Interpol – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Thu, 15 Jan 2026 13:36:21 +0000 de hourly 1 Black Basta: Internationale Fahndung nach dem Kopf der Ransomware-Gruppierung https://www.datensicherheit.de/black-basta-international-fahndung-kopf-ransomware-gruppierung https://www.datensicherheit.de/black-basta-international-fahndung-kopf-ransomware-gruppierung#respond Thu, 15 Jan 2026 23:36:04 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=51753 Im Zusammenhang mit Ermittlungen zu „Black Basta“ wurden Wohnräume zweier Beschuldigter in der Ukraine durchsucht und Beweismittel gesichert

[datensicherheit.de, 16.01.2026] Das Bundeskriminalamt (BKA) meldet, dass es zusammen mit der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – sowie mit Strafverfolgungsbehörden aus den Niederlanden, der Schweiz, der Ukraine und Großbritannien gegen Akteure der Ransomware-Gruppierung „Black Basta“ vorgegangen ist. In diesem Zusammenhang seien Wohnräume von zwei Beschuldigten in der Ukraine durchsucht und Beweismittel gesichert worden. Gegen den mutmaßlichen Kopf dieser Ransomware-Gruppierung wird durch ZIT und BKA öffentlich mit Haftbefehl gefahndet.

„Black Basta“-Erpressung von mehr als 100 Unternehmen bzw. Institutionen in Deutschland

Bei „Black Basta“ handele es sich um eine der aktivsten Ransomware-Gruppierungen der letzten Jahre. Zu ihrem Zielspektrum gehörten überwiegend Unternehmen westlicher Industrienationen. Unter Einsatz der gleichnamigen Schadsoftware und weiterer Malware habe „Black Basta“ Computernetzwerke kompromittiert, sensible Daten gestohlen, die Systeme verschlüsselt und Lösegelder für deren Entschlüsselung erpresst.

  • „Im Zeitraum von März 2022 bis Februar 2025 war die Gruppierung für die Erpressung von mehr als 100 Unternehmen und Institutionen im Bundesgebiet sowie ca. 600 weiteren geschädigten Organisationen weltweit verantwortlich.“

Durch ihre illegalen Aktivitäten habe sie Geldbeträge im dreistelligen Millionenbereich erlangt – davon alleine in Deutschland mehr als 20 Millionen Euro. Zu den Opfern zählten überwiegend Unternehmen, aber auch Krankenhäuser, öffentliche Einrichtungen und Behörden.

Gewerbs- und bandenmäßige Erpressung sowie Computersabotage durch „Black Basta“

Gegen die beschuldigten Akteure der Ransomware-Gruppierung „Black Basta“ besteht laut BKA u.a. der Verdacht der „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ sowie der „gewerbs- und bandenmäßigen Erpressung und Computersabotage“.

  • Die Durchsuchungen in der Ukraine hätten sich gegen mutmaßliche Mitglieder der Ransomware-Gruppierung mit ukrainischer Staatsangehörigkeit gerichtet, denen sogenanntes Hash-Cracking vorgeworfen werde. „Hash-Cracking“ bezeichnet den Prozess, bei dem ein gesuchtes Passwort durch systematisches Berechnen eines erbeuteten Hash-Wertes bestimmt wird. Über die so erlangten Zugangsdaten könnten sich Angreifer über Account- und Systemgrenzen hinweg im Netzwerk des Opfers ausbreiten. Ziel dabei sei, Zugänge zu möglichst vielen relevanten Systemen und sensiblen Daten zu erhalten, um darauf die Ransomware ausführen zu können.

Die Maßnahmen gegen diese Beschuldigten seien von der ukrainischen Cyberpolizei, Teil der Nationalpolizei der Ukraine und der ukrainische Generalstaatsanwaltschaft (Office of the Prosecut-or General of Ukraine) in den ukrainischen Verwaltungsregionen Iwano-Frankiwsk und Lwiw umgesetzt worden. Dabei seien die Wohnräume der Beschuldigten durchsucht und Beweismittel gesichert worden.

ZIT und BKA sowie EUROPOL und INTERPOL fahnden nach „Black Basta“-Gründer

Im Zuge der Ermittlungen sei auch der mutmaßliche Rädelsführer dieser Tätergruppierung identifiziert worden: „Gegen diesen, einen russischen Staatsbürger, haben ZIT und BKA einen Haftbefehl erwirkt. Ihm wird vorgeworfen, die Gruppierung ,Black Basta’ gegründet und geleitet zu haben.“

  • Zuvor sei er mutmaßlich bereits als Geschäftspartner der Ransomware-Gruppierung „Conti“ tätig gewesen.

