Supercomputer – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Tue, 11 Nov 2025 11:39:22 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.6.16 Otus: Neuer Supercomputer am 10. November 2025 in Betrieb genommen https://www.datensicherheit.de/otus-neu-supercomputer-10-november-2025-inbetriebnahme https://www.datensicherheit.de/otus-neu-supercomputer-10-november-2025-inbetriebnahme#respond Thu, 13 Nov 2025 00:45:33 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50902 Ab sofort können Forscher aus ganz Deutschland mit „Otus“ anspruchsvolle Computersimulationen und Wissenschaft auf höchstem Niveau betreiben

[datensicherheit.de, 13.11.2025] Das neue IT-Herzstück der Universität Paderborn ist demnach der Supercomputer „Otus“ – ein Computer, welcher Hunderte wissenschaftliche Aufgaben gleichzeitig berechnen und somit zur Lösung zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen kann: „Otus“ wurde nun am 10. November 2025 im „Paderborn Center for Parallel Computing“ (PC2) in Betrieb genommen. Ab sofort könnten Forscher aus ganz Deutschland mit ihm anspruchsvolle Computersimulationen und Wissenschaft auf höchstem Niveau betreiben.

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Foto: Universität Paderborn / Thorsten Hennig

Supercomputer „Otus“ soll mit seiner Leistung und auch mit seiner Nachhaltigkeit überzeugen

Vielfältige Fragestellungen stehen für „Otus“ an

„,High Performance Computing’ hat eine enorme Relevanz für die drängenden Herausforderungen unserer Zeit“, betonte so Prof. Dr. Matthias Bauer, Präsident der Universität Paderborn, bei der Einweihungsfeier. Forscher können mithilfe von Superrechnern innerhalb kurzer Zeit riesige Datenbestände durchforsten und Muster erkennen.

  • Auch Experimente, welche extrem aufwändig, gefährlich oder schlicht unmöglich wären, ließen sich mit „Otus“ simulieren. Bauer führte aus: „So können wir auch Vorhersagen über mögliche zukünftige Entwicklungen treffen. Ich freue mich sehr, dass wir in Paderborn mit dem PC2 und mit ‚Otus‘ über eine hochmoderne Infrastruktur auf Weltklasseniveau in diesem Bereich verfügen!“

Die Fragestellungen, welche mit dem neuen Superrechner in Paderborn behandelt werden sollen, sind vielfältig. „In der Grundlagenforschung geht es beispielsweise darum, physikalische und chemische Prozesse auf atomarer Ebene zu verstehen – etwas, das allein durch Experimente oft gar nicht möglich ist. Andere Projekte haben einen direkten praktischen Nutzen, z.B. die Routenoptimierung von Containerschiffen zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs, die Verbesserung des Wirkungsgrads von Solarzellen oder die Entwicklung neuer, energieeffizienterer KI-Methoden“, erläuterte Prof. Dr. Christian Plessl, Computerwissenschaftler am Paderborner Institut für Informatik und Leiter des PC2.

„Otus“ und auch Vorgänger „Noctua 2“ stehen Wissenschaftlern aus ganz Deutschland zur Verfügung

Als Nationales Hochleistungsrechenzentrum (NHR) stelle das PC2 seinen Supercomputer „Otus“ – wie auch den Vorgänger „Noctua 2“ – Wissenschaftlern aus ganz Deutschland zur Verfügung. Der Zugang erfolge über ein Antragsverfahren, bei dem unabhängige Fachgutachter die wissenschaftliche Qualität und Angemessenheit des beantragten Rechenzeitbedarfs bewerteten.

  • Die Nutzer könnten ihre Aufgaben an ein intelligentes Warteschlangensystem übermitteln. Die Simulationen kämen dann automatisch zur Ausführung, sobald Rechenzeit auf dem Rechner verfügbar ist. Plessl: „So schaffen wir es, den Rechner rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr beschäftigt zu halten.“

Auch in puncto Nachhaltigkeit mache „Otus“ von sich reden: Durch eine indirekte freie Kühlung könne der Supercomputer beispielsweise ganzjährig energieeffizient betrieben und die Abwärme zur Gebäudeheizung auf dem Campus genutzt werden. Der Strom werde aus regenerativer Energieerzeugung gewonnen. Zudem habe es die Universität Paderborn bereits auf Platz 5 der sogenannten „Green 500“ geschafft, also ins Ranking der weltweit effizientesten Rechnersysteme.

