E-Mail-Sicherheit – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Thu, 01 Aug 2019 21:04:52 +0000 de hourly 1 Laterales Phishing: Die wachsende Bedrohung https://www.datensicherheit.de/laterales-phishing-wachsende-bedrohung https://www.datensicherheit.de/laterales-phishing-wachsende-bedrohung#respond Thu, 01 Aug 2019 21:04:52 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=34005 Missbrauch entführter Konten für umfangreiche Phishing-Angriffe

Ein Gastbeitrag von Dr. Klaus Gheri, Vice President und General Manager Network Security bei Barracuda Networks

[datensicherheit.de, 01.08.2019] Der Missbrauch gehackter E-Mail-Konten durch Cyberkriminelle ist nach wie vor eine der größten Bedrohungen für die E-Mail-Sicherheit. Dabei entwickeln Angreifer ihre Taktiken kontinuierlich weiter: In Zusammenarbeit mit Forschern der UC Berkeley und der UC San Diego entdeckten Sicherheitsforscher von Barracuda eine neue und wachsende Art des Kontoübernahme-Angriffs: das laterale Phishing.

Missbrauch kompromittierter Konten

Bei lateralen Phishing-Angriffen missbrauchen Cyberkriminelle kompromittierte Konten, um Phishing-Mails an eine Reihe von Empfängern zu senden, von engen Kontakten innerhalb des Unternehmens bis hin zu Geschäftspartnern anderer Unternehmen. Die Studie ergab, dass eines von sieben Unternehmen in den letzten sieben Monaten laterale Phishing-Angriffe erlebt hat.

Klaus Gheri, VP & GM Network Security bei Barracuda Networks

Bild: Barracuda Networks

Dr. Klaus Gheri, Vice President und General Manager Network Security bei Barracuda Networks

Von den Unternehmen, die von lateralem Phishing betroffen waren, fanden die Forscher bei 60 Prozent mehrere kompromittierte Konten (Grafik). Einige hatten Dutzende von kompromittierten Konten, die laterale Phishing-Angriffe auf weitere Mitarbeiterkonten sowie Benutzer in anderen Unternehmen starteten. Insgesamt identifizierten die Forscher 154 entführte Konten, die zusammen Hunderte von lateralen Phishing-E-Mails an mehr als 100.000 eindeutige Empfänger verschickten.
Einer der auffälligsten Aspekte dieser neuen Angriffsform ist die Reichweite der potenziellen Opfer. Während etwa 40 Prozent der Zielpersonen Mitarbeiter des gleichen Unternehmens waren, waren die restlichen 60.000 Empfänger private E-Mail-Adressen, etwa aus dem Kontaktbuch der gehackten Konten, sowie geschäftliche E-Mail-Adressen von Partnerorganisationen. Da diese Angriffe auf ein so breites Spektrum an Opfern von Unternehmensmitarbeitern, Adressbuchkontakten und externen Organisationen abzielen, führen sie zu einem immer größeren Reputationsschaden für das ursprünglich gehackte Unternehmen.

Lateral Phishing

Bild: Barracuda

Lateral Phishing-Attacken

Wie Unternehmen sich gegen laterales Phishing schützen können

Es gibt drei wichtige Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen können, um sich vor lateralen Phishing-Angriffen zu schützen:

  1. Sicherheitsschulung
    Die Optimierung von Sicherheitsschulung und Aufklärung der Mitarbeiter über laterales Phishing trägt dazu bei, diese Bedrohung einzudämmen. Doch im Gegensatz zu herkömmlichen Phishing-Angriffen, die oft eine gefälschte E-Mail-Adresse verwenden, werden laterale Phishing-Angriffe von einem legitimen, aber kompromittierten Konto versendet. Daher entfällt die Anweisung an die Benutzer, die Absendereigenschaften oder die E-Mail-Header zu überprüfen, um einen gefälschten Absender zu identifizieren. Benutzer sollten stattdessen die URL von Links in jeder empfangenen E-Mail sorgfältig überprüfen, indem sie mit dem Cursor der Maus darüber gleiten, bevor sie draufklicken. Es ist wichtig, dass sie das tatsächliche Ziel eines Links kontrollieren und nicht nur den URL-Text, der in der E-Mail angezeigt wird.
  2. Fortschrittliche Erkennungstechnologien
    Laterales Phishing stellt eine anspruchsvolle Entwicklung im Bereich der E-Mail-basierten Angriffe dar. Da diese bösartigen E-Mails von einem legitimen Konto stammen, sind sie selbst für geschulte und sachkundige Nutzer schwer zu erkennen. Unternehmen sollten deshalb in fortschrittliche Erkennungstechniken und -dienste investieren, die künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen nutzen, um Phishing-E-Mails automatisch zu identifizieren.
  3. Zwei-Faktor-Authentifizierung
    Schließlich ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um das Risiko lateralen Phishings zu minimieren, die Verwendung einer starken Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA), etwa mithilfe einer 2FA-Anwendung oder eines hardwarebasierten Token, falls verfügbar. Nicht-Hardware-basierte 2FA-Lösungen sind zwar weiterhin anfällig für Phishing, können aber dazu beitragen, den Zugriff eines Angreifers auf kompromittierte Konten einzuschränken.