ZIT und BKA fahnden öffentlich auch mit Unterstützung von EUROPOL und INTERPOL. Lichtbilder und Beschreibungen zu der gesuchten Person können online auf der betreffenden BKA-Webseite abgerufen werden. Die internationalen Fahndungen von EUROPOL und INTERPOL sind ebenfalls online abrufbar.

Fortsetzung einer andauernden Kooperation bei Ermittlungen gegen „Black Basta“

Bei den aktuellen Maßnahmen der deutschen und ukrainischen Behörden handele es sich um die Fortsetzung einer andauernden Kooperation. Bereits Ende August 2025 hätten ukrainische Beamte auf Ersuchen von ZIT und BKA die Wohnräume eines weiteren Mitglieds der Gruppierung in der Nähe von Charkiw durchsucht, Beweismittel gesichert und den Beschuldigten zum Tatvorwurf vernommen.

  • Dieser stehe im Verdacht, als sogenannter Crypter dafür gesorgt zu haben, dass die eingesetzte Schadsoftware von Antiviren-Programmen nicht als solche erkannt worden sei.

Den Maßnahmen vorangegangen waren demnach gemeinsame, international koordinierte Ermittlungen der ZIT, des BKA, des Schweizer Bundesamts für Polizei (fedpol), der Schweizer Bundesanwaltschaft (BA), der niederländischen „National High Tech Crime Unit“ (NHTCU) und der britischen „South East Regional Organised Crime Unit“ (SEROCU) sowie eigenständige Ermittlungen der ukrainischen Nationalpolizei in Kiew und Charkiw und der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft.

Weitere Informationen zum Thema:

Bundeskriminalamt
Der gesetzliche Auftrag / Wie bei jeder Behörde ergeben sich Zuständigkeiten und Befugnisse des Bundeskriminalamtes aus gesetzlichen Regelungen. Der Auftrag des BKA ist im Grundgesetz und im Gesetz über das Bundeskriminalamt beschrieben.

Bundeskriminalamt
Erpressung im besonders schweren Fall, Bildung/Rädelsführerschaft einer kriminellen Vereinigung und weitere Straftaten

Staatsanwaltschaften Hessen
GStA / Zentralstelle zur Bekämpfung der Internet- und Computerkriminalität (ZIT)

EUROPOL
Governance & Accountability / Like any EU agency, Europol functions according to a system of controls, checks and balances

EU MOST WANTED
Europe’s most wanted fugitives

INTERPOL
What is INTERPOL?

datensicherheit.de, 12.02.2025
OT-Geräte: Zwei Drittel der Schwachstellen von Ransomware-Gruppen ausgenutzt / Neuer Claroty-Report zeigt OT-Bedrohungen durch Ransomware und unsichere Verbindungen in Produktion, Transport und Logistik sowie natürliche Ressourcen auf

datensicherheit.de, 23.08.2024
Neuer WithSecure-Report zeigt: Jüngste Schläge gegen Ransomware-Gruppen hatten Wirkung / „Produktivität“ der Ransomware-Branche nach ihrem Höhepunkt Ende 2023 nicht weiter angestiegen

datensicherheit.de, 25.11.2023
Untersuchung zeigt: Neue Ransomware-Gruppen als Schrittmacher der Cyber-Angriffe / Die Anzahl neuer Ransomware-Gruppen in den ersten drei Quartalen 2023 ist laut WithSecure™ drastisch gestiegen

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Identify Me: Weiteres bisher unbekanntes Opfer identifiziert https://www.datensicherheit.de/identify-me-weiteres-unbekanntes-opfer-identifiziert https://www.datensicherheit.de/identify-me-weiteres-unbekanntes-opfer-identifiziert#respond Fri, 26 Sep 2025 22:23:29 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50307 Im Kontext der internationalen Fahndungskampagne „Identify Me“ wird vom BKA ein erneuter Durchbruch vermeldet – Sicherheitsbehörden konnten nun die Identität einer weiteren getöteten Frau in Spanien ermitteln