Supercomputer „Otus“ gilt als performativ und sehr effizient

Das Dateisystem mit fünf Petabyte Speicherkapazität, 142.656 Prozessorkernen und 108 GPUs wurde von Lenovo in Zusammenarbeit mit der pro-com Datensysteme GmbH entwickelt. „Der Wert von Technologie entsteht erst dann, wenn sie anwendbar und nutzbar wird. Dann wird wie hier in Paderborn aus enormer Rechenleistung Erkenntnis gewonnen. Wir bei Lenovo wollen Technologien entwickeln, die innovativ und gleichzeitig für alle umsetzbar sind“, kommentierte Andreas Thomasch, Direktor und „Chief Technology Officer“ von Lenovo GAT.

  • Das Team der Uni Paderborn treibe sie dazu an, genau das zu tun. „Wir sind gespannt auf die Ergebnisse der Spitzenforschung, so Thomasch. „Der Supercomputer ‚Otus‘ ist nicht nur performativ, sondern auch sehr effizient. Wir freuen uns sehr, Bestandteil dieser Installation zu sein“, ergänzte Torsten Keuter von AMD.

Prof. Dr. Jörg Behler von der Ruhr-Universität Bochum referierte bei der Einweihungsfeier zum Thema „Moderne Computersimulationen in der Chemie: Maschinelles Lernen oder Quantenmechanik?“. Prof. Dr. Stefan Schumacher und Prof. Dr. Axel Ngonga, beide von der Universität Paderborn, sprachen außerdem über Quantenphotonik und Sprachmodelle.

Weitere Informationen zum Thema:

UNIVERSITÄT PADERBORN
Ge­schich­te der Hoch­schu­le

PC2
Paderborn Center for Parallel Computing (PC2)

PC2
Otus – Tech­ni­cal De­s­crip­ti­on

UNIVERSITÄT PADERBORN
High Per­for­mance Com­pu­ting: Super­rech­ner als In­no­va­ti­ons­mo­to­ren

UNIVERSITÄT PADERBORN
Prof. Dr. Christian Plessl

datensicherheit.de, 26.06.2025
Neuer Supercomputer: „Otus“ der Universität Paderborn auf Platz 5 der „Green 500“ / 142.656 Prozessorkerne, 108 GPUs, AMD-Prozessoren der aktuellen „Turin“-Generation und ein „IBM Spectrum Scale“-Dateisystem mit fünf Petabyte Speicherkapazität hat Supercomputer „Otus“ zu bieten

datensicherheit.de, 15.05.2020
Internationaler Cyberangriff auf Supercomputer / Vectra sieht im Missbrauch privilegierter Zugänge große Bedrohung der Cybersicherheit

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Neuer Supercomputer: „Otus“ der Universität Paderborn auf Platz 5 der „Green 500“ https://www.datensicherheit.de/neu-supercomputer-otus-universitaet-paderborn-platz-5-green-500 https://www.datensicherheit.de/neu-supercomputer-otus-universitaet-paderborn-platz-5-green-500#respond Wed, 25 Jun 2025 22:32:02 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=48591 142.656 Prozessorkerne, 108 GPUs, AMD-Prozessoren der aktuellen „Turin“-Generation und ein „IBM Spectrum Scale“-Dateisystem mit fünf Petabyte Speicherkapazität hat Supercomputer „Otus“ zu bieten

[datensicherheit.de, 26.06.2025] 142.656 Prozessorkerne, 108 GPUs, AMD-Prozessoren der aktuellen „Turin“-Generation und ein „IBM Spectrum Scale“-Dateisystem mit fünf Petabyte Speicherkapazität – diese herausragenden „inneren Werte“ hat demnach „Otus“, der neue Supercomputer der Universität Paderborn, zu bieten. Bereits vor seinem offiziellen Nutzungsstart im dritten Quartal 2025 breche er Rekorde: „Auf der ,ISC’ in Hamburg, der internationalen Messe für ,High Performance Computing’ (HPC), Künstliche Intelligenz, ,Data Analytics’ und Quantencomputing, schafft es das System auf Platz 5 der sogenannten Green 500 – der Liste der weltweit effizientesten Rechnersysteme.“

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Foto: Universität Paderborn, Stefan Rohde

