USA – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Wed, 03 Jun 2026 13:01:28 +0000 de hourly 1 Cybersicherheit quasi Torhüter der Netzwerke: WM 2026 als Herausforderung und Inspiration https://www.datensicherheit.de/cybersicherheit-torhueter-netzwerke-wm-2026-herausforderung-inspiration Thu, 04 Jun 2026 22:08:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54753 Im Umfeld des Anstoßes zur Fußball-WM am 11. Juni 2026 startet vermutlich nicht nur das größte diesjährige Sportereignis – sondern auch eine kalkulierbare Welle gezielter Cyberangriffe

[datensicherheit.de, 05.06.2026] Mit dem Anstoß zur Fußball-WM am 11. Juni 2026 startet wohl nicht nur das größte Sportereignis des Jahres – sondern auch eine cyberkriminelle Hochsaison mit einer kalkulierbaren Welle gezielter Cyberangriffe. Die Zahlen aus dem Jahr 2022 sprechen demnach eine deutliche Sprache: Die Recorded Future’s Insikt Group dokumentierte über 1.200 betrügerische WM-Domains. Für 2026 – nun mit drei Gastgeberländern, 16 Standorten und einer deutlich größeren digitalen Angriffsfläche – rechnen Experten mit einer neuen Dimension. Paolo Passeri, „Cyber Intelligence Principal“ bei Netskope, betont in seiner aktuellen Stellungnahme die Kernbedrohung: „Die Omnipräsenz von KI ermöglicht es Kriminellen, Schwachstellen schneller zu identifizieren und immer ausgefeiltere Kampagnen zu entwickeln.“ Er warnt eindringlich vor auf „Clouds“ basierender Malware-Auslieferung über von „Hacktivisten“ getriebene Infrastrukturangriffe bis hin zu Phishing-Kampagnen mittels Künstlicher Intelligenz (KI), welche selbst IT-erfahrene Nutzer täuschen könnten.

Großereignisse wie WM oder Olympische Spiele im Fadenkreuz organisierter Cyberangreifer

Passeri führt aus: „Am 11. Juni richtet sich aller Augen auf die Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko – die Gastgeber der ,FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026‘. Doch nicht nur Fans und Medien werden das Ereignis verfolgen: Auch Cyberkriminelle werden versuchen, die festliche Stimmung für ihre Zwecke zu nutzen.“

  • Allein rund um die WM 2022 in Katar hätten Sicherheitsforscher von Recorded Future bereits über 1.200 betrügerische Domains mit WM-Bezug identifizieren können – „Typosquat“-Seiten, gefälschte Ticketportale und Phishing-Kampagnen, um gezielt die Aufmerksamkeit rund um das Turnier auszunutzten.

Dass solche Großereignisse längst im Fadenkreuz organisierter Angreifer stehen, hätten zuletzt auch die „Olympischen Spiele 2024“ in Paris gezeigt, bei denen die französische Cyberbehörde ANSSI eine signifikante Zunahme von Angriffen auf Kritische Infrastruktur (KRITIS) dokumentiert habe.

Großereignisse wie eine Fußball-WM erzeugen per se hohes Aktivitätsniveau – auch bei Cyberkriminellen

Für die anstehende WM 2026, welche erstmals drei Länder und über 16 Austragungsorte umfasst, ist laut Passeri mit einer noch größeren Angriffsfläche zu rechnen. Er unterstreicht in diesem Zusammenhang die Bedeutung einer robusten Cybersicherheitsinfrastruktur – gerade in solchen Ausnahmesituationen, welche gewohnte operative Abläufe auf den Kopf stellten:

  • „Großereignisse wie eine Fußball-Weltmeisterschaft erzeugen per se ein Aktivitätsniveau, das ihrer Größe entspricht. Der Informationsfluss steigt exponentiell an – ebenso wie das Volumen der Finanztransaktionen. Beides sind starke Anreize für Cyberkriminelle, diese Ströme für eigene Zwecke zu missbrauchen.“

Da solche Ereignisse enorme Medienaufmerksamkeit auf sich zögen, sähen Angreifer darin zudem eine Bühne: Sie wollten den Sportlern die Schlagzeilen stehlen. Dieses Risiko werde durch die aktuelle geopolitische Lage noch verstärkt – „Hacktivisten“ könnten ein Medienereignis dieser Dimension nutzen, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

Enge Zusammenarbeit zwischen Cyber- und physischen Sicherheitsexperten zumal bei einer WM erforderlich

Hinzu komme, dass Cybersicherheit und physische Sicherheit untrennbar miteinander verbunden seien. „Ein kompromittiertes Zutrittskontrollsystem in einem Stadion gefährdet die Sicherheit aller Beteiligten – innen wie außen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Cyber- und physischen Sicherheitsexperten ist deshalb das Fundament jeder soliden Verteidigungsstrategie.“

  • Auch Zuschauer und externe Teilnehmer müssten Verantwortung tragen: „Durch umsichtiges Verhalten – etwa beim Umgang mit öffentlichem WLAN oder unbekannten Links – können sie verhindern, Teil einer Angriffskette zu werden, die letztlich das Turniernetzwerk gefährdet.“

Schließlich verstärke der allgegenwärtige Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) all diese Risiken erheblich: Diese ermögliche es Kriminellen, Schwachstellen schneller zu identifizieren und immer ausgefeiltere Kampagnen zu entwickeln. Passeri betont abschließend: „Unternehmen müssen deshalb KI ihrerseits nutzen – integriert in maßgeschneiderte Sicherheitslösungen – und gleichzeitig auf einen Zero-Trust-Ansatz setzen, der für den Schutz Kritischer Infrastrukturen unverzichtbar ist.“

Weitere Informationen zum Thema:

netskope
A SASE and Zero Trust Market Leader / Hybrid work and digital transformation have changed how networks and security need to work. As a market leader, Netskope understands these changes and works with you to provide optimized access and real-time security for people and data anywhere they go.

netskope
Paolo Passeri – Principal Sales Engineer

datensicherheit.de, 05.06.2026
Niederlage oder Sieg: Backups im Kontext der Cyberrisiken rund um die Fußball-WM 2026 / Die enorme globale Aufmerksamkeit macht Großveranstaltungen zu einem attraktiven Ziel auch für Cyberkriminelle – Teil der Verteidigungsmaßnahmen potenzieller Opfer muss auch eine resiliente Backup-Strategie sein

datensicherheit.de, 29.05.2026
Fußball-WM 2026 als Weltbühne: Cyberkriminelle und Bedrohungsakteure laufen sich warm / Die bevorstehende Fußball-WM wird die größte Angriffsfläche für ein Sportereignis dieser Größenordnung darstellen

datensicherheit.de, 13.05.2026
Fußball-Weltmeisterschaft 2026: Cyberkriminelle Hochsaison voraus / KnowBe4 rät zum „VAR-Check“, um echte Angebote für Tickets, Dienstleistungen und Gewinnspiele von cyberkriminellen Betrugsmanövern zu unterscheiden

]]>
Fußball-WM 2026 als Weltbühne: Cyberkriminelle und Bedrohungsakteure laufen sich warm https://www.datensicherheit.de/fussball-wm-2026-weltbuehne-cyberkriminelle-bedrohungsakteure Thu, 28 May 2026 22:45:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54687 Die bevorstehende Fußball-WM wird die größte Angriffsfläche für ein Sportereignis dieser Größenordnung darstellen

[datensicherheit.de, 29.05.2026] Das „Unit 42“-Team von Palo Alto Networks hat einen neuen Report veröffentlicht, der demnach zeigt, warum die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft (WM 2026) die nun wohl größte Angriffsfläche für ein Sportereignis dieser Größenordnung darstellt – „destruktive Cyberangriffe, krimineller Betrug und politisch motivierte Cyberoperationen gelten dabei als nahezu unvermeidlich“.

WM attraktive Weltbühne für Bedrohungsakteure, „Hacktivisten“ und Cyberkriminelle

Vor dem aktuellen Hintergrund des Konflikts zwischen den USA und dem Iran, erhöhter geopolitischer Spannungen, außenpolitischer Aktivitäten und wachsender globaler Polarisierung bietet diese WM eine attraktive Bühne für Bedrohungsakteure, „Hacktivisten“ und kriminelle Gruppen.

  • Erwartet wird laut Palo Alto Networks, dass Angriffe auf bekannte Marken, publikumsnahe Dienste, die Veranstaltungsinfrastruktur sowie das breitere „Sicherheitsökosystem“ abzielen.

