Robotik – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Mon, 20 Apr 2026 08:34:28 +0000 de hourly 1 EU AI ACT: TÜV-Verband fordert einheitliche Rahmenbedingungen für industrielle KI https://www.datensicherheit.de/eu-ai-act-tuev-verband-einheitlichkeit-rahmenbedingungen-industrie-ki Mon, 20 Apr 2026 22:11:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54043 Künstliche Intelligenz (KI) auf dem Sprung in die physische Welt der Maschinen, Robotik und Geräte

[datensicherheit.de, 21.04.2026] Der TÜV-Verband fordert eine zügige Umsetzung des „EU AI Act“ nach dem Vorschlag der EU-Kommission, um einen europaweit einheitlichen Rechtsrahmen für industrielle Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI) zu schaffen: „Künstliche Intelligenz macht gerade den Sprung in die physische Welt von Maschinen, Robotik und Geräten“, so Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands, in seinem Kommentar zum Start der „Hannover Messe 2026“. Er führt hierzu aus: „KI ermöglicht immer flexiblere Roboter, die mit Menschen Hand in Hand arbeiten, automatisierte Qualitätskontrollen oder Simulationen mit Digitalen Zwillingen.“ Die Grundlage dafür bildeten die umfangreichen, in der deutschen Fertigungsindustrie vorhandenen Datenbestände.

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Foto: © Tobias Koch

Dr. Joachim Bühler warnt zur Eröffnung der „Hannover Messe 2026“ vor einem jahrelangen Regulierungsvakuum und einem Flickenteppich unterschiedlicher Einzelregelungen im „AI Act“-Kontext

Physische KI-Systeme mit spezifischen Gefahren

Bühler: „Deutsche Unternehmen haben die Chance, diesen ,Datenschatz’ zu heben und ihre Produktion auf das nächste Level zu heben. Das Ziel sind eine effizientere Fertigung und bessere Produkte!“

  • Voraussetzung dafür seien neben technischen und digitalen Kompetenzen die rechtlichen Rahmenbedingungen, um mögliche Risiken bewerten und eindämmen zu können.

„Von physischen KI-Systemen gehen spezifische Gefahren aus, zum Beispiel, wenn Mensch und Maschine miteinander interagieren oder autonome Systeme Fehlentscheidungen treffen.“ Der europäische „AI Act“ sehe daher bestimmte Sicherheitsanforderungen für sogenannte Hochrisiko-KI-Systeme vor.

Industrielle KI-Standards in Europa für den Weltmarkt entwickelt

„Dieser risikobasierte Ansatz soll für verschiedene Produktgruppen wie Maschinen, Medizinprodukte oder auch Spielzeug gelten“, unterstreicht Bühler. Darüber hinaus würden auf dieser Basis Industriestandards entwickelt, welche beispielsweise die Qualität der Trainingsdaten, den Schutz vor systematischen Verzerrungen sowie die Cybersicherheit von KI-Systemen beträfen. „Diese industriellen KI-Standards werden in Europa für den Weltmarkt entwickelt“, so Bühler.

  • Aktuell werde darüber diskutiert, den bereits beschlossenen „AI Act“ im Rahmen des „Digital Omnibus“ wieder aufzuschnüren und zentrale Regelungen aus diesem Gesetzespaket herauszulösen.

Während längere Umsetzungsfristen und Entlastungen für den Mittelstand sinnvoll seien, warnt der TÜV-Verband davor, „Hochrisiko-Produkte“ aus dem direkten Anwendungsbereich des „AI Act“ zu streichen. KI-Produkte mit hohem Risiko sind laut „AI Act“ demnach unter anderem Maschinen, Medizinprodukte, KI-Steuerungen für Aufzüge, Seilbahnen oder auch Spielzeuge.

Im „AI Act“ politisch verankertes Schutzniveau für KI-Systeme sollte vollständig erhalten bleiben

Diese Produktgruppen sollten nach dem Willen der Befürworter eines solchen Sektor-Exits stattdessen über spezifische Einzelgesetze geregelt werden. Dabei mache es technologisch keinen Unterschied, ob zum Beispiel ein Computer-Vision-KI-System in einem Medizingerät oder in einer Fertigungsmaschine Anwendung findet.

  • Da die technische Basis und die KI-spezifischen Risiken dieselben seien, müssten dafür auch dieselben Regeln gelten. „Mit einem Sektor-Exit würde der ursprüngliche Ansatz des ,AI Act’ ausgehebelt, einheitliche Regeln für viele Produktgruppen zu schaffen. Die Festlegung von Sicherheitsanforderungen für risikoreiche KI-Anwendungen würde auf unbestimmte Zeit verschoben“, gibt Bühler zu bedenken.

