Zug – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Thu, 19 Sep 2024 16:36:37 +0000 de hourly 1 Risiko für Datensicherheit bei Geschäftsreisen: Zwei Drittel der Zugpendler potenzielle Voyeure https://www.datensicherheit.de/risiko-datensicherheit-geschaeftsreisen-zwei-drittel-zugpendler-potenzial-voyeure https://www.datensicherheit.de/risiko-datensicherheit-geschaeftsreisen-zwei-drittel-zugpendler-potenzial-voyeure#respond Thu, 19 Sep 2024 16:36:37 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=45355 Neun Prozent der Zugucker/Zuhörer würden gar versuchen, abgefischte Daten an Cyber-Kriminelle zu verkaufen

[datensicherheit.de, 19.09.2024] Aktuelle Erkenntnisse von Kaspersky weisen auf ein oftmals unterschätztes Datensicherheits-Risiko hin, welches insbesondere bei Geschäftsreisenden unbedingt Beachtung finden sollte, denn bei Zugreisen verfolgen Mitreisende zuweilen aufmerksam die Nutzung mobiler Geräte: Demnach würden zwölf Prozent unterwegs aufgeschnappte sensible Geschäftsinformationen an Kollegen oder ihre Geschäftsführung weitergeben – neun Prozent würden gar versuchen, diese an Cyber-Kriminelle zu verkaufen. Erschreckend ist, dass laut Kasperky unabhängiger Tester fast 700 unternehmensbezogene Informationen von Geschäftsreisenden im Zug mithören oder -lesen konnten. Im Juni 2024 habe Censuswide im Auftrag von Kaspersky Online-Interviews unter 1.003 Befragten in Deutschland durchgeführt.

„Unsichere (Daten-) Reise: Visual und Audible Hacking im Zug“: Kaspersky-Studie als Weckruf

E-Mails beantworten, Telefongespräche führen oder Präsentationen bearbeiten: Zugreisen ermöglichen es Geschäftsreisenden auch unterwegs produktiv zu sein. Wie häufig dabei allerdings ein sehr neugieriges – mitunter auch potenziell geschäftsgefährdendes – Publikum mitfährt, zeige die aktuelle Kaspersky-Studie „Unsichere (Daten-) Reise: Visual und Audible Hacking im Zug“. So seien zwei Drittel (66%) der Befragten versucht, während der Fahrt auf die Bildschirme ihrer Sitznachbarn zu schauen oder deren Gespräche mitzuhören. Zwölf Prozent würden aufgeschnappte Informationen über Budgets, Finanzen oder Projekte sogar an Kollegen oder die eigene Geschäftsführung weitergeben.

Dass dies nicht nur eine theoretische Gefahr für Geschäftsinterna ist, zeige ein begleitendes Kaspersky-Experiment zur Studie: „Ein unabhängiger Tester fuhr drei Tage durch Deutschland und notierte per Strichliste alle Geschäftsgeheimnisse, die ihm im Zug oder in den Lounges an den Bahnhöfen begegnet sind. Die potenzielle Ausbeute: 695 einsehbare und mitzuhörende Informationen wie Name und Unternehmen von Geschäftsleuten beziehungsweise von Kollegen, Kunden und Partnern.“

Das Datensicherheitsrisiko geht mit auf Dienstreise

Mitarbeiter mittelständischer Unternehmen in Deutschland absolvierten 39 Prozent ihrer Geschäftsreisen mit dem Zug. „Wie die Kaspersky-Umfrage zeigt, reist das Datensicherheitsrisiko dabei mit: Fast ein Fünftel (19%) der Befragten gesteht, bereits heimlich vertrauliche Texte und Präsentationen auf Bildschirmen von Mitreisenden in Augenschein genommen zu haben.

