Yaniv Vardi – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Mon, 04 Sep 2023 10:17:48 +0000 de hourly 1 2022: Drei von vier Gesundheitseinrichtungen in Deutschland Opfer von Cyber-Vorfällen https://www.datensicherheit.de/2022-drei-von-vier-gesundheitseinrichtungen-in-deutschland-opfer-von-cyber-vorfaellen https://www.datensicherheit.de/2022-drei-von-vier-gesundheitseinrichtungen-in-deutschland-opfer-von-cyber-vorfaellen#respond Mon, 04 Sep 2023 10:17:48 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=43402 Jeder vierte Cyber-Angriff auf Gesundheitseinrichtungen mit ernsthaften Auswirkungen für Patienten

[datensicherheit.de, 04.09.2023] 78 Prozent der Einrichtungen weltweit waren 2022 laut der „Global Healthcare Cybersecurity Study 2023“ von Claroty Opfer von Beeinträchtigungen ihrer Cyber-Sicherheit: „Drei von vier Gesundheitseinrichtungen in Deutschland (73%) wurden im letzten Jahr zum Opfer von Cyber-Vorfällen. Dabei waren ,nur’ in jedem zweiten Fall die jeweiligen IT-Systeme betroffen.“ Die Mehrzahl der Vorfälle (57%) betraf demnach cyber-physische Systeme (CPS) – wie vernetze medizinische Geräte oder die Gebäudetechnik. Für den zugrundeliegenden Report wurden laut Claroty weltweit insgesamt 1.100 Fachkräfte aus den Bereichen Cyber-Sicherheit, Technik, IT und Netzwerke in Gesundheitseinrichtungen befragt.

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Abbildung: Claroty

Claroty gab Umfrage unter Gesundheitsdienstleistern, Krankenhäusern und Kliniken in Nordamerika (500), Südamerika (100), APAC (250) und Europa (250) in Auftrag

Gesundheitseinrichtungen stehen vor zahlreichen Herausforderungen

Die sogenannte Healthcare-Branche habe im Bereich der Cyber-Sicherheit mit vielen Herausforderungen zu kämpfen – schnell wachsende Angriffsflächen, veraltete Technologien, Budgetbeschränkungen und ein globaler Mangel an Cyber-Fachkräften.

Claroty-Studie zeigt, dass das Gesundheitswesen volle Unterstützung der Cyber-Industrie und der Aufsichtsbehörden benötigt

Yaniv Vardi, „CEO“ von Claroty, kommentiert: „Unsere Studie zeigt, dass das Gesundheitswesen die volle Unterstützung der Cyber-Industrie und der Aufsichtsbehörden braucht, um medizinische Geräte vor den wachsenden Bedrohungen zu schützen und so die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten!“ Der vorliegende Report beleuchte dabei die Erfahrungen der Sicherheitsverantwortlichen mit Cybersecurity-Vorfällen im vergangenen Jahr, den aktuellen Stand ihrer Sicherheitsanstrengungen sowie ihre zukünftigen Prioritäten.

Die wichtigsten Ergebnisse der weltweiten Erhebung zur Cyber-Sicherheit im Gesundheitswesen:

  • 78 Prozent der Befragten hätten 2022 mindestens einen Cybersecurity-Vorfall verzeichnet (Deutschland: 73%).
  • In 30 Prozent der Fälle weltweit seien sensible Daten wie geschützte Gesundheitsinformationen (PHI) betroffen gewesen (Deutschland: 23 %).
  • 60 Prozent der Vorfälle weltweit hätten moderate oder erhebliche Auswirkungen auf die Patientenversorgung gehabt, weitere 15 Prozent ernsthafte Auswirkungen, welche die Gesundheit und Sicherheit der Patienten gefährdeten. In Deutschland seien zwar mit 33 Prozent die moderaten bis erheblichen Auswirkungen deutlich geringer, dafür jedoch die Anzahl der Vorfälle mit ernsthaften Auswirkungen deutlich höher (27%).
  • 20 Prozent der von Ransomware betroffenen Einrichtungen in Deutschland hätten das geforderte Lösegeld gezahlt (weltweit 26%).
  • Weltweit trieben vor allem gesetzgeberische Maßnahmen die Cyber-Sicherheit im Gesundheitswesen voran: 44 Prozent der Befragten sähen in ihnen den größten externen Einfluss auf die eigene Cybersecurity-Strategie.
  • Weltweit orientierten sich Sicherheitsverantwortliche am stärksten am „NIST Cybersecurity Framework“ (zu 38%, in Deutschland: 30%). Während das „HITRUST Cybersecurity Framework“ global mit 38 Prozent ebenfalls bedeutend sei, spiele es in Deutschland eine eher untergeordnete Rolle (17%). Hier setze ein Drittel (33%) vor allem auf die „CISA CPGs“.

Mangel an Cyber-Fachkräften auch im Gesundheitssektor offensichtlich

Diese Studie habe zudem gezeigt, dass der Mangel an Cyber-Fachkräften auch im Gesundheitssektor nach wie vor eine der größten Herausforderungen sei: Jede zweite Einrichtung (53 ) in Deutschland sei auf der Suche nach neuen Mitarbeitern für den Bereich Cyber-Sicherheit. Dabei hätten 70 Prozent der Befragten Schwierigkeiten bei der Rekrutierung des geeigneten Personals.

Weitere Informationen zum Thema:

Claroty
The Global Healthcare Cybersecurity Study 2023 / Priorities and challenges amid escalating cyber-physical connectivity

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Ransomware bedroht zunehmend auch industrielle Steuerungssysteme und Betriebstechnik https://www.datensicherheit.de/ransomware-bedrohung-zunahme-auch-industrie-steuerungssysteme-betriebstechnik https://www.datensicherheit.de/ransomware-bedrohung-zunahme-auch-industrie-steuerungssysteme-betriebstechnik#respond Thu, 10 Feb 2022 11:04:16 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=41500 Erhebliche Störungen in Folge einer Ransomware-Attacke bei jedem zweiten Opfer

[datensicherheit.de, 10.02.2022] Ransomware wird offensichtlich immer mehr auch zum Problem von industriellen Anlagen und der Kritischen Infrastruktur (Kritis): 80 Prozent der Kritis-Betreiber und Unternehmen, die zur Kritischen Infrastruktur wesentlich beitragen, seien 2021 Opfer eines Ransomware-Angriffs geworden. Dies habe die von Spezialisten für die Sicherheit cyber-physischer Systemen (CPS) in Industrie-, Healthcare- und Unternehmensumgebungen Claroty initiierte Studie „The Global State of Industrial Cybersecurity 2021: Resilience Amid Disruption“ (Der globale Stand der industriellen Cybersicherheit 2021: Resilienz in Zeiten der Disruptionen) ergeben, für welche insgesamt 1.100 Security-Spezialisten befragt worden seien. Während weltweit diese Attacken wesentlich häufiger vor allem die IT-Systeme träfen (32,4%) und deutlich weniger die Betriebstechnik (OT) sowie industriellen Steuerungssysteme (ICS) (20,3%), sei in Europa der Unterschied wesentlich geringer: Dort hätten 27 Prozent der Ransomware-Angriffe ausschließlich die IT-Systeme und 23 Prozent ausschließlich OT/ICS-Anlagen beitroffen. Bei einem knappen Viertel (23,3%) seien beide Bereiche gestört worden (weltweit: 27,1%). Insgesamt betreffe also fast jeder zweite Angriff auch die OT/ICS.

