Fälschungen – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Mon, 27 Jan 2025 17:13:19 +0000 de hourly 1 Deepfakes: Wie Internet-Nutzer täuschend echte Fälschungen erkennen können https://www.datensicherheit.de/deepfakes-internet-nutzer-taeuschung-echtheit-faelschungen-erkennung https://www.datensicherheit.de/deepfakes-internet-nutzer-taeuschung-echtheit-faelschungen-erkennung#respond Mon, 27 Jan 2025 17:13:19 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=46021 Immer häufiger tauchen aktuell sogenannte Deepfakes auf, d.h. mit Künstlicher Intelligenz manipulierte Fotos und Videos

[datensicherheit.de, 27.01.2025] „Fake News“, betrügerische E-Mails, gefährliche Computer-Viren – das Internet ist offenkundig voller Gefahren und Falschinformationen. Immer häufiger tauchten aktuell sogenannte Deepfakes auf, d.h. mit Künstlicher Intelligenz (KI) manipulierte Fotos und Videos. Alina Gedde, Digitalexpertin bei ERGO, geht in ihrer aktuellen Stellungnahme auf diese gefährliche Entwicklung ein und erläutert, wie Internet-Nutzer solche Deepfakes erkennen können:

Die neue KI-Technologie birgt neben Nutzen auch Gefahren wie Deepfakes

„Immer mehr Menschen nutzen Anwendungen, die auf Künstliche Intelligenz setzen, um schnell und einfach Texte zu schreiben, Fotos aufzuhübschen oder einfach nur mit einem virtuellen Gesprächspartner zu chatten. Die neue Technologie birgt jedoch auch Gefahren wie sogenannte Deepfakes!“ Gedde führt hierzu aus: „Das sind mithilfe von KI manipulierte oder erstellte Bilder, Videos oder Tondateien, die täuschend echt wirken und kaum als Fälschungen erkennbar sind.“ Daher würden diese häufig eine hohe Glaubwürdigkeit genießen und verbreiteten sich im Netz rasend schnell.

Eine bekannte Masche ist es demnach, beispielsweise Prominenten Worte in den Mund zu legen, die sie nie gesagt haben. „Das kann zum Zweck von Produktwerbung geschehen. Oft sollen Personen aber auch diffamiert oder gemobbt werden, etwa durch KI-erzeugte Fotomontagen, die sie scheinbar in verfänglichen Situationen zeigen“, kommentiert Gedde.

Betrugsmaschen wie der Enkeltrick werden durch Deepfakes noch raffinierter

Das Besorgniserregende sei, dass mit entsprechenden Apps heute jeder schnell und einfach Deepfakes erstellen könne. „Es ist aber bereits strafbar, andere ohne deren Einwilligung zu fotografieren. Wer also Fotos oder Videos fälscht oder verbreitet, begibt sich juristisch auf sehr dünnes Eis“, warnt Gedde und empfiehlt Eltern, daher auch ihre Kinder für das Thema zu sensibilisieren.

Cyber-Kriminelle setzten Deepfakes hauptsächlich ein, um die Meinung von Menschen zu beeinflussen, politische Propaganda zu verbreiten oder Personen des öffentlichen Lebens in ein schlechtes Licht zu rücken. Auch Trickbetrüger nutzten diese Technologie, etwa um ihre Stimme am Telefon so zu manipulieren, „dass sie wie ein Verwandter oder Bekannter ihres Opfers klingen“. Auf diese Weise versuchten sie dann, an sensible Daten wie Kontoinformationen oder Passwörter zu gelangen. „Auch Betrugsmaschen wie der sogenannte Enkeltrick werden durch Deepfakes noch raffinierter“, betont Gedde.