Palo Alto Networks erwartet zur WM 2026 Bedrohungen aus drei Richtungen:

  1. „Iranisch-affiliierte Akteure haben in den vergangenen Monaten ,Wiper’-Angriffe und gezielte Attacken auf US-Infrastruktur durchgeführt. US-Behörden bestätigten eine laufende iranische Kampagne, die gezielt Steuerungssysteme in Wasserwerken, Energieanlagen und kommunalen Einrichtungen angreift.“
    Alle WM-Austragungsstädte in den USA betrieben kommunale Infrastruktur innerhalb dieses Bedrohungsradius.
  2. „Russlandnahe ,Hacktivisten’ haben seit 2022 tausende DDoS-Angriffe gegen Regierungen und kritische Sektoren in NATO-Staaten durchgeführt – mit nachgewiesenen Aktivitätsspitzen rund um politisch symbolträchtige Ereignisse.“
    Alle drei Gastgeberländer (CDN, MEX, USA) seien NATO-Partner bzw. -Verbündete.
  3. „Finanziell motivierte Cyberkriminelle haben bei der WM 2022 in Katar über 16.000 betrügerische Domains betrieben.“
    Bei drei Gastgeberländern und 16 „Host Cities“ multipliziere sich diese Angriffsfläche erheblich.

Weitere Informationen zum Thema:

paloalto NETWORKS
Über uns: Wir arbeiten unermüdlich für eine Welt, in der jeder Tag ein bisschen sicherer ist als der Tag zuvor

UNIT 42
Unit 42: Intelligence driven, response ready…

UNIT 42, Justin Moore, 28.0526
General / 2026 World Cup: Discussing The World’s Biggest Game’s Attack Surface

datensicherheit.de, 13.05.2026
Fußball-Weltmeisterschaft 2026: Cyberkriminelle Hochsaison voraus / KnowBe4 rät zum „VAR-Check“, um echte Angebote für Tickets, Dienstleistungen und Gewinnspiele von cyberkriminellen Betrugsmanövern zu unterscheiden

]]>
Transatlantischer Datentransfer zunehmend Bestandteil internationaler Handelskonflikte https://www.datensicherheit.de/transatlantisch-datentransfer-international-handelskonflikte Sun, 12 Apr 2026 22:52:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=53856 Digitale Souveränität als Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigenen Daten zu verfügen, wird von einer juristischen Pflichtaufgabe zur Kernfrage strategischer Risikovorsorge

[datensicherheit.de, 13.04.2026] Die rechtliche Grundlage für den Datenaustausch zwischen der EU und den USA steht 2026 offensichtlich vor einer Belastungsprobe: „Transatlantische Datenströme werden zunehmend zum Bestandteil internationaler Handelskonflikte“, so Ari Albertini, CEO von FTAPI, in seiner aktuellen Stellungnahme. Für Unternehmen in Deutschland wachse damit die Rechtsunsicherheit, da die Stabilität aktueller Abkommen zur Datenübermittlung massiv von politischen Weichenstellungen in Washington D.C. abhänge. „Damit entwickelt sich die Frage der Digitalen Souveränität – also der Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigenen Daten zu verfügen, – von einer juristischen Pflichtaufgabe zu einer Kernfrage der strategischen Risikovorsorge!“, betont Albertini.

ftapi-ari-albertini

Foto: FTAPI

Ari Albertini: Digitale Souveränität ist heute eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit und die Grundlage für unternehmerische Handlungsfreiheit in einer vernetzten Welt

Rechtsunsicherheit beim Datenschutz als Standortrisiko

Zwar sollten internationale Abkommen den Datenfluss regeln, doch bleibt der Grundkonflikt zwischen europäischem Datenschutz gemäß DSGVO und US-Gesetzen wie dem „US CLOUD Act“ bisher ungelöst – letzterer erlaubt nämlich US-Behörden den Zugriff auf Daten selbst dann, wenn diese physisch auf Servern innerhalb Europas gespeichert sind. Für deutsche Unternehmen entsteht dadurch laut Albertini eine doppelte Belastung:

  1. Regulatorisches Risiko
    Sollten Abkommen fallen, droht ein Rechtsvakuum. Ohne souveräne Alternativen drohten dann langwierige Verfahren und Sanktionen von bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
  2. Operative Abhängigkeit
    Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt in diesem Zusammenhang vor einer schleichenden „Cyber Dominance“. Dieser Begriff beschreibt die Macht von Software-Herstellern, durch die Kontrolle über proprietäre Systeme dauerhaft Einfluss auf die Infrastruktur ihrer Kunden auszuüben.

In einer vernetzten Wirtschaft werde diese Abhängigkeit zum „Single Point of Failure“: Ein plötzlicher Stopp oder eine Einschränkung essenzieller „Cloud“-Dienste aus politischen Gründen könnte kritische Geschäftsprozesse binnen kürzester Zeit lähmen und die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Standorts gefährden.

FTAPI-Checkliste: In drei Schritten zur Datenhoheit

Um die Handlungsfähigkeit unabhängig von geopolitischen Entwicklungen zu wahren, empfiehlt FTAPI folgendes Vorgehen:

Schritt 1: Bestandsaufnahme und Abhängigkeiten prüfen!

Unternehmen müssten ihre Software-Landschaft analysieren:

  • „Wo werden geschäftskritische US-Lösungen genutzt, die einen schnellen Wechsel verhindern (,Vendor-Lock-in’)?“

  • Der „EU Data Act“ biete hierzu den rechtlichen Hebel, um die Übertragbarkeit von Daten gegenüber Providern einzufordern und technische Wechselhürden abzubauen.

Schritt 2: Risikobasierte Maßnahmen ableiten!

Migration: Für sensible Bereiche wie Personalwesen oder Forschung wird der Wechsel zu europäischen Anbietern mit Gerichtsstand in der EU empfohlen.

  • Vertragliche Leitplanken: Wo US-Anbieter alternativlos sind, sollte auf die Fixierung der „EU Data Residency“ (Speicherung in der EU) bestanden werden. Dies biete zwar keinen Schutz vor dem „CLOUD Act“, erschwere aber den unbefugten Zugriff auf administrativer Ebene.
  • Exit-Strategien: Für den Ernstfall müssten Notfallpläne existieren, um Daten zeitnah in souveräne „Cloud“-Umgebungen umzuziehen.

Schritt 3: Technologische Schutzschirme implementieren!

Echte Unabhängigkeit entsteht erst durch Technik, nicht durch Verträge:

  • Zero-Knowledge-Prinzip: Der Einsatz von Verschlüsselung, bei welcher der Anbieter technisch keinen Zugriff auf die Schlüssel hat, stelle sicher, dass Daten selbst bei einer Herausgabepflicht im Drittstaat unlesbar blieben.
  • Standards nutzen: Die Bevorzugung von Software mit offenen Schnittstellen (APIs) verhindere die dauerhafte technologische Bindung an einen einzelnen Hersteller.
  • Datensparsamkeit: Automatisierte Abläufe sollten so eingestellt sein, dass nur das für den Prozess absolut notwendige Minimum an Daten geteilt werde.

Souveränität als Wettbewerbsvorteil: Schutz der eigenen Daten und der operativen Handlungsfreiheit

Digitale Souveränität ist heute eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit und die Grundlage für unternehmerische Handlungsfreiheit in einer vernetzten Welt!“, betont Albertini.

  • Er führt weiter aus: „In der Praxis bedeutet das: Wir dürfen uns nicht allein auf politische Abkommen verlassen! Unternehmen müssen ihre Resilienz durch eine Kombination aus rechtlicher Absicherung und technischen Standards aktiv steuern.“
  • Die aktuelle Debatte markiere das Ende der technologischen Naivität. Echte Souveränität lasse sich nicht allein durch Verträge herbeiführen, sondern müsse durch „strategisches Mapping“ und moderne Verschlüsselung aktiv hergestellt werden.