Social Engineering und die immer ausgefeilteren Taktiken der Cyberkriminellen bleiben eine der größten Bedrohungen für die Unternehmenssicherheit. Doch durch die oben genannten Sicherheitsmaßnahmen kann das Risiko durch laterale Phishing-Angriffe erheblich eingedämmt werden.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 01.07.2019
KnowBe4 unterstützt Unternehmen gegen Social Media-Phishing

datensicherheit.de, 19.05.2019
Account Takeover-Angriffe: Wie Unternehmen ihre Office 365-Konten schützen können

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Mimecast-Bericht zur E-Mail-Sicherheit veröffentlicht https://www.datensicherheit.de/mimecast-bericht-e-mail-sicherheit-veroeffentlicht https://www.datensicherheit.de/mimecast-bericht-e-mail-sicherheit-veroeffentlicht#respond Thu, 30 Aug 2018 17:32:55 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=28609 Neuer ESRA-Report zeigt 80-prozentige Zunahme von Impersonation- oder BEC-Attacken (Business Email Compromise)

[datensicherheit.de, 30.08.2018] Mimecast veröffentlicht heute seinen aktuellen ESRA-Report (Email Security Risk Assessment). ESRA ist ein vierteljährlich erscheinender Gesamtbericht über Tests, die die Wirksamkeit gängiger E-Mail-Sicherheitssysteme messen.

Mithilfe des Reports können die teilnehmenden Unternehmen besser beurteilen, wie viele und welche E-Mail-basierten Bedrohungen ihre vorhandenen Abwehrsysteme überwinden. Im Rahmen der kumulativen Bewertungen hat Mimecast mehr als 142 Millionen E-Mails geprüft, die die bestehenden E-Mail-Sicherheitslösungen in Unternehmen durchliefen. Wie die neuesten Ergebnisse zeigen, sind von diesen Sicherheitssystemen 203.000 bösartige Links in 10.072.682 E-Mails als sicher eingestuft. Das heißt: auf 50 geprüfte E-Mails kommt ein bösartiger Link, der nicht gestoppt wird.

Angriffe mit gefälschten Identitäten haben stark zugenommen

Zugleich ergibt der Bericht, dass die Angriffe mit gefälschten Identitäten (Impersonation Attacks) im Vergleich zu den letzten Quartalen um 80 Prozent zugelegt haben. 41.605 solche Angriffe wurden abgefangen. Darüber hinaus wurden 19.086.877 Spam-Mails, 13.176 E-Mails mit gefährlichen Dateitypen sowie 15.656 Malware-Anhänge von den vorhandenen Sicherheitslösungen übersehen und den Benutzern zugestellt.

Matthew Gardiner, Cybersecurity-Stratege bei Mimecast

Bild: Mimecast

Matthew Gardiner, Cybersecurity-Stratege bei Mimecast

„Nach wie vor gelangen gezielte Malware-Angriffe und stark auf Social Engineering basierende Impersonation Attacks sowie Phishing-Bedrohungen in die Posteingänge der Mitarbeiter. Dadurch drohen den Unternehmen Datenmissbrauch und finanzielle Verluste“, erklärt Matthew Gardiner, Cybersecurity-Stratege bei Mimecast. „Wie unsere jüngste vierteljährliche Analyse ergibt, fokussieren die Angreifer im Quartalsvergleich vermehrt auf Attacken mit gefälschten Identitäten. Solche Angriffe sind ohne spezielle Sicherheitsmechanismen nur schwer zu erkennen, und diese Tests zeigen, dass gängige Systeme hier schlecht abschneiden.“

Der Bericht zeigt, dass Unternehmen ihre Cyber-Resilienz-Strategien für E-Mails mit einem mehrschichtigen Ansatz verbessern müssen, in den auch ein Drittanbieter einbezogen werden sollte. Dieser jüngste ESRA-Report folgt auf einen von SE Labs durchgeführten Gruppentest zum Schutz durch E-Mail-Sicherheitsdienste, bei dem Mimecast nach eigenen Angaben die Bestnote und ein „AAA“-Rating erhielt. Die weiteren E-Mail-Sicherheitsdienste, die SE Labs bewertete, werden von Microsoft, Forcepoint, Symantec und Proofpoint angeboten.

„Der SE Labs-Test macht deutlich, dass mehrere Schutzschichten nötig sind, um die Sicherheit zu verstärken und komplexere E-Mail-Attacken in den Griff zu bekommen“, so Gardiner weiter.

Mimecast setzt mehrere Schichten und Arten von Erkennungsmechanismen ein und kombiniert sie mit Analysen sowie Bedrohungsinformationen aus einer Vielzahl von Quellen, die das Mimecast SOC überwacht. So sollen Daten und Mitarbeiter vor Malware, Spam, Phishing und gezielten Angriffen geschützt werden.

Weitere Informationen zum Thema:

Mimecast
Cloud-Dienste für E-Mail-Sicherheit und -Archivierung

datensicherheit.de, 25.07.2018
Mimecast: Jährlicher State of Email Security Report veröffentlicht

datensicherheit.de, 20.07.2018
Schädliche E-Mails: Neue Erkennungsmethode der Ben-Gurion-Universität

datensicherheit.de, 04.07.2018
Cyber-Security: Viel höhere Budgets für E-Mail Sicherheit notwendig

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