Falsche und unnatürliche Betonungen sowie abgehackter Sprechfluss können z.B. Hinweise auf Deepfakes sein

„Computer, Smartphones und Co. werden immer leistungsfähiger – und damit auch KI-Anwendungen. Fälschungen lassen sich deshalb immer schwieriger als solche entlarven.“ Gedde empfiehlt Internet-Nutzern daher, bei Fotos und Videos auf ungewöhnliche Krümmungen von Armen und Beinen, falsche Proportionen, seltsam fallende Schatten, unnatürliche Bewegungen und ähnliche Details zu achten. Auch menschliche Mimik und Gestik seien für moderne KI-Anwendungen noch eine Herausforderung – hinzu kämen oft Ungereimtheiten wie Bildverzerrungen, Unterschiede in der Bildschärfe und Farbgebung oder fehlende Lippensynchronität in Videos. „Bei gefälschten Tonaufnahmen klingt die Stimme oft monoton und blechern. Auch falsche und unnatürliche Betonungen sowie ein abgehackter Sprechfluss können Hinweise auf einen Deepfake sein.“

Gedde empfiehlt zudem, beispielsweise verdächtige Fotos auf einem großen Bildschirm anzusehen. So ließen sich Manipulationen besser erkennen als auf einem kleinen Smartphone-Display. Oft helfe auch schon eine einfache Internetsuche, um Deepfakes zu enttarnen: „Taucht ein scheinbar sensationelles Video auf keiner seriösen Nachrichtenseite auf, sondern nur auf zwielichtigen Social-Media-Kanälen, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Deepfake“, so Gedde. Im Web gebe es zudem zahlreiche Faktencheck-Portale, auf denen sich Nutzer über aktuelle Deepfakes informieren könnten. Darüber hinaus gelte wie so oft: „Nicht alles glauben und Informationen stets mit einem gesunden Maß an Skepsis betrachten – vor allem im ,World Wide Web’!“

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 11.12.2024
Deepnude AI Image Generator: Cyber-Kriminelle lockten Opfer mit speziellem Köder / Cyber-Sicherheitsexperten von Silent Push haben in einem Blogbeitrag eine neue Angriffstaktik der Bedrohungsgruppe „FIN7“ vorgestellt

datensicherheit.de, 05.12.2024
KI-basierte Deepfakes zur effektiven Täuschung als Angriffsvektor etabliert / Deepfakes werden in Audio- und Video-Formaten vermehrt für Betrugsmanöver eingesetzt

datensicherheit.de, 20.11.2024
Laut 2025 Identity Fraud Report alle fünf Minuten ein Deepfake-Angriff / Aktueller Bericht thematisiert globale Trends und Techniken des Identitätsbetrugs, welche Unternehmen im Jahr 2025 bedrohen werden

datensicherheit.de, 08.10.2024
Zunehmende Bedrohung in der digitalen Welt durch Deepfake-Angriffe / BlackBerry erörtert das Gefahrenpotenzial KI-gestützter Deepfake-Angriffe auf Unternehmen und stellt Abwehrmaßnahmen vor

datensicherheit.de, 29.08.2024
Drei präventive Schutzmaßnahmen gegen CEO-Fraud und Deepfake-Angriffe / Detlev Riecke gibt Unternehmen Empfehlungen, um Chance eines erfolgreichen KI-gestützten Deepfake-Angriffs erheblich zu mindern

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Telegram: Gefälschte Impfpässe als Massenware https://www.datensicherheit.de/telegram-faelschungen-impfpaesse-massenware https://www.datensicherheit.de/telegram-faelschungen-impfpaesse-massenware#comments Wed, 11 Aug 2021 18:58:26 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=40561 Sicherheitsforscher von Check Point beobachten enormen Anstieg des Angebots auf dem Telegram-Schwarzmarkt

[datensicherheit.de, 11.08.2021] Die Check Point® Software Technologies Ltd. aktualisiert nach eigenen Angaben ihre Nachforschung zu gefälschten „Corona“-Impfnachweisen: Deren Sicherheitsforscher weisen demnach auf eine Zunahme von solche Angebote bewerbenden „Telegram“-Gruppen um weltweit 257 Prozent hin, wobei die meisten weiterhin aus Europa stammten. Im März 2021 seien die Werbungen vor allem für die USA, Großbritannien und Deutschland gedacht gewesen – nun kämen viele Länder in großer Zahl hinzu, darunter die Niederlande, Schweiz, Italien, Griechenland, Pakistan, Indonesien und Frankreich.