Es drohe ein „jahrelanges Regulierungsvakuum“ und anschließend ein „Flickenteppich unterschiedlicher Einzelregelungen“. Zugleich müsse das im „AI Act“ politisch verankerte Schutzniveau für KI-Systeme vollständig erhalten bleiben. Bühler warnt: „Eine Absenkung oder Aufweichung zentraler Sicherheitsanforderungen würde Vertrauen in KI untergraben und den europäischen Binnenmarkt schwächen!“

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Abbildung: © TÜV-Verband

Der TÜV-Verband fordert, dass der „AI Act“ wie geplant umgesetzt werden sollte

KI-Entwicklung erfolgt schneller als sektorale Regulierung angepasst werden könnte

Aus Sicht des TÜV-Verbands würde eine sektorale Regulierung den Rechtsrahmen nicht vereinfachen, sondern weiter zersplittern. KI-Anforderungen müssten in zahlreiche Einzelregelwerke integriert werden – mit unterschiedlichen Standards, Verfahren und Fristen. Gleichzeitig entwickle sich KI schneller, als sektorale Regulierung angepasst werden könne.

  • „Das wäre kein Bürokratieabbau, sondern der Einstieg in einen ,regulatorischen Flickenteppich’ – mit mehr Aufwand, mehr Unsicherheit und höheren Belastungen für Unternehmen“, moniert Bühler. Darüber hinaus drohe die Entwicklung einheitlicher Sicherheitsstandards für KI zum Erliegen zu kommen, da die beteiligten Unternehmen ihre Experten aus den entsprechenden Gremien abziehen würden.

Bühlers Fazit: „Europa würde die Chance verspielen, weltweit eine Führungsrolle bei der Entwicklung von KI-Standards zu übernehmen!“ In den „Trilog“-Verhandlungen seien nun EU-Kommission, Mitgliedstaaten und EU-Parlament gefordert, den horizontalen Ansatz des „AI Act“ zu sichern und klare Regeln für „Hochrisiko-KI“ zu erhalten.

Weitere Informationen zum Thema:

TÜV VERBAND
Über uns

mfm – future at work,
mfm – Interview: Drei Fragen an Joachim Bühler

datensicherheit.de, 12.02.2026
AI Act: Durchführungsgesetz beschlossen / Das Durchführungsgesetz zum „EU AI Act“ legt unter anderem fest, welche Behörden in Deutschland künftig für die Umsetzung, die Aufsicht und Unterstützung von Unternehmen zuständig sind

datensicherheit.de, 31.07.2025
Ein Jahr AI Act: eco mahnt rechtssichere Rahmenbedingungen und politischen Gestaltungswillen an / Vor einem Jahr, am 1. August 2024, ist der europäische „AI Act“ in Kraft getreten – laut eco ein historischer Meilenstein für die globale KI-Regulierung und Grundlage, um KI „Made in Europe“ zum Erfolgsmodell zu machen

datensicherheit.de, 05.02.2025
AI Act der EU verbietet bestimmte KI-Systeme und verpflichtet zur -Kompetenz / Die neue Regelung setzt das Verbot bestimmter KI-Systeme durch und legt Anforderungen an die -Kenntnisse der Beschäftigten fest

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Deutschland: Digitale Transformation der Industrie geht in die nächste Runde https://www.datensicherheit.de/deutschland-digital-transformation-industrie-naechste-runde Thu, 16 Apr 2026 22:47:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=53955 81 Prozent der deutschen Industrieunternehmen betrachten „Industrie 4.0“ als Chance – nur 16 Prozent sehen darin ein Risiko

[datensicherheit.de, 17.04.2026] Automatisierte Produktionsabläufe mit Künstlicher Intelligenz (KI), schnellere Fertigung durch 3D-Druck oder Humanoide Roboter, welche gefährliche Schweißarbeiten übernehmen – Deutschlands Fabriken werden offenbar zunehmend digitalisiert. Die deutsche Industrie bewertet den Einsatz digitaler Technologien in der Produktion jedenfalls weit überwiegend positiv: „81 Prozent der deutschen Industrieunternehmen sehen ,Industrie 4.0‘ als Chance, nur 16 Prozent sehen darin ein Risiko. Gleichzeitig ist ,Industrie 4.0‘ ein Wettbewerbsfaktor.“ Grundlage dieser aktuellen Erkenntnisse ist demnach eine repräsentative Umfrage, welche von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom e.V. durchgeführt wurde – hierzu seien 555 Industrieunternehmen des verarbeitenden Gewerbes ab 100 Beschäftigten in Deutschland telefonisch im Zeitraum der Kalenderwochen 6 bis 11 2026 befragt worden.

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Abbildung: Bitkom

Digitalisierung der deutschen Industrie: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit

„Industrie 4.0“ kein vager Technologietrend mehr, sondern Basis für industrielle Wettbewerbsfähigkeit

Für fast alle deutschen Industrieunternehmen (94%) sei „Industrie 4.0“ sehr wichtig oder gar unverzichtbar, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen („unverzichtbar“: 30%; „sehr wichtig“: 64%). Nur knapp vier Prozent hielten „Industrie 4.0“ hingegen für „unwichtig“.

  • Dies seien Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Bitkom-Auftrag anlässlich der „Hannover Messe 2026“ .