„Otus“ – der neue Supercomputer der Universität Paderborn

„Otus“ soll aktuelle Infrastruktur des HPC-Rechenzentrums erweitern

Die „Green 500“ und „Top 500“-Ranglisten gälten in Wissenschafts- und IT-Fachkreisen als die Referenz schlechthin. Während es bei der „Top 500“ ausschließlich um Geschwindigkeit gehe, werde in der „Green 500“ die Geschwindigkeit ins Verhältnis zur elektrischen Leistungsaufnahme gesetzt. „Dadurch ergibt sich ein Maß für die Energieeffizienz.“

„Otus“, entwickelt von Lenovo in Zusammenarbeit mit der pro-com Datensysteme GmbH, soll die aktuelle Infrastruktur des HPC-Rechenzentrums erweitern und eine Vielzahl rechenintensiver Anwendungen ermöglichen – von atomistischen Simulationen bis zum Quantencomputing.

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Foto: Universität Paderborn

Prof. Dr. Christian Plessl: Dass wir mit der Platzierung nun so einen fulminanten Startschuss von „Otus“ feiern können, ist auch für uns besonders!

Mittels indirekter freier Kühlung kann „Otus“ ganzjährig energieeffizient betrieben werden

Das vom „Paderborn Center for Parallel Computing“ (PC2), einer interdisziplinären Forschungseinrichtung der Universität, betriebene Rechnersystem besitze in etwa die doppelte Rechenleistung des bisherigen „Noctua“-Systems. Prof. Dr. Christian Plessl, Computerwissenschaftler am Paderborner Institut für Informatik und Leiter des PC2, kommentiert: „Mit ,Otus’ entwickeln wir eine innovative und zukunftsweisende Infrastruktur, die es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglicht, komplexe Forschungsfragen in Disziplinen wie der Physik und der Chemie oder dem Maschinellen Lernen auf höchstem Niveau zu bearbeiten.“

Gleichzeitig setzten sie Maßstäbe in Sachen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. „Schon erste Tests haben die hohe Leistungsfähigkeit bestätigt“, so Plessl. Durch eine indirekte freie Kühlung könne dieser Supercomputer beispielsweise ganzjährig energieeffizient betrieben und die Abwärme mit ihren hohen Temperaturen zur Gebäudeheizung genutzt werden.

Unter den „Top 10“ der akademischen Rechenzentren in Deutschland

Das System sei auf bis zu 100 FPGA-Karten („Field Programmable Gate Arrays“) erweiterbar. Die innovativen Hardware-Komponenten böten ein ideales Experimentierfeld für die Computersystemforschung. „Damit stehen auch in Zukunft beste Voraussetzungen für herausragende Wissenschaft zur Verfügung“, betont Prof. Dr. Matthias Bauer, Präsident der Universität Paderborn.

Bauer führt weiter aus: ,High Performance Computing’ wird heutzutage für verschiedene Disziplinen wie die Quanten-, Klima- oder Materialforschung eingesetzt. Hier in Paderborn haben wir nicht nur eine lange Tradition und einschlägige Expertise im Bereich der rechnergestützten Wissenschaften, sondern bieten gleichzeitig hochmoderne Infrastruktur auf Weltklasseniveau.“

„Otus“ durchläuft letzte Abnahmetests und steht danach zur Verfügung

Davon profitierten nicht nur die Wissenschaftler der heimischen Hochschule, denn ein Großteil werde zudem im Rahmen des „Nationalen Hochleistungsrechnens“ (NHR) für Forscher aus dem gesamten Bundesgebiet bereitgestellt. Viele Forschungseinrichtungen hätten lokale Rechenzentren für den Eigenbedarf – zusätzlich gebe es die nationalen Hochleistungsrechenzentren im NHR-Verbund, zu denen auch das PC2 gehöre. Sie stellten ihre Superrechner für Nutzer von Hochschulen aus ganz Deutschland zur Verfügung. Bereits mit „Noctua 2“ habe die Universität zu den „Top 10“ der akademischen deutschen Rechenzentren gehört und damit zur Spitze des universitären „High Performance Computings“.

Die Beschaffung sei im Rahmen des NHR-Verbunds erfolgt und werde zu gleichen Teilen durch das Land Nordrhein-Westfalen und den Bund gefördert: „Die Kosten liegen bei rund 14 Millionen Euro.“ „Otus“ durchläufe in den kommenden Wochen die letzten Abnahmetests und stehe ab dann zur Verfügung. „Dass wir mit der Platzierung nun so einen fulminanten Startschuss von ,Otus’ feiern können, ist auch für uns besonders!“, betont Plessl abschließend.

