Aktuelles, Branche - geschrieben von am Samstag, Februar 14, 2026 0:09 - noch keine Kommentare

Fake-WebShops und -Dating-Plattformen: Verschärfung der Cyberbedrohungen rund um den Valentinstag

Der alljährliche Valentinstag am 14. Februar ist nicht nur für Liebende ein bedeutendes Datum – auch im cyberkriminellen Kalender hat er als Köder einen bedeutenden Platz

[datensicherheit.de, 14.02.2026] Auch der Valentinstag am 14. Februar 2026 wird wohl – wie jedes Jahr – nicht allein ein kommerzielles Ereignis für Online-Shopping, digitales Dating und Last-Minute-Geschenke sein: Er ist ebenso ein wichtiger Tag für Cyberkriminelle. Sicherheitsforscher von Check Point haben demnach einen starken Anstieg von Phishing-Websites, betrügerischen WebShops und gefälschten Dating-Plattformen zum Thema „Valentinstag“ festgestellt. Diese zielten darauf ab, persönliche Daten und Zahlungsinformationen zu stehlen.

check-point-software-phishing-website-tinder-imitat

Abbildung: Check Point Software (2026)

Phishing-Website als „Tinder“-Imitat

Saisonale Domain-Zunahme zum Thema „Valentinstag“

Von März bis Dezember 2025 seien durchschnittlich 474 neue Domains zum Thema „Valentinstag“ pro Monat registriert worden. Im Januar 2026 sei die Zahl der Registrierungen jedoch auf 696 angestiegen – ein Anstieg von 44 Prozent.

  • Allein in den ersten fünf Tagen im Februar 2026 hätten die Forscher 152 zusätzliche Domains entdeckt, was einem weiteren Anstieg von 36 Prozent im Tagesdurchschnitt gegenüber dem Januar entspriche. Fast alle – 97,5 Prozent – seien nach wie vor nicht klassifiziert, „was bedeutet, dass sie jederzeit für böswillige Zwecke aktiviert werden könnten“.

Angreifer registrierten solche Domains zu gängigen Suchbegriffen wie „Valentinstagsgeschenke“ oder „günstige Valentinstagsangebote“, um für eilige Käufer vertrauenswürdiger zu wirken. Oft blieben sie bis wenige Tage vor dem 14. Februar inaktiv, um die Wirkung zu maximieren.

Gefälschte WebShops mit Lockangeboten – Diebstahl von Anmeldedaten und Zahlungsinformationen

Ein Beispiel ist „funkovalentine[.]club“, eine im Januar 2026 registrierte Website, welche aktiv gewesen, aber mittlerweile nicht mehr erreichbar sei. Diese habe über ein vollständig gestaltetes E-Commerce-Layout, Produktkategorien, Preise, Checkout-Seiten und attraktive, wenn auch verdächtig breit gefächerte Waren (z.B. Uhren, Dekorationsartikel) verfügt.

  • Der Domainname habe wahrscheinlich versucht, Vertrauen aufzubauen, „indem er sowohl der Marke ,Funko’ (bekannt für ihre Popkultur-Sammlerstücke) als auch dem Valentinstag-Shopping ähnelt“.

Die sei eine Taktik, welche von Cyberangreifern im Umfeld von Jahres- und Feiertagen häufig angewendet werde. Trotz ihres professionellen Erscheinungsbildes sei diese Website bösartig und darauf ausgelegt gewesen, Anmeldedaten und Zahlungsinformationen zu stehlen.

„Romance Scams“ und imitierte Dating-Websites zum Valentinstag Hochkonjunktur

Auch Betrugsfälle mit romantischem Hintergrund, sogenannte Romance Scams, nähmen zu. „Im Januar 2026 fanden Forscher 710 Dating-Domains, die sich als große Plattformen wie ,Tinder’ ausgaben.“

  • Dies ist ein Anstieg von neun Prozent gegenüber Dezember 2025. Einige dieser Webseiten seien derzeit noch harmlos – viele könnten jedoch schnell bösartig werden.

Ein bemerkenswerter Fall sein in diesem Zusammenhang „tinnder[.]cfd“: „Diese Website kopiert das Branding und die bekannte Swipe-Oberfläche von ,Tinder’ mit einem einfachen Tippfehler-Trick, um Login-Daten von Menschen zu stehlen, die auf der Suche nach echten Kontakten sind.“

Der Valentinstag als bevorzugter cyberkrimineller Aufhänger

Cyberkriminelle nutzten die emotionale Natur u.a. des Valentinstags aus. „An diesem Tag empfinden Menschen Dringlichkeit, Aufregung, Einsamkeit und Vorfreude.“ Diese Mischung führe zu schnelleren Klicks, riskanteren Käufen und einer weniger kritischen Prüfung.

