Aktuelles, Experten - geschrieben von am Mittwoch, Juli 29, 2026 0:23 - noch keine Kommentare

PINKTUM-Checkliste zur KI-Kompetenz für Unternehmen

Der „EU AI Act“ verpflichtet KI-Anbieter und -Betreiber bereits seit dem 2. Februar 2025, Maßnahmen zu ergreifen, damit Mitarbeiter über ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz verfügen

[datensicherheit.de, 29.07.2026] Laut einer aktuellen PINKTUM-Stellungnahme verpflichtet der „EU AI Act“ Anbieter und Betreiber von Systemen Künstlicher Intelligenz (KI) bereits seit dem 2. Februar 2025, Maßnahmen zu ergreifen, damit die mit KI-Systemen umgehenden Mitarbeiter über ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz verfügen. Bislang hält demnach die Qualifizierung vielerorts jedoch nicht mit dem KI-Einsatz Schritt. Ab dem 2. August 2026 könnten die zuständigen nationalen Marktüberwachungsbehörden die Einhaltung dieser Vorgabe nun überwachen und durchsetzen.

pinktum-joachim-pawlik-Alois-krtil

Foto: Christophe Sorenti

Joachim Pawlik (l.) und Alois Krtil (r.) raten Unternehmen, KI-Kompetenz systematisch und anwendungsnah aufbauen

1. Schritt: Überblick über die KI-Nutzung im Unternehmen gewinnen

Der „EU AI Act“ schreibe indes dafür weder eine bestimmte Schulung noch ein Zertifikat vor. Die Qualifizierung müsse jedoch zu den eingesetzten Systemen, den Aufgaben und den Vorkenntnissen der Anwender passen. Grundlage des Vorgens sollte zunächst ein Überblick über die KI-Nutzung sein: „Welche Systeme werden für welche Zwecke und mit welchen Daten eingesetzt? Welche Risiken bestehen?“

  • In vielen Unternehmen empfehle sich ergänzend eine „AI Policy“, um unter anderem zu regeln, welche Anwendungen zulässig sind, welche Daten eingegeben werden dürfen, wie die Ergebnisqualität überprüft wird und wer die Verantwortung trägt.

Dabei sollten Unternehmen auch berücksichtigen, welche externen Personen – etwa Dienstleister oder Freiberufler – im Auftrag des Unternehmens mit KI-Systemen arbeiten und in welchem Umfang auch diese über die erforderliche KI-Kompetenz verfügen müssen. Darauf aufbauend könne dann gezielt geschult werden.

  • Joachim Pawlik, CEO PINKTUM, kommentiert: „Unternehmen sollten Weiterbildung nicht als einmalige Pflichtübung verstehen, sondern KI-Kompetenz systematisch und anwendungsnah aufbauen! Das ist nicht nur rechtlich relevant, sondern hilft auch, den tatsächlichen Nutzen von KI zu erschließen.“
  • Alois Krtil, CTO PINKTUM, ergänzt: „Wer die Möglichkeiten und Grenzen von KI versteht und Ergebnisse kritisch beurteilen kann, vermeidet Fehler und setzt die Technologie produktiver ein. Dafür müssen die Lerninhalte zu den konkreten Aufgaben der Beschäftigten passen.“

PINKTUM-Checkliste für den Aufbau von KI-Kompetenz:

  1. Zielgruppen und Schulungsbedarf bestimmen!
    Unternehmen sollten erfassen, welche Personen mit welchen KI-Systemen arbeiten, wofür sie diese einsetzen und welche Vorkenntnisse sie mitbringen. Dabei sollten sie auch externe Personen berücksichtigen, die im Auftrag des Unternehmens mit KI-Systemen arbeiten. Wer KI für erste Textentwürfe nutzt, benötige beispielsweise andere Kompetenzen als eine Führungskraft, die KI-gestützte Analysen in Entscheidungen einbezieht.
  2. Ein gemeinsames Grundlagenverständnis schaffen!
    Alle Anwender sollten grundsätzlich verstehen, wie KI-Systeme funktionieren, welche Möglichkeiten sie bieten und wo ihre Grenzen liegen. Dazu gehöre das Bewusstsein, dass auch überzeugend formulierte Ergebnisse falsch, unvollständig oder verzerrt sein können.
  3. Interne Regeln und Verantwortlichkeiten vermitteln!
    Beschäftigte müssten wissen, welche Systeme sie für welche Aufgaben nutzen dürfen, welche Daten eingegeben werden können, wer Ergebnisse prüft und freigibt. In der Praxis müsse beispielsweise klar sein, welche Kundendaten oder interne Dokumente in ein KI-System eingegeben werden dürfen.
  4. Rollen- und anwendungsbezogen schulen!
    Eine Basisschulung schaffe ein gemeinsames Verständnis, reiche aber nicht für alle Tätigkeiten aus. Die Lerninhalte sollten deshalb auf die jeweiligen Aufgaben und eingesetzten Systeme sowie die damit verbundenen Risiken zugeschnitten sein.
  5. Praxis und kritische Kontrolle trainieren!
    Schulungen sollten typische Arbeitssituationen und praktische Übungen enthalten. Beschäftigte sollten beispielsweise trainieren, KI-Ergebnisse auf sachliche Fehler, ungeeignete Quellen und mögliche Verzerrungen zu prüfen.
  6. Schulungen dokumentieren und aktualisieren!
    Unternehmen sollten nachvollziehbar festhalten, welche Zielgruppen zu welchen Inhalten geschult wurden. Kommen neue Systeme, Funktionen oder Einsatzzwecke hinzu, sollten auch die Schulungsinhalte überprüft und angepasst werden, damit der Aufbau der erforderlichen KI-Kompetenz gegenüber Aufsichtsbehörden nachvollziehbar belegt werden könne.

Weitere Informationen zum Thema:

PINKTUM
Über uns: Wir sind als EdTech-Unternehmen ein führender Anbieter für die Verbesserung von Soft Skills in Unternehmen. Immer mit dem Ziel, die Kompetenzen von Menschen durch selbstbestimmtes digitales Lernen zu verbessern.

PINKTUM
Our leadership team

datensicherheit.de, 17.05.2026
Nachfrage nach KI-Kompetenz: Masterstudiengang „Digital Transformation Management“ als Reaktion auf Zunahme / Kompetenzen rund um die Digitale Transformation, datengetriebene Geschäftsmodelle und den strategischen KI-Einsatz in Unternehmen werden vermittelt

datensicherheit.de, 08.07.2025
VDI-Forderung nach gezielter KI-Kompetenz für Ingenieurarbeit / Der VDI beabsichtigt, seine Rolle als unabhängige Plattform für Wissensaustausch, ethische Orientierung und politische Positionierung auch auf dem Gebiet der KI ausbauen

datensicherheit.de, 09.06.2025
Aufbau der KI-Kompetenz in der Belegschaft: Von der Pflicht zur Kür / KNIME stellt fünf Ansätze vor, um Mitarbeiter zu qualifizieren und die Herausbildung einer Schatten-KI zu verhindern



Kommentare sind geschlossen.

Kooperation

TeleTrusT

Mitgliedschaft

German Mittelstand e.V.

Mitgliedschaft

BISG e.V.

Multiplikator

Allianz für Cybersicherheit

Datenschutzerklärung