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Foto: Check Point

Oded Vanunu: Anbieter haben es auf mehr abgesehen, als nur gefälschte Impfausweise zu verkaufen und Geld zu verdienen…

Über 2.500 Telegram-Gruppen derzeit aktiv

Check Point schätzt, „dass über 2.500 Gruppen derzeit aktiv sind“. Die Nutzerzahlen in diesen Gruppen hätten sogar um 566 Prozent zugenommen, wodurch jede Gruppe im Schnitt 100.000 Teilnehmer aufweise. Manche Gruppen wiesen sogar über 450.000 Teilnehmer auf.
„Die Preise für die gefälschten Impfausweise sanken aufgrund des hohen Angebots um die Hälfte.“ Im März habe ein Pass rund 171 Euro (200 US-Dollar) gekostet, nun sei er für 85 Euro (100 US-Dollar) zu haben.

Kontaktiert werden Verkäufer über Telegram, Whatsapp, Wickr, Jabber oder E-Mail

Hinzu komme das Angebot, sogar digitalisierte EU-Nachweise kaufen zu können, sowie gefälschte PCR-Test-Ergebnisse. „Die Anbieter werben sogar damit, dass ihre Pässe in den digitalen Systemen der USA, Großbritanniens und der EU registriert seien.“
Bezüglich der Bezahlung würden „Paypal“ und Krypto-Währungen, wie „Bitcoin“, „Ethereum“, „Monero“, „Dogecoin“, „Litecoin“, akzeptiert. Manchmal außerdem „Amazon Pay“, die Videospiele-Plattform „Steam“ und „ebay“-Gutscheine. Kontaktiert werden könnten die Verkäufer über „Telegram“, „Whatsapp“, „Wickr“, „Jabber“ und E-Mail. Damit werde auch deutlich, dass sich dieser Schwarzmarkt vom sogenannten Darknet zu Nachrichten-Anwendungen, allen voran „Telegram“, verschiebe, um ein breites Publikum ohne große Hindernisse zu erreichen.

Telegram im Vergleich zum Darknet technisch weniger kompliziert zu bedienen

„Wir haben in diesem Jahr das Darknet und ,Telegram‘ auf ,Corona‘-Virus-bezogene Angebote untersucht. Im Moment können gefälschte Impfausweise für fast alle Länder erworben werden. Alles, was Interessierte tun müssen, ist, das Land anzugeben, aus dem sie stammen und welches Produkt sie möchten“, berichtet Oded Vanunu, „Head of Products Vulnerabilities Research“ bei Check Point Software Technologies.
Anbieter entschieden sich übrigens dafür, auf „Telegram“ zu werben und Geschäfte zu machen, weil sie so ihren Vertrieb skalieren könnten. „Telegram“ sei im Vergleich zum Darknet wenig technisch kompliziert zu bedienen und könne schnell eine große Anzahl von Menschen erreichen.

Zunahme der Nutzerzahlen im Darknet und bei Telegram zu erwarten

Vanunu führt aus: „Wir glauben, dass die rasante Ausbreitung der ,Delta‘-Variante und der damit verbundene Druck, sich impfen zu lassen, den Markt beflügelt haben. In der Tat gibt es Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, aber trotzdem die Freiheiten haben möchten, die mit dem Nachweis einer Impfung einhergehen. Diese Menschen wenden sich zunehmend dem Darknet und ,Telegram‘ zu.“
Seit März 2021 seien die Preise für gefälschte Impfausweise um die Hälfte gesunken, und Online-Gruppen für diese betrügerischen „Corona“-Virus-Dienste hätten eine Anhängerschaft von Hunderttausenden von Menschen gewonnen. Vanunu abschließender Rat: „Ich empfehle dringend, sich nicht auf diese Verkäufer einzulassen, denn diese Anbieter haben es auf mehr abgesehen, als nur gefälschte Impfausweise zu verkaufen und Geld zu verdienen.”

Weitere Informationen zum Thema:

Check Point Blog
Black market for fake vaccine certificates reaches new peaks, while Delta variant keeps spreading globally

datensicherheit.de, 04.02.2021
Darknet: Vermeintliche COVID-19-Impfstoffe im Angebot / Preise zwischen 165 und 1.000 Euro auf Darknet-Handelsplätzen

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Geistiges Eigentum in Gefahr: Containertransport zur See für Handel mit gefälschten Waren missbraucht https://www.datensicherheit.de/geistiges-eigentum-igefahr-containertransport-see-handel-faelschungen-waren-missbrauch https://www.datensicherheit.de/geistiges-eigentum-igefahr-containertransport-see-handel-faelschungen-waren-missbrauch#respond Tue, 23 Feb 2021 19:52:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=39094 80 Prozent des internationalen Handels über den Seeweg abgewickelt