Nahezu ein Drittel (31%) hat schon einmal ein vertraulich klingendes Telefongespräch mitgehört; mehr als ein Fünftel (22%) konnte darin die konkreten Namen von Unternehmen identifizieren – 23 Prozent sogar jene von Geschäftsreisenden und deren Kunden.“

11% würden erspähte oder aus einem Gespräch entnommene sensible Daten an Interessenten wie andere Unternehmen veräußern

Zwar gelte für die meisten indiskreten Mitfahrer „aus den Augen, aus dem Sinn“ beziehungsweise „zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus“, jedoch würden neun Prozent die abgefangenen Informationen sogar an übelwollende Akteure wie Cyber-Kriminelle verkaufen. Geschäftsschädigend handeln würden zwölf Prozent, die Erkenntnisse über Budgets, Finanzen oder Projekte unter Umständen an Kollegen oder das eigene Management weitergeben würden.

Elf Prozent könnten sich vorstellen, die erspähten oder aus einem Gespräch entnommenen sensiblen Daten an Interessenten wie andere Unternehmen zu veräußern. Zwölf Prozent würden erfolgversprechende Aktien kaufen, wenn sie von vermutlichen Kurssteigerungen Wind bekämen; 13 Prozent würden ihre Neugierde befriedigen und überhörte oder mitgelesene Namen nachschlagen, um mehr über die Personen zu erfahren.

Interna: Geschäftsreisende in Deutschland oftmals zu lasch mit der Datensicherheit

Während des Kaspersky-Experiments habe der unabhängige Tester, Stephan Schilling, innerhalb von drei Tagen 695 Informationen mit Business-Bezug anonym und per Strichlistenzählung feststellen. Den Großteil (548) hätte er in Zügen einsehen und hören können, ein paar wenige (147) in DB-Lounges an den Bahnhöfen: Wie fahrlässig Geschäftsreisende mit den Informationen umgehen, zeigen laut Kaspersky eben auch folgende Beispiele, welche der Tester während des Tests erlebt habe (Schilling sei als unabhängiger Tester für das Kaspersky-Experiment im Juni und Juli 2024 je drei Tage mit dem Zug durch Deutschland und Österreich gefahren und habe Lounges an den Bahnhöfen mit dem Ziel besucht, anonymisiert und stichpunktartig Geschäftsgeheimnisse aufzugreifen):

Ein Reisender nutzte seinen Laptop im Bordrestaurant mit einem großen Zusatzbildschirm
Darauf waren alle Details eines E-Mail-Programms zu erkennen, sowie auf dem Laptop-Bildschirm eine „PowerPoint“-Präsentation, die ebenfalls gut sichtbare Details enthielt.

Eine Reisende arbeitete auf einem Laptop mit großem Bildschirm (17 Zoll) im Intranet eines großen Konzerns
Dabei waren Informationen aus diesem Intranet gut sichtbar, sowie die persönlichen Daten der Reisenden.

Ein Reisender, der entweder Manager oder Anwalt ist, besprach das laufende Strafverfahren eines bekannten Sportlers
Es fiel zwar kein expliziter Name, aber aus den genannten Details (Ort des Gerichts, Zeitraum der vorgeworfenen Tat und weitere Umstände) ließ sich gut ableiten, um wen es ging. Im Gespräch fiel der Satz: „Er hat mir gesagt, das hat er vorsätzlich getan.“

Eine Reisende besprach in einem „MS Teams“-Call den Jahresabschluss eines großen Konzerns
Sie nannte dabei vertrauliche Zahlen, die so der Öffentlichkeit nicht bekannt gemacht werden, und sprach Probleme an, die sich bei der Erstellung ergeben haben.

Die Mitarbeiterin einer Lounge telefonierte laut hörbar für die Gäste der Lounge mit einer Kollegin
In dem Gespräch ging es offenbar um Dienstplan-Angelegenheiten. Dabei wurden der Name der Gesprächspartnerin genannt, sowie die Dauer einer Krankschreibung und die Art der Erkrankung.

Eine Gruppe Reisender hielt in einer Lounge eine Besprechung ab
Dabei sprachen sie sehr laut und trugen alle Unternehmensausweise, die gut sichtbar waren und ihre Klarnamen, sowie den Arbeitgeber zeigten. Es wurden viele Unternehmensinterna besprochen.

