Betriebsdaten – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Thu, 25 Jun 2026 18:59:45 +0000 de hourly 1 Fehlender Kontext als größtes Sicherheitsrisiko für Unternehmen https://www.datensicherheit.de/fehlen-kontext-groesstes-sicherheitsrisiko-unternehmen Fri, 26 Jun 2026 22:48:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55178 In Bezug auf Cybersecurity, KI und Resilienz benötigen Unternehmen mehr als bloß Sichtbarkeit – vertrauenswürdige Betriebsdaten als entscheidender Erfolgsfaktor

[datensicherheit.de, 27.06.2026] Shankar Gomathi, Open Text, erörtert in seiner aktuellen Stellungnahme, warum Unternehmen für Cybersecurity, Künstliche Intelligenz (KI) und Resilienz mehr als Sichtbarkeit brauchten – und weshalb vertrauenswürdige Betriebsdaten zum entscheidenden Erfolgsfaktor würden. „Noch nie haben Unternehmen so viele Daten erzeugt wie heute. Sie investieren Milliarden in Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz und Automatisierung, um Risiken zu minimieren und ihre Reaktionsfähigkeit zu erhöhen.“ Doch trotz dieser Investitionen fehle vielen Organisationen der nötige Überblick über ihre eigene IT-Umgebung – und damit die Grundlage für fundierte Entscheidungen.

Unternehmen müssen Zusammenhänge, Abhängigkeiten und Auswirkungen auf ihr Geschäft erkennen und bewerten können

„IT-Sicherheitsteams sehen heute zwar eine Vielzahl von Systemen, Anwendungen, ,Assets’ und Warnmeldungen“, so Gomathi. Doch diese Informationen lägen häufig isoliert vor.

  • Der entscheidende Kontext fehle: „Welche Systeme sind für das Geschäft besonders kritisch? Welche Abhängigkeiten bestehen zwischen Anwendungen und Services? Und welche geschäftlichen Folgen hätte ein Ausfall oder eine Kompromittierung?“ Ohne Antworten auf diese Fragen bleibe das Gesamtbild lückenhaft – und Unternehmen träfen sicherheitsrelevante Entscheidungen mit begrenzter Sicht auf die tatsächlichen Risiken.

In immer komplexeren digitalen Umgebungen komme es nicht mehr nur darauf an, Daten zu erfassen. Ebenso wichtig sei es, ihre Zusammenhänge, Abhängigkeiten und Auswirkungen auf das Geschäft zu erkennen und zu bewerten.

Unternehmen drohen schwerwiegende Sicherheitsrisiken, wenn Abhängigkeit zwischen eigenen Systemen und Services nicht vollständig verstanden wird

„Über viele Jahre hinweg lag der Fokus von Unternehmen darauf, die Transparenz ihrer IT-Umgebungen zu erhöhen. Sie haben Monitoring-Tools, Sicherheitsplattformen und Observability-Lösungen eingeführt, um mehr Informationen über Systeme und Aktivitäten zu sammeln“, berichtet Gomathi. Doch mehr Sichtbarkeit führe nicht automatisch zu mehr Verständnis.

  • Moderne Cyberangriffe machten diese Herausforderung besonders deutlich. Angreifer konzentrierten sich heute selten auf ein einzelnes, isoliertes System. Stattdessen bewegten sie sich durch komplex vernetzte IT-Umgebungen und nutzten die Verbindungen zwischen Anwendungen, Identitäten und Infrastrukturen gezielt aus.

Was zunächst wie ein geringfügiger Vorfall erscheine, könne sich schnell zu einem schwerwiegenden Sicherheitsrisiko entwickeln, „wenn Unternehmen die Abhängigkeiten zwischen ihren Systemen und Services nicht vollständig verstehen“, warnt Gomathi.

Kenntnis der Wechselwirkung zwischen Technologie und Geschäftsprozessen als Basis der Widerstandsfähigkeit der Unternehmen

In solchen Situationen benötigten Sicherheitsteams mehr als nur Warnmeldungen. Sie benötigen Kontext! Sie müssen verstehen, welche ,Assets’ geschäftskritisch sind, welche Services betroffen sind und wo Betriebsunterbrechungen am wahrscheinlichsten auftreten!“, betont Gomathi.

  • Ohne solchen Kontext würden Risikobewertungen ungenauer, Reaktionsmaßnahmen ineffizienter und geschäftliche Auswirkungen schwerer vorhersehbar.