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Abbildung: CLAROTY

CLAROTY; Erkenntnisse aus der Studie „The Global State of Industrial Cybersecurity 2021: Resilience Amid Disruption“

Betriebsunterbrechung nach Ransomware-Angriff führt zu erheblichen Umsatzeinbußen

Mehr als 90 Prozent der angegriffenen Unternehmen hätten ihre Aktionäre und/oder Behörden über den Vorfall informiert und berichtet, dass die Auswirkungen in fast der Hälfte der Fälle (49%) „erheblich“ oder „signifikant“ gewesen seien. Ebenfalls „signifikant“ seien die finanziellen Auswirkungen einer Attacke: „So bezifferte gut die Hälfte (50,3%) der Befragten, dass sie eine Betriebsunterbrechung infolge eines Angriffs zwischen 100.000 und 1.000.000 US-Dollar Umsatz pro Stunde kosten würde.“

Dies erkläre womöglich auch die relativ hohe Bereitschaft, auf die Lösegeldforderungen einzugehen: „Weltweit zahlten 62,1 Prozent der Unternehmen, in den USA sogar 76,4 Prozent, in Europa jedoch nur 46,8 Prozent.“ In den meisten Fällen habe das Lösegeld zwischen 100.000 und 500.000 US-Dollar (32,1%) bzw. zwischen 500.000 und 1.000.000 US-Dollar (30,5%) betragen.

Digitale Transformation eröffnet weiche Flanken für Ransomware-Angreifer

Die Digitale Transformation habe sich auch im Bereich der Kritis seit dem Beginn der „Corona-Pandemie“ beschleunigt: Am deutlichsten im Asien-Pazifik-Raum (bei 90,4% der Befragten), am geringsten in Europa (bei 82,3% der Unternehmen). Dabei werde der Trend zur Fernarbeit weiter anhalten: Weltweit wollten 73 Prozent der Unternehmen in absehbarer Zeit weiterhin in gewissem Umfang „remote“ arbeiten, in Europa sogar 80 Prozent.

In Folge der zunehmenden Bedrohungslage werde die Cyber-Sicherheit für Unternehmen immer stärker zur Priorität. Entsprechend erhöhten sie ihre Investitionen im Bereich der Cyber-Sicherheit und implementierten neue Lösungen und Prozesse. Dabei sei die Geschäftsführung immer häufiger eingebunden, in jedem zweiten Unternehmen (52,4%) sogar „stark“. Die Verantwortung für den sicheren Betrieb unterliege dabei zumeist dem sogenannten CISO: „Bei 60 Prozent der Unternehmen werden hier die OT- und IT-Governance gebündelt. Der COO oder Betriebsleiter ist lediglich in 25,6 Prozent der Unternehmen auch für die Cyber-Sicherheit der Anlage zuständig.“

Nicht nur zur Ransomware-Abwehr: Alle cyber-physischen Systeme in Risiko-Governance-Praktiken einbeziehen!

„Unsere Studie zeigt, dass sich die Sicherheit Kritischer Infrastrukturen an einem entscheidenden Punkt befindet, an dem die Bedrohungen zunehmen und sich weiterentwickeln. Gleichzeitig wächst aber auch das kollektive Bewusstsein und der Wunsch, unsere wichtigsten Systeme zu schützen“, kommentiert Yaniv Vardi, „CEO“ von Claroty. Seine Empfehlung:

Sicherheitsverantwortliche, die ihre Programme auf die nächste Stufe heben wollten, müssten alle cyber-physischen Systeme in ihre Risiko-Governance-Praktiken einbeziehen, ihre IT- und OT-Netzwerke und -Anlagen segmentieren, ihre allgemeinen IT-Cyber-Sicherheitspraktiken auf ihre OT-Geräte ausweiten und alle Netzwerke konsequent auf Bedrohungen überwachen.

Weitere Informationen zum Thema:

CLAROTY
The Global State of Industrial Cybersecurity / Independent Survey Results, 2021: Resilience Amid Disruption

datensicherheit.de, 07.01.2022
Flughafenservice, Hafenanlagen, Tanklager – Cyber-Attacken reißen nicht ab / Experten für Cyber-Sicherheit kommentieren jüngste -Attacken auf Kritische Infrastrukturen

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