Trung-Anh Vu – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Wed, 29 Oct 2025 16:03:27 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.6.16 Threat Intelligence unverzichtbar für proaktive Sicherheit im öffentlichen Sektor https://www.datensicherheit.de/threat-intelligence-basis-proaktiv-sicherheit-oeffentlich-sektor https://www.datensicherheit.de/threat-intelligence-basis-proaktiv-sicherheit-oeffentlich-sektor#respond Thu, 30 Oct 2025 23:03:13 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50741 Cyberabwehr im öffentlichen Sektor war lange Zeit vorwiegend reaktiv ausgerichtet – Michael Chalvatzis rät zu „Threat Intelligence“ als Basis proaktiver Sicherheit

[datensicherheit.de, 31.10.2025] Cyberangriffe auf den öffentlichen Sektor nehmen immer mehr zu: „Staatliche Institutionen, Behörden und Betreiber Kritischer Infrastrukturen geraten zunehmend ins Visier, sowohl durch Cyberkriminelle als auch durch staatlich gesteuerte Gruppen. Die Bedrohungslage verschärft sich, da viele Angriffe inzwischen kombinierte Vektoren nutzen, veraltete IT-Systeme zusätzliche Angriffsflächen bieten und geopolitische Spannungen das Risiko gezielter Operationen erhöhen.“ Michael Chalvatzis, „Senior Director DACH & Eastern Europe“ bei Recorded Future, kommentiert die Bedrohungslage und führt zur Problematik weiter aus: „Hinzu kommt, dass oft das nötige Personal, ausreichende Ressourcen sowie die benötigten Kompetenzen fehlen, um schnell und wirksam zu reagieren.“ „Threat Intelligence“ umreißt er als zentrales Instrument zur langfristigen Absicherung der digitalen Handlungsfähigkeit des öffentlichen Sektors.

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Foto: Recorded Future

Michael Chalvatzis rät zu „Threat Intelligence“: Warnmeldungen können gezielt an betroffene Stellen übermittelt werden, noch bevor konkrete Schäden entstehen

„Threat Intelligence“ als systematischer Ansatz zur frühzeitigen Erkennung von Bedrohungen empfohlen

Trotz dieser Herausforderungen blieben die Erwartungen hoch. Bürger erwarteten nach wie vor, „dass staatliche Einrichtungen ihre digitalen Dienste zuverlässig bereitstellen und sensible Daten schützen“. Ein erfolgreicher Angriff hätte nicht nur finanzielle Folgen, sondern würde auch das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates langfristig beschädigen.

  • Cyberabwehr im öffentlichen Sektor war demnach lange Zeit vorwiegend reaktiv ausgerichtet. Chalvatzis erläutert: „Sicherheitsvorfälle wurden dokumentiert, im Nachhinein analysiert und erst danach Maßnahmen eingeleitet.“

Angesichts der heutigen Bedrohungslage reiche dieses Vorgehen nicht mehr aus. Erforderlich sei ein systematischer Ansatz, „der Bedrohungen frühzeitig erkennt, in den passenden Kontext einordnet, nach Relevanz bewertet und in konkrete Maßnahmen übersetzt.

„Threat Intelligence“-Lösungen analysieren und priorisieren Bedrohungsdaten

„Threat Intelligence“-Lösungen unterstützten dieses Vorgehen, indem sie sicherheitsrelevante Informationen aus unterschiedlichen Quellen automatisiert verarbeiteten. Dazu gehörten technische Feeds, öffentlich verfügbare Daten, branchenspezifische Informationskanäle sowie Inhalte aus schwer zugänglichen digitalen Umgebungen wie dem „Darknet“.

  • Die Plattformen analysierten diese Daten in Echtzeit, priorisierten sie nach Dringlichkeit und machten sie für die weitere Bearbeitung verfügbar.

„Durch die Anbindung an bestehende Sicherheitssysteme wie SIEM oder SOAR lassen sich relevante Erkenntnisse direkt in bestehende Prozesse einbinden“, berichtet Chalvatzis. Dies verkürze Reaktionszeiten, entlaste gezielt Analystenteams und nutze Ressourcen effizienter. Gleichzeitig verbesserten kontextualisierte Informationen die Grundlage für strategische Entscheidungen, etwa bei der Bewertung geopolitischer Entwicklungen, bei der Risikoeinschätzung von Lieferketten oder bei der Einhaltung regulatorischer Vorgaben.

Strategischer Vorteil: „Threat Intelligence“ ermöglicht proaktive Verteidigung

„,Threat Intelligence’ entwickelt sich zu einem zentralen Instrument, um die digitale Handlungsfähigkeit des öffentlichen Sektors langfristig abzusichern.“ Zahlreiche staatliche Einrichtungen setzten bereits auf KI-gestützte „Threat Intelligence“-Plattformen, um diesen Anforderungen vorausschauend und effizient zu begegnen.

  • Durch die automatisierte Auswertung sicherheitsrelevanter Informationen ließen sich potenzielle Bedrohungen frühzeitig erkennen, in den richtigen Kontext einordnen und nach Relevanz priorisieren.