[datensicherheit.de, 27.09.2025] Laut einer aktuellen Meldung des Bundeskriminalamts (BKA) kann im Kontext der internationalen Fahndungskampagne „Identify Me“ ein weiterer Erfolg vermeldet werden: Demnach konnten Sicherheitsbehörden nun eine weitere bislang unbekannte getötete Frau als 31-jährige russische Staatsangehörige identifizieren. Die als „Frau in Pink“ bezeichnete bislang unbekannte Tote war am 3. Juli 2005 an einer Straße in Viladecans bei Barcelona in Spanien aufgefunden worden. „Sie trug pinke Kleidung und Schuhe und war zu diesem Zeitpunkt erst weniger als 24 Stunden tot. Beweise deuteten damals darauf hin, dass die Leiche in den zwölf Stunden vor der Entdeckung bewegt wurde.“ Trotz Ermittlungen konnte ihre Identität über zwei Jahrzehnte lang nicht aufgeklärt werden – jetzt gelang der Durchbruch in diesem Fall.

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Abbildung: BKA

Fälle in Deutschland: Das BKA bittet hierzulande aktuell um Mithilfe bei der Klärung von neun Identitäten

Im Rahmen von „Identify Me“ meldeten spanische Behörden den Fall an INTERPOL

Im Rahmen der Fahndungskampagne „Identify Me“ hatten spanische Behörden den Fall 2024 an INTERPOL übermittelt. „So bekamen 196 Mitgliedsstaaten die biometrischen Daten zur Verfügung gestellt und konnten sie mit den Daten ihrer jeweiligen nationalen Datenbanken abgleichen.“

  • 2025 schließlich stellte die türkische Polizei bei einem Abgleich der Fingerabdrücke eine Übereinstimmung mit den Daten einer russischen Staatsbürgerin fest. Diese konnte anschließend durch eine Verwandtschafts-DNA-Analyse bestätigt werden.

Diese Identifizierung ist laut BKA der dritte Erfolg der internationalen Fahndungskampagne „Identify Me“. Bisher konnte mittels dieser Kampagne bereits 2023 eine 31-jährige Britin in Belgien identifiziert werden – „im März 2025 folgte die Identifizierung einer 33-jährigen Frau aus Paraguay in Spanien“.

„Identify Me“ – mit erneutem Fahndungsaufruf erhofft sich die Polizei entscheidende Hinweise aus der Bevölkerung

Im Oktober 2024 wurde die internationale Fahndungskampagne „Identify Me“ mit sechs europäischen Ländern (Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande und Spanien) fortgesetzt. Gemeinsam mit INTERPOL wird das Ziel verfolgt, die Identität von weiteren 46 Frauen noch klären zu können.

  • „Die meisten dieser Frauen wurden entweder ermordet oder sind unter zweifelhaften oder ungeklärten Umständen gestorben. Einige Fälle liegen bereits Jahrzehnte zurück und haben mutmaßlich internationale Bezüge.“ Mit dem erneuten Fahndungsaufruf erhofft sich die Polizei entscheidende Hinweise aus der Bevölkerung, die zur Identifizierung der noch unbekannten Frauen beitragen können.

„Helfen auch Sie mit: Damit auch die verbleibenden 44 toten unbekannten Frauen ihre Namen zurückerhalten, sind die Polizeien auf Ihre Hinweise angewiesen! Sollten Sie Informationen oder Hinweise zu den unbekannten Toten haben, bitten wir Sie dringend, sich zu melden.“

Weitere Informationen zum Thema:

BKA
Identify Me / Kampagne zur Identifizierung weiblicher Opfer von Tötungsdelikten

BKA
Identify Me / Die deutschen Fälle

INTERPOL
Identify Me / Help us identify these unknown women whose bodies were found in Europe in recent decades

YouTube, INTERPOL, 08.10.2024
International appeal to uncover identities of 46 deceased women

INTERPOL
I-Familia / Identifying missing persons globally through family DNA matching

datensicherheit.de, 26.03.2025
Identify Me: BKA meldet weiteren Fahndungserfolg der Kampagne / Nach Angaben des Bundeskriminalamts konnte nun im Kontext von „Identify Me“ eine bisher unbekannte Tote in Spanien identifiziert werden

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Identify Me: BKA reports further search success https://www.datensicherheit.de/identify-me-campaign-bka-report-further-search-success https://www.datensicherheit.de/identify-me-campaign-bka-report-further-search-success#respond Wed, 26 Mar 2025 11:34:54 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=46910 According to the German Federal Criminal Police Office, a previously unknown dead person in Spain has now been identified as a result of „Identify Me“

[datensicherheit.de, 03/26/2025] According to a recent report from the German Federal Criminal Police Office (BKA), the international „Identify Me“ search campaign has led to the identification of a previously unknown dead woman by the police: „The 33-year-old woman from Paraguay was found hanged in a chicken coop in the province of Girona in Spain in 2018. She had no identification documents with her and no one in the area knew who she was or how she got there.“ Despite extensive investigations by the local police, the identity of this person – known as „the woman in the hen house“ because of where she was found – had not been determined until now.

