Digital Networks Act – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Fri, 23 Jan 2026 13:18:46 +0000 de hourly 1 DNA der Europäischen Kommission: Cybersicherheit als Chefsache https://www.datensicherheit.de/dna-europaische-kommission-cybersicherheit-chefsache Sat, 24 Jan 2026 23:57:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=51945 Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für „Tech-Souveränität, Sicherheit und Demokratie“, hat am 21. Januar 2026 den „Digital Networks Act“ (DNA) der Europäischen Kommission vorgestellt

[datensicherheit.de, 25.01.2026] Laut einer Stellungnahme von Matt Cooke, „Cybersecurity Strategist“ von Proofpoint, hat Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für „Tech-Souveränität, Sicherheit und Demokratie“, am 21. Januar 2026 deren „Digital Networks Act“ (DNA) vorgestellt. Der DNA soll demnach den „European Electronic Communications Code“ (EECC) ersetzen und zielt auf einheitliche Regeln ab, um Investitionen in Glasfaser, „5G“/„6G“, „Cloud-“ und Satelliteninfrastruktur zu fördern sowie die Digitale Souveränität zu stärken.

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Foto: Proofpoint

Matt Cooke zur DNA-Relevanz: Der Zeitraum zwischen einem erfolgreichen Phishing-Versuch und einer vollständigen Lähmung eines Unternehmens ist gefährlich klein!

DNA unterstreicht Notwendigkeit koordinierter EU-Maßnahmen gegen Cyberkriminalität

Der DNA decke ein weites Themenfeld ab. Ein wichtiger Schwerpunkt liege allerdings auf dem Schutz der Endnutzer: So sei der Artikel 284 ausschließlich dem „Schutz der Endnutzer vor betrügerischen Aktivitäten” gewidmet.

  • Darin werde ausdrücklich die Notwendigkeit koordinierter Maßnahmen der EU gegen Formen der Cyberkriminalität wie Phishing, Smishing und CLI-Spoofing hervorgehoben.

Die Kommission trage der Tatsache Rechnung, dass mit dem Übergang der EU zu einer „Gigabit“-Infrastruktur die Sicherheit dieses Netzwerks zunehmend davon abhänge, „wie Personen geschützt sind, die es nutzen“.

DNA definiert Digitale Resilienz auf der menschlichen Ebene

Cooke erläutert die Folgen des DNA insbesondere für das Management von Unternehmen:

  • „Das Bekenntnis des ,Digital Networks Act’ zum Schutz der Endnutzer unterstreicht einen entscheidenden Wandel: Digitale Resilienz wird auf der menschlichen Ebene definiert.“

Cyberkriminelle nutzten KI als Waffe, um Social-Engineering-Angriffe zu entwickeln, die so überzeugend seien, dass sie traditionelle Abwehrmaßnahmen umgingen und direkt auf die Personen abzielten, welche zentrale Dienste und Kritische Infrastrukturen am Laufen halten.

DNA-Compliance mehr als technische Herausforderung – eine Aufgabe auf Vorstandsebene

Die Verwirklichung des von der EU geforderten „vertrauenswürdigen digitalen Ökosystems“ sei eine Aufgabe auf Vorstandsebene und keine reine IT-Aufgabe.

  • „Wie die jüngsten Vorfälle gezeigt haben, ist der Zeitraum zwischen einem erfolgreichen Phishing-Versuch und einer vollständigen Lähmung eines Unternehmens gefährlich klein“, warnt Cooke.

Um die Vorgaben des DNA zu erfüllen und sowohl die wirtschaftliche Lebensfähigkeit als auch den Ruf einer Organisation zu schützen, müssten diese den menschlichen Faktor in den Vordergrund stellen und integrierte Abwehrmaßnahmen einsetzen, welche „die Menschen in die Lage versetzen, der unerbittlichen Welle KI-gesteuerter Täuschungsmanöver zu widerstehen“.

Weitere Informationen zum Thema:

proofpoint
Proofpoint Leadership

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Blog Authors: Matt Cooke – Cybersecurity Strategist

European Commission
Henna Virkkunen: EXECUTIVE VICE-PRESIDENT (2024-2029) | Tech Sovereignty, Security and Democracy 

European Commission
The Digital Networks Act / The Digital Networks Act – DNA – will modernise the legal framework for connectivity to boost innovation and investment in an advanced and resilient digital infrastructure in the European Union.

