Sebastian Schmerl – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Mon, 03 Jun 2024 20:04:56 +0000 de hourly 1 BKA meldet erfolgreichen internationalen Schlag gegen Cyber-Kriminalität https://www.datensicherheit.de/bka-meldung-erfolg-international-schlag-cyber-kriminalitaet https://www.datensicherheit.de/bka-meldung-erfolg-international-schlag-cyber-kriminalitaet#respond Mon, 03 Jun 2024 20:04:56 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=44787 Laut BKA 100 cyber-kriminelle Server beschlagnahmt und 1.300 Domains außer Gefecht gesetzt

[datensicherheit.de, 03.06.2024] In seinem aktuellen Kommentar geht Dr. Sebastian Schmerl, „Vice President Security Services EMEA“ bei Arctic Wolf, auf einen demnach erfolgreichen gemeinsamen internationalen Schlag gegen Cyber-Kriminalität ein, bei dem das Bundeskriminalamt (BKA) 100 Server beschlagnahmt und 1.300 Domains außer Gefecht gesetzt haben soll. Er berichtet: „Dabei wurden zehn Haftbefehle ausgestellt und vier Personen festgenommen. Vermögenswerte in Höhe von 69 Millionen Euro und ,Krypto-Währungen’ im Wert von 70 Millionen Euro wurden eingefroren. Die Aktion, unterstützt von Europol und anderen Behörden, gilt als ,großer Schlag’ gegen Cyber-Kriminalität.“ Positiv bewertet er: „Wir sehen ganz klar, dass die Zusammenarbeit der internationalen Ermittlungsbehörden Früchte trägt, und dass, obwohl Cybercrime ein sehr anonymes und weltweit erfolgreiches Business ist.“

Cyber-Angriffe extrem spezialisiert und auf jeder Stufe mit spezialisierten Gruppen und Tools umgesetzt

Der internationale Einsatz habe sich hauptsächlich gegen kriminelle Gruppierungen mit „Dropper“-Schadsoftware gerichtet – also eigenständig ausführbare Computerprogramme, die zur Freisetzung eines Schadcodes bzw. einer Schadsoftware dienten und die zweite Angriffs-Phase nach Phishing darstellten. Es gebe verschiedene „Dropper“-Familien, von denen es wiederum unterschiedliche Ausprägungen bzw. Varianten gebe.

„Das zeigt, dass die Cyber-Angriffe extrem spezialisiert sind und jede ,Stage’ mit spezialisierten Gruppen und Tools umgesetzt wird.“ Die jeweiligen Angreifer-Gruppen stünden dabei regelrecht miteinander in Konkurrenz. „Und alle möchten das beste Angriffstool mit der höchsten Erfolgsquote und die beste Infrastruktur entwickeln, um viele zahlende ,Kunden’ zu gewinnen – sprich: Angreifer, die diese angebotenen Services nutzen.“

Ermittlungserfolge schädigten Reputation beteiligten Angreifer-Gruppen in cyber-kriminellen Kreisen

Dr. Schmerl führt weiter aus. „Der ,Downtake’ von 100 Servern und 1.300 Domains ist als ein entscheidender Erfolg zu werten. Das Problem ist jedoch, dass hauptsächlich Infrastruktur der Angreifer zerstört wurde. Die eigentlich Verantwortlichen dahinter wurden nicht ergriffen.“

Hinzu komme, dass der Wiederaufbau neuer Infrastrukturen recht schnell gehe. „Und das selbst dann, wenn ein Teil der kriminellen Beute der Bedrohungsakteure beschlagnahmt wurde.“ Es sei nicht davon auszugehen ist, dass bei dem aktuellen Schlag tatsächlich das gesamte Vermögen der Angreifer gefunden wurde. Dennoch schädigten Ermittlungserfolge wie diese die Reputation der beteiligten Angreifer-Gruppen in cyber-kriminellen Kreisen.