Chalvatzis erläutert den Nutzen: „Warnmeldungen können gezielt an betroffene Stellen übermittelt werden, noch bevor konkrete Schäden entstehen.“ Gleichzeitig unterstütze ein solcher Ansatz die Umsetzung nationaler Sicherheitsstrategien sowie die Einhaltung regulatorischer Vorgaben wie der NIS-2-Richtlinie.

Weitere Informationen zum Thema:

Recorded Future
Warum Aufgezeichnete Zukunft / Recorded Future Precision Intelligence hilft Unternehmen, die meisten Bedrohungen zuerst zu erkennen, damit sie handeln und Angriffe verhindern können. Unser KI-gesteuerter Intelligence Graph® verbindet Ihre internen Daten mit externen Informationen und liefert in Echtzeit umsetzbare Erkenntnisse, die sich nahtlos in Ihre bestehende Sicherheitsarchitektur integrieren lassen.

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Michael Chalvatzis

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Cyberangriffe: Threat Intelligence als Schlüssel zur frühzeitigen Erkennung und Abwehr / Bedrohungsdaten verstehen und effektiv nutzen

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Cyberangriffe auf Industrieanlagen: Schäden in Milliardenhöhe drohen https://www.datensicherheit.de/cyberangriffe-industrieanlagen-schaeden-milliardenhoehe https://www.datensicherheit.de/cyberangriffe-industrieanlagen-schaeden-milliardenhoehe#respond Mon, 18 Aug 2025 14:41:13 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=49689 „2025 OT Security Financial Risk Report“ zeigt erstmals mithilfe statistischer Modelle berechnet das finanzielle Risiko von OT-Cybervorfällen auf – und welche Sicherheitsmaßnahmen den größten Schutz auch gegen finanzielle Schäden bieten

[datensicherheit.de, 18.08.2025] „Industrieanlagen und Kritische Infrastrukturen stehen weltweit vor einer massiven, oft unterschätzten Gefahr“, warnt Kai Thomsen, „Director of Global Incident Response Services“ bei Dragos, in seiner aktuellen Stellungnahme und bezieht sich auf den nun vorliegenden „2025 OT Security Financial Risk Report“ von Dragos und Marsh McLennan: Dieser zeigt demnach erstmals mithilfe statistischer Modelle berechnet das finanzielle Risiko von OT-Cybervorfällen auf – und welche Sicherheitsmaßnahmen den größten Schutz auch gegen finanzielle Schäden bieten. „Er ist damit ein zentrales Werkzeug für Unternehmensleitungen, Versicherer und Sicherheitsteams.“

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Foto: Dragos

Kai Thomsen: „2025 OT Security Financial Risk Report“ ist ein zentrales Werkzeug für Unternehmensleitungen, Versicherer und Sicherheitsteams

70% der Schäden als indirekte Folgen wie Produktionsausfälle oder gestörte Lieferketten

„Dem Bericht zufolge entfallen bis zu 70 Prozent der Schäden auf indirekte Folgen wie Produktionsausfälle oder gestörte Lieferketten“, berichtet Thomsen. Diese Faktoren würden in klassischen Risikomodellen meist nicht berücksichtigt.

In einem extremen, aber plausiblen Szenario (ein „1-in-250-Jahre-Ereignis“) könnte das weltweite finanzielle Risiko 329,5 Milliarden US-Dollar betragen, davon 172,4 Milliarden allein durch Betriebsunterbrechungen.

SANS-Maßnahmen: 3 Schritte mit größter Wirkung zur Minimierung von Risiken und Vermeidung von Schäden

Mit der Zunahme spezialisierter OT-Malware und verschärfter Vorschriften wie der EU-Richtlinie NIS-2 wachse der Handlungsdruck. Die „kritischen Maßnahmen“ des SANS Institute böten eine erprobte Grundlage, um Investitionen gezielt und messbar risikosenkend einzusetzen. Diese seien bei Versicherern, „Compliance“-Teams und Entscheidungsträgern anerkannt.

Die Analyse nennt drei besonders wirkungsvolle Schritte zur Risikoreduktion:

  • „Incident Response“-Plan: bis zu 18,5 %
  • Verteidigungsfähige Architektur: 17,09 %
  • Netzwerksichtbarkeit und -überwachung für „Industrial Control Systems“ (ICS): 16,47 %

Fehlende Kennzahlen hemmen Investitionen

Trotz steigender Angriffszahlen und wachsender Aufmerksamkeit auf Führungsebene gelinge es vielen Organisationen branchenübergreifend nicht, OT-spezifische Cyberrisiken wirksam zu managen oder abzusichern.

Der Bericht erkenne dabei drei zentrale Herausforderungen: Unklare finanzielle Folgen, nicht messbarer ROI und fehlende Priorisierungsgrundlagen. „Der Bericht schließt diese Lücken, indem er reale Finanzdaten mit OT-spezifischen Sicherheitskontrollen verknüpft und so eine gemeinsame Entscheidungsbasis für Führungskräfte, Risikomanager und Versicherer schafft“, kommentiert Thomsen abschließend.

Weitere Informationen zum Thema:

DRAGOS
About Dragos

DRAGOS
The 2025 OT Security Financial Risk Report / A first-of-its-kind analysis by Marsh McLennan reveals operational technology (OT) cyber threats pose hundreds of billions in annual financial risk globally and delivers industry-by-industry insights on which sectors are most at risk.

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Kai Thomsen – Director, Global Incident Response Services

SANS
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