Immerhin: Unternehmen legen vermehrt Wert auf sicheren Umgang mit Daten auf Geschäftsreisen

„Das Experiment in den Zügen und den Lounges an den Bahnhöfen gewährt einen interessanten Einblick in den Umgang mit Geschäftsinterna auf Geschäftsreisen“, fasst Schilling, Personalmarketing-Experte, als unabhängiger Tester für Kaspersky auf diversen Zugstrecken in Deutschland unterwegs, zusammen. Etwa 700 Geheimnisse hätten mit recht minimalem Aufwand abgegriffen und für schädliche Zwecke genutzt werden können.

„Die gute Nachricht ist, dass Unternehmen vermehrt Wert auf einen sicheren Umgang mit Informationen auf Geschäftsreisen legen; im Jahr 2019 haben wir bereits ein ähnliches Projekt durchgeführt, bei dem deutlich mehr Geheimnisse hätten abgegriffen werden können.“ Das dürfte auch daran liegen, dass heutzutage subjektiv mehr Bildschirmfolien zum Schutz vor neugierigen Blicken zum Einsatz kämen als noch vor fünf Jahren.

Zahlreiche potenzielle Gefahrenquellen für die Datensicherheit

Marco Preuß, „Deputy Director Global Research & Analysis Team“ bei Kaspersky, führt weiter aus: „Mitarbeitende und vor allem Führungskräfte, die Unternehmensgeheimnisse hüten, sind attraktive Ziele für Spionage. Gerade auf Reisen sind Vorsichtsmaßnahmen – auch außerhalb der IT-Welt – unerlässlich und müssen mit einem Bewusstsein für OPSEC (Operational Security) einhergehen.“ Unternehmensverantwortliche könnten es sich nicht leisten, blank dazustehen, „was diesbezügliche Sicherheitsrichtlinien und Schulungen für ihre Mitarbeiter angeht“. Denn es gebe auf Geschäftsreisen zahlreiche potenzielle Gefahrenquellen für die Datensicherheit – insbesondere da 66 Prozent der Zugpendler dort gerne lauschten und spähten:

Bereits der Name eines Kollegen könne ausreichen, um eine geschäftliche E-Mail-Adresse zu erstellen und diese dann für Phishing-Angriffe zu verwenden. Preuß rät: „Daher sollte die Kommunikation im Zug auf das absolut Notwendigste reduziert werden. Einfache Hilfsmittel wie Sichtschutzfolien können verhindern, dass Unbefugte geschäftliche E-Mails mitlesen. Nicht in den Zug gehören jegliche vertrauliche Informationen, etwa zu Budgets, Finanzen, Kunden oder Projekten.“

Visual und Audible Hacks: Kaspersky-Tipps zur Datensicherheit auf Dienstreisen

Blickschutzfilter oder -bildschirme verwenden!
Die optische Hürde lasse unliebsamen Spähern wenig Chancen. Sollte keine Sichtschutzfolie vorhanden sein, einen Platz wählen, der Dritten keinen Einblick in Geschäftsprogramme und -informationen gewährt!

Nur unverfängliche Inhalte bearbeiten!
Etwa eine nicht vertrauliche „PowerPoint“-Präsentation. Sensible Aktionen – wie eine E-Mail über ein noch nicht veröffentlichtes Produkt – gehörten in eine sichere Umgebung – und nicht in den Zug.

Nennung von Klarnamen (des Unternehmens, von Kunden oder Partnern) vermeiden!
Denn Mitreisende könnten bei Telefonaten im Zug unweigerlich mithören.

Geräte nie aus dem Auge lassen!
Ist es nötig, den eigenen Platz zeitweise zu verlassen, sollten die Geräte mitgenommen oder gesperrt (PIN, Zugangsberechtigung oder Passwort) werden und mit einer passenden mobilen Sicherheitslösung ausgestattet sein. Token, ID-Karten oder ähnliches sollten abgezogen und mitgenommen werden.

Unternehmensverantwortliche sollten klare Regeln für die IT-Sicherheit und den Datenschutz beim mobilen Arbeiten vorgeben!
Schulungen (wie z.B. „Kaspersky Security Awareness“) ermöglichten es, dieses Wissen zu erwerben und vertiefen.