„,Industrie 4.0‘ ist kein Technologietrend, sondern die Basis für industrielle Wettbewerbsfähigkeit“, kommentiert Bitkom-Vizepräsidentin Dr. Tanja Rückert. Sie führt hierzu aus: „Mit KI und künftig Humanoiden Robotern erhält ,Industrie 4.0‘ ein massives Upgrade, die Digitale Transformation der deutschen Industrie geht mit KI in die nächste Runde.“

„Industrie 4.0“ in der Produktion angekommen

Wie groß die Bedeutung dieser Technologien für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Industrieunternehmen ist, zeige die nun vorliegende Bitkom-Studie. Etwa neun von zehn Industrieunternehmen (89%) würden „Industrie 4.0“ allgemein eine „sehr große“ oder „eher große“ Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie beimessen, bei Künstlicher Intelligenz (KI) seien es knapp acht von zehn (78%).

  • Auch Humanoide Roboter – d.h. KI-basierte menschenähnlich gebaute Roboter – würden mehrheitlich als bedeutsam für die Wettbewerbsfähigkeit eingeschätzt: Mehr als sechs von zehn Industrieunternehmen (63%) rechneten dieser Technologie eine „sehr große“ oder „eher große Bedeutung“ zu.

In der Produktion sei „Industrie 4.0“ jedenfalls keine Zukunftsvision mehr, sondern gelebte Praxis. 97 Prozent der Industrieunternehmen setzten mindestens eine „Industrie 4.0“-Anwendung ein. Im Bereich der intelligenten Steuerung und Planung sei KI am weitesten verbreitet: KI sei bereits bei 40 Prozent der Industrie-Unternehmen im Einsatz, fast ebenso viele (38%) planten dies.

„Industrie 4.0“ gehört gut zehn Jahre nach Einführung des Begriffs zum Alltag

Auch Digitale Zwillinge seien inzwischen weit verbreitet: 45 Prozent der Industrieunternehmen hätten diese im Einsatz, 26 Prozent planten es. „Physical AI“, also KI, die Maschinen oder Roboter in die Lage versetzt, physische Aufgaben selbstständig auszuführen, sei bei sechs Prozent der deutschen Industrieunternehmen im Einsatz. Diese Technologie stecke zwar noch in den Anfängen – allerdings planten bereits mehr als ein Viertel der Unternehmen (28%) ihre Einführung.

  • Geht es um digitale Infrastrukturen und Vernetzung, so liegen laut Bitkom IoT-Plattformen an der Spitze der einschlägigen Technologien: Diese seien bei 45 Prozent der Industrieunternehmen im Einsatz und bei einem Drittel (33%) geplant. Aber auch Datenräume, „Edge Computing“, „Lifecycle Management“ und 5G-Campusnetze würden in der Produktion eingesetzt und trügen zu einer vernetzten Produktion bei.

„In den Fabriken ist ,Industrie 4.0‘ gut zehn Jahre nach Einführung des Begriffs Alltag“, bilanziert Rückert. Sie betont: „Jetzt kommt es darauf an, mit Digitalen Zwillingen, KI und künftig auch Humanoiden Robotern ein neues Kapitel der ,Industrie 4.0‘ aufzuschlagen.“ 27 Prozent der deutschen Industrieunternehmen wollten 2026 – verglichen mit dem Jahr 2025 – mehr in „Industrie 4.0“-Technologien investieren, 50 Prozent wollten ihre Investitionen auf dem bisherigen Niveau halten. 20 Prozent planten geringere Investitionen.

64% der Industrieunternehmen der Auffassung, dass Humanoide Roboter die Industrie produktiver machen

Neben den breit genutzten Anwendungen wie KI, IoT-Plattformen oder Digitalen Zwillingen gerieten neue Technologien stärker in den Blick – darunter Humanoide Roboter. Sie zählten zum Bereich „Physical AI“ und könnten bislang von Menschen ausgeführte Aufgaben übernehmen.

  • Die Industrieunternehmen sähen darin einen Produktivitätsfaktor: Mehr als sechs von zehn Industrieunternehmen (64%) seien der Auffassung, dass Humanoide Roboter die Industrie produktiver machten. Fast sieben von zehn (68%) sprächen sich dafür aus, dass Deutschland humanoide Roboter schnell selbst entwickelt und auf den Weltmarkt bringt. Gleichzeitig halte fast jedes dritte Industrieunternehmen (31%) Humanoide Roboter für einen „Hype“, welcher bald vorübergehen werde; 41 Prozent seien der Auffassung, diese Technologie koste mehr, als sie bringe.„An Humanoiden Robotern scheiden sich derzeit die Geister“, so Rückert.

Vereinzelt würden Humanoide Roboter in der deutschen Industrie heute bereits eingesetzt: Sechs Prozent der Industrieunternehmen arbeiteten bereits mit ihnen, jedes zehnte Unternehmen (10%) plane dies und acht Prozent diskutierten darüber. Allerdings sei für drei von vier Industrieunternehmen (72%) der Einsatz Humanoider Roboter derzeit noch kein Thema.

