Aktuelles, Branche - geschrieben von am Donnerstag, März 4, 2021 21:35 - noch keine Kommentare

Darknet: Vermeintliche COVID-19-Impfstoffe im Angebot

Preise zwischen 165 und 1.000 Euro auf Darknet-Handelsplätzen

[datensicherheit.de, 04.02.2021] Laut einer aktuellen Meldung von Kaspersky findet weltweit „gerade eine der größten und komplexesten Impfkampagnen der Geschichte statt“. Infolgedessen sei es nicht überraschend, dass auch Betrüger versuchten, hieraus Profit zu schlagen. Kaspersky-Forscher haben demnach 15 verschiedene Marktplätze im sogenannten Darknet untersucht und Werbung für drei bekannte „COVID“-Impfstoffe identifiziert: Pfizer/BioNTech, AstraZeneca und Moderna. Es habe zudem Anbieter gegeben, welche für nicht zertifizierte „COVID19“-Impfstoffe geworben hätten.

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Abbildung: kaspersky

Kaspersky-Screenshot aus dem Darknet: Dubioses Angebot für Pfizer-Impfstoff gegen Corona

Kommunikation mit Darknet-Händlern über verschlüsselte Messaging-Apps

Die meisten Verkäufer stammten aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA. „Die Preise pro Dosis reichten von 165 Euro (250 US-Dollar) bis etwa 1.000 Euro (1.200 US-Dollar). Der ermittelte Durchschnittspreis lag bei etwa 410 Euro (500 US-Dollar).“
Die Kommunikation mit diesen Händlern werde über verschlüsselte Messaging-Apps wie „Wickr“ oder „Telegram“ geführt, während die Zahlungen in Form von Kryptowährung erfolgen sollten – insbesondere in „Bitcoin“.
Die meisten dieser Verkäufer hätten bereits zwischen 100 und 500 Transaktionen in den Foren durchgeführt, „was darauf hindeutet, dass solche Impfstoff-Verkäufe tatsächlich abgeschlossen werden“. Was die Darknet-Nutzer jedoch konkret erworben hätten, bleibe unklar. Die den Kaspersky-Experten zur Verfügung stehenden Informationen reichten nicht aus, um zu sagen, „bei wie vielen der online beworbenen Impfstoffdosen es sich tatsächlich um originären Impfstoff handelt (viele medizinische Einrichtungen verfügten über noch nicht genutzte Impfstoffdosen) und wie viele Anzeigen schlicht Betrug sind“.

Darknet-Verkäufer versuchen, aus aktueller Impfkampagne Kapital zu schlagen

Selbst wenn die Käufer tatsächlich eine Sendung per Post erhielten, habe es sich höchstwahrscheinlich um keine wirksame und gültige Dosis gehandelt. „Noch wichtiger ist, dass die Beschaffung solcher Dosen illegal ist!“
Dmitry Galov, Sicherheitsexperte bei Kaspersky, führt hierzu aus: „Im ,Darknet‘ findet man so ziemlich alles, daher ist es nicht verwunderlich, dass die Verkäufer dort versuchen, aus der Impfkampagne Kapital zu schlagen. Im vergangenen Jahr gab es eine ganze Reihe von Betrügereien, die das ,COVID‘-Thema ausgenutzt haben – viele davon waren erfolgreich. Im Moment werden nicht nur Impfdosen verkauft, sondern auch Impfpässe. Also ein Stück Papier, mit dem man frei reisen kann.“
Es sei wichtig, dass Anwender bei jedem Angebot im Zusammenhang mit der „Pandemie“ vorsichtig sind, und selbstverständlich sei ein Kauf von Impfstoff im Darknet grundsätzlich keine gute Idee.

Kaspersky-Tipps zum Schutz vor Betrugsversuchen im „COVID-19“-Kontext:

  • „Niemals Produkte – einschließlich Impfstoffdosen – im Darknet erwerben!“
  • Bei Werbungen, die sich mit dem „Corona“-Thema befassen, stets die URLs der besuchten Seiten prüfen: „Ist die Schreibweise aufgrund fehlender oder falscher Buchstaben auffällig oder wurde das übliche ,.com‘ beispielsweise durch ,com.tk‘ oder etwas Ähnlichem ersetzt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich hierbei um Phishing handelt.“ Auf einer solchen Webseite sollten niemals persönliche Daten eingeben werden.
  • Bei besuchten Websites und erhaltenen E-Mails immer auf korrekte Grammatik und das Layout achten: „Wenn hier etwas merkwürdig erscheint, ist Vorsicht geboten!“

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 14.01.2021
Covid-19: Schwarzmarkt für Impfstoffe im Darknet expandiert

kaspersky daily, Kaspersky Team, 04.03.2021
COVID-19 vaccines in darknet marketplaces / What could possibly go wrong with coronavirus vaccine from a darknet marketplace?



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