Mitarbeiter regelmäßig hinsichtlich Cyber-Gefahren und Datenschutz schulen – und hierbei auch Geschäftsreisen berücksichtigen!
Kaspersky z.B. biete für alle Unternehmensgrößen und Mitarbeiterprofile passende Trainings.

Weitere Informationen zum Thema:

Personalwirtschaft, Sven Frost, 19.03.2024
Dienstreisen: Mitarbeitende im Mittelstand fahren meist mit dem Auto / Dienstreisende kleinerer und mittlerer Unternehmen sind in Deutschland meistens mit dem Auto unterwegs. Eine aktuelle Studie erklärt die Hintergründe

datensicherheit.de, 30.07.2018
Datensicherheit im Urlaub und auf Reisen / Checkliste mit Empfehlungen für sicheres Arbeiten unterwegs

datensicherheit.de, 21.07.2016
WLAN-Nutzung unterwegs: Insbesondere Dienstreisende sollten Vorsicht walten lassen / Aktuelle Umfrage über geschäftliche Internetnutzung der Deutschen im Ausland zeigt Bedrohungen auf

datensicherheit.de, 13.07.2011
G DATA gibt Reisewarnung: Mobile Geräte im Visier von Cyber-Kriminellen / Umfangreiche Absicherung insbesondere von Smartphones und Tablets im Urlaub empfohlen

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Visual-Hacking-Experiment: 1. Klasse birgt viele Geschäftsgeheimnisse https://www.datensicherheit.de/visual-hacking-experiment-1-klasse-zug-geschaeftsgeheimnisse https://www.datensicherheit.de/visual-hacking-experiment-1-klasse-zug-geschaeftsgeheimnisse#respond Wed, 07 Aug 2019 15:53:27 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=34086 Nur fünf Prozent geschäftlich genutzter Laptops mit Blickschutzfolie gesichert

[datensicherheit.de, 07.08.2019] Im Zug lassen viele Reisende über Bildschirme via Laptop, Smartphone oder Tablet neugierige Gäste an ihrem Privat- beziehungsweise Berufsleben teilhaben. Laut kaspersky hat ein eigenes Experiment in der Bahn Folgendes gezeigt: „Nur fünf Prozent der Laptops, auf denen ein Business-Programm lief, wurden mit einer Blickschutzfolie geschützt.“ Unternehmen wie Privatpersonen sollten sich darüber im Klaren sein, dass der eigene Bildschirm im Öffentlichen Raum eben „nicht wirklich privat“ sei.

Experiment in Zugwaggons im kaspersky-Auftrag

Ein von kaspersky beauftragter Tester habe in einem Experiment an fünf Werktagen insgesamt 170 Zugwaggons dahingehend geprüft, „wie viele potenzielle Geschäftsgeheimnisse Unternehmensangehörige ihren Mitreisenden über Bildschirme von Laptops, Smartphones und Tablets, physische Dokumente und Telefongespräche den Mitreisenden frei Haus präsentieren“.
Ein Ergebnis sei, dass nur bei fünf Prozent der Laptops (49 Stück) eine Sichtschutzfolie zum Einsatz gekommen sei. Insgesamt habe der Tester auf 1.193 Bildschirmen ein genutztes Business-Programm einsehen können. Mit 87 Prozent sei dabei am häufigsten ein Laptop (1.041 Stück) zum Einsatz gekommen.