Weitere Informationen zum Thema:

Bundeskriminalamt, 30.05.2024
Operation „Endgame“: Bundeskriminalamt und internationalen Partnern gelingt bisher größter Schlag gegen weltweite Cybercrime / Zehn internationale Haftbefehle und vier vorläufige Festnahmen / Deutschland initiiert und koordiniert „Takedowns“ der gefährlichsten Schadsoftware-Familien

tagesschau, 30.05.2024
BKA meldet Erfolg „Bedeutender Schlag gegen die Cybercrime-Szene“

datensicherheit.de, 04.08.2022
Industrial Spy: Neue Gruppe auf dem Ransomware-Markt / Ransomware-Gruppe hat Aktivitäten als Marktplatz für Cyber-Kriminelle gestartet

datensicherheit.de, 09.12.2021
Check Point warnt: Trickbot erweckt Emotet zum Leben / 140.000 Emotet-Opfer in 149 Ländern in zehn Monaten

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Hacker-Angriffe mittels in Bildern des James-Webb-Teleskops verstecker Malware https://www.datensicherheit.de/hacker-angriffe-mittel-bilder-james-webb-teleskop-versteck-malware https://www.datensicherheit.de/hacker-angriffe-mittel-bilder-james-webb-teleskop-versteck-malware#respond Tue, 06 Sep 2022 14:48:40 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=42353 Threat-Analysten haben neue Hacker-Kampagne mit Malware GO#WEBBFUSCATOR entdeckt

[datensicherheit.de, 06.09.2022] Dr. Sebastian Schmerl, „Director Security Services EMEA“ bei Arctic Wolf, geht in seiner aktuellen Stellungnahme auf Erkenntnisse ein, wonach Hacker Malware in Bildern des James-Webb-Teleskops verstecken: Threat-Analysten haben demnach eine neue Malware-Kampagne mit dem Namen „GO#WEBBFUSCATOR“ entdeckt, welche sich auf Phishing-E-Mails, bösartige Dokumente und Weltraumbilder des James-Webb-Teleskops stützend Malware verbreitet.

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Foto: Arctic Wolf

Dr. Sebastian Schmerl: Für Unternehmen wichtiger denn je ist, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen und zu verstärken!

Hacker missbrauchen jegliche interessanten oder viralen Inhalte für ihre Zwecke

„Im Grunde ist es wenig überraschend, dass Bedrohungsakteure einen Weg gefunden haben, Malware mit Hilfe von Bildern des James-Webb-Teleskops zu installieren“, so Dr. Schmerl.

Dies zeige erneut, dass Cyber-Kriminelle jegliche interessanten oder viralen Inhalte für ihre Zwecke missbrauchten: „Immer mit dem Ziel ihre Schadsoftware an unvorbereitete und unvorsichtige Menschen zu verteilen.“

Beeindruckende Bilder des James-Webb-Teleskops perfektes Vehikel für Hacker, um Unvorsichtige in die Falle zu locken

Wie bei allen Cyber-Vorfällen sei weiter damit zu rechnen, dass Bedrohungsakteure aktuelle Nachrichten für ihre Zwecke nutzten oder als interessante Geschichten getarnte Phishing-Versuche unternähmen, um ihre Schadprogramme auszuliefern. „Die beeindruckenden Bilder des James-Webb-Teleskops sind dabei das perfekte Vehikel, um Unvorsichtige in die Falle zu locken.“

Vorfälle wie dieser verdeutlichten einmal mehr, „warum es für Unternehmen wichtiger denn je ist, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen und zu verstärken. Abschließend betont Dr. Schmerl: „Mit der richtigen Technologie und gut ausgebildeten Sicherheitsexperten, die rund um die Uhr böswillige Aktivitäten überwachen, können Risiken verringert und schwache sowie besonders gefährdete Teile der digitalen Infrastruktur identifiziert werden.“

Weitere Informationen zum Thema:

BLEEPINGCOMPUTER, Bill Toulas, 30.08.2022
Hackers hide malware in James Webb telescope images

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