Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Montag, Oktober 28, 2019 15:37 - noch keine Kommentare
Quantencomputer bedrohen Absicherung vernetzter Systeme
Google hat Start für neues Computerzeitalter gesetzt
[datensicherheit.de, 28.10.2019] Laut einer Meldung von Utimaco hat Google den „Start für ein neues Computerzeitalter gelegt“. Der Quantenprozessor „Sycamore“ hat demnach in 200 Sekunden eine Berechnung durchführen können, für die der schnellste derzeitige Supercomputer der Welt 10.000 Jahre gebraucht hätte.
Quantencomputer könnten bewährte Verschlüsselungsverfahren auszuhebeln
Was heute für Schlagzeilen sorge, könnte schon in zehn Jahren alltäglich sein und das tägliche Leben im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung und des „Internets der Dinge und Dienste“ auf den Kopf stellen.
Quantencomputer seien nämlich in der Lage, die heute bewährten Verschlüsselungsverfahren – und damit einen der Eckpfeiler der Absicherung von vernetzten Umgebungen – auszuhebeln. Die heute als sicher eingestuften asymmetrischen Verschlüsselungsverfahren würden dann innerhalb von wenigen Minuten zu knacken sein.
Googles Enthüllung sollte als Warnzeichen dienen
Auch wenn dies noch Zukunftsmusik sei, sollte Googles Enthüllung „als Warnzeichen dienen, um sich bereits heute auf das Post-Quantum-Zeitalter einzustellen, in dem herkömmliche Algorithmen nutzlos sein werden“.
Das US-amerikanische NIST (National Institute of Standards and Technology) sichte bereits seit einiger Zeit Vorschläge für Quantencomputer-sichere Verfahren und möchte in einigen Jahren Empfehlungen aussprechen, welche Algorithmen den Quantencomputern der Zukunft standhalten könnten.
Vernetzte industrielle Anlagen werden auch 2030 noch im Einsatz sein
„Auch, wenn mit einem großflächigen Einsatz von Quantencomputern erst in zehn Jahren zu rechnen sein wird, muss die Infrastruktur bereits heute darauf vorbereitet werden. Die Bedrohung wird zwar erst dann akut, die Absicherung dagegen muss aber bereits heute mitberücksichtigt werden“, fordert Malte Pollmann, „CSO“ von Utimaco.
Vernetzte industrielle Anlagen wie Wasserkraftwerke oder Windparks seien für einen langen Lebenszyklus vorgesehen und würden auch 2030 noch im Einsatz sein. „Für Betreiber wird es sehr teuer und aufwändig, großflächig Komponenten auszutauschen, die nicht auf quantensichere Verschlüsselung ausgerichtet sind.“
Applikationen, Endgeräte und Hardware-Sicherheitsmodule „krypto-agil“ machen
Deshalb müssten sie sich bereits heute damit befassen, ihre Applikationen, Endgeräte und Hardware-Sicherheitsmodule „krypto-agil“ zu entwickeln. Krypto-Agilität bedeutet laut Pollmann, dass die Komponenten sowohl klassische als auch quantensichere Algorithmen ausführen können, ohne ausgetauscht werden zu müssen.
Die Devise müsse also sein, „sich schnellstmöglich krypto-agil aufzustellen – gerade im Bereich Kritischer Infrastrukturen. Das Rennen um einsatzfähige und immer leistungsstärkere Quantenrechner wird unvermindert weitergehen“, betont Pollmann.
Weitere Informationen zum Thema:
datensicherheit.de, 26.10.2019
DELL stellt Cyber-Bedrohungen der nahen Zukunft vor
datensicherheit.de, 20.09.2018
Kryptographie: Vorbereitung auf das Aufkommen des Quantum Computings
datensicherheit.de, 02.07.2019
utimaco: Standardsetzung für quantensichere Kryptographie
datensicherheit.de, 30.04.2018
Leistungsfähige Computer: Ein Quäntchen Hoffnung
datensicherheit.de, 21.02.2014
Quanten-Informationsverarbeitung: Wichtiger Schritt bei der Grundlagenforschung gelungen
Aktuelles, Experten - Juli 4, 2026 0:30 - noch keine Kommentare
Reformpaket der Koalition: Bitkom begrüßt „Aufbruchsignal“ zum Durchbrechen des Stillstands
weitere Beiträge in Experten
- Reformagenda: TÜV-Verband fordert Stärkung der Innovation ohne Schwächung der Sicherheit
- Informationsfreiheit: Vermeintliche IFG-Reform könnte De-Facto-Abschaffung bedeuten
- Forscher der TU Berlin machen Weg zur Serienfertigung von Quantenchips frei
- Wenn KI theoretische Risiken in reale Angriffe verwandelt
- Kooperation BAMF-ITZBund: Umzug in hochmodernes Rechenzentrum erfolgreich abgeschlossen
Aktuelles, Branche, Produkte, Studien - Juli 2, 2026 0:57 - noch keine Kommentare
Kaspersky-Umfrage: Online-Betrug betraf 2025 bereits 56 Prozent der Internetnutzer
weitere Beiträge in Branche
- Die eigentliche Herausforderung beginnt erst jetzt: NIS-2-Registrierung genügt nicht
- Wenn KI theoretische Risiken in reale Angriffe verwandelt
- Versteckte Datenverlustrisiken: Hitzewelle als Bedrohung für Festplatten, SSDs und Smartphones
- Sicherheit auf Sommerreisen und Betrugsprävention – KnowBe4 gibt elementare Tipps
- Schatten-KI: Das Problem an der Wurzel packen
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen



Kommentieren