unterschätzt die Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung. In wenigen Jahren werden sie zum festen Bestandteil nahezu aller Branchen gehören.“ Jane Enny van Lambalgen ergänzt: „Über Leasingmodelle wird diese neue Robotergeneration auch für mittelständische Unternehmen erschwinglich werden, so dass auch der Mittelstand von den enormen Produktivitäts- und Kostenvorteilen dieser Entwicklung profitieren kann“. Ruben Faust ist sicher: „Wir werden in den nächsten Jahren eine neue Welle von Industrie-Startups entstehen sehen, die sich die universelle Einsetzbarkeit der KI-Humanoiden zunutze machen.“

KI im Personalwesen

Beim Personalwesen (Human Ressources, HR) verorten 36 Prozent der Führungskräfte auf Zeit einen schnellen Return on Invest in KI. Weitere 49 Prozent halten die KI-Einführung im HR-Bereich auf jeden Fall für sinnvoll, selbst wenn sich der Erfolg nicht ganz so schnell einstellen sollte. „KI-gestützte HR-Prozesse sind längst datenschutzkonform umsetzbar. Die Herausforderung liegt nicht in der Technik, sondern häufig in der Bereitschaft der Unternehmen, sich mit den bestehenden Lösungen auseinander­zusetzen“, weiß Ulf Camehn aus der Betriebspraxis zu berichten. Auffallend: Im Topmanagement stößt der KI-Einsatz nur bei 14 Prozent der befragten Interim Manager auf Gegen­liebe. An der Firmenspitze sind menschliche Köpfe offenbar weiterhin gefragter als „denkende Computer“.

Deutschland kann aufholen

80 Prozent der Interim Manager sehen Deutschland im Rückstand beim KI-Einsatz; 38 Prozent sprechen von einem „sehr deutlichen Defizit“. Bei dem mit KI eng verbundenen Thema Robotik sieht hingegen nicht einmal ein Viertel (24 Prozent) Deutschland stark im Hintertreffen. Für 40 Prozent hinkt die Bundesrepublik bei Robotik allerdings „etwas hinterher“. Zum Vergleich: Die mangelnde Digitalisierung insgesamt stufen 78 Prozent der Führungskräfte auf Zeit als einen schweren Standortnachteil des Landes ein.

„Deutschland hat zwar Nachholbedarf bei KI und Robotik, aber noch sind diese Schlüsseltechnologien nicht verloren“, sagt Ruben Faust mit Verweis auf Studienergebnisse. 40 Prozent der Interim Manager sind nämlich fest davon überzeugt, dass Deutschland den KI-Rückstand bis zum Jahr 2030 aufholen kann. 53 Prozent vertreten dieselbe Ansicht in Bezug auf Robotik. Die Aufholjagd wird bis 2040 dauern, meint ein knappes Drittel (31 Prozent) in Bezug auf KI und gut ein Viertel (26 Prozent) bezüglich Robotik. „Die deutsche Wirtschaft hat alle Chancen auf einen kräftigen Aufschwung, wenn sie zügig in die KI-Umsetzung kommt“, sind sich die Autoren einig. „Ein erfahrener Interim Manager, der KI-Kompetenz ins Unternehmen bringt, ist häufig ein guter Anfang“, sagt Dr. Harald Schönfeld.

Weitere Informationen zum Thema:

UNITEDINTERIM
www.unitedinterim.com

datensicherheit.de, 16.03.2025
KI-Kompetenz als Pflicht: Bedeutung des EU-Gesetzes für Unternehmen

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