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Abbildung: INTERPOL

„Identify Me“: The international cases of this campaign are described on the respective INTERPOL web page

International reach of „Identify Me“ campaign

„In mid-2019, her brother reported her missing to the Paraguayan authorities after several months without contact. However, a connection to the unknown deceased could not initially be established.“ The breakthrough in this case has now been achieved because the authorities in Paraguay were able to compare fingerprints uploaded by Spain during the „Identify Me“ campaign and shared via Interpol („Interpol Black Notice“) with their own national databases.

According to the BKA, the international reach of „Identify Me“ helped to identify a British victim in Belgium shortly after the campaign was launched in May 2023. This case involved the then 31-year-old woman from Cardiff, who was „found dead in a river in Antwerp in 1992“.

„Identify Me“ in cooperation with six European countries

In cooperation with the police forces of the German federal states, the BKA is still looking for witnesses to the nine outstanding German cases: „Several videos have already been published for the campaign and the individual appeals for information, which have reached more than one million people. Around 1,200 hints have been received from the public so far.“ Many of these are still being investigated.

In October 2024, the international search campaign „Identify Me“ continued with six European countries (Belgium, Germany, France, Italy, the Netherlands and Spain). Together with Interpol, the declared aim is to clarify the identity of 45 women. „Most of these women were either murdered or died under dubious or unexplained circumstances.“ Some cases date back decades and are believed to have international connections. With the renewed appeal for information, the police are hoping for „decisive clues from the public that will help to identify the unknown women“. So far, around 1,900 hints have been received about these cases.

„Identify Me“ campaign appeal: Every hint counts

Anyone with information or clues about the unknown deaths is asked to get in touch:

  • The nine German cases are available on the BKA web page „Identify Me – Campaign to identify female victims of homicide“. „You can submit your information via the BKA’s contact form or contact any local police station.“
  • All international cases of the campaign are available on the INTERPOL web page „Identify Me“. „If you have information about a case, you can use the contact form there to get in touch directly with the relevant national police team. However, you can also inform the BKA via the contact form or contact your local police station.“
  • According to the BKA, there is no evidence to date that the case from Spain has any links to Germany. Possible suspects and witnesses can contact the Spanish police via the contact form on the INTERPOL web page mentioned above.

Further information on this topic:

BKA
Identify Me / Kampagne zur Identifizierung weiblicher Opfer von Tötungsdelikten

INTERPOL
Identify Me / Help us identify these unknown women whose bodies were found in Europe in recent decades

Bundeskriminalamt, 11/14/2023
Unbekannte Tote nach über 30 Jahren identifiziert / Erster Erfolg für die Kampagne „Identify Me“

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Identify Me: BKA meldet weiteren Fahndungserfolg der Kampagne https://www.datensicherheit.de/identify-me-bka-fahndung-erfolg-kampagne https://www.datensicherheit.de/identify-me-bka-fahndung-erfolg-kampagne#respond Wed, 26 Mar 2025 11:17:14 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=46904 Nach Angaben des Bundeskriminalamts konnte nun im Kontext von „Identify Me“ eine bisher unbekannte Tote in Spanien identifiziert werden

[datensicherheit.de, 26.03.2025] Laut einer aktuellen Meldung des Bundeskriminalamts (BKA) hat die internationale Fahndungskampagne „Identify Me“ zu einer weiteren Identifizierung einer bislang unbekannten Toten durch die Polizei führen können: „Die 33-jährige Frau aus Paraguay wurde 2018 in der Provinz Girona in Spanien in einem Hühnerstall erhängt aufgefunden. Sie hatte keine Ausweisdokumente bei sich und niemand in der Gegend wusste, wer sie war oder wie sie dort hinkam.“ Trotz umfangreicher Ermittlungen der örtlichen Polizei konnte die Identität dieser Person – aufgrund ihres Auffindeortes als „die Frau im Hühnerstall“ benannt – bisher nicht aufgeklärt werden.