Albertinis Fazit: „Unternehmen, die diese Unabhängigkeit als Wettbewerbsvorteil begreifen, schützen nicht nur ihre Daten, sondern ihre gesamte operative Handlungsfreiheit in einem volatilen globalen Markt.“

Weitere Informationen zum Thema:

ftapi
Die #1 Plattform für sicheren Datenaustausch. / Die beste Wahl, um sensible Dateien sicher und gesetzeskonform auszutauschen. Made & hosted in Germany.

heise business services
Ari Albertini – CEO, FTAPI

datensicherheit.de, 11.02.2026
Bitkom-Podcast: Verfassungsschutz-Präsident fordert, Digitale Souveränität mit massiven Mitteln voranzutreiben / Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst sprach mit BfV-Präsident Sinan Selen im Vorfeld der diesjährigen „Münchner Sicherheitskonferenz“

datensicherheit.de, 16.04.2021
US CLOUD Act vs. EU-DSGVO: Ringen um Compliance und Datensicherheit / Uniscon kommentiert dritten Jahrestag des „Clarifying Lawful Overseas Use of Data Act“ (CLOUD Act)

datensicherheit.de, 21.08.2019
DSGVO vs. CLOUD Act: EU-Unternehmen im Spannungsfeld / Michael Scheffler rät Unternehmen zur „Zero Trust“-Policy

datensicherheit.de, 12.07.2019
U.S. CLOUD Act: EDSA positioniert sich zu Auswirkungen / Stellv. BfDI, Jürgen H. Müller, berichtet von Ergebnissen der letzten Sitzung des Europäischen Datenschutzausschusses

]]>
Quantencomputing: Hohe Erwartungen bei deutschen Unternehmen – mit bisher wenig Einsatz https://www.datensicherheit.de/quantencomputing-erwartungen-deutschland-unternehmen-einsatz-abwarten Thu, 02 Apr 2026 23:05:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=53657 Quantencomputing hat das Potenzial, ganze Branchen zu verändern – von der Materialforschung und der Gesundheitsversorgung über die Logistik bis hin zum Einzelhandel

[datensicherheit.de, 03.04.2026] Nach aktuellen Erkenntnissen des Digitalverbands Bitkom e.V. sieht die deutsche Wirtschaft Quantencomputing überwiegend als wichtige Zukunftstechnologie und Chance für das eigene Unternehmen an – doch die große Mehrheit treibt demnach dieses Thema noch nicht aktiv voran und wartet erst einmal ab: Zwei Drittel der deutschen Unternehmen ab 100 Beschäftigten (67%) sagten, Quantencomputing sei für sie eine Chance, 19 Prozent sähen eher ein Risiko und neun Prozent erwarten keinen Einfluss auf ihr Unternehmen. Aus Sicht von 80 Prozent der Unternehmen sei Quantencomputing eine wichtige Zukunftstechnologie für die deutsche Wirtschaft. 56 Prozent gingen davon aus, dass Wettbewerber Quantencomputing einsetzen würden. Grundlage dieser Angaben ist eine von Bitkom Research im Bitkom-Auftrag durchgeführte repräsentative Telefon-Umfrage unter 607 Unternehmen ab 100 Beschäftigten aus dem verarbeitenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor. Die Interviews seien im Zeitraum der Kalenderwochen 42 bis KW 48 des Jahres 2025 geführt worden.

bitkom-ralf-wintergerst

Foto: Bitkom

Dr. Ralf Wintergerst rät deustchen Unternehmen: Es lohnt sich, frühzeitig Kompetenzen aufzubauen und mit Quantencomputing zu experimentieren!

Quantencomputing derzeit noch nicht in der Breite der Wirtschaft einfach zu nutzen – Abwarten dennoch nachteilig

Gleichzeitig gebe fast zwei Drittel der Unternehmen (64%) an, zunächst die Erfahrungen anderer abwarten zu wollen, bevor sie selbst aktiv werden. Nur acht Prozent beschäftigten sich bereits sehr intensiv mit dem Thema. Weitere 27 Prozent beschäftigten sich weniger intensiv damit, 42 Prozent planten, sich mit Quantencomputing zu beschäftigen oder könnten es sich für die Zukunft vorstellen.

  • Dies sind Bitkom-Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 607 Unternehmen ab 100 Beschäftigten: Sie wurden am 31. März 2026 im Studienbericht „Quantencomputing in der deutschen Wirtschaft 2026“ veröffentlicht.

„Quantencomputing ist derzeit noch keine Technologie, die sich in der Breite der Wirtschaft einfach nutzen lässt. Quantencomputing hat aber das Potenzial, ganze Branchen zu verändern, von der Materialforschung und der Gesundheitsversorgung über die Logistik bis zum Einzelhandel“, erläutert der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst. Er legt somit nahe: „Es lohnt sich, frühzeitig Kompetenzen aufzubauen und mit Quantencomputing zu experimentieren.“

Beim Quantencomputing gelten die USA momentan als führend

Unter Quantencomputing wird eine Technologie verstanden, welche Effekte der Quantenphysik nutzt, um besonders komplexe Berechnungen effizienter und schneller durchzuführen als mit herkömmlichen Computern.

  • Quantencomputer könnten etwa in der Logistik, der Medikamentenentwicklung oder der Materialforschung Aufgaben lösen, welche für klassische Rechner praktisch als unlösbar gelten. Zugleich könnten sie aber auch heute gängige Verschlüsselungsverfahren potenziell aushebeln.

Im internationalen Vergleich schätzten nur drei Prozent der Unternehmen Deutschland als weltweit führend ein. 35 Prozent verorteten Deutschland im Mittelfeld, 29 Prozent als Nachzügler. Die USA gälten mit Abstand als führende Nation (32%), gefolgt von China (14%) und Japan (13%). Zwölf Prozent sähen derzeit noch keine Nation als führend.

Deutschland und Europa müssen beim Quantencomputing eine Führungsrolle einnehmen

„Europa ist in der Quanten-Forschung stark, bei der Mobilisierung von privatem Kapital und der Überführung der Forschungsergebnisse in konkrete Anwendungen tun wir uns aber noch schwer“, so Wintergerst. Sein Votum: „Deutschland und Europa müssen beim Quantencomputing eine Führungsrolle einnehmen! Hochentwickelte Fähigkeiten im Quantencomputing sind künftig eine Grundvoraussetzung für Digitale Souveränität.“

  • Quantencomputing sei in der Wahrnehmung der Unternehmen eng mit dem Thema IT-Sicherheit verknüpft: 94 Prozent sähen darin grundsätzlich ein Risiko für ihre IT-Sicherheit. Dabei schätzten 44 Prozent das Risiko als „sehr groß“ oder „eher groß“ ein, 50 Prozent als zwar vorhanden, aber „eher gering“ oder „sehr gering“ ein. Zugleich habe selbst von jenen Unternehmen, die Quantencomputing nutzen oder sich für das Thema interessieren, rund ein Drittel (34%) noch keine Maßnahmen ergriffen, um sich auf damit verbundene Risiken vorzubereiten.

Immerhin 46 Prozent hätten Risikoabschätzungen oder Schwachstellenanalysen vorgenommen oder planten dies. 39 Prozent führten interne Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen durch oder hätten entsprechende Pläne, bei 29 Prozent gelte dies für die Umstellung auf quantensichere Verschlüsselungsverfahren und bei 22 Prozent für die Analyse kryptographischer Systeme.

Vor allem Mangel an personellen Ressourcen zur Befassung mit Einsatz und Auswirkungen von Quantencomputing

Die meisten Unternehmen hinderten aktuell fehlende personelle Ressourcen (65%), sich mit dem Einsatz und den Auswirkungen von Quantencomputing zu befassen. Dahinter folgten Unklarheiten über regulatorische Vorgaben sowie die Sorge, dass die Technologie noch nicht ausgereift sei (je 61%). 56 Prozent hätten keinen Überblick über Angebote zum Quantencomputing und geeignete Anwendungsbeispiele, 54 Prozent fehle es an Wissen über die Technologie und mögliche Risiken und 47 Prozent beklagten einen unklaren wirtschaftlichen Nutzen.

  • 41 Prozent hielten den eingeschränkten Zugang zu Hardware oder Testinfrastrukturen für eine Hürde, 36 Prozent konzentrierten sich auf andere Zukunftstechnologien – und rund einem Viertel (27%) fehle ein ausreichendes Budget.

Den Unternehmen, die sich bereits für Quantencomputing interessieren oder es nutzen, würde finanzielle Förderung von Pilotprojekten helfen (69%). Ebenso wünschten sie sich einen niedrigschwelligen und vergünstigten Zugang zu Quantenplattformen, etwa über „Cloud“-Dienste (67%). Groß sei auch der Wunsch nach mehr Orientierung im Markt, beispielsweise zu Anbietern, „Tools“ und Plattformen (66%). Schulungen und Weiterbildungen (61%) sowie praxisnahe Anwendungsbeispiele (50%) stünden bei vielen ebenfalls auf der Wunschliste. „Die Unternehmen wollen keine hochtrabenden Visionen, sondern handfeste Einstiegshilfen ins Quantencomputing!“, kommentiert Wintergerst.

Bitkom veranstaltet AIDAQ-Summit in Berlin

Quantencomputing und seine Chancen für die Wirtschaft sollen auch Thema des „AiDAQ-Summit“ des Bitkom am 22. und 23. September 2026 im bcc Berlin sein. AIDAQ stehe als Akronym für „AI, Data und Quantum“.

  • Dieser „AiDAQ Summit“ ist laut Bitkom die führende europäische Veranstaltung für Künstliche Intelligenz (KI), Datenökonomie und Quantentechnologie und soll mehr als 2.500 Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Forschung zusammenbringen.

