Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Samstag, August 8, 2026 0:51 - noch keine Kommentare
Zutrittskontrolle als Governance- und Cybersecurity-Priorität
Sicherheitsverantwortliche stehen vor der Aufgabe, Zutrittsrechte über verteilte Umgebungen hinweg sicher zu verwalten
[datensicherheit.de, 08.08.2026] Mit der zunehmenden Vernetzung von Sicherheitssystemen und Unternehmensnetzwerken muss auch die Zutrittskontrolle offensichtlich stärker im Zusammenspiel der Aufgabenbereiche „IT“, „Compliance“ und „Risikomanagement“ Beachtung finden. Denn Sicherheitsverantwortliche stehen vor der Aufgabe, Zutrittsrechte über verteilte Umgebungen hinweg sicher zu verwalten, Richtlinien konsistent durchzusetzen und die Aufsicht zu stärken. Gleichzeitig rücken laut einer aktuellen Stellungnahme von Genetec Systemtransparenz, administrative Kontrollen und Cyberresilienz stärker in den Fokus. Der nun vorliegende Genetec-Report zur Lage der physischen Sicherheit 2026, welcher demnach auf den Antworten von mehr als 7.000 Sicherheitsexperten weltweit basiert, erfasst diese Konvergenz und ihre Auswirkungen.
Zutrittskontrolle als Teil der strategischen Managementaufgaben
Was früher vor allem als „Türmanagement“ gegolten habe, betreffe heute auch Themen wie „Identität“, „Cybersicherheit“, „Compliance“ und „Unternehmensrisiko“. Zutrittskontrollsysteme erzeugten und speicherten nämlich sensible Informationen, seien mit Unternehmensnetzwerken verbunden und oft in andere Geschäftssysteme integriert.
- Werden diese unzureichend gesteuert, könnten sowohl digitale als auch physische Sicherheitslücken entstehen. Unter den großen Unternehmen mit 10.000 oder mehr Mitarbeitern gaben laut Genetec 48 Prozent der Befragten an, dass die Zahl der Vorfälle im Bereich der physischen Sicherheit oder der Cybersicherheit im Jahr 2025 zugenommen hat.
Mit dem Wachstum von Unternehmen werde auch „Governance“ schwieriger. Neue Standorte, Akquisitionen, Fremdpersonal und sich wandelnde Organisationsstrukturen führten häufig zu fragmentierten Umgebungen. Unterschiedliche Prozesse bei der Vergabe und Überprüfung von Berechtigungen erschwerten einheitliche Richtlinien und erhöhten das Risiko von Inkonsistenzen.
Standardisierung und Transparenz, um Zutrittsrechte konsistent, nachvollziehbar und skalierbar zu verwalten
Viele Unternehmen setzten deshalb auf Standardisierung. Einheitliche Zutrittsrichtlinien, rollenbasierte Zutrittsmodelle, automatisierte „Workflows“ und eine engere Verzahnung mit HR- und Identity-Management-Systemen würden dabei helfen, Zutrittsrechte konsistent, nachvollziehbar und skalierbar zu verwalten. Ebenso wichtig sei eine verlässliche Transparenz über Berechtigungen, Aktivitäten von Berechtigungsnachweisen und Sicherheitsereignisse: Diese unterstütze Unternehmen dabei, bessere Entscheidungen zu treffen, Risiken frühzeitig zu erkennen und im Ernstfall schneller zu reagieren.
- „Zutrittskontrolle wird zunehmend zu einer Frage der ,Governance’, nicht nur der Technik“, betont Andreas Flemming, „Channel Account Executive“ bei Genetec. Er gibt zu bedenken: „Unternehmen, die klare Prozesse etablieren, eine konsequente Aufsicht sicherstellen und ihre Sicherheitspraxis kontinuierlich weiterentwickeln, sind besser aufgestellt, um neue Anforderungen und sich wandelnde Risiken zu bewältigen.“
Da Sicherheitsumgebungen zunehmend vernetzt seien, erfordere modernes „Access Management“ eine engere Abstimmung zwischen den Bereichen „Physische Sicherheit“, „IT“, „Compliance“ und „Risikomanagement“. Genetec unterstütze Unternehmen dabei, diese Balance zwischen Sicherheit, „Compliance“ und operativer Flexibilität zu finden.
Die DS-Redaktion zu Erkenntnissen und Ableitungen aus der aktuellen Genetec-Stellungnahme:
- Die zunehmende Vernetzung von Sicherheitssystemen mit Unternehmensnetzwerken verwischt Systemgrenzen – d.h. die virtuelle und materielle Welt interagieren im Alltag, so dass ganz konkret auch die Zutrittskontrolle ein Teil der betrieblichen Strategie sein muss.
- Die Zutrittskontrolle entwickelt sich von einer lange Zeit rein statischen Herausforderung zu einer hochdynamischen, denn im Kontext neuer Standorte, Übernahmen, dem Einsatz von Fremdpersonal und sich ständig wandelnder Organisationsstrukturen drohen sich fragmentierte Umgebungen auszubilden und Sicherheitsbelange zu strapazieren.
- Zutrittskontrolle ist mehr als eine Frage der Technik – sondern auch der „Governance“ und damit eine Führungsaufgabe.
- Die eingesetzte moderne Technik erfordert eine Synergie der Bereiche „Physische Sicherheit“, „IT“, „Compliance“ und „Risikomanagement“.
- Die erteilten Zutrittsrechte müssen stets konsistent, nachvollziehbar und skalierbar verwaltet werden, wobei eine verlässliche Transparenz über diese Berechtigungen, aber auch über Aktivitäten mit Berechtigungsnachweisen und mögliche Sicherheitsereignisse geboten ist.
Weitere Informationen zum Thema:
Genetec
Mission und Werte / Entwicklung von Lösungen für physische Sicherheit zum Schutz Ihres Alltags
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