Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Dienstag, Februar 10, 2026 8:56 - noch keine Kommentare
Safer Internet Day 2026: Impuls für sichere Entscheidungen im KI-gesteuerten Internet
Lothar Geuenich betont in seiner Stellungnahme zum SID 2026, dass dessen Mission eine neue Dringlichkeit erhält, weil KI immer tiefer in die Arbeits-, Lern-, Kommunikations- und Transaktionsprozesse eingebettet wird
[datensicherheit.de, 10.02.2026] Am 10. Februar 2026 wird der diesjährige Aktionstag „Safer Internet Day“ (SID) begangen – bei diesem sei es schon immer darum gegangen, eben Menschen im Internet zu schützen. Lothar Geuenich, „VP Central Europe/DACH“ bei Check Point Software Technologies, betont in seiner Stellungnahme zum SID 2026, dass in diesem Jahr dessen Mission eine neue Dringlichkeit erhalte, denn Künstliche Intelligenz (KI) sei immer tiefer in die Arbeits-, Lern-, Kommunikations- und Transaktionsprozesse eingebettet. KI sei nun keine Zukunftstechnologie mehr – sie präge bereits jetzt, „wie Entscheidungen getroffen werden aber auch zunehmend, wie Cyberkriminelle vorgehen“. Mit der Einbindung von KI in Browser gehe es bei der Online-Sicherheit nicht mehr nur um das Verhalten der Nutzer, „sondern darum, wie intelligent und verantwortungsbewusst KI selbst entwickelt, gesteuert und abgesichert wird“.

Foto: Check Point
Lothar Geuenich: „KI entwickelt sich rasch zu einem Co-Piloten für unser Lernen, Arbeiten und unsere Online-Kommunikation – doch Vertrauen in Technologie muss verdient und kann nicht vorausgesetzt werden. Der ,Safer Internet Day’ erinnert uns daran, dass kluge Technologieentscheidungen in Verbindung mit präventiven, KI-gestützten Sicherheitsmaßnahmen und einer soliden digitalen Kompetenz unerlässlich sind, um das Internet in einer KI-gesteuerten Welt sicher, widerstandsfähig und vertrauenswürdig zu halten.“
KI integraler Bestandteil des alltäglichen Online-Lebens
Von Schreibhilfen und Bildgenerierung bis hin zu Empfehlungsmaschinen und Chatbots sei KI heute in fast jeder digitalen Interaktion präsent: „KI ist zum Co-Piloten des täglichen digitalen Lebens geworden und beeinflusst im Hintergrund Entscheidungen, Inhalte und Vertrauenssignale.“
- Den Zahlen der Sicherheitsforscher von Check Point Research vom Dezember 2025 zufolge habe jede 27. KI-Eingabe aus Unternehmensnetzwerken ein hohes Risiko des Verlustes sensibler Daten dargestellt.
91 Prozent der KI-Tools verwendenden Unternehmen seien von Eingaben mit hohem Risiko betroffen gewesen. „Weitere 25 Prozent der Eingaben enthielten potenziell sensible Informationen, was verdeutlicht, wie leicht Nutzer bei der Interaktion mit KI-Tools zu viele Daten preisgeben können.“
Sichere KI-Nutzung erfordert vor allem Digital-Kompetenz
Geuenich hebt hervor: „Diese Ergebnisse untermauern eine Kernbotschaft: KI muss wie jedes andere kritische System gesichert werden – denn sie verarbeitet mittlerweile direkt sensible Daten und trifft Entscheidungen!“
- Diese Risiken seien indes nicht auf Unternehmen beschränkt. „Wenn Schüler, Familien oder Einzelpersonen KI-Tools für Hausaufgaben, Ratschläge oder die Erstellung von Inhalten nutzen, können dieselben Verhaltensweisen – das Kopieren und Einfügen persönlicher Informationen, das Hochladen von Bildern oder das Vertrauen in Ergebnisse ohne Überprüfung – sie Risiken in Bezug auf Datenschutz, Fehlinformationen oder Manipulation aussetzen.“
Die sichere Nutzung von KI beginne daher mit Digital-Kompetenz und nicht mit Einschränkungen.
KI gestaltet Cyberbedrohungs-Szenarien
Cyberkriminalität habe sich schon immer parallel zur Technologie weiterentwickelt, aber KI beschleunige diese Entwicklung in beispiellosem Tempo. Laut dem „Cyber Security Report 2026“ kombinierten Angreifer nun KI, Identitätsmissbrauch, Ransomware und „Social Engineering“ zu koordinierten, mehrstufigen Kampagnen, die schneller seien als herkömmliche Abwehrmaßnahmen.
- „Diese Angriffe passen sich zunehmend in Echtzeit an, lernen aus fehlgeschlagenen Versuchen und verfeinern automatisch ihre Techniken – ähnlich wie defensive KI funktioniert“, berichtet Geuenich.
Weltweit seien Unternehmen im Jahr 2025 durchschnittlich 1.968 Cyberangriffen pro Woche ausgesetzt gewesen, was einem Anstieg von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Anstieg von 70 Prozent seit 2023 entspreche. „In Deutschland zielten pro Woche 1.223 Angriffe auf Unternehmen was einen Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zu Vorjahr bedeutet.“ Diese Angriffe seien keine Einzelfälle mehr – sie seien darüber hinaus hartnäckig, automatisiert und zunehmend personalisiert. Genau wegen dieses Ausmaßes könnten rein menschliche Sicherheitsmodelle nicht mehr mithalten.