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Abbildung: INTERPOL

„Identify Me“: Die internationalen Fälle dieser Kampagne sind auf der INTERPOL-Webseite beschrieben

Internationale Reichweite der Kampage „Identify Me“

„Mitte 2019 meldete ihr Bruder sie nach mehreren Monaten ohne Kontakt bei den paraguayischen Behörden als vermisst. Eine Verbindung zu der unbekannten Toten konnte jedoch zunächst nicht hergestellt werden.“ Der Durchbruch in diesem Fall ist laut BKA nun gelungen, weil die Behörden in Paraguay Fingerabdrücke, die Spanien anlässlich der „Identify Me“-Kampagne hochgeladen und über Interpol („Interpol Black Notice“) geteilt wurden, mit ihren eigenen nationalen Datenbanken abgleichen konnten.

Die internationale Reichweite von „Identify Me“ trug demnach bereits kurz nach dem Kampagnenstart im Mai 2023 dazu bei, ein britisches Opfer in Belgien zu identifizieren. Bei diesem Fall habe es sich um die damals 31-jährige Frau aus Cardiff gehandelt, welche „1992 in Antwerpen tot in einem Fluss aufgefunden worden“ sei.

„Identify Me“ in Kooperation sechs europäischer Länder

Das BKA sucht im Verbund mit den Polizeien der Bundesländer weiterhin nach Zeugen für die neun offenen deutschen Fälle: „Für die Kampagne und die einzelnen Fahndungsaufrufe wurden bereits mehrere Videos veröffentlicht, die mehr als eine Millionen Menschen erreicht haben. Hierzu sind bislang rund 1.200 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen.“ Eine Vielzahl dieser Hinweise werde derzeit noch geprüft.

Im Oktober 2024 ist die internationale Fahndungskampagne „Identify Me“ mit sechs europäischen Ländern (Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande und Spanien) in die Fortsetzung gegangen. Gemeinsam mit Interpol wird das erklärte Ziel verfolgt, die Identität von nunmehr 45 Frauen zu klären. „Die meisten dieser Frauen wurden entweder ermordet oder sind unter zweifelhaften oder ungeklärten Umständen gestorben.“ Einige Fälle lägen bereits Jahrzehnte zurück und hätten mutmaßlich internationale Bezüge. Mit dem erneuten Fahndungsaufruf erhofft sich die Polizei „entscheidende Hinweise aus der Bevölkerung, die zur Identifizierung der unbekannten Frauen beitragen“. Bislang seien zu diesen Fällen bisher rund 1.900 Hinweise eingegangen.

„Identify Me“-Kampagnen-Aufruf: Jeder Hinweis zählt

Wer über Informationen oder Hinweise zu den unbekannten Toten verfügt, wird gebeten sich zu melden:

  • Die neun deutschen Fälle sind auf der BKA-Webseite „Identify Me – Kampagne zur Identifizierung weiblicher Opfer von Tötungsdelikten“ abrufbar. „Dort können Sie Ihre Hinweise über das Kontaktformular des BKA abgeben oder sich bei jeder örtlichen Polizeidienststelle melden.“
  • Alle internationalen Fälle der Kampagne sind auf der INTERPOL-Webseite „Identify Me“ abrufbar. „Wenn Sie Informationen zu einem Fall haben, können Sie sich über das dortige Kontaktformular direkt mit dem zuständigen nationalen Polizeiteam in Verbindung setzen. Gleichwohl können Sie auch hier das BKA über das Kontaktformular informieren oder sich bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle melden.“
  • Zu dem Fall aus Spanien besteht nach BKA-Erkenntnissen bislang kein Anhaltspunkt, dass Verbindungen nach Deutschland bestehen. Mögliche und Zeugen können sich über das Kontaktformular zum Fall auf der o.g. INTERPOL-Webseite bei der spanischen Polizei melden.

