Am 25. September 2026 wurde am Campus Nord im Beisein von Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft ein neuer Supercomputer eingeweiht, der mit seiner leistungsfähigen Recheninfrastruktur neue Möglichkeiten für datenintensive Forschung und Innovation schafft und damit die digitale Forschungsinfrastruktur des KIT stärkt.
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat nach eigenen Angaben den Hochleistungsrechner „HoreKa 2“ in Betrieb genommen. Dieser Supercomputer sei zusammen mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft am KIT-Campus Nord am 25. September 2026 in einer Feierstunde gemeinsam gestartet worden.
Dieses neue System soll demnach Forscher nun dabei unterstützen, komplexe wissenschaftliche Fragestellungen „etwa zu Klima, neuen Materialien, Teilchenphysik, Energie und Mobilität sowie KI-Forschung“ schneller zu bearbeiten. Dafür vereine es leistungsstarkes Hochleistungsrechnen und moderne KI-Technologien. Die Gesamtkosten der Anlage belaufen sich laut KIT auf 17 Millionen Euro.
Mit „HoreKA 2‘ wurde die nächste Generation des supereffizienten Hochleistungsrechnens an den Start gebracht
Moderne Forschung stelle Fragen, welche sich ohne Hochleistungsrechnen nicht mehr beantworten ließen. „Ob präzisere Klimamodelle, die Entwicklung neuer Werkstoffe, nachhaltige Technologien oder Anwendungen der nächsten Generation Künstlicher Intelligenz (KI): Für diese Aufgaben müssen große Datenmengen verarbeitet und hochkomplexe Simulationen durchgeführt werden.“
„HoreKa 2“ schaffe die Voraussetzungen dafür. Mit mehr als 42.000 Prozessorkernen, 300 KI-Beschleunigern und einer geplanten Spitzenleistung von rund 33 PetaFLOPS ermögliche „HoreKa 2“ Berechnungen, die auf herkömmlichen Computersystemen Monate oder Jahre dauern würden. Das KIT stärke damit seine Forschungsinfrastruktur, aber auch Forscher aus ganz Deutschland könnten das System nutzen.
„Wer bei Forschung und Innovation vorne bleiben will, braucht auch die beste Rechenleistung! Mit dem neuen Supercomputer ,HoreKA 2‘ am KIT bringen wir die nächste Generation des supereffizienten Hochleistungsrechnens an den Start. Das KIT ist als eines von neun bundesweiten Zentren des Nationalen Hochleistungsrechnens (NHR) ein wichtiger Partner und trägt mit seiner Kompetenz zur nationalen und europäischen Digitalen Souveränität bei“, so Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin, Petra Olschowski während des Festaktes.

Hochleistungsrechner soll Forschung aller Fachrichtungen dienen
„,HoreKa 2‘ stärkt die digitale Leistungsfähigkeit des KIT und verbindet Spitzenforschung mit einem konsequenten Fokus auf Nachhaltigkeit. Damit schaffen wir die Voraussetzungen, um datenintensive Forschung und moderne KI-Anwendungen energieeffizient und nachhaltig zu betreiben“, erläuterte Professorin Kora Kristof, Vizepräsidentin „Digitalisierung und Nachhaltigkeit“ des KIT.
„Von dem neuen System profitieren Forschende aus nahezu allen Fachgebieten“, betonte Professor Martin Frank, Mitglied des Direktoriums des „Scientific Computing Center“ (SCC) des KIT. Mit diesem neuen System verdoppelten sie die Rechenleistung für Simulationen und KI-Anwendungen.
Neben den Schwerpunkten Erdsystemwissenschaften, Ingenieurwesen, Materialwissenschaften und Teilchenphysik würden die Rechenkapazitäten auch zahlreichen weiteren Disziplinen zur Verfügung stehen. Die integrierten Graphikprozessoren seien speziell für KI-Anwendungen ausgelegt worden, die inzwischen in fast allen Bereichen der Wissenschaft zum Einsatz kämen.
Nachhaltiges Hochleistungsrechnen intendiert
Bei der Entwicklung und Beschaffung hätten Leistungsfähigkeit und Energieeffizienz gleichermaßen im Fokus gestanden: „HoreKa 2“ zähle zu den energieeffizientesten Hochleistungsrechnern seiner Leistungsklasse weltweit.
Zur Kühlung nutze das System Heißwasser, wodurch eine besonders energieeffiziente Betriebsweise und eine ganzjährige freie Rückkühlung möglich seien.
Die Stromversorgung am KIT-Campus Nord erfolge zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien. Zusätzlich leisteten die Kraft-Wärme-Kopplungs- und Photovoltaik-Anlagen einen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung.
Zentrale Erkenntnisse der DS-Redaktion
- Komplexe Fragestellungen erfordern zunehmend die Verfügbarkeit von Hochleistungsrechnern.
- Zur Digitalen Souveränität Deutschlands gehört ebenfalls diese Verfügbarkeit von Systemen wie „HoreKa 2“.
- Herkömmliche Computersysteme würden sonst Monate oder Jahre benötigen.
- Energieversorgung und Klimatisierung sind für derartige Systeme bedeutende Erfolgskriterien.
- Spitzenforschung in Deutschland benötigt solche Computersysteme, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Fazit der DS-Redaktion
Das KIT – als eines von neun bundesweiten Zentren des Nationalen Hochleistungsrechnens (NHR) – möge mit beispielgebend sein, um auch noch an anderen Standorten vergleichbare Kapazitäten bundesweit bereitzustellen.
Weitere Informationen
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