Humanoide Roboter in den kommenden zehn Jahren wohl in Mehrzahl der Industrieunternehmen eingesetzt

Beim Blick in die Zukunft sehe die Lage indes anders aus: Insgesamt könne sich fast die gesamte deutsche Industrie (97%) zumindest langfristig vorstellen, dass Humanoide Roboter in der Produktion breit eingesetzt werden. Jedes fünfte befragte Unternehmen (20%) erwarte, dass Humanoide Roboter in den kommenden zehn Jahren in der Mehrzahl der Industrieunternehmen eingesetzt würden.

  • Drei Prozent gingen davon aus, dass dies bereits fünf Jahren der Fall sein werde, 17 Prozent rechneten damit in den kommenden sechs bis zehn Jahren. Mit 54 Prozent halte der überwiegende Teil der Industrieunternehmen ein solches Szenario erst langfristig im Zeitraum von elf bis 20 Jahren für realistisch, 14 Prozent rechneten damit in 21 bis 30 Jahren und neun Prozent erwarteten dies erst in sehr ferner Zukunft nach Ablauf von mehr als 30 Jahren.

Dass sich Humanoide Roboter in der Industrie nie flächendeckend durchsetzen werden, meine allerdings kaum jemand – lediglich zwei Prozent der Industrieunternehmen teilten diese grundsätzliche Skepsis gegenüber dieser neuen Technologie. „Humanoide Roboter waren vorgestern Science Fiction, gestern galten sie als visionär und jetzt werden sie zu einem echten, geschäftsrelevanten Industriethema“, unterstreicht Rückert. Entscheidend sei nun, „dass Deutschland gleichermaßen in die Entwicklung wie in den Einsatz Humanoider Roboter investiert“.

KI für die Industrie klarer Wettbewerbsfaktor

Am Beispiel Humanoider Robotik zeige sich, wie stark die industrielle Entwicklung inzwischen von KI geprägt sei. Rückert betont: „KI ist nicht mehr nur eine einzelne Anwendung, sie wird derzeit zur wohl wichtigsten Basistechnologie in industrieller Entwicklung, Fertigung und Betrieb.“ Fast acht von zehn Industrieunternehmen (79%) seien der Auffassung, dass KI künftig entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie sein werde.

  • 76 Prozent seien der Meinung, dass die deutsche Industrie beim Einsatz von KI eine Vorreiterrolle einnehmen sollte. Nur 19 Prozent hielten KI in der Industrie für einen vorübergehenden „Hype“. Gleichzeitig stimme mehr als die Hälfte (55%) der Aussage zu, dass die deutsche Industrie die KI-Revolution zu verschlafen drohe – neun Prozentpunkte mehr als im letzten Jahr.

Dennoch sehe sich bei KI jedes zweite deutsche Industrieunternehmen (51%) vorne. 46 Prozent ordneten sich hingegen eher als Nachzügler ein (36%) oder sagten gar, sie hätten den Anschluss verpasst (10%). „Künstliche Intelligenz ist für die deutsche Industrie die wohl wichtigste Zukunftsfrage, meint Rückert und sie begründet dies wie folgt: „Die Unternehmen sehen in KI enormes Potenzial für mehr Effizienz, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit.“

Schwierige Konjunktur bremst Digitalisierung der deutschen Industrie aus

Die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage wirke sich allerdings nachteilig auf die Digitalisierung der deutschen Industrie aus. Über die Hälfte (58%) der Industrieunternehmen sei der Auffassung, dass die aktuelle Konjunktur die Digitalisierung ihres Unternehmens bremsen werde.

  • 45 Prozent rechneten mit einem Stellenabbau im eigenen Unternehmen; gleichzeitig erwarteten 48 Prozent, infolge von Stellenkürzungen in anderen Industrieunternehmen Fachkräfte gewinnen zu können.

Neben der wirtschaftlichen Lage erhöhe zudem der Wettbewerb aus China den Druck auf die deutsche Industrie. Mehr als jedes achte Industrieunternehmen (13%) empfinde einen „sehr starken“ Wettbewerbsdruck aufgrund gestiegener Exporte aus China, fast die Hälfte (49%) einen „eher starken“ Wettbewerbsdruck. Umgekehrt spüre lediglich jedes fünfte Industrieunternehmen (22%) nur „geringen“, 13 Prozent spürten „keinerlei zusätzlichen Druck“.

Bei der „Industrie 4.0“ in Deutschland indes noch Aufholbedarf

Der wirtschaftliche Druck treffe die Industrie in einer Phase, in der sich der internationale Wettbewerb weiter verschärfe. Im internationalen Vergleich liege Deutschland nach Selbsteinschätzung der Unternehmen bei „Industrie 4.0“ nur auf Platz 3. Ein Zehntel (10%) der Industrieunternehmen sehe Deutschland international beim Thema „Industrie 4.0“ vorne.

  • Als führende Nation bei „Industrie 4.0“ werde derzeit am häufigsten China genannt (34%), und auch die USA würden von 21 Prozent in diesem Bereich führend wahrgenommen.