Passende Blickschutzfilter für fast für jedes aktuelle Business-Gerät erhältlich

„Der Digitale Wandel verstärkt ,Visual Hacking‘. Warum? Weil es mittlerweile egal ist, wo und wann wir arbeiten“, erläutert Anne Mickler, „Corporate Communications Manager“ für die Region DACH bei kaspersky. „Ob im Zug, am Flughafen oder im Café – sensible Unternehmensinformationen müssten unterwegs ebenso geschützt werden wie im Büro. „Das bedeutet allerdings, dass wir uns der Gefahr bewusst werden sowie passende Sicherheitsmaßnahmen wie den  Einsatz von Sichtschutzfolien ergreifen müssen“, betont Mickler.
Kay-Uwe Schenke, „Market Development Manager“ bei 3M für IT Produkte in Central Europe und Experte für Blickschutztechnologie ergänzt: „Passende 3M-Blickschutzfilter gibt es fast für jedes aktuelle Business-Gerät. Der hauchdünne Schutz aus Kunststoff wird mit kleinen Klebelaschen befestigt und verhindert das unerwünschte Mitlesen. Bereits bei einem Winkel von 30 Grad schützt der Filter vor dem unerlaubten Blick vom Sitznachbar, der Nutzer hingegen sieht ein vollkommen klares Bild. Zur Auswahl stehen verschiedene Varianten, in der Ausführung Standard mit glänzender oder matter Oberfläche oder in der Ausführung Gold mit einer golden schimmernden und einer schwarzen Oberfläche.“

Aufteilung der genutzten Business-Programme laut Experiment

Hatte der Tester freien Blick auf Laptopbildschirme, sei mit 58 Prozent am häufigsten ein E-Mail-Programm verwendet worden. Hier die Aufteilung der genutzten Business-Programme laut kaspersky:

  • E-Mail: 699 (58 Prozent)
  • „Office“-Dokument: 297 (25 Prozent)
  • Web-Browser: 128 (11 Prozent)
  • Messenger-Dienst: 22 (2 Prozent)
  • Sonstiges: 47 (4 Prozent)

„Vor allem die Nutzung von E-Mails gibt freien Blick auf Unternehmensdaten. Allein durch Signatur und Betreff werden für Dritte geschäftliche Interna offenbart, die für Außenstehende nicht zugänglich sein sollten“, erklärt Stephan Schilling, Testbeauftragter von Kaspersky.

kaspersky-Tipps insbesondere für Dienstreisende:

  • Blickschutzfilter oder Blickschutzbildschirme verwenden (z.B. „3M Blickschutz Filter Gold“) – diese optische Hürde lasse unliebsamen Spähern wenig Chancen.
  • Sollte keine Sichtschutzfolie vorhanden sein, „einen Platz wählen, der Dritten keinen Einblick in Geschäftsprogramme und -informationen gewährt“.
  • Nur unverfängliche Dinge bearbeiten – etwa eine nicht vertrauliche Folien-Präsentation. Sensible Hintergrundinformationen – wie etwa eine E-Mail über ein noch nicht veröffentlichtes Produkt – gehörten in eine sichere Umgebung – und nicht in den Zug.
  • Auch ausgedruckte Dokumente verrieten viel über Unternehmen und ihre Mitarbeiter.
  • Vom Unternehmen bei Unklarheiten Regeln in puncto IT-Sicherheit und Datenschutz auf Geschäftsreisen einfordern.
  • Logos hätten auf Geschäftslaptops nichts zu suchen.
  • Laptops generell vor Cyber-Gefahren schützen (z.B. mit „Kaspersky Internet Security“).

Weitere Informationen zum Thema:

kaspersky daily, 06.08.2019
Warum der digitale Wandel Visual-Hacking verstärkt

kaspersky daily, 09.07.2019
Visual und Audible Hacking – eine unterschätzte Gefahr

kaspersky, Juni/Juli 2019
Geschäftsgeheimnisse im Zug / Ein Kaspersky-Experiment – wie offen gehen wir mit sensiblen Business-Informationen in der Öffentlichkeit um?

datensicherheit.de, 09.07.2019
Visual und Audible Hacking: Unterschätzte Gefahren im Zug / 170 Zugwaggons potenziell zugänglich

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https://www.datensicherheit.de/visual-hacking-experiment-1-klasse-zug-geschaeftsgeheimnisse/feed 0
Visual und Audible Hacking: Unterschätzte Gefahren im Zug https://www.datensicherheit.de/visual-und-audible-hacking-unterschaetzte-gefahren-im-zug https://www.datensicherheit.de/visual-und-audible-hacking-unterschaetzte-gefahren-im-zug#respond Tue, 09 Jul 2019 16:22:04 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=33383 Laut kaspersky-Experiment waren mehr als 2.000 Geschäftsgeheimnisse in 170 Zugwaggons potenziell zugänglich

