U-Bahn – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Wed, 25 May 2011 21:12:05 +0000 de hourly 1 Bürgerforum Historische Mitte Berlin: Vorschlag zur Rettung und Nutzung der Relikte des Alten Rathauses https://www.datensicherheit.de/buergerforum-historische-mitte-berlin-vorschlag-zur-rettung-und-nutzung-der-relikte-des-alten-rathauses https://www.datensicherheit.de/buergerforum-historische-mitte-berlin-vorschlag-zur-rettung-und-nutzung-der-relikte-des-alten-rathauses#respond Wed, 25 May 2011 21:12:05 +0000 http://www.datensicherheit.de/?p=15030 Sensibilisierung für die symbolische Wertedimension rarer archäologischer Funde

[datensicherheit, 25.05.2011] Das Bürgerforum Historische Mitte Berlin lud zur zweiten Versammlung am 24. Mai 2011 in die Marienkirche ein:
Klaus Hartung, Initiator des Bürgerforums, gab eingangs seiner Hoffnung Ausdruck, dass nach dem guten Auftakt vom 29. März 2011 auch am Ende ein guter Ausgang stehen werde. Indes sei eine umfassende Grabungskampagne unverzichtbar, weshalb er ein Moratorium fordert, um der Archäologie Priorität einzuräumen. Der Umgang mit dem historischen Erbe der Stadt sei eben eine in die Zukunft Berlins weisende Frage.
Dr. Helmut Maier betonte für das Bürgerforum die Notwendigkeit des Lückenschlusses der U5 zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor mit einer Haltestelle am Berliner Rathaus. Sodann stellte er eine Lösungsmöglichkeit vor, die eine fast vollständige Erhaltung der noch vorhandenen Überreste des Alten Rathauses von Berlin erwarten lässt und zugleich der Anbindung des Nikolaiviertels dienlich wäre – laut Dr. Maiers Ausführungen könnte der in dem modifizierten, aktuellen Entwurf der BVG entfallene südwestliche Zugang an der Kreuzung Rathaus-/Spandauer Straße durch eine Verlegung in das Nikolaiviertel doch realisiert werden. Hierzu müsste lediglich die Spandauer Straße unterquert werden. Ferner stellte Dr. Maier die Option vor, einen direkten Zugang vom heutigen Berliner Rathaus zur „Tuchhalle“ des Alten Rathauses über den ehemaligen, heute nicht genutzten „Ratskeller“ zu schaffen. Schließlich erörterte er die Möglichkeit, den begehbaren Fundort mit einer modernen Glasüberdachung oder aber gar mit einer textilen Dachkonstruktion in Anlehnung an die ursprüngliche Gewölbedecke auszustatten. Ein „Archäologisches Fenster“ von der U-Bahnstation zum Fundort aber würde aufgrund des Platzbedarfs zu weiteren Zerstörungen führen und wohl die Funde allmählich in Bedeutungslosigkeit verstauben lassen. Dr. Maier plädierte für eine Nutzung des Raumes, sei es für Veranstaltungen des Senats oder aber als „Infobox“.
Auch Moderator Willo Göpel vom Bürgerforum stellte mehrfach die Position des Bürgerforums klar, dass die Funde nicht weggeschlossen werden sollten, sondern als Erlebniswelt erfahrbar sein müssten. Zur Komplettierung des Ensembles sollte auch die Gerichtslaube aus Babelsberg an den Ursprungsort zurückgeführt werden.

Urheber: Konstantindegeer (GNU-Lizenz für freie Dokumentation)

Urheber: Konstantindegeer (GNU-Lizenz für freie Dokumentation)

Berlin: Reste des Alten Rathauses (30. Oktober 2010)

Zum Abschluss stellte Dr. Benedikt Goebel die sechs zentralen Forderungen des Bürgerforums einzeln vor und bat um eine Votum der Versammlung. Der Berliner Stadtkern zwischen Spreekanal und Stadtbahntrasse (d.h. Alt-Berlin und Alt-Cölln) soll als besonderes Planungsgebiet ausgewiesen werden. Hierzu soll es dann auch eine ständige öffentliche Ausstellung zur Geschichte und zu den aktuellen Planungen geben („Informationszentrum Berliner Stadtkern“). Bauforschung und eine unverzügliche Grabungskampagne müssen Priorität erhalten, damit wichtige Spuren der Stadtgeschichte fortan in die Planungen integriert werden. Insbesondere gilt es, die Reste des mittelalterlichen Rathauses und der Gerichtslaube umgehend vollständig freizulegen. Für weitere Planungen wird ein Moratorium gefordert, damit die laufenden archäologischen Grabungen vollständig ausgewertet werden können. Schließlich sollen die Pläne für die U5-Station „Rathaus“ so modifiziert werden, dass die Relikte des Alten Berliner Rathauses vollständig erhalten werden können. Sämtlichen sechs Punkten stimmte die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer zu. Dr. Goebel dankte für diese deutliche Unterstützung und lud zu den Folgeveranstaltungen ein – so stehen am 23. Juni 2011, wiederum 19 Uhr in der Marienkirche, erneut das Alte Rathaus, aber auch die Bebauungspläne für die Breite Straße sowie das Redevco-Projekt (sechsstöckiges Geschäftshaus am Fuße des Fernsehturms) im Fokus.