Die Situation ihres eigenen Unternehmens bewerteten die Befragten etwas positiver. Neun Prozent der deutschen Industrieunternehmen sähen sich an der Spitze, 38 Prozent eher als Vorreiter bei „Industrie 4.0“. Knapp die Hälfte (50%) sehe sich umgekehrt als Nachzügler, lediglich ein Prozent sage, dass das eigene Unternehmen den Anschluss verpasst habe. „China legt bei ,Industrie 4.0‘ das Tempo vor“, gibt Rückert zu bedenken und legt nahe: „Deutschland muss dranbleiben, mit mehr Tempo und Investitionen in Innovation und digitaler Infrastruktur!“

Unternehmen und Politik in der Verantwortung: Deutschland braucht für industrielle KI bessere Standortbedingungen

„Wie können Industrieunternehmen bei der Einführung von ,Industrie 4.0‘-Anwendungen besser unterstützt werden?“ Dafür brauchte es sowohl in der Wirtschaft selbst als auch in der Politik die richtigen Weichenstellungen:

  • „Viele zentrale Anwendungen von ,Industrie 4.0‘ bauen heute auf KI auf oder werden durch sie deutlich leistungsfähiger. Umso wichtiger ist es, KI nicht nur punktuell zu testen, sondern sie systematisch in Produktions- und Engineering-Prozesse zu überführen – mit leistungsfähiger Infrastruktur, einheitlichen Datenstandards und qualifizierten Beschäftigten entlang der Wertschöpfungskette“, bilanziert Rückert.

Ihr abschließendes Plädoyer: „Deutschland braucht bei industrieller KI bessere Standortbedingungen: Mehr Rechenkapazitäten, bessere Dateninfrastrukturen, umsetzbare Regeln, gezielte Fachkräftequalifizierung und einfache Förderprogramme für den Mittelstand! Jetzt geht es nicht mehr um das nächste Pilotprojekt, sondern um den breiten Einsatz von KI in der Wirtschaft und Industrie.“

Weitere Informationen zum Thema:

bitkom
Über uns

bitkom
Dr. Tanja Rückert – Vizepräsidentin Bitkom Geschäftsführerin / Chief Digital Officer Robert Bosch GmbH

bitkom, 14.04.2026
Industrie 4.0: Wie digital ist Deutschlands Industrie? / Dr. Tanja Rückert, Bitkom-Vizepräsidentin

datensicherheit.de, 12.04.2026
KI-Verordnung: Konkretisierung der Transparenzpflichten für Unternehmen / Für betroffene Unternehmen wächst der Handlungsdruck – sie müssen wissen, wann KI-generierte oder KI-manipulierte Inhalte zu kennzeichnen sind

datensicherheit.de, 05.02.2026
Moderne OT-Resilienz: Digitale Zwillinge als wichtige Bausteine / Neben kontinuierlichem „Exposure Management“ braucht operative Resilienz in OT-Umgebungen konkrete technische und organisatorische Hebel: Zugangskontrollen, belastbare Testumgebungen und kompensierende Maßnahmen für „Legacy“-Systeme

datensicherheit.de, 14.08.2025
Humanoide Roboter: Ergänzung und Erweiterung bestehender Technologien statt deren Ersatz / Weltroboterverband IFR veröffentlicht Positionspapier zu Trends, Chancen und möglichen Grenzen humanoider Roboter

datensicherheit.de, 17.02.2020
Industrie 4.0 braucht ganzheitliche IT-Sicherheit im Wertschöpfungsprozess / Das neue Jahrzehnt erfordert eine Änderung der Sicherheitslage in der OT-Branche

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China will 1 Billion Yuan in die Robotik- und Hightech-Industrie investieren https://www.datensicherheit.de/china-robotik-hightech-investitionen https://www.datensicherheit.de/china-robotik-hightech-investitionen#respond Tue, 25 Mar 2025 07:23:43 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=46820 Chinas Volkskongress kündigt Risiko-Kapitalfonds an

[datensicherheit.de, 25.03.2025] Die Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform Chinas hat angekündigt, einen öffentlich geförderten Wagniskapitalfonds für Robotik, Künstliche Intelligenz und Spitzeninnovationen einzurichten. Insgesamt sollen von lokalen Regierungen und dem privaten Sektor rund 1 Billion Yuan (128 Mrd. EUR) über eine Laufzeit von zwanzig Jahren aufgebracht werden. Mit der Initiative setzt China darauf, seine technologiebasierte Erfolgsgeschichte in der Fertigung fortzusetzen: Innerhalb von zehn Jahren steigerte das Reich der Mitte seinen weltweiten Anteil an installierten Industrie-Robotern von etwa einem Fünftel auf mehr als die Hälfte der globalen Gesamtnachfrage.

