Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von dp am Montag, Juni 29, 2026 0:59 - noch keine Kommentare
Digitalkompetenzen: Laut TÜV Weiterbildungsstudie 2026 hoher Qualifizierungsbedarf
Der TÜV-Verband fordert eine Digitalkompetenz-Offensive in den Betrieben
[datensicherheit.de, 29.06.2026] Der TÜV-Verband hat in seiner Stellungnahme vom 25. Juni 2026 eine Digitalkompetenz-Offensive in den Betrieben gefordert. Digitale Bildung bleibe für Unternehmen in Deutschland nämlich eine zentrale Herausforderung. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (56%) sehe einen (sehr) großen Weiterbildungsbedarf bei digitalen Anwendungskompetenzen – wie etwa bei digitalen Grundkenntnissen oder der Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI). Diese Erkenntnisse beruhen demnach auf der „TÜV Weiterbildungsstudie 2026“ – für diese habe Forsa im Auftrag des TÜV-Verbands im Februar 2026 500 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern repräsentativ befragt.

Abbildung: ©TÜV-Verband
Digitalkompetenzen – eine zentrale Herausforderung
Bei Unternehmen ab 250 Beschäftigten sehen 74 Prozent Qualifizierungsbedarf
„Die Fähigkeit, digitale Technologien sinnvoll und sicher einzusetzen, ist heute unverzichtbar“, unterstreicht Dr. Patrick Gilroy, Referent „Künstliche Intelligenz und Bildung“ beim TÜV-Verband.
- Er führt aus: „Digitalkompetenzen gehören zur Grundausstattung aller Beschäftigten, unabhängig von Branche oder Tätigkeit. Sie ermöglichen es, digitale Werkzeuge im Arbeitsalltag effizient zu nutzen und mit den Anforderungen einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt Schritt zu halten.“
Besonders ausgeprägt sei der Bedarf in größeren Unternehmen: Bei Unternehmen ab 250 Beschäftigten sähen 74 Prozent entsprechenden Qualifizierungsbedarf. Bei mittleren Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten seien es 55 Prozent und bei kleinen Unternehmen mit 20 bis 49 Beschäftigten 54 Prozent.
Auch Führungskompetenzen und technische Fachkompetenzen Teil der wichtigsten Weiterbildungsfelder
Der Weiterbildungsbedarf bei Digitalkompetenzen zeige sich branchenübergreifend. Besonders häufig würden Unternehmen aus dem Handel digitale Anwendungskompetenzen als wichtiges Weiterbildungsfeld (63%) nennen, gefolgt von der öffentlichen Verwaltung (59%), dem Dienstleistungssektor (54%), Energie nebst Bau und Verkehr (53%) sowie der Industrie (52%).
- Der Qualifizierungsbedarf beschränke sich indes nicht nur auf digitale Kompetenzen: Auch Führungskompetenzen (54%) und technische Fachkompetenzen (52%) zählten für Unternehmen zu den wichtigsten Weiterbildungsfeldern.
Knapp die Hälfte sehe zudem Weiterbildungsbedarf bei persönlichen und sozialen Kompetenzen wie Kommunikation, Teamarbeit oder Kreativität (49%). Dennoch stünden eben digitale Kompetenzen an der Spitze der Weiterbildungsagenda deutscher Unternehmen.
46% der Unternehmen sehen zudem Weiterbildungsbedarf bei vertieften Digitalkompetenzen
Mit dem zunehmenden Einsatz der KI, datengetriebenen Geschäftsmodellen und vernetzten Systemen würden auch spezialisierte Kompetenzen etwa in den Bereichen IT-Sicherheit, Datenanalyse oder KI-Entwicklung an Bedeutung gewinnen. Fast jedes zweite Unternehmen (46%) sehe einen (sehr) großen Weiterbildungsbedarf bei diesen vertieften Digitalkompetenzen.
- „Unternehmen benötigen Fachkräfte, die Daten sicher verarbeiten, Cyberrisiken erkennen und neue Technologien kompetent einsetzen können“, erläutert Gilroy. Mit der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt wachse der Bedarf an diesen Kompetenzen. „Sie sind entscheidend dafür, dass Unternehmen digitale Technologien sicher und erfolgreich einsetzen, ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern und auch künftig am Markt bestehen können!“
Der Weiterbildungsbedarf an spezialisierten Digitalkompetenzen sei in großen Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten überdurchschnittlich hoch (61%). Bei mittleren Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten gäben dagegen 46 Prozent einen (sehr) hohen Bedarf an und bei kleinen Unternehmen mit 20 bis 49 Beschäftigten liege der Anteil bei nur 44 Prozent.
Digitale Bildung muss ;itarbeiter während ihres gesamten Berufslebens begleiten
Auch zwischen den Branchen zeigten sich Unterschiede. Besonders häufig würden Unternehmen aus dem Handel (53%), der öffentlichen Verwaltung (49%) und dem Dienstleistungssektor (46%) spezifische Digitalkompetenzen als wichtiges Weiterbildungsfeld nennen. Es folgten die Industrie (44%) sowie Energie nebst Bau und Verkehr (38%).
- „Deutschland braucht verstärkte Anstrengungen und einen langen Atem bei der Digitalkompetenzoffensive in den Betrieben“, so Gilroy. Digitale Bildung ende gerade nicht mit der Schule, der Ausbildung oder dem Studium. „Sie begleitet Beschäftigte während ihres gesamten Berufslebens und wird zu einer zentralen Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungsfähigkeit.“ Unternehmen sollten digitale, KI- und Cyberkompetenzen strategisch verankern, Kompetenzbedarfe regelmäßig analysieren und Beschäftigten ausreichend Zeit und Ressourcen für praxisnahe Weiterbildung bereitstellen.
Gleichzeitig müsse die Politik die Rahmenbedingungen verbessern: Förderangebote müssten transparenter werden, insbesondere für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU). Zudem brauche digitale Weiterbildung weniger Bürokratie und mehr Flexibilität. Moderne Online- und Blended-Learning-Angebote benötigten einen verlässlichen Qualitätsrahmen, um Innovation zu ermöglichen und Vertrauen zu schaffen. Mit der Fortführung der „Nationalen Weiterbildungsstrategie“ seien wichtige Weichen gestellt worden. Jetzt komme es darauf an, hochwertige Weiterbildung als zentrale Infrastruktur der digitalen Transformation konsequent auszubauen.
Weitere Informationen zum Thema:
TÜV VERBAND
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TÜV VERBAND
Team / Dr. Patrick Gilroy, Referent Künstliche Intelligenz und Bildung
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