Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von am Donnerstag, Juni 2, 2022 14:39 - noch keine Kommentare

Der Faktor Mensch: Proofpoint stellt diesjährigen Report vor

Laut Report 2022 100.000 Smartphone-Angriffe täglich und Verdoppelung der Smishing-Versuche

[datensicherheit.de, 02.06.2022] Die Proofpoint Inc. hat nach eigenen Angaben am 2. Juni 2022 den „Der Faktor Mensch 2022“-Report veröffentlicht. Diese Studie untersucht demnach die drei wesentlichen Aspekte, anhand derer das Cyber-Risiko für IT-Nutzer quantifiziert werden kann: Verwundbarkeit, gezielte Angriffsarten und Zugriffsprivilegien. Im Bericht finden sich laut Proofpoint auch zahlreiche Beispiele dafür, welche Kreativität Cyber-Kriminelle an den Tag legen, um Menschen in die Falle zu locken.

Report 2022 befasst sich eingehend mit Risiken für Anwender

„Der Faktor Mensch 2022“-Bericht befasse sich eingehend mit den Risiken für Anwender und stütze sich dabei auf Daten und Erkenntnisse aus einem Jahr Cybersecurity-Forschung. Dabei handele es sich um Informationen zu erkannten, entschärften und behobenen Cyber-Bedrohungen, welche in ihrer Gesamtheit einen der größten Datensätze zur Cyber-Sicherheit bildeten.

„Auch nach einem turbulenten Jahr mit einer langsamen Rückkehr zur Normalität nehmen Cyber-Kriminelle weiterhin Menschen ins Visier und nutzen deren Schwächen aus“, berichtet Ryan Kalember, „EVP of Cybersecurity Strategy“ bei Proofpoint:

„Letztes Jahr haben die Angreifer gezeigt, wie skrupellos sie tatsächlich sind. Das macht den Schutz der Mitarbeiter vor Cyber-Bedrohungen zu einer ständigen Herausforderung für Unternehmen und hat so manchen die Augen für die Gefahren im ,Cyberspace‘ geöffnet.“

Report stützt sich auf mehrere Trillionen Datenpunkte

Der Report stütze sich auf mehrere Trillionen Datenpunkte, folglich einen der größten Datensätze im Bereich Cyber-Sicherheit.

Jeden Tag analysiere Proofpoint mehr als 2,6 Milliarden E-Mail-Nachrichten, 49 Milliarden URLs, 1,9 Milliarden Dateianhänge, 28,2 Millionen „Cloud“-Konten, 1,7 Milliarden Nachrichten auf Mobilgeräten und vieles mehr.

Der vorliegende Bericht analysiere die im Jahr 2021 gesammelten Daten und untersuche die Art der heutigen Cyber-Bedrohungen. Sicherheitsverantwortlichen biete er praktisch relevante Einblicke, um Mitarbeiter vor Angreifern schützen zu können.

Wichtigste Erkenntnisse des Reports „Der Faktor Mensch 2022“:

Cyber-krimineller Fokus auf das Smartphone
Cyber-Kriminelle fokussierten sich auf das Smartphone als Schlüssel zum privaten und beruflichen Leben der Menschen. In den USA hätten sich die sogenannten Smishing-Versuche (Angriffe über SMS) im Laufe des Jahres mehr als verdoppelt. In Großbritannien hätten Cyber-Kriminellen dabei in mehr als 50 Prozent der Fälle Lieferbenachrichtigungen als Köder eingesetzt. Darüber hinaus hätten Cyber-Kriminelle mehr als 100.000 Angriffe per Telefon pro Tag verübt.

Nutzer vieler Privilegien überproportional stark betroffen
Nutzer mit vielen Privilegien seien überproportional stark betroffen. Manager und Führungskräfte machten im Durchschnitt nur zehn Prozent der Gesamtnutzer in Unternehmen aus, auf sie entfielen aber fast 50 Prozent aller Angriffe.

Gut 80% der Unternehmen jeden Monat von kompromittiertem Lieferanten-Konto aus angegriffen
Über 80 Prozent aller Unternehmen würden jeden Monat von einem kompromittierten Konto eines Lieferanten aus angegriffen. Schulungen zum Sicherheitsbewusstsein, welche sich auf Bedrohungen in der Lieferkette konzentrieren, seien für Unternehmen daher von entscheidender Bedeutung.

Microsoft OneDrive und Google Drive am häufigsten missbraucht
„Microsoft OneDrive“ und „Google Drive“ würden von allen legitimen „Cloud“-Plattformen am häufigsten von Cyber-Kriminellen missbraucht. Letztes Jahr, 2021, sei es bei 35 Prozent der „Cloud“-Accounts mit festgestellter verdächtiger Anmeldung in der Folge zu dubiosen Dateiaktivitäten gekommen. Dies zeige, dass auf Privilegien basierende Risiken in dem Maße wüchsen, wie Unternehmen die „Cloud“ nutzen. Im Durchschnitt sei bei etwa zehn Prozent der Unternehmen mindestens eine aktive bösartige Anwendung in ihrer Umgebung festgestellt worden, welche zuvor autorisiert worden sei.

Enge Verbindung zwischen Malware-Gruppen und Ransomware-Betreibern
Die enge Verbindung zwischen Malware-Gruppen und Ransomware-Betreibern bestehe nach wie vor. Zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2021 seien mehr als 20 Millionen Nachrichten versendet worden, deren Ziel es gewesen sei, Malware in Verbindung mit einem möglichen Ransomware-Angriff zu verbreiten.

Cyber-Kriminelle missbrauchen Popkultur
Cyber-Kriminelle machten sich die Popkultur zunutze. So hätten Angreifer im Jahr 2021 bekannte Persönlichkeiten wie Justin Bieber und „The Weeknd“ sowie die Netflix-Serie „Squid Game“ für ihre Köder ausgenutzt. Im Oktober 2021 hätten Cyber-Kriminelle E-Mails mit dem Thema „Squid Game“ an Opfer in den USA verschickt und einen frühzeitigen Zugang zur nächsten Staffel oder sogar die Möglichkeit, in künftigen Folgen mitzuspielen, versprochen.

Weltweite Konflikte als Aufhänger
Angreifer nutzten weiterhin weltweite Konflikte aus. Anfang dieses Jahres, 2022, hätten Cyber-Kriminelle und APT-Gruppen, welche mit staatlichen Stellen in Verbindung gebracht würden, auf den Einmarsch Russlands in die Ukraine reagiert. Im Rahmen dieser Aktivitäten habe Proofpoint die zerstörerische „Wiper“-Malware beobachten können, welche gegen ukrainische Organisationen und wichtige Kommunikationsinfrastrukturen eingesetzt worden sei. Zudem habe Proofpoint Aktivitäten von mit Belarus und China verbündeten Akteuren festgestellt, welche speziell auf europäische, für Asylprozesse und andere Hilfsmaßnahmen zuständige Regierungsorganisationen abzielten.

Der vollständige „Der Faktor Mensch 2022“-Bericht von Proofpoint steht zum Download bereit. Die Ergebnisse des diesjährigen Reports sollen auch von zwei Proofpoint-Experten am 15. Juni 2022 um 11 Uhr (MEZ) in einem Web-Seminar erörtert werden.

Weitere Informationen zum Thema:

proofpoint
Threat Report / Der Faktor Mensch 2022

proofpoint
15. Juni | 11:00 CEST / Der Faktor Mensch 2022: Personenzentrierte Cybersicherheit vor dem Hintergrund zunehmender Anwenderrisiken



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