Weitere Informationen zum Thema:

Berliner Partner, 30.03.2011
Bürgerforum Historische Mitte Berlin: Auftaktveranstaltung unterstreicht Bürger-Verantwortung für historisches Erbe / Ein Bericht von GTIV-Präsident Dipl.-Ing. Dirk C. Pinnow

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Bürgerforum Historische Mitte Berlin: Materielle Zeugnisse der Berliner Stadtgründung erfahrbar erhalten https://www.datensicherheit.de/buergerforum-historische-mitte-berlin-materielle-zeugnisse-der-berliner-stadtgruendung-erfahrbar-erhalten https://www.datensicherheit.de/buergerforum-historische-mitte-berlin-materielle-zeugnisse-der-berliner-stadtgruendung-erfahrbar-erhalten#respond Thu, 19 May 2011 19:00:49 +0000 http://www.datensicherheit.de/?p=15015 Einladung zur zweiten Veranstaltung am 24. Mai 2011 um 19 Uhr in der Marienkirche

[datensicherheit.de, 19.05.2011] Schwerpunkt der Veranstaltung ist der Erhalt der Relikte des Alten Berliner Rathauses. Die aktuelle U-Bahn-Planung des Senats, die eben wichtige Teile des Alten Rathauses zerstören würde, und das Gegenkonzept des Bürgerforums Historische Mitte Berlin sollen vorgestellt und diskutiert werden. Das Bürgerforum erneuert seine Forderung nach einer systematischen Bauforschung sowie archäologischen Untersuchung des gesamten Berliner Stadtkerns und einem vorläufigen Moratorium weiterer Planungen:
Das Bürgerforum blickt dabei mit Freude auf den erfolgreichen Auftakt vom 29. März 2011 zurück. Die Information der Öffentlichkeit und die breite Diskussion zur Umgestaltung des Stadtkerns von Berlin werden nun im Rahmen einer zweiten Veranstaltung fortgesetzt – Interessierte sind zum Zweiten Bürgerforum Historische Mitte am Dienstag, dem 24. Mai 2011 um 19 Uhr in der Marienkirche unweit des Fernsehturms eingeladen.

Foto: Manfred Brückels, 2005 (GNU-Lizenz für freie Dokumentation)

Foto: Manfred Brückels, 2005 (GNU-Lizenz für freie Dokumentation)

Erhaltung des mittelalterlichen Berliner Rathauses und Mitsprache der Bürger an der Planung des Stadtkerns

Im Februar 2011 hatte sich das Bürgerforum Historische Mitte Berlins zusammengefunden und in einem Offenen Brief beim Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit für umfassende Information und eine Mitsprache der Berliner Bürger an der Planung für den Stadtkern geworben. Insbesondere wurde der vollständige Erhalt der Relikte der im Vorfeld der Verlängerung der U-Bahnlinie U5 jüngst freigelegten „Kaufhalle“ des Alten Berliner Rathauses gefordert. Der Senat habe zwar bereits durch Verlegen des südwestlichen Zugangs des U-Bahnhofs „Rathaus“ auf die neue Situation reagiert, jedoch werde trotzdem noch ca. ein Viertel der mittelalterlichen Originalsubstanz des Rathauses und der zugehörigen Gerichtslaube geopfert – fatalerweise gerade durch das geplante „Archäologische Fenster“, das einen Einblick in die „Kaufhalle“ erlauben solle.
Der vollständige Erhalt der Relikte des Alten Rathauses und der Gerichtslaube müsse eine Vorgabe der U-Bahn-Planung werden. Es sei möglich, die Tunnelwände bzw. den Zwischengeschoss-Treppenabgang oder den südlichen Bahnsteig so zu planen, dass kein Verlust mittelalterlicher Substanz eintrete, so das Bürgerforum. Anstelle des „Archäologischen Fensters“ schlägt das Bürgerforum vor, dass eine Zuwegung aus dem Öffentlichen Raum oder dem Rathauskeller erfolgt und eine architektonisch anspruchsvolle Konstruktion in den Umrissen des Alten Rathauses die Funde abdeckt und sichert, sowie durch ihr Hineinragen in den Straßenraum die herausragende Bedeutung des Ortes kenntlich macht. Die Forderungen des Bürgerforums lauten daher, den Berliner Stadtkern (Alt-Berlin und Alt-Cölln) als besonderes Planungsgebiet festsetzen sowie eine Moratorium der weiteren Planungen durchzusetzen – die Fortführung solle erst nach Auswertung der laufenden archäologischen Grabungen erfolgen. Ferner solle die vollständige Ausgrabung des Alten Berliner Rathauses sowie der Gerichtslaube garantiert werden – daher müsse es zu einer dementsprechenden Änderung der U-Bahnplanung mit dem Ziel des vollständigen Erhalts der Relikte des Alten Berliner Rathauses kommen. Bauforschung und Grabungskampagne im Berliner Stadtkern sollten Grundlage für weitere Planungen sein – mit dem Ziel, wichtige Spuren der Stadtgeschichte (Straßenfluchten, Grundstücksgrenzen, Gebäudefundamente und Keller) in die Planung zu integrieren und nicht nur als „Archäologische Fenster“ zu präsentieren, gar ohne Zusammenhang zur zukünftigen Stadtgestaltung. Außerdem sollte eine ständige öffentliche Ausstellung zur Geschichte und aktuellen Planungen vor Ort („Informationszentrum Stadtkern“) vorgesehen werden.

Weitere Informationen zum Thema:

Berliner Partner, 30.03.2011
Bürgerforum Historische Mitte Berlin: Auftaktveranstaltung unterstreicht Bürger-Verantwortung für historisches Erbe / Ein Bericht von GTIV-Präsident Dipl.-Ing. Dirk C. Pinnow

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