Die Teilnehmer erwarten mehr als 200 hochkarätige Redner und 140 Programmsessions auf vier Bühnen. Erstmalig übernimmt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) die Schirmherrschaft.

Weitere Informationen zum Thema:

bitkom
Über uns

bitkom
Dr. Ralf Wintergerst: Präsident Bitkom / Vorsitzender der Geschäftsführung & Group CEO Giesecke+Devrient GmbH

bitkom
Studie: Quantencomputing in der deutschen Wirtschaft 2026

bitkom dataverse
Technologien & Software: Quantentechnologien / Unternehmen zum Einsatz, Potenzial und Herausforderungen

AiDAQ
22 & 23 September 2026 | bcc Berlin / AI, Data and Quantum Summit

datensicherheit.de, 26.03.2026
KIT-Forschung zu Quantentechnologien: Optische Kontrolle von Kernspins in Molekülen bietet neue Perspektiven / KIT-Forscher demonstrierten erstmals die optische Initialisierung und Detektion von Kernspins in einem Europium-basierten Molekülkristall – als potenziell besonders stabile Träger von Quanteninformation

datensicherheit.de, 01.11.2025
Bedrohung der Datensicherheit durch Fortschritte bei Quantencomputern / Unternehmen stehen weitreichende Veränderungen hinsichtlich des Schutzes sensibler Informationen und Daten bevor – Quantencomputer rechnen immer schneller und bedrohen Public-Key-Verschlüsselungen

datensicherheit.de, 05.07.2025
Quantentechnologie: EU strebt Vorreiterrolle an / Die EU-Kommission hat am 2. Juli 2025 ihre „Quantum Strategy“ vogestellt – damit soll eine führende Rolle im globalen Wettlauf um Quantentechnologien angestrebt werden

datensicherheit.de, 16.05.2025
Quantencomputer werden die Welt verändern: Herausforderungen sowie Risiken kennen und Chancen nutzen / Rückblick auf das „FrühlingsForum 2025“ des VDI/VDE-AK Sicherheit und des ETV in Berlin mit Dr. Jan Goetz als Sprecher zum Thema „Quantencomputer – Was kommt nach KI? Wie Quantencomputer die Welt verändern können“

]]>
Iran-Krieg als Aufhänger: Cyberkriminelle missbrauchen geopolitische Ereignisse für Malware-Attacken auf Geschäftskommunikation https://www.datensicherheit.de/iran-krieg-aufhaenger-cyberkriminell-missbrauch-geopolitik-ereignis-malware-attacken-geschaeftskommunikation Thu, 26 Mar 2026 23:12:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=53505 „Bitdefender Labs“ melden Zunahme opportunistischer Malware-Cyberkriminalität zu geschäftlichen Abläufen in Echtzeit

[datensicherheit.de, 27.03.2026] Am 25. März 2026 meldeten die „Bitdefender Labs“, dass opportunistisch agierende Cyberkriminelle den gegenwärtigen USA-Iran-Israel-Konflikt für Phishing-Mail-Kampagnen ausnutzen. So stellten sie eine Zunahme von Phishing-Mails zu geschäftlichen Vorgängen vor dem Hintergrund der aktuellen Eskalation fest: Seit dem 28. Februar 2026, dem Beginn der Auseinandersetzungen zwischen den USA und Israel mit dem Iran, ist demnach ein deutlicher Anstieg von Malware-Kampagnen in der Region am Persischen Golf zu verzeichnen: „Im Schnitt wuchs dabei das Volumen von E-Mail-Phishing um mehr als 130 Prozent im Vergleich zum Aufkommen vor dem Beginn der kriegerischen Eskalation.“

Golfregion als Umschlagplatz für Finanzen und Kraftstoffe im Malware-Visier

Die Inhalte dieser eher opportunistisch motivierten E-Mails bezögen sich häufig auf geschäftliche Abläufe wie Rechnungen, Verträgen, finanzielle Angelegenheiten und Lieferungen.

  • „Die Phishing-Kampagnen lassen sich in diesem Stadium des Konflikts keiner Gruppierung mit staatlichem Hintergrund zuschreiben.“

Die sogenannte Golfregion sei durch ihre Rolle als Umschlagplatz für Finanzen und Kraftstoffe sowie als Schaltzentrale für globale wirtschaftliche Netzwerke, Projekte und internationalen Handel ein attraktives Ziel für cyberkriminelle Trittbrettfahrer.

Hacker können kurzfristig Malware-Kampagnen an aktuelle Ereignisse in einer Region anpassen

Das Aufkommen bösartiger Korrespondenzen habe an Spitzentagen das Volumen vor Beginn der Auseinandersetzungen um das Vierfache überschritten. Dieser schnelle Anstieg beweise, wie Hacker kurzfristig ihre Kampagnen zum Ausspielen von Malware an aktuelle Ereignisse in einer Region anpassen könnten.

  • Dabei nutzten sie opportunistisch auch geschäftliche Themen als Aufhänger: „Es geht scheinbar darum, Kredite zu genehmigen, Garantien einzuhalten oder finanziellen Arrangements zuzustimmen.“

Weitere Anlässe für die Trittbrettfahrer seien Nachrichten über ausbleibende Lieferungen. Hacker würden dann mit hoher Dringlichkeit um ein Tracking oder Aktionen zur Freigabe der Ware bitten.

Ausspielen der Malware über angebliche Rechnungen als infizierte Anhänge

Hacker nutzten dabei verschiedene Angriffstechniken wie etwa „Java“-basierte Remote-Access-Trojaner (etwa der „STRRAT“-Familie) oder mehrstufige Fileless-Angriffe mit „PowerShell“.

  • Das Ausspielen der Malware erfolge in den analysierten Fällen über angebliche Rechnungen als infizierte Anhänge. In anderen Fällen zeige die Malware eine graphische Nutzeroberfläche an, welche das schädliche „Tool“ als legitime „Java“-Utility oder als Software-Tool tarne.

Eine persistente, dauerhafte Präsenz im Opfersystem sichere sich die Malware, indem sie einen alle dreißig Minuten auszuführenden Task „Skype“ anlege. In anderen Beispielen platzierten Hacker ihre Malware im Autostart-Ordner, so dass die Schadsoftware mit jedem Hochfahren des Rechners ihre Tätigkeit neu aufnehme.

Tipps für Unternehmen zum Schutz vor Malware-Angriffen

Nutzer können sich laut „Bitdefender Labs“ schützen, indem sie

  • unerwartete Anhänge kritisch prüfen,
  • E-Mail-Anhängen nicht aufgrund formaler Kriterien, wie einer legitimen Dateierweiterung (.eml, .jar, .rar oder etwa .hta), vertrauen,
  • Zip-Archive von unbekannten Quellen nicht akzeptieren,
  • Links vor dem Klicken überprüfen,
  • finanzielle und rechtliche Anfragen unabhängig überprüfen sowie
  • ihre IT regelmäßig aktualisieren und Lösungen zur Cybersicherheit nutzen.

Weitere Informationen zum Thema:

Bitdefender
Auf Vertrauen gebaut. Mit Sicherheit bewährt.

Bitdefender, Alina BÎZGĂ, 25.03.2026
War in the Middle East Triggers Surge in Phishing and Malware Campaigns Targeting Gulf Countries

datensicherheit.de, 08.01.2026
Bitdefender-Rat an Unternehmen: 2026 von Reaktion zur Prävention wechseln / Laut Bitdefender könnte bzw. sollte sogar 2026 zum „Schaltjahr in der Cyberdefensive“ werden

]]>
Immer mehr Daten für US-Behörden: Online-Diskussion zum gläsernen USA-Reisenden https://www.datensicherheit.de/daten-us-behoerden-online-diskussion-glaeserner-usa-reisender Sat, 07 Mar 2026 23:14:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=53050 Für die einladende Europäische Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz (EAID) ist es zweifelhaft, inwieweit diese zusätzlichen Datenerhebungen mit deutschen und europäischen Recht vereinbar sind

[datensicherheit.de, 08.03.2026] Die Europäische Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz (EAID) lädt zu einer Online-Diskussion im Rahmen ihrer Reihe „Perspektivwechsel“ am 18. März 2026 ein: „Immer mehr Daten für US-Behörden – Wie gläsern werden USA-Reisende?“ Die Veranstaltung wird moderiert von Dr. Alexander Dix, stv. EAID-Vorsitzender.

Immer mehr Daten für US-Behörden – Wie gläsern werden USA-Reisende?

Mittwoch, 18. März 2026, 16.00 bis 17.00 Uhr
Online-Diskussion mit Malte Spitz, Generalsekretär der Gesellschaft für Freiheitsrechte
via „GoTo“
Teilnahme kostenlos, Anmeldung per E-Mail erbeten unter anmeldung_18_03_26@eaid-berlin.de

Nach einem kurzen Impuls des Referenten besteht Gelegenheit zur Diskussion.