Weitere Informationen zum Thema:

TOP 500 The List.
Green500

TOP 500 The List.
Otus (GPU only) – ThinkSystem SD665-N V3, AMD EPYC 9655 96C 2.6GHz, NVIDIA H100 SXM5 80GB, Infiniband NDR, Rocky Linux 9.4

UNIVERSITÄT PADERBORN
High Per­for­mance Com­pu­ting: Super­rech­ner als In­no­va­ti­ons­mo­to­ren

Paderborn Center for Parallel Computing
Paderborn Center for Parallel Computing (PC2)

NHR NATIONALES HOCHLEISTUNGSRECHNEN
Nationales Hochleistungsrechnen

datensicherheit.de, 16.05.2025
Quantencomputer werden die Welt verändern: Herausforderungen sowie Risiken kennen und Chancen nutzen / Rückblick auf das „FrühlingsForum 2025“ des VDI/VDE-AK Sicherheit und des ETV in Berlin mit Dr. Jan Goetz als Sprecher zum Thema „Quantencomputer – Was kommt nach KI? Wie Quantencomputer die Welt verändern können“

datensicherheit.de, 15.05.2020
Internationaler Cyberangriff auf Supercomputer / Vectra sieht im Missbrauch privilegierter Zugänge große Bedrohung der Cybersicherheit

datensicherheit.de, 10.10.2012
Neuer Supercomputer für Forschung der Heidelberger Astrophysiker / „Milky Way“‐Rechner ermöglicht aufwendige Computersimulationen zur Entwicklung der Milchstraße

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Internationaler Cyberangriff auf Supercomputer https://www.datensicherheit.de/internationaler-cyberangriff-supercomputer https://www.datensicherheit.de/internationaler-cyberangriff-supercomputer#respond Fri, 15 May 2020 20:53:08 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=36326 Vectra sieht im Missbrauch privilegierter Zugänge große Bedrohung der Cybersicherheit

[datensicherheit.de, 15.05.2020] Wie mehrere Medien einstimmig berichten wurden in den vergangenen Wochen in verschiedenen europäischen Ländern mehrere Supercomputer angegriffen und musste daraufhin teilweise deaktiviert werden . Die Angreifer konnten demnach vermutlich lange unentdeckt bleiben, da Sie privilegierte Konten kapern konnten.

Vectra, Anbieter von Cybersicherheit auf Basis künstlicher Intelligenz, beobachtet schon seit längerer Zeit, wie Cyberkriminelle dieses Vorgehen nutzen um Systeme zu übernehmen und Daten auszuspionieren.

Andreas Müller

Andreas Müller, Director DACH bei Vectra AI, Foto: Vectra

Andreas Müller, Director DACH bei Vectra AI, kommentiert die jüngsten Vorkommnisse:

„Die Angriffe sind nicht überraschend. Nationalstaatlich initiierte Cyberangriffe nehmen mögliche Standorte der COVID-19-Forschung ins Visier. Ziel ist es, durch den frühen Zugang zu neuem Wissen politische und wirtschaftliche Vorteile zu erlangen. Fernzugriff und der Missbrauch von Privilegien wie SSH, wie in diesem Fall, werden fast immer ein wichtiger Faktor bei jedem Infrastrukturangriff sein.

Bei fast allen Benutzerzugängen handelt es sich um Fernzugänge für übergeordnete Rechenressourcen und die Interkonnektivität gemeinsamer akademischer Netzwerke. Daher wird die verlorene Rechenzeit erheblich sein und sich wahrscheinlich auf alle Forschungsprojekte auswirken, die analysiert werden. Das Verhalten des Angreifers wäre schwer zu erkennen gewesen, wenn legitime SSH-Sitzungen gestohlen und anderweitig verwendet worden wären.