[datensicherheit.de, 23.02.2021] Das Amt der Europäischen Union für Geistiges Eigentum (EUIPO) mit Sitz in Alicante, Spanien, meldet, dass in einer neuen Studie des EUIPO und der OECD das Ausmaß analysiert werde, in dem der Containertransport auf dem Seeweg für den Handel von gefälschten Waren missbraucht wird. Aus der Studie geht demnach hervor, „dass der Seeweg nach wie vor ein wichtiger Kanal für den Versand gefälschter Waren ist, wobei die meisten der aus Containern beschlagnahmten gefälschten Waren aus China stammen“.

Gut 80% aller international gehandelten Waren auf dem Seeweg

Über 80 Prozent aller international gehandelten Waren würden auf dem Seeweg befördert. Containerschiffe steigerten die Effizienz und senkten die Kosten des internationalen Handels, könnten aber auch für den Transport gefälschter Waren missbraucht werden.
Beschlagnahmungen von in Containern versandten gefälschten Waren machten zwar einen relativ geringen Anteil an der Gesamtzahl von Beschlagnahmungen aus, dafür aber 56 Prozent des Gesamtwerts der beschlagnahmten Fälschungen.

Die meisten gefälschten Waren in Containern auf dem Seeweg aus China

„Die meisten gefälschten Waren, die in Containern über dem Seeweg transportiert werden, stammen aus China, mit einem Anteil von 79 Prozent des Gesamtwerts der weltweit beschlagnahmten Container, die gefälschte Waren enthalten“, so das EUIPO.
Im Jahr 2016 habe sich der globale Handel mit gefälschten Waren auf 460 Milliarden Euro belaufen, d.h. rund 3,3 Prozent des weltweiten Handels. Auf gefälschte Waren seien 6,8 Prozent der Wareneinfuhren in die EU aus Drittländern entfallen, was einem Wert von 121 Milliarden Euro entsprochen habe.

Studie zum Transport auf dem Seeweg befasst sich mit folgenden Fragen:

  • Welche Arten gefälschter Produkte werden in Containerschiffen transportiert?
  • Wo werden diese Fälschungen hergestellt?
  • Welche sind die geographischen Zielmärkte?
  • Welche Einfuhrhäfen werden am häufigsten für Container mit gefälschten Waren genutzt?
  • Wie werden Waren in Containerschiffen transportiert, ohne dass sie abgefangen werden können?

Auf dem Seeweg würden alle Arten gefälschter Waren versandt, von hochwertigen elektronischen Geräten über Lederwaren, Bekleidung, Kosmetik, Spielzeug und Spiele bis hin zu pharmazeutischen Erzeugnissen und Geräten.

Hälfte des Gesamtwerts beschlagnahmter gefälschter elektronischer Produkte auf dem Seeweg transportiert

Im Jahr 2016 sei der weltweite Handel mit gefälschten elektronischen und elektrischen Geräten beispielsweise auf 125 Milliarden Euro geschätzt worden. Dies entspreche mehr als 5,6 Prozent des gesamten Handels mit diesen Produkten. Fast die Hälfte (49 %) des Gesamtwerts der beschlagnahmten gefälschten elektronischen Produkte sei auf dem Seeweg transportiert worden.
Zu den im Bericht aufgezeigten Problemen gehöre, dass gefälschte Waren für Zollbeamte oberste Priorität haben müssten und letztere hierfür über Such- und Kontrolltechniken sowie -instrumente verfügen müssten, „die sich besser für die Erkennung von Fälschungen eignen“. Im Laufe der Jahre habe der internationale Handel erheblich zugenommen. Ein unvermeidlicher Nebeneffekt sei die Zunahme des Handels mit gefälschten Waren.

Anstieg des Gesamthandelsvolumens zusätzliche Belastung für den Zoll

Der Anstieg des Gesamthandelsvolumens sowie die zunehmende Kapazität der größten Schiffe stellten eine zusätzliche Belastung für den Zoll dar. Durch Röntgen- oder Gammastrahlen-Scans von Containern könnten bestimmte Arten illegaler Sendungen wie Betäubungsmittel, Waffen oder Wildtiere wirksam entdeckt werden.
Bei gefälschten Waren seien diese Scans jedoch nicht wirksam, und die einzige Möglichkeit, sie zu erkennen, „sind physische Kontrollen“. Indes würden weniger als zwei Prozent der Container physisch kontrolliert, was kriminellen Netzen erhebliche Möglichkeiten biete, diesen kritischen Lieferkettenkanal zu missbrauchen.