US-Einreiseregeln sehen künftig vor, dass Touristen bei visumfreier Einreise zahlreiche persönliche Daten preiszugeben haben

Die von der Trump-Administration geplanten verschärften Einreiseregeln sehen demnach vor, dass die Reisenden bei der visumfreien Einreise im Rahmen der Beantragung einer elektronischen Einreisegenehmigung auch ihre Social-Media-Konten der letzten fünf Jahre (z.B. Benutzername), Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Namen und Kontaktinformationen von Familienmitgliedern und andere persönliche Kontakte) offenlegen müssen.

  • Darüber hinaus sollen die Herkunftsländer – soweit verfügbar – erweiterte biometrische Angaben über die Reisenden liefern (z.B. Gesichtsdaten, Fingerabdrücke).

„Es ist zweifelhaft, inwieweit diese zusätzlichen Datenerhebungen mit dem deutschen und dem europäischen Recht vereinbar sind. Wir wollen darüber sprechen, ob es Möglichkeiten gibt, den mit Sicherheits-Argumenten begründeten Datenhunger der US-Behörden zu stoppen und wie die Europäische Union und Deutschland darauf reagieren sollten.“

Weitere Informationen zum Thema und Zugang zur Online-DIskussion:

Europäische Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz e.V.
Willkommen auf der Website der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz e.V.

GoTo, Karsten Neumann | EAID e.V.
Datenzugriff von US-Behörden bei Einreiseanträgen

Linkedin
Alexander Dix / Stellvertretender Vorsitzender der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz

GFF GESELLSCHAFT FÜR FREIHEITSRECHTE
Wer wir sind

GFF GESELLSCHAFT FÜR FREIHEITSRECHTE
Malte Spitz: „Tag für Tag kämpfen wir für die Verteidigung unserer Grund- und Menschenrechte, wir sind die Rechtsschutzversicherung des Grundgesetzes.“

Handelsblatt, 18.02.2026
Vereinigte Staaten: Unsicherheiten um USA-Einreise: Was Urlauber wissen müssen

tagesschau, 15.02.2026
Neue Visaregeln: Was Reisende in die USA jetzt wissen müssen

datensicherheit.de, 11.04.2025
Eine variable Größe: Wie die USA, China und die EU mit dem Datenschutz umgehen​ / Datenschutz ein wichtiger Indikator für das Werteverständnis eines Landes oder eines Staatenbundes

]]>
Phishing-Angriffe: Diesel Vortex nimmt US- und EU-Transport- und Logistikunternehmen ins Visier https://www.datensicherheit.de/phishing-angriffe-diesel-vortex-usa-eu-transport-logistikunternehmen-visier Mon, 02 Mar 2026 23:45:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=52946 „Diesel Vortex“ hat Anmeldedaten von Transport- und Logistikunternehmen in den USA und Europa durch Phishing-Angriffe mittels Verwendung von 52 Domains entwendet

[datensicherheit.de, 03.03.2026] Laut Medienberichten von Ende Februar 2026 soll eine finanziell motivierte Bedrohungsgruppe – „Diesel Vortex“Anmeldedaten von Transport- und Logistikunternehmen in den USA und Europa durch Phishing-Angriffe unter Verwendung von 52 Domains entwenden. Im Rahmen dieser demnach seit September 2025 laufenden Phishing-Kampagne sollen 1.649 eindeutige Anmeldedaten von Web-Plattformen und Dienstleistern gestohlen worden sein, welche für die Frachtbranche von entscheidender Bedeutung seien. Shane Barney, „Chief Information Security Officer“ bei Keeper Security, betont in seiner aktuellen Stellungnahme, dass Transport und Logistik von Geschwindigkeit und Vertrauen abhängen – daher müssten Sicherheitskontrollen so gestaltet sein, dass sie beides so schützten, dass selbst gestohlene Anmeldedaten eben nicht zum schwächsten Glied in einem global vernetzten System werden.

keeper-security-shane-barney

Keeper Security

Shane Barney rät zur Verringerung der Gefährdung zum strukturellen Wandel hin zu identitätszentrierter Sicherheit

Gezielte Konzentration der Phishing-Angriffe auf Identitäten im Bereich Transport und Logistik

„Die gemeldeten Phishing-Aktivitäten, die mit ,Diesel Vortex’ in Verbindung gebracht werden, zeigen eine gezielte Konzentration der Angriffe auf die Identitäten im Transport- und Logistik-Ökosystem, berichtet Barney.

  • Seit September 2025 habe diese Gruppe Berichten zufolge 52 gefälschte Domains eingesetzt, um 1.649 einzigartige, mit zentralen Branchenplattformen verbundene Anmeldedaten zu sammeln – darunter bei „DAT Truckstop“, „TIMOCOM“, „Teleroute“, „Penske Logistics“, „Girteka“ und „Electronic Funds Source“.

Hierbei handele es sich nicht um einen klassischen Perimeter-Einbruch: „Vielmehr geht es um die systematische und gezielte Sammlung legitimer Zugriffe. In hochgradig vernetzten Logistikumgebungen – in denen Frachtbörsen, Flottenmanagementsysteme und Zahlungsplattformen nahtlos interagieren müssen – bieten kompromittierte Anmeldedaten einen direkten Zugang zu operativen Arbeitsabläufen.“

Sicherheit von Anmeldedaten zentrale Resilienzfrage für Lieferketten

Barney warnt: „Sobald ein Angreifer als vertrauenswürdiger Nutzer authentifiziert ist, kann er unentdeckt agieren und sich lateral mit geringerer Entdeckungsgefahr bewegen.“ Die Auswirkungen seien für Unternehmen oder öffentliche Verwaltungen eher operativer als technischer Natur. Identität sei in den Bewegungen von Gütern, Geldern und Daten verankert. „Das macht die Sicherheit von Anmeldedaten zu einer zentralen Resilienzfrage für Lieferketten!“

  • Um die Gefährdung zu verringern, sei ein struktureller Wandel hin zu identitätszentrierter Sicherheit erforderlich: „Phishing-resistente Multi-Faktor-Authentifizierung, strenge Kontrolle privilegierter Zugriffe, kontinuierliche Überwachung auf offengelegte Anmeldedaten und die Durchsetzung des Prinzips der geringsten Rechte für interne und externe Konten sind grundlegend.“ Eine Zero-Trust-Architektur müsse diesen Ansatz untermauern und sicherstellen, dass keinem Nutzer, keinem Gerät bzw. keiner Session implizit vertraut wird.

Barney betont abschließend: „Transport und Logistik hängen von Geschwindigkeit und Vertrauen ab. Sicherheitskontrollen müssen so gestaltet sein, dass sie beides schützen, ohne dass gestohlene Anmeldedaten zum schwächsten Glied in einem global vernetzten System werden!“

Weitere Informationen zum Thema:

KEEPER
Wir sind Keeper Security: Keeper Security transformiert Cybersicherheit für Menschen und Organisationen auf der ganzen Welt…

KEEPER
Keeper Security Author Shane Barney

SC Media, SC Staff, 25.02.2026
Identity, Threat Intelligence, Phishing / Diesel Vortex phishing campaign targets freight and logistics operators

BLEEPINGCOMPUTER, Bill Toulas, 24.02.2026
Phishing campaign targets freight and logistics orgs in the US, Europe

datensicherheit.de, 14.11.2025
Logistik: Cybersicherheit rückt ins Zentrum strategischer Entscheidungen / Eine Befragung unter Cybersicherheitsverantwortlichen in der Logistik hat laut Sophos gezeigt, dass mit zunehmendem Grad digitaler Vernetzung sowohl eine höhere Angreifbarkeit einhergeht als auch eine zunehmende Professionalität des Cyberschutzes

datensicherheit.de, 19.10.2025
Cyberangriffe auf Logistikbranche: Partner und Personal als Einfallstor / Sophos ist im Rahmen einer Befragung unter Logistik-Fachleuten der Frage nachgegangen, wie es um die Cybersicherheit in dieser Branche steht – diese wurde im September 2025 von techconsult im Auftrag von Sophos durchgeführt

datensicherheit.de, 24.03.2019
Logistik: Vorsichtsmaßnahmen zur Sicherung der digitalisierten Supply Chain / Lieferketten im Netzwerk werden zur Zielscheibe von Cyberkriminellen

]]>
Zunahme der Cyberbedrohungen: 84 Prozent aller IT-Fachleute immer mehr gestresst https://www.datensicherheit.de/zunahme-cyberbedrohungen-84-prozent-it-fachleute-zunahme-stress https://www.datensicherheit.de/zunahme-cyberbedrohungen-84-prozent-it-fachleute-zunahme-stress#respond Mon, 15 Dec 2025 23:22:02 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=51429 Die im Auftrag von Object First Befragten benötigen mehr Unterstützung zum Schutz ihrer psychischen Gesundheit durch ihre Arbeitgeber sowie benutzerfreundlichere IT-Sicherheitslösungen