Der Missbrauch eines privilegiertes Zugangs dieser Art von einem ungewöhnlichen Host aus war das am häufigsten beobachtete Verhalten Cyberkrimineller, das wir bei der jüngsten Analyse in unserem Spotlight-Report über den Missbrauch privilegierter Accounts entdecken konnten.“

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 15.05.2020
Angriff auf SSH zur Infiltrierung von Supercomputern passt ins Schema

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Angriff auf SSH zur Infiltrierung von Supercomputern passt ins Schema https://www.datensicherheit.de/angriff-ssh-infiltrierung-supercomputer-universitaeten https://www.datensicherheit.de/angriff-ssh-infiltrierung-supercomputer-universitaeten#respond Fri, 15 May 2020 17:40:53 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=36316 Verschiedene europäischen Universitäten betroffen

[datensicherheit.de, 15.05.2020] Nach Meldungen verschiedener Medien wurden beginnend im Januar bis heute zahlreiche Supercomputer in europäischen Universitäten über Cyberangriffe infiltriert (Der Spiegel berichtet von 9). Nicht wenige wie Golem berichten, dass die Angreifer externe SSH-Zugänge gekapert haben, um sich Zugriff zu verschaffen. Was sie dort mit der Rechenkapazität tun und anstellen wollen, ist bislang noch unklar. Bislang wurden anscheinende nur Zugangsdaten abgefangen. Interessant ist aber, dass diese spektakuläre Angriffskampagne nur die jüngste in einer ganzen Reihe ist, die SSH als Angriffsvektor nutzen. Hierzu eine kurze Liste der jüngsten Malware, die sich SSH bedient, darunter Crimeware, Kryptominer, ein Wurm und Rootkits:

  • TrickBot: Ursprünglich ein Banking-Trojaner, der 2016 erstmals auftauchte, wurde TrickBot zu einer flexiblen, universellen, modulbasierten Crimeware-Lösung, die sich im Laufe der Jahre auf Unternehmensumgebungen verlagert hat. TrickBot wird Cyberkriminellen als Dienst für verschiedene Zwecke angeboten, und seine Module sind auf die Bedürfnisse einer bestimmten kriminellen Aktivität ausgerichtet. Es umfasst viele Funktionen, von der Erstellung von Netzwerkprofilen, der Sammlung von Massendaten und der Einbindung von seitlich durchlaufenden Exploits. Im letzten Jahr hat TrickBot die Möglichkeit hinzugefügt, Berechtigungsnachweise sowohl für PuTTY (SSH-Client für Microsoft) als auch für OpenSSH zu erfassen. Zusätzlich zu den Berechtigungsnachweisen ist die Malware so konzipiert, dass sie nach Informationen über den Hostnamen und den Benutzernamen sucht, um sich seitlich (lateral) zu bewegen.
  • KryptoSink: Diese Kryptomining-Kampagne nutzt eine fünf Jahre alte Schwachstelle (CVE-2014-3120) in Elasticsearch-Systemen auf Windows- und Linux-Plattformen aus, um die XMR-Kryptowährung abzubauen. CryptoSink erzeugt eine Hintertür zum Zielserver, indem der öffentliche Schlüssel des Angreifers der autorisierten Schlüsseldatei auf dem Rechner des Opfers hinzugefügt wird.
    Linux-Wurm: Dieser Wurm zielt auf anfällige Exim-Mail-Server auf Unix-Link-Systemen, um Monero-Kryptowährungs-Miner zu liefern. Der Wurm erstellt eine Hintertür zum Server, indem er seinen eigenen öffentlichen SSH-Schlüssel hinzufügt und den SSH-Server aktiviert, falls dieser deaktiviert ist.
  • Skidmap: Hierbei handelt es sich um ein Kernel-Modus-Rootkit, das durch Hinzufügen des öffentlichen SSH-Schlüssels des Angreifers zu der autorisierten Schlüsseldatei Zugriff auf eine Hintertür zu einem Zielrechner erhält. Skidmap nutzt Ausnutzungen, Fehlkonfigurationen oder die Exposition gegenüber dem Internet, um Root- oder administrativen Zugriff auf das System zu erhalten und Kryptomining-Malware abzuwerfen.
Yana Blachman, Threat Intelligence Researcher bei Venafi

Yana Blachman, Threat Intelligence Forscherin und Expertin für SSH bei Venafi, Bild: Venafi

Yana Blachman, Threat Intelligence Forscherin und Expertin für SSH bei Venafi kommentiert diese Entwicklungen wie folgt:

„Der Angriff auf die Supercomputer in Europa ist Teil einer wachsenden Zahl von Angriffskampagnen, die in jüngster Zeit weltweit auf SSH-Maschinenidentitäten abzielen. Diese werden zur Automatisierung von Kontrolle und Arbeitslasten verwendet und können den Zugriff auf die kritischsten Systeme und Informationen der Organisation ermöglichen und daher für Angreifer sehr wertvoll werden.