Weitere Informationen zum Thema:

BKA
Identify Me / Kampagne zur Identifizierung weiblicher Opfer von Tötungsdelikten

INTERPOL
Identify Me / Help us identify these unknown women whose bodies were found in Europe in recent decades

Bundeskriminalamt, 14.11.2023
Unbekannte Tote nach über 30 Jahren identifiziert / Erster Erfolg für die Kampagne „Identify Me“

datensicherheit.de, 11.12.2024
„Power Off“: BKA meldet internationale Anti-DDoS-Operation gegen Stresser-Dienste

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Operation PANGEA XI: Kampf dem illegalen Handel mit Arzneimitteln im Internet https://www.datensicherheit.de/operation-pangea-xi-kampf-illegaler-handel-arzneimittel-internet https://www.datensicherheit.de/operation-pangea-xi-kampf-illegaler-handel-arzneimittel-internet#respond Tue, 23 Oct 2018 18:21:38 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=29275 Aktionswoche der deutschen Zoll- und Polizeibehörden vom 9. bis 16. Oktober 2018

[datensicherheit.de, 23.10.2018] Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) haben deutsche Zoll- und Polizeibehörden vom 9. bis 16. Oktober 2018 im Rahmen der „Operation PANGEA“ zum elften Mal zusammen mit internationalen Partnern den Fokus auf den Handel mit gefälschten und illegalen Arzneimitteln im Internet gerichtet. Koordiniert worden sei die Teilnahme der deutschen Behörden durch das Zollkriminalamt (ZKA) und das BKA. Insgesamt hätten sich 116 Staaten sowie die Weltzollorganisation (WZO), Europol, Pharmaunternehmen und internationale Zahlungs- und Zustellungsdienstleister an der von INTERPOL initiierten „Operation PANGEA“ beteiligt.

Ermittlungsverfahren gegen Betreiber von 136 Internetseiten

Demnach hätten seit Ende der „Operation PANGEA X“ im September 2017 die Polizeibehörden im Zeitraum von Januar bis August 2018 132 Ermittlungsverfahren gegen die Betreiber von 136 Internetseiten eingeleitet. Dazu kämen 305 Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz sowie über 1.000 Verfahren wegen Verstößen gegen das Antidopinggesetz, die der Zollfahndungsdienst im Jahr 2017 durchgeführt habe. Die Hauptzollämter Frankfurt am Main, Gießen und Dresden hätten in dieser Woche das Augenmerk auf die Kontrolle von Paketen, Päckchen und Briefen mit Arzneimitteln, insbesondere an den Standorten der Paketzentren am Flughafen Frankfurt sowie in Niederaula und in Radefeld gelegt.
Dabei seien von den Zöllnern insgesamt 1.209 ausländische Brief- und Paketsendungen mit rund 99.989 Tabletten, Kapseln und Ampullen aus dem Verkehr gezogen worden. Rund achtzig Prozent der Sicherstellungen machten Potenzmittel aus.
Daneben seien verbotene Nahrungsergänzungsmittel sowie Beruhigungs- und Schmerzmittel konfisziert worden. Die meisten Sendungen stammten aus Indien, gefolgt von Hongkong, Polen und der Schweiz.

Gefahren durch falsche Dosierung, Schadstoffe, Betrug und Schadsoftware

Durch den ständigen Zuwachs von Online-Marktplätzen und der Nutzung von „Social Media“ für den Vertrieb steige der Anteil krimineller Aktivitäten im Netz. Wichtigstes Ziel der Aktionswoche sei daher, das Angebot illegaler Produkte einzuschränken und die Bevölkerung für die akuten Gesundheitsgefahren zu sensibilisieren, die mit dem Arzneimittelkauf im Internet verbunden sein könnten.
Denn Medikamente mit falschem Wirkstoffgehalt sowie Präparate mit gesundheitsgefährdenden Bestandteilen stellten ein nicht kalkulierbares Gesundheitsrisiko dar. Für Verbraucher bestehe außerdem die Gefahr, betrogen zu werden – seriös erscheinende Online-Apotheken kassierten skrupellos das Geld ihrer Kunden, die entsprechende Warenlieferung erfolge jedoch nicht.
Eine weitere Gefahr lauere in „Werbe-E-Mails“, die über das Arzneimittelangebot hinaus Schadsoftware enthielten.
ZKA und BKA raten daher: „Kaufen Sie nur bei zugelassenen Online-Apotheken oder bei Ihrer Apotheke vor Ort. Damit können Sie das Risiko einer Gesundheitsgefahr minimieren!“

Weitere Informationen zum Thema:

Bundeskriminalamt
Arzneimittelkauf über das Internet / Vorsicht vor dubiosen Anbietern

datensicherheit.de, 09.06.2016
PANGEA IX: Weltweite Aktion gegen illegalen Arzneimittelhandel im Web beendet

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