[datensicherheit.de, 16.12.2025] Object First hat eine Studie zur psychischen Gesundheit von IT-Fachleuten veröffentlicht. Diese verdeutlicht demnach, dass der zunehmende Stress, den IT- und Cybersicherheitsexperten empfinden, „nicht nur ein HR-Problem“ sei, sondern eine Herausforderung für die Resilienz der Unternehmen. Diese Studie sei von Dynata für Object First unter IT- und Cybersicherheitsexperten in den USA durchgeführt worden, um herauszufinden, „wie diese im Jahr 2025 mit der zunehmend angespannten Cyberbedrohungslage und der daraus resultierenden psychischen und emotionalen Belastung umgehen“. Hierfür seien insgesamt 500 IT- und Cybersicherheitsexperten, von Berufseinsteigern bis hin zu Führungskräften aus Unternehmen jeder Größenordnung, befragt worden.

object-first-david-bennett

Foto: Object First

David Bennett warnt vor dem Risiko von Produktivitätseinbußen und dem Verlust von IT-Fachkräften aufgrund von Burnout

IT-Experten melden immer häufiger Bedenken hinsichtlich ihrer psychischen Gesundheit an

Die von Object First veröffentlichten Ergebnisse der Studie zeigten, dass IT-Experten aufgrund zunehmender Cyberbedrohungen immer häufiger Bedenken hinsichtlich ihrer psychischen Gesundheit anmeldeten.

  • „Von den 500 befragten IT- und Cybersicherheitsexperten aus den USA gaben 84 Prozent an, dass sie sich aufgrund von IT-Sicherheitsrisiken zunehmend gestresst fühlen und 78 Prozent befürchten, für IT-Sicherheitsvorfälle persönlich verantwortlich gemacht zu werden.“

Diese Zahlen zeigten, dass Unternehmen ihre IT-Fachleute in Zeiten zunehmender Cyberbedrohungen mehr Unterstützung zukommen lassen sollten – sowohl in Form von Ressourcen zum Schutz ihrer psychischen Gesundheit und Stressreduzierung als auch durch weniger komplexe und benutzerfreundlichere Sicherheitslösungen.

Weitere wichtige Erkenntnisse der Studie zur Befindlichkeit von IT-Fachleuten:

  • Emotionale Belastung
    47 Prozent der Befragten hätten angegeben, dass sie nach einem sicherheitsrelevanten Vorfall Druck von ihren Führungskräften ausgesetzt seien, „alles in Ordnung zu bringen“. Fast jeder Fünfte (18%) fühle sich während und nach einem sicherheitsrelevanten Vorfall „hoffnungslos und überfordert“.
  • Fluktuationsrisiken
    59 Prozent der Befragten hätten aufgrund von Stress bereits über einen Arbeitgeberwechsel nachgedacht oder seien aktiv auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber.
  • Hoher Druck bei mangelnden Ressourcen
    55 Prozent der Befragten hätten angegeben, dass hohe Arbeitsbelastung und unterbesetzte Teams die Hauptursachen für ihren empfundenen Stress seien – gefolgt von Sorgen hinsichtlich Cyberangriffen und dem Druck, Betriebskontinuität und Service-Verfügbarkeit zu gewährleisten.
  • Unzureichende Unterstützung durch den Arbeitgeber
    50 Prozent der Befragten meinten, dass ihr Unternehmen das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter nicht ausreichend priorisiere. Als wertvolle Ressourcen hätten die Befragten unter anderem gezielte Unterstützungsprogramme und -initiativen zur Verbesserung von Wohlbefinden und psychischer Gesundheit genannt, aber auch umfassende Sozialleistungen, flexible Arbeitszeiten und bezahlten Urlaub.
  • Notwendigkeit besserer Daten-Backup- und Wiederherstellungslösungen
    74 Prozent der Befragten äußerten die Ansicht, dass die in ihren Unternehmen genutzten Lösungen für die Datenwiederherstellung zu komplex seien – was eine zusätzliche Belastung darstelle. Gleichzeitig seien 67 Prozent der Befragten der Meinung, dass schnellere, leistungsfähigere Backup-Lösungen zur Minimierung von Ausfallzeiten die Produktivität im Unternehmen und das Vertrauen im Unternehmen hinsichtlich einer effektiven Reaktion auf Cyberangriffe signifikant verbessern würden.
  • Stärkere Validierung durch Dritte
    67 Prozent der Befragten hätten angegeben, dass die Nutzung von Technologien, welche von vertrauenswürdigen Drittanbietern hinsichtlich Sicherheit und Zuverlässigkeit geprüft wurden, die Produktivität der IT-Teams und das Vertrauen im Unternehmen hinsichtlich der Wiederherstellung von Daten nach Cyberangriffen verbessern würde.

Stress der IT- und Cybersicherheitsexperten eine Herausforderung für die Resilienz der Unternehmen

„Der zunehmende Stress, den IT- und Cybersicherheitsexperten empfinden, ist nicht nur ein HR-Problem, sondern eine Herausforderung für die Resilienz von Unternehmen!“, kommentiert David Bennett, CEO von Object First.

  • Wie die Ergebnisse ihrer Studie zeigten, beeinträchtige der Druck, als letzte Cyberverteidigungslinie im Unternehmen zu fungieren, die psychische Gesundheit und die Arbeitsleistung dieser Fachkräfte signifikant.

„Da Cyberbedrohungen immer komplexer werden und häufiger auftreten, steigt auch gleichzeitig das Risiko von Produktivitätseinbußen und dem Verlust von IT-Fachkräften aufgrund von Burnout kontinuierlich“, umreißt Bennett abschließend die Problemlage.

Weitere Informationen zum Thema:

OBJECT FIRST
Wenn Sie an Veeam denken, denken Sie an Object First / Object First glaubt an eine Welt, in der Daten gut gegen bösartige Verschlüsselung geschützt sind. Aus diesem Grund haben wir Ootbi entwickelt – den besten Speicher für Veeam. Wir haben einen ransomware-sicheren und unveränderlichen Out-of-the-Box-Backup-Speicher entwickelt, der sicher, einfach und leistungsstark ist!

OBJECT FIRST, 01.10.2025
Object First Umfrage: 84% der IT-Profis fühlen sich aufgrund steigender Cybersecurity-Bedrohungen am Arbeitsplatz unangenehm gestresst / Die Ergebnisse zeigen den Bedarf an mehr Unterstützung für die psychische Gesundheit von Arbeitgebern und an IT-Sicherheitslösungen, die einfacher zu bedienen sind

FORBES, Technology Council
David Bennett – CEO Object First Boulder, CO

datensicherheit.de, 26.02.2025
Stärkung der Sicherheitskultur im Unternehmen durch intensiven Informationsaustausch / KnowBe4-Bericht zur „verborgene Kraft des Informationsaustauschs bei der Gestaltung der Sicherheitskultur eines Unternehmens“ erschienen

datensicherheit.de, 25.06.2019
Cyberkriminelle: Unternehmen fühlen sich oft schutzlos ausgeliefert / Signifikante Qualifikationslücken bedrohen Unternehmenssicherheit

]]>
https://www.datensicherheit.de/zunahme-cyberbedrohungen-84-prozent-it-fachleute-zunahme-stress/feed 0
Digitale Souveränität: EU-Unternehmen streben Unabhängigkeit von US-Diensten an https://www.datensicherheit.de/digital-souveraenitaet-eu-unternehmen-unabhaengigkeit-us-dienste https://www.datensicherheit.de/digital-souveraenitaet-eu-unternehmen-unabhaengigkeit-us-dienste#respond Fri, 21 Nov 2025 23:22:12 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=51064 Beim „Gipfel zur Europäischen Digitalen Souveränität“ erklärten Politik und Wirtschaft, sich von US-Anbietern abwenden zu wollen

[datensicherheit.de, 22.11.2025] Am 18. November 2025 fand in Berlin „Gipfel zur Europäischen Digitalen Souveränität“ statt, auf dem Politik und Wirtschaft erklärten, sich von US-Anbietern abwenden zu wollen. Jörn Bittner, „Senior Consultant“ von Consultix, erörtert, wieso dieser Schritt „richtig und wichtig“ ist und wie die Abkehr von den US-Riesen gelingen kann. Er führt aus, dass diese Frage für alle Unternehmen und Kommunen Relevanz besitzt und dass z.B. für Anwendungen wie „Teams“ u.a. durchaus validen Ersatz auf EU-Ebene gibt.

consultix-laptop-daten-unsicherheit

Abbildung: Consultix GmbH (erstellt mit „Canva AI“)

Jörn Bittner unterstreicht: Ob Videocall oder „Cloud“-Speicher – für alle US-Tools gibt es inzwischen europäische Alternativen

Consultix-Experte für digitale Kommunikation sieht die aktuelle Entwicklung positiv

Schleswig-Holstein tue es, der Internationale Strafgerichtshof ebenfalls: Microsoft-Produkte abschaffen. Dieser US-Konzern gelte als das Softwarehaus, von dem die größte Abhängigkeit im Büro- und Verwaltungsbereich ausgehe: Ob „Teams“, „Word“, „Excel“ oder „Outlook“ – nahezu jedes Unternehmen nutze mindestens eine dieser Anwendungen.