„China ist es gelungen, die eigene Fertigungsindustrie in einem noch nie dagewesenen Tempo zu modernisieren“, sagt Takayuki Ito, Präsident der International Federation of Robotics. „Mit seiner im Dezember 2021 veröffentlichten nationalen Robotik-Strategie lebt das Land vor, wie sich die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft systematisch stärken lässt.“

Takayuki Ito, Präsident der International Federation of Robotics

Takayuki Ito, Präsident der International Federation of Robotics, Bild: IFR

Robotik schreibt Erfolgsgeschichte

  • Den Roboterherstellern aus China sei es gelungen, ihre Wettbewerbsposition im Heimatmarkt deutlich auszubauen: So stieg der Anteil der von lokalen Anbietern installierten Industrie-Robotern von 30 % im Jahr 2020 auf 47 % im Jahr 2023. Diese Robotik-Unternehmen profitierten dabei von einem rasant wachsenden chinesischen Endkundenmarkt mit steigender Nachfrage nach verschiedensten Konsumgütern.
  • Zahlreiche Branchen bauten ihre Automatisierungsprojekte aus: Fast zwei Drittel aller Industrie-Roboter in der globalen Elektronikindustrie wurden beispielsweise allein in China installiert (2023). Chinesische Hersteller lieferten 54 % aller Einheiten für diesen riesigen Binnenmarkt und damit rund 33 % der weltweiten Nachfrage in der Elektronikindustrie. In der heimischen Metallindustrie und im Maschinenbau erreichen chinesische Roboterlieferanten sogar einen Marktanteil von 85 %.

Risikokapital für Innovationen

Als nächsten wichtigen Schritt strebe China an, Robotik mit anderen Zukunftstechnologien, wie künstlicher Intelligenz, verbesserten Komponenten und neuen Anwendungsszenarien, für die intelligente Fertigung zu integrieren. Dies werde durch Chinas jüngste Initiative deutlich, humanoide Roboter als Spitzentechnologie zu positionieren und dafür einen staatlich geförderten Risikokapitalfonds einzurichten.

„China hat gezeigt, wie Ideen konsequent in die industrielle Massenproduktion überführt werden können“, sagt Dr. Dietmar Ley, Vorsitzender von VDMA Robotik + Automation. „Aktuell wird massiv in humanoide Robotik investiert. Das gilt nicht nur für China – einem Land mit einer eigens dafür aufgesetzten nationalen Strategie – auch in den USA werden Innovationen in diesem Bereich mit erheblichem Risikokapital vorangetrieben. Europa darf hier nicht den Anschluss verlieren. Für Europa ist daher von entscheidender Bedeutung, dass humanoide Roboter die Forschungslabore verlassen und skalierbar zu wettbewerbsfähigen Konditionen produziert werden. Um sicherzustellen, dass Europa auch in der humanoiden Robotik an der Spitze bleibt, ist ein koordiniertes Vorgehen nötig.“

Über Chinas Volkskongress und die nationale Robotik-Strategie

Der 14. Nationale Volkskongress trat vom 5. bis 11. März 2025 zu seiner dritten Sitzung zusammen. Von Chinas oberstem gesetzgebenden Organ werden Entscheidungen über Gesetze, Politik und die Verwaltung des Landes formell verabschiedet. Der „14. Fünfjahresplan für die Entwicklung der Robotik-Industrie“ ist Teil des „14. Fünfjahresplans für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Volksrepublik China“ und der „Vision 2035“.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 21.02.2025
Aktionsplan Robotik für Europa: VDMA-Aufforderung an die Politik zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit

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Aktionsplan Robotik für Europa: VDMA-Aufforderung an die Politik zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit https://www.datensicherheit.de/aktionsplan-robotik-europa-vdma-aufforderung-politik https://www.datensicherheit.de/aktionsplan-robotik-europa-vdma-aufforderung-politik#respond Thu, 20 Feb 2025 23:33:05 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=46300 VDMA Robotik +Automation, die größte Netzwerkorganisation der Robotik-Industrie in Europa, ruft zum Handeln auf

[datensicherheit.de, 21.02.2025] „Europas Wirtschaft fällt in der internationalen Wettbewerbsfähigkeit zurück und muss dringend mit einer Aufholjagd starten“, kommentiert Dr. Dietmar Ley, Vorsitzender von VDMA Robotik + Automation, in seiner aktuellen Stellungnahme im Vorfeld der Bundestagswahl 2025. VDMA Robotik +Automation, nach eigenen Angaben die größte Netzwerkorganisation der Robotik-Industrie in Europa, ruft mit ihrem Aktionsplan zum Handeln auf, um den Verlust der globalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Volkswirtschaften zu stoppen.

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Foto: © Michaela Plambeck

Dr. Dietmar Ley zum Robotik-Aktionsplan: Es braucht konkrete nationale und europaweite Technologie-Fahrpläne!

Robotik-Aktionsplan für Europa richtet sich an politische Entscheidungsträger in ganz Europa

Dr. Ley führt zur Problematik aus: „China beispielsweise hat seinen Fokus konsequent auf Spitzentechnologie und hochwertige Fertigung verlagert. Das Land treibt die Automatisierung voran und verdoppelte seine Roboterdichte innerhalb von vier Jahren auf 470 Roboter pro 10.000 Arbeiter.“

Damit werde der EU-Durchschnitt von 219 Einheiten um mehr als das Doppelte übertroffen. Robotik und Automatisierung seien die Schlüsseltechnologien für das künftige Wachstum der Volkswirtschaften – „da sie die Produktivität steigern, Innovationen vorantreiben und neue Chancen eröffnen“.