Fälschungen aller Art – auf dem Seeweg in Containern oder in kleinen Postsendungen – bekämpfen

„Die aufgrund der ,COVID-19‘-Krise wachsende Besorgnis über gefälschte persönliche Schutzausrüstung und Arzneimittel ebnete den Weg für erhebliche Fortschritte bei der Bekämpfung dieses illegalen Handels“, berichtet Christian Archambeau, Exekutivdirektor des EUIPO.
Es bedürfe gemeinsamer Anstrengungen, um Fälschungen aller Art, auf allen Routen, sei es auf dem Seeweg in Containern oder in kleinen Postsendungen, zu bekämpfen. Fälschungen schadeten dem rechtmäßigen Handel, seien häufig gefährlich und müssten bei der Bekämpfung internationaler Kriminalität erneut zu einer Priorität werden, betont Archambeau.

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Gefälschte Arzneien als rasant wachsende Herausforderung an die Behörden https://www.datensicherheit.de/gefaelschte-arzneien-als-rasant-wachsende-herausforderung-an-die-behoerden https://www.datensicherheit.de/gefaelschte-arzneien-als-rasant-wachsende-herausforderung-an-die-behoerden#respond Mon, 11 Apr 2016 17:22:11 +0000 http://www.datensicherheit.de/?p=25329 Laut Zoll-Jahresbilanz 2015 Vervierfachung des Aufkommens

[datensicherheit.de, 11.04.2016] Der Kampf gegen das Geschäft mit illegalen Arzneimitteln war laut aktuellen Angaben der Bundesregierung eine der Hauptaufgaben der deutschen Zollfahnder im Jahr 2015. Mit fast 133 Milliarden Euro habe der Zoll rund die Hälfte der Steuern des Bundes eingenommen.

Zoll-Jahresbilanz 2015 vorgelegt

Dank vernetzter Ermittlungen sei es 2015 den Zollfahndern gelungen, fast vier Millionen gefälschte Tabletten aus dem Verkehr zu ziehen – viermal so viele wie im Jahr zuvor.
Im vergangenen Jahr habe ein Schwerpunkt auf Arzneimitteln, die im Internet angeboten werden, gelegen, so Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Dort decke der Zoll zunehmend kriminelle Strukturen auf. Er empfiehlt jedem, Medikamente online nur aus nachweislich seriösen Quellen zu kaufen. Die sichergestellten Produkte stammten oftmals aus China, Indien oder Thailand.

Verbraucherschutz: Warnung vor vermeintlichen Schnäppchen

Mit der Bekämpfung der Arzneimittelkriminalität soll der Zoll den Verbraucherschutz unterstützen. Die Zollverwaltung informiert außerdem mit einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit über die Gefahren von qualitativ minderwertigen Arzneimittelfälschungen.

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Schutz vor Medikamentenfälschungen: Pharma- und Apothekenverbände starten Anfang 2013 Pilotversuch https://www.datensicherheit.de/schutz-medikamentenfaelschungen-pharma-apothekenverbaende-starten-anfang-2013-pilotversuch https://www.datensicherheit.de/schutz-medikamentenfaelschungen-pharma-apothekenverbaende-starten-anfang-2013-pilotversuch#respond Mon, 10 Dec 2012 17:46:18 +0000 http://www.datensicherheit.de/?p=21231 Datamatrix-Code allein als Basis des geplanten Abwehrsystems nicht ausreichend, warnt Rolf Simons