  • Doch nachdem in den letzten Jahren immer mehr Kommunen und Länder zugestimmt hätten, die Abhängigkeit vom US-amerikanischen „Riesen“ nicht überzubewerten und DSGVO-Bedenken über Bord zu werfen, ruderten jetzt viele zurück. Am 18. November 2025 kamen Politik und Entscheider auf dem „Gipfel zur Europäischen Digitalen Souveränität“ jedenfalls zu demselben Schluss.

„Gut so!“, kommentiert Bittner. Als Experte für digitale Kommunikation sieht er diese Entwicklung positiv: „Experten aus Deutschland und Europa sind sich einig: Die Abhängigkeit von US-,Tools’ zu reduzieren, ist die einzig richtige Richtung. Die DSGVO-Konformität ist über US-Konzerne, die Datenströme immer über das EU-Ausland lenken können, nicht gegeben. Genauso wenig wie Sicherheit in Bezug auf politische Manöver.“

Digitale Politik: EuGH-Beschluss zu „Privacy Shield“ entfaltet Wirkung

Im Juli 2020 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) die EU-US-Datenschutzvereinbarung „Privacy Shield“ für ungültig erklärt. Damit untersagt der EuGH die Übermittlung personenbezogener Daten europäischer Bürger in Länder wie etwa die USA, da sie nicht den Datenschutzstandard der DSGVO garantierten.

  • Gleichzeitig verpflichte ein US-amerikanisches Gesetz seine Unternehmen dazu, Sicherheitsbehörden bei Bedarf Daten ausländischer Nutzer preiszugeben. Zu diesen Daten gehörten auch aufgezeichnete Gespräche und Videokonferenzen. Dementsprechend treffe diese Verordnung den größten Teil aller Unternehmen. „Wer Gewinnspiele abhält, Werbung schaltet, Newsletter versendet, Dokumente bereitstellt oder digitale Kommunikation ermöglicht, unterliegt der DSGVO“, betont indes Bittner.

„Tech-Giganten“ aus Übersee hätten immer wieder beteuert, dass die Daten ihrer europäischen Kunden auf europäischen Servern abgelegt würden. Auf Basis dieser „EU-Boundary“ habe beispielsweise das Land Niedersachsen erst im vergangenen Jahr, 2024, die Nutzung von „Microsoft Teams“ beschlossen. Eine ständige Kontrolle der rechtmäßigen Datennutzung sei jedoch schwierig bis unmöglich.

Selbst Digitalmarktführer müssen umdenken

Die Einhaltung der DSGVO durch internationale Konzerne habe vielen Unternehmen und Kommunen bisher noch möglich erschienen, doch eine von der US-Politik diktierte Handlungsweise mit Restriktionen und Bestrafungen zwinge nun selbst Digitalmarktführer in die Knie und mache sie zum „Spielball“.

  • „Keine Branche kann mehr von Planungssicherheit sprechen. Das gilt auch für den Tech-Bereich“, resümiert Bittner.

Er legt dringend nahe: „Unternehmensführung und Datenverwaltung müssen sich jetzt mit der Sicherheit ihrer Daten und mit ihrem Kommunikationssystem auseinandersetzen. Sonst könnte es teuer und aufwändig werden.“

Schwieriges Problem der Digitalen Souveränität findet durchaus einfache Lösungen

Antwort auf die steigende Nachfrage nach geschütztem und DSGVO-konformem Online-Austausch bieten laut Bittner Open-Source-Lösungen wie z.B. „Jitsi Meet“ oder „Matrix Messenger Element“, welche Videokonferenzen verschlüsselten.

  • „Nextcloud“ gewähre sicheren Austausch von Dokumenten. Anbieter solcher „Tools“ gingen zudem auf individuelle Anforderungen von Verwaltungen und Firmen ein und stellten persönliche Berater zur Seite, um die Implementierung zu begleiten.

Betrieben auf eigenen Servern in Deutschland, garantierten sie sichere digitale Meetings per Web-Browser oder Client auf allen Endgeräten – „mit Lizenzverträgen von lokalen Dienstleistern sogar günstiger“.

Weitere Informationen zum Thema:

tagesschau, 18.11.2025
Digital-Gipfel in Berlin berät über Maßnahmen zur europäischen Souveränität

consultix
Moin, wir sind Consultix. Wir sind Digital Strategen. Wir sind Macher. Wir sind für Dich da.

Linkedin
Jörn Bittner

datensicherheit.de, 19.11.2025
Digitale Souveränität: Bitkom und Numeum fordern Europas Ablösung von einseitiger Abhängigkeit / Der deutsche und der französische Digitalverband – Bitkom & Numeum – nahmen den „SUMMIT ON EUROPEAN DIGITAL SOVEREIGNTY“ vom 18. November 2025 zum Anlass für ihre gemeinsame Forderung

datensicherheit.de, 22.10.2025
AWS-Störungen mahnen zur Wahrung der Digitalen Souveränität / Aktuelle Serviceprobleme bei AWS und daraus resultierende weltweite Ausfälle führen uns wieder deutlich vor Augen, wie verletzlich digitale Wertschöpfungsketten derzeit sind

datensicherheit.de, 21.08.2025
IT-Sicherheit „Made in EU“: Deutsche Unternehmen streben digitale Souveränität an / Laut neuer ESET-Studie beabsichtigen drei Viertel der wechselbereiten Unternehmen künftig europäische IT-Sicherheitslösungen einzusetzen

datensicherheit.de, 16.08.2025
Mehr digitale Souveränität und Resilienz – Cybersicherheit neu gedacht / Die Cybersicherheitslandschaft in Europa verändert sich deutlich: Unternehmen stehen vor einer von zunehmenden Bedrohungen, KI-Durchdringung und wachsendem Bewusstsein für Digitale Souveränität geprägten Zeitenwende

]]>
https://www.datensicherheit.de/digital-souveraenitaet-eu-unternehmen-unabhaengigkeit-us-dienste/feed 0
Kommunikationslösungen für deutsche Behörden: Benjamin Schilz rät zur Abkehr von US-Anbietern https://www.datensicherheit.de/kommunikationsloesungen-fuer-deutsche-behoerden-benjamin-schilz-raet-zur-abkehr-von-us-anbietern https://www.datensicherheit.de/kommunikationsloesungen-fuer-deutsche-behoerden-benjamin-schilz-raet-zur-abkehr-von-us-anbietern#respond Wed, 27 Aug 2025 22:41:25 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=49856 Wer als Behörde oder Institution höchste Datensicherheit garantieren muss, kann nicht auf US-amerikanische Unternehmen oder deren europäische Töchter setzen

[datensicherheit.de, 28.08.2025] Geopolitische Spannungen im Verein mit politischer Instabilität in den USA machen deutlich, dass öffentliche Stellen in Deutschland nicht länger auf US-Dienste setzen sollten – stattdessen seien Kommunikationslösungen gefragt, welche sich rechtlich und technisch unabhängig betreiben lassen und die ohne Kompromisse bei Sicherheit und Bedienbarkeit auskommen. Der Wire-CEO, Benjamin Schilz, betont in seinem aktuellen Kommentar: „Wer als Behörde oder Institution höchste Datensicherheit garantieren muss, kann nicht auf US-amerikanische Unternehmen oder deren europäische Töchter setzen!“

wire-benjamin-schilz

Foto: wire

Benjamin Schilz rät zum Zero-Trust-Ansatz: Jede Nachricht, jede Datei und jede Sitzung werden permanent verschlüsselt, authentifiziert und überwacht!

Etablierung in Behördenstrukturen: Lösungen müssen einfach zu bedienen sein und mit Arbeitsabläufen harmonieren

Für Behörden in Deutschland heiße dies: Sie sollten sich nach verlässlichen Alternativen umschauen. Dabei reiche es nicht aus, auf das Etikett „Europa“ zu achten oder vagen Versprechen zur Verschlüsselung zu glauben. „Entscheidend ist eine transparente, technisch nachvollziehbare Umsetzung, die Datenschutz und sichere Kommunikation tatsächlich garantieren kann!“

  • Auf politische Rahmenbedingungen allein sollten sich Verantwortliche nicht verlassen – „sie sind zu volatil und können, wie das Beispiel der USA zeigt, rasch kippen“.