Ein klares Verständnis der eigenen IT-Landschaft sei längst nicht mehr nur eine Voraussetzung für wirksame Cybersecurity. „Es bildet auch die Grundlage für ,Compliance’, Operative Resilienz und ,Business Continuity’. Denn nur wer die Abhängigkeiten zwischen Technologie und Geschäftsprozessen kennt, kann Risiken realistisch bewerten und die Widerstandsfähigkeit der Organisation gezielt stärken.“

Vertrauenswürdige Betriebsdaten als Grundlage der Sicherheit für Unternehmen

Deshalb würden vertrauenswürdige Betriebsdaten immer wichtiger. „Technologien wie ,Configuration Management Databases’ (CMDBs) wurden traditionell vor allem mit IT-Betrieb und IT-Service-Management in Verbindung gebracht.“ Ihr Nutzen erweitere sich jedoch zunehmend, da Unternehmen erkennen würden, „wie wichtig eine präzise Dokumentation von ,Assets’, Konfigurationen und Abhängigkeiten über die gesamte Organisation hinweg ist“.

  • Gomathi führt weiter aus: „Werden Betriebsdaten konsequent gepflegt, schaffen sie eine gemeinsame, vertrauenswürdige Informationsbasis. Dadurch können Teams über isolierte Datenpunkte hinausblicken und den größeren Zusammenhang von Systemen und Services verstehen. Sicherheitsteams können potenzielle Risiken und Auswirkungen besser bewerten. Betriebsteams können Ressourcen gezielter priorisieren. Führungskräfte gewinnen mehr Vertrauen in die Informationen, auf deren Grundlage strategische Entscheidungen getroffen werden.“

Noch wichtiger sei jedoch, dass vertrauenswürdige Betriebsdaten Unternehmen helfen könnten, die möglichen Folgen von Veränderungen besser zu verstehen „unabhängig davon, ob diese durch einen Cyberangriff, einen Systemausfall oder eine geschäftliche Transformationsinitiative ausgelöst werden“.

Unternehmen riskieren, bestehende Blinde Flecken nicht zu erkennen und durch Automatisierung sogar noch zu verstärken

Mit dem Vormarsch von KI und Automatisierung gewinne diese Frage weiter an Bedeutung. „Unternehmen übertragen KI-Systemen immer mehr Verantwortung – von der Erkennung von Bedrohungen über die Reaktion auf Sicherheitsvorfälle bis hin zur Analyse komplexer Geschäftszusammenhänge.“

  • Doch KI sei nur so leistungsfähig wie die Datenbasis, auf der sie arbeitet. Fehle der notwendige Kontext, würden auch die daraus abgeleiteten Erkenntnisse und Entscheidungen unzuverlässig.

„Sind Informationen über Abhängigkeiten unvollständig, Service-Maps veraltet oder Konfigurationsdaten fehlerhaft, können KI-gestützte Empfehlungen auf falschen Annahmen beruhen.“ Unternehmen riskierten dann, bestehende Blinde Flecken nicht zu erkennen, sondern durch Automatisierung sogar noch zu verstärken.

Unternehmen sollten sich eine verlässliche und vertrauenswürdige operative Datenbasis schaffen

Deshalb sollte sich die Diskussion über KI nicht allein auf Modelle, Algorithmen und Fähigkeiten konzentrieren. „Ebenso wichtig ist die Qualität der Datenbasis, auf der diese Systeme arbeiten. Nur wenn Betriebsdaten vollständig, aktuell und korrekt sind, können KI-Systeme fundierte Erkenntnisse liefern und zuverlässige Entscheidungen unterstützen.“

  • Unternehmen, welche eine verlässliche und vertrauenswürdige operative Datenbasis schaffen, seien deutlich besser aufgestellt, um das Potenzial von KI auszuschöpfen, ihre Sicherheitslage zu verbessern und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Störungen zu stärken.

Gomathis Fazit: „In einer Zeit, die von Cyberrisiken, Automatisierung und rasantem technologischen Wandel geprägt ist, entscheidet nicht die Menge der verfügbaren Daten über den Erfolg. Entscheidend ist vielmehr, die Zusammenhänge hinter diesen Daten zu verstehen und sie in den richtigen geschäftlichen Kontext einzuordnen.“ Denn nur so ließen sich fundierte Entscheidungen treffen und Risiken wirksam steuern.

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