  • Gleichzeitig steige der Online-Einkauf von Geschenken sprunghaft an und Dating-Aktivitäten nähmen zu. Angreifer könnten deshalb neu registrierte Domains schnell für kurze, wirkungsvolle Kampagnen aktivieren.

Sie ahmten bekannte Marken wie „Funko“, „Tinder“ und andere nach, um über gefälschte Websites vertrauenswürdig zu erscheinen. All diese Faktoren zusammen bildeten den perfekten Nährboden für saisonale Betrugsmaschen.

Sicherheitstipps von CHECK POINT rund um den Valentinstag

Ein paar einfache Vorsichtsmaßnahmen könnten viel bewirken:

  1. Verbraucher sollten sich an vertrauenswürdige Händler halten!
    Sie sollten unbekannte WebShops meiden – insbesondere, wenn der Domainname auf den Valentinstag Bezug nimmt oder das Angebot ungewöhnlich günstig erscheint.
  2. URLs sollten doppelt überprüft werden!
    Verbraucher sollten auf kleine Rechtschreibfehler wie z.B. „Tinnder“ statt „Tinder“ achten. Im Zweifelsfall sei es sicherer, die offizielle URL der betreffenden Website manuell einzugeben.
  3. Vorsicht bei seltsamen Zahlungsaufforderungen!
    „Krypto-Währungen“, Geschenkkarten und Überweisungen seien allesamt Warnsignale – seriöse Händler würden diese nicht verlangen.
  4. Dating-Apps sollten nur aus offiziellen App-Stores heruntergeladen werden!
    Verbraucher sollten niemals Links aus E-Mails, SMS oder Social-Media-Beiträgen verwenden.
  5. Zufällige „Valentinstagsangebote“ ignorieren!
    Verbraucher sollten mit vermehrten Phishing-Versuchen per E-Mail, SMS und über Soziale Kanäle rechnen.
  6. Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) aktivieren!
    Selbst wenn Anmeldedaten gestohlen würden, böte MFA einen wichtigen zusätzlichen Schutz.

„Am Valentinstag sollte es um die Liebe gehen, nicht darum, von Cyberkriminellen missbraucht oder hereingelegt zu werden.“ Angesichts raffinierter gefälschter WebShops, ähnlicher Dating-Websites und einer Flut von nicht klassifizierten „Valentinstag“-Domains sollten Verbraucher wachsam bleiben.

Weitere Informationen zum Thema:

CHECK POINT
Über uns: Check Point Software Technologies ist ein weltweit führender Anbieter von Cybersicherheitslösungen, der sich dem Schutz von Unternehmen und Regierungen weltweit widmet

datensicherheit.de, 14.02.2026
Kaspersky-Warnung vor Cyberbetrug rund um den Valentinstag: Betrüger ködern mit vermeintlichen Geschenkkarten / Aus Anlass des diesjährigen Valentinstags am 14. Februar 2026 nimmt Kaspersky Stellung zu dem beobachteten Trend, Liebesbekundungen zunehmend digital – etwa in Form von Abonnements, Gaming-Guthaben oder Gutscheinkarten – zu übermitteln

datensicherheit.de, 13.02.2024
Zum Valentinstag und auch sonst: Sicherheitsmaßnahmen beim Online-Flirt zur Vermeidung von Cyber-Betrug / ESET erklärt Betrugsmaschen Cyber-Krimineller und gibt Tipps zum eigenen Schutz

datensicherheit.de, 08.02.2024
Informations-Abschöpfung durch Dating-Apps: Gefahr insbesondere rund um den Valentinstag / Downloads von Dating-Apps steigt am Valentinstag weltweit um 17 Prozent an

datensicherheit.de, 13.02.2023
Liebesbetrug am Valentinstag: Auch ein Festtag für Cyber-Kriminelle / Gerade am Valentinstag viele alleinstehende Menschen im Internet auf der Suche nach Kontakt

datensicherheit.de, 14.02.2022
Vorsicht auch am Valentinstag: Cyber-Kriminelle missbrauchen zunehmend kulturelle Ereignisse für ihre Zwecke / Auch der Valentinstag ist alljährlich immer wieder Anlass für neue Betrügereien und Angriffe

datensicherheit.de, 12.02.2019
Valentinstag am 14. Februar: Wieder droht Love Scam / G DATA warnt vor gefährlichem Liebesbetrug und benennt Schutzmaßnahmen



Kommentare sind geschlossen.

Kooperation

TeleTrusT

Mitgliedschaft

German Mittelstand e.V.

Mitgliedschaft

BISG e.V.

Multiplikator

Allianz für Cybersicherheit

Datenschutzerklärung