Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von dp am Sonntag, Februar 15, 2026 0:46 - noch keine Kommentare
DefTech-Startups warnen vor verminderter Verteidigungsfähigkeit Deutschlands
Im Kontext der „Münchner Sicherheitskonferenz 2026“ haben deutsche DefTech-Startups gewarnt: Neun von zehn stufen die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands als „gering“ oder „sehr gering“ ein
[datensicherheit.de, 15.02.2026] Die Geopolitik unterliegt derzeit lange nicht mehr gekannten Herausforderungen – aber trotz der massiv veränderten Weltlage ist Deutschland laut einer aktuellen Stellungnahme des Digitalverbands Bitkom e.V. weiterhin kaum in der Lage zur eigenen Verteidigung. Davor haben demnach im Vorfeld der „Münchner Sicherheitskonferenz 2026“ deutsche DefTech-Startups gewarnt: Neun von zehn stuften die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands als „gering“ (76%) oder „sehr gering“ (11%) ein. Im Vorjahr hätten noch 71 Prozent die Verteidigungsfähigkeit als „gering“ und 25 Prozent sogar als „sehr gering“ bezeichnet. Grundlage ist laut Bitkom eine Befragung von 37 Gründern auf dem Gebiet von DefTech- und Dual-Use-Startups durch „Get Started“ – der Startup-Initiative des Bikom. Die zugrundeliegende – wengleich nicht repräsentative – Umfrage unter diesen 37 DefTech- und Dual-Use-Startups in Deutschland, darunter sechs Single-Use- und 31 Dual-Use-Startups, sei online im Zeitraum der Kalenderwochen 1 bis 4 2026 erfolgt.

Foto: Bitkom
Dr. Ralf Wintergerst: Wir können nicht Jahre auf Veränderungen warten, wir brauchen schnell einsatzfähige Lösungen!
Größter Hemmschuh nach Ansicht der Startups der langwierige Beschaffungsprozess
„Verteidigungsfähigkeit und Resilienz werden inzwischen gesellschaftlich breit debattiert und es bewegt sich etwas, aber die Dringlichkeit ist zu oft noch nicht spürbar. Wir können nicht Jahre auf Veränderungen warten, wir brauchen schnell einsatzfähige Lösungen!“, kommentiert der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst.
- Zur Verteidigungsfähigkeit gehörten heute indes auch Daten, Künstliche Intelligenz (KI) und vernetzte Systeme. „,Software Defined Defense’ muss das Leitmotiv deutscher Verteidigungspolitik sein“, so Wintergerst.
Der größte Hemmschuh bleibe nach Ansicht der Startups der langwierige Beschaffungsprozess: 90 Prozent forderten deshalb beschleunigte Vergabe- und Beschaffungsverfahren wie durch „Fast Tracks“.
Politik sollte Kooperation von DefTech-Startups und etablierten Unternehmen stärker fördern
87 Prozent sprächen sich zudem für mehr Mittel aus dem Verteidigungshaushalt zur Beschaffung innovativer Lösungen aus. 76 Prozent wünschten sich eine frühe Kooperation von Bundeswehr und Startups, etwa in Form von „Challenge“-Formaten.
- Zudem hielten es 84 Prozent für wichtig, dass die Politik die Kooperation von DefTech-Startups und etablierten Unternehmen stärker fördert.
„Startups entwickeln permanent Innovationen in sehr kurzen Zyklen. Das müssen wir nutzen und Erprobung und Beschaffung so aufstellen, dass neue Lösungen unverzüglich in der Praxis ankommen können“, betont Wintergerst.
USA verlieren bei Startups deutlich an Attraktivität
Trotz aller Kritik wachse unter den Startups das Vertrauen in den Standort Deutschland. Rund jedes zweite DefTech-Startup (49%) würde bei einer erneuten Gründung Deutschland wählen – dies sei ein Plus von zehn Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.
- 24 Prozent würden in einem anderen EU-Land gründen (2025: 16%). Die Attraktivität der USA gehe dagegen deutlich zurück: Nur noch acht Prozent würden dort gründen; vor einem Jahr seien es mit 25 Prozent noch drei Mal so viele gewesen.
Ferner werde noch an einer Stelle eine Verbesserung wahrgenommen: Mit ihrem Engagement als Gründer im Verteidigungsbereich fühlten sich mit 65 Prozent inzwischen zwei Drittel hierzulande wertgeschätzt. Vor einem Jahr sei es mit 41 Prozent nicht einmal jeder zweite gewesen.
Weitere Informationen zum Thema:
bikom
Über uns
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Get Started – Die Startup-Initiative des Bitkom
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