Neben rechtlichen Aspekten und Sicherheitsanforderungen sei außerdem Bedienungskomfort und eine hohe „Usability“ wichtig für die Akzeptanz bei den eigenen Mitarbeitern. „Nur wenn Lösungen einfach zu bedienen sind und mit gängigen ,Workflows’ harmonieren, lassen sie sich nachhaltig in Behördenstrukturen etablieren“, so Schilz.

Technik statt Vertrauen: Wie sichere Kommunikation für Behörden sein sollte

Für eine sichere Kommunikation sei Zero-Trust entscheidend: „Es setzt technisches Misstrauen gegenüber Geräten, Nutzenden und auch gegenüber der beteiligten Software voraus.“

  • Die eingesetzte Technik werde also nicht nur einmalig, sondern kontinuierlich überprüft. Dieser „Null-Vertrauen-Ansatz“ reduziere die Angriffsfläche erheblich.

Schilz erläutert: „Selbst wenn einzelne Zugangsdaten kompromittiert sind oder bestimmte Komponenten ausfallen, bleibt die Integrität des Systems gewahrt. Das bedeutet in der technischen Ausführung, dass es keine ,Vertrauenszonen’ mehr gibt ‒ wie etwa den Bereich hinter einer Firewall.“ Jede Nachricht, jede Datei und jede Sitzung werde somit permanent verschlüsselt, authentifiziert und überwacht.

Technische Kriterien für eine sichere Kommunikation der Behörden

Damit Behörden langfristig eine wirklich sichere Kommunikationslösung nutzen können, müssten mehrere technische Prinzipien konsequent umgesetzt werden. Diese lassen sich laut Schilz in drei zentrale Schritte gliedern:

  • 1. Schritt: Sichere Verschlüsselung als Basis
    Das Fundament jeder Lösung sei eine konsequente „End-to-End“-Verschlüsselung, welche nicht nur die Kommunikationswege, sondern auch gespeicherte Inhalte vollständig schützt.
    „Nur Sender und Empfänger verfügen über die Schlüssel und selbst der Betreiber der Plattform sollte keinerlei Möglichkeit haben, Nachrichten einzusehen oder zu entschlüsseln.“
    Entscheidend sei außerdem, dass diese Verschlüsselung permanent aktiv ist und nicht abgeschaltet werden kann. „Denn sobald Ausnahmen oder optionale Modi existieren – wie etwa bei ,WhatsApp’-Gruppenchats – entstehen unnötige Angriffsflächen.“ Ergänzend sollten anerkannte Encryption-Standards wie „Messaging Layer Security“ (MLS) eingesetzt werden. Dieses von einer internationalen Arbeitsgruppe der IETF entwickelte Verfahren ermögliche eine skalierbare und zugleich hochsichere Gruppenkommunikation.
  • 2. Schritt: Transparenz, Unabhängigkeit und Interoperabilität
    Neben der Verschlüsselung sei die Frage der Souveränität zentral. Anbieter müssten sicherstellen, dass sie nicht durch Gesetze unfreundlicher Staaten – etwa aus den USA, dem Vereinigten Königreich, Russland oder China – zur Herausgabe von Daten gezwungen werden könnten.
    Gleichzeitig sei die Einhaltung europäischer Vorgaben wie DSGVO, „Data Act“ und „AI Act“ verpflichtend. Um die Vertrauenswürdigkeit zu untermauern, sollten Unternehmen ihre Implementierungen regelmäßig von externen Sicherheitsspezialisten prüfen lassen.
    Gerade bei kryptographischen Verfahren könnten schon kleinste Fehler schwerwiegende Sicherheitslücken nach sich ziehen. Wichtig sei außerdem die konsequente Nutzung offener Standards und Protokolle, um „Lock-ins“ zu vermeiden und die Integration in bestehende Systeme zu erleichtern. Ein wesentlicher Baustein sei auch eine „Open-Source“-Implementierung: Nur so ließen sich sicherheitskritische Funktionen nachvollziehen, ungewollte Datenabflüsse ausschließen und zugleich flexible Anpassungen an die eigene IT-Landschaft ermöglichen.
  • 3. Schritt: Praxistauglichkeit für den Behördeneinsatz
    Für den produktiven Einsatz in Behörden müssen weitere Anforderungen erfüllt sein. Eine Zertifizierung durch offizielle Stellen wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) liefere die notwendige Sicherheit, dass eine Lösung die hohen Anforderungen im Öffentlichen Sektor erfüllt.
    Darüber hinaus spiele die breite Verfügbarkeit eine Rolle: Lösungen müssten auf allen gängigen Betriebssystemen laufen – von „Windows“ und „Linux“ über „macOS“ bis hin zu mobilen Plattformen wie „Android“, „iOS“ und „iPadOS“.
    Zusätzlich sei ein browser-basierter Zugang wichtig, da dieser ohne Installation auskomme und die IT-Abteilungen entlaste.

Ausrichtung der Lösungen auf Behörden-Anforderungen

Für Behörden zähle vor allem, „dass sich Kommunikationslösungen möglichst nahtlos und einfach in bestehende IT-Landschaften integrieren lassen“. Hilfreich seien hierbei nicht nur sauber dokumentierte Schnittstellen. „Noch besser ist ,Open-Source’-Software, die die IT selbst an die eigenen Plattformen und Anforderungen anpassen kann“, so Schilz.

  • Zudem seien Freigaben durch weitere Behörden wie beispielsweise das BSI wichtig, damit auch vertrauliche Inhalte über die Plattform ausgetauscht und gespeichert werden dürften – sei es in Form von Dateien, Chats, Audio-/Videokonferenzen oder gemeinsam bearbeiteten Dokumenten. Eine Teilnahme sollte außerdem ohne die Angabe privater Telefonnummern möglich sein, „da im Behördenumfeld nicht immer Diensthandys vorhanden sind“.

Neben den rein technischen Aspekten sei es für Behörden außerdem eine gute Richtlinie zu schauen, „wo eine avisierte Lösung eventuell schon bei öffentlichen Trägern wie Kommunen, Kreisen, Bezirks- und Landesregierungen oder Ministerien im Einsatz ist“. Die Erfahrungen dort könnten helfen, die Entscheidung für oder gegen eine Lösung zu treffen.

Weitere Informationen zum Thema:

wire, Hauke Gierow, 09.02.204
Wire ernennt Benjamin Schilz als CEO / Neuer CEO wird die internationale Expansion von Wire vorantreiben

Golem, Erik Bärwaldt, 18.08.2025
Digitale Souveränität: Das Märchen von der Sovereign Cloud / Als Reaktion auf Europas Streben nach digitaler Unabhängigkeit haben US-Hyperscaler die Sovereign Cloud erfunden. Die bietet eins nicht: Souveränität.

datensicherheit.de, 21.08.2025
IT-Sicherheit „Made in EU“: Deutsche Unternehmen streben digitale Souveränität an / Laut neuer ESET-Studie beabsichtigen drei Viertel der wechselbereiten Unternehmen künftig europäische IT-Sicherheitslösungen einzusetzen

datensicherheit.de, 16.08.2025
Mehr digitale Souveränität und Resilienz – Cybersicherheit neu gedacht / Die Cybersicherheitslandschaft in Europa verändert sich deutlich: Unternehmen stehen vor einer von zunehmenden Bedrohungen, KI-Durchdringung und wachsendem Bewusstsein für Digitale Souveränität geprägten Zeitenwende

datensicherheit.de, 07.08.2025
Sicheres Vertragsmanagement: Digitale Souveränität als Notwendigkeit / Die US-Abhängigkeit stellt ein erhebliches Risiko für die Datenhoheit, „Compliance“ und Innovationsfähigkeit europäischer Betriebe dar – umso wichtiger ist es, die eigene Digitale Souveränität zu stärken

datensicherheit.de, 07.08.2025
Digitale Souveränität statt Digitaler Naivität – Europas IT-Sicherheitsstrategie auf dem Prüfstand / Der aktuelle EU-Fortschrittsbericht zur „Digitalen Dekade 2030“ zeigt auf, dass vielen EU-Mitgliedstaaten das Verfehlen zentraler Ziele droht – gleichzeitig wächst die Abhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern im Bereich der IT-Sicherheit

]]>
https://www.datensicherheit.de/kommunikationsloesungen-fuer-deutsche-behoerden-benjamin-schilz-raet-zur-abkehr-von-us-anbietern/feed 0