Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von dp am Freitag, Februar 13, 2026 0:55 - noch keine Kommentare
IT-Sicherheit auch in Privathaushalten laut BSI mehr als eine rein technische Frage
Das BSI ist im Rahmen einer aktuellen Studie der Frage nachgegangen, wie sicher Familien und Wohngemeinschaften im digitalen Alltag sind und wo deren praktische Herausforderungen bei der Umsetzung von IT-Sicherheit liegen
[datensicherheit.de, 13.02.2026] Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat am diesjährigen „Safer Internet Day“ (SID 2026) in einer Stellungnahme die Frage aufgeworfen: „Wie sicher sind Familien und Wohngemeinschaften im digitalen Alltag und wo liegen deren praktische Herausforderungen bei der Umsetzung von IT-Sicherheit?“ In diesem Zusammenhang hat das BIS auf eine neue eigene Studie verwiesen, welche demnach zeigt, dass die Antwort darauf mehr ist als nur eine Frage der Technik und sie häufig an unklaren Zuständigkeiten, sozialen Abhängigkeiten unter den Bewohnern sowie der mangelnden Alltagstauglichkeit von Schutzmaßnahmen scheitert.

Abbildung: BSI
Neue BSI-Studie „IT-Sicherheitsmanagement in Haushalten: Risiken, Problemstellungen, Lösungsansätze” behandelt Übertragung grundlegender Prinzipien der IT-Sicherheit aus Unternehmen ins Private
BSI-Studie „IT-Sicherheitsmanagement in Haushalten: Risiken, Problemstellungen, Lösungsansätze” online verfügbar
Die nun vorliegende BSI-Studie „IT-Sicherheitsmanagement in Haushalten: Risiken, Problemstellungen, Lösungsansätze” habe erstmals darauf abgezielt, grundlegende Prinzipien des Informationssicherheitsmanagements aus dem Unternehmensumfeld auf den privaten Kontext von Familien und Wohngemeinschaften zu übertragen.
- Diese hätten zusätzliche Anforderungen an das Sicherheits- und Berechtigungsmanagement bei der Nutzung digitaler Geräte und Anwendungen im Vergleich zu einzelnen Nutzern.
„Während beispielsweise Unternehmen auf klare Rollen und etablierte Prozesse zurückgreifen können, ist die IT-Sicherheit im privaten Zusammenleben oft ungeregelt. Gemeinsam genutzte Geräte ohne Benutzertrennung, geteilte Passwörter für personenbezogene Accounts und eine ungleiche Verteilung von technischem Wissen unter den Bewohnerinnen und Bewohnern erhöhen das Risiko erheblich“, erläutert Caroline Krohn-Atug, BSI-Fachbereichsleiterin „Digitaler Verbraucherschutz“.
BSI sieht prinzipielle Übertragbarkeit von Methoden, warnt aber vor Umsetzungshürden im Alltag
Besonders kritisch sei es, „wenn die Verantwortung für die digitale Sicherheit bei einer einzelnen Person liegt“, warnt Krohn-Atug. Die neue Studie zeige, dass viele bewährte Sicherheitsmaßnahmen grundsätzlich auf Privathaushalte übertragbar seien, diese jedoch oft an der Komplexität und fehlender Alltagstauglichkeit scheiterten. Hinzu kämen soziale Aspekte wie Vertrauen, familiäre Machtverhältnisse und geschlechtsspezifische Rollenbilder.
- Daraus ließen sich konkrete Empfehlungen auf drei Ebenen ableiten: In Privathaushalten sollten ungleiche Verantwortlichkeiten kritisch hinterfragt und Sicherheitsmaßnahmen als feste Routinen etabliert werden.
Dadurch solle ein Kompetenzaufbau und gleichzeitig ein Abbau von Ungleichgewichten erreicht werden. Hersteller seien nach wie vor in der Pflicht, ihre Angebote konsequent nach den Prinzipien „Security by Design“ und „Security by Default“ zu gestalten. Im Rahmen dieser Studie werde „Usable Security“ zu einem entscheidenden Faktor, um die empfohlenen Maßnahmen einfach und sicher nutzbar zu machen. Gleichzeitig sei der Gesetzgeber weiter in der Pflicht, den Weg zu verbindlichen Mindeststandards, transparenten Kennzeichnungen und gezielten Bildungsmaßnahmen fortzuführen.
Im Kontext der BSI-Studie Prototyp für eine Risikoanalyse entwickelt
Ferner sei im Kontext dieser BSI-Studie auch ein Prototyp für eine Risikoanalyse entwickelt worden, die gezielt auf die Bedürfnisse privater Mehrpersonenhaushalte zugeschnitten sei. Die Funktionsweise dieser Risikoanalyse werde in der Studie beschrieben.
- Perspektivisch könnte daraus ein Digital-Tool entstehen, um Nutzer bei der Einschätzung ihrer individuellen Risiken zu unterstützen und ihnen konkrete Handlungsempfehlungen zu liefern.
Verbrauchern könne darüber hinaus das Informationsangebot des BSI Orientierung bieten: Neben Tipps zum Basisschutz umfasse es u.a. auch Informationen rund um das sogenannte Smarthome sowie einen Wegweiser speziell für Eltern.
Weitere Informationen zum Thema:
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Auftrag: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist die Cybersicherheitsbehörde des Bundes und Gestalter einer sicheren Digitalisierung in Deutschland.
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
IT-Sicherheitsmanagement in Haushalten (IsiH) – Risiken, Problemstellungen, Lösungsansätze
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Basistipps zur IT-Sicherheit
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Smarthome – den Wohnraum sicher vernetzen
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Kinder und Jugendliche im digitalen Alltag absichern und unterstützen / Digitaler Kinder- und Jugendschutz für Eltern und Erziehungsberechtige
Dialog für Cybersicherheit
Dialogteam des BSI / Caroline Krohn-Atug
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