Aktuelles, Branche, Gastbeiträge, Interviews - geschrieben von am Dienstag, März 17, 2020 16:30 - ein Kommentar

COVID-19: Pandemie erzwingt Arbeit im Home-Office

Ansporn für Hacking- und Phishing-Versuche

Von unserem Gastautor Jelle Wieringa, Security Awareness Advocate bei KnowBe4

[datensicherheit.de, 17.03.2020] Seit Mitte März herrscht in den USA und vielen weiteren Ländern der Welt offiziell Krisennotstand aufgrund der weltweiten Pandemie, ausgelöst durch den Virus COVID-19. Entsprechend bleiben Restaurants geschlossen, Flughäfen werden stillgelegt und Home-Office wird zum Alltag für viele Angestellte, um die Ansteckungsfälle soweit wie möglich zu reduzieren. Dadurch steigt allerdings die Gefahr, dass Mitarbeiter eines Unternehmens Opfer von Social Engineering- oder Phishing-Versuchen werden. Durch das isoliertere Arbeiten und die größere Distanz zu Kollegen und der Firmen-Infrastruktur sind Mitarbeiter attraktivere Ziele für Angriffe. Es wird versucht, die Distanz auszunutzen, um Angestellte zu manipulieren und durch sie Zugang zu Netzwerk und Daten einer Firma zu erlangen. Ein Beispiel dafür ist die Methode, Dokumente mit Malware als angebliche Informationen rund um das Coronavirus zu tarnen und zu verbreiten. Dabei wird besonders die individuelle Angst der Betroffenen für kriminelle Zwecke ausgenutzt. Wenn diese Dokumente dann auf Firmenrechner oder privaten Rechnern mit Zugang zum Firmennetzwerk geöffnet werden, ist es bereits zu spät.

Homeoffice verbindet private und geschäftliche Hacking-Risiken

Eine weitere Gefahr resultiert aus dem vermehrt digitalen und telefonischen Austausch unter den Mitarbeitern, der durch das Home-Office nötig ist. Diese Form der Kommunikation bietet eine größere Angriffsfläche für „Social Engineering“, also die aktive Manipulation von Angestellten durch Dritte. Diese Gefahr steigt noch einmal exponentiell, wenn für die Arbeit in den eigenen vier Wänden auch das private Equipment, also Rechner und Telefon, verwendet werden. Diese haben meist nicht denselben Sicherheitsstandard wie das Equipment im Büro und sind leichter von möglichen Angreifern zu identifizieren. Die private Telefonnummer zum Beispiel lässt sich leicht durch Social Media recherchieren, genauso wie eine private Mailadresse. Beides sind, bei unvorsichtigem Umgang, folglich Sicherheitsrisiken im Home-Office und Angriffsziele für Hacker.

Einrichtung einer „menschlichen Firewall“ unerlässlich

Entsprechend wichtig ist es für Firmen, ihre Mitarbeiter und in Konsequenz auch sich selbst im Home-Office zu schützen. Neben der Nutzung von Equipment, dessen Sicherheit durch die Firma geprüft und gewährleistet wird, ist auch die Einrichtung einer „menschlichen Firewall“ unerlässlich, um sich zu schützen. Mitarbeiter müssen durch gezieltes Security-Awareness-Training darauf geschult werden, falsche Inhalte, Malware und versuchtes Social Engineering zu erkennen, zu verhindern und anschließend zu melden. Somit kann jeder einzelne Mitarbeiter aktiv zur Sicherheit des Unternehmens und dessen Daten beitragen. Um seine Mitarbeiter optimal für die Gefahren von Hacking und Phishing im Home-Office zu sensibilisieren, gibt es nun bereits zwei Staffeln der Serie „Inside Man“. Darin wird in Form von kurzen Video-Clips gezeigt, welche Methoden von Social Engineering und Phishing es gibt und wie schnell diese Angreifer zum Erfolg führen können. Sie kann gut als erster Schritt zu einer ganzheitlichen Sicherung eines Unternehmens dienen und bietet als Nebeneffekt Unterhaltung für die Zeit, in der COVID-19 und der damit einhergehende Krisennotstand Home-Office zum Alltag machen.

Von zu Hause aus arbeiten Empfehlungen inmitten von COVID-19

Angesichts der Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Coronavirus und vieler Unternehmen, die Mitarbeitern die Arbeit im Home-Office empfehlen, hat KnowBe4 einige Sicherheitsempfehlungen zusammengestellt.

  1. Halten Sie Ausschau nach E-Mails oder Textnachrichten im Zusammenhang mit COVID-19 und verifizieren Sie, ob es sich bei diesen Informationen um offizielle Informationen handelt.
  2. Wenn ein Mitarbeiter gemeinsam genutzte Geräte verwendet, die auch von seiner Familie zu Hause genutzt werden, stellen Sie sicher, dass die neuesten Sicherheitsupdates installiert werden.
  3. Führen Sie eine Sicherheitsüberprüfung der gemeinsam genutzten Geräte durch, um sicherzustellen, dass keine Malware oder andere bösartige Objekte das Gerät infiziert haben.
  4. Seien Sie vorsichtig bei unerwarteten E-Mails von unbekannten Absendern mit Links oder Anhängen.
  5. Verwenden Sie ein VPN
  6. Verwenden Sie komplexe Passwörter, z.B. einen vollständigen Satz. Besser noch, verwenden Sie einen Passwort-Manager, um alle Passwörter sicher zu speichern.

KnowBe4 bietet einen kostenlosen Heim-Kurs (Kennwort: homecourse) für Internetsicherheit an, um denen zu helfen, die mehr darüber lernen möchten, wie sie sich und ihre Familien vor Sicherheitsbedrohungen zu Hause schützen können. Es werden Themen wie Passwörter, Malware, die sichere Aufbewahrung von Identitäten sowie die Sicherheit von E-Mails und Anhängen behandelt.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 05.03.2020
Phishing-Mails: Auch Kleinanleger betroffen

datensicherheit.de, 12.02.2020
Corona-Virus: Gefährliche E-Mails virulent

datensicherheit.de, 16.01.2020
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datensicherheit.de, 24.07.2019
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SANS Institute: Anstieg bei Angriffen auf das Remote Desktop Protocol - datensicherheit.de
Apr 10, 2020 20:17

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