[datensicherheit.de, 09.07.2019] „Was nützt die beste Firewall oder die ausgefeilteste IT-Sicherheitsschulung, wenn Mitarbeiter auf Geschäftsreisen via Laptop und Smartphone sensible Firmendaten für Dritte zugänglich machen?“ Dieser Frage ging kaspersky nach eigenen Angaben im Rahmen eines Experiments nach, um zu veranschaulichen, „wie viele, nicht für die Öffentlichkeit bestimmte, Informationen Geschäftsreisende im Zug – oft unwissentlich – preisgeben“. Das Resultat: 2.245 potenziell einsehbare und mitzuhörende Informationen wie Name und Unternehmen von Geschäftsleuten beziehungsweise von Kollegen und Partnern. Das entspreche durchschnittlich 13 sensiblen Business-Informationen pro Zug – in der Ersten Klasse seien es mit 23 fast doppelt so viele –, auf welche der Tester Zugriff gehabt hätte. kaspersky ermahnt daher Unternehmen und Organisationen, „die Gefahr des Visual- beziehungsweise Audible Hackings nicht zu unterschätzen, denn gravierende Datenschutzverletzungen sowie Wirtschaftsspionage und zielgerichtete Attacken könnten die Folge sein“.

13 sensible Geschäftsinformationen pro Wagen öffentlich zugänglich

Während des kaspersky-Experiments habe der beauftragte Tester 281 physische Dokumente und 1.193 Bildschirme (Laptops, Smartphones oder Tablets) mit Business-Bezug anonym per Strichlistenzählung einsehen können. Hinzu kämen 106 mithörbare Geschäftstelefonate.
Dabei wären potenziell 2.245 Geschäftsgeheimnisse wie Name und Unternehmen der Geschäftsreisenden selbst sowie von Kollegen, Kunden und Partnern für die anderen Zuggäste einseh- beziehungsweise mithörbar gewesen – und das an nur fünf Testtagen und exemplarischen Routen mit insgesamt 170 Waggons. „Das heißt: 13 sensible Geschäftsinformationen pro Wagen waren während des Experiments öffentlich zugänglich. Interessant: Die meisten – mit durchschnittlich 23 – werden von Geschäftsreisenden der Ersten Klasse preisgegeben.

Zu sorgloser Umgang mit Laptops, Smartphones und Tablets

Die meisten Mitarbeiter verrieten geschäftlichen Interna „durch einen zu sorglosen Umgang mit Laptops, Smartphones und Tablets“. Denn moderne Displays ermöglichten Dritten einen eigentlich unerwünschten Einblick in die virtuellen Büros und Meeting-Räume von Unternehmen. Die meisten sensiblen Geschäftsinformationen seien im kaspersky-Experiment über E-Mails sichtbar gewesen:

  • E-Mail: 699 (58 Prozent)
  • „Office“-Dokument: 297 (25 Prozent)
  • Web-Browser: 128 (11 Prozent)
  • Messenger-Dienst: 22 (2 Prozent)
  • Sonstiges: 47 (4 Prozent)

„Das kaspersky-Experiment hat meine bisherige Vermutung, dass Geschäftsreisende oft zu sorglos mit Unternehmensinformationen umgehen, definitiv bestätigt“, sagt Stephan Schilling, der kaspersky-Testbeauftragte. „Die Reisenden haben oft kein Bewusstsein dafür, dass Visual und Audible Hacking ein riesiges Datenschutzproblem darstellen.“

„Worst Cases“ laut kaspersky-Experiment:

• Von einem Reisenden sei ein Laptop verwendet worden, der zur 2-Faktor-Authentifizierung mit einer ID-Card gesichert gewesen sei oder eine Verbindung genutzt habe, die eine solche ID-Card benötigt. Auf der ID-Card seien allerdings Klarname, Unternehmen und eine ID-Nummer eindeutig zu erkennen gewesen. „Ein Beispiel dafür, wie selbst eine Sicherheitsmaßnahme Informationen verrät, die nicht für Außenstehende bestimmt sind.“

  • Ein Reisender (vermutlich Anwalt) habe ein langes Telefongespräch über einen juristischen Fall geführt. Darin seien Klarnamen der Verfahrensbeteiligten, das zuständige Gericht sowie Details des Falles sehr laut besprochen worden.
  • Ein Professor habe Klausuren/Abschlussarbeiten von Studenten bearbeitet. Matrikelnummern und Namen der Studenten seien sichtbar gewesen.