[datensicherheit.de, 10.12.2012] Im Januar 2013 starten mehrere deutsche Pharma- und Apothekenverbände einen bundesweiten Pilotversuch, um ein Abwehrsystem gegen Arzneimittelfälschungen zu testen.
Anlässlich der bevorstehenden Testphase warnt die 3S Simons Security Systems GmbH in Nottuln, dass das neue System „Securpharm“ keinen Schutz gegen das Eindringen von gefälschten Arzneimitteln in die legale Verteilerkette zwischen Pharmaherstellern und Apotheken biete. Die „Securpharm“-Initiative werde nach bisheriger Planung ausschließlich auf den Datamatrix-Code setzen, um Arzneimittelpackungen zu sichern. Dieser Code eröffne zwar neue Möglichkeiten der Weg- und Prozessverfolgung, sei jedoch nicht fälschungssicher.
Mit einem Tintenstrahldrucker ließen sich problemlos falsche Datamatrix-Codes auf Packungen mit gefälschten Medikamenten drucken, erklärt Rolf Simons, Geschäftsführer der 3S Simons Security Systems GmbH. Um die Gesundheit und das Leben von Patienten nicht zu gefährden, sollte „Securpharm“ mit einem echten Fälschungsschutzsystem kombiniert werden – nur so könne sichergestellt werden, dass Medikamentenfälschungen nicht über den klassischen Arzneimittelvertrieb in die deutschen Apotheken gelangen. Angesichts der Gefahren, die von Plagiaten ausgehen, sei es wichtig, dass der Verbraucher jedes Medikament zweifelsfrei als Original identifizieren kann. Dies würde das Vertrauensverhältnis zwischen Herstellern, Handel und Kunden nachhaltig stärken.
In Deutschland wird über gefälschte Medikamente vor allem im Zusammenhang mit illegalen, außerhalb der EU ansässigen Internet-Versendern berichtet. Im Vergleich dazu gilt der Bezug von Medikamenten über Apotheken und behördlich registrierte Versandapotheken aus den EU-Mitgliedstaaten als sicher. Angesichts der internationalen Verflechtungen im Arzneimittelverkehr bestehe jedoch die Gefahr, dass gefälschte Arzneimittel auch in die legale Verteilerkette gelangen, warnt Simons.
Um dies zu verhindern, hat die EU 2011 die sogenannte „Fälschungsrichtlinie“ verabschiedet. Diese sieht u.a. vor, dass Arzneimittelpackungen mit einem Sicherheitsmerkmal gekennzeichnet werden sollen, durch das die Echtheit des Arzneimittels überprüft und einzelne Packungen identifiziert werden können. Arzneimittelhersteller, Pharmagroßhändler und Apotheker entwickeln derzeit das Sicherheitssystem „Securpharm“, das ab Januar 2013 in einem Pilotversuch getestet wird. Bis Juli 2013 sollen die EU-Staaten die EU-Kommission über die Einzelheiten ihrer nationalen Systeme unterrichten, wobei „Securpharm“ als Referenzmodell dienen könnte.
Ob „Securpharm“ für einen wirklich umfassenden Fälschungsschutz sorgen wird, bleibe allerdings fraglich. Mit einem Tintenstrahldrucker gefälschte Datamatrix-Codes auf Packungen mit gefälschten Medikamenten könnten in der Apotheke nicht erkannt werden, wenn beispielsweise die Seriennummer des Datamatrix-Codes in der Datenbank noch nicht abgefragt und ausgebucht worden ist, befürchtet Simons. In diesem Fall würde die Fälschung an den Patienten ausgegeben und das später abgefragte Original vom System als Fälschung beanstandet, weil das Medikament schon auf den Status „abgegeben“ gesetzt worden ist. So wie das System derzeit von Pharmaherstellern, Pharmagroßhändlern und Apotheken konzipiert und entwickelt wird, stehe zu befürchten, dass die organisierte Kriminalität auch zukünftig gefälschte Medikamente in die legale Verteilerkette einschleusen kann. Um dies zu verhindern, müsste „Securpharm“ mit einem Fälschungsschutzsystem kombiniert werden.
Mit Mikro-Farbcodes könnten beispielsweise Medikamentenverpackung und Datamatrix-Code gleichermaßen gesichert werden, empfiehlt Simons. Der Farbcode werde dann in dem Hersteller- bzw. Apothekendatenbanksystem von „Securpharm“ hinterlegt, mit dem der Weg eines Medikaments über die verschiedenen Stationen der Produktions- und Lieferkette nachvollzogen werden kann. Jeder Hersteller erhalte einen individuellen Farbcode, so dass eine eindeutige Zuordnung der verschiedenen Arzneimittel möglich sei. Die Sicherung mittels Mikro-Farbcode auf der Arzneimittelverpackung sei für das bloße Auge unsichtbar; ein handelsübliches Stabmikroskop genüge jedoch zur Identifizierung. Dies sei mit dem Fälschungsschutzsystem „SECUTAG®“ der 3S Simons Security Systems GmbH möglich, das seit über 15 Jahren fälschungssicher im Einsatz sei, einen eindeutigen Originalitätsnachweis liefere und vor Gericht als Beweismittel anerkannt werde.
Mit diesem Verfahren können die Mitarbeiter in der Apotheke sowohl das Medikament und seine Verpackung als auch den Datamatrix-Code als Originale identifizieren. Bei der Verifizierung werde zunächst der Datamatrix-Code ausgelesen und damit Ursprung und Transportweg des Medikaments überprüft. In einem zweiten Schritt werde dann der Mikro-Farbcode kontrolliert und bei Übereinstimmung die Echtheit von Medikament und Datamatrix-Code zweifelsfrei nachgewiesen. Erst wenn in den Produktions- und Lieferketten durchgehend die Sicherungssysteme für Rückverfolgbarkeit (Datamatrix-Code) und Fälschungssicherheit (Mikro-Farbcode) kombiniert zum Einsatz kommen, könne der Verbraucher sicher sein, dass er in seiner Apotheke keine gefälschten Medikamente erhalten wird. Gerade bei Medikamenten aus der Apotheke dürfe es keine Dunkelziffer und keine Toleranz gegenüber Plagiaten geben, so Simons – jede Fälschung müsse erkannt und aus dem Verkehr gezogen werden. Eine solche Sicherheitsstrategie reduziere nicht nur die Kontrollkosten entlang der Produktions- und Lieferkette, sondern unterstütze das Image der Pharmaunternehmen als Garanten für hochwertige Qualität, da das System öffentlich kommuniziert werden könne. Der Verbraucher erkenne beim Kauf, ob er ein Original oder eine Fälschung vor sich hat; verzichtet er auf die Überprüfung, dann übernehme er eine Mitverantwortung. Dies könne bei ungerechtfertigten Produkthaftungsklagen und Schadenersatzansprüchen relevant sein.