Der nun vorliegende Robotik-Aktionsplan für Europa richte sich an politische Entscheidungsträger in ganz Europa, einschließlich nationaler Regierungen und EU-Institutionen. Die wichtigsten Empfehlungen des Papiers sind nachfolgend aufgeführt.

1. Forderung der Robotik-Offensive: Gezielte Initiative für Europa

Europa werde zunehmend durch aggressive industriepolitische Strategien in anderen Ländern herausgefordert – wie z.B. die „America First“-Agenda der Vereinigten Staaten und Chinas Fünfjahresplan für Robotik zeigten.

„Mit einer gezielten Robotik-Offensive gewinnt Europa seine Wettbewerbsfähigkeit zurück, sichert die Eigenständigkeit, bewältigt den demographischen Wandel und gestaltet den Übergang zur Klimaneutralität“, so Dr. Ley.

2. Forderung der Robotik-Offensive: Mehr Risikokapital für Europas Start-ups

Dringend benötigtes zusätzliches Risikokapital müsse durch eine Reform des regulatorischen Rahmens für institutionelle Anleger mobilisiert werden.

Die französische „Tibi“-Initiative habe gezeigt, wie Kapital erfolgreich für Innovationen nutzbar gemacht werden könne – Europa sollte diesem Beispiel folgen.

3. Forderung der Robotik-Offensive: Aufstellung einer Roadmap für Wettbewerbsfähigkeit

Europas Fortschritte in den Bereichen Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) müssten systematisch einer Benchmarking-Analyse mit den Entwicklungen in Asien und Nordamerika unterzogen werden.

„Es braucht konkrete nationale und europaweite Technologie-Fahrpläne!“, betont Dr. Ley.

4. Forderung der Robotik-Offensive: Fokus auf Skalierbarkeit

Europa verfüge über eine hervorragende Forschungs- und Innovationslandschaft, „die großartige Ideen hervorbringt“. Doch am Ende zähle der Erfolg am Markt. China zeige, wie Ideen konsequent in die industrielle Massenproduktion überführt würden.

Politische Entscheidungsträger in Europa müssten ein Umfeld schaffen, „das Innovationen nicht nur hervorbringt, sondern auch in die Serienfertigung und breite Anwendung transferiert“.

Keine Zeit zu verlieren: Europa mit Robotik und Automatisierung wettbewerbsfähiger und widerstandsfähiger aufstellen!

Der VDMA vertritt nach eigenen Angaben 3.600 deutsche und europäische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Die Industrie stehe für Innovation, Exportorientierung und Mittelstand. Die Unternehmen beschäftigten insgesamt rund drei Millionen Menschen in der EU-27, davon mehr als 1,2 Millionen allein in Deutschland.

Ley unterstreicht abschließend: „Wir haben keine Zeit zu verlieren: Unser neues Strategiepapier ist ein Aufruf an die Politik in ganz Europa, die Weichen dafür zu stellen, Europa mit Robotik und Automatisierung wettbewerbsfähiger und widerstandsfähiger aufzustellen. Machen wir uns an die Arbeit!

Weitere Informationen zum Thema:

VDMA, Robotics + Automation, Januar 2025
Strategy Paper: Leveraging Robotics and AutomationLeveraging Robotics and Automation for a Resilient and Competitive Europefor a Resilient and Competitive Europe

datensicherheit.de, 10.06.2019
Mobile KI-Roboter: Laut KIT noch Herausforderungen zu bewältigen

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https://www.datensicherheit.de/aktionsplan-robotik-europa-vdma-aufforderung-politik/feed 0
KI, Robotik & Co.: Kampf gegen Cyberbedrohungen https://www.datensicherheit.de/ki-robotik-co-kampf-cyberbedrohungen https://www.datensicherheit.de/ki-robotik-co-kampf-cyberbedrohungen#respond Sat, 19 Oct 2019 18:54:26 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=34989 Gedanken von Euan Davis, Leiter des Cognizant Center for the Future of Work in Europa

[datensicherheit.de, 19.10.2019] Cyberangriffe werden immer raffinierter, doch auch der Kampf gegen derartige Bedrohungen aus dem Cyber Space nimmt neue Formen an. Warum Künstliche Intelligenz, Robotik und menschliches Vorstellungsvermögen unsere Rettung sind, dazu hat sich Euan Davis, Leiter des Cognizant Center for the Future of Work in Europa, anlässlich des European Cyber Security Month Gedanken gemacht:

EU möchte das Thema Cybersicherheit noch stärker in den Fokus rücken

Oktober – das ist traditionell der sogenannte European Cyber Security Month (ECSM). Mit dieser Initiative möchte die Europäische Union das Thema Cybersicherheit noch stärker in den Fokus rücken. Usern und Unternehmen soll anhand von Informationsangeboten und Praxistipps aufgezeigt werden, wie sie sich noch effektiver vor Onlinedrohungen schützen können.