European Union, EUR-Lex
European Electronic Communications Code

datensicherheit.de, 17.07.2025
Digital Networks Act: vzbv-Warnung vor Beeinträchtigung der Verbraucherrechte und Netzneutralität / Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat eine Stellungnahme zum „Call for Evidence“ für den „Digital Networks Act“ (DNA) abgegeben

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Digital Networks Act: vzbv-Warnung vor Beeinträchtigung der Verbraucherrechte und Netzneutralität https://www.datensicherheit.de/digital-networks-act-vzbv-warnung-stellungnahme https://www.datensicherheit.de/digital-networks-act-vzbv-warnung-stellungnahme#respond Thu, 17 Jul 2025 12:59:39 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=49064 Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat eine Stellungnahme zum „Call for Evidence“ für den „Digital Networks Act“ (DNA) abgegeben

[datensicherheit.de, 17.07.2025] Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat eine Stellungnahme zum „Call for Evidence“ für den „Digital Networks Act“ (DNA) abgegeben: Der vzbv warnt, dass dieser geplante DNA „ein erster Schritt hin zur Einführung von Netzgebühren“ sein könnte. „Zudem könnten zentrale Verbraucherrechte im Telekommunikationssektor abgeschwächt werden.“ Das Gesetzespaket solle die Grundlage für eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur in der Europäischen Union (EU) bilden. Die Europäische Kommission plant demnach, den Entwurf bis Ende 2025 zu veröffentlichen.

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Abbildung: vzbv

vzbv-Stellungnahme vom 11. Juli 2025: „PUTTING CONSUMERS AT THE CENTRE OF
THE DIGITAL NETWORKS ACT“

vzbv moniert faktische Abschaffung der Netzneutralität

Die Europäische Kommission erwäge, einen Streitbeilegungsmechanismus für Telekommunikationsunternehmen und Inhalteanbieter einzuführen. Bei Uneinigkeiten könnte dann als Schlichtungsvorschlag die Zahlung von Netzgebühren durch die Inhalteanbieter ins Spiel gebracht werden.

  • „Das wäre der erste Schritt hin zur Abschaffung der Netzneutralität. Aus Verbrauchersicht wäre das höchst problematisch!“, so Lina Ehrig, Leiterin des vzbv-Teams „Digitales und Medien“.

Sie führt aus: „Wenn nicht mehr alle Daten gleichbehandelt werden, könnten sich kleinere Marktteilnehmer zurückziehen. Das führt dann zu weniger Auswahl und höheren Preisen für Verbraucherinnen und Verbraucher.“

vzbv-Kritik und -Forderungen nach Einhaltung hoher Verbraucherschutzstandards

Inhalte-Anbieter sind laut Ehrig etwa Streamingdienste oder Online-Medien. „Sie würden dazu aufgefordert, Gebühren an die Telekommunikationsunternehmen für die Nutzung ihrer Netzinfrastruktur zu zahlen – obwohl diese verpflichtet sind, den gesamten Datenverkehr im Internet gleich zu behandeln.“

  • Auch zentrale Verbraucherrechte könnten durch dieses Gesetzespaket abgeschwächt werden. Die Europäische Kommission erwäge, Informationspflichten für Anbieter zu reduzieren und Verbraucherschutzstandards bei Anbieterwechseln abzuschwächen.

Der vzbv fordert daher:

  1. Keine Einführung von Netzgebühren durch die Hintertür!
    Die Einführung eines Streitbeilegungsmechanismus sei nicht notwendig und dürfe nicht mittelbar zur Einführung von Netzgebühren führen.
  2. Verbraucherrechte erhalten!
    Die hohen Verbraucherschutzstandards im Telekommunikationssektor dürften im Rahmen einer Vereinfachung der Regelungen nicht abgeschwächt werden.
  3. Kupfer-Glasfaser-Migration verbrauchergerecht ausgestalten!
    Der Umstellungsprozess von alten Kupferkabeln auf moderne Glasfaserinfrastruktur müsse transparent und freiwillig erfolgen und dürfe nicht zu erheblichen Preissteigerungen für die Verbraucher führen.

Weitere Informationen zum Thema:

verbraucherzentrale Bundesverband, 11.07.2025
PUTTING CONSUMERS AT THE CENTRE OF THE DIGITAL NETWORKS ACT / Statement from the Federation of German Consumer Organisations (Verbraucherzentrale Bundesverband – vzbv) on the European Commission’s call for evidence on the planned Digital Networks Act

datensicherheit.de, 29.06.2025
Kupfer-Glas-Migration: Verbraucherzentrale fordert Verhinderung von Versorgungslücken und Preissteigerungen / Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat Stellung zum betreffenden Impulspapier der Bundesnetzagentur genommen

datensicherheit.de, 15.03.2018
DIVSI-Umfrage: Netzneutralität soll bleiben / Zum heutigen Weltverbrauchertag: Deutsche Bevölkerung will im Internet gleiche Übertragungsgeschwindigkeit für alle.

datensicherheit.de, 13.10.2016
DDoS-Angriffe: Netzneutralität keine Ausrede mehr für mangelnde Cyber-Sicherheit / Internet-Service-Provider könnten für jeden Kunden individuelle Richtlinien und Grenzwerte definieren

datensicherheit.de, 08.08.2016
Netzneutralität: Mehr als 500.000 Eingaben auf dem Weg zur Bundesnetzagentur / Auslieferung am 9. August 2016 in Bonn mit der Forderung, ein freies, faires und vielfältiges Internet zu erhalten

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