IT-Sicherheit: Schulungen heutzutage unerlässlich

„Schulungen sind für die IT-Sicherheit von Organisationen heutzutage unerlässlich“, betont Anne Mickler, „Corporate Communications Manager für die Region DACH“ bei kaspersky. „Es geht darum, die eigenen Mitarbeiter für alle Gefahren zu sensibilisieren. Vor allem das immer mobilere Büro birgt in puncto Datenschutz neue Fallstricke. Dazu gehört definitiv das Risiko, von Dritten in der Öffentlichkeit gehackt zu werden.“
Unternehmen sollten daher auf diese bislang zu wenig beachtete Gefahrenlage und auf Schutzmöglichkeiten bzw. richtiges Verhalten hinweisen. Denn sensible Informationen müssten im Öffentlichen Raum – ob im Zug, am Flughafen oder im Café – ebenso geschützt werden wie im Büro. Mickler: „Unser Experiment zeigt einige Schwachstellen auf, die es zu schließen gilt.“

Unternehmen können „Visual Hacking“ vermeiden:

  • Blickschutzfilter oder Blickschutzbildschirme sollten bei in der Öffentlichkeit genutzten Laptops Standard sein.
  • Mitarbeiter sollten nur Dinge bearbeiten, die unverfänglich sind; zum Beispiel eine nicht vertrauliche „Power Point“-Präsentation. Sensible Aktionen – wie eine E-Mail über ein zum Beispiel noch nicht veröffentlichtes Produkt – gehörten in eine sichere Umgebung – und nicht in den Zug.
  • Die Mitarbeiter dafür sensibilisieren, „dass bei Telefonaten das komplette Zugabteil unweigerlich mithört“. Die Nennung von Klarnamen (des Unternehmens, von Kunden oder sonstigen Partnern) vermeiden.
  • Geräte nie aus den Augen lassen„ist dennoch der Gang auf die Toilette nötig, sollten die Geräte entsprechend gesperrt sein (PIN, Zugangsberechtigung oder Passwort) sowie mit einer passenden mobilen Sicherheitslösung ausgestattet sein“. Token, ID-Karten oder Ähnliches sollten abgezogen und mitgenommen werden.
  • Das Verhalten der Mitarbeiter in puncto IT-Sicherheit und Datenschutz auf Geschäftsreisen in den Sicherheitsrichtlinien des Unternehmens festlegen und Empfehlungen aussprechen.
  • Mitarbeiter regelmäßig hinsichtlich Cyber-Gefahren und Datenschutz schulen„insbesondere was auf Geschäftsreisenden zu beachten ist“. kaspersky bietet nach eigenen Angaben „für alle Unternehmensgrößen und Mitarbeiterprofile passende Trainings“.
  • „Logos haben auf Geschäftslaptops nichts zu suchen.“ Auch auf den Inventar-Aufklebern sollten nur Nummern oder Barcodes angebracht werden.

Weitere Informationen zum Thema:

kaspersky daily, 09.07.2019
Visual und Audible Hacking – eine unterschätzte Gefahr

kaspersky
Geschäftsgeheimnisse im Zug / Ein Kaspersky-Experiment – wie offen gehen wir mit sensiblen BusinessInformationen in der Öffentlichkeit um?

datensicherheit.de, 05.07.2019
DDoS-Angriff auf die ÖBB – Kritische Infrastrukturen zunehmend gefährdet

datensicherheit.de, 12.04.2019
GeschGehG: Digitaler Safe für Geschäftsgeheimnisse gefordert

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