Aktuelles, Branche, Service, Umfragen - geschrieben von cp am Donnerstag, Mai 15, 2014 15:26 - noch keine Kommentare
AppRiver-Umfrage: Versicherung von Cyber-Risiken
Anläßlich der InfoSecurity Europe 2014
[datensicherheit.de, 15.05.2014] AppRiver, Anbieter von E-Mail-Messaging und Web-Security- sowie Microsoft-365-Lösungen für IT-Reseller und Partner, hat eine Umfrage mit dem Thema „Sind Cyber-Risiken ausreichend versichert?“ auf der InfoSecurity Europe 2014 im April diesen Jahres durchgeführt. Die Ergebnisse decken sich mit weiteren aktuellen Studien:
- 63% der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass Versicherer die aus Cyber-Sicherheitsvorfällen entstehenden Ansprüche nicht ausgleichen würden
- Bei 32% der UK-Unternehmen ist das Vertrauen sogar so gering, dass sie eine Versicherung, die bei Cyber-Risiken haftet, nicht in Erwägung ziehen
Insbesondere für die im Vereinigten Königreich (UK) angesiedelten Unternehmen scheint es eine regelrechte Vertrauenskrise im Hinblick auf die Versicherungsbranche zu geben. In Gesprächen mit 250 IT-Sicherheitsexperten auf der diesjährigen InfoSecurity Europe hat sich herausgestellt, dass nur sehr wenige der Befragten in eine Deckung von Cyber-Risiken durch Versicherungsunternehmen vertrauen.
63% der Unternehmen gehen demnach nicht davon aus, dass eine Versicherung die Deckung für potenzielle Cyber-Risiken übernimmt und damit etwaig entstehende Haftungsansprüche ausgleicht. Tatsächlich ist das Vertrauen insbesondere der in UK ansässigen Unternehmen derart gering, dass sie eine Versicherung für diesen sensiblen Bereich nicht ein Mal erwägen.
Demgegenüber steigen die Kosten für jeden einzelnen Datenschutzverstoß, jede einzelne erfolgreich ausgenutzte Sicherheitslücke nachweislich weiter an. Laut einer Umfrage des Ponemon-Institutes[1] liegen sie inzwischen bei durchschnittlich 145 Dollar für jeden dokumentierten Verstoß. Eine einfache Hochrechnung offenbart schnell, dass Unternehmen damit nicht nur immense finanzielle Risiken eingehen, sondern zusätzlich das Risiko ihre komplette Geschäftstätigkeit nicht mehr aufrechterhalten zu können.
Jim Tyer, EMEA Channel Director bei AppRiver, dazu: „Die Zahl der Unternehmen, die wenig bis gar kein Vertrauen in die Versicherungsbranche haben, ist alarmierend. Wenn ich an dieser Stelle die Rolle des Advocatus Diaboli übernehmen darf: es müsste eigentlich ein Seufzer der Erleichterung durch die Branche gehen mit einer Zahl von 91% aller Unternehmen (Ergebnisse einer Studie des Sicherheitsspezialisten Kaspersky[2]), die angeben bereits Opfer einer Datenschutzverletzung geworden zu sein und nur etwa einem Drittel der Unternehmen, die den daraus entstandenen Schaden tatsächlich gegenüber einem Versicherer geltend machen.“
Die von AppRiver unterstützte Umfrage ergab, dass von den Unternehmen, die über eine Versicherung gegen Cyber-Risiken verfügten (lediglich 18% der befragten Firmenvertreter bejahten dies), 38% von der Regel abweichende Sonderkonditionen in die Police mit aufgenommen haben, 32% das für unnötig hielten, weitere 39% unsicher waren wie sie am besten verfahren sollten.
Jim Tyer weiter: „Man kann hierzu eine interessante Kalkulation anstellen. Die Wahrscheinlichkeit von speziellen, vom Regelfall abweichenden Versicherungsbedingungen kommt laut den Ergebnissen unserer Umfrage nur in einem von vier Fällen zum Tragen. Was heißt das für die Befragten, die entweder unsicher darüber sind, inwieweit sie über eine Deckung seitens ihres Versicherers verfügen oder diejenigen, die zwar über eine entsprechende Police verfügen, aber gegebenenfalls die Bedingungen ändern müssten: 28% derjenigen, die überhaupt eine Versicherung abgeschlossen haben, haben keine Ahnung ob diese im Schadensfalle tatsächlich gültig ist. Eine ziemlich hohe Zahl wie ich finde.“
Keiner der Befragten mit einer gültigen Police hat denn auch bisher einen Schadensfall angezeigt. „Das könnte man als ein positives Zeichen werten, allerdings gibt es noch zwei weitere, eher bedenklich stimmende Aspekte dabei. Die eingangs erwähnten 63% der an einer Deckungsübernahme zweifelnden Unternehmen sehen sich in ihrer Annahme weder bestätigt noch widerlegt. Hinreichend wahrscheinlicher ist aber, dass ein Prozent unter den Befragten gar keine korrekten Angaben gemacht hat, dass unter dem Befragten solche sind, die zwar schon Sicherheitsvorfälle verzeichnet, aber nicht ihrem Versicherer gemeldet haben und vor allem, dass eine erhebliche Zahl überhaupt nicht weiß, wie es um die aktuelle Datenschutzsituation im Einzelnen bestellt ist. Ein, wie ich finde, beunruhigender Gedanke“, so Tyer abschließend.
Weitere Informationen zum Thema:
datensicherheit.de, 14.04.2014
Zweite Potsdamer Konferenz für Nationale Cyber-Sicherheit am 19. Mai 2014
Aktuelles, Experten - März 28, 2026 0:23 - noch keine Kommentare
Startups und Scaleups der Digitalwirtschaft betroffen: Bitkom kritisiert Berliner Ausbildungsplatzumlage
weitere Beiträge in Experten
- KIT-Forschung zu Quantentechnologien: Optische Kontrolle von Kernspins in Molekülen bietet neue Perspektiven
- Den Fortschritt im Blick, Cyberangreifer im Windschatten: Wie Unternehmen Governance, Risk & Compliance (GRC) mit KI harmonisieren
- Rechenzentrumsstrategie: Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen mahnt Konkretisierung bei Strompreisen und Energieeffizienz an
- Bitkoms Smart City Index 2026: Städte errichten Digitale Zwillinge
- OpenTelemetry als Fundament einer vertrauenswürdigen Observability-Infrastruktur
Aktuelles, Branche - März 28, 2026 16:29 - noch keine Kommentare
NIS2 wird nicht an der Technologie scheitern – sondern am Faktor Mensch
weitere Beiträge in Branche
- Netzwerke der Fluggesellschaften insbesondere durch Osterreiseverkehr und globale Unsicherheiten auf die Probe gestellt
- Neue ISACA-Studie enthüllt Blinden Fleck: Unternehmensrisiko unkontrollierter KI-Einsatz
- Iran-Krieg als Aufhänger: Cyberkriminelle missbrauchen geopolitische Ereignisse für Malware-Attacken auf Geschäftskommunikation
- Umfrage: 70 Prozent der deutschen Unternehmen genehmigen KI-Projekte trotz Sicherheitsbedenken
- Mandiant veröffentlicht M-Trends Report 2026: Mittels KI konnten Angreifer Operationen ausweiten
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen



Kommentieren