Fragmente einer römischen Reiterstatue bezeugen Ende eines antiken imperialen Traums

"Der Fund hat wegen seiner künstlerischen Qualität und seiner Provenienz eine weit über Hessen und auch über den nordalpinen Raum hinausgehende Bedeutung", hob Hessens Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann in einer Pressekonferenz mit dem Landesarchäologen Prof. Dr. Egon Schallmayer und dem Ersten Direktor der Römisch-Germanischen-Kommission, Prof. Dr. Friedrich Lüth, in Frankfurt/Main hervor.

Jüngste archäologische Funde in Waldgirmes haben europäische Bedeutung

[datensicherheit.de, 27.08.2009] Hessens Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann hat den bei Ausgrabungen in Waldgirmes entdeckten lebensgroßen Pferdekopf sowie einen Schuh des Reiters einer vergoldeten römischen Reiterstatue mit den Worten „Diese Bronzeskulptur gehört qualitativ zu den besten Stücken, die jemals auf dem Gebiet des ehemaligen Römischen Reichs gefunden wurden.“ der Öffentlichkeit präsentiert:

Ansichten des Pferdekopfes der Reiterstatue

© Jürgen Bahlo (RGK/DAI)
© Jürgen Bahlo (RGK/DAI)
© Jürgen Bahlo (RGK/DAI)
© Jürgen Bahlo (RGK/DAI)

Beide Funde sind Ausgrabungen von Archäologen in der römischen Stadt Waldgirmes (Gemeinde Lahnau / Lahn-Dill-Kreis) zu verdanken. Damals sollte dort offenbar eine Stadt zur Verwaltung einer neuen Provinz des Römischen Reiches angelegt werden – die militärische Katastrophe der Römer am Teutoburger Wald im Jahr 9 nach Christus indes machte dann aber solche Planungen zunichte.
„Wir haben die Reste früher europäischer Geschichte wiederentdeckt. Der einzigartige Pferdekopf zeugt vom geplatzten Traum der Römer, ein unter Ihrer Herrschaft geeintes Europa im modernen Sinne zu schaffen. Waldgirmes ist also durchaus ein Fundort von europäischer Bedeutung“, so Kühne-Hörmann.
Prof. Schallmayer und Prof. Lüth stellten den Pferdekopf in seinem Rang als archäologische Entdeckung an die Seite des „Keltenfürsten vom Glauberg“ oder der „Himmelsscheibe von Nebra“.
Die Ausgrabungen in Waldgirmes haben in den vergangenen Jahren immer wieder Bruchstücke eines lebensgroßen Reiterstandbildes zutage gefördert, das wohl Kaiser Augustus (23 v. Chr. – 14 n. Chr.) darstellt. So seien bereits ein Pferdefuß und ein schön verzierter Brustgurt des Pferdes gefunden worden. Am 12. August 2009 dann haben die Archäologen bei der Freilegung eines der beiden bisher nachgewiesenen Holzbrunnen den fast vollständigen Pferdekopf des Standbilds entdeckt.

Weitere Informationen zum Thema:

Deutsches Archäologisches Institut, 27.08.2009
„Ein Fund von europäischer Bedeutung“

Deutsches Archäologisches Institut, 27.08.2009
Lahnau – Waldgirmes / Die Statuenfragmente

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