Die Gültigkeit von SSH-Maschinenidentitäten laufen nie ab, und die meisten Organisationen welchseln sie nicht rotierend aus. Deshalb ist es nicht überraschend, dass sie ein begehrtes Ziel für Angreifer sind, um möglichst lange im Netzwerk zu bleiben, sich darin zu bewegen und weitere Ziele zu infiltrieren.

Die Angriffskette, zu der die Supercomputer in Europa gehören, zeigt wie sehr die SSH-Maschinenidentitäten für Angreifer im Verlauf ihres Angriffs zugänglich sind und von Unternehmen nicht sicher verwaltet werden. Solange Unternehmen keine vollständige Sichtbarkeit und Inventarisierung über Rechenzentren und die Cloud hinweg haben und nicht über Richtlinien und automatisierte Rotationsprozesse verfügen, werden die Angreifer sie weiterhin ins Visier nehmen und ausnutzen, wenn sie schlecht verwaltet werden.“

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 19.02.2020
Maschinenidentitäten: Drei Tipps und Tricks zur Erneuerung, Neuausstellung und Widerrufung

datensicherheit.de, 14.07.2019
Fünf Risiken von Maschinenidentitäten

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The Challenge of Big Data in Science: Internationales Symposium am 25. September 2012 https://www.datensicherheit.de/the-challenge-of-big-data-science-internationales-symposium-25-september-2012 https://www.datensicherheit.de/the-challenge-of-big-data-science-internationales-symposium-25-september-2012#respond Wed, 19 Sep 2012 16:24:07 +0000 http://www.datensicherheit.de/?p=20749 Führende Experten für Supercomputer widmen sich dem Thema „Datenberge“ – Herausforderung für die Forschung

[datensicherheit.de, 19.09.2012] In allen Wissenschaftsdisziplinen steigt die Menge der Daten rasant an – durch Experimente, Beobachtungen und Simulationen werden gewaltige Datenmengen produziert. Für die Wissenschaftler stellen diese gleichzeitig neue Möglichkeiten und große Herausforderungen dar. Die weltweit führenden Experten treffen sich daher am 25. September 2012 zum Symposium „The Challenge of Big Data in Science“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Das Thema der großen Datenmengen werde international prägnant als „Big Data“ bezeichnet, sagt Prof. Achim Streit, Direktor am Steinbuch Centre for Computing (SCC) des KIT. Spitzenforschung, wie etwa die Entdeckung des Higgs-Teilchens in diesem Jahr sei ohne „Big-Data“-Kompetenz nicht mehr vorstellbar.
Das KIT war daran unter anderem mit „GridKa“ beteiligt, dem deutschen Rechen- und Datenzentrum für den Beschleunigerring LHC am CERN. Rund 25 Petabyte, die Datenmenge, die auf fünf Millionen DVDs passt, wurden dort gespeichert und analysiert. Diese Erfahrung im Umgang mit „Big Data“ wird am KIT im Projekt „Large Scale Data Management and Analysis“ (LSDMA) konzentriert und für weitere Wissenschaftsbereiche wie Batterieforschung, Systembiologie und Gehirnforschung weiterentwickelt.
Durch das Symposium werde der internationale Austausch zum Thema „Big Data“ befördert. Das Programm spiegel die verschiedenen Facetten des Themas wider, erklärt Dr. Christopher Jung, LSDMA-Projektleiter.

Symposium „The Challenge of Big Data in Science“
Dienstag, 25. September 2012, 9 Uhr
Aula des FTU am KIT-Campus Nord,
Hermann-von-Helmholtz-Platz 1 in 76344 Eggenstein-Leopoldshafen

Zu den Vortragenden der eintägigen Veranstaltung gehören:

  • Prof. Alexander Szalay, Johns Hopkins University, Baltimore, ist einer der Begründer des Forschungsfeldes „Big Data“ und war Chef-Datenanalyst des Projekts „Sloan Digital Sky Survey“, mit dem das Universum kartiert wurde.
  • Dr. Robert Sinkovits, San Diego Super Computing Center, stellt den Supercomputer „Gordon“ vor, der eigens für die Bearbeitung von datenintensiven Forschungsfragen entwickelt wurde.
  • Prof. Peter Sanders, Karlsruher Institut für Technologie, Leibniz-Preisträger und Entwickler von neuartigen Algorithmen für den Umgang mit großen Datenbanken.

Weitere Informationen zum Thema:

LSDMA
The Challenge of Big Data in Science (1st International LSDMA Symposium) / 25 September 2012 KIT

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