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Drastische Zunahme gefälschter Antiviren-Programme https://www.datensicherheit.de/drastische-zunahme-gefaelschter-antiviren-programme https://www.datensicherheit.de/drastische-zunahme-gefaelschter-antiviren-programme#respond Tue, 17 Nov 2009 11:58:51 +0000 http://www.datensicherheit.de/?p=8369 Kaspersky Lab meldet Anstieg um 600 Prozent

[datensicherheit.de, 17.11.2009]Kaspersky Lab veröffentlicht einen neuen Hintergrundartikel mit dem Titel „Gefälschte AV-Programme – Vermeintliche Rettung oder böse Überraschung?“, verfasst von dessen Virenanalysten Wjatschewslaw Sakorschewski:
Die Verbreitung von gefälschten Antiviren-Programmen sei exponentiell gestiegen – und zwar um 600 Prozent, wenn man die erste Jahreshälfte 2009 mit der von 2008 vergleiche, so Sakorschewski.
Aktuell enthalte die „Kaspersky“-Antivirendatenbank zirka 30.000 Signaturen zum Nachweis gefälschter AV-Programme, Tendenz steigend. Gefälschte AV-Programme funktionierten oft gleich – es werde ein Pseudo-Virenscan durchgeführt und der Fund von vermeintlich entdeckter Schadsoftware gemeldet. Anschließend werde dem Anwender eine Lizenz der Software angeboten, mit der er die „entdeckten“ Fehler korrigieren und das System bereinigen könne – allerdings nur gegen Geld.
Um sich vor gefälschten Antiviren-Programmen zu schützen, sollte man überprüfen, ob der Hersteller technische Unterstützung und eine offizielle Website anbiete. Außerdem sollte man keinem Programm trauen, das den Computer erst scanne und anschließend Geld für die Bereinigung der Schadprogramme verlange. Wichtig sei auch, dass Anwender Meldungen über angebliche Infizierungen des Rechners ignorierten, wenn diese nicht vom eingesetzten, offiziellen Sicherheitsprogramm stammten.

Weitere Informationen zum Thema:

Viruslist.com, 13.11.2009
Vyacheslav Zakorzhevsky / Gefälschte Antivirus-Programme: Vermeintliche Rettung oder böse Überraschung?

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