Drei KI-Trends von besonderer Relevanz – am SID 2026 und darüber hinaus:
- KI-gestütztes Social Engineering
KI mache Phishing und Betrug überzeugender und skalierbarer. Angreifer könnten nun mehrsprachige, kulturell angepasste Nachrichten generieren, welche vertrauenswürdige Stimmen, Institutionen oder sogar Familienmitglieder imitierten. Der „Cyber Security Report 2026“ von Check Point zeige, dass E-Mails nach wie vor der wichtigste Übertragungsweg für schädliche Inhalte seien und 82 Prozent der Übertragung schädlicher Dateien ausmachten. „Die Zahlen zeigen aber auch, dass webbasierte und Multi-Channel-Angriffe rapide zunehmen. Dies verstärkt die Notwendigkeit einer KI-gesteuerten Bedrohungsprävention, die nicht nur bekannte Signaturen, sondern auch Absichten und Verhaltensweisen erkennen kann“, kommentiert Geuenich. - Ransomware in großem Maßstab
Laut den Cyberstatistiken seien allein im Dezember 2025 945 Ransomware-Angriffe öffentlich gemeldet worden, was einem Anstieg von 60 Prozent gegenüber Dezember 2024 entspreche. Ransomware-Gruppen würden immer fragmentierter, automatisierter sowie aggressiver agieren und kombinierten häufig Datendiebstahl mit Erpressung und öffentlichem Druck. KI werde nun eingesetzt, um Targeting-, Aufklärungs- und Erpressungstaktiken zu beschleunigen. - Unkontrollierte KI-Nutzung als Risikomultiplikator
„KI-Systeme selbst werden zunehmend zum Ziel“, warnt Geuenich. Eine von Check Point durchgeführte Untersuchung von rund 10.000 „Model Context Protocol“-Servern, habe ergeben, dass 40 Prozent davon Sicherheitslücken aufwiesen – „was zeigt, dass die KI-Infrastruktur mittlerweile Teil der Angriffsfläche ist“. Die Sicherung von KI-Pipelines, Modellen und Datenflüssen sei mittlerweile genauso wichtig wie die Sicherung von Endpunkten oder Netzwerken.
Anregungen für ein neues Rahmenwerk zur KI-flankierten Online-Sicherheit
Um sich in dieser Umgebung zurechtzufinden, benötigten Nutzer neue Gewohnheiten – eben solche, welche „KI als leistungsstarkes Werkzeug, aber nicht als unfehlbare Autorität anerkennen“. Nutzer sollten laut Geuenich:
- Nicht nur die Quelle, sondern auch das Ergebnis hinterfragen!
KI-Antworten könnten selbst dann autoritär klingen, wenn sie falsch sind. Benutzer sollten dazu angehalten werden, zu fragen, „ob die Informationen aus einer anderen vertrauenswürdigen Quelle überprüfbar sind oder ob die KI Dringlichkeit, Angst oder Geheimhaltung suggeriert“. - Persönliche und sensible Daten schützen!
Laut den Cyberstatistiken vom Dezember 2025 verwendeten Mitarbeiter durchschnittlich elf verschiedene GenAI-Tools und generierten 56 KI-Eingabeaufforderungen pro Benutzer und Monat, was das Risiko einer versehentlichen Datenpreisgabe erhöhe. „KI-Sicherheit beginnt mit der Minimierung unnötiger Datenweitergabe!“ - Beachten, dass Inhalte synthetisch sein können!
Von Bildern bis hin zu Stimmen könnten digitale Inhalte heute leicht gefälscht werden. „Daher sollten Nutzer alles, was Geld, Zugangsdaten oder sofortiges Handeln erfordert, mit Vorsicht behandeln, auch wenn es realistisch erscheint!“ Die Überprüfung von Informationen sei heute eine wichtige Internet-Kompetenz.
Wirksame KI-Sicherheit: Bringschuld der Organisationen und Web-Plattformen
Beim „Safer Internet Day“ gehe es nicht nur um die Verantwortung des Einzelnen. Plattformen, Schulen und Organisationen müssten Sicherheit von Anfang an in KI-Systeme integrieren. Geuenich fordert: „Sicherheit muss in die Entwicklung, Bereitstellung und Nutzung von KI eingebettet sein – und nicht nachträglich hinzugefügt werden!“
- Die „Cybersicherheitsstudie 2026“ von Check Point zeige, dass 90 Prozent der Organisationen innerhalb von drei Monaten mit riskanten KI-Aufforderungen konfrontiert gewesen seien – „was darauf hindeutet, dass ,Governance’ und Kontrollen hinter der Einführung zurückbleiben“.
Eine wirksame KI-Sicherheit erfordere nicht nur klare Richtlinien für die Nutzung von KI und eine konsequente Überwachung auf Datenlecks, sondern auch Aufklärung, „die mit den sich entwickelnden Bedrohungen Schritt hält“. Geuenichs Fazit: „Letztendlich muss sich die Sicherheit von reaktiven ,Tools‘ zu KI-gestützten, ,cloud’-basierten Plattformen entwickeln, die Schäden mit der Geschwindigkeit einer Maschine verhindern!“
Weitere Informationen zum Thema:
connect professional, Michaela Wurm, 16.11.2020
Ex-Cisco-Manager / Neuer DACH-Chef bei Check Point: Check Point beruft Lothar Geuenich zum neuen Regional Director Central Europe/DACH. Er soll die Marktposition des IT-Security-Unternehmens in der wichtigen Region stärken und das Wachstum beschleunigen.
CHECK POINT, Check Point Research, 28.01.2026
The Trends Defining Cyber Security in 2026: Cyber Security Report 2026
CHECK POINT, Check Point Research, 13.01.2026
Latin America Sees Sharpest Rise in Cyber Attacks in December 2025 as Ransomware Activity Accelerates
Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Safer Internet Day 10.02.2026
datensicherheit.de, 29.01.2026
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