 Euan Davis, Leiter des Cognizant Center for the Future of Work

Bild: Cognizant Center for the Future of Work

Euan Davis, Leiter des Cognizant Center for the Future of Work

Die Wichtigkeit dieser Kampagne wird einem täglich durch Medienberichte vor Augen geführt, die in schöner Regelmäßigkeit von neuartigen Bedrohungsformen berichten. Erst vor kurzem wurde der erste Fall von Phishing-Betrug mittels gefälschter Stimmmuster publik. Die Täter ahmten dabei mittels kommerziell erhältlicher KI-Software die Stimme eines Unternehmensmanagers nach und veranlassten den CEO der Tochtergesellschaft, einen Geldtransfer zu tätigen. Der Schaden: 243.000 US-Dollar.

Um dem immer größeren Bedrohungspotenzial zu begegnen, ist geschultes technisches Fachpersonal nötig, das Cyberkriminellen stets einen Schritt voraus ist. Diese neuen Rollen innerhalb der Sicherheitsabteilungen erfordern unterschiedliche Fähigkeiten und Fertigkeiten, die von Unternehmen entwickelt und gepflegt werden, um das Unternehmen zu schützen.

Neue Anforderungsprofile nötig

Auf dem Arbeitsmarkt entstehen im Zuge der Digitalisierung eine Vielzahl neuer Stellen, die wir kürzlich in einer Studie näher vorgestellt haben. Diese 21 Jobs der Zukunft kombinieren menschliche Stärken wie Kreativität und strategisches Denken mit neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz und Robotik. Diese Schnittstelle bestimmt die Anforderungen an die Sicherheitsexperten von morgen. Zwei Beispiele:

  • Cyber City Analyst: Ist für das Funktionieren und die Sicherheit digitaler Systeme und Prozesse in Städten der Zukunft verantwortlich. Als oberste Sicherheitsinstanz wacht er darüber, dass urbane Datenflüsse geschützt werden und reibungslos ablaufen können. Dieser Rolle kommt eine enorme Bedeutung zu, wenn man bedenkt, dass das Internet der Dinge (IoT) zukünftig viele Bereiche des städtischen Lebens prägen wird.
  • Cyber Calamity Forecaster: Beobachtet und spürt Cyberbedrohungen auf und bemisst deren Auswirkungen. Der Prognostiker unterscheidet dabei zwischen höchst unwahrscheinlichen und praktisch unmöglichen Cyberphänomenen. Er kartographiert Cyberrisiken und verfasst Prognosen für eine optimale Prävention.

In jedem Fall sollten Unternehmen nicht zu lange damit zögern, diese Fachkräfte selbst auszubilden, um diese Rollen schnellstmöglich zu besetzen. Laut einer Bitkom-Studie erlitt die deutsche Industrie in den vergangenen zwei Jahren durch Sabotage, Datendiebstahl oder Spionage finanzielle Einbußen in Höhe von 43,4 Milliarden Euro – alarmierende Zahlen, insbesondere wenn man bedenkt, dass IT-Sicherheit eine der Branchen ist, die am stärksten vom Fachkräftemangel betroffen sind.

Welche Fähigkeiten Unternehmen und Arbeitskräfte in Zukunft benötigen

Die Anforderungen an IT-Fachkräfte von morgen sind hoch. Sie benötigen umfassende Kenntnisse über computergestützte Prognosemodelle und müssen Multitasking und abteilungsübergreifende Zusammenarbeit meistern. Sie sollten fundierte Kenntnisse der Prinzipien, Konzepte und Theorien von IP-Netzen und Edge Computing besitzen und mit Standardverfahren, -methoden und -techniken zur Durchführung von Beobachtungen, Prognosen und Analysen vertraut sein. Darüber hinaus ist praktische Erfahrung mit Machine-Learning-Ansätzen und -Modellen unerlässlich.

Allgemein gesprochen geht es darum, neue Methoden, Tool-Sets und Datenquellen versiert einzusetzen, um komplexe Datenbestände auswerten zu können. Unternehmen müssen dieses Wissen nach und nach systematisch aufbauen – Wissen über fortgeschrittene analytische Grundsätze, Konzepte und Methoden, mit denen sich detaillierte Analysen komplexer Informationen und Situationen aus unterschiedlichen Quellen erstellen lassen.

Eine erfolgreiche digitale Transformation ist an ein durchdachtes Sicherheitskonzept geknüpft. Deshalb müssen Unternehmen diesem Thema in Zukunft oberste Priorität einräumen. Der digitale Wandel muss mit einer fundamentalen Neubewertung von Berufsprofilen einhergehen, die Sicherheit im Unternehmensalltag gewährleisten.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 13.07.2019
Cyber-Abwehr: Erfolgsfaktor Künstliche Intelligenz

datensicherheit.de, 22.09.2017
IT-Security: Die Zukunft liegt in der Automatisierung

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